Marie Falk: Woher weißt du, dass du echte Buße über deine Sünden getan hast?
Nancy DeMoss Wolgemuth: Gute Werke fließen aus einem bußfertigen Herzen. Wenn es keine Früchte gibt, gibt es auch keine Wurzel. Es gibt keine äußeren Anzeichen. Es gibt kein Leben. Auch kein Wachstum. Da ist nur Tod, wenn es zuvor keine Buße gab.
Marie: Und damit herzlich willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Wir haben uns ja vor einigen Wochen auf das Abenteuer namens „Seeking Him“ eingelassen. „Seeking Him“ – eine Sendereihe über die Freuden persönlicher Erweckung. Und diese Woche haben wir schon gelernt, was wir an den Tag legen müssen, bevor die Erweckung kommt: Buße. Hier ist Nancy.
Nancy: Ich las eine Geschichte über einen berüchtigten Verbrecher namens Mickey Cohen. Er besuchte eine Veranstaltung in Südkalifornien, bei der ein berühmter Evangelist …
Marie Falk: Woher weißt du, dass du echte Buße über deine Sünden getan hast?
Nancy DeMoss Wolgemuth: Gute Werke fließen aus einem bußfertigen Herzen. Wenn es keine Früchte gibt, gibt es auch keine Wurzel. Es gibt keine äußeren Anzeichen. Es gibt kein Leben. Auch kein Wachstum. Da ist nur Tod, wenn es zuvor keine Buße gab.
Marie: Und damit herzlich willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Wir haben uns ja vor einigen Wochen auf das Abenteuer namens „Seeking Him“ eingelassen. „Seeking Him“ – eine Sendereihe über die Freuden persönlicher Erweckung. Und diese Woche haben wir schon gelernt, was wir an den Tag legen müssen, bevor die Erweckung kommt: Buße. Hier ist Nancy.
Nancy: Ich las eine Geschichte über einen berüchtigten Verbrecher namens Mickey Cohen. Er besuchte eine Veranstaltung in Südkalifornien, bei der ein berühmter Evangelist predigte. Nach der Veranstaltung brachte der Verbrecher Interesse an der Botschaft zum Ausdruck. Daraufhin sprachen mehrere Leute mit ihm, und sie gaben sich wirklich Mühe, ihn zu ermutigen, eine Entscheidung für Jesus zu treffen.
An dem Punkt übergab er sein Leben noch nicht an Jesus, aber einige Zeit später drängte ihn ein anderer Freund, Jesus in sein Leben einzuladen. Zu dem Zeitpunkt bekannte er, das getan zu haben. Aber in seinem Leben gab es fortan keine Anzeichen von Buße oder irgendeiner Veränderung.
Später sagte er zu seinem Freund: „Du hast mir nicht gesagt, dass ich meine Arbeit aufgeben muss“ (Damit meinte er seine kriminellen Geschäfte). „Du hast mir nicht gesagt, dass ich meine Freunde aufgeben muss“ (Damit meinte er seine Gangsterkollegen).
Er hatte gehört, dass irgendjemand ein christlicher Fußballspieler war oder jemand anderes eine christliche Schauspielerin oder noch jemand anderes ein christlicher Politiker; und so dachte er, er könne einfach ein christlicher Gangster sein.
Wir lachen darüber, aber eigentlich ist es überhaupt nicht lustig. George Gallup, der Meinungsforscher, stellte fest: Die meisten Amerikaner, die sich als Christen bezeichnen, handeln in ihrem täglichen Leben nicht wesentlich anders als die Nicht-Christen. Und eine Studie nach der anderen, Erhebungen und Umfragen bestätigen dies.
Ist uns das klar? Die meisten Menschen, die sich als Christen bezeichnen, leben nicht nennenswert anders als diejenigen, die das nicht von sich behaupten. Wir sprechen hier von Scheidungsraten, Moralvorstellungen und sexuellen Praktiken. In einer Kategorie nach der anderen sind die Statistiken der bekennenden Christen mit denen der Nicht-Christen praktisch identisch.
Bei den meisten Gemeindemitgliedern in Amerika gibt es keine sichtbaren Hinweise darauf, dass sie wiedergeboren sind. Irgendetwas stimmt hier nicht.
