Lea Köster: Nancy DeMoss Wolgemuth erinnert uns daran, mit jedem Problem so schnell wie möglich zum Herrn zu gehen.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Wir leben in einer zerbrochenen Welt, und wir haben keine Zusage, dass all jene Probleme verschwinden, wenn wir auf Gott, unsere Zuflucht, vertrauen. Aber Gott hat uns versprochen, dass unsere Herzen bei ihm geborgen sind und dass wir die Hilfe und die Gnade empfangen, die wir brauchen, um selbst im Sturm, selbst mitten in großen Verlusten, standzuhalten.
Lea: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, Autorin von Heaven Rules. Finde Trost. Fasse Mut. Gott regiert. Dieses Buch wird voraussichtlich Ende Juni im CV Dillenburg erscheinen. Mein Name ist Lea Köster, und ich gehöre zum Team von Belebe unsere Herzen.
Vor ein paar Wochen haben wir mit der Serie „Eine feste Burg ist unser Gott“ begonnen. In dieser Serie führte uns Nancy durch Psalm 46 und sprach darüber, wie wichtig es ist, dem Herrn auch in stürmischen Zeiten innerlich zu singen. Sie zeigte uns, wie Psalm 46 die Güte Gottes mit einem Fluss vergleicht.
Damit du dir diese Lehren merken und Psalm 46 in deinem Herzen bewahren kannst, hat unser Team eine PDF mit dem Psalm für dich erstellt. Lade sie herunter oder drucke sie aus, um sie an einem Ort aufzubewahren, an dem du sie sehen kannst. Du findest sie auf unserer Website unter dem Transkript unserer Folge.
Einige Freundinnen von Nancy werden uns heute erzählen, wie diese Serie sie persönlich berührt hat. Sie waren Zuhörer, als Nancy diese Botschaft zum ersten Mal aufgenommen hat.
Ihre persönlichen Eindrücke werden uns ermutigen, mit unseren eigenen Schwierigkeiten heute umzugehen. Wir beginnen mit Leslie Bennett, die beschreibt, wie sie durch Psalm 46 gestärkt wurde.
Leslie Bennett: Als ich mich auf heute vorbereitet habe, bin ich nicht über die ersten drei Verse hinausgekommen. Ich möchte euch nur einen Teil vorlesen, so wie Gott ihn mir ins Herz gelegt hat. Im zweiten Vers steht die Verheißung, das Versprechen: „Gott ist unsere Zuflucht und Stärke, ein Helfer, bewährt in Nöten. Darum fürchten wir uns nicht, wenn auch die Erde umgekehrt wird“, und es geht auch noch so weiter: „und die Berge mitten ins Meer sinken, wenn auch seine Wasser wüten und schäumen und die Berge zittern (…).“„Darum fürchten wir uns nicht.“
Wenn ich allein dastehe – und als Leiterin verspüre ich besonders in Zeiten von Schwierigkeiten und Krisen die Versuchung, mich zurückzuziehen –, dann gerät mein Glaube ins Wanken. Doch ich bin nicht dazu geschaffen, Einzelkämpferin zu sein. Was mir auffiel, war die gemeinsame Erklärung: „Darum fürchten wir uns nicht.“ Ich brauche meine Schwestern im Herrn, denn Gott hat den Leib Christi als Gemeinschaft geschaffen. Wir stehen Seite an Seite. Wenn ich schwach bin, muss ich mich an deinem Glauben festhalten können. Dafür lobe ich Gott.
