Marie Falk: Die Offenbarung beginnt mit persönlichen Botschaften an sieben Gemeinden. Wie würde solch eine persönliche Botschaft heute klingen? Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Ich glaube, der Herr würde uns da ermutigen, wo wir ihm gehorchen, wo wir treu sind. Er würde das anerkennen, wie er es bei jenen Gemeinden tat.
Aber dann, denke ich, würde er mit dem Licht seiner Heiligkeit und seiner Wahrheit und seines Wortes in unsere Herzen scheinen und sagen: „Aber ich habe gegen dich.“
Marie: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Buße ist kein einmaliger Akt unserer Bekehrung zu Jesus. Buße ist viel mehr ein täglicher Prozess und ein Zeichen echter Erweckung.
Und unsere aktuelle Podcastserie „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“, hilft dir die Elemente persönlicher Erweckung zu studieren. In den letzten Folgen ging es um Demut …
Marie Falk: Die Offenbarung beginnt mit persönlichen Botschaften an sieben Gemeinden. Wie würde solch eine persönliche Botschaft heute klingen? Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Ich glaube, der Herr würde uns da ermutigen, wo wir ihm gehorchen, wo wir treu sind. Er würde das anerkennen, wie er es bei jenen Gemeinden tat.
Aber dann, denke ich, würde er mit dem Licht seiner Heiligkeit und seiner Wahrheit und seines Wortes in unsere Herzen scheinen und sagen: „Aber ich habe gegen dich.“
Marie: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Buße ist kein einmaliger Akt unserer Bekehrung zu Jesus. Buße ist viel mehr ein täglicher Prozess und ein Zeichen echter Erweckung.
Und unsere aktuelle Podcastserie „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“, hilft dir die Elemente persönlicher Erweckung zu studieren. In den letzten Folgen ging es um Demut und Aufrichtigkeit. Diese Woche werden wir über echte Buße sprechen. Hier ist Nancy:
Nancy: Wir sind nun in der vierten Woche unserer Podcast-Serie „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“, und ich hoffe, ihr seid weiterhin dabei. Zu Beginn dieser Reihe haben wir darüber gesprochen, dass Erweckung in unserem Leben mit einem Prozess verbunden ist.
So ähnlich wie in der Landwirtschaft muss zuerst gepflügt werden, und das kostet viel Zeit. Dann kommt die Zeit des Pflanzens oder Säens; und beides erfordert viel Warten und Geduld, es sind viele Schritte, bis man tatsächlich ernten kann.
Zu Beginn dieser Serie haben wir euch ermutigt, indem wir gesagt haben, die ersten Wochen sind mit dem Vorgang des Pflügens zu vergleichen. Gott, der Herr, muss den Boden unserer Herzen mit dem Pflug seines Wortes gründlich bearbeiten.
Das Pflügen dient dazu, den Boden auf die Aussaat vorzubereiten. Wir befinden uns also noch immer in dieser Phase des Pflügens. Du fragst dich vielleicht, ob wir denn für immer ‚pflügen‘ werden. Die Antwort lautet „Nein“, aber in dieser Woche ist das weiterhin dran. Doch dann wird der Moment kommen, wo der Same auf den vorbereiteten Boden unserer Herzen fallen kann.
Ich verspreche dir, wenn du dabei bleibst und Gott weiter in deinem Herzen wirken lässt, dann wird der Tag kommen, an dem die Ernte der Gerechtigkeit sichtbar wird. Erinnere dich an das, was wir in einer früheren Folge aus Hosea gelesen haben, Hosea 10,12: „Denn es ist Zeit, den HERRN zu suchen, bis er kommt und euch Gerechtigkeit regnen lässt!“
Hör also nicht auf, ihn zu suchen. Bleib dabei und sei ausdauernd darin, den Herrn zu suchen. Vielleicht erinnerst du dich an eine Szene aus der Zeichentrickserie „Ziggy“, in der ein Prophet mit entsprechendem Gewand ein Schild hochhält, auf dem steht: „Sünder, tut Buße!“
Und dann steht in Klammern darunter: „Nicht persönlich gemeint!“ So denken wir gern über Buße. Wir haben kein Problem damit, über Buße zu predigen, Predigten über Buße zu hören und über Buße zu sprechen, solange es um die Sünden anderer geht.
