Lea: Hier spricht Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Gehorsam ist der Schlüssel zum Segen. Durch Gehorsam erfahren wir Schutz. Gehorsam ist der Weg zur Freude. Mit Gehorsam öffnen wir die Tür, durch die Gott sein Bestes in unser Leben bringen will. Wann immer uns die Bibel zum Gehorsam auffordert, ist das eigentlich eine Einladung, Gottes Segen zu empfangen. Willst du gesegnet sein? Dann gehorche!
Lea Köster: Willkommen zu Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
In den letzten Wochen haben wir uns intensiv mit der Suche nach Gott beschäftigt. Nancy hat uns die Merkmale persönlicher Erweckung näher gebracht. Wir haben über Demut, Aufrichtigkeit, Buße, Gnade und Heiligung gesprochen. Es war eine großartige Reise durch eine Vielzahl von Themen. Diese Woche setzen wir unsere Serie mit dem Thema Gehorsam fort. Und hier ist Nancy.
Nancy: Ich denke, viele von euch kennen die …
Lea: Hier spricht Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Gehorsam ist der Schlüssel zum Segen. Durch Gehorsam erfahren wir Schutz. Gehorsam ist der Weg zur Freude. Mit Gehorsam öffnen wir die Tür, durch die Gott sein Bestes in unser Leben bringen will. Wann immer uns die Bibel zum Gehorsam auffordert, ist das eigentlich eine Einladung, Gottes Segen zu empfangen. Willst du gesegnet sein? Dann gehorche!
Lea Köster: Willkommen zu Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
In den letzten Wochen haben wir uns intensiv mit der Suche nach Gott beschäftigt. Nancy hat uns die Merkmale persönlicher Erweckung näher gebracht. Wir haben über Demut, Aufrichtigkeit, Buße, Gnade und Heiligung gesprochen. Es war eine großartige Reise durch eine Vielzahl von Themen. Diese Woche setzen wir unsere Serie mit dem Thema Gehorsam fort. Und hier ist Nancy.
Nancy: Ich denke, viele von euch kennen die Geschichte von Helen Keller. Vielleicht habt ihr auch den Film Licht im Dunkeln gesehen. Helen war 19 Monate alt, als sie an einem Fieber erkrankte und daraufhin ihr Hör- und Sehvermögen verlor. Als sie sechs Jahre alt war, beschlossen ihre Eltern, eine Privatlehrerin namens Anne Sullivan einzustellen, die ihr helfen sollte, wichtige Fähigkeiten zu erlernen.
Die erste Zeit, als Anne bei den Kellers war, war Helen völlig ungestüm und außer Kontrolle. Sie war undiszipliniert und bekam häufig Wutanfälle. Niemand kam mit diesem Kind zurecht. Später erklärte Helen, dass diese Wutausbrüche aus ihrer Frustration über ihre Unfähigkeit zu kommunizieren, resultierten.
In ihrer Autobiografie beschreibt Anne Sullivan eine Begebenheit, die sich kurz nach ihrer Ankunft bei den Kellers ereignete. Sie hielt ihre Erinnerungen in einem Brief an eine Freundin fest. Wer den Film gesehen hat, hat vielleicht noch diese Szene vor Augen, wo Anne damit beginnt, Helen Tischmanieren beizubringen. Hier sind ihre Worte:
„Heute Morgen hatte ich eine heftige Auseinandersetzung mit Helen. Ihre Tischmanieren sind wirklich schlimm. Sie greift ungefragt in unsere Teller und bedient sich; und wenn Schüsseln herumgereicht werden, hält sie sie fest und nimmt sich, was sie will. Heute Morgen habe ich ihr nicht erlaubt, in meinen Teller zu fassen. Sie bestand darauf, und es entwickelte sich ein richtiger Machtkampf. Helen warf sich auf den Boden, stampfte mit dem Fuß auf, schrie und versuchte sogar, meinen Stuhl unter mir wegzuziehen. Das ging eine halbe Stunde so.“
Anne beschreibt weiter, was in dieser halben Stunde geschah. Dann fährt sie fort:
„Schließlich setzte sich Helen wieder und fing an, ihr Frühstück mit den Fingern zu essen. Ich gab ihr einen Löffel, den sie auf den Boden warf. Ich zwang sie, aufzustehen und den Löffel aufzuheben. Schließlich gelang es mir, sie in ihren Stuhl zurückzubringen. Ich hielt den Löffel fest und brachte sie dazu, ihr Essen damit aufzuladen und in den Mund zu schieben.