Zweimal steht hier zum Beispiel in der Schlachter-Übersetzung „wenn auch“. Worum es dabei geht, spielt keine Rolle. Entscheidend ist, wer Gott ist und seine Verheißungen, die wir beanspruchen und denen wir vertrauen können. Ich preise Gott für dieses „Darum fürchten wir uns nicht.“
Nancy: Ja, in Vers 2 kommt zweimal ein Pronomen in der Mehrzahl vor. Es heißt: „fürchten wir uns nicht“ und dann „Gott ist unsere Zuflucht.“ Auch beim Vaterunser ist das so: „Unser Vater, der du bist im Himmel! Geheiligt werde dein Name“ (Matthäus 6,9). Es gibt kein einziges Pronomen in der Einzahl im Vaterunser. Hier in Psalm 46 ist es auch so. „Gott ist unsere Zuflucht und Stärke“. Ja, er ist nicht nur meine Zuflucht, obwohl er das ist!
Wir denken heute, auch in unserem Glauben, so individualistisch. Wir versuchen, unser Leben allein zu meistern. Doch Gott hat sich das nicht so gedacht! Weißt du, ich brauche deinen Glauben, wenn ich in Prüfungen und Problemen stecke. Es muss mir wieder bewusst werden, dass Gott unsere Zuflucht und unsere Stärke ist. Gott ist ein Helfer, bewährt in unseren Nöten. Doch du brauchst auch mich, wenn du in Nöten bist.
Wir brauchen uns gegenseitig. Wir müssen einander zur Seite stehen – wenn wir kämpfen, wenn wir unter Beschuss sind, und uns gegenseitig daran erinnern, dass Gott „unsere“ Zuflucht ist. Nicht nur deine oder meine, sondern unsere. Lasst uns gemeinsam zum Herrn kommen. Und wenn wir zusammen auf den Knien sind und gemeinsam ihn anflehen, dann stehen wir füreinander vor dem Herrn ein. Wir haben das heute zum Teil schon gemacht, als wir für ungläubige Ehemänner gebetet haben, für die Lasten, die manche hier tragen. Wenn wir gemeinsam vor den Herrn treten, sagen wir „O Herr, gemeinsam – in demselben Glauben verbunden – kommen wir zu Dir und sagen: ‚O Gott, Du bist unsere Zuflucht.‘“
Dieser Psalm sollte von den Israeliten gemeinsam gesungen werden – nicht nur von einem einzelnen. Natürlich kann man dieses Lied auch für sich singen, aber wie gut, wenn wir es heute gewissermaßen zusammen anstimmen und einander damit sagen: „Ja, das glaube ich, das ist meine Überzeugung!“ Es stimmt für uns alle. Wir sind im Glauben vereint, wir laufen gemeinsam zum Herrn, und darum fürchten wir uns nicht.
Frau 1: Als ich heute Morgen Psalm 46 las, blieb ich an dem „Lasst ab!“ in Vers 11 in meiner Elberfelder Übersetzung hängen. Ich hatte im Herzen schon erkannt, dass ich versuche, Dinge aus eigener Kraft zu erreichen und hatte es losgelassen.
Mir wurde klar: Wo Gott ist, sind Zufriedenheit, Heiligkeit, Sicherheit und Geborgenheit, und eigene Anstrengung passt nicht dazu. Wenn ich also merke, dass ich aus eigener Kraft etwas erreichen will, muss ich Gott vertrauen und ihm den Frust, oder was immer es auch ist, abgeben. Denn wo Gott ist, da sind Zufriedenheit, Heiligkeit, Sicherheit und Geborgenheit.
Nancy: Ja, wenn wir uns abmühen, sind wir nicht sicher, wir sind auch nicht geborgen; wir sind nicht zufrieden und auch nicht heilig, oder? Wir denken, wir hätten alles unter Kontrolle. Wenn wir uns abmühen, halten wir nur an der Bitterkeit fest. Ich habe das in letzter Zeit oft erlebt: Man kreist immer und immer wieder in Gedanken um Menschen, die dies oder das getan haben. Man glaubt, mit Wut und Verbitterung ein Stück Gerechtigkeit erlangen zu können, aber das Einzige, was man damit erreicht, ist, sich selbst kaputt zu machen. Ist es nicht so? Und man verpasst die Gegenwart Gottes. Es ist besser loszulassen… Hör auf, dich abzumühen! Sei zufrieden, sei heilig, sei sicher und geborgen!
