Esther Zemp: Nancy DeMoss Wolgemuth sagt, dass die biblische Gestalt Rahab mit einer einzigen kleinen Handlung etwas sehr Bedeutungsvolles vermittelt.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Der Glaube veranlasste sie, zu gehorchen. Ihr Glaube brachte die Frucht des Gehorsams hervor. Und ihr Gehorsam war präzise und klar, sogar in etwas scheinbar so Unwichtigem und Belanglosem wie „Hänge diese Schnur in dein Fenster!“.
Esther: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Nancy ist Autorin von Zerbruch: Neu belebt von Gott. Mein Name ist Esther Zemp.
Hast du dich schon einmal gefragt, ob Gott dich wirklich liebt? Dann halte einen Moment inne – lass alles stehen und liegen – und hör zu, wie Nancy dir Hoffnung zuspricht, selbst angesichts aller Sünden, die du jemals begangen hast. Ihre Reihe trägt den Titel: „Rahab: Wir folgen dem roten Faden der Erlösung“.
Nancy: Ich liebe die Geschichte von …
Esther Zemp: Nancy DeMoss Wolgemuth sagt, dass die biblische Gestalt Rahab mit einer einzigen kleinen Handlung etwas sehr Bedeutungsvolles vermittelt.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Der Glaube veranlasste sie, zu gehorchen. Ihr Glaube brachte die Frucht des Gehorsams hervor. Und ihr Gehorsam war präzise und klar, sogar in etwas scheinbar so Unwichtigem und Belanglosem wie „Hänge diese Schnur in dein Fenster!“.
Esther: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Nancy ist Autorin von Zerbruch: Neu belebt von Gott. Mein Name ist Esther Zemp.
Hast du dich schon einmal gefragt, ob Gott dich wirklich liebt? Dann halte einen Moment inne – lass alles stehen und liegen – und hör zu, wie Nancy dir Hoffnung zuspricht, selbst angesichts aller Sünden, die du jemals begangen hast. Ihre Reihe trägt den Titel: „Rahab: Wir folgen dem roten Faden der Erlösung“.
Nancy: Ich liebe die Geschichte von Rahab, die wir in dieser Serie miteinander anschauen, weil sie uns ein so wunderbares Bild unseres großen Erlöser-Gottes malt, den wir haben. In ihrem Leben – in diesem Bericht – gibt es Hinweise auf das Evangelium, Hinweise auf die Art, wie Christus auf diese Erde kam, um Sünder zu erlösen. Wir werden das im weiteren Verlauf dieser Geschichte erkennen.
Wenn du deine Bibel griffbereit hast, dann schlag doch bitte Josua 2 auf. Rahab hat hier gerade mit den zwei Kundschaftern gesprochen, die in ihr Haus gekommen sind … von ihrer Vergangenheit her ist sie eine Prostituierte, aber wir sehen hier, dass der Same des Glaubens in ihr Herz gesät worden ist.
Wir wissen nicht mit Sicherheit, ob sie zu diesem Zeitpunkt noch in der Prostitution lebte. Die Ausleger sind sich da nicht einig. Und ich denke, das liegt daran, dass wir nicht genau wissen, in welcher Phase ihres Lebens diese Ereignisse stattgefunden haben. Aber je intensiver ich mich mit diesem Text beschäftige, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass sie in der jüngeren Vergangenheit angefangen hatte, an den Gott Israels zu glauben, auf Grund der Geschichte, die sie gehört hatte. Es waren nur spärliche Informationen, aber der Glaube war in ihrem Herzen erregt und geweckt worden.
Ich glaube, entweder war sie schon bekehrt oder sie war in dem Prozess, in einem alttestamentlichen Sinn von Neuem geboren zu werden. Vielleicht hatte sie ihr Gewerbe bereits verlassen, oder sie war auf dem besten Wege, es zu verlassen – während sie mehr Kenntnis von Gottes Wort und seinen Wegen erhielt.