Nach ein paar Minuten gab Helen auf und aß in Ruhe zu Ende. Doch kaum war sie fertig, warf sie den Löffel erneut auf den Boden und rannte zur Tür. Als sie bemerkte, dass die Tür verschlossen war, fing sie wieder an, um sich zu schlagen und zu schreien. Es dauerte eine weitere Stunde, bis ich sie dazu bringen konnte, ihre Serviette zu falten.“
Und dann sagt Anne diesen bemerkenswerten Satz:
„Ich vermute, dass ich noch viele solcher Kämpfe mit der kleinen Dame haben werde, bevor sie die beiden einzigen notwendigen Dinge lernt, die ich ihr beibringen kann: Gehorsam und Liebe.“
In einem weiteren Brief an eine Freundin schrieb sie:
„Mir ist klar geworden, dass es keinen Sinn hat, Helen das Sprechen oder irgendetwas anderes beizubringen, bevor sie nicht gelernt hat, mir zu gehorchen. Je mehr ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir, dass Gehorsam das Tor ist, durch das Einsicht – und ja, auch Liebe – in den Verstand dieses Kindes eindringen können.“[mfn]Helen Keller. The Story of My Life. (1902 reprint, New York: Dell Publishing Co., 1961), p. 263-65.[/mfn]
Nun, das stimmt nicht nur in Bezug auf Kinder, das gilt auch für Erwachsene. Gehorsam ist der Schlüssel, durch den Einsicht und Liebe in unseren Verstand gelangen. Gehorsam. Ich denke, dass Gehorsam zu lernen, eine der fundamentalen Lektionen im Leben ist – so wie Laufen lernen. Solange wir uns diese grundlegende Fähigkeit nicht angeeignet haben, kommen wir im Leben nicht sehr weit.
Solange wir nicht Gehorsam gelernt haben. Und übrigens, an dieser Stelle ein Wort an die jungen Mamis: Betet, dass der Herr euch zeigt, wie ihr eure Kinder Gehorsam lehren könnt, wenn sie noch sehr, sehr klein sind. Diese Lektion wird ihnen eine Grundlage dafür geben, auf ihrem Weg durchs Leben bestehen zu können. Und das gilt – wie gesagt – nicht nur für Kinder, auch wir Erwachsenen müssen das lernen. Gehorsam ist ein Schlüssel, um persönliche und gemeinschaftliche Erweckung zu erleben.
Das Webster’s Dictionary beschreibt Gehorsam als eine angemessene Unterordnung unter eine Autorität. Es bedeutet, das zu tun, was verlangt wird, oder das zu unterlassen, was verboten ist. Gehorsam ist eine bewusste Reaktion auf eine bekannte Anordnung – wir wissen, was von uns erwartet wird, und dann tun wir es.
Gehorsam spielt in der Bibel eine zentrale Rolle. In der Tat gibt es allein im Alten Testament, je nach Übersetzung, etwa 500 Stellen, in denen Begriffe wie gehorchen, befolgen und beachten vorkommen. Die Bibel setzt voraus, dass Gott das Recht hat, uns zu sagen, was wir tun sollen. Warum? Weil er Gott ist. Unsere Verantwortung ist es zu gehorchen, weil wir nicht Gott sind.
Es ist interessant: Überall in der Bibel findet man Hinweise auf die Tatsache, dass die Natur Gott gehorcht. Alles, was Gott der Natur sagt, tut sie. Der Wind, die Wellen, die Planeten, die Sterne – sie alle tun exakt, was Gott ihnen zu tun aufträgt. Böse Geister gehorchen seinen Befehlen. Engel gehorchen Gott. Gemäß Psalm 103 folgen sie seinem Gebot. Sie tun seinen Willen. Doch wir menschliche Wesen, von höchstem Rang in Gottes Schöpfung, wir sind Gott oft ungehorsam.