Doch wir wollen nicht, dass der Prophet sich in unsere eigenen Sünden einmischt. „Nicht persönlich gemeint!“ – mit so einer Art von Aufforderung zur Buße können wir schon eher umgehen. Und doch gibt es nichts Persönlicheres im Leben eines Gläubigen als das ganze Thema Buße.
In dieser Woche wollen wir die Botschaft der Buße in den Mittelpunkt stellen, und ich muss direkt zu Beginn sagen, dass es eine persönliche Botschaft sein wird. Es wäre einfach falsch zu sagen, dass die Botschaft der Buße nichts mit uns persönlich zu tun hat.
Es ging Johannes dem Täufer um Buße, als er kam, um den Weg für das Kommen des Herrn Jesus vorzubereiten. In Matthäus 3,1 heißt es: „In jenen Tagen aber erscheint Johannes der Täufer und verkündigt in der Wüste von Judäa.“
Wie lautete seine Botschaft? „Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen!“ (Vers 2). Das war auch die erste Botschaft von Jesus, als er kam. In Matthäus 4,17 lesen wir: „Von da an (also nach der Taufe) begann Jesus zu verkündigen und zu sprechen: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen!“
Den Menschen kam diese Botschaft bekannt vor, denn Johannes hatte schon dasselbe gesagt. „Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen!“
Was verkündete Johannes der Täufer, und was war die Botschaft von Jesus? Was hatte das nahe bevorstehende Reich der Himmel mit Buße zu tun?
Sowohl Johannes als auch Jesus sagten, dass eine ganz neue Weltordnung käme. Ein völlig neues System. Eine ganz andere Art zu leben.
Ein ganz neues Wertesystem, anders als das, was sie bisher gekannt hatten. Bei diesem System, dieser Weltordnung, bei diesem Reich war es erforderlich, sich vom Reich des Menschen abzuwenden, vom Reich des Ichs, von den Geboten und Satzungen, unter denen sie bisher gelebt hatten, vom Reich dieser Welt.
Sie waren in eine Richtung gegangen, doch dieses neue Reich machte eine Kehrtwende nötig. Es verlangte nach Umkehr, dass man eine ganz neue Richtung einschlug und beginnen würde, für dieses andere Reich zu leben.
Jesus sagte: „Ein neues Reich naht, und dafür braucht ihr ein neues Herz. Ihr werdet ein neues Verlangen haben, einen neuen Lebensstil und Lebenssinn, euer Leben wird sich mit neuen Dingen füllen.“
Das hieß, dass man Buße tun musste, denn dieses neue Königreich war nahe herbeigekommen. Jesus sagte: „Ihr müsst zugeben, dass der Lebensplan, den ihr bisher verfolgt habt, der falsche war.“ Damit sagte er im Grunde, das bedeutet es, ein Christ zu sein. Das ist es, wofür der christliche Glaube steht – es ist ein ganz neues Reich.
Es ist eine ganz neue Herrschaft und eine ganz neue Sphäre, in der man lebt. Es ist keine neue Religion. Es ist nicht eine neue Sache, die man noch zusätzlich in sein Leben rein nimmt. Es ist eine komplett neue Ebene, auf der man lebt. Man wird von einem Reich in ein anderes versetzt. Aber um von einem Reich in das andere zu kommen, ist diese Kehrtwende nötig, man muss Buße tun, man muss einen neuen Herrn und Regenten über sein Leben annehmen. Man beginnt ein neues Leben.
Jesus hörte nie auf, diese Botschaft zu predigen. Nach seiner Auferstehung und vor seiner Himmelfahrt erschien er seinen Jüngern und gebot ihnen, Buße und Vergebung von Sünden zu predigen und diese Botschaft allen Völkern zu verkündigen, angefangen in Jerusalem (Lukas 24,47).
Welche Botschaft sollten sie verkünden? „Buße und Vergebung von Sünden.“ Sie sollten dieses neue Reich predigen, aber nicht verschweigen, dass man Buße tun muss, um hineinzukommen.
