Marie Falk: Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Wenn wir kein reines Gewissen haben, zunächst vor Gott und dann auch vor Menschen, wird das in vielerlei Hinsicht kräfteraubende Folgen in unserem Leben haben.
Wir werden geistliche, gefühlsmäßige und sogar körperliche Konsequenzen erleben, wenn wir kein reines Gewissen haben.
Marie: Willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Wir sind inzwischen in Woche 8 unserer 12-wöchigen Podcast-Serie „Seeking Him - Neu belebt von ihm“, in der es um Merkmale der persönlichen Erweckung geht. Themen der vergangenen Wochen waren unter anderem Demut, Aufrichtigkeit, Buße, Gnade und Heiligung. Heute starten wir mit dem nächsten Themenblock: dem Gewissen, um genau zu sein, einem reinen Gewissen. Hier ist Nancy.
Nancy: In dieser Woche möchte ich über ein Prinzip aus Gottes Wort sprechen, das, wie ich denke, überaus starke und praktische Auswirkungen hat …
Marie Falk: Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Wenn wir kein reines Gewissen haben, zunächst vor Gott und dann auch vor Menschen, wird das in vielerlei Hinsicht kräfteraubende Folgen in unserem Leben haben.
Wir werden geistliche, gefühlsmäßige und sogar körperliche Konsequenzen erleben, wenn wir kein reines Gewissen haben.
Marie: Willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Wir sind inzwischen in Woche 8 unserer 12-wöchigen Podcast-Serie „Seeking Him - Neu belebt von ihm“, in der es um Merkmale der persönlichen Erweckung geht. Themen der vergangenen Wochen waren unter anderem Demut, Aufrichtigkeit, Buße, Gnade und Heiligung. Heute starten wir mit dem nächsten Themenblock: dem Gewissen, um genau zu sein, einem reinen Gewissen. Hier ist Nancy.
Nancy: In dieser Woche möchte ich über ein Prinzip aus Gottes Wort sprechen, das, wie ich denke, überaus starke und praktische Auswirkungen hat – es geht darum, ein reines Gewissen zu haben.
In der Tat wird uns das Prinzip, über das wir diese Woche sprechen wollen, helfen, das praktisch anzuwenden, worüber wir uns in der „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“ Serie bisher unterhalten haben.
Wir haben über Demut, Aufrichtigkeit, Buße und Gehorsam gesprochen. Das sind einfach schöne theologische Begriffe, wenn man sie nicht in die Praxis umsetzt. Und das Prinzip, nach einem reinen Gewissen vor Gott und Menschen zu trachten, wird uns helfen, diese grundlegenden theologischen Wahrheiten dort in die Praxis umzusetzen, wo es drauf ankommt.
Bisher haben wir in der Reihe „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“ in erster Linie über unsere vertikale Beziehung zu Gott gesprochen, denn dort beginnt Erweckung. Wir haben Gott gesucht. Wir haben uns mit unserer Herzenshaltung befasst und damit, ein reines Herz und einen aufrichtigen Glauben zu haben. Wir wollten darauf Wert legen, dass unsere Herzenshaltung Gott gegenüber in Ordnung ist und unsere Beziehung zu Gott stimmt.
In dieser Woche gehen wir auf die Ebene unserer Beziehungen von Mensch zu Mensch. Wie wirkt sich unsere vertikale Beziehung zu Gott auf unsere horizontalen Beziehungen zu anderen Menschen aus?
Wie wirkt sich deine Beziehung zu Gott auf deine Beziehung zu deinem Mann und zu deinen Kindern, zu deinen Eltern, zu deiner Mitbewohnerin und deinen Kollegen aus? Wie beeinflusst sie deine Beziehung zu deinem Chef und zu anderen Mitgliedern deiner Gemeinde? Da spielt sich doch unser Leben ab.
Denn es ist ja so: Wenn wir anfangen, echte Erweckung zu erfahren, wenn wir den Herrn um echte Erweckung bitten, dann wirkt sich das am deutlichsten in unseren Beziehungen zu unseren Mitmenschen aus. Zuerst in unseren Beziehungen zu den Menschen, mit denen wir unter einem Dach leben, dann in der Gemeinde, zu Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten und so weiter.
