Marie Falk: Rick Lawson saß in der Gemeinde, als er folgende Definition von einem reinen Gewissen hörte:
Rick Lawson: „Ein reines Gewissen habe ich, wenn ich niemandem Unrecht getan, niemanden belogen, bestohlen oder auf andere Weise gegen jemanden gesündigt habe, ohne zu dem Betroffenen zurückgekehrt zu sein und es wiedergutgemacht und Gott um Vergebung gebeten zu haben.“ Und dann bat er alle, die das von sich sagen konnten, um ein Handzeichen.
Während wir die Köpfe gesenkt hielten, wurde mir klar, dass ich meine Hand nicht heben konnte. Ich hatte sogar fast das Gefühl, als hätte mir jemand einen Schlag in die Magengrube versetzt.
Marie Herzlich Willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wohlgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Gestern hat Nancy eine Diskussion darüber angestoßen, was es bedeutet, ein reines Gewissen zu haben. Das wirft doch die Frag auf: Muss man wirklich alles in Ordnung bringen, …
Marie Falk: Rick Lawson saß in der Gemeinde, als er folgende Definition von einem reinen Gewissen hörte:
Rick Lawson: „Ein reines Gewissen habe ich, wenn ich niemandem Unrecht getan, niemanden belogen, bestohlen oder auf andere Weise gegen jemanden gesündigt habe, ohne zu dem Betroffenen zurückgekehrt zu sein und es wiedergutgemacht und Gott um Vergebung gebeten zu haben.“ Und dann bat er alle, die das von sich sagen konnten, um ein Handzeichen.
Während wir die Köpfe gesenkt hielten, wurde mir klar, dass ich meine Hand nicht heben konnte. Ich hatte sogar fast das Gefühl, als hätte mir jemand einen Schlag in die Magengrube versetzt.
Marie Herzlich Willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wohlgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Gestern hat Nancy eine Diskussion darüber angestoßen, was es bedeutet, ein reines Gewissen zu haben. Das wirft doch die Frag auf: Muss man wirklich alles in Ordnung bringen, selbst die kleinsten Dinge? Hier ist Nancy:
Nancy DeMoss Wolgemuth: Lasst uns heute über einige Fragen sprechen, die mit der Bereinigung unseres Gewissens zu tun haben. Die Frage, die mit am meisten gestellt wird, ist: Muss ich wirklich mein Gewissen in allem bereinigen? Sogar, wenn es sich um Briefmarken handelt? Um Kleinigkeiten?
Weißt du, ich habe die Erfahrung gemacht – und vielleicht geht es dir auch so –, dass der Feind selbst das kleinste Vergehen aufgreifen kann; und ich meine hier echte Vergehen, nicht etwas Eingebildetes. Etwas, was du getan hast und das falsch war, kann dein Gewissen so sehr belasten, dass es dich innerlich auffrisst, wenn du dich nicht damit beschäftigst.
Manchmal ist es nicht der Feind. Manchmal ist es Gott, der dich so sehr liebt, dass er dich überführt und dir zeigt, dass du dich damit auseinandersetzen musst. Nichts soll zwischen meiner Seele und meinem Erlöser stehen. So will ich leben.
Wir haben darüber gesprochen, dass das Gewissen der Radarschirm unserer Seele ist. Ich wünsche mir einen störungsfreien Radar, einen wolkenlosen Himmel, zu wissen, dass da nichts ist, gar nichts, und sei es noch so klein. Wenn Gott dir etwas in Erinnerung bringt, kümmere dich darum und entlaste dein Gewissen.
Und dann diese Frage, sie geht in eine ähnliche Richtung: Was ist, wenn es schon s-e-h-r lange her ist? Vielleicht sind Jahre vergangen. Warum die Sache nochmal aufwärmen? Ich habe im Laufe der Zeit gehört, wie Menschen Zeugnis gaben, wie sie Geschichten erzählten, die 30, 40 oder 50 Jahren her waren – Dinge, über die sie nie gesprochen hatten, die sie nie mit den Betroffenen klärten. Eine ältere Frau, die Jahrzehnte zuvor, als es noch nicht legal war, eine Abtreibung durchführen ließ … Ein Kind, das etwas aus einem Baumarkt stahl ... seien es kleine oder große Vergehen, die Person wird erwachsen und denkt Jahre später noch immer darüber nach.