Dies waren nicht die letzten Worte Jesu an seine Jünger. Es waren seine letzten Worte hier auf Erden. Aber lasst uns zu Offenbarung gehen, denn dort finden wir die letzten Worte Jesu an die Gemeinde, die in der Schrift festgehalten sind.
Und zwar in Offenbarung 2 und 3. Da möchte ich euch zeigen, dass Jesu letztes Wort an die Gemeinde nicht, wie ihr vielleicht dachtet, der Missionsbefehl ist – so wichtig er auch ist – wo es ja heißt: „(...) Macht zu Jüngern alle Völker (...).“ (Matthäus 28,19). Sondern seine letzten Worte an die Gemeinde, die wir in der Schrift finden, sind ein Aufruf zur Buße.
Jesus sandte einen Boten, wie ihr euch erinnert, zu sieben Gemeinden in Asien. Fünf von diesen sieben Gemeinden befahl Jesus, Buße zu tun.
Bevor wir mehr ins Detail gehen, lasst uns anschauen, was Jesus einigen dieser Gemeinden sagte. Wir erkennen, dass Jesus diesen Gemeinden nicht mitteilte: „Ihr braucht ein effektiveres Evangelisationsprogramm“, oder: „Ihr müsst euch mehr in Mission investieren“ oder: „Ihr müsst kreativer sein, um euer Umfeld oder die Jugend zu erreichen.“
Was er zu fünf der sieben Gemeinden sagte, war: „Ihr müsst Buße tun!“ Wenn wir uns diese Gemeinden ansehen, fällt auf, dass sie alle einige positive Merkmale hatten. Einige hatten viele positive Eigenschaften, und Jesus lobte sie dafür.
Aber er sah auch nicht über die Dinge hinweg, für die sie Buße tun mussten. Nehmen wir zum Beispiel Kapitel 2. Die erste der sieben Gemeinden ist die Gemeinde in Ephesus. Diese Gemeinde wird für vieles gelobt. Vieles lief gut bei ihnen.
Jesus sprach ihre Mühe an, ihre Standhaftigkeit, ihr Urteilsvermögen, ihre lehrmäßige Korrektheit, ihre Reinheit, ihre Treue zum Wort. Doch er sagte. „Ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast“ (Offenbarung 2,4).
Wie lautete also die Anweisung in Vers 5? „Bedenke nun, wovon du gefallen bist.“ Das bedeutet, du musst eingestehen, dass du gefallen bist, trotz all der Sachen, die du gut machst.
„Bedenke nun, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Sonst komme ich rasch über dich und werde deinen Leuchter von seiner Stelle wegstoßen, wenn du nicht Buße tust!“ Mit anderen Worten: „Ich werde dein Licht ausmachen. Ich werde dich unbrauchbar machen, wenn du nicht (wie war es noch?) Buße tust.“
Dann lasst uns die Gemeinde in Pergamus anschauen, beginnend mit Vers 12 in Offenbarung 2. Wir lesen, dass die Menschen in Pergamus in einem sehr schwierigen Umfeld lebten. Es heißt hier tatsächlich, der Thron Satans war in dieser Stadt.
Ich bin mir nicht sicher, was das genau bedeutet, aber ich weiß, dass ich nicht dort leben möchte. Sehr schwere Bedingungen. Doch Jesus sagt: „(…) Du hältst meinen Namen fest [auf diesem harten Boden] und hast den Glauben an mich nicht verleugnet, auch in den Tagen des Antipas, meines treuen Zeugen, der bei euch (...) ermordet worden ist“ (Vers 13 ELB).
„Bei euch gab es einen Märtyrer, und doch habt ihr am Glauben festgehalten.“ Erstaunlich! Was für eine Gemeinde. Jesus fährt fort: „Aber ich habe ein weniges gegen dich (...)“ (Vers 14). Er macht deutlich, dass sie eine Lehre tolerierten, die in der Gemeinde sehr beliebt war, aber sie war nicht biblisch.
