Dannah Gresh: Robert Wolgemuth wollte Menschen veranlassen, bewusst über das Ende ihres Lebens nachzudenken.

Robert Wolgemuth: Stell dir vor, wir sitzen in deinem Lieblingscafé zusammen, und wir sprechen über etwas, worüber du nicht wirklich sprechen möchtest. Bist du bereit? Du wirst sterben. Irgendwann wird dein Herz ein letztes Mal schlagen. Du wirst die Augen schließen – und das war’s… und ich werde auch sterben.

Dannah: Robert wollte Menschen dabei helfen, sich auf die Ewigkeit vorzubereiten. Deshalb schrieb er das Buch Finish Line (wörtlich etwa: Die Ziellinie; nicht auf Deutsch erschienen).

Robert: Die Inspiration für Finish Line war meine erste Frau, mit der ich fast fünfundvierzig Jahre verheiratet war, die ich Schritt für Schritt auf ihrem Weg in den Himmel begleitet habe. Sie war eine Kämpferin, eine mutige Frau. Durch die Art und Weise, wie sie starb, ist meine eigene Angst vor dem Tod buchstäblich verschwunden. Wirklich. Ich glaube, dass das bei dir auch so sein kann.

Dannah: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, Mitautorin von Heaven Rules, das du auf Deutsch unter dem Link hinter dem Buchtitel bestellen kannst. Mein Name ist Dannah Gresh.

Nun, meine liebe Freundin (mein lieber Freund), ich muss mit einer Nachricht beginnen, die uns allen das Herz schwer macht. Unser gemeinsamer Freund, Nancys Ehemann Robert Wolgemuth, ist heimgegangen. Am ersten Weihnachtsfeiertag des gerade zu Ende gegangenen Jahres 2025 wurde er ins Krankenhaus eingeliefert.

Nancy erzählte später Freunden, dass sie an diesem Tag Psalm 118,24 bewegt hatte. Da heißt es:

„Dies ist der Tag, den der HERR gemacht hat; wir wollen uns freuen und fröhlich sein in ihm!“

Und das hat Nancy getan. Sie hat sich weiter im Herrn gefreut – durch all die Höhen und Tiefen von Roberts Behandlung hindurch. Und sie beendete ihre Nachrichten weiterhin mit den Worten, die wir so gut von ihr kennen: „Der Himmel regiert.“

Robert war vierundvierzig Jahre mit Bobbie Wolgemuth verheiratet. Gemeinsam haben sie zwei Töchter, Missy und Julie. Im Jahr 2015 heiratete Robert dann Nancy Leigh DeMoss.

Wenn du mehr über ihre Geschichte erfahren und dir ein wirklich zu Herzen gehendes Video auf Englisch über das Kennenlernen von Robert und Nancy ansehen möchtest, dann folge einfach dem Link hinter dem Wort „Video“. 

Ich bin sicher, dass in den kommenden Tagen noch viele weitere Würdigungen für Robert eingehen werden.Während wir die Nachricht seines Todes noch zu begreifen versuchen, möchten wir ihn heute auf eine besondere Weise ehren. Deshalb bringen wir heute ein Interview aus dem Jahr 2023, das ich mit ihm führen durfte. Kurz zuvor hatte Robert ein Buch veröffentlicht, das seine Leser auf die Ewigkeit vorbereiten sollte. Es trägt den Titel: Finish Line: Dispelling Fear, Finding Peace, and Preparing for the End of Your Life (wörtlich etwa: Die Ziellinie: Überwinde die Angst, finde zum Frieden und bereite dich auf dein Lebensende vor; nicht auf Deutsch erschienen).

Ich begann unser Gespräch, indem ich Robert fragte, warum er überhaupt ein Buch über den Tod schreiben wollte.

Robert: Vor ein paar Jahren habe ich ein Buch mit dem Titel Gun Lap (wörtlich etwa: Die letzte Runde). Darin geht es um die letzte Runde auf der Laufbahn bei einem Langstreckenrennen. Wenn der führende Läufer in diese letzte Runde geht, feuert der Starter noch einmal seine Pistole ab – auf Englisch gun, daher der Name Gun Lap. Bei manchen Rennen läutet stattdessen eine Glocke – bell –, und dann spricht man von der Bell Lap, der Schlussrunde.

