Esther Zemp: Nancy DeMoss Wolgemuth sagt, dass unser Glaube eine entscheidende Rolle spielt.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Was wir über Gott glauben, entscheidet darüber, ob wir im Kampf gegen die Sünde bestehen. Es entscheidet darüber, ob wir bereit sind, für Gott einzustehen – nicht nur, wenn wir versucht sind, sondern auch dann, wenn wir dafür in unserer Kultur riskante Schritte gehen müssen.
Esther: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, Autorin von Lügen, die wir Frauen glauben … und die Wahrheit, die uns frei macht, gesprochen von Annette Schorre.
Unser Fokus liegt auf dem Thema „Neuanfänge“. Wir möchten eine zentrale Botschaft vermitteln: Jeder kann gerettet werden. Jeder kann erreicht werden. Jeder kann erlöst werden – sogar ich! Nancy ist gerade mitten in einer Podcast-Reihe darüber, auf welch überraschende Weise Gott Menschen auswählt, um sie zu sich zu ziehen und für seine Absichten zu …
Esther Zemp: Nancy DeMoss Wolgemuth sagt, dass unser Glaube eine entscheidende Rolle spielt.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Was wir über Gott glauben, entscheidet darüber, ob wir im Kampf gegen die Sünde bestehen. Es entscheidet darüber, ob wir bereit sind, für Gott einzustehen – nicht nur, wenn wir versucht sind, sondern auch dann, wenn wir dafür in unserer Kultur riskante Schritte gehen müssen.
Esther: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, Autorin von Lügen, die wir Frauen glauben … und die Wahrheit, die uns frei macht, gesprochen von Annette Schorre.
Unser Fokus liegt auf dem Thema „Neuanfänge“. Wir möchten eine zentrale Botschaft vermitteln: Jeder kann gerettet werden. Jeder kann erreicht werden. Jeder kann erlöst werden – sogar ich! Nancy ist gerade mitten in einer Podcast-Reihe darüber, auf welch überraschende Weise Gott Menschen auswählt, um sie zu sich zu ziehen und für seine Absichten zu berufen. Die Reihe trägt den Titel: „Rahab: Wir folgen dem roten Faden der Erlösung“.
Nancy: Wir beschäftigen uns mit dem Leben einer Heiligen des Alten Testaments; und das war sie nicht von Anfang an. Wer von uns startet schon als Heilige? Wir werden als Sünder geboren, und nur die Gnade Gottes kann uns zu Heiligen machen.
Ich finde es einfach wunderbar, Rahabs Leben anzuschauen, die sowohl im Alten als auch im Neuen Testament als Prostituierte bezeichnet wird, und darüber nachzudenken, was Gott durch seine Gnade aus ihrem Leben gemacht hat. Wir werden in dieser Podcast-Reihe erkennen, dass es einfach erstaunlich ist, was da geschehen ist. Es ist erstaunliche Gnade – wie Gott sie fand, sie erwählte, Glauben in ihr Herz legte und sie in die Glaubensgemeinschaft der Kinder Israels hinein brachte.
Wir sind immer noch mittendrin in der Geschichte, die sich gerade vor uns entfaltet. Wenn du deine Bibel griffbereit hast, schlag mit mir Josua 2 auf.
Du erinnerst dich, dass die beiden Kundschafter aus Israel in das Land gekommen waren und Rahabs Haus an der Stadtmauer von Jericho gefunden hatten. Der König hatte erfahren, dass Kundschafter aus Israel gekommen waren. Daraufhin schickte er einige Männer zu Rahabs Haus und ließ ihr ausrichten, sie solle die Kundschafter herausgeben. Die Männer des Königs schickte Rahab fort; sie hatte dagegen die beiden Kundschafter auf dem Dach unter Flachs versteckt, der dort zum Trocknen ausgebreitet war.
Wir steigen jetzt bei Josua 2,8 wieder ein. Ich möchte gerne den Abschnitt vom letzten Mal noch einmal lesen, weil er uns zu unserem heutigen Thema hinführt.