Ist es nicht dreist von uns, dass wir Gott nicht gehorchen? Alle Schöpfung gehorcht Gott. Sogar die Geisterwelt muss Gott gehorchen. Die Bäume müssen ihre Blätter hervorkommen lassen, wenn Gott sagt, dass es Zeit dafür ist. Sie haben keine Wahl, außer zu gehorchen. Aber uns hat Gott die Wahl gelassen.
Gott übt absolute Macht über die Natur aus, und er kann dasselbe mit uns tun. Er könnte uns zwingen, ihm zu gehorchen, aber er gibt uns die Freiheit zu entscheiden. Warum tut er das? Weil Gott Menschen sucht, die ihn lieben. Gott sucht Gehorsam, der durch Liebe motiviert ist, willigen Gehorsam, freudigen Gehorsam. Gott ist auf eine Beziehung zu seinem Volk aus.
Gehorsam und Ungehorsam sind für uns vielleicht Begriffe, die uns kalt, streng und unpersönlich vorkommen. ‚Hier ist das Gesetz, und du musst ihm, bitteschön, gehorchen.‘ Doch wenn Gehorsam in der Bibel vorkommt, klingen da eher Wärme und Liebe an. Das liegt daran, dass Gottes Gebote immer zu unserem Besten sind. Immer.
Der Ausdruck: „(…) damit es dir gut geht“ kommt allein im 5. Buch Mose achtmal vor. Zum Beispiel im vierten Kapitel: „Darum halte seine Satzungen und seine Gebote, die ich dir heute gebiete,“ sagt Mose, „damit es dir und deinen Kindern nach dir gut geht, und damit du lange lebst in dem Land, das dir der HERR, dein Gott, gibt, für alle Zeiten!“ (Vers 40).
Gott sagt: „Ich möchte dich segnen. Ich will, dass es dir gut geht. Ich will, dass es deinen Kindern gut geht.“ Was sollst du also tun? „Befolge meine Gebote.“ Gehorsam ist der Schlüssel zum Segen. Durch Gehorsam erfahren wir Schutz. Gehorsam ist der Weg zur Freude. Mit Gehorsam öffnen wir die Tür, durch die Gott sein Bestes in unser Leben bringen kann.
Wann immer die Bibel uns zum Gehorsam auffordert, ist das eigentlich eine Einladung, Gottes Segen zu empfangen. Willst du gesegnet sein? Dann gehorche! Dieser Zusammenhang zwischen Gehorsam und Segen zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Bibel, besonders durch das Alte Testament. Gehorche, und du wirst gesegnet sein. Sei ungehorsam, und du wirst Auseinandersetzungen und Konflikte ernten. Du wirst verflucht sein.
Eine der Stellen, wo dieses Thema angesprochen wird, ist 5. Mose 11. Hier spricht Mose: „Siehe, ich lege euch heute den Segen und den Fluch vor: den Segen, wenn ihr den Geboten des HERRN, eures Gottes, gehorsam seid, die ich euch heute gebiete; den Fluch aber, wenn ihr den Geboten des HERRN, eures Gottes, nicht gehorsam sein werdet und von dem Weg, den ich euch heute gebiete, abweicht, sodass ihr anderen Göttern nachfolgt, die ihr nicht kennt“ (Verse 26-28).
Nun, was möchtest du? Möchtest du gesegnet oder verflucht sein? Natürlich möchten wir gesegnet sein, doch wir wollen nicht gehorchen. Wir möchten den Segen ohne den Gehorsam. Weil es den Segen wollte, hat Gottes Volk immer wieder versprochen zu gehorchen – das sehen wir durch das ganze Alte Testament hindurch.
Nachdem Mose dem Volk die Zehn Gebote gegeben hatte, lesen wir in 2. Mose 24, „nahm er das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes. Und sie sprachen: Alles, was der HERR gesagt hat, das wollen wir tun und darauf hören!“ (Vers 7).