Bei Gun Lap geht es nicht um den Tod, sondern darum, die letzte Runde gut hinter sich zu bringen. Ich wollte damit Männer in meinem Alter ermutigen. Das Buch handelt von den besonderen Herausforderungen, mit denen wir als Männer konfrontiert sind. Unser Körper lässt uns im Stich. Beziehungen verändern sich. Gun Lap ist sehr gut aufgenommen worden.

Ich wollte die Fortsetzung schreiben, denn die letzte Runde ist zwar wichtig, aber man muss auch die Ziellinie überqueren. Am Ende geht es auf die letzte lange Gerade, wo man die Ziellinie überquert und das Band zerreißt.

Wie du weißt, habe ich sehr persönliche Erfahrungen mit dem Tod gemacht. Diese Geschichte wollte ich ausführlich erzählen. Ich wollte meine Leser ermutigen, die ihrem eigenen Tod entgegensehen. Denn wir wissen ja: Die Todesrate liegt bei 100 Prozent. Wir werden alle sterben – es sei denn, Christus kommt vorher wieder oder wir erleben etwas Ähnliches wie Henoch, oder Elia, der in einem feurigen Wagen entrückt wurde. Das wäre schon ziemlich cool.

Dannah: Ja.

Robert: Ich war also fast fünfundvierzig Jahre mit Bobbie verheiratet. Wir haben 1970 geheiratet. Wir waren Kinder. Ich war zweiundzwanzig und sie zwanzig.

Im Februar 2012, also 30 Monate bevor Bobbie starb, hatten wir einen Termin bei einem Onkologen. Bis dahin waren wir noch nie bei einem Onkologen gewesen. Schließlich beschäftigen sich Onkologen mit Krebs, und wir waren absolut krebsfrei. In unserer eigenen Vorgeschichte, in unseren Freundschaften, in unserer Familie – nirgendwo gab es Krebs.

Aber wir saßen in dieser Praxis in Orlando. Ein hoch angesehener Onkologe setzte sich zu uns. Und wir verließen den Raum mit der Nachricht, dass Bobbie Eierstockkrebs im vierten Stadium hatte. Eierstockkrebs ist eine besonders heimtückische Krebsart – ganz anders als viele andere, mit denen Frauen konfrontiert sind, zum Beispiel Brustkrebs. Diese Krankheit ist schleichend. Sie bleibt lange verborgen.

Das war ihr allererster Termin – und sie war bereits im vierten Stadium.

Dannah, ich werde nie vergessen, wie wir anschließend in den Warteraum gingen, wo unsere jüngere Tochter Julie schon auf uns wartete. Die Aufzugtüren öffneten sich zu einem Raum, in dem bestimmt an die 40 Frauen saßen – viele von ihnen zusammen mit ihren Ehemännern. Und alle diese Frauen hatten keine Haare mehr auf dem Kopf. Meine Frau Bobbie dagegen hatte diese wunderschönen, vollen Haare. Ich sah diese Menschen an und dachte:

„OK, na dann. Mein Leben wird sich von jetzt an grundlegend verändern.“

Mein Buch beginnt mit der Geschichte von Bobbies Beerdigung Anfang November 2014; sie war Ende Oktober gestorben. Was ich über diese Trauerfeier und über Bobbie selbst sage, ist dies: Die Art und Weise, wie sie mit ihrem bevorstehenden Tod umging, nahm mir die Furcht vor dem Sterben. Auch wie sie all diese Behandlungen ertrug – dieses furchtbare Zeug –, ohne sich jemals zu beklagen. 

Wenn ich das erzähle, sagen die Leute: „Ach komm! Hat sie sich wirklich niemals beklagt?“ Ich sage euch – der Herr ist mein Zeuge – sie hat sich nie beklagt.

Sie nahm an einer klinischen Studie teil, die starke Schmerzen und großes Unwohlsein verursachte. Es war Hochsommer, aber sie lag mit einer Strickmütze und mehreren Decken im Bett, weil sie so erbärmlich fror. Und trotzdem kam kein einziges Wort der Klage über ihre Lippen. Sie hat mir und ihren Freunden vorgelebt, wie man das mit Anmut durchsteht

Ich wollte schriftlich festhalten, was Bobbie auf so erstaunliche Weise vorgelebt hat. Aber ich wollte mich auch selbst als Autor und auch die Leser ermutigen, denn auch wir sind dazu in der Lage. Wir können so etwas mit Anmut begegnen. Mit Zuversicht. Der Herr weiß, was er tut.