„Ehe aber die Männer sich schlafen legten, stieg sie zu ihnen auf das Dach hinauf und sprach zu ihnen: Ich weiß, dass der HERR euch das Land gegeben hat; denn es hat uns Furcht vor euch überfallen, und alle Einwohner des Landes sind vor euch verzagt. Denn wir haben gehört, wie der HERR das Wasser des Schilfmeeres vor euch ausgetrocknet hat, als ihr aus Ägypten gezogen seid“ (Josua 2,8-10).
Das muss geschehen sein, als Rahab noch ein Kind war, denn es war vierzig Jahre her, aber sie hatte davon gehört. Es heißt weiter in Josua 2:
„Denn wir haben gehört, was ihr den beiden Königen der Amoriter, Sihon und Og, jenseits des Jordan, getan habt, an denen ihr den Bann vollstreckt habt. Und als wir dies hörten, da wurde unser Herz verzagt, und es ist kein rechter Mut mehr in irgendjemand vor euch; denn der HERR, euer Gott, ist Gott oben im Himmel und unten auf Erden!“ (Josua 2,10-11).
Sie hat also gerade dieses erstaunliche Bekenntnis abgelegt – ein Ausdruck ihres Glaubens: „Ich habe gehört, und ich glaube. Ich weiß nicht viel, aber das, was ich weiß, glaube ich.“
In Vers 12 sagt sie dann,
„Und nun schwört mir doch bei dem HERRN, dass, so wie ich an euch Güte erwiesen habe“ (Josua 2,12).
Wie hatte sie Güte an ihnen erwiesen? Sie hatte Güte an ihnen erwiesen, indem sie sie den Königsboten nicht ausgeliefert hatte, indem sie sie versteckte, sie beschützte und die fortschickte, die nach ihnen suchten.
Und sie fleht sie an, sie bittet darum: „So wie ich an euch Güte erwiesen habe, auch ihr am Haus meines Vaters Güte erweisen werdet; und gebt mir ein sicheres Zeichen, dass ihr meinen Vater, meine Mutter, meine Brüder und meine Schwestern samt allen ihren Angehörigen am Leben lassen und unsere Seelen vom Tod erretten werdet!” (Josua 2,12-13)
„Und die Männer sprachen zu ihr: Wir bürgen mit unserem Leben für das eurige, sofern ihr diese unsere Sache nicht verratet! Und es soll geschehen: Wenn der HERR uns dieses Land gibt, so wollen wir an dir Güte und Treue erweisen! Da ließ sie dieselben an einem Seil durch das Fenster hinunter; denn ihr Haus war an der Stadtmauer, und sie wohnte an der Mauer“ (Josua 2,14-15).
Lasst uns diesen letzten Absatz einmal genauer anschauen. Zunächst möchte ich sagen, dass bibelkritische Forscher – die versuchten, die Aussagen der Schrift zu widerlegen – über Jahre hinweg behauptet haben, es gäbe keinen Beweis dafür, dass die Geschichte von Jericho tatsächlich stattgefunden habe. Einer ihrer Gründe war, dass es scheinbar keine Hinweise darauf gab, dass in der Region Häuser in die Stadtmauern hineingebaut wurden – bis zum Jahr 1907.
Zwei deutsche Archäologen gruben Teile der Stadt Jericho aus, und ihre Funde bestätigten einen großen Teil der biblischen Überlieferung. Sie bestätigten, dass Jericho eine stark befestigte Stadt war. Von diesen Archäologen – und von einigen nach ihnen – wissen wir, dass Jericho auf einem Hügel erbaut wurde, einem sogenannten „Tel“, wie man in der Archäologie sagt.
Die Stadt Jericho war von einem großen Wall umgeben, einem steilen Ringwall. Am Fuß dieses Walls befand sich eine Stützmauer aus Stein, etwa 3,5 bis 4,5 Meter hoch – also direkt am äußeren Rand der Stadt. Auf dieser Stützmauer wiederum stand eine Mauer aus Lehmziegeln, ungefähr 1,8 Meter dick und 6 bis 8 Meter hoch – oben auf der darunterliegenden Stützmauer, die 3,5 bis 4,5 Meter hoch war.