Doch weißt du, dass es nur wenige Tage nach 2. Mose 24 waren, wo diese Worte gesprochen wurden, dass das Volk ein goldenes Kalb machte? (2. Mose 32). Kaum hatten sie gesagt: „Alles, was der HERR gesagt hat, das wollen wir tun“, da hatten sie auch schon alle zehn Gebote gebrochen.
Sind wir nicht auch so? „Herr, ich will Dir gehorchen.“ Wir gehen in einen besonderen Gottesdienst in unserer Gemeinde und sind tief im Inneren berührt, oder wir hören eine Folge von Belebe unsere Herzen und sind bewegt. Du liest morgens in der Bibel, und Gott spricht zu dir, und du sagst: „Ja, Herr, Du hast Recht. Ich will tun, was Du sagst.“ Und kaum sind ein paar Minuten vergangen, und schon schreist du deine Kinder an und benimmst dich wie jemand, der einfach ein Ungläubiger ist. „Ja, Herr, ich will gehorsam sein.“ Aber dann sind wir selbstsüchtig, stolz, wütend und gereizt.
Das Volk Israel erkannte dasselbe, was du und ich auch erkannt haben, und zwar, dass wir nicht gehorchen können. Eines der Hauptziele des Alten Testaments war es tatsächlich, dass das Volk damals begriff, dass es Gott, auf sich selbst gestellt, nicht gehorchen konnte. Auch wir müssen das verstehen. Deshalb endet das Alte Testament in Maleachi 4,6 mit einem Fluch. Das Volk konnte Gott nicht gehorchen.
Wir können Gott nicht gehorchen. Jesus ist der einzige Mensch, der jemals lebte, der seinem himmlischen Vater vollkommen gehorchte. Aber weil Jesus in uns lebt, haben wir ein neues Leben, eine neue Kraft; und wir können Gott jetzt gehorchen, weil wir das Leben Christi in uns haben. Deshalb ist es so wichtig, dass wir lernen, uns Jesus hinzugeben und ihn das christliche Leben in und durch uns leben zu lassen.
Ich liebe diesen Vers aus Philipper 2,13 (ELB): „Denn Gott ist es, der in euch wirkt, sowohl das Wollen als auch das Wirken zu ⟨seinem⟩ Wohlgefallen.“ Es ist Gott in uns, der Heilige Geist Jesu in mir, der mir den Wunsch gibt und auch die Kraft, Gott zu gehorchen.
In Hesekiel 33 gibt es einen Abschnitt, den ich spannend finde. Er beschreibt, wie ich denke, eigentlich eine durchschnittliche, heutige Gemeinde. Ich möchte ihn lesen, und schau mal, ob dir irgendetwas bekannt vorkommt.
In Hesekiel 33, ab Vers 30, sagt Gott zu Hesekiel: „(...) Die Kinder deines Volkes [die Israeliten] unterreden sich deinetwegen (…) und sagen zueinander, jeder zu seinem Bruder: »Kommt doch und hört, was für ein Wort vom HERRN ausgeht!«“ Kommt und hört das Wort des Herrn!
„Und sie werden zu dir kommen, wie das Volk zusammenkommt, und werden als mein Volk vor dir sitzen und deine Worte hören [Hesekiel], aber nicht danach handeln. Denn wenn sie auch mit dem Mund ihre Liebe bekunden, so läuft ihr Herz doch hinter dem Gewinn her. Und siehe,“ sagt Gott, „du bist für sie wie ein liebliches Lied, wie einer, der eine schöne Stimme hat und gut die Saiten spielen kann.“
Wir lieben deine Musik. Wir lieben deine angenehme, sanfte Stimme, Hesekiel. Du bist so ein großartiger Prediger. Diese Worte habe ich in den Abschnitt eingefügt, wo es heißt: „Du bist für sie wie ein liebliches Lied [also wie jemand, der gut singen oder ein Instrument spielen kann]; sie werden deine Worte hören, aber sie nicht tun.“
Ich habe mich gefragt, wie viele Pastoren heute dieselbe Erfahrung machen. Die Leute kommen zur Gemeinde und sagen: „Hört euch nur diesen Prediger an! Er ist der beste weit und breit.“ Doch Gott sagt: „Sie kommen, sie hören zu, sie machen sich Notizen, aber sie tun nicht das, was du sagst.“
Das hebräische Wort im Alten Testament, das mit gehorchen übersetzt wird, bedeutet auch hören. Doch Gottes Wort zu hören, war nie so gedacht, dass man danach passiv bleibt; es erfordert eine Reaktion des Gehorsams. Weißt du noch, was Jesus in Lukas 6 sagte? „Was nennt ihr mich aber »Herr, Herr« und tut nicht, was ich sage?“ (Vers 46). Jesus macht deutlich: Irgendetwas stimmt hier nicht!