Frau 2: Jeden Tag, wenn ich das Frühstücksfernsehen einschalte oder eine dieser Nachrichtensendungen, die rund um die Uhr gesendet werden, frage ich mich: Wie ist das möglich? Ich meine „das Toben der Völker“ und wie mein Land sich im Laufe meines Lebens immer weiter davon entfernt hat, eine „Nation unter Gott“1Im “Pledge of Allegiance”, dem Treueschwur gegenüber den Vereinigten Staaten (der normalerweise gemeinsam und einstimmig bei öffentlichen Veranstaltungen geleistet wird), beruft man sich unter anderem auf „eine Nation unter Gott“. zu sein. Erst dieses Jahr habe ich erfahren, dass wir offiziell ein Land sind, das an die Evolutionstheorie glaubt und nicht mehr an die Schöpfung. Das war mir so nicht bewusst. Ein Mann in einer dieser neuen Shows sagte, er gehe davon aus, dass sich diese Sache längst mit dem “Scopes Prozess”2auch als “Scopes Monkey Trial” (Scopes-Affenprozess) und kurz „Affenprozess“ bekannt, war ein Gerichtsverfahren, das zum Testfall für ein neues Gesetz wurde. Danach war es in Tennessee verboten, im Schulunterricht Theorien zu behandeln, die dem Schöpfungsbericht der Bibel über die Entstehung des Menschen widersprechen. Das zugrunde liegende Gesetz wurde 1967 aufgehoben. erledigt hätte.
Wenn ich so etwas höre, werde ich richtig wütend. Dann muss ich beten und Gott bitten, meinen Blick auf ihn zu richten, den Herrn der Heerscharen. Mir gefällt der Gedanke, dass mein Gott der militärische Oberbefehlshaber ist.
Wenn ich morgens Gott lobe und ihm singe, gibt es ein Lied, das ich nicht singen kann, ohne zu weinen. Ich singe sechs oder sieben Lieder, bevor ich bete, aber dieses Lied erfüllt mich mit solcher Begeisterung. Es heißt He is Lord – Er ist Herr.
In dem Lied heißt es: „Jedes Knie wird sich beugen“, und ich singe immer wieder und wieder: „Jedes Knie soll sich beugen, jeder Mund wird bezeugen, dass Jesus Christ – und es wird wiederholt – ist Herr.“ Aber die Menschen wollen nicht, dass man seinen Namen erwähnt. Man kann sagen „der Mann da oben“. Alle diese lächerlichen Umschreibungen sind erlaubt, aber wenn es wirklich um Jesus geht, hassen sie ihn. Weißt du, sie hassen auch mich.
Aber ich liebe es, was du am Ende gesagt hast, Nancy. Ich liebe es. Wir werden siegen! Ich lebe im Licht der Tatsache, dass wir siegen werden! Ich bin wahrscheinlich die ängstlichste Person, die es gibt. Ich hab vor allem und jedem Angst, aber wenn es darum geht, mich zum Herrn zu bekennen – ich weiß nicht –, dann habe ich einfach diese Märtyrerhaltung – und das sieht mir gar nicht ähnlich. Wenn ich so was sage, denke ich später: „War das ich?“ Irgendwie ist es so. Ich liebe Gott so sehr, dass ich bereit bin, ihn zu verteidigen, denn er ist Herr. Und wie kann mein Land es wagen, in meinem Namen zu verkünden, dass wir keine Nation mehr sind, die an die Schöpfung glaubt?
Ich liebe diesen Psalm, weil er mir Gott als Heerführer zeigt, der uns vorausgeht. Wir müssen gar nichts tun. Wir schauen einfach nur zu. Ich liebe diesen Psalm einfach!