Oben auf dem Wall, also oberhalb der Stützmauer und der ersten Lehmziegelmauer, befand sich eine weitere Mauer aus Lehmziegeln. Deren Fundament lag rund 14 Meter oberhalb der äußeren Stützmauer. Wir sehen also eine Stadt mit doppelten Mauern, die auf diesem Ringwall errichtet wurden. Es ist offensichtlich, dass diese Bauweise die Stadt vor Eindringlingen schützen sollte.
Als die deutschen Archäologen Anfang des 20. Jahrhunderts ihre Ausgrabungen durchführten, fanden sie die doppelten Mauern und entdeckten einen kurzen Abschnitt der unteren Stadtmauer, der noch stand. Alle anderen Mauern waren eingestürzt, aber im nördlichen Teil der Stadt stand noch ein kurzer Abschnitt, dessen Mauern bis zu 2,4 Meter hoch waren.
Es gab Häuser, die auf Balken gebaut waren, die zwischen den beiden Mauern lagen. Diese Häuser waren direkt an die Außenmauer gebaut, und manche davon waren noch erhalten. Das entdeckten sie bei den Ausgrabungen. Es ist möglich, dass genau dort Rahabs Haus stand.
In Vers 16 sagt Rahab also zu diesen Männern:
„Geht in das Bergland, dass euch eure Verfolger nicht begegnen, und verbergt euch dort drei Tage lang, bis eure Verfolger zurückgekehrt sind; danach geht eures Weges“ (Josua 2,16).
Hier haben wir eine Frau, die noch jung im Glauben ist, und Gott gibt ihr Mut – Mut, allein zu stehen, allein gegen den Strom ihrer Kultur zu schwimmen, sich gegen den Zeitgeist zu stellen. Sie ist eine Frau, die gegen den Strom ihrer Kultur lebt. Und genau darum bitten wir Gott, das durch den Dienst von Belebe unsere Herzen zu bewirken: uns den Mut zu geben, uns gegen den Strom unserer Kultur zu stellen.
Was Rahab tat, war mutig, denn es galt als Hochverrat, die Kundschafter zu verstecken – sie waren Gesandte der Israeliten, die bald kommen und Jericho erobern würden. Ich bin sicher, dass sie nur deshalb den Mut hatte, sich gegen ihre Kultur zu stellen, weil sie den Kundschaftern sagte: „Ich glaube, dass euer Gott der wahre Gott ist – der Gott des Himmels oben und der Erde unten.“ Darum war sie bereit, ihr Leben aufs Spiel zu setzen für etwas, von dem sie nur sehr wenig wusste.
Heute wissen wir so viel mehr. Wir haben das vollständige Wort Gottes. Wir haben Berichte und Geschichten über Gottes Wege und Wirken, von denen Rahab nie zu träumen gewagt hätte – Dinge, die damals noch gar nicht geschehen waren, die aber für uns heute Teil der Schrift sind.
Manchmal müssen wir uns gegen die Kultur stellen und bereit sein, Risiken einzugehen, um das Richtige zu tun, um Gott und sein Volk zu verteidigen – vorausgesetzt, wir glauben wirklich, wie Rahab, dass Gott souverän über Himmel und Erde herrscht. Das wird uns den Mut geben, diese schwierigen Entscheidungen zu treffen, um Christi und seines Reiches willen.
Ihr Mut wurzelte in ihrem Gottesbild. Ich möchte euch etwas sagen, liebe Frauen: Euer Gottesbild bestimmt alles. Was wir über Gott glauben, entscheidet darüber,
- ob wir unseren Kampf gegen die Sünde bestehen;
- und es entscheidet darüber, ob wir bereit sind, für Gott einzustehen – nicht nur, wenn wir versucht sind, sondern auch dann, wenn wir dafür in unserer Kultur riskante Schritte gehen müssen.
