Marie Falk: Rick Lawson hatte bei einer Sicherheitsüberprüfung auf der Arbeit gelogen und war fest entschlossen, das wieder in Ordnung zu bringen.
Rick Lawson: Die Unterlagen passten in einen länglichen Umschlag. Ich beschriftete ihn und nahm ihn mit zur Arbeit. Ich brauchte ungefähr drei Anläufe, um von meinem Schreibtisch zum Sicherheitsbüro zu gehen. Dabei ging es mir immer wieder durch den Kopf: „Rick, falls es doch keinen Gott gibt, bist du kurz davor, dein Leben zu ruinieren, und zwar unwiderruflich.“
Marie: Schön, dass du wieder dabei bist, hier bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Gestern haben wir den ersten Teil eines Interviews zwischen Nancy und Rick gehört. Er hat in seiner Gemeinde eine Erweckung erlebt und währenddessen fing sein Gewissen an, ihn wegen einer früheren Straftat zu belasten. Fünf Jahre zuvor hatte Rick sich auf eine Stelle in der Rüstungsindustrie beworben und …
Marie Falk: Rick Lawson hatte bei einer Sicherheitsüberprüfung auf der Arbeit gelogen und war fest entschlossen, das wieder in Ordnung zu bringen.
Rick Lawson: Die Unterlagen passten in einen länglichen Umschlag. Ich beschriftete ihn und nahm ihn mit zur Arbeit. Ich brauchte ungefähr drei Anläufe, um von meinem Schreibtisch zum Sicherheitsbüro zu gehen. Dabei ging es mir immer wieder durch den Kopf: „Rick, falls es doch keinen Gott gibt, bist du kurz davor, dein Leben zu ruinieren, und zwar unwiderruflich.“
Marie: Schön, dass du wieder dabei bist, hier bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Gestern haben wir den ersten Teil eines Interviews zwischen Nancy und Rick gehört. Er hat in seiner Gemeinde eine Erweckung erlebt und währenddessen fing sein Gewissen an, ihn wegen einer früheren Straftat zu belasten. Fünf Jahre zuvor hatte Rick sich auf eine Stelle in der Rüstungsindustrie beworben und bei den Formularen zur Sicherheitsüberprüfung hinsichtlich seines früheren Drogenkonsums gelogen. Für diese Falschangabe drohten ihm bis zu zehn Jahre Haft oder eine Geldstrafe von bis zu 10.000 $.
Hier ist Teil zwei der Geschichte:
Rick: Ich nahm mir einen Tag Urlaub, fuhr nach Hause zurück und machte mich daran, die ganzen Formulare erneut auszufüllen. Wenn man die Kästchen mit „Ja“ ankreuzte, musste man Rechenschaft über alles ablegen, was man getan hatte. Ich hatte während meines Studiums viel mit Drogen zu tun gehabt und brauchte eine Weile, um den gesamten Papierkram zu erledigen.
Die Unterlagen passten in einen länglichen Umschlag. Ich beschriftete ihn und nahm ihn mit zur Arbeit. Ich brauchte ungefähr drei Anläufe, um von meinem Schreibtisch zum Sicherheitsbüro zu gehen. Dabei ging es mir immer wieder durch den Kopf: „Rick, falls es doch keinen Gott gibt, bist du kurz davor, dein Leben zu ruinieren, und zwar unwiderruflich.“
Ich drehte mich um und ging an meinen Schreibtisch zurück. Doch mein Gewissen ließ mir keine Ruhe. Dieses Überführtwerden war ein interessantes Phänomen. Es war irgendwie eine Einsicht, ein klares Bewusstsein für das, was Gott von mir wollte. Es war eine Ernsthaftigkeit mit diesem Wissen verbunden, aber auch ein geduldiges Abwarten, als würde Gott sagen: „Ich warte einfach hier, bis du es getan hast.“
Nancy DeMoss Wolgemuth: Aber dir war bewusst, dass du nicht mit Gott im Reinen sein konntest, bevor du es erledigt hattest.