Wie lange es auch her sein mag – wenn du dich noch daran erinnerst, ist es frisch genug, um sich darum zu kümmern. Ich schlage nicht vor, dass du versuchst, alles woran du dich aus deiner Vergangenheit erinnern kannst, hervorzukramen. Ich sage nur, bete: „Herr, erforsche mein Herz. Gibt es etwas, um das ich mich nicht gekümmert habe, irgendein Vergehen dir oder anderen gegenüber, das ich in Ordnung bringen muss, selbst wenn es schon lange her ist?“
Ich erinnere mich an eine Begebenheit Jahre nach meinem Musikstudium. In einem Gottesdienst brachte mir Gott in Erinnerung, und er überführte mein Herz, dass ich bei einer Prüfung und einer Reihe von Berichten, wo wir die Anzahl von Übungsstunden angeben mussten, geschummelt hatte. Es war mein Hauptfach, und ich hatte bei einigen dieser Berichte gelogen.
Jahre später legte es mir Gott aufs Herz und überführte mich davon. Es hätte mich nicht Jahre kosten sollen. Das zeigt, dass mein Gewissen damals nicht so sensibel war, wie es hätte sein sollen. Aber Jahre später musste ich zu der Schule zurückgehen, zurück zu den Leuten, die damit zu tun hatten, und sagen: „Ich habe gesündigt. Ich bitte um Vergebung.“
Das kostete mich wirklich etwas. Mein Herzschlag geht noch immer in die Höhe, wenn ich daran denke. Doch die Freiheit, die Freude und die Erleichterung zu wissen, dass mein eigenes Gewissen rein ist – es gibt nichts, was mit dieser Freude vergleichbar wäre.
Das fragen wir uns auch oft: Was, wenn der andere sich mehr schuldig gemacht hat als ich? Zunächst einmal ist es sehr wahrscheinlich, dass die andere Person glaubt, dass du mehr Schuld hast als sie, so ist unsere menschliche Natur nun einmal. Wir neigen dazu, dem anderen mehr Verantwortung zuzuweisen als uns selbst.
Aber nehmen wir mal an, der andere ist im Unrecht. Das passiert oft – in der Ehe, in der Familie, in einer engen Beziehung. Man gerät aneinander. Man tut sich gegenseitig Unrecht. Der eine sagt etwas Gemeines, der andere gibt es zurück. Wer hat angefangen? Du weißt, das spielt überhaupt keine Rolle. Aber Gott bittet dich nicht, hinzugehen und das Gewissen des anderen zu bereinigen. Er bittet dich, dein Gewissen zu bereinigen. Lass den Heiligen Geist sein Werk im Leben des anderen tun.
Und denke nicht: „Okay, wenn ich den ersten Schritt tue; ich gehe zu meinem Mann und sage ihm: ‚Es tut mir leid, ich hatte Unrecht. Vergibst du mir bitte?‘, dann wird er bestimmt auf die Knie fallen und mich um Vergebung anflehen, denn schließlich hat er ja den Streit angefangen.“
Nein, so sieht keine Demut aus. Geh du zum Kreuz. Lass Gott sich um deinen Mann, deine Schwiegermutter oder wen auch immer kümmern, und bereinige du dein eigenes Gewissen.
Wie ist es mit moralischen Sünden? Müssen wir sie bekennen? Solltest du Versöhnung suchen, wenn du eine unmoralische Beziehung hattest? Zu diesem Thema könnten wir eine ganze Sendereihe machen – und vielleicht tun wir es auch eines Tages. An dieser Stelle nur ein paar Bemerkungen.
Wenn deine moralische Sünde nur in Gedanken stattgefunden hat und die andere Person sich dessen nicht bewusst war, dann geh nicht zu ihr und sage: „Ich hatte diese lüsternen Gedanken über dich.“ Die andere Person wusste es nicht. Deine Sünde war gegen Gott. Bringe sie zu Gott. Bitte ihn um Vergebung.
Wenn du durch dein Verhalten, deine Taten oder deine innere Einstellung jemand anderem gegenüber moralisch gesündigt hast – durch flirtende Gedanken, unanständige Kleidung, von der du wusstest, dass sie bei der anderen Person, die du getroffen hast, unrechtmäßiges Verlangen auslösen könnte, oder was auch immer – dann geh zu ihr hin. Geh nicht auf die moralischen oder unmoralischen Details ein, sondern komm auf den Kern der Sache zu sprechen.