Als Bobbie die Diagnose erhielt, trafen meine Töchter und ich noch am selben Nachmittag folgende Entscheidungen: Für uns kam diese Nachricht völlig überraschend – aber nicht für Gott. Er wusste genau, was er tat. Und so sagten wir: Wir haben keine Angst. Wir sind nicht wütend. Wir nehmen das als Geschenk an. Denn laut Definition ist ein Geschenk etwas, das man weder erwartet noch verdient, nicht wahr? Und genau so haben wir es verstanden – als ein Geschenk.

Robert: Und dann verpflichteten wir uns noch zu einer weiteren Sache: Wir wollten, dass diese ganze Erfahrung ein Zeugnis für Christus wird. Menschen, die Jesus, den Retter, noch nicht kennen, sollten ihm dadurch begegnen. Und wir wollten ihnen durch dieses außergewöhnliche Ereignis das Evangelium weitergeben. Der Herr hat dieses Gebet auf seine liebevolle Weise erhört.

Eigentlich haben wir nicht konkret für Bobbies Heilung gebetet, weil sich das manchmal anmaßend anfühlt, so als wüssten wir, was Gottes Wille ist. Natürlich wollten wir, dass es ihr gut geht. Natürlich haben wir diese ganze Situation gehasst. Wir haben den Krebs gehasst. Ich tue es bis heute. Aber wir wollten das alles wirklich dem Herrn überlassen. Wir haben ihm vertraut – egal ob es zur Heilung oder zum Tod führte. Sein Wille sollte geschehen. Er würde schon wissen, was für uns als Familie das Beste ist.

Während dieser ganzen medizinischen Behandlungen haben wir übrigens CaringBridge nicht benutzt. Das steckte damals noch in den Kinderschuhen. CaringBridge ist ein wunderbarer Dienst. Ich habe aber E-Mails an Freunde geschrieben, um sie auf dem Laufenden zu halten. Darin ging es weniger um medizinische Details als vielmehr darum, was Gott uns in dieser Zeit gelehrt hat. Die Reaktionen waren überwältigend.

Und, nebenbei bemerkt – und du kennst die Geschichte –, war eine der Empfängerinnen dieser E-Mails eine Kundin von mir, der ich beim Veröffentlichen ihrer Bücher geholfen habe. Es handelte sich um Nancy Leigh DeMoss. Nancy verfolgte Bobbies Trauerfeier per Livestream und schrieb mir direkt im Anschluss: „Ich würde gerne Teile davon bei Revive Our Hearts senden.“ So kam es, dass Nancy Ausschnitte von Bobbies Trauerfeier in das Programm von Revive Our Hearts aufnahm. Und wer hätte damals gedacht, dass ich nur ein Jahr später um ihre Hand anhalten würde?

Die Führung Gottes ist fast zu überwältigend, um sie in Worte zu fassen. Es ist nicht immer leicht. Es ist nicht immer schmerzlos. Aber es ist immer gut.

Da ist also diese Frau, siebenundfünfzig Jahre alt, die nie verheiratet war. Ich kannte sie beruflich als meine Kundin. Aber der Herr ist so gut gewesen. Du und Bob, ihr seid enge Freunde. Wir haben so viel miteinander geteilt. Du weißt, was für ein Geschenk Nancy für mich ist. Auch, dass ich die Möglichkeit hatte, Teil des Dienstes von Revive Our Hearts zu werden, war für mich ein unglaubliches Geschenk.

Aber zurück zu Bobbie. Ende Oktober 2014 ist sie heimgegangen. Ich wollte ihre Geschichte erzählen. Der Untertitel von Finish Line bringt es auf den Punkt:

Dispelling Fear, Finding Peace, and Preparing for the End of Your Life (Überwinde die Angst, finde zum Frieden und bereite dich auf dein Lebensende vor).

Darüber habe ich viel nachgedacht. Du weißt ja, wie das ist, Dannah. Du machst das schließlich jeden Tag. Aber ich konnte letzte Nacht nicht schlafen, und da bin ich unsere Unterhaltung immer wieder im Kopf durchgegangen. Ich hatte den Wunsch, jede einzelne dieser Formulierungen sorgfältig zu untersuchen, um die Menschen, die uns gerade zuhören, zu ermutigen.

