Dr. Henry Blackaby: Es kommt der Tag, an dem wir vor Gott Rechenschaft ablegen werden für alles, was wir im Leben getan haben. Ich glaube, es wäre die größte Tragödie, wenn Gott an diesem Tag sagen müsste: „Lass mich dir zeigen, was hätte sein können. Lass mich dir zeigen, was hätte sein können, wenn du nur im Reinen mit mir gewesen wärst, wenn du meine Gnade für dein Leben in Anspruch genommen hättest, wenn du dich nur nicht von meiner Gnade abgewandt hättest. Du weißt, dass die Auferstehungskraft dich hätte freimachen können, aber du hast 10 Jahre lang in Knechtschaft gelebt. Lass mich dir erzählen, was in diesen 10 Jahren hätte gewesen sein können, wenn du mir nur geglaubt hättest.“
Marie Falk: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Letzte Woche haben wir uns ja im Rahmen unserer aktuellen Sendungsreihe „Seeking Him …
Dr. Henry Blackaby: Es kommt der Tag, an dem wir vor Gott Rechenschaft ablegen werden für alles, was wir im Leben getan haben. Ich glaube, es wäre die größte Tragödie, wenn Gott an diesem Tag sagen müsste: „Lass mich dir zeigen, was hätte sein können. Lass mich dir zeigen, was hätte sein können, wenn du nur im Reinen mit mir gewesen wärst, wenn du meine Gnade für dein Leben in Anspruch genommen hättest, wenn du dich nur nicht von meiner Gnade abgewandt hättest. Du weißt, dass die Auferstehungskraft dich hätte freimachen können, aber du hast 10 Jahre lang in Knechtschaft gelebt. Lass mich dir erzählen, was in diesen 10 Jahren hätte gewesen sein können, wenn du mir nur geglaubt hättest.“
Marie Falk: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Letzte Woche haben wir uns ja im Rahmen unserer aktuellen Sendungsreihe „Seeking Him - Neu belebt von ihm“ bereits mit Demut und Ehrlichkeit befasst: zwei relevante Merkmale echter Erweckung. Diese Woche konzentrieren wir uns auf ein weiteres wichtiges Element der Erweckung - nämlich der Buße. Hier ist Nancy.
Nancy DeMoss Wohlgemuth: Wir setzen unsere „Seeking Him“-Reihe fort und behandeln in dieser Woche ein Thema, dessen Bedeutung – wie ich denke – kaum zu unterschätzen ist, aber gleichzeitig in unseren heutigen Gemeinden stark vernachlässigt wird: Es ist das Thema Buße.
Eine der Predigten zum Thema Buße, die mich nachhaltig beeindruckt haben, hielt der mit mir befreundete Dr. Henry Blackaby im Jahr 1995. Heute und morgen werden wir Ausschnitte aus dieser Predigt mit euch teilen. Aber zuvor möchte ich euch ein paar Hintergrundinformationen zu dieser bestimmten Botschaft geben.
Circa 4.000 Mitarbeiter eines großen internationalen christlichen Werkes trafen sich damals zu ihrer halbjährlich stattfindenden Mitarbeiterschulung. Der Leitung dieser christlichen Organisation war Erweckung unter den eigenen Mitarbeitern ein starkes Anliegen. So kam es, dass ich zu dieser Woche eingeladen wurde um weiterzugeben, was mir auf dem Herzen lag. In den Wochen vor der Konferenz betete ich und fragte den Herrn, was ich den Mitarbeitern sagen sollte. Ich fühlte mich geführt, über Zerbruch zu sprechen.
Vor ein paar Wochen haben wir hier in der Podcast-Reihe einen Teil dieser Botschaft gesendet, und vielleicht hast du den Bericht davon mitverfolgt, wie Gott durch die Kraft seines Geistes an diesem Morgen so eindrücklich in den Herzen dieser Mitarbeiter wirkte. Als ich mich nach meinem Vortrag an diesem Morgen wieder hinsetzte, kam ein Mitarbeiter nach dem anderen vor zum Mikrofon und gab in diesem großen Saal Zeugnis davon, wie Gott ihm bestimmte Dinge vor Augen führte, die er oder sie vor dem Herrn in Ordnung bringen musste. Das ging circa zwölf Stunden so. Es war eine ehrfurchtgebietende und erstaunliche Zeit in Gottes Gegenwart.