Sage: „Ich bin dir nicht so begegnet, wie es für eine gottesfürchtige Frau angebracht ist.“ Bitte Gott, dir bei der Wortwahl zu helfen, um es auf den Punkt zu bringen, ohne unangemessenen Dinge zu sagen.
Wenn es in deiner Vergangenheit eine unmoralische Beziehung gab – Ehebruch, eine Affäre, ein unmoralisches Verhältnis – dann ist es nicht das Ziel, diese Beziehung wiederherzustellen. Geh mit deinem Partner, wenn es nötig ist oder angemessen, bereinige dein Gewissen. Du musst wissen, dass die andere Person nie wieder zu dir zurückkommt und sagt: „Du hast gegen mich gesündigt und hast es nicht in Ordnung gebracht.“
Übrigens: Wenn ein Ehemann oder eine Ehefrau Ehebruch begangen hat, ist das ein Vergehen, das aufgeklärt werden muss. Du musst dein Gewissen mit der Person bereinigen. Vielleicht brauchst du dabei eine gottesfürchtige dritte Person, die du einbeziehst und die dir hilft, die nächsten schwierigen Schritte zu gehen – einen Pastor oder einen biblischen Seelsorger. Entscheidend ist, dass dein Herz in moralischen Fragen rein ist.
Hier ist noch eine weitere Frage, über die du vielleicht nachdenkst: Was ist, wenn es mich Geld kostet, mein Gewissen zu bereinigen? Was ist, wenn ich etwas getan habe, das irgendwie mit Stehlen zu tun hat und wo Kosten entstanden sind? Im Alten und im Neuen Testament gibt es zahlreiche Stellen, die zeigen, wie wichtig es ist, Schaden wieder gut zu machen:
2. Mose 21,37: „Wenn jemand ein Rind stiehlt oder ein Schaf und es schlachtet oder verkauft, so soll er fünf Rinder für eines erstatten und vier Schafe für eines.“
Du kennst sicher die Geschichte von Zachäus. Als er Buße tat, sagte er: „Herr, wem ich Unrecht getan habe – wen ich auch immer betrogen oder bestohlen habe –, ich will ihm das Gestohlene zurückerstatten“ (vgl. Lukas 19,1-10).
Ich erinnere mich an das Zeugnis einer Frau, das sie bei einer Erweckungsveranstaltung im Bundesstaat Iowa gab. Sie erzählte, dass sie ihren Wohnwagen absichtlich niedergebrannt hatte, um die Versicherungssumme zu kassieren. Und sie musste zu der Versicherungsgesellschaft gehen und bekennen, was sie getan hatte. Dabei wusste sie, dass die Konsequenzen enorm sein könnten. Aber sie sagte: „Ich brauche einfach ein reines Gewissen!“
Vor einigen Jahren kam eine Frau zu mir, die damals die kleine Tochter dieser Frau gewesen war. Inzwischen war sie selbst erwachsen geworden und erzählte mir: „Ich war damals das kleine Mädchen. Ich bin die Tochter der Frau, die ihren Wohnwagen niederbrannte.“
Sie fügte hinzu: „Ich bin in dem Wohnwagen aufgewachsen, den meine Mama…“ (sie war damals alleinerziehend) „…aus Verzweiflung angezündet hat.“ Aber sie hatte auch mitbekommen, wie ihre Mutter über Jahre hinweg die Schulden abbezahlte.
Und nun war aus dem kleinen Mädchen eine erwachsene Frau geworden, die den Herrn liebte und suchte. Ihre Mutter ahnte nicht, welchen Einfluss es auf das Leben ihrer Tochter haben würde, auf das Leben eines kleinen Mädchens, eine Mutter zu haben, die ein reines Gewissen vor Gott und jedem Menschen haben wollte.
Und das führt zu der Frage: Was ist, wenn ich das Gesetz gebrochen habe? Ich könnte ins Gefängnis kommen. Was ich getan habe, war gegen das Gesetz.
Ich denke an das Zeugnis eines Mannes. Wir waren auf einer Erweckungsveranstaltung in Covington, Indiana, als ein Mann nach vorne kam. Er war in der Gemeinde, doch in Wirklichkeit war er damals auf der Flucht vor dem kanadischen Gesetz. Dort in Covington begann Gott an seinem Gewissen zu arbeiten, und er sagte: „Ich muss mit Gott ins Reine kommen. Ich muss das in Ordnung bringen, koste es, was es wolle.“
Er stellte sich den Behörden und ging tatsächlich ins Gefängnis, soweit ich mich erinnere, für einige Jahre. Sünde hat Konsequenzen. Und Buße zu tun und unser Gewissen zu bereinigen, heißt nicht, dass wir diese Konsequenzen nicht mehr erfahren. Es kann sein, dass Konsequenzen auf uns zukommen.