Denk mal: Wie viele Gemeindemitglieder kennst du – vielleicht gehörst du auch selbst dazu –, die in ihrem christlichen Leben Jahr für Jahr in denselben Sünden gefangen bleiben und keinen Sieg erringen? Einige von ihnen haben nicht mal den Wunsch nach Veränderung. Sie bemühen sich nicht, sich zu ändern. Sie haben kein Interesse, keinen Hunger nach geistlichen Dingen.
Mir tut ein durchschnittlicher Pastor leid, denn er weiß, vor wie vielen Menschen er Woche für Woche predigt, bei denen es keinerlei Anzeichen geistlichen Lebens gibt. Wo liegt das Problem?
Ich glaube, das Hauptproblem liegt darin, dass viele Menschen, die Woche für Woche in unseren Gemeindehäusern und Kirchen sitzen, nie wirklich wiedergeboren wurden. Sie haben physisches Leben, aber kein geistliches Leben. Sie sind religiös, aber nicht gerecht. Sie bekennen etwas mit dem Mund, aber in ihrem Leben ist es nicht vorhanden.
Und ich glaube mittlerweile, dass vielleicht die überwiegende Mehrheit der Menschen, die Mitglieder evangelikaler Gemeinden sind, sich nie bekehrt haben. Sie sind keine Glieder der wahren Gemeinde, des Leibes Jesu Christi.
Ich kann nicht wissen, wer diese Menschen sind. Du kannst es nicht wissen. Aber Gott weiß es. Er erforscht die Herzen und weiß, dass Tausende und Abertausende dieser Menschen, die diesen Sonntag in der Kirche sein werden, in deiner und meiner Gemeinde und in unseren Kirchen quer durch das ganze Land, eine sogenannte „Entscheidung“ getroffen haben.
Sie haben ein Gebet gesprochen. Sie sind einer Gemeinde beigetreten. Sie haben sich taufen lassen. Sie dienen in verantwortlichen und leitenden Positionen in der Gemeinde. Sie unterrichten in der Sonntagsschule oder im Kindergottesdienst. Und sie singen im Lobpreis- und Anbetungsteam. Sie tun eine Menge Sachen, aber viele dieser Menschen haben sich nie bekehrt.
Sie sind keine Kinder Gottes. Sie mögen Gemeindemitglieder sein, aber sie gehören nicht zu Jesus. Ich denke, einer der Gründe dafür ist dieser: Seit mehr als hundert Jahren zielten viele der modernen evangelistischen Bemühungen darauf ab, dass die Menschen einem Aufruf folgten, etwas unterschrieben, durch den Gang nach vorne kamen, die Hand hoben oder einer Gemeinde beitraten. Aber zum Buße-Tun wurden sie nicht aufgefordert.
Eine fehlerhafte Botschaft, die ein Evangelium ohne Umkehr zu Gott und den Glauben an Jesus Christus predigt, führt zwangsläufig zu fehlerhaften Ergebnissen. Wir können unsere Kirchen füllen. Wir haben bewiesen, dass wir das können. Aber wenn wir beginnen, das Evangelium zu predigen und zu verkünden und anderen mitzuteilen, sieht die Sache ganz anders aus.
Die Menschen werden nicht sofort Schlange stehen, um das Evangelium zu hören, denn es erfordert einen Wechsel des Bürgerrechts, einen Wechsel der Loyalität und des Zugehörigkeitsgefühls. Es bedeutet, einen neuen König zu haben. Und die Menschen wollen keinen neuen König. Sie wollen ihr eigener König sein. Sie wollen nicht Buße tun. Gott muss das Geschenk der Buße geben. Und ohne diese Buße gibt es keine Bekehrung.
Markus 1,14 und 15: „Nachdem aber Johannes gefangen genommen worden war, kam Jesus nach Galiläa und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes.“ Was ist das Evangelium? Er sagte: „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ Tut Buße und glaubt an das Evangelium!