Sie entsprach nicht der Wahrheit, und Jesus sagte: „(…) Dass du dort solche hast, die an der Lehre Bileams festhalten (...)“ (Vers 14). Bileam war der falsche Prophet, der das Volk Israel dazu anleitete, Kompromisse zu machen und die unmoralischen Praktiken der heidnischen Völker zu übernehmen.
Es heißt weiter: „So hast auch du solche, die an der Lehre der Nikolaiten festhalten“ (Vers 15). Zwar waren sie zu jener Zeit populär, aber es waren doch falsche Lehren in der Gemeinde.
Und so sagt Jesus in Vers 16: „Tue [nun] Buße!“ Kehre um! Ändere dich! „Sonst komme ich rasch über dich und werde gegen sie [die diese Lehre verbreiten] Krieg führen mit dem Schwert meines Mundes.“ Was ist das Schwert seines Mundes? Das Wort Gottes, es würde in Wahrheit in die Situation sprechen und sie verändern.
Schauen wir uns nun die Gemeinde in Thyatira an, ab Vers 19, Kapitel 2 (ELB), wo Jesus sagt: „Ich kenne deine Werke und deine Liebe und deinen Glauben und deinen Dienst und dein Ausharren.“
Vers 20: „Aber ich habe ein weniges gegen dich, dass du es zulässt, dass die Frau Isebel, die sich eine Prophetin nennt, meine Knechte lehrt und verführt, Unzucht zu treiben und Götzenopfer zu essen.“
Verse 21-22: „Und ich gab ihr Zeit, Buße zu tun von ihrer Unzucht, und sie hat nicht Buße getan. Siehe, ich werfe sie auf ein [Kranken-] Bett und die, welche mit ihr ehebrechen, in große Drangsal, wenn sie nicht Buße tun über ihre Werke.“
Gehen wir nun zu der Gemeinde in Sardes in Kapitel 3. Jesus sagt: „Ich kenne deine Werke: Du hast den Namen, dass du lebst, und bist doch tot“ (Vers 1). So lautet die Wahrheit. Sie mussten aufrichtig werden. Darüber sprachen wir letzte Woche. Aufrichtig werden über den eigenen wahren geistlichen Zustand.
Und dann heißt es in Vers 3: „So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und bewahre es und tue Buße!“ Und dann die Gemeinde in Laodizea, Offenbarung 3,15 – es kommt einem bekannt vor: „Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist.“
Vers 17: „Denn du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluss, und mir mangelt es an nichts! – und du erkennst nicht, dass du elend und erbärmlich bist, arm, blind und entblößt.“ Jesus sagt: „Der Eindruck, den du hinterlässt, entspricht nicht der Wirklichkeit. Alle halten dich für eine großartige Gemeinde, aber das bist du nicht. Du hast Probleme, mit denen du dich beschäftigen musst.“
Vers 19: „Alle, die ich lieb habe, die überführe und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße!“ Es ist wie ein roter Faden, der sich durch das ganze Wort Gottes zieht, und ich habe mir die Frage gestellt: Wenn Jesus heute zu der Gemeinde käme und zu ihr reden würde, was wäre seine Botschaft?
Und wisst ihr, woran ich denke, wie sie lauten würde? Offenbarung 3,19: „Alle, die ich lieb habe, die überführe und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße!“
Wenn Jesus heute in deine Gemeinde käme, was denkst du, wäre seine Botschaft? Ich denke, es wäre dieselbe Botschaft: „Sei eifrig und tue Buße!“
Was ist dieses Geschenk? Was ist Buße? Das Wort Buße kommt von dem griechischen Wort metanoia. Es ist aus zwei Wörtern zusammengesetzt und bedeutet „den Sinn ändern“.
Es geht um eine Veränderung, eine Veränderung des Denkens, denn unser Denken ist sehr wichtig: „Denn wie [der Mensch] [...] denkt, so ist er.“ Das lesen wir in den Sprüchen (Sprüche 23,7). Wie wir denken, bestimmt die Art und Weise, wie wir leben. Deshalb führt eine Veränderung des Denkens zu einer Veränderung des Herzens; und das veränderte Herz führt zu einer Veränderung des Lebens.