Sie macht diese erstaunliche Erklärung, dieses Bekenntnis ihres Glaubens: „Ich habe es gehört. Und ich glaube, dass euer Gott der Gott des Himmels und der Erde ist. Die Götter, die wir all die Jahre – mein ganzes Lebens lang – in Kanaan angebetet haben, das sind keine echten Götter. Ich glaube an euren Gott.“ Sie wandte sich an die Kundschafter, weil sie wusste, dass die Israeliten Kanaan einnehmen und Jericho zerstören würden, dass dieser Stadt das Gericht Gottes bevorstand – und sie sagte: „Bitte verschont mich und meine Familie.“
Ich lese weiter in Vers 12. Sie sagt:
„Und nun schwört mir doch bei dem HERRN, dass, so wie ich an euch Güte erwiesen habe, auch ihr am Haus meines Vaters Güte erweisen werdet; und gebt mir ein sicheres Zeichen, dass ihr meinen Vater, meine Mutter, meine Brüder und meine Schwestern samt allen ihren Angehörigen am Leben lassen und unsere Seelen vom Tod erretten werdet!“ (Verse 12-13).
Sie bittet also um Gnade. Sie weiß, dass sie sie nicht verdient hat, und doch appelliert sie an den Gott Israels, an Jahwe, den diese Männer repräsentieren, sich ihrer zu erbarmen. Sie bittet die Männer, einen Eid abzulegen. Manchmal ist hier auch die Rede von einem „Wahrheitsschwur“. Mit anderen Worten: „Schwört es mir! Gebt mir euer Wort! Legt einen Eid ab, dass ihr mit mir und meiner Familie gnädig umgehen werdet und unser Leben verschont, so wie ich eures verschont habe.“
In Vers 14 legen die Männer in der Tat einen Schwur ab. Sie geben ihr ihr festes Versprechen, sie zu verschonen.
„Und die Männer sprachen zu ihr: Wir bürgen mit unserem Leben für das eurige, sofern ihr diese unsere Sache nicht verratet! Und es soll geschehen: Wenn der HERR uns dieses Land gibt, so wollen wir an dir Güte und Treue erweisen!“
Dann nennen die Männer ihr drei Bedingungen, die sie einhalten muss, damit ihr Schwur verbindlich ist. In Vers 17 lesen wir:
„Die Männer antworteten ihr: [Unter diesen Bedingungen] werden wir frei sein von deinem Eid, den du uns hast schwören lassen: Siehe, wenn wir in das Land kommen, [Hier ist die erste Bedingung:] so sollst du diese Schnur aus karmesinrotem Faden in das Fenster knüpfen, durch das du uns hinabgelassen hast (...). [Wir kommen gleich darauf zurück.].“
Die zweite Bedingung:
„[Du sollst] deinen Vater, deine Mutter, deine Brüder und das ganze Haus deines Vaters zu dir ins Haus versammeln. Und wer dann zur Tür deines Hauses hinaus auf die Straße geht, dessen Blut sei auf seinem Haupt, wir aber unschuldig; wenn aber Hand gelegt wird an jemand von denen, die bei dir im Haus sind, so soll ihr Blut auf unserem Haupt sein.“
Und hier ist die dritte Bedingung, Vers 20:
„Und wenn du etwas von dieser unserer Sache verraten wirst, so werden wir frei sein von deinem Eid, den du uns hast schwören lassen“.
Also drei Dinge. Erstens: Sie muss diese karmesinrote Schnur nehmen und sie am Fenster befestigen. (Wir werden heute – und auch in der nächsten Folge – noch über diese rote Schnur sprechen.) Zweitens: Sie muss ihre ganze Familie ins Haus holen. Und drittens: Sie darf die Männer nicht verraten. Sie darf niemandem davon erzählen. Sie muss absolute Verschwiegenheit bewahren.
Und sie sagt – und ich liebe ihre Antwort – Vers 21: „Es sei, wie ihr sagt!“
„Es sei, wie ihr sagt!“ Sie nahm sie beim Wort. Sie glaubte ihnen.
„Dann schickte sie sie weg, und sie gingen fort. Und sie knüpfte die rote Schnur ins Fenster.“
Was war das Erste, was sie tat, als die Männer gegangen waren? Sie erfüllte die erste Bedingung. Keine Verzögerung. Sie tat sofort, was die Kundschafter ihr geboten hatten. Man hat den Eindruck, dass es nichts gab, was in diesem Moment wichtiger gewesen wäre. Man spürt eine Dringlichkeit. „Wenn der Gott, von dessen Volk sie sind, gesagt hat, ich solle diese rote Schnur in das Fenster knüpfen, dann muss ich genau das tun.“ Sie gehorcht unmittelbar.