Wie Gottes Vorsehung es wollte, hatte die Organisation auch Dr. Blackaby eingeladen, um am nächsten Tag zu den Mitarbeitern zu sprechen. Ich kann mich gut erinnern, wie Dr. Blackaby am Abend vor seinem Vortrag unter den Zuhörern saß und mitbekam, wie ein Mitarbeiter nach dem anderen aufstand und Bekenntnisse abgelegt wurden, die so schwer auf den Herzen gelastet hatten. Was für eine Freude war es für mich, am nächsten Tag Dr. Blackaby zuzuhören, als er zu den Mitarbeitern sprach und ihnen auf seelsorgerliche Art und Weise den Prozess der Buße anhand von Gottes Wort aufzeigte.
Er ermahnte sie, dem Werk der Buße in ihren Herzen so viel Raum wie nötig zu geben. Ich weiß, dass Gottes Geist durch die „Seeking Him"-Podcast-Reihe in den Herzen vieler unserer Zuhörerinnen schon etwas bewegt hat. Ich möchte dich ermutigen, der Botschaft von Dr. Blackaby über Buße sorgfältig zuzuhören und Gott zu bitten, dass du deine Sünde so sehen kannst, wie er sie sieht, sodass du mit zerbrochenem und zerschlagenem Herz vor ihn treten kannst. Solch ein Herz wird Gott annehmen, solch ein Herz wird er reinigen, und solch ein Herz wird die Fülle von Gottes Gnade empfangen. Lasst uns jetzt anhören, was Dr. Blackaby an jenem Tag 1995 vor 4000 christlichen Mitarbeitern weitergab.
Dr. Blackaby: Gehe ich recht in der Annahme, dass manche von euch schon längere Zeit Sünde in ihrem Leben haben? Und weil die Sünde sich über einen größeren Zeitraum hinweg in eurem Leben eingenistet hat, hat sie euren Charakter verändert. Gott kann dir deine Sünde von jetzt auf gleich vergeben, aber er wird sich Zeit nehmen, deinen Charakter zu erneuern. Manche von euch werden feststellen, dass der Moment, in dem Gott einem die Sünde vergibt, der Anfang des Prozesses der Buße ist. Da einige Dinge in deinem Leben über eine lange Zeit liegen geblieben sind, muss dein Charakter neu geformt werden.
Gott arbeitete 40 Jahre an Mose, um ihn charakterlich so umzuformen, dass er ausreichend vorbereitet war, um Gottes Volk zu führen. Mose zeigte einige Charakterschwächen, und Charakterentwicklung braucht Zeit. Werde nicht mutlos, wenn Gott an deinem Charakter arbeitet und es ein bisschen länger dauert. Deine Sünde vergibt er dir sogleich, aber dich so verändern, dass du die Person bist, die er sich wünscht, braucht länger. Es ist ein Prozess, den du durchläufst. Darum ist es wichtig, dass das Wort Gottes dein Kompass wird.
Manches, was sich in deinem sündigen Leben zugetragen hat, wird dich den Rest deines Lebens begleiten. Du musst das, was die Sünde angerichtet hat, annehmen und darfst Gottes Gnade darin erleben, wie sie dir dein ganzes Leben lang hilft, damit umzugehen. Er nimmt es nicht weg. Er vergibt dir, aber die Sünde hat oft solche Reichweite, dass man lebenslang damit zu kämpfen hat – vor allem dann, wenn sie von Christen in Leitungsfunktionen begangen wird. Du musst mit diesen Folgen leben und dich von Gottes Gnade leiten lassen, um dein weiteres Leben im Sieg zu leben.
Du musst niemals auch nur einen Moment außerhalb des Sieges leben, der in Christus ist. Paulus sagt: „Gott aber sei Dank, der uns allezeit in Christus triumphieren lässt“ (2.Korinther 2,14). Das ist Fakt. Du kannst in dem triumphalen Sieg leben, der in Christus ist. Und das obwohl du vielleicht, wie der Apostel Paulus, die Zeichen dessen, was du getan hast und was geschehen ist, dein ganzes weiteres Leben an dir trägst.
Gott wird dir das nicht einfach wegnehmen, aber er wird dich in die Fülle seiner Gnade treten lassen. Auch du selbst wirst ein sichtbarer Ausdruck seiner unendlichen Gnade sein. Wenn Gott dir das einfach wegnehmen würde, könnte seine Gnade nie so ausdrucksstark zum Vorschein kommen. Darüber werden wir gleich noch sprechen.