Rick: Ja, genau. Ich konnte fast an nichts anderes mehr denken. Und so bin ich beim dritten Anlauf direkt zum Sicherheitsbüro gegangen. Ich bin nicht gelaufen, aber zügig gegangen. Ich warf meinen Brief in den internen Postkasten und ging dann so schnell wie möglich weg, und damit begann das große Warten.
Einige Tage später wurde ich in das Büro meines Vorgesetzten gerufen. Er hatte den Leiter der Sicherheitsabteilung dabei und fragte mich, ob ich meine Sicherheitsdokumente erneut eingereicht hätte. Als ich bejahte, meinte er: „Nun, wir waren gezwungen, die Navy zu kontaktieren. Wir wurden [...] darum gebeten, dich von dem Projekt zu suspendieren, bis die Untersuchungsergebnisse des Verteidigungsministeriums vorliegen.“
Sie nahmen mir meine Zugangskarte weg, die ich für das Projektbüro brauchte, und ich konnte nicht mehr in das Gebäude, in dem das Projekt durchgeführt wurde. Und ich war ja gerade erst zum Leiter dieses Projekts in St. Louis befördert worden und war gerade dabei, dorthin umzuziehen. Und jetzt hatte ich keinen Zutritt zu dem Gebäude mehr.
Nancy: Du warst also immer noch am Projekt beteiligt, hattest aber keine Freigabe mehr.
Rick: Das stimmt. Ich war weiterhin Teil des Projekts, aber ich durfte nicht mehr in das Gebäude. Zunächst musste mein Chef einen Arbeitsplatz für mich finden. Also gab er mir meinen früheren Platz bei meinen Kollegen, die mich verwundert fragten: „Rick, warum bist du hier? Gehörst du nicht eigentlich drüben in das andere Gebäude?“ Ich wollte sie nicht belügen, besonders jetzt, wo Gott mir bewusst gemacht hatte, dass ich bei meinen Unterlagen gelogen hatte.
Mir blieb nichts anderes übrig, als zu sagen: „Es war Gott, der mich auf meine Lügen im Zusammenhang mit meiner Zugangsberechtigung hingewiesen hat. Ich habe einfach vor ihm kapituliert“. Und der Herr gab mir damit viele Gelegenheiten, zu erzählen, was er in meinem Leben tat.
Und dann waren da noch die Leute, deren Vorgesetzter in St. Louis ich nun war. Da ich nicht erschienen war, riefen sie mich jetzt alle an, um nachzufragen, was los sei und erzählten mir von den Gerüchten, die sie gehört hatten. Einige zögerten, mich darauf anzusprechen. Doch Gott gab mir eine Gelegenheit nach der anderen, Rechenschaft abzulegen über die Hoffnung, die in mir war, wie Petrus sagt, aber es war ein langes Warten.
Nancy: Wie viele Monate hat das gedauert, Rick?
Rick: Ich muss mal überlegen. Lange Zeit hörte ich überhaupt nichts. Ich hatte die Papiere im November eingereicht, und es war dann im darauffolgenden August. Es dauerte also ungefähr neun Monate, bis ich eine Antwort bekam.
Nancy: Hast du in dieser Zeit an deiner Entscheidung gezweifelt oder warst du einfach ruhig, dass der Herr die Sache schon regeln würde?
Rick: Nun, es war tatsächlich eine interessante Zeit. Ich kann mich nicht erinnern, jemals Zweifel an meiner Entscheidung gehabt zu haben. Doch Gott gebrauchte diese ganzen Monate, in denen ich täglich auf ihn angewiesen war, um an mir zu arbeiten. Mir fällt zum Beispiel ein, wie ich zum ersten Mal in meinem Leben vor den Mahlzeiten betete und wirklich dankbar für das Essen war.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich Vickie damals davon erzählt habe, aber ich erinnere mich, wie ich an unserem Küchentisch saß und meinen Blick durch den Raum schweifen ließ. Ich hatte den Überblick über unsere Lebensmittelvorräte und wusste, wie lange sie reichen würden. Ich konnte jederzeit verhaftet werden und wäre dann nicht mehr in der Lage, meine Familie zu versorgen.