Wenn du Ehebruch begangen hast, wird das Folgen für deine Ehe haben. Diese Folgen mögen andauern, aber trotzdem kannst du ein reines Gewissen haben.
Was ist, wenn der andere mir nicht vergibt? Das kommt manchmal in Beziehungen vor, in denen es eine lange Geschichte von Schwierigkeiten gibt. Lass mich dir einige Gründe nennen, warum der andere dir vielleicht nicht vergeben will:
- Erstens könnte die andere Person denken, dass du nicht wirklich bußfertig bist. Vielleicht nimmt sie bei dir immer noch eine stolze, anklagende oder abwehrende Haltung wahr. Achte also darauf, dass deine Herzenseinstellung stimmt.
- Zweitens kann es sein, dass die Person – je nachdem, was das Vergehen war – Zeit braucht, um das Geschehene zu verarbeiten. Auch du hast wahrscheinlich Zeit gebraucht, bis du dich mit der Sache auseinandergesetzt hast. Gib Gott Zeit, im Herzen des anderen zu wirken.
- Außerdem schiebt der andere vielleicht mal sich selbst, mal dir die Schuld zu. Du kennst diese Balance: Solange ihr beide im Unrecht ward, konntet ihr eure Schuldgefühle mindern, indem ihr jeweils einer dem anderen die Schuld gabt. Aber wenn du kommst und dein Gewissen bereinigst, kann man dir nicht mehr die Schuld geben, und sie bleibt nun auf dem anderen. Doch du vertraust, dass Gott an seinem Gewissen wirkt, während er über Schuldzuweisung und Reue nachdenkt.
Letzten Endes liegt es nicht in deiner Verantwortung, ob der andere dir vergibt oder nicht – belasse das in Gottes Händen. Gott hat in deinem Herzen gewirkt, um dich an diesen Punkt zu bringen. Lass Gott im Herzen des anderen wirken, und vergiss nicht: du verdienst es nicht, dass dir vergeben wird.
Vergebung ist kein Recht. Du verdienst Gottes Gericht und Zorn. Wenn du um Vergebung bittest, sagst du nicht: „Mir steht Vergebung zu“, sondern du sagst: „Könntest du mir Gnade erweisen, so wie auch Gott mir Gnade erwiesen hat?“
In den nächsten zwei Tagen hören wir die Geschichte eines Mannes, der dieses Prinzip eines reinen Gewissens in die Tat umsetzte. Letztendlich las die ganze Nation seine Geschichte auf der zweiten Seite der Zeitung USA Today. Bestimmt willst du die Geschichte nicht verpassen.
Aber keine Sorge: Wenn du dein Gewissen bereinigst, bedeutet das nicht, dass deine Geschichte auf der zweiten Seite von USA Today landet. Wenn du dir vornimmst, dein Gewissen zu bereinigen, erlebst du, dass der Radarschirm deines Herzens gegenüber Gott und Menschen störungsfrei ist.
Deshalb möchte ich dich herausfordern, falls du es nicht getan hast, dir eine Liste zu machen mit den Menschen, die Gott dir aufs Herz gelegt hat, mit denen du nicht im Reinen bist – Menschen, die du von früher kennst oder heute.
- Schreibe die Namen auf.
- Nimm dir vor, dein Gewissen zu bereinigen.
- Gehe die Namen nacheinander durch.
- Bitte sie um Vergebung.
Wenn du dann ein reines Gewissen erlangt hast und dir aktuell keiner Sache bewusst bist, in der du ungehorsam bist, beginne mit der lebenslangen Praxis, ein reines Gewissen zu haben. Hoffentlich kommst du für den Rest deines christlichen Lebens nie wieder an den Punkt, an dem du eine lange Liste von Leuten hast, zu denen du gehen musst.