Es geht also um den Grundsatz eines reinen oder unverletzten Gewissens. Jemand hat das Gewissen einmal als Radar des Herzens beschrieben, als Radar des Geistes; und ihr kennt diese Radarschirme; und es ist ersichtlich, wo das Unwetter gewesen ist, wo es jetzt ist und wohin es sich bewegt.
Das Gewissen ist das Radarsystem des Herzens. Es sagt uns, was wirklich los ist. Und wenn der Wetterbericht schönes Wetter meldet, hast du ein reines Gewissen, aber wenn du ein schlechtes Gewissen hast, gibt es Störsignale auf dem Radarschirm. Sie sind eine Gefahrenmeldung.
Paulus sagte in Apostelgeschichte 24,16: „Daher übe ich mich darin, allezeit ein unverletztes Gewissen zu haben gegenüber Gott und den Menschen.“ In der Neuen Genfer Übersetzung heißt es: „Aus diesem Grund bemühe ich mich auch darum.“ Ich tue mein Bestes, ich übe mich darin, „ein reines Gewissen zu haben“. Schönes Wetter vor Gott und Menschen.
Die vertikale Beziehung – darüber haben wir in den letzten Wochen gesprochen – ein reines Gewissen vor Gott zu haben; aber Paulus sagte: „Ich will auch ein reines Gewissen vor allen Menschen haben.“
Keine Probleme auf dem Radarschirm. In 1. Samuel 12 gibt es eine wunderbare Illustration dessen, was es heißt, ein reines Gewissen zu haben. Wenn du deine Bibel zur Hand hast, schlag sie gerne mit mir auf.
Es ist die Geschichte des Propheten Samuel. Inzwischen ist er ein alter Mann, er hat viele Jahre in Israel gewirkt. Samuel ruft das Volk zusammen, um seine Abschiedsrede an das Volk zu richten.
In Vers 1 heißt es: „Samuel aber sprach zu ganz Israel: Siehe, ich habe eurer Stimme gehorcht in allem, was ihr mir gesagt habt, und habe einen König über euch gesetzt.“ Er hatte gerade Saul zum König von Israel gesalbt.
„Und nun, siehe, da geht euer König vor euch her; ich aber bin alt und grau geworden; und siehe, meine Söhne sind bei euch. Ich aber bin vor euch hergegangen von meiner Jugend an bis zu diesem Tag.“ Das war buchstäblich so, ihr erinnert euch. Denn Samuel war ja als Kleinkind in den Tempel gebracht worden, als er gerade erst entwöhnt war.
Samuel war also im Tempel unter dem Priestertum Elis aufgewachsen, und dann war er selbst Priester Gottes geworden. All jene Jahrzehnte hatte er den Israeliten treu gedient und mit ihnen gelebt.
Und dann sagt er in Vers 3: „Hier bin ich!“ Das ist seine Abschiedsrede. „Legt Zeugnis ab gegen mich vor dem HERRN und vor seinem Gesalbten [dem König]: Wessen Ochsen habe ich genommen? Oder wessen Esel habe ich genommen? Wen habe ich übervorteilt? Wen habe ich misshandelt? Von wessen Hand habe ich Bestechungsgeld genommen, dass ich ihm zuliebe ein Auge zudrückte? So will ich es euch erstatten!“
Kannst du dir vorstellen, alle, die du kennst und die dich jemals gekannt haben, am Ende deines Lebens zu versammeln und in aller Öffentlichkeit zu sagen: „Ich habe mich bemüht, euch zu gehorchen, euch zu dienen und euch ein Segen zu sein, und ich möchte euch hier öffentlich fragen: Gibt es jemanden, dem ich jemals Unrecht getan habe, das ich nicht wieder gutgemacht habe?“
„Wenn ja, dann meldet euch jetzt bitte. Hier ist das Mikrofon. Sagt, was ich getan habe, und ich möchte es in Ordnung bringen.“ Kannst du dir vorstellen, so etwas zu tun zu können? Nun, das heißt nicht, dass Samuel nie gesündigt hätte.