Ich erinnere mich, wie ich morgens früh im Wohnzimmer saß, als sonst niemand wach war und meine persönliche Stille Zeit mit Gott hatte, wie ich mich umschaute und mir zum ersten Mal bewusst wurde, dass ich Gott nie für unser Zuhause gedankt hatte, für alles in unserem Haus, für all die Dinge, mit denen er uns versorgt hatte, denn ich hatte mich immer auf mich selbst verlassen, mich um alles selbst gekümmert.
Ich erkannte, dass alles, was ich hatte, was ich sein würde, in seiner Hand lag. Ich begann zu begreifen, dass alles, was ich bis dahin gehabt hatte, ein Geschenk von ihm war und wurde wirklich dankbar für alles, was wir in dieser Zeit des Wartens besaßen.
Nancy: Gott erhörte also wirklich Vickies Gebete, die sie so viele Jahre zuvor gebetet hatte. Sie hatte ja dafür gebetet, dass Gott dich zu einem geistlichen Leiter und dein Herz sensibel und empfänglich für den Herrn machen würde.
Rick: Ja.
Nancy: Ich möchte noch darauf zurückkommen, was mit deiner Sicherheitsüberprüfung passierte. Aber in der Zwischenzeit hatte Gott dich ja auch noch wegen einer anderen Sache überführt. Wegen Diebstählen während des Studiums. Das war der zweite Bereich, wo du dein schlechtes Gewissen bereinigen musstest.
Rick: Ja. Als ich in der Uni war, hatte ich aus mehreren Läden Sachen mitgehen lassen. Jetzt legte Gott mir aufs Herz, zu den Geschäften zurückzugehen und das, was ich gestohlen hatte, zurückzuzahlen, es zumindest anzubieten, und das tat ich. Eins war eine Buchhandlung – eine der College-Buchhandlungen in Stillwater, Oklahoma, an der Oklahoma State University. Ich wusste nicht genau, wie ich vorgehen sollte und was ratsam wäre, und schließlich schrieb ich eine kleine Notiz.
Nancy: Was hattest du in dem Laden gestohlen?
Rick: Ein paar Fachbücher und einen Taschenrechner, ein ziemlich ausgefallenes Ding.
Nancy: Daran kannst du dich so viele Jahre später noch erinnern?
Rick: Ja. Ich erinnere mich. Ich weiß noch ganz genau, wo ich die Verpackung von dem Rechner versteckt hielt. Ich kann mich noch lebhaft daran erinnern.
Nancy: Und dann sagte dir der Herr, dass du dich damit befassen solltest.
Rick: Ja, das ist wahr. Ich schrieb einen Brief, in dem ich im Wesentlichen sagte, dass ich mein Leben kurz vorher dem Herrn Jesus Christus übergeben hatte. Ich schrieb: „Jesus zeigte mir, wie falsch es war, Sie zu bestehlen, als ich Student an der Oklahoma State University war. Nehmen Sie bitte diesen Scheck als Zahlung für das, was ich Ihnen schulde, an, und bitte vergeben Sie mir.“ Ich setzte meine Unterschrift darunter und schickte den Brief ab.
Ein paar Tage später erhielt ich einen Anruf von einem Reporter des O' Collegian, der Studentenzeitung der Oklahoma State University. Er fragte mich: „Bist du Rick Lawson?“
Ich sagte: „Ja.“
Er fragte: „Bist du der Typ, der an den Buchladen geschrieben und das Geld zurückgezahlt hat?“
Und ich sagte: „Ja, der bin ich.“
Er stellte mir die Frage: „Und warum hast du das gemacht?“
So bekam ich also die Gelegenheit, davon zu erzählen, was der Herr in meinem Leben veränderte.