Und wenn du gegen jemanden sündigst und dein Herz weich und empfindsam gegenüber Gott ist, wird er dich überführen, auf den anderen zuzugehen. Wenn es in der Ehe ist: Lass die Sonne nicht über deinem Zorn untergehen! Bringe die Dinge in Ordnung! Demütige dich! Geh und bitte um Vergebung, egal um wen es sich handelt, deinen Sohn, deine Tochter, deine Eltern, deinen Chef oder jemand anderen. Halte dein Gewissen rein! Es gibt keine größere Freude.
Marie Nancy hat uns erklärt, warum es so wichtig ist, ein reines Gewissen beizubehalten. Rick Lawson hat erfahren, wie viel Freude es macht, ein reines Gewissen zu bekommen. Er ist heute hier, um mit Nancy darüber zu sprechen.
Das schlechte Gewissen: Rick Lawsons Geschichte
Nancy: Rick, vielen Dank, dass du dich uns heute aus Kansas City zugeschaltet hast. Vielen Dank, dass du bei Belebe unsere Herzen zu Gast bist.
Rick Lawson: Es ist mir ein Vergnügen, Nancy.
Nancy: Rick, du bist Elektroingenieur, und wir haben uns im Zusammenhang mit Life Action Ministries kennengelernt, wo ich tätig war. Es war bei einer Life Action-Veranstaltung in Dallas/ Fort Worth in der Birchman Baptist Church, wo ich Teil des Teams war. Erzähl uns doch, wie du diese Zeit erlebt hast: Was geschah, aus deiner Sicht, als das Team von Life Action Ministries in eure Gemeinde kam? Was tat Gott in diesen Tagen, als er etwas Neues in deinem Herzen angestoßen hat?
Rick: Okay. Als Life Action im Herbst 1988 in unsere Gemeinde kam, hatte ich nicht die Erwartung, dass Gott etwas in meinem Leben tun würde. Mein Fokus lag eindeutig auf meiner Karriere – ich war entschlossen, die Karriereleiter weiter nach oben zu klettern. Zu dieser Zeit bereiteten wir gerade unseren Umzug von Fort Worth, Texas, nach St. Louis vor, da ich eine Beförderung erhalten hatte. Damals arbeitete ich für einen Rüstungskonzern.
Die Evangelisationen von Life Action dauerten in der Regel zwei Wochen oder länger – und so lange brauchte Gott dann auch, um mein Herz zu erreichen. Die ganze erste Woche verging, und ich spürte, wie Gott zu wirken begann. Wenn ich heute darauf zurückblicke, erkenne ich, dass der Heilige Geist bereits in meinem Herzen wirkte und mich auf das vorbereitete, was Gott von mir verlangen würde.
Es war tatsächlich der zweite Sonntagmorgen. Die Predigt handelte von Naeman, der von seinem Aussatz geheilt werden wollte und zu Elisa kam um ihn zu fragen, was er tun solle. Elisa riet ihm, siebenmal im Jordan unterzutauchen. Doch das bedeutete für Naeman einen großen inneren Kampf, denn er war voller Stolz. Es war eigentlich eine ganz einfache Aufgabe, die ihm gestellt wurde, aber sein eigenes Herz machte es ihm sehr schwer.
Das war der Moment, in dem Gott begann, mich meiner Sünde zu überführen, indem er mir den Stolz in meinem Leben offenbarte. Ich verließ meinen Platz in der Gemeinde und ging zu einem Raum, der für das Gebet reserviert war. Ich verbrachte dort einige Zeit damit, den Herrn anzurufen und meinen Stolz zu bekennen, und dass ich unabhängig von ihm und nur für mich gelebt hatte. Danach fühlte ich eine neue Freude in meinem Herzen, das war im Gottesdienst Sonntagmorgen, und ich erinnere mich, dass ich danach wegging und es kaum erwarten konnte, am gleichen Abend wieder in die Gemeinde zu kommen.
Nancy: Das ist ein Zeichen von Erweckung, nicht wahr?
Rick: Ja, das stimmt. Ich wollte nicht nach Hause gehen, und ich konnte es kaum erwarten, zurückzukommen.
Nancy: Erstaunlich!
Rick: Abends kam dann eine der Frauen herein, die für die Kinderbetreuung zuständig waren. Es wurden freiwillige Helfer gesucht, aber ich zog den Kopf ein. Unsere drei Töchter waren damals noch sehr klein; die älteste gerade mal fünf Jahre alt. Wir hatten also mehrere Kinder in der Betreuung, und wir selbst arbeiteten auch als Betreuer. Deswegen versuchte ich, mich zu verstecken.