Diese Frau, Rahab, weiß, dass Gott souverän ist. Sie weiß, dass Gott dieses Land den Israeliten gegeben hat. Sie weiß, dass sie unter dem Todesurteil steht und zur Vernichtung bestimmt ist – wie auch alle anderen in Jericho. Sie sagt: „Ich weiß, dass Gott dieses Land in eure Hand gegeben hat.“
Sie weiß, dass sie den Tod verdient hat. Etwas in ihrem Gewissen sagt ihr das. Sie weiß, dass die Stadt Jericho eingenommen werden wird und dass sie den Tod verdient – wie jeder Mensch, der je gelebt hat. Der Lohn der Sünde ist der Tod.
Ich glaube, genau deshalb macht die Schrift so deutlich, dass sie eine Frau war, die gesündigt hatte. Immer wieder wird betont, dass sie eine Prostituierte war. Warum wird das so hervorgehoben? Gott möchte, dass wir nicht vergessen: Sie war eine Sünderin, die sein Gericht verdiente.
Ob das Wort „Prostituierte“ auf dich zutreffen mag oder nicht – Tatsache ist: Wir alle werden als Sünder geboren und stehen unter dem Gericht Gottes. Wenn Gott diese Frau retten und ihr Leben vor dem Verderben bewahren konnte, dann kann er das ganz sicher auch mit deinem und mit meinem Leben tun. Gott möchte sie als Beispiel seiner unglaublichen Gnade gebrauchen.
Darum sagt sie in Vers 12: „Und nun schwört mir doch bei dem HERRN, dass, so wie ich an euch Güte erwiesen habe, auch ihr am Haus meines Vaters Güte erweisen werdet.“ Sie weiß, dass Jericho ausgelöscht werden wird. Sie weiß, dass Gottes Volk das Land einnehmen wird. Sie weiß, dass sie den Tod verdient hat, wie alle anderen in Jericho, aber sie fleht um Gnade.
Gebt mir nicht, was ich verdiene – habt Erbarmen mit mir. Gebt mir ein sicheres Zeichen [versprecht mir], dass ihr meinen Vater und meine Mutter retten werdet, meine Brüder und meine Schwestern und alle, die zu ihnen gehören, und unser Leben vor dem Tod bewahrt.
Was tut sie da? Sie fleht darum, dem kommenden Zorn entkommen zu dürfen. Sie bittet diese Männer, die den Gott Israels vertreten, sie am Leben zu lassen. Sie sucht Rettung in der jüdischen Bundesgemeinschaft.
Ihr ist klar, dass das bedeutet, ihr Volk zu verlassen. Sie werden alle sterben. Sie stehen alle unter Gericht. Sie steht unter Gericht. Sie bittet einfach darum, verschont zu werden. Sie bittet um Gnade. Und sie erkennt, dass sie sich damit von den Menschen trennen muss, mit denen sie ihr ganzes Leben verbracht hat.
Sie wird Teil der jüdischen Bundesgemeinschaft werden müssen – und genau das wünscht sie sich. Sie erkennt, dass darin ihre einzige Hoffnung liegt: sich ganz dem Gott Israels und seinem Volk anzuschließen.
Diese Männer sind also wie eine Rettungsleine für sie, ein Rettungsring. Das Kommen dieser Männer ist für sie wie ein Rettungsring, der einem Ertrinkenden zugeworfen wird. Sie ergreift ihn. Sie weiß, dass sie ohne diesen Rettungsring nicht überleben wird. Also fleht sie um Erbarmen. Sie bittet darum, dass ihrer Familie Güte erwiesen wird, so wie sie diesen beiden Männern Güte erwiesen hat.