Ich war gerade dabei, die Stadt zu verlassen. Ich hatte geschäftlich in Philadelphia zu tun. Und ich hatte Angst, dass die Zeitung das, was vor sich gegangen war, irgendwie falsch darstellen und Gott dabei schlecht wegkommen würde.
An dem besagten Freitag war ich also mit einem Kollegen auf dem Flughafen von Philadelphia. Wir waren kurz vor dem Abflug. Morgens hatten wir uns im Hotel eine Ausgabe von USA Today: geholt, und als wir dort saßen, überflog ich die Titelseite und blätterte zur zweiten Seite in der oberen rechten Ecke. Als ich sie überflog, sah ich es in fetten Buchstaben. Da stand der Name Rick Lawson. Ich sagte: „Ach, mal sehen, was sie da über mich schreiben.“
Es war ein kleiner Artikel. Darin stand im Wesentlichen, dass Rick Lawson, ehemaliger Student der Oklahoma State University, einer Buchhandlung in der Gegend ein Entschuldigungsschreiben und einen Scheck geschickt hatte – (wohlgemerkt:) auf der zweiten Seite von USA Today:.
Als ich zurück war, hatte ich mehrere Anrufe von Freunden aus meiner Highschool-Zeit, mit denen ich seit Jahren nicht mehr gesprochen hatte. Der O' Collegian hatte darüber geschrieben und es auch an die lokale Presse in Stillwater weitergegeben. Und die wiederum verbreitete es über den Telegrammdienst, sodass der Daily Oklahoman, eine landesweite Zeitung in Oklahoma, davon Wind bekam. Und auf einmal war es auf der Titelseite aller drei Zeitungen.
Ich konnte die Artikel selbst sehen. Sie waren auf die Titelseite gesetzt, und sie hatten entweder den ganzen Brief oder (zumindest) den wichtigsten Teil davon abgedruckt…
Nancy: Wow! Unfassbar!
Rick: …und danach kam einfach gar nichts mehr. Es gab kein Nachfragen, kein „Ja, aber“, keine Frage nach meiner Motivation.
Nancy: Nur dein Schuldbekenntnis?
Rick: Nur mein Zeugnis und der Bericht über das, was passiert war, das war's.
Nancy: Oh Mensch, man fragt sich, wie die verlorene Welt um uns herum anders über Jesus und das Christentum denken würde, wenn Christen wirklich ehrlich würden. Wenn die Welt unsere Entschlossenheit, als echte Christen zu leben, sehen würde, und nicht die Scheinheiligkeit, die man uns manchmal zu Recht vorwirft.
Rick: Genau. Da nun jeder in meiner Heimatstadt davon wusste, gab Gott mir (reichlich) Gelegenheit, mein Gewissen zu bereinigen. Unter anderem gab es ein paar Vorfälle mit Freunden, die Jahre zuvor passiert waren. In mir war eine überfließende Freude, und meine Verbindung zu Gott war beständig und offen.
Ich erinnere mich, dass ich damals betete: „Gott, es tut mir so leid, dass ich all diese schlechten Dinge bekennen muss. Ich möchte gerne etwas Gutes für Dich tun.“ Nach einigen Tagen zeigte er mir endlich die Torheit dieses Gebetes. Er sagte: „Ich will, dass du gehorsam bist, und das segne ich, denn deine Gerechtigkeit ist nichts als schmutzige Lumpen. Tu einfach, was ich sage, und alles wird gut.“
Nancy: Wow! Und für alle, die den ersten Teil der Geschichte verpasst haben: Du konntest dein Gewissen auch in Bezug auf eine Bewerbung bereinigen, bei der du Jahre zuvor gelogen hattest. Du hast die Unterlagen erneut eingereicht und dadurch deine Sicherheitsfreigabe verloren, woraufhin du dann neun Monate auf eine Antwort warten musstest. An dieser Stelle haben wir aufgehört und möchten nun hören, wie es mit deiner Arbeit weiterging. Menschlich gesprochen, stand deine ganze Existenz auf dem Spiel.