Es ist so essentiell wichtig, dass wir verstehen, wie zentral das Thema Buße für Gott ist. Du weißt, dass die erste Predigt Jesu war: „Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen!“ (Matthäus 4,17). Die erste Predigt Johannes des Täufers war: „Tut Buße.“
„Tut Buße“, so lautet die Botschaft des Himmels an Gottes Volk. Diese Botschaft wurde nicht in erster Linie der Welt gegeben, sondern sie war an Gottes Volk gerichtet. Denn so wie es das Volk Gottes macht, so macht es auch der Rest der Welt. Gottes Erlösungsabsichten richten sich an sein Volk. Deshalb bete ich jedes Mal, wenn ich den Namen Jesus höre: „O Herr, bitte schau in mein Herz und hilf mir. Gibt es da noch irgendwo einen Überrest von Sünde?“
Jedes Mal wenn ich den Namen Jesus höre, weiß ich, dass er gegeben wurde, um mich von meiner Sünde zu befreien. Und da ich von meiner Sünde freigemacht wurde, gehört Gott mein Leben, um seine Botschaft in die ganze Welt zu tragen. Wir preisen den Namen Jesu.
Und wenn wir den Namen Jesu preisen, sagen wir gleichzeitig voll Zittern: „O Gott, erforsche und prüfe mich und sieh, ob ich auf bösem Weg bin, denn der Name Jesus wurde gegeben, um uns und um mich von meiner Sünde zu befreien, sodass Du ein gereinigtes und heiliges Volk hast, durch das Du den Rest der Welt anrühren kannst.“ Ich bete dafür, dass jedes Mal, wenn du den Namen Jesus aussprichst, du ständig ein bußfertiges Herz hast; und dass der Name Jesus selbst dich in einer fortdauernden Beziehung zu ihm hält, wo du von Gott gebraucht wirst.
Die Bedeutung der Buße können wir auch in Lukas 13 erahnen, wo Jesus wieder zu seinem eigenen Volk spricht. Sie berichteten ihm gerade von einer Tragödie, die geschehen war, und Jesus schaute sie ernst an und sagte: „Ich möchte, dass ihr wisst: Wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen“ (vgl. Vers 3). Es war keine kleine Sache für ihn. Es ging darum: Entweder Buße tun oder umkommen.
Darf ich darauf hinweisen, dass das auch für dein und mein Leben gilt? Wir reden hier nicht – wenn wir gläubige Christen sind – von der ewigen Verdammnis. Aber ich kann dir sagen, dass – wenn wir nicht regelmäßig und konsequent Buße tun – wir sofort das Gericht Gottes auf uns bringen. Das Gericht Gottes wartet nicht. Es fängt in dem Moment an, wo wir sündigen, und es steigert sich.
Ein paar von euch haben beschrieben, wie durch Wut und Bitterkeit alles schlimmer und schlimmer und nochmal schlimmer wurde. Ich dachte bei mir selbst: „Genau deshalb ruft Jesus zu sofortiger Buße auf.“ Wenn wir nicht sofort unseren Sinn, unser Herz, unsere Seele, unser Leben und unseren Lebensstil von dem abwenden, was Gott Sünde nennt, wird es beginnen, uns zu zerstören. Es wird anfangen, unseren Dienst zu zerstören. Es wird anfangen, unsere Familie zu zerstören. Es wird uns von unseren Kindern trennen.
Sünde ist eine furchtbare Sache für Gott. Jesus sagte, „Wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen“. In Lukas 19 lesen wir von der Ankündigung dieses Gerichts auf Jerusalem und Judäa, da sie nicht Buße tun würden, und es kostete sie das Leben.
Der Herr Jesus sagt, dass Buße absolut notwendig ist. Wir wollen uns kurz mit den Worten von Paulus beschäftigen. Wenn ihr eure Bibeln dabei habt, schlagt bitte 2. Korinther 5,9 auf. Danach werden wir Psalm 51 anschauen, dieser Psalm wird oft verwendet, um aufzuzeigen, was Buße tatsächlich ist. In Psalm 51 bekommen wir die Sünde aus Davids Perspektive beschrieben, aber wir müssen zurückblättern zu 2. Samuel 12, um genau dieselbe Sünde aus Gottes Perspektive beschrieben zu bekommen. Das möchte ich mit euch gemeinsam tun.