Meine Schwester hat mich dazu gebracht, im Flugzeug einzuschlafen, als sie mir das hier vorlas, und ich fliege normalerweise nicht. Nancy hat mich dazu gebracht, dass ich tatsächlich im Flieger bin, und ich frage mich: „Okay, wie konnte das passieren?“ Aber meine Schwester und ich, wir haben den Psalm studiert. Wir haben jeden Morgen gebetet, wenn wir hierher kamen, und sie fing einfach an, vorzulesen. Bis dahin hatte ich noch nie in einem Flugzeug geschlafen, aber jetzt schlief ich.Habe ich wirklich geschlafen? Ja, ich schlief. Und dann hieß es, wir seien angekommen, und ich so: „Hä? Sieh an! Gott hat diesen Psalm benutzt, um sogar mich zu stärken.“
Wenn jemand etwas gegen dich gesagt hätte, wäre ich hellwach gewesen. Ich wäre aufgestanden und hätte ihn zur Rede gestellt. Gott weiß um diese irdischen Dinge. Betet für mich in dieser Sache! Aber er stärkt mich, und ich gehe hin und tue, was er von mir will. Er ist meine Zuflucht.
Kim Wagner: Ich liebe es einfach, wie dieser Psalm den Glauben stärkt und festigt. Ich liebe es, wie Gott diesen Kontrast verwendet: Ja, er bringt Gericht; ja, er bringt Zerstörung; ja, er bringt den Wind und den Sturm. Aber er ist auch der Gott, der nur seine Stimme erschallen lässt, und die Erde zerschmilzt – und doch möchte er in uns wohnen! Er möchte mit uns leben!
Wenn ich an die Macht dieses Gottes denke, wie könnte ich da Angst haben? Ja, diese erschreckenden Dinge treffen uns, und unser erster Impuls ist vielleicht nicht, zu dem sicheren Ort zu laufen. Aber sobald wir nachdenken und anerkennen, wer er ist – braucht er nur seine Stimme hören zu lassen, und die Erde schmilzt! Wir brauchen keine Angst zu haben.
Frau 3: Ich habe gerade über Vers 11 nachgedacht: »Seid still und erkennt, dass ich Gott bin« – das finde ich gut. Ich hab diesen Vers schon immer geliebt und auf uns bezogen. Aber es hat mich getroffen, und ich bin dir so dankbar, Nancy, dass du erwähnt hast, wie gnädig Gott mit seinen Feinden ist, wenn er zu ihnen sagt: „Lasst ab! Erkennt ihr denn nicht, wer ich bin?“
Zu denen, die behaupten, wir seien eine Generation von Evolutionisten: „Erkennt ihr nicht, wer Gott ist?“ Diese absolute Barmherzigkeit macht mein Herz weich den Menschen gegenüber, die es einfach nicht wissen. Ich war selbst einer dieser Menschen. Ich war Chemielehrerin, und Gott hat meine Sichtweise um 180 Grad verändert. Heute sage ich: „Auf keinen Fall! Gott ist der Gott des Universums und der allmächtige Gott!“ Aber er nahm sich die Zeit, durch andere Menschen zu sprechen. „Erkennst du nicht, wer Gott ist?“
Und das erinnert mich an Hiob, als Gott Hiob zum Schweigen bringt und ihn fragt: „Erkennst du nicht, wer ich bin? Willst du etwa dem Ozean eine Grenze ziehen? Versuch es ruhig!“ Es ist eine weitere Erinnerung an seine unglaubliche Barmherzigkeit uns und sogar seinen irdischen Feinden gegenüber, und genau das schätze ich so sehr.
Sue: Als du am Ende der ersten Folge über das Lied gesprochen hast, wollte ich nur sagen, dass ich glaube, dass Singen und Danken das Beste ist, was man tun kann, wenn man in einem Tief ist. Wenn man entmutigt ist, wenn es so aussieht, als ob alle anderen auf der Siegerseite sind – dann ist es ein Segen, einfach zu singen und zu danken.