Rick: Ja, das stimmt. Ich habe immer nur gewartet. Es dauerte mehrere Monate – ich würde sagen, drei oder vier – bevor ich überhaupt von einem Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums befragt wurde. Seine erste Frage kam wie aus der Pistole geschossen: „Warum hast du das getan? Was war deine Motivation?“ Das war der perfekte Einstieg (ins Gespräch), denn für die meisten Leute war es unglaublich.
Es war sogar so: Als ich meinen Mitarbeitern die Geschichte erzählte, das heißt, ich erinnere mich, dass ich einem bestimmten Mann von der Rückzahlung im Buchladen erzählte, da meinte der: „Wow, Rick, ich kann das einfach nicht glauben!“
Und ich sagte: „Ja, während meines Studiums habe ich einige schlimme Dinge getan.“
Aber er dann so: „Nein, ich meine nicht, was du getan hast. Ich meine, ich kann nicht glauben, dass du das Geld zurückgezahlt hast.“ Er dachte also nicht über das nach, was ich falsch gemacht hatte, sondern staunte vielmehr darüber, dass ich den Betrag erstattet hatte.
Ich musste also, wie gesagt, mehrere Monate warten. Nachdem ich die ganze Sache noch einmal mit dem Ermittler der Verteidigung durchgegangen war und ich meine Aussage von Hand aufgeschrieben hatte, fragte ich ihn: „Können Sie mir sagen, wie meine Chancen sind? Also, was ich zu erwarten habe?“
Seine Antwort war: „Nein, ich führe nur die Untersuchung durch. Ich bin nicht an der Entscheidungsfindung beteiligt, ich gebe nur einen Bericht ab. Damit kann ich Ihnen nicht behilflich sein.“
„Okay.“ Also wartete ich weiter. Ich schuldete meiner Familie eine Erklärung. Wir waren gerade dabei, nach St. Louis umzuziehen und hatten versucht, unsere Kinder auf den Umzug vorzubereiten, und nun fand der plötzlich gar nicht mehr statt. Ich musste ihnen erklären, warum ihr Papa jetzt in einem anderen Gebäude arbeitete.
Ich hatte ihnen ganz offen gesagt, dass Gott mich als Lügner überführt hatte. Ich hatte ihnen die Wahrheit sagen müssen, und nun wartete ich ab, was als Nächstes passieren würde.
Eines Abends hatten wir gerade unser Tischgebet gesprochen und waren dabei, uns etwas zu Essen aufzufüllen, als mich meine älteste Tochter – damals fünf Jahre alt – aus heiterem Himmel bat, ihr etwas von Jesus zu erzählen. Wenige Tage danach nahm sie Jesus als ihren Retter an. Später erfuhren wir, dass Gott meine Lüge gebraucht hatte, um an ihrem Herzen zu arbeiten, denn ihr war bewusst, dass sie genauso gelogen hatte wie ich, und sie bekam mit, was Gott in meinem Leben tat. Sie wusste, wenn ihr Papa Jesus brauchte, dann brauchte sie ihn auch.
Nancy: Das kleine Mädchen von damals ist übrigens heute gar nicht mehr so klein. Sie ist jetzt…
Rick: Sie ist jetzt 20 Jahre alt.
Nancy: Und dient dem Herrn in einem der Life Action Teams.
Rick: Ja, das stimmt.
Nancy: Es ist ein ähnliches Team wie das, das Gott damals in den 80er Jahren in eurer Gemeinde gebrauchte.