Das sind nicht zwei verschiedene Ermahnungen, zwei verschiedene Dinge, die wir tun sollen. Sie sind in Wirklichkeit eins. Es ist so wie „Verlass Chicago und fahr nach Denver“. Du kannst nicht nach Denver fahren, wenn du nicht zuvor Chicago verlassen hast, wenn du in Chicago losfährst. Und so heißt es: „Tut Buße und glaubt an das Evangelium“. Du kannst nicht glauben, ohne Buße getan zu haben. Und wenn du Buße getan hast, glaubst du auch. Und wenn du glaubst, hast du Buße getan.
In unseren evangelikalen Gemeinden sitzen also Tausende von Menschen, die Christus „angenommen“ haben, vielleicht wegen dem, was sie meinten, was er für sie tun könnte, wegen etwas, was sie dachten, gewinnen zu können. Vielleicht spürten sie einen Mangel. Wie bei manchen anderen Weltreligionen üblich, fügten sie einfach noch einen Gott zu ihren vielen anderen Göttern hinzu. Das ist Götzendienst.
Für Tausende von evangelikalen Christen ist die Religion einfach ein weiterer Götze in ihrer Sammlung geworden. Sie haben Jesus angenommen, aber sie haben nie Buße getan und an das Evangelium geglaubt. Sie folgen Jesus wie die Menschen in Johannes 6. Sie tun es, weil sie erwarten, etwas von ihm zu bekommen.
Solange Jesus Wunder tat, strömte die Menschenmenge herbei. Solange Jesus für Nahrung sorgte, war die Menge da. Solange Jesus das Spektakuläre, das Außergewöhnliche, das Sensationelle tat, strömte die Menschenmenge zu ihm.
Aber was passiert in Johannes 6, als Jesus beginnt, die Botschaft zu verkünden, dass er der Herr ist? Am Ende von Johannes 6 heißt es: „Aus diesem Anlass zogen sich viele seiner Jünger zurück und gingen nicht mehr mit ihm“ (Vers 66). Die Gemeinde lichtete sich.
Weißt du, was ich glaube? Wenn wir in unserer Zeit eine Erweckung erleben wollen, müssen die Gemeinden vielleicht erst einmal leer werden, bevor sie sich mit echten Nachfolgern füllen können. Ich will damit nicht sagen, dass wir versuchen sollen, unsere Gemeinden leer zu machen. Ich sage nur, dass die Wahrheit dazu führen könnte, dass unsere Gemeinden leer werden. Oder eben dazu, dass Menschen Buße tun und an das Evangelium glauben.
Ich glaube, dass die Bekehrung von Tausenden unserer evangelikalen Gemeindemitglieder eines der ersten und offensichtlichsten Ergebnisse der Erweckung sein wird, für die wir beten und die wir herbeisehnen. So viele von ihnen haben sich nie der Herrschaft Jesu Christi unterworfen. Sie führen immer noch ihr eigenes Leben. Aber sie denken, sie seien sicher und auf dem Weg zum Himmel, obwohl es in ihrem Leben keine Früchte oder äußeren Anzeichen der Umkehr zu sehen gibt.
Das ist die Botschaft, die Petrus an Pfingsten verkündete. „Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen“ (Apostelgeschichte 2,38). Die Taufe rettet nicht. Die Taufe war die äußere Frucht, der äußere Beweis für eine innere Veränderung des Herzens, für das bußfertige Herz. „Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden.“
Nachdem der lahme Bettler geheilt worden war, hielt Petrus seine zweite große Predigt. Sie ist in Apostelgeschichte 3 festgehalten. Petrus sagte: „Kehrt jetzt also um und wendet euch ihm, dem Herrn, zu“ (NGÜ). In anderen Übersetzungen heißt es: „Bekehrt euch.“ „Tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden getilgt werden“ (LUT).
Es gibt keine Vergebung der Sünden, solange du noch unter deiner eigenen Herrschaft lebst, solange du dich nicht von dem Götzen des Selbst abgewendet hast, um den wahren und lebendigen Gott anzubeten. Und das ist Buße.