Das Wort „Güte“ wird in diesem Abschnitt zwei oder drei Mal verwendet. Es steht in Beziehung zu dem hebräischen Wort chesed. Das ist ein wunderbares Wort im Hebräischen. Es ist ein Wort, das man unmöglich mit einem einzigen deutschen Wort übersetzen kann, aber es ist eines der gehaltvollsten Worte in der ganzen Schrift. Es ist ein Wort, das von loyaler, unerschütterlicher Liebe spricht. Treue Liebe. Eine Liebe, die auf einem Versprechen oder einem Bund beruht.
Gottes chesed wird in deutschen Übersetzungen meistens mit Güte wiedergegeben. Dieses Wort allein vermittelt nicht die ganze Bedeutung. Es spricht von Gottes bündnis-haltender treuer Liebe. Es beschreibt Gottes Güte, Gottes chesed, die den Menschen findet, wenn er noch ein Sünder ist, ihn rettet, ihn erlöst und in seine Bundesgemeinschaft bringt und ihn nie, nie, nie loslassen wird.
Rahab bittet darum, genau diese chesed zu empfangen, diese Barmherzigkeit, diese Güte. Sie sagt: „Ich habe Güte an euch erwiesen. Ich habe einen Bund mit euch geschlossen, euch nicht zu verraten. Ich werde meinen Bund halten. Werdet ihr jetzt Güte an mir erweisen?“
Matthew Henry kommentiert diese Stelle so:
„Wer der göttlichen Offenbarung wirklich glaubt – dem angekündigten Verderben der Sünder und der Verheißung des himmlischen Erbes für Gottes Israel –, der wird alles daransetzen, dem kommenden Zorn zu entfliehen und das ewige Leben zu ergreifen, indem er sich Gott und seinem Volk anschließt.“
Genau das tat diese Frau. Sie wusste, dass der Zorn bevorstand, und sagte: „Meine einzige Hoffnung ist, mich Gott und seinem Volk anzuschließen. Das ist es, was ich tun will.“ Also bittet sie um Gnade.
Natürlich denkt sie dabei an ihr eigenes Leben. Sie möchte vom Gericht verschont werden. Gott hat Glauben in ihr Herz gelegt und ihr den Mut und die Kühnheit gegeben, sich Gott Jahwe zu nähern und um Rettung vor der Vernichtung zu bitten.
Aber beachte, dass sie nicht nur für sich selbst bittet. Während sie bittet, selbst vor dem Gericht verschont zu werden, denkt sie im selben Atemzug auch an ihre Familie. Sie wünscht sich nicht nur ihre eigene Errettung, sondern dass auch ihre Angehörigen mit ihr gerettet und bewahrt werden. Sie will, dass ihre Familie gerettet wird.
Sie musste ihnen diese Nachricht überbringen. Nachdem die Männer gegangen waren, musste sie ihre Familienmitglieder aufsuchen und ihnen erzählen, was geschehen war. Musste sie sie vielleicht anflehen, in ihr Haus zu kommen, wo sie sicher wären? Wir wissen es nicht – aber man spürt die Dringlichkeit. Sie wusste, dass auch sie in Gefahr waren. Sie wusste, dass dies ihre einzige Hoffnung war.
Sie wusste nicht, wie viel Zeit ihnen noch blieb, bis das angedrohte Gericht eintreffen würde. Vermutlich kümmerte es Rahab nicht sehr, was ihre Familie über sie dachte, als sie auf sie einredete und sie inständig anflehte. Sie wollte, dass sie gerettet werden. Sie wusste, dass das Gericht kommen würde, und sie wusste, dass Gott einen Ausweg geschaffen hatte. Sie wusste: Wenn sie nicht in ihr Haus kamen, würden alle ihre Angehörigen umkommen.
Ein Kennzeichen echten Glaubens in unseren Herzen ist, dass Gott uns ein Anliegen für andere schenkt – den Wunsch, dass auch sie sich bekehren.