Rick: Ja, genau. Das ist die zweite Generation dort. Als Teil ihres Bewerbungsverfahrens bei Life Action musste meine Tochter ihr Zeugnis auf Video aufnehmen. Dafür nahm unsere Familie vor ihr Platz, damit sie ein kleines Publikum hatte, zu dem sie sprechen konnte. Als mein fünfjähriger Sohn an diesem Abend ihr Zeugnis hörte, überführte Gott ihn und er bekehrte sich.
Nancy: Wow! Das ist großartig! Was allein der Gehorsam eines Vaters oder einer Mutter im Leben vieler bewirken kann, insbesondere in dem ihrer Kinder!
Rick: Wir warteten weiter. Es ging auf den Spätsommer zu, in den August hinein, wenn ich mich recht erinnere, und schließlich hörte mein Chef, der ebenfalls auf die Ergebnisse der Untersuchung wartete, von unserem Sicherheitsbüro, dass wir nicht so bald mit einer Antwort rechnen sollten. Also kam er eines Morgens zu mir und meinte: „Rick, ich muss mit dir über deine Arbeit sprechen.“
Als ich sein Büro betrat – genau in dem Moment – klingelte sein Telefon, und er blickte auf die Anzeige. Er hatte eine Ruferkennung für Anrufe innerhalb der Firma, und er sagte: „Oh, da muss ich rangehen.“ Ich ging also wieder raus. Er verbrachte ein paar Minuten am Telefon und rief mich dann wieder herein.
Ich weiß noch, wie er sich in seinem Stuhl zurücklehnte. Er schüttelte fassungslos den Kopf und meinte nur: „Ich kann’s nicht glauben.“ Eigentlich hatte er mir sagen wollen, dass in Kürze keine Antwort zu erwarten sei, aber nun meinte er: „Das war die Sicherheitsabteilung. Sie haben da eine Information über eine gewisse Person, gegen die gerade eine Untersuchung läuft. Diese Person bist du! Deine Sicherheitsfreigabe ist wieder aktiv.“
Weißt du, ich denke sofort daran zurück, wenn ich heute ins Zweifeln komme, ob Gott in bestimmten Situationen wirklich alles in der Hand hat. Er schickte seine Antwort genau in dem Moment, als ich das Büro betrat, und da frage ich mich, wie ich überhaupt noch zweifeln kann.
Und dann mussten wir die Erlaubnis der Navy einholen, damit ich wieder an dem Projekt teilnehmen konnte. Meine Genehmigung war wieder da, aber es fehlte noch der Zugang zum Projekt. Das Unternehmen bat in einem Brief um eine Entscheidung, die schließlich negativ ausfiel. Also musste ich mir einen anderen Job suchen.
Genau zu diesem Zeitpunkt wurde ein anderes Projekt personell aufgestockt. Wäre die Antwort der Navy früher gekommen, hätte ich diesen speziellen Auftrag nicht bekommen. Ich bin mir nicht sicher, welchem Projekt ich zugeteilt worden wäre, aber wenn ich zu dem Navy-Projekt zurückgekehrt wäre…(au weia). Im Januar 1991 wurde dieses Projekt (nämlich) wegen zu hoher Kosten eingestellt. Tausende von Ingenieuren verloren an diesem Tag ihren Job.
Wenn ich so richtig darüber nachdenke: Als ich den Umschlag in den internen Postkasten warf, war ich überzeugt, dass ich meinen Job verlieren würde. Ein Resultat dieser ganzen Sache war, dass Gott das benutzte, um mir eine Stelle zu geben, wo ich sicher war, als diese Entscheidung fiel.
Nancy: Auf dem Weg von Demut und Gehorsam kann man nicht wirklich etwas falsch machen, oder?
Rick: Das ist richtig.
Nancy: Der Segen, die Frucht eines reinen Gewissens zu erleben – ich nehme an, das war nicht das letzte Mal, dass du dein Gewissen bereinigen musstest.