Dannah: Dann lass uns das tun. Also der Untertitel lautet: Überwinde die Angst, finde zum Frieden und bereite dich auf dein Lebensende vor.

Robert, wie hat deine Erfahrung mit dem Tod deine Angst vertrieben?

Robert: Nun, so nahe war ich dem Tod zuvor noch nie gekommen. Tatsächlich beginne ich das Buch mit einer Frage: „Wann hast du zum ersten Mal einen toten Menschen gesehen?“

Abgesehen von Bestattungsinstituten, in denen der Verstorbene oft künstlich präpariert und vollständig hergerichtet wird, haben viele Menschen eigentlich noch nie einen Toten gesehen, außer in dieser Situation (Anm. d. Übers.: Der Sprecher bezieht sich hier auf eine in den USA weit verbreitete Praxis, bei der Verstorbene vor der Beerdigung einbalsamiert und im offenen Sarg aufgebahrt werden. In Deutschland ist diese Form der Abschiednahme eher unüblich).

Ich erzähle davon, wie ich als Kind in einem See schwimmen war und ein Mann ertrank. Das war das erste Mal, dass ich einen Toten sah.

Wenn der tote Mensch aber deine Frau ist, mit der du fast fünfundvierzig Jahre verheiratet warst, mit der du Kinder hattest und fast dein ganzes Leben verbracht hast, wenn ihr mehrfach zusammen umgezogen seid, wenn sie es ist, die auf einmal eine solche Diagnose bekommt, und du siehst dich mit der Möglichkeit ihres Todes konfrontiert – dann ist damit eine gewaltige Angst verbunden.

Anfang diesen Jahres war da zum Beispiel dieser Footballspieler auf dem Spielfeld, Damar Hamlin. Er spielte für die Buffalo Bills. Damar tackelte einen Running Back, stand auf, drehte sich um und brach zusammen. 

Dannah: Ich habe gesehen, wie das passiert ist.

Robert: Es mündete in ein Gebetstreffen.

Dannah: Ja. Die Kommentatoren haben zusammen gebetet.

Robert: Ja, das war unglaublich. Einer von ihnen, Dan Orlovsky, sagte: „Wir müssen jetzt beten.“ Es war ein heiliger Moment – live auf ESPN (Anm. d. Übers.: ein US-amerikanischer Sportsender). Und warum? Weil jemand beinahe gestorben wäre. Als er zu Boden ging, war er tatsächlich tot. Sein Herz hatte aufgehört zu schlagen.

Dannah: Ja. Und die Spieler wussten es – deshalb haben sie gebetet.

Robert: Ja, so war es.

Dannah: Und es war kein formelles Gebet nach dem Motto: „Lasst uns kurz innehalten und das Richtige tun.“

Robert: Stimmt genau.

Dannah: Es war Fürbitte, mitten auf dem Spielfeld.

Robert: Es ist wirklich unglaublich. Sie wussten es. Das Interessante ist, wie du ja weißt, dass Nancys Vater starb, als er dreiundfünfzig Jahre alt war. An einem Samstagmorgen spielte er Tennis. Kurz zuvor hatte er Nancy noch zum Flughafen in Philadelphia gebracht. Dann ging er auf den Platz, erlitt einen schweren Herzinfarkt und war tot, noch bevor er den Boden berührte.

Nun, etwa 30 Prozent von uns werden auf diese Weise sterben. Wir unterhalten uns, sitzen zusammen im Café, gehen mit unserem Ehepartner spazieren, und plötzlich brechen wir einfach zusammen. Das Licht geht aus.

Dannah: Wirklich? 30 Prozent?

Robert: Ja. Und 70 Prozent werden so etwas wie eine „Ausfahrt“ von der Autobahn haben – bei manchen ist sie kurz, bei anderen länger. Wenn man die berühmten letzten Worte von Menschen liest, dann wird deutlich, dass es sich um dieses zweite Szenario handelt. In dieser Situation weiß jemand, dass er sterben wird, und es liegt noch etwas Zeit zwischen dieser Erkenntnis und dem Tod. Nur dann hat man überhaupt die Möglichkeit, noch etwas zu sagen.