Nancy: Das glaube ich auch. Ich habe das in meinem Leben oft erlebt – wenn mein Herz schwer war, wenn der Himmel voller Wolken hing und mich meine Last erdrücken wollte, wenn Stürme gegen mich tobten. Sobald ich dann anfing zu singen, war es erstaunlich, wie schnell sich die Wolken auflösten. Deshalb finde ich es so gut, immer ein Liederbuch bei mir zu haben.
Manchmal öffne ich mein Liederbuch und singe „Ich darf bei ihm sein“3Dichter: Elisha Albright Hoffman, Leaning on the Everlasting Arms, 1887; Komponist: Anthony Johnson Showalter; Deutsche Übersetzung: Hans-Arved Willberg, „Ich darf bei ihm sein“. Dann kommen mir zuerst so sehr die Tränen, dass man gar nicht verstehen kann, was ich singe. Aber wenn ich dranbleibe und die Wahrheiten der Schrift Gott zusinge, ist es erstaunlich, wie der Herr mein Herz wirklich beruhigt – Es liegt Kraft darin zu singen. Deshalb wird uns in den Psalmen wahrscheinlich auch so oft gesagt, dass wir den Herrn mit Liedern loben sollen.
Ruth Ann: Ich musste an die Stelle im Neuen Testament denken, als Jesus mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl feierte. Gemeinsam verließen sie den Ort und gingen in den Garten Gethsemane. Jesus wusste um den bevorstehenden Kampf – und doch stimmte er mit ihnen ein Lied an.
Es sind nur wenige Worte, doch sie gingen mir nicht aus dem Kopf. Ich dachte: Wenn er im Angesicht größter Qualen singen konnte, dann kann ich nur singen und ihn preisen, dass er das alles durchgehalten hat und den Kampf aufnahm und auch siegte.
Nancy: Amen! Wunderbare Erkenntnisse. Besonders dieser Teil des Verses, nachdem sie den oberen Raum verlassen hatten, wo sie das Abendmahl eingenommen hatten: „Und nachdem sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus“ (Matthäus 26,30). Wohin gingen sie? Nach Gethsemane und dann zum Kreuz.
Wahrscheinlich sangen sie zum Abschluss des Passah-Mahls die Psalmen 115-118, in denen es unter anderem heißt: „Dies ist der Tag, den der HERR gemacht hat; wir wollen uns freuen und fröhlich sein in ihm!“ (Psalm 118,24). Kannst du dir vorstellen, wie Jesus das singt, auf dem Weg zu dem Ort, wo er sein Leben für die Sünden der Welt lassen würde? Was für ein Vorbild!
Frau 4: Für mich war es besonders ermutigend, als du von Gott als dem Strom gesprochen hast, der durch uns fließt und uns Leben schenkt. Ich hatte in den letzten Jahren mit einigen gesundheitlichen Problemen zu tun. Ich litt an einer Krankheit, bei der ich ständig das Gefühl hatte, nicht richtig atmen zu können. Die Ärzte gaben sich große Mühe herauszufinden, was es war und was die Auslöser waren.
Einmal las ich in der Bibel, und da stand: „Mein Seufzen ist dir nicht verborgen“ (Psalm 38,10b). Gottes Gegenwart ist mir zur Zeit sehr wichtig. „Ich habe den HERRN allezeit vor Augen; weil er zu meiner Rechten ist, wanke ich nicht“ (Psalm 16,8).
Das war nur eine weitere Erinnerung an seine Gegenwart. Er ist mit uns. Das ist die Ermutigung. „Vor deinem Angesicht sind Freuden in Fülle“ (Psalm 16,11b).
Mir hat gefallen, wie du gesagt hast, dass Gott uns durch seine Gegenwart und Gnade fruchtbar macht. Oft können wir das nicht sofort erkennen, aber gerade dieses Vertrauen und dieses Bleiben in ihm, wenn es zu seiner Verherrlichung dient – das ist die Ermutigung, die ich brauche. Ich danke dir.