Rick: Nein. Ich hatte sogar erwartet, dass du mich fragen würdest, wann das letzte Mal war. Ich glaube, es ist zwei Tage her, dass ich mich bei einem meiner Kinder für meine Reaktion entschuldigen musste.
Nancy: Hast du es dir zur Gewohnheit gemacht, ein reines Gewissen zu haben?
Rick: Das muss ich mir immer wieder bewusst machen. So seltsam es auch klingen mag, ich habe Phasen, in denen ich gar nicht merke, dass die Situationen, mit denen ich zu kämpfen habe, unter anderem damit zusammenhängen, dass ich zu beschäftigt bin. Ich achte nicht mehr auf das, was Gott konkret und jetzt von mir will, und dann muss ich wieder zurückgehen und einige Dinge in Ordnung bringen.
Gott schafft es immer wieder, mich daran zu erinnern, aber ich weiß, wie wichtig und notwendig das ist, und wenn ich mich davor drücke, dann drücke ich mich vor dieser engen Beziehung zu Gott.
Nancy: Das ist keine einmalige Sache. Es ist ein Lebensstil.
Rick: Ja, das ist es. Ein Lebensstil.
Marie: Rick Lawson sprach mit Nancy über Freiheit. Wenn er sein Gewissen erleichtern konnte, obwohl ihm eine schwere Strafe drohte, dann schaffst du das auch. Jim Cymbala, Pastor der Brooklyn Tabernacle Church in New York, hat sich ein paar Gedanken darüber gemacht, was es bedeutet, ein reines Gewissen zu haben. Er liest Matthäus 5,23 und 24.
Jim Cymbala: „Wenn du nun deine Gabe zum Altar bringst und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe!“ Es ist eines der wichtigsten Prinzipien des geistlichen Lebens nach dem Wort Gottes, dass horizontale Beziehungen uns den Weg zum offenen Himmel und zum Segen Gottes, den er so gerne über unser Leben ausgießen möchte, versperren können.
Ich glaube, diesen Segen wünschen wir uns alle. Aber was ist das Geheimnis eines offenen Himmels, einer offenen Hand Gottes, die Gnade ausgießt und unsere Nöte stillt? Wenn wir uns in unserem Land umschauen, sehen wir, dass wir als Christen gesegnet sind, aber was steckt dahinter, dass einige besonders von Gott gesegnet wurden? Es gibt Christen in der Kirchengeschichte und um uns her, von deren Beziehungen zum Herrn eine solche Fülle von Frucht, ein solcher Frieden, eine solche Lebensfreude ausging, dass andere gesegnet wurden.
Eines der Geheimnisse eines offenen Himmels, wenn ich das so sagen darf, ist ein offenes Leben, ein offenes Herz. Wenn wir uns verschließen und anfangen, Groll und Bitterkeit zu hegen, wenn unsere horizontalen Beziehungen problematisch werden, dann benutzt der Feind das, um unser Gewissen zu belasten. Vielleicht murren wir oder hegen Groll in unserem Herzen. Schlimmer noch, wir fangen vielleicht an, die, die uns verletzt haben, zu kritisieren, und zwar nicht in ihrer Gegenwart, sondern gegenüber anderen.
Wie viele Gemeinden wurden dadurch schon ausgebremst? Der Pastor betet. Er predigt das Wort Gottes. Doch wie viele Gemeinden befinden sich in einer geistlichen Tretmühle und kommen überhaupt nicht voran, weil sie dieses Gesetz problematischer, horizontaler Beziehungen nicht anrühren und trotzdem einen offenen Himmel, einen vertikalen Kanal zu Gott haben wollen, der frei und klar ist?