Ich möchte, dass ihr Paulus‘ Anliegen bezüglich der Sünde verstehen könnt. In 2. Korinther 5,9 sagt Paulus: „Darum suchen wir auch [das ist eine Lebensentscheidung] unsere Ehre darin, dass wir ihm wohlgefallen, es sei daheim oder nicht daheim.“
Ein Großteil der Last, von der wir gestern sprachen, besteht aus zerbrochenen Beziehungen zu Menschen, zum Beispiel Eltern oder Kollegen, aber die größte Tragödie ist das, was zwischen uns und unserem Herrn geschieht. David hatte Recht, als er sagte: „Gegen dich, gegen dich allein habe ich gesündigt und getan, was böse ist in deinen Augen (...)“ (Psalm 51,6; ELB).
Buße richtet sich immer an Gott. Der Apostel Paulus sagte: „Oh, es ist mein erklärtes Ziel, dass ich allezeit, egal unter welchen Umständen, ihm wohlgefalle“. Dafür gibt er zwei Gründe an, und ich möchte sie kurz anschneiden, bevor wir in Davids Leben ein Beispiel dafür sehen.
Er sagte: „Mein größter Wunsch ist es, meinem Herrn wohlzugefallen. Das steht über jeder Entscheidung, die ich im Leben zu treffen habe, egal was noch passieren wird. Und zwar, weil wir alle vor dem Richterstuhl Christi erscheinen müssen, damit jeder das empfängt, was er durch seinen Leib gewirkt hat, es sei gut oder böse“ (vgl. 2.Korinther 5, 9-10). Dann folgt eine Aussage, die viele von uns so nicht treffen würden.
Wir wären geneigt zu sagen, „Da wir nun die Gnade des Herrn kennen; da wir nun die Liebe des Herrn kennen“, aber so denkt Paulus nicht. Er sagte: „Da wir nun die Furcht des Herrn kennen“ (2.Korinther 5,11 ELB). Wenn du die Gottesfurcht verlierst, kannst du niemals in rechter Weise Buße tun.
Paulus sagt: „Ich weiß, dass ich vor dem Herrn stehen werde und Rechenschaft für mein Leben ablegen muss. Und weil wir die Furcht des Herrn kennen, so überzeugen wir Menschen, sowohl Gottes Volk, als auch die Verlorenen (danach ergänzt er), und unser Leben liegt vor Gott offen“ (vgl. 2.Korinther 5,10-11).
Ich würde sagen, als ich verstanden habe, was Paulus hier sagt, habe ich mein Herz williger und weiter dem Herrn gegenüber geöffnet, als jemals zuvor.
Es kommt der Tag, an dem wir vor Gott Rechenschaft ablegen werden für alles, was wir im Leben getan haben. Ich glaube, es könnte wohl die größte Tragödie sein, wenn Gott an diesem Tag sagen müsste: „Lass mich dir zeigen, was hätte sein können. Lass mich dir zeigen, was hätte sein können, wenn du nur im Reinen mit mir gewesen wärst, wenn du meine Gnade für dein Leben in Anspruch genommen hättest, wenn du dich nur nicht von meiner Gnade abgewandt hättest. Du wusstest, dass durch meinen Tod am Kreuz Vergebung für dich möglich war, aber du hast dich abgewandt und versucht, dein Leben selbst in Ordnung zu bringen. Du weißt, dass die Auferstehungskraft dich hätte freimachen können, aber du hast zehn Jahre lang in Knechtschaft gelebt. Lass mich dir erzählen, was in diesen zehn Jahren hätte sein können, wenn du mir nur geglaubt hättest.“
Wenn du den Herrn kennst, musst du nicht eine Sekunde länger unter deiner Sünde leben. Er verspricht, dass er sich um deine Sünde kümmert, sobald du sie bekennst. Lass dich nicht von der Sünde beherrschen, denn dann wird Gott auf wunderbare Weise durch dein Leben wirken können und sein Zeitplan ist gewaltig.