Wir können eine Entwicklung im Leben von Rahab, der Prostituierten, der Kanaaniterin, sehen. Zuerst erkannte sie ihre Notlage, sie sah ihre Bedürftigkeit. Sie lebte in einer Stadt, die dem Untergang geweiht war; sie war eine Sünderin aus dieser Stadt – eine von vielen anderen Sündern und Sünderinnen; sie alle verdienten es zu sterben. Dann erkannte sie, dass sie unfähig war, sich selbst zu retten. Sie sagte nicht zu den Männern: „Ich will versuchen, irgendwie aus dieser Stadt herauszukommen. Vielleicht lässt sich meine Familie zur Flucht bewegen.“
Sie wusste, dass sie sich nicht selbst retten konnte – erkennst du hier einen Hinweis auf das Evangelium? – und doch glaubte sie, dass sie gerettet werden konnte. Was tat sie also? Sie ergriff den Rettungsring. Sie setzte auf den Gott Israels und flehte ihn um Gnade an. Sie wusste, dass er ihre einzige Hoffnung war.
Dann bewies sie ihren Glauben, den Gott ihr bereits in ihr Herz gelegt hatte, indem sie die Bedingung erfüllte, die ihr gegeben worden war. Und was war diese erste Bedingung? „[Du] sollst (...) diese Schnur aus karmesinrotem Faden in das Fenster knüpfen.“ Und sie befestigte die Schnur an dem Fenster. Sie gehorchte. Der Gehorsam war ein Kennzeichen ihres Glaubens. Darin zeigte sich ihr Glaube. Sie glaubte, dass ihr Leben verschont werden würde. Und so hängte sie diese Schnur aus karmesinrotem Faden in das Fenster ihres Hauses, das – wie wir bereits gesehen haben – sich an der Stadtmauer befand.
Ihr Haus befand sich also oben auf der Stadtmauer, und diese Schnur – wir wissen nicht, wie lang sie war – hing an der Mauer ihres Hauses herunter. Jeder, der sich der Stadt von außen näherte, konnte sie sehen.
Nun, ich möchte jetzt das Konzept der karmesinroten Schnur etwas vertiefen. Denn diese Schnur war mehr als nur ein Gegenstand. Diese Schnur ist ein Symbol für mehrere Dinge.
Zunächst einmal steht sie für die Sünde dieser Frau – für ihre Schuld und ihre Scham. Bei der Farbe „Rot“ denken wir vielleicht an den Begriff „Rotlichtviertel“. Sie erinnert uns an Rahabs Hintergrund, an ihr Gewerbe, an ihr altes Leben in der Prostitution. Und wir fragen uns, wie beschmutzt sie sich wohl gefühlt haben muss, jetzt, wo sie zu verstehen begann, dass Jahwe ein Gott der Heiligkeit ist. Auch aus diesem Grund identifizierte sie sich vielleicht mit diesem scharlachroten Seil, das aus ihrem Fenster hing.
Stell dir vor, wie die Leute in den folgenden Stunden und Tagen an ihrem Haus vorüber gingen, und vielleicht mit dem Finger darauf zeigten und sagten: „Das ist doch das Haus von Rahab, der Prostituierten.“ Stell dir vor, wie Menschen über sie spotteten, sie verachteten, sich über sie lustig machten. Und doch hängte sie diese Schnur aus dem Fenster und gab damit zu, dass sie eine Sünderin ist. Sie lässt zu, dass andere sehen, wer sie wirklich war. Sie versuchte nicht, so zu tun, als hätte sie keine Rettung nötig.
Wenn du anfängst, die Güte, die Treue und die Barmherzigkeit Gottes zu erfahren, kommst du an den Punkt, wo du weißt, dass du eine Sünderin bist; und es macht dir nicht wirklich viel aus, wenn alle anderen es herausfinden. Denn du weißt, dass du im selben Boot sitzt wie alle anderen Menschen, die jemals geboren wurden. Es gibt nichts zu verstecken, es gibt nichts zu verschleiern.
Sie versucht nicht, fromm oder religiös zu sein, so nach dem Motto: „Ich gehe doch treu zur Gemeinde. Ich brauche nicht errettet oder erlöst zu werden.“ Denn hier ist diese Schnur, sie ist karmesin- oder auch scharlachrot.