Schließlich meldete sich meine Frau Vickie, sodass ich im Gottesdienst bleiben konnte. Ich war sehr erleichtert.
Als der Gottesdienst dann aber begann, sagte der Erweckungsprediger: „Bevor wir anfangen, lasst uns aufstehen und beten: ‚Herr, wenn Du heute Abend zu mir sprechen willst, was auch immer Du mir sagst, ich will Dir gehorchen.‘‘‘
Ich erinnere mich, dass ich dieses Gebet von ganzem Herzen mitgesprochen habe. Die Freude vom Morgen war noch ganz frisch in mir, und so betete ich mit, voller Erwartung, welche neue Wahrheit mir an diesem Abend gezeigt werden würde.
Nach etwa fünf Minuten der Predigt stellte sich heraus, dass es um ein reines Gewissen gehen würde, sowohl Gott als auch den Menschen gegenüber. Die Definition, die gegeben wurde, lautete: „Ein reines Gewissen habe ich, wenn ich niemandem Unrecht getan, niemanden belogen, bestohlen oder auf andere Weise gegen jemanden gesündigt habe, ohne zu dem Betroffenen zurückgekehrt zu sein und es wiedergutgemacht und Gott um Vergebung gebeten zu haben.“ Dann bat der Redner alle, die das von sich sagen konnten, um ein Handzeichen.
Während wir die Köpfe gesenkt hielten, wurde mir klar, dass ich meine Hand nicht heben konnte. Ich hatte sogar das Gefühl, als hätte mir jemand einen Schlag in die Magengrube versetzt, denn der Herr erinnerte mich sofort an zwei (bestimmte) Situationen, und ich dachte: „Wie könnte ich das jemals aussprechen?“
Diese beiden Dinge drängten sich mir auf:
- Erstens war mir die Sicherheitsfreigabe, die ich für meine Arbeit brauchte, teilweise unrechtmäßig erteilt worden.
- Zweitens hatte ich während meines Studiums in verschiedenen Geschäften in der Nähe der Uni gestohlen.
Aber das Schlimmste war die Sache mit meiner Sicherheitsfreigabe. Für den Fragebogen hatte ich natürlich jede Menge Hintergrundinformationen zu geben. Eine Frage lautete, ob ich jemals illegale Drogen konsumiert hätte, und das hatte ich während meines Studiums tatsächlich getan.
Ich wusste, wie die richtige Antwort hätte lauten müssen, aber ich hatte Angst, dass ich meine Zulassung nicht erhalten und damit meinen Job verlieren würde, wenn ich die Wahrheit sagte. Und so rechtfertigte ich das vor mir selbst, indem ich mir sagte: Ich mache das ja nie wieder. Es wird in meinem Leben keine Rolle mehr spielen, also gebe ich einfach die Antwort, die sie hören wollen.
Das Problem, das Gott mir ins Bewusstsein rief, war die Tatsache, dass ich überhaupt eine Freigabe hatte. Darüber hinaus besaß ich auch eine Sondergenehmigung von der Navy, um an dem Projekt zu arbeiten, an dem ich gerade tätig war. Jeder Tag, an dem ich zur Arbeit ging, fühlte sich wie eine Lüge an. Ich hatte gar kein Recht, dort zu sein, weil ich nicht die Wahrheit gesagt hatte.
Nancy: Wie lange ist es her, dass du den Fragebogen ausgefüllt hattest?
Rick: Das war ungefähr fünf Jahre vorher.
Nancy: Also hast du in diesen fünf Jahren nicht viel darüber nachgedacht?
Rick: Überhaupt nicht.
Nancy: Bis der Herr seinen Finger auf den wunden Punkt legte.
Rick: Ja, das stimmt. Danach konnte ich nicht mehr aufhören, darüber nachzudenken.
Nancy: Ist das nicht, was mit der Überführung durch den Heiligen Geist gemeint ist?
Rick: Ja, genau. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich meine Arbeit erledigt habe, weil es mir einfach nicht mehr aus dem Kopf ging.
Immer wieder habe ich versucht, es vor mir selbst zu rechtfertigen. Nach dem Gottesdienst – meine Frau Vickie war ja bei der Kinderbetreuung gewesen und hatte deshalb den Vortrag über das reine Gewissen verpasst – musste ich ihr auf dem Heimweg ja nun alles erzählen, weil ich das nicht allein durchstehen wollte.