In seinem Timing wartet Gott nicht auf deine Buße. Ich lebe mit diesem furchterregenden Bewusstsein: „O Geist Gottes, wenn Du mich meiner Sünde überführst, dann hilf mir zu verstehen, dass noch unglaublich viel mehr auf dem Spiel steht, als nur, dass es mir gut geht. Herr, es geht ja nicht nur darum, dass ich ein angenehmes Leben leben möchte. Meine Buße hat auch mit der Arbeit in Deinem Reich zu tun. Sie hat einen ganz großen Einfluss darauf!“ Deshalb sagt Paulus: „Ich möchte meinem Herrn gefallen, und ich weiß, dass wir alle vor dem Richterstuhl Christi erscheinen müssen, um Rechenschaft abzulegen. Da wir die Furcht des Herrn kennen“, und dann konnte er sagen: „und Gott kennt mich durch und durch“.
Jetzt möchte ich unseren Blick auf das Leben Davids lenken. Aber wir wollen es aus zwei Perspektiven betrachten: Zuerst aus Davids Perspektive, und dann aus Gottes Perspektive. Ihr werdet feststellen, dass David seine Sünde mit anderen Augen als Gott sah.
Bitte schlagt Psalm 51 auf. Wir können David gut verstehen. Habt ihr schon einmal bemerkt, dass wir hier immer Mitgefühl mit David haben, aber nicht mit Gott? Und sollten wir nicht – ich sage das mit zerbrochenem Herzen – sollten wir nicht mehr Verständnis für Gottes Herz haben, als das aktuell der Fall ist?
Gott sieht unsere Sünde als viel schwerwiegender, als wir es tun. Nun, es hätte keine treffenderen Worte geben können, um die Qualen von Davids Sünde zu beschreiben, als diese hier. Und ich möchte all denjenigen von euch sagen, die vielleicht in ähnlicher Weise wie David in Sünde gefallen sind: Ich bete für euch, dass eure Buße und Trauer noch weit über die von David hinausgehen. Schaut David an. Er gibt uns ein paar Anweisungen aus unserer Perspektive.
Zuerst einmal bittet er um Gnade. Gnade heißt, dass Gott dir nicht gibt, was du zu Recht verdient hättest. Weißt du, dass Gott nicht verpflichtet ist, dir zu vergeben? Er ist nicht verpflichtet, das Urteil über deine Sünde zurückzuhalten. Sobald du und ich sündigen, fordert Gottes Gerechtigkeit, dass ihr Genüge getan wird. Und Gott ist nicht verpflichtet, uns zu vergeben. Er tut es, weil er gnädig ist.
Er gibt uns nicht, was wir zu Recht verdient hätten, damit er uns geben kann, was wir nicht verdient haben. Deshalb ist Buße entscheidend in diesem Prozess. Also sagt David: „Sei mir gnädig.“ Als er erkannte, dass er gesündigt hatte, flehte David zuallererst darum, dass Gott ihm gnädig sein möge. „Und tue es, gemäß deiner Barmherzigkeit. Tilge meine Übertretungen, wasche und reinige mich völlig. Ich erkenne meine Vergehen gegen dich und meine Sünde ist mir ständig vor Augen“ (vgl. Psalm 51,3-5).
Dann folgt diese unglaubliche Aussage: „Gegen dich, gegen dich allein habe ich gesündigt und getan, was böse in deinen Augen ist, damit du im Recht bist (…)“ (Psalm 51,6; ELB). Weißt du, dass Gott es immer sieht, wenn ein Christ sündigt? Gottes wachende Augen, ihnen entgeht keine deiner Sünden.
Man sündigt vor den Augen Gottes. Es geschieht in der Gegenwart Gottes. Man sündigt in der Gegenwart des Geistes Gottes und in der Gegenwart des lebendigen Christus, der in uns lebt und in der Gegenwart des Vaters, der uns zur Erlösung bestimmt hat.
Unsere Sünde geschieht nie im Verborgenen. Unsere Sünde geschieht nie im Versteck. Sie geschieht immer vor den leuchtenden Augen Gottes, und David sagt: „Es war gegen dich und dich allein.“
Sobald du, wenn dir jemand Böses getan hat, mit Bitterkeit und Ärger darauf reagierst, dann ist das Problem nicht das, was die Person dir getan hat, sondern wie du auf ihre Tat reagiert hast. Gott sagt: „Hast du nicht gesehen, wie ich dir vergeben habe? Hast du es nicht gesehen? Weißt du nicht mehr, was auf Golgatha geschehen ist? Weißt du nicht mehr, was am Kreuz geschah?