Gott erwähnt solche Details nicht ohne Grund. Was hat es mit dem Detail auf sich, dass die Schnur karmesin- oder purpurrot war? Ich denke, es ist vor allem ein Bild für Rahabs Sünde. Für ihre Schande. Für ihre Schuld. Aber sie musste die Sünden ihrer Vergangenheit nicht verstecken. Sie brauchte ihren Lebensstil nicht zu verheimlichen. Sie musste ihr Versagen nicht vertuschen. Sie musste sich nicht verstellen und vorgeben, sie sei etwas Besseres als sie in Wirklichkeit war. Sie hatte den Gott Israels bereits kennengelernt – auch wenn sie gerade erst die ersten Schritte im Glauben machte.
Ja, sie wusste, dass Gott ein Gott des Gerichts ist. Aber sie erkannte auch zunehmend, dass er ein Gott der Barmherzigkeit und der Gnade ist. Und sie verstand: Meine Sünde kann bedeckt werden. Ich kann wiederhergestellt und erlöst werden. Ich kann gerettet werden – trotz meines bisherigen Lebens.
Die Kundschafter sagten nicht zu ihr: „Nun, wir könnten dich vielleicht verschonen, aber wir sehen hier, dass du ein Haus mit zweifelhaftem Ruf führst. Räum erstmal dein Leben auf!“ Nein. Sie stellten nicht so eine Bedingung an ihre Rettung. Sie wussten ganz genau, wer sie war. Und Gott war in der Lage, ihr Leben zu retten. Sie würde keine Prostituierte bleiben. Als ihr Gottes Wege zunehmend offenbar wurden, reagierte sie auf das Licht, das sie bekam. Und es scheint so, dass sie so auch weiterhin auf neue Erkenntnisse, auf neues Licht, reagierte. Die Kundschafter sagten zu ihr: „Du kannst gerettet werden.“
Ich denke an den Vers in Jesaja, Kapitel 1, wo Gott sagt: „Kommt doch, wir wollen miteinander rechten! [...] Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, sollen sie weiß werden wie der Schnee; wenn sie rot sind wie Karmesin, sollen sie [weiß] wie Wolle werden. (Vers 18). Warum nur verglich Gott die Sünden seines Volkes mit Scharlach, mit Rot und mit Karmesin?
Ich denke, in diesem Zusammenhang ist diese Farbe ein Zeichen für das Blut, das wegen ihrer Sünden an den Händen der Israeliten klebte. Und wenn du über deine Vergangenheit nachdenkst, bist du möglicherweise so weit gegangen, dass du jemand anderem das Leben genommen hast, und dieses Blut ist an deinen Händen.
Kürzlich führte ich ein Interview mit einer Frau, die erzählte, dass sie im Alter von neunzehn Jahren eine Abtreibung hatte. Sie sprach von dem Moment, als sie das – Jahre später – wie ein Schlag traf, dass sie ihr eigenes Baby getötet hatte. Sie sagte: „Ich habe Blut an meinen Händen.“ Nur durch die Barmherzigkeit und die Gnade Gottes hatte sie schließlich Reinigung, Befreiung und Errettung gefunden.
Vielleicht denkst du: So etwas habe ich nie getan. Ich habe nie eine Abtreibung machen lassen. Ich habe nie jemanden umgebracht. Es klebt kein Blut an meinen Händen. Dann möchte ich dir sagen: Wir alle haben Blut an unseren Händen! Erinnerst du dich an den Zeitpunkt, als Pontius Pilatus Jesus verhörte und ihn für unschuldig erklärte? Pilatus sagte, Jesus habe nichts Böses getan. Doch die Menge forderte, dass Jesus gekreuzigt werden sollte. Matthäus berichtet, dass Pilatus Wasser nahm, sich vor der Volksmenge die Hände wusch und sagte: „Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten; seht ihr zu! Und das ganze Volk antwortete (...): Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder!“ (Matthäus 27,24-25).