Frau 5: Ich glaube, wenn Gott etwas in unser Leben bringt, gibt er uns immer eine Vorwarnung. Das sehen wir überall in der Heiligen Schrift, und er schenkt uns immer eine Zuflucht. Ich glaube, dass dieser Psalm gerade jetzt sehr wichtig ist, nach allem, was wir durchgemacht haben. Ich habe das Gefühl, dass Gott uns durch diesen Psalm gewarnt hat.
Wenn wir in unserem Leben gut vorbereitet sind, können wir beten: „Bereite uns auf die kommende Zeit vor!“ Dieser Psalm tut das für uns. Er bereitet uns auf das vor, was vor uns liegt. Ich glaube, am vierten Tag hast du gesagt, wie wichtig es Gott ist, dass wir ihm vertrauen. Ich glaube, er hat uns einen Weg gezeigt, wie wir das tun können. Ich habe in letzter Zeit viel darüber nachgedacht, wie ich mich auf Stürme in der Zukunft vorbereiten kann. Dann habe ich mehr Kraft zu vertrauen. Wir wissen ja, dass er unsere Zuflucht ist.
Dieser Psalm ist mir jetzt noch viel wertvoller! Als ich diese Woche so über ihn nachdachte, fragte ich mich: Was wird sie aus diesem Psalm herausholen? Also habe ich ihn immer wieder gelesen. Er hat mir immer schon viel bedeutet, aber jetzt beschäftigt er mich stark, und das wird für eine Weile so bleiben. Ich danke dir.
Frau 6: Also ich liebe, was wir heute gehört haben, denn für mich ist es eine gute Vorbereitung auf bevorstehende Stürme. Aber ich sitze gleichzeitig hier und kann den Herrn nur loben, weil ich auch gerade aus einem großen Sturm komme. Vor zwei Jahren war ich auf der „Zeit zum Auftanken“ – das muss jetzt raus, ich heule gleich – bei der „Zeit zum Auftanken – Freizeit für Leiterinnen in der christlichen Frauenarbeit“. Wir dachten nicht, dass Nancy noch vorbeikommt, ist sie aber – ich denke Freitagabend –, als wir noch zusammensaßen. Wir waren noch etwa zehn, als sie plötzlich da war und uns begrüßte.
Es war richtig schön, denn wir stellten uns dann ums Klavier herum (du erinnerst dich wahrscheinlich nicht mehr), aber an diesem Abend sagtest du: „Ich möchte euch kurz mitteilen, was mir in letzter Zeit auf dem Herzen liegt.“ Es ging um Menschen im vollzeitlichen Dienst für den Herrn und deren Kinder, die vom Glauben abgekommen waren. Ich war eine von zwei Betroffenen, die ihre Hand hob. Das war so schön, wie du uns mit gutem Beispiel vorangegangen bist, direkt zu beten. Du hast innegehalten und für Ben gebetet, und das war einfach etwas ganz Besonderes.
Ich sehe sowas immer und immer wieder bei euren Zusammenkünften. Aber Gott allein die Ehre. Ben, der verlorene Sohn, ist im letzten Juli zurückgekommen. Er kam buchstäblich durch die Tür und sagte: „Ich habe gegen Gott gesündigt; ich habe gegen euch gesündigt.“ Und wir beten und fasten jetzt mit ihm – nicht nur für ihn, sondern mit ihm für seine Zukunft. Also Gott ist diese Hilfe.
Und dann ist da noch sein Wort. Ich möchte meine Zeit für nichts eintauschen, die ich in seinem Wort verbracht habe und die vielen Bibelstellen, neben die ich Bens Namen und verschiedene Daten geschrieben habe, denn Gott hat diese Worte benutzt, um mein Herz zu durchdringen. Ich hab diese Verheißung – im Herbst 2007 gab mir Gott aus seinem Wort durch Jesaja (57,18) das Versprechen, dass er Bens Wege gesehen hat und ihn heilen würde – und daran habe ich mich immer und immer wieder geklammert, und das würde ich um nichts eintauschen wollen. Er war wirklich und ist mein Helfer. Bei allem Kummer und Schmerz, was wir alles durchgemacht haben, hat er mich nie verlassen. Ihm allein sei die Ehre.