Ich will damit nicht sagen, dass du bis an das Ende deines Lebens kommen kannst, ohne jemandem Unrecht getan zu haben; aber ich meine, dass wir, du und ich, am Ende unseres Lebens diese Gruppe von Menschen versammeln und mit Freude sagen könnten: „Soweit ich weiß, ist mein Gewissen jedem gegenüber in dieser großen Versammlung rein.“
„Und wenn nicht, dann demütige ich mich jetzt sofort. Kommt und sagt es mir bitte. Wenn ich euch ohne mein Wissen verletzt habe, oder wenn ich es vergessen habe oder mich nicht darum gekümmert oder es übersehen habe, dann kommt und sagt es mir, und ich will es in Ordnung bringen. Ich will es zurück erstatten.“
Das ist die Freude und die Kraft und das Prinzip eines unverletzten Gewissens. Der Apostel Paulus hatte ein gutes Gewissen, und wiederholt stellte er fest: „Wir haben niemandem Unrecht getan. Wir haben niemanden geschädigt. Wir haben niemanden übervorteilt. Wir haben niemandem Steine in den Weg gelegt. Wir haben dieses Zeugnis – das Zeugnis unseres Gewissens, dass wir uns heilig und aufrichtig vor Gott verhalten haben.“
Was für eine kraftvolle Lebensbotschaft, wenn man sagen kann: „Ich habe ein reines Gewissen vor Gott und allen Menschen.“
Das bedeutet es, ein reines Gewissen zu haben – wenn man ehrlich sagen kann: „Soweit ich weiß und soviel mir bewusst ist, gibt es niemanden, gegen den ich jemals in irgendeiner Weise gesündigt habe, den ich belogen, bestohlen, betrogen, verleumdet oder verletzt habe; niemanden, dem ich jemals Unrecht getan habe und zu dem ich nicht zurückgekehrt bin und versucht habe, es in Ordnung zu bringen, zuerst vor Gott und dann mit der betreffenden Person.“
Laut der Heiligen Schrift können wir nicht mit Gott im Reinen sein, wenn wir nicht mit allen anderen Menschen im Reinen sind. Es ist leicht zu denken: „Ja, ich habe Erweckung erlebt. Ich bin von Gott bewegt worden. Ich habe diese „Seeking Him“-Serie gehört. Ich habe das Kursbuch „Neu belebt von Ihm - Seeking Him“ durchgearbeitet, und ich habe Buße getan. Ich habe mich gedemütigt und verbringe jeden Tag Stunden damit, Gottes Wort zu studieren.“
Wir denken dann leicht, dass wir mit Gott im Reinen sind; aber dein Mann und deine Kinder würden sagen: „Sie ist vielleicht mit Gott im Reinen, aber nicht mit uns.“
Du kannst nicht mit Gott im Reinen sein und bist es nicht mit anderen. Du kannst nicht mit Gott im Reinen sein und bist es nicht mit deinem Partner oder deinen Kindern oder deinem Chef oder deiner Mitbewohnerin. Und ich gehe sogar noch einen Schritt weiter.
Wusstest du, dass Gott jedes Vergehen, das du gegen einen anderen Gläubigen begehst, persönlich nimmt? Als Jesus Paulus auf der Straße nach Damaskus begegnete (und dieses Licht vom Himmel her ihn umleuchtete), als Paulus zu Boden fiel, hörte er eine Stimme, die zu ihm sagte: „(...) Saul! Saul! Warum verfolgst du – mich?“ (Apostelgeschichte 9,4). Paulus verfolgte die Christen, die Gemeinden. Aber Jesus fragte Saulus, oder Paulus, wie er später hieß: „Warum verfolgst du – mich?“
Denk an Matthäus 25, als Jesus sagte: „(...) Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!“ (Vers 40). „Wenn ihr gegen einen von ihnen gesündigt habt, habt ihr auch gegen mich gesündigt.“
Deshalb möchte ich dich gleich zu Beginn fragen, wo wir diese wunderbare und wichtige Lektion starten: Hast du ein reines oder unverletztes Gewissen? Zeigt der Radarschirm deines Herzens heute einen wolkenlosen Himmel? Heute! Nicht vor einem Jahr oder vor einem Monat oder vor zehn Jahren, sondern heute. Hast du vor Gott ein gutes Gewissen?
Ist es Menschen gegenüber geklärt? Du bist nicht ganz sicher? Ich würde dir gerne ein paar Fragen stellen, die deiner Erinnerung vielleicht helfen.