Nancy: Hast du ihr gesagt, was Gott dir aufs Herz gelegt hat?
Rick: Ja, das habe ich. Als sie die Definition hörte, sagte sie nur: „Au weia“, als ihr klar wurde, was der Maßstab war.
Dann fing ich an, ihr zu erzählen, was der Herr von mir wollte. Wie du dir vorstellen kannst, war sie etwas beunruhigt, vielleicht sogar ängstlich. Ich sagte: „Ich muss die ganze Zeit an meine Freigabe denken.“
Nancy: Sie hatte Angst davor, was es bedeuten würde, wenn du das richtig stellst.
Rick: Das stimmt. Denn auf dem Formular für die Unbedenklichkeitsbescheinigung – ein Regierungsformular – steht ganz unten: „Jede vorsätzliche Falschaussage wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren und einer Geldstrafe von bis zu 10.000 Dollar bestraft.“
Nancy: Ach du meine Güte. Da stand wirklich eine Menge auf dem Spiel.
Rick: Ja, richtig. Sie musste natürlich auch ihren eigenen Prozess durchmachen. Während ich mit mir kämpfte, kämpfte sie damit, es entweder zuzulassen oder Druck auf mich auszuüben, es nicht zu tun, oder überhaupt herauszufinden, wie sie damit umgehen sollte.
Sie suchte das Gespräch mit der Leiterin ihrer Bibelstudiengruppe, mit der sie eng befreundet war. Sie erzählte ihr, was los war und wo wir durchgingen. Die beiden kannten sich schon lange und waren gut befreundet. Nachdem sie alles gehört hatte, sagte diese Freundin: „Vickie, Gott ist bereit, dein Gebet zu erhören – aber du musst ihm Platz machen und ihn an deinem Mann arbeiten lassen.“
Nancy: Dafür brauchte Vickie wirklich Vertrauen, Vertrauen, dass Gott weiß, was er tut.
Rick: Ja. Während der Evangelisation gaben die Leute Zeugnis davon, wie sie ihr Gewissen auf verschiedene Weise bereinigt hatten – sei es durch die Änderung ihrer inneren Einstellung oder durch die Rückzahlung von Geld und dergleichen. Aber niemand, zumindest bis zu diesem Zeitpunkt der Evangelisation, hatte die Konsequenz fürchten müssen, ins Gefängnis zu gehen. Wenn ich ins Gefängnis käme, könnte ich meine Familie nicht mehr versorgen.
Doch die Bibelstelle, die Gott immer wieder benutzte und die mir nicht aus dem Kopf ging, war Markus 10,17-22, die Geschichte von dem reichen jungen Mann, der zu Jesus kam und ihn fragte, was er tun müsse, um gerettet zu werden. Wenn man das so theoretisch im Rahmen der Bibelstunde bespricht, denkt man: „Hey, dieser Mann spricht mit Jesus. Er fragt: ‚Was muss ich tun, um gerettet zu werden?‘ Jesus gibt ihm einen Auftrag: ‚Geh, verkaufe alles, was du hast, und folge mir nach.‘“
Jesus sagte das, nachdem es in der Bibel heißt, dass er ihn anblickte und ihn lieb gewann. Trotzdem ging der junge Mann traurig weg, denn er war sehr reich. Ob er später noch einmal die Gelegenheit hatte, Jesus nachzufolgen, sagt uns die Bibel nicht.
An diese Geschichte musste ich abends beim Einschlafen denken. Ich hatte das Gefühl, dass Gott von mir verlangte, alles aufzugeben, wofür ich so hart gearbeitet hatte, und dass alles weg sein würde – nur, um gehorsam zu sein.
Marie Morgen werden wir den zweiten Teil von Ricks Geschichte hören. Rick sprach mit Nancy über den freudigen, aber auch beängstigenden und schwierigen Prozess, ein reines Gewissen zu bekommen.
Das Interview ist Teil unserer Serie „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“.
12-Wochen tiefgründiger, bedeutungsvoller und herausfordernder Inhalte: bzw. Merkmale der persönlichen Erweckung! Schau gern auf unserer Website vorbei, um vorherige Folgen nachzuhören oder auch sonst über Belebe unsere Herzen auf dem Laufenden zu bleiben.
Also, sei morgen wieder dabei, wenn wir Rick Lawsons Story Teil 2 hören.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
© 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.