Als der Apostel Paulus vor König Agrippa stand und sein Zeugnis darüber ablegte, wie Christus ihm erschienen war und ihn als Zeugen berufen hatte, sagte Paulus: „Ich war nicht ungehorsam gegenüber dem, was der Herr Jesus mir sagte. Und ich fing an zu predigen, zuerst zu Hause und dann bei den Heiden, dass sie Buße tun und sich zu Gott bekehren sollten, indem sie Taten vollbrachten, die ihrer Buße entsprachen“ (vgl. Apostelgeschichte 26,19-20).
Das ist kein Evangelium der guten Werke. Es besagt nicht, dass all diese Taten jemanden zu einem Christen machen. Es besagt, wenn man Christ ist, wenn man Buße getan hat, wenn man sich im Glauben Christus zugewandt hat, wird sich das darin zeigen, dass man Taten vollbringt, die der Buße entsprechen. Die guten Werke werden aus dem bußfertigen Herzen fließen.
Wenn es keine Früchte gibt, gibt es auch keine Wurzel. Es gibt keine äußeren Anzeichen. Es gibt kein Leben. Auch kein Wachstum. Da ist nur Tod, wenn es zuvor keine Buße gab.
Die Schrift spricht von der Umkehr von toten Werken und der Buße von Sünde. Was sind diese toten Werke? Ein totes Werk ist jede religiöse Handlung, die ich deshalb tue, damit ich bei Gott durch meine eigene menschliche Anstrengung Gunst oder eine Belohnung erlange. Das ist ein totes Werk.
Tote Werke können sein: Anbetung, Beten, Singen, den Zehnten geben, gute Werke, Jesus annehmen oder Fasten. Und ich möchte noch einmal sagen, dass für Tausende und Zehntausende von Gemeindemitgliedern in diesem Land das „Gebet, in dem sie Jesus annahmen“ nichts anderes war als ein weiteres gutes Werk, ein weiterer Versuch, die Gunst des heiligen Gottes aus sich selbst heraus zu erlangen.
Es sind Werke. Sie sind tot. Der Schreiber des Hebräerbriefs sagt in Hebräer 6,1 sinngemäß: „Wir müssen umkehren von toten Werken“ (frei übersetzt). Wir müssen von unserer Religion, von der wir dachten, sie würde uns retten, umkehren – nicht nur von unseren Sünden. Natürlich musste dieser Gangster für seine Sünden Buße tun, aber gute Gemeindemitglieder müssen für ihre toten Werke Buße tun.
Du und ich müssen solche sein die umkehren – reumütig sein – nicht nur einmal in der Vergangenheit Buße getan haben, um gerettet zu werden, sondern Tag für Tag als solche leben die umkehren.
Ich möchte dich bitten, in deiner Bibel nun, wenn du sie vor dir hast, 2. Korinther 7 aufzuschlagen. An einem bestimmten Punkt in seinem Dienst war Paulus gezwungen, einen harten Brief, einen harten Liebesbrief, einen disziplinarischen Brief an die Gemeinde in Korinth zu schicken. Wir wissen nicht, worum es genau ging, aber es gab ein bestimmtes Problem, das offenbar in einem Brief stand, und zwar nicht im 1. oder 2. Korintherbrief, sondern in einem anderen Brief, der nicht Teil unseres biblischen Kanons ist.
Es gab ein Problem in der Gemeinde, das einer Zurechtweisung bedurfte. Im 2. Korintherbrief, den wir gerade aufgeschlagen haben, lobt Paulus die Gläubigen für die Art und Weise, wie sie auf seine frühere Korrektur reagiert hatten.
Wie hatten sie reagiert? Sie reagierten mit gottgefälliger Trauer und Reue. Paulus hatte zu ihnen gesagt: „Da ist etwas nicht in Ordnung. Das muss geklärt werden.“ Es war offensichtlich eine ernste Angelegenheit. Das ist Sünde immer. Und sie reagierten mit gottgefälliger Traurigkeit und Buße.