Bist du mit deinem Mann im Reinen? Wie habt ihr euch heute Morgen verabschiedet? Ist zwischen euch alles geklärt? Was ist mit deinen Eltern? Wie steht es mit deinen Kindern, deiner Schwiegerfamilie, deiner Mitbewohnerin? Gibt es Unstimmigkeiten mit deinem Arbeitgeber, deinen Angestellten oder deinen Kollegen? Was ist mit deinen Geschwistern in der Gemeinde? Lebst du mit allen Menschen in Frieden? Geh sie einmal in Gedanken der Reihe nach durch.
Gibt es eine Person, mit der du den Blickkontakt meidest? Warum? Hast du vielleicht Angst, jemandem „zufällig“ zu begegnen, weil du etwas Bestimmtes gesagt oder getan hast? Gibt es jemanden, dem du heute lieber nicht über den Weg laufen möchtest?
Gibt es einen ungelösten Konflikt zwischen dir und einer anderen Person? Gibt es ein Vergehen, das du vertuscht hast und wo du hoffst, dass es niemand herausfindet? Hast du womöglich gegen das Gesetz verstoßen oder dich gegen den Staat versündigt? Hast du unbeglichene Schulden oder hast du etwas gestohlen? Hast du jemanden betrogen oder dir etwas geliehen – vielleicht von einem Freund oder bei der Arbeit – und es nie zurückgegeben?
Gibt es Menschen, deren Ruf du mit deinen Worten zerstört hast? Wir reden hier nicht nur von aktiv begangenen Sünden, sondern auch von Unterlassungssünden. Vielleicht gab es Gelegenheiten, anderen zu dienen, sie zu segnen oder ihnen zu helfen, aber du hast es nicht getan, weil Stolz, Egoismus, Zeitmangel oder Mangel an Liebe dich davon abgehalten haben?
Wenn wir kein reines Gewissen haben, zunächst vor Gott und dann auch vor Menschen, wird das in vielerlei Hinsicht kräfteraubende Folgen in unserem Leben haben. Wir werden geistliche, gefühlsmäßige und sogar körperliche Konsequenzen erleben, wenn wir kein reines Gewissen haben.
Wenn du zum Beispiel kein reines Gewissen hast, weil du deine Arbeit nachlässig erledigt hast, oder du warst faul, und die anderen im Büro wissen das, weil sie einen Teil deiner Arbeit mit übernehmen müssen … Wie werden sie, denkst du, reagieren, wenn du versuchst, ihnen von deiner Beziehung zu Jesus zu erzählen?
Deshalb mahnt Petrus in 1. Petrus 3: „Sorgt dafür, dass ihr ein gutes Gewissen habt, damit niemand euch wegen eures guten Wandels in Christus etwas Schlechtes nachsagen kann“ (vgl. Vers 16). Dann wird der Feind keine Handhabe haben, dich zum Schweigen zu bringen, wenn du Zeugnis für Jesus geben willst.
In Psalm 32 beschreibt David, wie er nach seiner schweren Sünde mit Bathseba körperliche und seelische Qualen litt. Sie waren die Folge davon, dass er über seine Sünde schwieg.
Er sagt: „Als ich es verschwieg, da verfielen meine Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen Tag. (...) sodass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürr wird“ (Verse 3-4). Ein schlechtes Gewissen kann sogar unsere Gelenke beeinträchtigen, sodass sie austrocknen und nicht mehr so geschmeidig sind wie früher.
Du fragst, wie das vor sich geht? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass unser körperliches Wohlbefinden mit dem Wohlbefinden unseres Geistes, unserer Gefühle und unserer Seele zusammenhängt. Unsere Beziehung zu Gott und zu anderen Menschen kann sich sogar auf unseren Körper auswirken.
Es ist bekannt, dass Ärzte viele Störungen im Magen-Darm-Bereich und andere Beschwerden mit dem Zustand unseres Gewissens in Zusammenhang bringen. Wenn wir nicht mit Gott im Reinen sind, sondern von Bitterkeit und Zorn erfüllt sind, wenn wir uns weigern zu vergeben, wenn wir ein schlechtes Gewissen haben, kann sich das körperlich auswirken.