Und dann benutzt Jesus am Ende von Lukas 6 ein Bild. Er sagt: „Jeder, der zu mir kommt und meine Worte hört und sie tut — ich will euch zeigen, wem er gleich ist. Er ist einem Menschen gleich, der ein Haus baute und dazu tief grub und den Grund auf den Felsen legte. Als nun eine Überschwemmung entstand, da brandete der Strom gegen dieses Haus, und er konnte es nicht erschüttern, weil es auf den Felsen gegründet war“ (Verse 47-48).
Was ist der Fels? Auf welchem Fundament war das Haus gebaut? Es ist das Fundament des Gehorsams gegenüber dem Wort Gottes. „Aber“, fährt er fort: „Wer [meine Worte] hört und nicht tut, der ist einem Menschen gleich, der ein Haus auf das Erdreich baute, ohne den Grund zu legen; und der Strom brandete gegen dasselbe, und es stürzte sofort ein, und der Zusammenbruch dieses Hauses war gewaltig“ (Vers 49).
Willst du wissen, warum das Leben so vieler Menschen um dich herum – auch in unseren Gemeinden – „einstürzt“? Einer der Hauptgründe ist, dass wir die Lehre von Gottes Wort zwar hören, aber ihr nicht gehorchen. Wir haben kein Fundament. Und wenn die Stürme des Lebens kommen – und sie sind schon da und werden noch kommen –, haben wir nichts, worauf wir unser Leben stützen können.
Jesus sagt in Matthäus 7: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut“ (Vers 21). Jesus meint damit: „Es genügt nicht, sich das nur anzuhören und mit dem Mund zu bekennen: ‚Ja, ich stimme all dem voll zu. Ich bin ein evangelikaler, wiedergeborener, bibelgläubiger Christ‘“. Das kannst du sagen, aber wenn du es nicht lebst, dann weist das darauf hin [sagt Jesus], dass du möglicherweise kein Kind Gottes bist. Du hast keinen Grund für Heilsgewissheit, wenn du nicht ein Täter des Wortes Gottes bist.
Deshalb sagt Jakobus in Kapitel 1 seines Briefes: „Seid aber Täter des Wortes und nicht bloß Hörer, die sich selbst betrügen“ (Vers 22). Als ich diesen Abschnitt für diese Podcast-Reihe studierte, wurde mir bewusst, dass man sich sogar darüber täuschen kann, ob man überhaupt ein Christ ist. Wenn man das Wort Gottes ständig hört, es aber im eigenen Leben nicht in die Praxis umsetzt, betrügt man sich selbst.
In 5. Mose 29 sagt Mose: „[Darum hütet euch,] dass nicht etwa ein Mann oder eine Frau, eine Sippe oder ein Stamm unter euch sei [wir könnten sagen: ein Mann oder eine Frau oder eine Familie oder eine Gemeinde], dessen Herz sich heute von dem HERRN, unserem Gott, abwendet, und der hingeht, den Göttern jener Nationen zu dienen; dass nicht etwa eine Wurzel unter euch sei [also in der Familie Gottes], die Gift und Wermut trägt“ (Vers 17).