Paulus sagt in 2. Korinther 2,4: „Ich habe euch aus viel Bedrängnis und Herzensnot heraus geschrieben, unter vielen Tränen.“ Das ist übrigens eine gute Erinnerung daran, dass du, wenn du einen anderen Gläubigen zurechtweisen musst, sei es dein Freund oder dein Kind, darauf achten solltest, dass Paulus Gläubige in Liebe konfrontierte, wenn sie falsch lagen. Er sagte: „Ich habe euch nämlich aus viel Bedrängnis und Herzensnot heraus geschrieben, unter vielen Tränen, nicht damit ihr betrübt werdet, sondern damit ihr die Liebe erkennt, die ich in besonderer Weise zu euch habe.“
Wenn du jemanden wirklich liebst, wirst du ihm die Wahrheit sagen. „Treu gemeint sind die Schläge des Freundes“. Das lesen wir in den Sprüchen (Sprüche 27,6). Paulus sagte: „Ich liebe euch so sehr, dass ich das nicht übersehen konnte. Ich musste es mit euch teilen. Aber ich tat es schweren Herzens. Ich tat es mit einem Herzen voller Kummer. Es bereitete mir Tränen, Kummer und Leid. Es ist mir nicht leicht gefallen, euch das zu schreiben.“
Beim Lesen dieser Textstelle denke ich an ein Elternteil, das sein Kind disziplinieren muss und zu ihm sagt: „Es tut mir mehr weh als dir.“ Das ist genau das, was Paulus meinte. „Es tut mir weh, dass ich euch wehtun muss. Aber weil ich Jesus liebe und weil ich euch liebe und weil ich möchte, dass ihr Jesus liebt, muss ich das tun.“
Dann schickte Paulus seinen Kollegen Titus nach Korinth um zu sehen, wie es dort lief. Und Titus kehrte mit einer Nachricht aus Korinth zurück, die Musik in Paulus' Ohren sein musste: „Die Korinther haben deinen Brief erhalten. Ja, zuerst waren sie verletzt. Der Brief bereitete ihnen Schmerz und Kummer. Aber sie reagierten mit einer gottgefälligen Traurigkeit. Sie nahmen die Botschaft an. Sie erkannten die Wahrheit und taten Buße.“
Paulus war überglücklich. Und das ist der Kontext von 2. Korinther 7, wo wir gerade sind. In Vers 7 heißt es dort: „Als er [Titus] uns berichtete von eurer Sehnsucht, eurer Klage, eurem Eifer um mich“ „Er erzählte uns, wie ihr darauf reagiert habt.“
Vers 8: „Denn wenn ich euch auch durch den Brief betrübt habe, so bereue ich es nicht, wenn ich es auch bereut habe; denn ich sehe, dass euch jener Brief betrübt hat, wenn auch nur für eine Stunde.“
Was will Paulus damit sagen? Als ich den Brief abgeschickt hatte, bekam ich Zweifel. Hatte ich das Richtige getan? Habe ich es auf die richtige Weise getan? Würde ich euch damit verletzen und euch in irgendeiner Weise schaden? Er wollte diesen kostbaren Kindern im Glauben nicht schaden. Er wollte ihren Glauben nicht verletzen. Er war ja nicht bei ihnen, um ihnen bei ihrer Reaktion zu helfen. Es ist ja bekannt: Ein Brief ist nie so gut wie ein persönliches Gespräch.
Aber er sagte: „Ich musste den Brief abschicken. Und ich habe euch mit meinem Brief traurig gemacht.“ Es waren harte Worte von ihrem geistlichen Vater im Glauben. Es waren offenbar ziemlich eindringliche Worte, denn die Korinther nahmen sie nicht auf die leichte Schulter. Die Worte taten ihnen weh. Aber er sagt: „Ich bereue es nicht, auch wenn ich weiß, dass der Brief euch traurig gemacht hat.“
Bevor wir fortfahren, will ich noch einmal betonen, dass sein Brief sie tatsächlich betrübte. Es war kein schmerzfreier Ratschlag. Der Rat traf sie. Er verwundete sie. Er brachte ihnen Kummer. Er bereitete ihnen eine Zeit lang Schmerzen, eine Zeit lang.
Wenn du deine Kinder oder einen anderen Gläubigen im Leib Christi auf gottgefällige Weise korrigierst, kann das Schmerzen verursachen. Achte darauf, dass du es aus Demut heraus tust. Tue es mit der richtigen Herzenshaltung. Vergewissere dich, dass in deinem eigenen Herzen Trauer ist. Mache deutlich, dass du nicht böse auf diese Person bist, dass du sie in Liebe und mit weichem Herzen korrigierst, wie Paulus es bei den Korinthern tat.