Tatsächlich enthält das Buch einige bemerkenswerte letzte Worte berühmter Personen. Ein Beispiel ist W.C. Fields. Als er im Sterben lag und Menschen sein Zimmer betraten, fanden sie ihn vor, wie er in einer Bibel las, und er war ja als überzeugter Agnostiker bekannt.

Sie fragten ihn: „Äh, Mr. Fields, was ist das denn?“

Er sagte: „Eine Bibel.“

Sie fragten: „Was machen Sie damit?“

Er antwortete: „Ich suche nach einem Hintertürchen.“ Und dann starb er.

Dannah: Klingt nicht so, als hätte er es gefunden.

Robert: Genau.

Wenn also der Tod näherrückt, ist die erste, reflexartige Reaktion überall auf der Welt Angst. Denk nur an Corona. Was war da los? Alle hatten Angst. Warum? Und wovor hatten sie Angst? Es war die Angst vor dem Sterben. Die Menschen haben Angst davor, zu sterben.

Ich weiß, dass manches, was wir getan haben, um uns selbst oder andere zu schützen, vermutlich überzogen war. Ich denke, Statistiken und die Forschung werden das in den kommenden Jahren bestätigen. Aber im Kern geht es darum, dass Menschen Angst davor haben, zu sterben.

Das Ziel, die eigentliche Mission dieses Buches ist es, diese Angst zu vertreiben. Tatsächlich trägt das erste Kapitel die Überschrift: „Spoiler-Alarm: Der Himmel ist real.“

Nancys langjähriger Freund Randy Alcorn hat die einzige Empfehlung für dieses Buch geschrieben. Schon ziemlich früh dachte ich: Wenn ich Randy dafür gewinnen kann, eine Empfehlung für dieses Buch zu schreiben, dann brauche ich niemanden sonst.

Dannah: Mehr ist wirklich nicht nötig. Das ist der Autor von Heaven (auf Deutsch: Himmel).

Robert: Genau.

Ich spreche also über den Himmel – darüber, dass er wirklich real ist. Ich erzähle auch viele wunderbare Geschichten über Beerdigungen, über diese besonderen Momente, in denen der Tod von Menschen gefeiert wird, die zum Herrn heimgegangen sind.

Aber da ist dieser eine Bibelvers. Er ist aus 1. Korinther 2. Als Bobbie immer schwächer wurde, zitierte sie ihn bestimmt 200-mal (In Wahrheit war es noch viel öfter, aber ich möchte ja nicht der Übertreibung bezichtigt werden.) Der Vers lautet:

„Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört 

und keinem Menschen ins Herz gekommen ist,

was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben“ (1. Korinther 2,9).

Bobbie war Malerin. In unserem Haus hingen überall Porträts und Bilder, insgesamt bestimmt 50. Sie liebte die Kunst. „Was kein Auge gesehen (…)“ – selbst ihre kühnsten künstlerischen Vorstellungen werden vom Himmel übertroffen.

„(…) Und kein Ohr gehört (…)“ – Bobby liebte es zu singen. Sie hatte eine wunderschöne Stimme. Also sogar noch besser als Kunst und Musik: „(…) Und keinem Menschen ins Herz gekommen ist (…).“

Unsere fantastischsten Vorstellungen davon, wie der Himmel sein könnte, sind nichts im Vergleich zu dem, was Gott für die bereitet hat, die ihn lieben.

Wenn ihr beide, Bob und du, an irgendeinen warmen, exotischen Ort verreisen wollt, und diese gemeinsame Auszeit noch vor euch liegt, dann ist da diese unbändige, wunderbare Vorfreude in euch. Es ist kaum mit Worten zu beschreiben, wie schön es ist, sich auf etwas Großartiges zu freuen.

Dannah: Ja.

Robert: Genau das ist der Himmel. Und genau das vertreibt die Angst. Sobald wir anfangen zu begreifen, wohin wir unterwegs sind – wir, die wir Christus nachfolgen, ihn lieben und durch sein Blut erlöst sind –, haben wir plötzlich etwas, worauf wir uns freuen können. Und diese Wahrheit sollte verändern, wie wir über das Sterben denken und fühlen.

Dannah: Das sollte sie wirklich.