Was für eine Person ist diese Wurzel, die giftige und bittere Frucht bringt? Es ist eine Person die, „wenn [sie] die Worte dieser Eidverpflichtung hört, sich dennoch in [ihrem] Herzen glücklich preist und spricht: »Ich werde Frieden haben, wenn ich auch in der Verstocktheit meines Herzens wandle!«“
Verstehst du? Es ist jemand, der das Wort Gottes hört, aber sein Leben so weiterlebt wie bisher. Er sagt sich: „Mir geht es ja gut. Ich höre das Wort, aber auch, wenn ich ihm nicht gehorche, bin ich sicher, selbst wenn mein Herz verstockt ist.“
Aber diese Bibelstelle macht klar, dass es gefährlich ist, gegen den Gehorsam sozusagen immun zu werden. Wir glauben, dass wir, nur weil wir das Wort Gottes hören, schon sicher sind, dass alles in Ordnung ist. Die ganze Zeit über haben wir uns der Kultur um uns herum angepasst und uns ihr angeglichen und haben unseren Ungehorsam gegenüber Gottes Geboten verteidigt, oder waren vielleicht einfach blind und haben es nicht mal gemerkt.
Wir haben so viel gehört. Wir wissen so viel. Wir haben Gottes Wort reichlich verfügbar, und doch lassen wir oft das, was wir bereits wissen, außer Acht. Mose warnt uns: „Vorsicht, denn ein Mensch, eine Familie oder eine Gruppe, die so handelt, ist wie eine Wurzel, die giftige und bittere Früchte hervorbringt.
Vielleicht fragst du dich, was so schlimm daran ist, Gott nur halbherzig oder halbwegs zu gehorchen? Dein Leben wird im Leib Christi und in deiner Familie eine Wurzel sein, die giftige und bittere Früchte hervorbringt. Dein Ungehorsam ist nicht nur ein Problem zwischen dir und Gott – ja, das ist es –, sondern er ist auch ein Thema in der Gemeinde. Wenn wir also über die Notwendigkeit von Erweckung in der Gemeinde sprechen, müssen wir uns alle als einzelne Gläubige zu einem Lebensstil des Gehorsams verpflichten.
Ich bin überzeugt: Es gibt keinen Ersatz für Gehorsam gegenüber Gottes Wort. Es ist mir egal, wie viel du betest oder in der Bibel liest – das heißt, ich finde es schon wichtig –, aber in letzter Konsequenz, wenn du Gottes Wort nicht gehorchst, wie sehr du dich auch in den Dienst hineingibst oder was du auch alles machst, es ist nutzlos. Ja, schlimmer noch. Gott sagt: „Ich will das ganze Zeug nicht, wenn du mir nicht gehorsam bist.“
A. W. Tozer hat es treffend ausgedrückt: „Erweckung wird kommen, wenn das Gebet nicht mehr länger ein Ersatz für Gehorsam ist.“ Noch einmal: „Erweckung wird kommen, wenn das Gebet nicht mehr länger ein Ersatz für Gehorsam ist.“ Es gibt keinen Ersatz für Gehorsam.
Eines der besten Beispiele dafür ist natürlich die Geschichte von König Saul in 1. Samuel 15. „Als nun Samuel zu Saul kam, sprach Saul zu ihm: Gesegnet seist du vom HERRN! Ich habe das Wort des HERRN erfüllt! [Das ist Vers 13]. Ich habe Gott gehorcht.“
Aber was hatte Gott befohlen? Saul sollte die Amalekiter töten und an der Beute den Bann vollstrecken. Doch als Samuel zu ihm kam, begrüßte Saul ihn so: „Sei gesegnet, Samuel. Ich habe getan, was Gott mir befohlen hat.“ Man denkt: „Saul, wer hat dich danach gefragt?“ Saul war ungehorsam, und nun verteidigt er sich schon, denn es war ein teilweiser Gehorsam. Er hatte nicht an allen Amalekitern den Bann vollstreckt und auch nicht an der ganzen Beute. Samuel wusste das, und Gott wusste es auch.
„Samuel aber antwortete: Und was ist das für ein Blöken von Schafen in meinen Ohren, und Brüllen von Rindern, das ich da höre?“ (Vers 14). „Wenn du alle diese Tiere vernichtet hast, woher kommt der ganze Lärm, den ich höre?“
„Und Saul sprach: Man hat sie von den Amalekitern hergebracht; denn das Volk verschonte die besten Schafe und Rinder, um sie dem HERRN, deinem Gott, zu opfern; an dem Übrigen haben wir den Bann vollstreckt!“ (Vers 15).