Nach 1. Timotheus 1 laufen wir ohne ein reines Gewissen sogar Gefahr, im Glauben Schiffbruch zu erleiden. Paulus schreibt in 1. Timotheus 1,19: „Indem du den Glauben und ein gutes Gewissen bewahrst. Dieses haben einige von sich gestoßen und darum im Glauben Schiffbruch erlitten.“
Darüber hinaus betont Paulus in 1. Timotheus 1,5, dass wir ohne ein reines Gewissen weniger in der Lage sind, andere zu lieben. Er sagt sinngemäß: „Das Ergebnis unserer Lehre, das Ziel unserer Lehre ist die Liebe.“ Diese Liebe entspringt aus einem reinen Herzen, einem guten Gewissen und einem echten Glauben.
Es ist also sehr wichtig, dass wir uns verpflichten, sowohl vor Gott als auch vor jeder anderen Person ein reines Gewissen zu haben.
Jesus betonte dies in der Bergpredigt in Matthäus 5,23-24, wo er sagte: „Wenn du nun deine Gabe zum Altar bringst ...“, (Wenn du in der Gemeinde bist, deine Stille Zeit machst, betest oder in irgendeiner Weise dienst – wenn du also dem Herrn deine Gabe opferst), „… und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, ...“ (Da ist doch noch dieser ungeklärte Konflikt – du hast jemandem Unrecht getan und bist noch nicht mit ihm versöhnt), „… so lass deine Gabe dort vor dem Altar …“
Hör auf mit dem, was du gerade tust! Hör auf zu beten! Hör auf zu singen! Lass alles sein, was du gerade machst! Nun, du magst in deinem Herzen innehalten, um das Problem innerlich zu klären. Vielleicht gehst du nicht buchstäblich aus dem Gottesdienst, aber Jesus sagt: „Lass deine Gabe da und geh!“
Und dann verschiebe es nicht auf nächstes Jahr oder nächsten Monat oder auf irgendwann später! Unterdrücke nicht die Stimme in dir, die dich überführt! Lass deine Gabe liegen! „… Geh zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, (...)“ Versöhne dich mit ihm! „… und dann komm und opfere deine Gabe!“
Gott sagt: „Ich will weder deine Gaben noch deine Opfer. Ich will auch deinen Dienst nicht, solange du einen Mann, ein Kind, eine Freundin, einen Arbeitgeber hast, wo deine Beziehung nicht geklärt ist. Gehe hin und versöhne dich mit der Person!“
Du kannst nicht mit Gott im Reinen und zugleich mit einer anderen Person nicht im Reinen sein. Es könnte sein, dass dir, während ich hier spreche, ein bestimmter Name oder ein Gesicht in den Sinn kommt, vielleicht auch mehrere.
Und dir fallen möglicherweise Situationen ein, in denen du jemanden verletzt oder beleidigt hast, oder Menschen, mit denen du einen Konflikt hast oder hattest. Was du in so einer Situation tun solltest? Gut, dass du das fragst, denn im Folgenden möchte ich dir einige praktische Leitlinien weitergeben, wie du ein reines Gewissen bekommen und bewahren kannst. Ich habe sie im Laufe der Jahre von anderen übernommen.
Beginne damit, eine Liste zu erstellen. Bitte den Herrn, dir zu zeigen, wem gegenüber dein Gewissen belastet ist und was du klären musst; gegen wen du gesündigt hast. Gehe so weit in die Vergangenheit zurück, wie Gott dich erinnert, und frage dich: „Gegen wen habe ich gesündigt, ohne dass ich auf die Person zugegangen bin, um die Dinge in Ordnung zu bringen?“
Und dann mach dich auf den Weg. Genau wie Jesus sagte: „Lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh!“ Geh! Fang mit der ersten Person an! Ich empfehle dir, fang dort an, wo es dir am schwersten fällt; denn wenn du es nicht machst, besteht die Gefahr, dass du es immer weiter aufschiebst und vielleicht nie mehr dazu kommst.
Wenn du da anfängst, wo es dir am schwersten fällt, wird dir der Rest längst nicht mehr so schwer vorkommen. Kürzlich erzählte eine junge Frau von Anfang 20, wie sie die Herausforderung annahm, ihr Gewissen zu bereinigen. Ich meine, sie sagte, dass sie ungefähr 30 Leute auf ihrer Liste hatte.