Weißt du, ich liebe das Schnorcheln. Mein Mann nimmt mich oft mit auf Schnorchelausflüge. Ich mag es einfach, unter Wasser zu sein. Jedes Mal hoffe ich, etwas zu sehen, was mich zum Staunen bringt. Bob mag Schnorcheln auch, aber nicht so sehr wie ich. Er macht das für mich mit, weil er mich liebt. Und jetzt denke ich: Wow. Ich möchte mich mindestens genauso sehr auf den Himmel freuen, wie ich mich auf diese Schnorchelausflüge freue. Ist doch so, oder?

Robert: Ja. Das ist ein wunderbarer Vergleich.

Stell dir vor, du stehst im Wasser, und es geht dir bis zur Hüfte oder bis zur Brust. Du hast Maske und Schnorchel auf, okay? Und dann schaust du über die Wasseroberfläche, und alles, was du sehen kannst, ist Wasser. Mehr nicht. Aber wenn du mit der Maske unter die Wasseroberfläche tauchst, siehst du, was darunter ist, und genau davon sprechen wir hier.

Es ist, als würdest du sagen:

„Wow! Das ist eine ganze Welt, die ich mir nie im Traum hätte vorstellen können – und sie liegt direkt vor mir!“ Das ist ein großartiger Vergleich. Ich liebe das, Dannah.

Dannah: Robert, du weißt, ich muss dir diese Frage einfach stellen: Wir alle haben in den letzten Jahren so viel für dich gebetet, als du nicht nur mit einer, sondern sogar mit zwei verschiedenen Krebsdiagnosen konfrontiert warst. Wie hat das deine Gedanken über den Tod, das Sterben und den Himmel verändert?

Robert: Hättest du mir diese Frage vor sieben Jahren gestellt, hätte ich wahrscheinlich zurückgefragt: „Wovon redest du?“ Ja, ich habe schon einmal jemanden gepflegt. Ich kannte Krebs aber nur als Zuschauer, als Beobachter, nicht aus eigener Erfahrung.

Und dann zwei verschiedene Krebsarten gleichzeitig zu bekommen… Lass uns einmal so tun, Dannah, als wäre Gott der Autor meiner Geschichte.

Dannah: Wir müssen nicht bloß so tun!!

Robert: Stimmt! Gute Antwort. Also: Man muss vertrauen. Man muss nicht – aber man sollte wirklich vertrauen, dass Gott weiß, was er tut. Und dass Gott nicht sagt: „Moment, warte mal, was war das nochmal für eine Diagnose? Was meinst du mit acht Runden Chemotherapie?! Wovon redet ihr überhaupt?!“

Er weiß genau, was er tut. Wenn du diese Frage Nancy stellen würdest, würde sie wahrscheinlich sagen: „Da war keine Angst. Nur dieser Frieden. Da war die ganze Zeit über ein tiefes Bewusstsein für Gottes Gegenwart.“

Robert: Es gibt kaum etwas, das einen so verletzlich macht, wie in einen Operationssaal geschoben zu werden, oder den hundertsten Pieks mit der Nadel zu bekommen (Bei 100 – wirklich 100 – habe ich aufgehört zu zählen) oder eine weitere Biopsie über sich ergehen zu lassen. Du liegst also flach auf dem Bauch, und der Arzt steht mit einem etwa sechs Millimeter dicken Bohrer – so dick wie ein Bleistift – an einer Black-&-Decker-Bohrmaschine in der Hand neben dir und bohrt ein Loch in deine Wirbelsäule. Aber in diesem Moment denkst du so in deinem Herzen: Es ist okay. Ich werde mich nicht beklagen. Ich werde mein Bestes tun, keine Angst zu haben.

Die Antwort auf deine Frage lautet also: Ich bin dankbar für diese Erfahrung – auch im Hinblick auf das Schreiben dieses Manuskripts, weil ich nicht mehr nur Zuschauer war. Es war jetzt auch meine eigene Geschichte. Und das, wozu ich meine Leser heute ermutige und was ich ihnen ans Herz lege zu denken und zu tun, sind Dinge, die ich selbst durchlebt habe.