Du kannst nicht Buße tun, ohne dass sich dein Leben verändert. Es gibt eine Veränderung. Und zwar eine Veränderung darin, wie wir über uns selbst denken, wie wir über Gott denken und wie wir über Sünde denken. Es ist eine totale Veränderung; und sie bringt uns an den Punkt, wo wir hassen, was Gott hasst, und lieben, was Gott liebt.
So kamen wir nicht auf die Welt. Wir wurden so geboren, dass wir das lieben, was Gott hasst und das hassen, was Gott liebt. Das ist normal für unser Fleisch (oder: unsere fleischliche Natur), aber wenn der Geist Jesu bei uns Wohnung nimmt, verändert er uns.
Er macht uns zu einem neuen Menschen. Er beginnt damit, unser inneres Verlangen zu verändern. Wir kommen durch Buße zu ihm, und wenn wir in Buße und Glauben zu ihm kommen, macht er uns immer wieder das Geschenk der Buße, worauf wir Gott immer wieder von neuem Recht geben, d.h. wir stimmen ihm zu und ändern unsere Sichtweise auf uns selbst, auf unsere Umstände, auf unsere Sünde und auf Gott.
Buße ist eine Kehrtwende. Du bist bisher dem einen Weg gefolgt, und jetzt schlägst du eine andere Richtung ein. Stell dir einen Baseballspieler vor; ein Ball kommt aus einer Richtung auf den Schläger zu, der Schläger trifft den Ball, und der Ball macht eine Kehrtwendung, eine 180-Grad-Drehung, und fliegt in die komplett entgegengesetzte Richtung davon.
Als ich mich auf diese Serie vorbereitete, machte ich eine Wortstudie zu einem Ausdruck in der Bibel, der mich wirklich faszinierte und der sich vor allem im Alten Testament findet. Es handelt sich dabei um das Gebot oder den Appell, zu Gott umzukehren. „Kehrt um zu Gott!“ Immer und immer wieder, besonders im Alten Testament.
Gott sagt zu seinem Volk: „Kehrt zu mir um!“ Das ist die alttestamentliche Beschreibung von Buße – zu Gott umzukehren. Gott sagt in Maleachi 3,7: „Kehrt um zu mir, so will ich mich zu euch kehren!“
In Klagelieder 3,40 heißt es: „Lasst uns unsere Wege prüfen und erforschen und umkehren zum HERRN!“ Was bedeutet es nun, zu Gott umzukehren?
Ich denke, diese Worte implizieren, dass wir ihn verlassen haben, dass wir in einem abgefallenen Zustand leben und dass wir geistlichen Ehebruch begangen haben. Das ist ein Wortbild, das im Alten Testament oft verkommt.
Aber es verletzt unseren Stolz. Wir sagen lieber: „Ich habe einige Fehler gemacht. Ich bin aufs Glatteis geraten, ich hab’s vermasselt.“ Gott sagt: „Nein. Sag’s, wie es ist.“ Ich war ein Ehebrecher oder eine Ehebrecherin. Ich habe meine erste Liebe verlassen. Ich bin Gott untreu gewesen.
Du wirst den Gott der Bibel erst dann kennenlernen, wenn du die Bereiche in deinem Leben bezeichnen kannst, wo du den Geliebten deiner Seele verlassen hast.
Es bedeutet zuzustimmen, dass wir ihn verlassen haben. Und dann erinnert der Ausdruck „Umkehr zu Gott“ daran, dass eine Beziehung zerbrochen war und wiederhergestellt werden soll. Gott ist ein Liebhaber. Er ist ein Gott, der Beziehung will. Er ruft uns in eine Beziehung zu ihm.
Wenn er sagt: „Kehrt um zu mir!“, sagt er: „Ich will die Beziehung wiederherstellen.“ Und dann weist dieser Begriff eben auf einen veränderten Sinn hin, auf ein verändertes Herz und eine veränderte Richtung. „Ihr habt den Weg, den ihr gegangen seid, geliebt – ich möchte aber, dass ihr jetzt in eine neue Richtung geht. Kehrt um zu mir! Ihr seid von mir weggegangen, nun aber kehrt um zu mir!“
Offenbart dieser Satz „Kehrt um zu mir!“ nicht Gottes Wesen? Er ist voller Mitgefühl und Barmherzigkeit. Er liebt uns beharrlich. Wenn ich so darüber nachdenke, folge ich dem Herrn mittlerweile schon seit mehreren Jahrzehnten.