Das Blut Christi – des unschuldigen Sohnes Gottes, der nach Golgatha ging und dort für Sünder sein Blut vergoss. Sein Blut ist an unseren Händen. Unsere Sünden sind scharlachrot. Karmesinrot. Und doch sagt Gott: „Du kannst weiß werden wie Schnee. Weiß wie Wolle. Du kannst rein sein. Frei von Schuld. Du musst nicht mit diesem Makel leben. Du musst dich nicht mit dieser roten Farbe identifizieren – dieser Farbe, die dich immer wieder an deine Sünde erinnert.“
Dieses Scharlach- oder Karmesinrot mag ein Bild für die Sünde, die Schuld und die Scham sein, die so viele Frauen heute mit sich herumtragen – vielleicht auch du selbst. Wenn du innerlich mit dieser Schuld und Schande lebst, dann steht diese rote Farbe für deine Sünde. Aber ich möchte dir sagen: Scharlach- oder Karmesinrot bedeutet noch etwas anderes. Es steht für Rahabs Mittel der Erlösung.
Die Kundschafter hatten gesagt, dass sich Rahab und ihre Familie in dem Haus aufhalten sollten, wenn das Gericht käme; die karmesinrote Schnur sollte aus dem Fenster hängen.
Das erinnert daran, was in einer Nacht vierzig Jahre zuvor geschehen war – es war eine der allerwichtigsten Nächte in der Geschichte des jüdischen Volkes. Diese beiden jungen Männer, diese beiden Kundschafter, hatten damals vielleicht noch nicht einmal das Licht der Welt erblickt. Aber sie hatten diese Geschichte sicher schon oft gehört.
Wir können sie in 2. Mose 12 nachlesen. Gott schickte sich an, sein Volk aus der Knechtschaft in Ägypten zu befreien. Er sagte, jede Familie solle ein Lamm aus der Herde auswählen – ein Lamm ohne Makel. Am vierzehnten Tag des Monats sollten sie dieses Lamm in der Abenddämmerung schlachten – jede Familie ihr eigenes Lamm.
Weiter heißt es in 2. Mose: „Und sie sollen von dem Blut nehmen und damit beide Türpfosten und die Oberschwellen der Häuser bestreichen, in denen sie essen.“ (Vers 7). Sie sollten also das Lamm töten, das Blut nehmen und etwas davon an beide Türpfosten und an den Türsturz über der Tür des Hauses streichen, in dem sie dieses Lamm essen würden.
Dann sagte Gott: „Ich will in dieser Nacht durch das Land Ägypten gehen und alle Erstgeburt im Land Ägypten schlagen, vom Menschen bis zum Vieh.“ Gott kommt zum Gericht über Ägypten und sagt: „Ich will an allen Göttern der Ägypter ein Strafgericht vollziehen, ich, der HERR. Und das Blut soll euch zum Zeichen dienen an euren Häusern, in denen ihr seid. Und wenn ich das Blut sehe, dann werde ich verschonend an euch vorübergehen; und es wird euch keine Plage zu eurem Verderben treffen, wenn ich das Land Ägypten schlagen werde.“ (Verse 12-13).
Wie ähnelt doch diese Geschichte der von Rahab! Ihr wurde gesagt: „Lass die karmesinrote Schnur durch dein Fenster herab, damit dein Haus gekennzeichnet ist. Und diese Schnur ist ein Symbol – sie steht für das Mittel deiner Rettung. Wenn die Israeliten kommen, um dein Land einzunehmen, werden sie diese Schnur in der Farbe des Blutes sehen. Wenn sie im Auftrag Gottes, des gerechten Richters, alle anderen Häuser richten, werden sie diese karmesinrote Schnur in deinem Fenster sehen und dich verschonen. Wir werden an deinem Haus vorübergehen.“
Es war ja so, die Israeliten waren in der Nacht des ersten Passahs nicht weniger sündig als die Ägypter. Es war nicht so, dass die Ägypter böser gewesen wären als die Israeliten. Sie waren allesamt in Sünde geboren und widerspenstig gegen Gott. Alle verdienten sie das Gericht Gottes. Gottes Wort sagt: „Die Seele, welche sündigt, die soll sterben!“ (Hesekiel 18,20) und: „Der Lohn der Sünde ist der Tod (…)“ (Römer 6,23). Es musste also in jedem Haushalt einen Todesfall geben. Entweder würde der Erstgeborene sterben – oder ein Lamm. Ein unschuldiger Ersatz – es war ein Opfer, dessen Blut vergossen werden würde.
In den Häusern der Ägypter starben die erstgeborenen Söhne. In den Häusern des Volkes Gottes starb ein Lamm. Der Glaube der damaligen Juden zeigte sich an jenem ersten Passahabend darin, dass sie das Blut an die beiden Türpfosten und die Oberschwelle ihres Hauses strichen.