Habe ich dir nicht gesagt, dass du reich belohnt wirst? Warum hast du nicht so reagiert, wie ich es dir gesagt habe? Du hättest nicht in Wut und Bitterkeit reagieren müssen. Du hättest in Zerbrochenheit reagieren können, und du hättest mit meiner Liebe in dir reagieren können. Du hättest das Ganze mit deiner Liebe zu ihnen zudecken können.“ Wenn Bitterkeit in meinem Herzen aufkommt, so finde ich, ist das eine Beleidigung für Gott.
Bitterkeit im Herzen eines Christen bedeutet, dass er das Licht des rettenden Werkes Gottes in seinem Leben ausgelöscht hat und es nicht mehr durch ihn hindurch nach außen leuchten kann. Bitterkeit hat das Herz Gottes beschämt, und so bete ich: „O Gott, mein Verstand würde sagen, dass ich vollkommen gerechtfertigt bin. Aber wehe mir, wenn ich Deine Vergebung und Deine Gnade für mein Leben in Anspruch nehme, aber sie nicht weitergebe, wenn ich an der Reihe bin, anderen zu vergeben.“
Bei David sehen wir, wie er davon spricht, dass seine Sünde gegen Gott allein gerichtet ist. Und dann spricht er etwas Gewaltiges aus. Ich werde nicht durch den ganzen Psalm gehen, aber er sagte: „Herr, Du hast Gefallen an Wahrheit im Innern. Im Verborgenen. Gott, im Inneren war ich nicht so ehrlich, und auch nach außen hin war ich nicht ehrlich. O Herr, ich möchte, dass mein Inneres und mein Äußeres ehrlich Dir gegenüber sind.“ „Siehe, du hast Gefallen an Wahrheit im Innern, und im Verborgenen wirst du mir Weisheit kundtun“ (Psalm 51,8 ELB). Damit schreit förmlich David nach dem gründlichen Handeln Gottes, und das zu Recht.
Nancy: Nun, das sind ernste, eindringliche Worte von Dr. Henry Blackaby. Wir werden morgen den zweiten Teil seiner Botschaft hören. Aber ich möchte nicht, dass wir es übergehen, wenn der Geist Gottes unsere Herzen vielleicht gerade überführt. Ruft dein Herz genauso wie Davids Herz nach dem mächtigen Handeln Gottes in deinem Leben? Wenn ja, dann bete doch mit mir gemeinsam:
Herr, wir haben erkannt, dass Du Dir Wahrheit im Innersten wünschst, im verborgenen Teil unseres Lebens. Und, o Gott, ich bitte Dich inständig, dass Du mein eigenes Herz erforschst und mir hilfst, meine Sünde so zu sehen, wie Du sie siehst, sie so ernst zu nehmen, wie Du sie ernst nimmst. Ich bitte Dich, dass Du mir tiefe, aufrichtige, lebensverändernde Buße schenkst.
Herr, wir brauchen Deine Gnade so dringend, denn wir haben Sünde zu einem Kavaliersdelikt gemacht! Hilf uns, uns selbst, Dich und unsere Sünde mit geöffneten Augen zu sehen und dann, so flehen wir Dich an, wasche uns rein. Läutere unsere Herzen. Um Jesu willen beten wir. Amen.
Marie: Nancy hat gerade dafür gebetet, dass sich echte Buße in unserem Leben zeigt.
Und wenn du von Herzen mit Nancy gebetet hast und wenn du heute überführt wurdest, hast du einen Schritt in die richtige Richtung zu persönlicher Erweckung getan.
Vielleicht hast du Lust tiefer einzusteigen? Dann kann ich dir das Kursbuch „Neu belebt von Ihm - Seeking Him“, das du beim rigatio-Verlag findest, einfach nur empfehlen. Es ist ein 12-Wochen-Kurs, der deine Beziehung zu Gott und deinen Mitmenschen verändern möchte. Dabei lernst du eben mehr zu Buße, Demut, Ehrlichkeit, und anderen Merkmalen echter Erweckung.
Betrachtest du Sünde aus deinem oder aus Gottes Blickwinkel? Darüber wird uns Henry Blackaby morgen berichten. Also sei dabei, wenn es wieder heißt: Herzlich willkommen bei Belebe unsere Herzen!
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.