Reagiert die Person mit Betrübnis, bedeutet dies nicht zwingend, dass du etwas falsch gemacht hast. Richtig ausgeübte Korrektur sollte Schmerzen verursachen, denn Schmerz führt zu Reue und Veränderung.
Davon lesen wir in Hebräer 12,11 sinngemäß: Keine Züchtigung ist für den Augenblick angenehm. Sie ist schmerzhaft. Wenn sie nicht schmerzhaft ist, ist sie keine wirksame Züchtigung. Aber was sagt der Schreiber des Hebräerbriefs?
„Danach aber gibt sie eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die durch sie geübt sind.“ Ja, es tut weh. Und ihr Mütter kennt das von der Erziehung eurer Kinder. Wenn du dein Kind nicht disziplinierst, liebst du es nicht. Du liebst es nicht, wenn du es nicht korrigierst. Du liebst es nicht, wenn du Rebellion und Ungehorsam ohne Konsequenzen lässt. Wenn du einen anderen Gläubigen nicht genug liebst, um Wahrheit in sein Leben zu sprechen, bringst du ihm nicht wirklich wahre Liebe entgegen.
Aber wenn du die Wahrheit sprichst, wenn du biblische Disziplin, Gemeindezucht, anwendest, gilt das Gleiche. Sie tut weh. Sie macht traurig. Unter anderem deshalb ist sie wirksam.
Wir können nicht von der Sünde frei werden, wenn wir nicht zuvor über unsere Sünde getrauert haben. Es ist eine gute Sache, wenn wir über unsere Sünde trauern. Eltern kennen den Unterschied zwischen dem wütenden Schreien und sich-Wehren der Kinder und einem zugänglichen Herzen, wenn sie die eigene Schuld eingestehen.
Als Mütter kennt ihr diesen Unterschied. Und Paulus sagte: „Ich sah es bei den Korinthern, ja, es betrübte sie. Ja, es hat sie verletzt. Ich habe euch mit meinem Brief verletzt.“ Sie klagten und trauerten über ihre Sünde. Das war eine gute Sache.
Wann warst du das letzte Mal über deine Sünde betrübt und hast über sie getrauert? Wie oft geht es dir so, dass du über deine Sünde weinst oder trauerst? Nicht nur über die Tatsache, dass du erwischt worden bist, sondern über die Wurzel deiner Sünde, die Ursache der Sünde. Deine Rebellion gegen Gott. Nicht darüber, dass du dich jetzt elend fühlst oder eine Beziehung zerrüttet wurde, sondern über den Egoismus, den Stolz, die Rebellion, die dich dazu gebracht haben, so mit dieser Person zu reden, zu lügen, zu manipulieren oder missbilligend auf die Leiterschaft deines Mannes zu reagieren.
Wann hast du das letzte Mal darüber geklagt und getrauert, was deine Sünde Gott angetan hat? Ich muss zugeben, dass das bei mir viel zu selten vorkommt. Und gerade jetzt werde ich davon überführt. Aber ich wünsche mir, dass Gott an meinem Herzen arbeitet und mir die Fähigkeit und Gnade schenkt, über meine Sünde zu klagen und zu trauern.
Ich spreche nicht nur von Tränen. Tränen mögen ein Teil davon sein. Falls du nie über deine Sünde weinst, solltest du Gott vielleicht um die Gabe der Tränen bitten. Aber du kannst Eimer voller Tränen vergießen und nie einen Moment wahrer Buße erleben.
Jesus sagte: „Glückselig sind die Trauernden, denn sie sollen getröstet werden!“ (Matthäus 5,4). Zur Buße gehört auch, dass wir lernen, über unsere Sünde zu klagen und zu trauern.
Ich erinnere mich an eine Evangelisation von Life Action Ministries, bei der ich für den Dienst an Frauen zuständig war. In der ersten Woche unserer zweiwöchigen Veranstaltung waren die morgendlichen Treffen der Frauen geprägt von einer großen Schwere, einer Last und Trauer über ihre Sünden. Die Frauen erzählten, wovon Gott sie überführte und was er in ihren Herzen tat.