Samuel sagt in den Versen 18-19: „Und der HERR sandte dich auf den Weg [Saul] und sprach: Zieh hin und vollstrecke den Bann an den Sündern, an den Amalekitern, und bekämpfe sie, bis du sie ausgerottet hast! Warum hast du denn der Stimme des HERRN nicht gehorcht, sondern bist über die Beute hergefallen und hast getan, was böse ist in den Augen des HERRN?
Und Saul antwortete Samuel [Denk nur, wie töricht das ist!]: Ich habe doch der Stimme des HERRN gehorcht“ (Vers 20). Glaubte er das wirklich? Wenn ja, täuschte er sich. Genauso machen wir es oft. Wir sagen: „Ich bin doch Gott gehorsam.“
Saul sprach: „[Ich] bin den Weg gezogen, den mich der HERR sandte, und habe Agag, den König von Amalek, hergebracht und an den Amalekitern den Bann vollstreckt! Aber das Volk hat von der Beute genommen, Schafe und Rinder, das Beste des Gebannten, um es dem HERRN, deinem Gott, in Gilgal zu opfern!“ (Verse 20-21). Saul sucht nach Entschuldigungen, schiebt die Schuld auf andere, er erklärt und rechtfertigt sich. Doch er hat sich getäuscht.
Samuel entgegnet: „Hat der HERR dasselbe Wohlgefallen an Schlachtopfern und Brandopfern wie daran, dass man der Stimme des HERRN gehorcht? Siehe, Gehorsam ist besser als Schlachtopfer und Folgsamkeit besser als das Fett von Widdern!“
Ich möchte jetzt gerne etwas persönlicher werden: Einige von euch kennen Revive our Hearts schon lange. Einige von euch haben jedes Buch von mir gelesen. Ihr kennt viele gute Bücher anderer christlicher Autorinnen und Autoren. Ihr hört Predigten auf YouTube und geht jeden Sonntag in die Gemeinde. Ihr habt die Wahrheit schon oft gehört, und vielleicht seid ihr auch einverstanden mit dem, was ihr hört. Doch die Frage ist: Tut ihr, was ihr gehört habt?
Wisst ihr, um Erweckung zu erleben, müssen die meisten von uns nicht noch mehr Wahrheiten hören, zusätzlich zu denen, die wir bereits kennen. Wir müssen einfach der Wahrheit gehorchen, die wir schon kennen. Wenn wir das tun, glaube ich, werden wir echte Erweckung erleben.
Lea: Das war Nancy DeMoss Wohlgemuth mit einer wichtigen Challenge. Es ist leicht, die Wahrheit in einem Podcast zu hören und dann genauso weiterzumachen wie zuvor. Doch es ist viel schwieriger, das Gehörte in die Tat umzusetzen. Eine Frauengruppe stand vor genau dieser Herausforderung, besonders in den Bereichen Gehorsam, Demut und Aufrichtigkeit – zentrale Merkmale persönlicher Erweckung.
Diese Gruppe arbeitete mit dem Buch „Neu belebt von Ihm - Seeking Him“, das unter anderem von Nancy verfasst wurde. Eine Frau schrieb: „Vielen Dank für den Segen durch diesen Kurs. Wir haben die Studie mit 47 Frauen abgeschlossen, und es hat unser Leben verändert.“
Möchtest du, dass die Frauen in deinem Frauenkreis persönliche Erweckung erleben? Warum nehmt ihr euch nicht das Arbeitsbuch „Neu belebt von Ihm - Seeking Him“ vor? Jede von euch kann es für ihr persönliches Bibelstudium nutzen, und anschließend könnt ihr euch treffen, um eure Gedanken und Erfahrungen miteinander zu teilen.
Morgen wird Nancy uns einen tieferen Einblick in das Thema Gehorsam gegenüber Gott geben. Sei also wieder dabei!
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.