Bei Rahab war es so: Jedes Familienmitglied, das sich in dem Haus mit der karmesinroten Schnur befand, als die Israeliten die Stadt eroberten, würde verschont bleiben. Verließ jedoch jemand das Haus, so trat er aus dem Schutzbereich von Gottes Versprechen und aus dem Schutzbereich der karmesinroten Schnur heraus. Er würde sterben, und sein Blut würde auf sein eigenes Haupt kommen.
Rahab hatte ein Bekenntnis ihres Glaubens abgelegt. Sie hatte ihren Wunsch ausgedrückt, vor Gottes Gericht gerettet zu werden. Die Kundschafter hatten ihr versprochen, ihr Leben zu bewahren. Aber sie wäre dennoch umgekommen, wenn sie ihren Glauben nicht dadurch gezeigt hätte, dass sie diese karmesinrote Schnur außen an das Fenster ihres Hauses knüpfte. Ihr Leben hing davon ab. In gewissem Sinn setzte sie ihr Vertrauen auf diese rote Schnur – nicht in die Schnur an sich, sondern auf alles, wofür sie stand. Sie vertraute den Männern, die ihr dieses Versprechen gegeben hatten. Ohne diese rote Schnur in ihrem Fenster hätte sie nicht gerettet werden können; ihr Leben hätte nicht verschont werden können; sie wäre umgekommen.
Die karmesinrote Schnur war sichtbar. Rahab legte ein öffentliches Bekenntnis ab, es war ein Ausdruck ihres Glaubens. Sie war bereit, offen zu ihrem Glauben zu stehen; und die Schnur wurde zum äußeren Zeichen für den Glauben in ihrem Herzen. Der Glaube veranlasste sie, zu gehorchen. Ihr Glaube brachte die Frucht des Gehorsams hervor. Und ihr Gehorsam war präzise und klar, sogar bei etwas scheinbar so Unwichtigem und Belanglosem wie „Hänge diese Schnur in dein Fenster!“ Die Tatsache, dass sie auch in dieser scheinbar kleinen Angelegenheit gehorchte, war ein Beweis dafür, dass ihr Glaube echt war.
Ich las eine Predigt eines kanadischen Pastors über das Leben von Rahab; und ich möchte vorlesen, was er zu diesem Punkt schreibt. Er sagt: „Wenn man darüber nachdenkt, scheint eine einfache karmesinrote Schnur nicht viel Schutz vor einer eindringenden Armee zu bieten.“ Es scheint sogar eine besonders schwache Verteidigung zu sein, wenn man bedenkt, wie Gott die Zerstörung herbeiführte. Die Mauern stürzten einfach ein. Wie sollte da eine Schnur ihr Leben verschonen? Er sagt:
„Eine einfache karmesinrote Schnur scheint keinen großen Schutz vor einem angreifenden Heer zu bieten. Und zu hören, dass das Blut Christi uns vor dem Zorn Gottes bewahrt, mag für manche töricht klingen. Doch genau das hat Gott versprochen. Wenn wir Zuflucht vor Gottes Zorn über unsere Sünden und unsere mangelnde Treue suchen, dann finden wir sie einzig und allein im karmesinroten Blut Christi.“
Und er sagt weiter:
„Suche Zuflucht in seinem Blut, so wie Rahab in ihrem Haus hinter der karmesinroten Schnur Zuflucht suchte. Vertraue darauf, dass selbst wenn dir die Welt um die Ohren fliegt, dich kein ewiges Verderben treffen kann. Denn das Blut Jesu wäscht uns von Sünden rein und bewahrt uns sicher vor dem Zorn Gottes.“
Auch wenn wir schon darüber gesprochen haben, wie wir vom Zorn Gottes verschont werden, frage ich mich, ob vielleicht heute die eine oder andere Frau zuhört, die ihr Vertrauen noch nie auf Jesus Christus als das einzige Mittel zur Erlösung von ihrer Sünde gesetzt hat. Für dich war diese karmesinrote Schnur vielleicht bisher nur ein Symbol für deine Sünde, deine Schande und deine Schuld. Du empfindest sie wie einen roten Fleck auf deiner Kleidung. Und bis heute lebst du in der Knechtschaft und unter der Last dieser Schande und Schuld.