Laura Green: Im letzten April waren wir nahe Tupelo in Mississippi. Vielleicht wisst ihr noch, dass damals mehrere Tornados durch diese Gegend zogen. Eine kleine Stadt namens Smithville wurde praktisch dem Erdboden gleichgemacht, und wir befanden uns nur etwa fünfundvierzig Minuten davon entfernt. Vor diesem Sturm waren wir öfter mitten in der Nacht von Sirenen geweckt worden.
In der ersten Nacht, als die Sirenen heulten, standen wir auf und schalteten den Fernseher ein, um herauszufinden, was los war. Der Sprecher sagte: „Wenn Sie in einem Wohnmobil sind (und nichts ist mobiler als ein Wohnmobil auf einem Gemeindeparkplatz), suchen Sie bitte einen sicheren Ort auf!“ Und das taten wir. Wir standen auf, gingen in das Gemeindegebäude und haben versucht, uns so gut wie möglich in Sicherheit zu bringen.
Du meintest vor kurzem: „Gott ist unser sicherer Ort mitten im Sturm.“ Da dachte ich sofort daran, dass der Sprecher genau das Gleiche sagte: „Gehen Sie an einen sicheren Ort, denn Stürme sind im Anmarsch.“
Was ich sagen möchte, ist, dass ich mich nicht immer sofort an diesen sicheren Ort begebe, wenn ich Schwierigkeiten kommen sehe. Die Angst überwältigt mich, oder ich gebe der Versuchung nach und fange an zu zweifeln. Das hat mich überführt. Wenn es Probleme gibt, muss ich zu Gott laufen, an diesen sicheren Ort, so wie wir es in jener Nacht taten, um uns vor dem Sturm in Sicherheit zu bringen.
Wenn man die Sirene hört und es klar ist, dass Probleme auf einen zukommen, dann sollte man sofort an diesen sicheren Ort gehen und im übertragenen Sinn zu Gott laufen und sich nicht von der Angst beherrschen lassen.
Nancy: Ja. Und denkt daran, dass das nicht heißt, dass niemand zu Schaden kommt, dass niemand sein Leben verliert. Viele haben schon ihr Leben durch Überschwemmungen, Erdbeben und Stürme zum Beispiel verloren. Es heißt also nicht, dass unser physisches Leben auf jeden Fall bewahrt wird, aber nichts kann uns an diesem Ort der ewigen Zuflucht schaden. Dort sind wir jederzeit sicher und geborgen. „Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: Lass fahren dahin, sie haben’s kein’ Gewinn, das Reich muss uns doch bleiben“ dichtete Martin Luther (4. Strophe von Ein feste Burg ist unser Gott4Eine feste Burg ist unser Gott von Martin Luther, 1528).
Wenn man also auf den Herrn vertraut, heißt das, dass das Haus von dem Tornado nicht getroffen wird? Dass man seinen Besitz nicht verliert? Nein, es gibt Gläubige, die ihr Haus durch Erdbeben, durch Fluten oder Stürme verloren haben.
Aber erinnert euch, Gott bringt Verwüstungen über die Erde. Zumindest ein Teil seines Planes ist dabei, den Menschen seine Größe, seinen Ruhm und seine Macht zu offenbaren. Und um den Menschen Frieden zu schenken, führt er sie in Situationen, wo sie Buße tun, um mit Gott versöhnt zu werden. Versteht ihr? Gott hat das ewige, das große Bild vor Augen, das, worauf es wirklich ankommt, während wir so oft im Augenblick gefangen sind.