Wie viele hunderte, tausende Male, auf große und kleine Weise (und gibt es so etwas wie einen kleinen Seitensprung in der Ehe?), habe ich gegen Gott gesündigt, und er spricht immer weiter zu mir: „Kehre um zu mir! Kehre um zu mir! Ich will dich! Ich liebe dich!“
Der Ruf zur Buße hat nichts Negatives. Es ist der positivste Appell überhaupt, den Gott an seine geliebten Kinder richten könnte.
Psalm 119, Vers 59 beschreibt diese entscheidende Richtungsänderung, wo der Psalmist sagt: „Als ich meine Wege bedachte, da wandte ich meine Füße zu deinen Zeugnissen.“ Wenn ich über meine Wege nachdenke, waren sie entgegengesetzt zu deinem Wort, und darum tue ich Buße. Ich wende meine Füße zu deinem Wort, um deinen Weg zu gehen.
Das ist Buße. Paulus beschreibt Buße in 1. Thessalonicher 1,9, wo er davon spricht, dass die Thessalonicher sich von ihren Götzen zu Gott bekehrt haben. Es reicht nicht, sich von den Götzen abzuwenden, man muss zu Gott umkehren.
Du kannst dich nicht zu Gott bekehren, bis du dich von den Dingen abgewandt hast, die deine Zuneigung und dein Herz gestohlen haben. Es geht darum, sich von den Götzen zu Gott zu bekehren, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen.
Wir müssen verstehen, dass Buße kein einmaliges Erlebnis ist. Es ist eine beständige Herzenshaltung. Es ist eine Lebenseinstellung. Die Frage ist nicht nur: „Hast du Buße getan?“ Sondern: „Lebst du in Buße? Bist du heute bußfertig, bereit umzukehren? Lebst du in einer bußfertigen Haltung gegenüber Gott?“
Das ist eine Herzenseinstellung, die stets sagt: „Herr, was immer Du mir in meinem Leben als Sünde zeigst, und alles, was Du mir morgen oder übermorgen oder den Rest meines Lebens zeigen wirst, was Dir missfällt, was es auch immer ist, davon will ich mich abwenden, damit ich Dir gefalle und eine rechte Beziehung zu Dir habe.“
Das ist die Haltung eines Menschen, der zur Buße bereit ist. Buße ist grundlegend für das christliche Leben. Sie ist ein Ausgangspunkt. Der Autor des Hebräerbriefs ermutigt die Gläubigen in Kapitel 6 Vers 1, dazu, von den elementaren Lehren des christlichen Glaubens aus weiterzugehen.
Wenn er sagt, sie sollen zur vollen Reife übergehen, meint er nicht, dass sie die Grundlagen vergessen sollen. Vielmehr meint er, dass sie weitergehen sollen in Richtung geistliche Reife. Er zählt diese Grundlagen des christlichen Glaubens auf – sie sind das 1x1 oder der Ausgangspunkt. Hebräer 6,1.
Dort heißt es: „Deshalb wollen wir das Wort vom Anfang des Christus lassen [und weiterziehen] und uns der vollen Reife zuwenden und nicht wieder einen Grund legen mit der Buße von toten Werken und dem Glauben an Gott“ (ELB).
Die Abkehr von toten Werken und der Glaube an Gott – das sind die Grundlagen des Glaubens. So wie man die Buchstaben kennen muss, um lesen zu können, können wir nur zur vollen Reife im christlichen Leben übergehen, wenn das Fundament von Buße und Glauben gelegt ist.
Das ist grundlegend. Das ist der Ausgangspunkt. Mögen wir erkennen, dass Buße immer, immer, immer Frucht hervorbringt. Buße ist eine Herzenshaltung. Der Sinn wird verändert. Es ist etwas Inneres. Man kann nicht sehen, was jemand denkt. Man kann nicht sehen, was im Herzen vorgeht, aber bei Buße gibt es immer sichtbare Anzeichen.