Ich kann mich noch immer daran erinnern, auch wenn es schon viele Jahre her ist. Als junge christliche Mitarbeiterin dieses Dienstes neigte ich damals dazu, sie davon befreien zu wollen. Ich wollte, dass sie schnell Gottes Gnade in Anspruch nahmen und ihnen sagen: „Ihr müsst nicht trauern. Ihr müsst nicht klagen. Es ist alles gut.“ Ich wollte barmherzig sein.
Es gibt eine Zeit für Barmherzigkeit. Es gibt eine Zeit für Gnade. Darüber werden wir in der „Seeking Him“ - Podcastreihe noch sprechen. Aber ich erinnere mich, was Gott mir in dieser Situation aufs Herz legte: „Mindere den Druck nicht, solange der Geist Gottes ihn aufrecht hält! Halte sie nicht vom Kreuz fern. Halte sie nicht davon ab, in angebrachter Weise über ihre Sünde zu klagen und zu trauern. Das ist ein wichtiger Teil des Prozesses.“
Und so trat ich zurück und sah zu, wie Gott diese Schwere, dieses Überführt-Werden, dieses Klagen und Trauern über die Sünde bewirkte.
Ich möchte dir sagen, dass die Befreiung, die in der zweiten Woche kam, so süß, tiefgehend und kostbar war. Ich erkannte wohl zum ersten Mal, dass die Befreiung, die wir durch Gottes Vergebung und Gnade erfahren, oft im Verhältnis zu dem Ausmaß steht, in dem wir bereit sind, über unsere Sünde zu klagen und zu trauern.
Sehne dich also nicht danach, vor dem Kreuz bewahrt zu werden; und bewahre auch niemand sonst vor dem Kreuz, bis Gott damit fertig ist, diese Person der Sünde zu überführen. Paulus sagte: „Mein Brief hat euch betrübt.“ Weißt du: Die Sünde bringt kurzes Vergnügen und anhaltendes Leid. Das bewirkt Sünde. Vergnügen für eine gewisse Zeit, aber anhaltendes Leid.
Aber Buße bringt kurzen Schmerz, kurzes Leid und bleibende Freude. Was ist dir lieber? Das Vergnügen der Sünde für eine gewisse Zeit mit dem Wissen, dass du eine Ewigkeit lang trauern wirst, oder die Trauer über deine Sünde jetzt für eine Zeitlang mit dem Wissen, dass sie bleibende Freude bringen wird?
Wir werden an dieser Stelle morgen fortsetzen und uns die anderen Anzeichen von Buße ansehen. Aber ich möchte, dass wir noch für einen Moment in der Trauer über unsere Sünde verweilen.
Klagst und trauerst du über deine Sünde?
Oh Herr, bitte gib uns ein Herz, das die Sünde so sieht, wie Du sie siehst. Mögen wir bereit sein, den Kummer, die Trauer und den Schmerz zu ertragen, den wir erfahren, wenn Du uns überführst. Es ist die Überführung Deines Heiligen Geistes, der uns hilft, unsere Sünde als das zu sehen, was sie wirklich ist: nämlich ein schweres Vergehen gegen Dich. Mögen wir sie beklagen und auf biblische und göttliche Weise über sie trauern. Mögest Du uns Dir wohlgefällige Traurigkeit schenken, die zu wahrer Reue und bleibender Veränderung führt. Ich bete in Jesu Namen, Amen.
Marie: Nancy hat uns die richtige Perspektive vor Augen geführt. Sünde ist ernst, und Umkehr bringt große Freude.
Die heutige Sendung ist Teil unserer Podcastreihe „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“. Und sie besteht aus 60 Podcasts, bei der jeweils fünf Folgen ein Thema behandeln. Und die Podcastreihe hilft dir hoffentlich, die Komponenten der persönlichen Erweckung kennenzulernen und zu studieren.
In der morgigen Folge von Belebe unsere Herzen erklärt uns Henry Blackaby, warum wir Buße so dringend nötig haben. Und das solltest du nicht verpassen, also bis Morgen.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.