Als sie darüber Zeugnis gab, sagte sie: „Ich komme gerade zu den letzten Leuten auf meiner Liste.“ Was sagst du einer Person, wenn du sie ansprichst? Sei ehrlich. Sag einfach, was du falsch gemacht hast. Bekenne so konkret und so demütig wie möglich, was du getan hast.
„Ich habe gegen Gott gesündigt, und ich habe gegen dich gesündigt“ (vgl. Lukas 15,18). Das waren doch die Worte des verlorenen Sohnes, als er zu seinem Vater heimkehrte, nicht wahr? „Papa, ich habe gegen den Himmel und vor dir gesündigt. Mein Gewissen ist belastet gegenüber Gott und dir. Ich bin nach Hause gekommen, um die Dinge in Ordnung zu bringen.“
Nachdem du demütig bekannt hast, was du getan hast und worin deine Sünde bestand, bitte um Vergebung und versuche, dich zu versöhnen. Darum geht es letzten Endes. Ich möchte dir nun einige praktische Tipps geben, wie du das konkret tun kannst.
Die richtige Wortwahl ist so wichtig, deshalb schlage ich ein paar Dinge vor, die du tun bzw. vermeiden solltest. Allem voran solltest du in deinen Worten eine demütige Haltung – einen demütigen Geist – zeigen. Mache keine Vorwürfe und rechtfertige dich nicht. Versuche nicht, etwas zu erklären. Sage einfach: „Ich hatte Unrecht. Vergibst du mir bitte? Ich habe gegen dich gesündigt.“
Und dann sage präzise, wie du gegen diese Person gesündigt hast. Nenne die Wurzel des Problems, nicht nur die Auswirkung an der Oberfläche, sondern den Kern der Sache. „Gott hat mir klar gemacht, dass ich gegen dich gesündigt habe, indem ich ...“
Du denkst: „Die Person weiß es ja eh schon.“ Doch du musst dich demütigen und es sagen, damit die Person weiß, wofür du um Vergebung bittest. Und dann, wie gesagt, bitte um Vergebung.
„Kannst du mir bitte von Herzen vergeben?“ Du sagst damit nicht, dass du Vergebung verdienst. Vergebung ist unverdient, aber du machst dich verletzlich und fragst: „Kannst du mir bitte verzeihen? Ich möchte, dass unsere Beziehung wieder hergestellt wird.“
Dann gib der Person eine Gelegenheit zu antworten. Wie wir in der nächsten Folge sehen werden, wenn wir über bestimmte Fragen zum Thema „Ein reines Gewissen erlangen“ sprechen, mag die andere Person zu dieser Zeit noch nicht bereit sein zu reagieren, aber gib ihr eine Gelegenheit dazu.
Gib der anderen Person nicht die Schuld, wie gesagt, sondern übernimm du die volle Verantwortung für dein Vergehen. Wenn du zu ihr gehst, ist es nicht deine Absicht, dich mit ihrem Gewissen zu befassen, sondern es geht um die Entlastung deines eigenen Gewissens. Es kann um eine Angelegenheit mit deinem Mann oder deinem Kind gehen; und sie liegen aus deiner Sicht in der Situation vielleicht viel falscher als du.
Das ist in diesem Moment aber nicht deine Sorge. Dein Anliegen muss es sein, hinzugehen und keine Ausreden zu suchen oder Anschuldigungen zu machen. „Es tut mir so leid, dass ich so eine schreckliche Ehefrau war, aber wenn du nicht so ein Idiot von Ehemann gewesen wärst, hätte ich mich nie so verhalten!“ Nein, das ist nicht der Sinn der Sache. Das ist Stolz.
Die Demut nimmt den Platz dessen ein, der im Unrecht war, und sagt: „Ich lag falsch. Bitte vergib mir.“ Entschuldige dich nicht. „Es tut mir leid.“ Dann sagt der andere: „Ja, ich weiß, dass es dir leid tut. Dir tut es immer leid.“ Wenn du Vergebung willst, bitte darum. Versuche es nicht weg zu erklären, was du getan hast, verteidige es nicht.
Erzähle der Person nicht zehn Gründe, warum du es anders gemacht hättest, wenn sie sich anders verhalten hätte. Und um noch einen praktischen Tipp zu nennen, und es gibt kein Muss in der Bibel dazu, aber ich schlage vor, dass du dies nicht in einem Brief oder einer E-Mail machst.