Der Herr sagt uns ganz direkt: „Lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen“. Auch wenn die Gabe nach dem Wort Gottes angemessen ist, wird sie nicht im rechten Geist gegeben, wenn du eine problematische Beziehung zu jemand anderem hast. Dein Gewissen wird dadurch befleckt, es schmerzt. Bitten wir also den Herrn um Gnade, damit wir uns diesen Dingen in unserem Leben stellen und sie überwinden können.
Und noch etwas möchte ich betonen: Wenn wir Fehler gemacht haben, wenn wir zum Beispiel unangemessen geredet haben, dann lasst uns Gott für den Thron der Gnade danken! Wir sollen auf andere zugehen – und ihre Reaktion ist dabei nicht so wichtig – und ihnen mit der richtigen Herzenshaltung sagen: „Ich habe ein Problem. Du hast mich verletzt“ oder was auch immer, „Ich habe schlecht über dich geredet“ oder „Was du getan hast, hat mich gestört, und ich möchte dir das einfach sagen und wissen, wie du die Sache siehst.“ (Denn du kannst eine Sache nicht richtig sehen, wenn du nicht beide Seiten hörst.) Wenn wir das tun, spielt es keine Rolle mehr, wie die Person reagiert, denn wir haben getan, was vor Gott richtig ist.
Die Last ist von uns genommen. Wenn der andere das akzeptiert und Frieden geschlossen wird, ist das wunderbar. Aber wenn der andere eine falsche Haltung beibehält, überlassen wir das dem Herrn, doch danken wir Gott, dass wir dann zum Gnadenthron gehen und dem Herrn sagen können: „Danke, dass uns heute Morgen, wenn wir beten, nichts als Barmherzigkeit und Gnade erwarten.“
Die beiden großen Dinge, die Gott am Thron der Gnade verspricht, unabhängig davon, wie sehr wir versagt und was wir getan haben, sind Barmherzigkeit für vergangenes Versagen und unsere Fehler anderen Menschen gegenüber, und dann „Gnade zur rechten Zeit“, wenn wir einfach freimütig zum Thron der Gnade kommen.
Das Wort „freimütig“ oder „voller Zuversicht“ bedeutet hier, dass wir alles aussprechen können, was in unserem Herzen ist, wie ein Kind es gegenüber seinen Eltern tut. Heute ist es uns möglich, durch unseren Herrn und Retter Jesus Christus vor anderen und dem allmächtigen Gott ein reines Gewissen zu haben.
Marie: Pastor Jim Cymbala hat diese Gedanken über ein reines Gewissen bei einem besonderen Gebetstreffen im Jahr 2007 geäußert. Christliche Leiter überall aus den USA, darunter auch Nancy DeMoss Wolgemuth, waren per Telefon miteinander verbunden, um gemeinsam für Erweckung zu beten.
[...]
Das damalige Gebetstreffen fiel mit der ersten Ausstrahlung der Podcast-Serie „Seeking Him - Neu belebt von ihm“ von Revive our Hearts in den USA zusammen.
Wir befinden uns inzwischen in Woche 8 dieser Reihe. Wenn du eine vorherige Sendung verpasst hast, kannst du sie ganz einfach auf unserer Website unter www.belebeunsereherzen.com nachhören.
Es ist auch noch nicht zu spät, die Merkmale persönlicher Erweckung selbst zu erarbeiten. Hol dir doch ein Exemplar des Kursbuches „Neu belebt von Ihm - Seeking Him“ vom Rigatio Verlag. Es führt dich durch die Eigenschaften persönlicher Erweckung, zeigt dir Bibelstellen und hilft dir, darüber nachzudenken, in welchen Bereichen deines Lebens du persönliche Erweckung nötig hast.
Kennst du auch Beziehungen, die so zerrüttet sind, dass kein Wort mehr miteinander gesprochen wird. Und es auch keine Hoffnung gibt, dass sich dieser Zustand jemals ändert?
Sei morgen wieder dabei, wenn Nancy von solchen Beziehungen berichtet, die Erweckung erleben durften.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
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