Buße ist in unserem Leben in der Art zu bemerken, wie wir leben, wie wir reden, wie wir mit anderen umgehen. Es ist eine Veränderung des Sinnes, die zu einer Veränderung des Herzens führt; und die wiederum führt zu einer Veränderung des Verhaltens.
Erinnert ihr euch noch, dass Johannes der Täufer kam und am Jordan die Botschaft der Buße predigte? Er sprach zu der Volksmenge, die zu ihm kam, um sich taufen zu lassen.
Er verkündete eine Botschaft der Buße und Vergebung von Sünden. Die Menschen strömten zusammen, um von ihm getauft zu werden, und Johannes sagte zu ihnen (und es ist klar, dass er sich damit nicht gerade beliebt machte): „Schlangenbrut! Wer hat euch unterwiesen, dem kommenden Zorn zu entfliehen?“ (Lukas 3,7).
Wollt ihr nur einen Notausgang aus der Hölle nehmen? Wollt ihr eine Lebensversicherung für die Ewigkeit? Wenn ihr euch retten lasst, bekommt ihr das, doch er fügte hinzu: „So bringt nun Früchte, die der Buße würdig sind!“ (Vers 8).
„Echte Buße bedeutet nicht, sich einfach taufen zu lassen. Das ist kein Beweis für Buße. Das ist kein Beweis für eine Bekehrung. Da geht man einfach ins Wasser. Wenn ihr zum Reich Christi gehört, dann solltet ihr auch wie Bürger dieses Reiches leben.
Ein neues Herz zu haben, heißt ein neues Verlangen zu haben, neue Werte, einen neuen Lebensstil.“ Die Menge fragte ihn: „Was sollen wir tun?“ (Vers 10). Und Johannes wurde konkret. Dieser Prediger sprach Klartext. Er sagte: „Wer zwei Hemden hat, gebe dem, der keines hat“ (Vers 11).
„Und wer Speise hat, der mache es ebenso“ (Vers 11). Es kamen Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: „Wie sollen wir Früchte der Buße zeigen?“ (vgl. Vers 12).
Er sprach zu ihnen: „Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist!“ (Vers 13). Betrügt nicht! Hier ist der Punkt, wo Buße praktisch wird. Nicht über das Gehalt zu meckern! Nicht über den Job! Die Leute nicht zu betrügen! Den Ehemann nicht zu manipulieren!
„Seid ihr bußfertig?“ fragte Johannes. „Wollt ihr getauft werden? Dann zeigt durch euer Leben, dass ihr bereit seid umzukehren.“ Richard Owen Roberts hat ein wunderbares Buch über Erweckung geschrieben, und in diesem Buch sagt er: „Wahre Buße wirkt sich auf den ganzen Menschen aus, ändert seine gesamte Lebensweise und hört niemals auf.“[mfn]Revival. Richard Owen Roberts. p. 66.[/mfn]
Verstehst du? „Wahre Buße wirkt sich auf den ganzen Menschen aus, ändert seine gesamte Lebensweise und hört niemals auf.“
Bist du bußfertig?
Marie: Bußfertigkeit zu lernen ist wichtig. Nancy hat uns heute geholfen zu verstehen, was die Kosten der Buße sind und warum sie so wertvoll ist. Bist du bereit, Buße zu einem wichtigen Bestandteil deines Lebens zu machen? Dann kann dir das Buch „Zerbruch“ von Nancy ein wichtiges oder ein hilfreiches Tool sein.
Hier die Rückmeldung einer Frau, die das Buch las, während sie große Herausforderungen in ihrer Gemeinde erlebte: „Danke für eure Weisheit über Zerbruch. Die Nachricht hat unser Leben und unsere Familie verändert.“
Weiter sagte sie, dass sie durch die Anwendung zu vollkommener Freude gefunden habe und erfrischt sei. Und wir wünschen dir, dass auch du die Freiheit und Freude erlebst, die Buße bewirkt.
Denn wo keine Buße stattfindet, kann kein Wachstum im Leben sichtbar sein. Sei morgen wieder dabei, wenn Nancy erklärt, warum das so ist.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
© 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.