Es ist schwer, auf diese Weise das auszudrücken, was du wirklich auf dem Herzen hast, und Dinge können missverstanden werden. Am besten ist es, wenn du jemandem in die Augen schauen kannst. Der andere sollte wirklich verstehen können, wie deine innere Haltung ist.
Wenn du einen Anruf tätigen musst, mach das vielleicht; aber ich denke, dass diese Dinge nicht in E-Mails oder Briefen dokumentiert werden sollten. Und dann der Umfang des Bekenntnisses – nur eine Anmerkung dazu.
Wie vielen Menschen solltest du etwas bekennen? Der Umfang deines Bekenntnisses sollte so groß sein, aber auch nur so groß, wie die Reichweite deiner Sünde. Wenn du also nur gegen Gott gesündigt hast – ich meine nicht nur –, sondern wenn sich die Sünde gegen niemand anders sonst richtete, dann bekennst du sie direkt vor Gott und nur vor ihm.
Wenn sich deine Sünde gegen eine andere Person richtete, dann bekenne sie zuerst vor Gott, und dann geh zu der Person und bekenne sie ihr. Wenn es eine Gruppe von Menschen gab, die von deiner Sünde betroffen war, zum Beispiel, deine ganze Abteilung, dann weiß dein ganzes Büro, wie du mit deinem Chef geredet hast oder dass du nicht eine dienende Haltung hattest oder wie du Klatsch und Tratsch verbreitet hast.
Vielleicht weiß deine ganze Gemeinde, dass du in eine unmoralische Beziehung verwickelt bist oder warst; oder es gibt etwas, das eine größere Anzahl von Menschen betrifft. Oft ist es auch der Fall, dass eine ganze Familie von einer Sünde betroffen ist.
Als Ehefrau oder Mutter oder wenn man in einer Familie heranwächst, lebt man miteinander. Man kennt sich gut. Es wird Zeiten geben, in denen du als Familienmitglied deine Familie versammeln und sagen musst: „Ich habe gegen Gott gesündigt. Ich habe gegen euch gesündigt“, sei es in der Familie, in der Kirche, wenn du es öffentlich sagen musst, an deinem Arbeitsplatz, zu welcher Gruppe von Menschen auch immer, wer auch betroffen ist.
Sag: „Ich habe gegen Gott gesündigt. Ich habe gegen euch gesündigt. Ich möchte euch gerne fragen, würdet ihr mir bitte vergeben?“
Marie: Nancy hat dich dazu eingeladen, die Freiheit und Freude eines reinen Gewissens zu erleben. Sich von der Vergangenheit zu befreien, ist Teil dessen, was es bedeutet, persönliche Erweckung zu erleben.
Zum Erleben persönlicher Erweckung lohnt es sich neben dem Hören unserer Podcasts auch ein Blick in das zugehörige Kursbuch „Neu belebt von Ihm - Seeking Him“ zu werfen, das du beim Regatioverlag oder auch auf unserer Webseite findest. Nancy DeMoss Wohlgemuth hat es als Co-Autorin mit Tim Grissom verfasst. Die Fragen des Kursbuches helfen dir dabei, die Inhalte persönlich auf dein Leben anzuwenden.
Lass dich also ermutigen, nicht nur zu hören, sondern auch innezuhalten und über das nachzudenken, was Gott dir persönlich zu sagen hat. Unser Team von Belebe unsere Herzen hat da sehr von profitiert. Wir haben das im Sommer 2021 in Kleingruppen zusammen gemacht. Vielleicht hast auch du ein paar Frauen in deinem Umfeld, mit denen du das Kursbuch zusammen durcharbeiten möchtest?
Schau gern auf unserer Website unter www.belebeunsereherzen.com vorbei. Da können auch alle bisherigen Folgen nachgehört werden, falls du was verpasst hast.
Wenn wir darüber reden, ein reines Gewissen zu haben, kann das ein bisschen überwältigend werden.
Morgen denken wir mit Nancy über die Frage nach, ob wir in allen Dingen ein reines Gewissen haben müssen. Also sei dabei, wenn es wieder heißt „Herzlich willkommen bei Belebe unsere Herzen“.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
© 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.