Weißt du, es ist interessant: Wenn man ein Buch schreibt, spielt die eigene Erfahrung eine große Rolle dabei, ob das, was man schreibt, glaubwürdig ist. Ich habe keine Ahnung, worum es in meinem nächsten Buch gehen wird. Manchmal denke ich: Ich muss verrückt gewesen sein, ein Buch über den Tod zu schreiben. Was habe ich mir bloß dabei gedacht?!“

Aber der Herr hat mich durch all das hindurchgeführt. Er hat es mir zugemutet, damit ich etwas zu sagen habe. Damit ich Menschen ermutigen kann, die sonst vielleicht denken würden: Na ja, das klingt ja alles schön und gut, aber du sitzt da in deinem Elfenbeinturm und hast das nie selbst erlebt. Dein Wissen ist nur theoretisch, nur akademisch. Du weißt ja gar nicht wirklich, wovon du redest.

Nun, jetzt kenne ich es aus eigener Erfahrung. Es hat seinen Tribut gefordert, körperlich. Ich meine, ich bin 75, und ich merke es. Und ehrlich gesagt, bin ich in ein Alter gekommen, in dem der Tod nicht mehr abstrakt ist, sondern ganz real wird. In den USA liegt die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer bei etwa 75 bis 79 Jahren.

Ich liege also genau „im Zeitplan“. Manchmal habe ich scherzhaft gesagt – weil ich nun mal durch und durch Verkäufer bin –, dass dieses Buch vielleicht ein richtig schönes Exemplar auf dem Büchertisch bei meiner eigenen Trauerfeier sein könnte. Aber ich bin sehr bewegt und dankbar, dass ich die Gelegenheit bekommen habe, dieses Buch zu schreiben.

Dannah: Dieses Interview habe ich 2023 mit unserem Freund Robert Wolgemuth geführt. Wie du gehört hast, war Robert wirklich auf die Ewigkeit vorbereitet. Er freute sich darauf, seinem Retter zu begegnen und für immer bei ihm zu sein.

Robert ist nun in die Ewigkeit heimgegangen. Bitte betet weiterhin für seine Ffru Nancy, seine Kinder Missy und Julie und für ihre Familien.

Wenn du Robert noch ein wenig besser kennenlernen möchtest, dann höre dir gerne ein paar Podcasts mit ihm an, erfahre mehr über seine Bücher oder sieh dir das Video über seine Ehe mit Nancy DeMoss Wolgemuth an. All das findest du exklusiv auf Englisch auf ReviveOurHearts.com.

Zum Schluss möchte ich noch etwas weitergeben, was Nancy während der letzten Tage an Roberts Bett geschrieben hat:

„Selbst mitten in dieser schmerzhaften Prüfung ist mein Herz auf eine Weise erfüllt und dankbar, die ich mir nicht erklären kann. Ich bin dankbar für unseren Retter –

den ‚Mann der Schmerzen, mit Leiden vertraut‘.“

Das ist aus Jesaja 53,3. Nancy schrieb außerdem, dass sie dankbar sei für seine Verheißungen, für seinen Frieden und für die Gewissheit, dass Leid und Geschrei und Schmerz eines Tages verbannt sein und durch unaufhörliche Anbetung und jubelnde Freude in seiner Gegenwart ersetzt werden (vgl. Offenbarung 21,44,81. Petrus 1,6-9).

Und dann schrieb sie noch: „Der Himmel regiert.“

Bitte betet weiter für unsere liebe Nancy. Es ist eine Freude zu sehen, wie sie ihren Glauben lebt. Sie lebt, was sie lehrt. Doch sie trauert, und sie braucht unsere Gebete. Danke, dass ihr euch uns anschließt.

Vielen Dank, dass ihr euch heute Zeit genommen und dieses Transkript gelesen habt.

Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries

Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.

Diese Sendung ist eine hörerfinanzierte Produktion von Revive Our Hearts aus Niles, Michigan – ein Dienst, der Frauen zu Freiheit, Fülle und Fruchtbarkeit in Christus ruft.

 

Wer schreibt hier?

Robert Wolgemuth

Robert Wolgemuth (1948–2026) war der geliebte Ehemann („DH“) von Nancy DeMoss Wolgemuth. Neben seiner Rolle als Vater von zwei erwachsenen Töchtern, die er mit seiner verstorbenen Frau Bobbie Wolgemuth († 2014) hatte, war Robert Großvater von fünf Enkeln und Urgroßvater … Lies mehr …