Diese Woche las ich Nachrichten über einen der jüngsten Wirbelstürme, und es wurde dazu aufgerufen, für die Menschen in der Gegend zu beten. Ein Kommentator äußerte sich in einer Weise, die ich so nicht wiedergeben werde, in die Richtung, dass es töricht sei, zu einem Gott zu beten, der so etwas zulässt. Viele Menschen denken so.
Menschen, die Gott nicht kennen, wissen nicht, dass diese Naturkatastrophen in Wirklichkeit eine Form strenger Gnade sind. Durch sie will Gott Erlösung und Rettung bewirken, zur Warnung und zur Buße – zum letztendlichen Wohl unserer Seelen und – mehr noch –, zu seiner Ehre.
Deshalb flieh zu dem sicheren Ort – zu Christus, dem Felsen, zu Gott, unserer ewigen Zuflucht. Doch erwarte nicht, dass sich deine äußeren Umstände auf jeden Fall bessern werden. Das heißt nicht, dass dein Mann sich bekehren wird. Aber vielleicht doch! Wir haben heute bereits einige wunderbare Zeugnisse gehört. Gott kann das sicherlich tun! Es heißt nicht, dass dein Haus verschont bleibt. Es heißt auch nicht, dass du die Arbeit findest, die du suchst.
Wir leben in einer zerbrochenen Welt, und es gibt keine Zusage, dass all jene Probleme verschwinden, wenn wir auf Gott, unsere Zuflucht, vertrauen. Aber es gibt die Verheißung, dass unsere Herzen geborgen sind und dass wir die Hilfe und Gnade empfangen, die wir brauchen, um selbst im Sturm, selbst mitten in großen Verlusten, standzuhalten.
Es handelt sich hier um Wahrheiten, die in einem gewissen Spannungsfeld miteinander stehen. Man muss sie in einem solchen Text gegeneinander abwägen.
Lea: Wir alle erleben Stürme. Nancy DeMoss Wolgemuth hat uns wertvolle praktische Ratschläge gegeben, wie wir in stürmischen Zeiten mit dem Herrn verbunden bleiben können. In den vergangenen Wochen hat sie uns in der Reihe „Eine feste Burg ist unser Gott“ durch Psalm 46 geleitet.
Heute ist der letzte Teil dieser Serie, aber du kannst alle Folgen dieser Reihe auf BelebeunsereHerzen.com nachhören.
Diese Vorträge zu hören, ist für uns Frauen, die wir in einer chaotischen Welt leben, von großem Wert. Sie bieten die Gelegenheit, sich auf das Wesentliche zu besinnen und zu sehen, wie sich die Wahrheit von Gottes Wort in unserem realen Leben auswirkt.
Leider ist unsere erste Podcastreihe heute zu Ende. Aber ich hoffe, dass du am 30. Juni wieder dabei bist, wenn wir unsere nächste Podcastreihe mit dem Titel „Seeking Him – Neu belebt von Ihm“ beginnen werden. Darin geht es um persönliche Erweckung. Diese Reihe wird bis September von Montag bis Freitag täglich gesendet. Im Rigatio-Verlag ist dazu das Kursbuch Neu belebt von Ihm – Seeking Him von Tim Grissom und Nancy DeMoss Wolgemuth erschienen, das ihr allein oder gemeinsam mit mehreren studieren könnt. Besorgt es euch am besten schon jetzt, damit wir gemeinsam starten können!
Wenn du gerade nicht die Möglichkeit hast, mit dem Kursbuch zu arbeiten, kannst du dir aber auch einfach nur den Podcast anhören.
Ich bin Lea Köster und freue mich, wenn du ab nächster Woche wieder dabei bist. Also bis nächste Woche Montag!
Belebe unsere Herzen ruft Frauen zu Freiheit, Fülle und Frucht in Christus.
Belebe unsere Herzen möchte dich ermutigen, Gott in jeder Situation zu vertrauen. Wir sind Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
© 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.