Ich möchte dir sagen: Diese scharlachrote Schnur steht für das Blut Jesu Christi. Sie erinnert nicht nur an die Sünde aus deiner Vergangenheit, sondern – viel wichtiger – an das Blut Jesu Christi, das uns von aller Sünde rettet.
Vielleicht fragst du: Wie kann ich denn gerettet werden? In Jesus Christus findest du Zuflucht. Sage im Vertrauen: „Herr, ich glaube. Ich setze mein Vertrauen auf Christus, damit er mich rettet. Ich vertraue nicht auf meine Werke, nicht auf meine eigene Anstrengung, nicht auf irgendeine gute Sache, die ich vorweisen könnte, sondern auf Christus – und auf Christus allein –, damit er mich von meiner Sünde und vor Deinem gerechten Zorn rettet.“
Wenn Gott heute durch seinen Heiligen Geist zu deinem Herzen spricht, dann bewegt er dein Herz, jetzt innezuhalten und zu sagen: „Herr, ich glaube. Ich glaube. Ich glaube an Christus. Ich glaube, dass er für mich gestorben ist. Und wenn du kommst, um diese Welt zu richten – und du wirst es tun –, dann bitte ich Dich: Schau auf Christus und auf sein vergossenes Blut, das ich im Glauben für mich in Anspruch nehme. Danke, dass du vorübergehen wirst, weil das sündlose Lamm schon getötet worden ist, sein Blut wurde vergossen – und mein Leben kann verschont werden.“
Darf ich dir sagen: Wenn du ein Kind Gottes bist, dann vergiss niemals, dass du keine andere Hoffnung auf ewige Rettung hast als in dem, was Jesus Christus für dich getan hat, als er sein Blut am Kreuz vergoss.
Das ist dein Leben, und das ist deine Hoffnung. Der Beweis deines Glaubens wird dein Gehorsam sein – in den großen wie auch in den kleinen Dingen. Du sagst in deinem Leben immer wieder: „Ja, Herr, denn ich vertraue dir, ich glaube dir. Ich tue, was du mir sagst.“
Herr, ich bete, dass an diesem Tag viele gerettet werden, vielleicht sogar einige von unseren Zuhörerinnen. Danke, Herr, für das Blut Jesu, das uns rettet, das uns abwäscht und uns von unseren Sünden reinigt. Danke, dass wir – obwohl unsere Sünden scharlachrot waren – weiß wie Schnee werden können. Danke, dass das Blut Jesu uns reinwäscht von aller Sünde. In Jesu Namen beten wir. Amen.
Esther: Wenn du gerade mit Nancy gebetet und deine Hoffnung auf das Blut Christi zur Vergebung deiner Sünden gesetzt hast, dann heißen wir dich herzlich willkommen in der Familie Gottes!
Die heutige Sendung ist Teil der Reihe mit dem Titel „Rahab: Wir folgen dem roten Faden der Erlösung“. Rahab hängte buchstäblich eine scharlachrote Schnur aus ihrem Fenster – und wurde deswegen gerettet. Damit wurde sie auch Teil des roten Fadens der Erlösung, der sich durch die gesamte Schrift zieht. Außerdem wurde sie in die Ahnenreihe Jesu, unseres endgültigen Retters, aufgenommen. Ich hoffe, du entdeckst noch mehr im Leben dieser Frau, die gelernt hat, was Barmherzigkeit und Vergebung wirklich bedeuten.
Wir würden uns freuen, wenn du für unsere Arbeit bei Belebe unsere Herzen betest, oder Freundinnen und Bekannte auf unsere Sendungen hinweist. Vielleicht hast du die Möglichkeit, uns auch finanziell zu unterstützen. Näheres dazu findest du auf unserer Website BelebeunsereHerzen.com. Da findest du auch begleitende Unterlagen zu dieser Reihe und auch weitere spannende Informationen, die dich in deinem Glauben ermutigen und weiterbringen.
Frauen werden oft davon abgehalten, Gottes Vergebung zu genießen, weil sie denken: „Gott könnte mir meine Sünde niemals vergeben. Was ich getan habe, ist zu schlimm.“ Nancy wird beim nächsten Mal auf diesen Gedanken eingehen. Sei dann gerne wieder mit dabei – bei Belebe unsere Herzen.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.