George Whitfield war einer der führenden Leiter der Ersten Großen Erweckung in Amerika und ein herausragender Prediger. Er sagte einmal:
„Sobald ich bekehrt war, wollte ich ein Werkzeug zur Bekehrung all derer sein, die ich je gekannt hatte. Es gab mehrere junge Männer, mit denen ich Karten gespielt und gesündigt hatte, wir waren über die Grenzen gegangen. Das Erste, was ich tat, war, zu ihnen nach Hause zu gehen um zu sehen, was ich zu ihrer Errettung tun konnte. Und ich fand keine Ruhe, bis ich erleben durfte, viele von ihnen zum Erlöser gebracht zu sehen.“
Das ist die Beschreibung eines echten Gläubigen. Er sorgt sich nicht nur um sich selbst, sondern auch um seine Familie und andere. Wir sehen, welchen Einfluss Rahab auf ihre Familie hat. Irgendwie schafft sie es, sie zum Glauben zu führen. So weit, dass sie sie – wie wir im weiteren Verlauf der Geschichte sehen werden – in ihr Haus bringt, wo sie verschont bleiben.
Charles Spurgeon – den ich in dieser Reihe schon mehrfach zitiert habe – hat im Laufe seines Lebens drei wunderbare Predigten über Rahabs Leben gehalten. Drei, von denen wir wissen. In einer dieser Predigten sagt er: „Wenn wir nicht wünschen, dass auch andere die Segnungen kosten, die wir selbst genossen haben, dann sind wir entweder unmenschliche Monster oder schreckliche Heuchler.“ Und er fügt hinzu: „Ich glaube, Letzteres ist am wahrscheinlichsten.“
Wenn wir die Segnungen Gottes geschmeckt haben, seine Güte und Gnade, seine chesed, seine liebende Güte und seine bundestreue Liebe, würden wir dann nicht wollen, dass auch andere diese Segnungen kosten und erfahren – andere, die unter dem Zorn Gottes stehen, so wie auch wir früher?
Vor einigen Wochen kam eine Frau in der Gemeinde auf mich zu. Gott hat in ihrem Herzen ein großartiges Werk der Gnade getan, hat ihr Leben aus der Zerstörung und aus starken, sündhaften Bindungen erlöst. Jetzt wächst sie im Glauben und erlebt die chesed, die liebende Güte Gottes.
Sie kam zu mir und erzählte mir von einer Nachbarin – ich glaube, sie wohnt direkt neben ihr –, einer Frau, die sehr religiös ist, tief in religiösen Traditionen verwurzelt, aber Christus nicht kennt, nicht wiedergeboren ist und nicht weiß, dass sie Christus nicht hat.
Meine Freundin sagte: „Ich empfinde so eine Last für sie. Ich bete. Ich bitte den Herrn, mir zu zeigen, wie ich diese Frau erreichen kann. Wie kann ich ihr helfen, die Wahrheit zu erkennen? Welchen Bibelkurs könnten wir gemeinsam machen? Sie besucht eine Art von religiöser Unterweisung in ihrer Kirche, aber sie ist blind. Sie sieht die Wahrheit nicht. Wie kann ich ihr die Wahrheit von Gottes Wort zeigen?“ Das ist das Herz einer Rahab, die geglaubt hat, die erlöst wurde und nun möchte, dass auch andere erlöst werden.
Wir bekommen Briefe und E-Mails von Hörerinnen – von Müttern, die ihr Herz ausschütten, die von Lasten erzählen, die sie für ihre Kinder tragen, für ihre Ehemänner, ihre Eltern, ihre Freunde. Das ist das Herz einer erlösten Gläubigen, die sich wünscht, dass auch andere zum Glauben geführt werden. Dieses Herzensanliegen, dass deine Kinder, deine Familie Christus kennenlernen – so wie du ihn kennengelernt hast – das ist ein Zeichen dafür, dass du ein Kind Gottes bist.
Vor Kurzem traf ich einen Vater; und wir unterhielten uns ein wenig. Er erzählte mir, dass er und seine Familie gerade aus dem Urlaub zurückgekommen waren. Sie hatten eine schöne gemeinsame Zeit gehabt. Er berichtete, was sie zusammen unternommen hatten, zum Beispiel hatten sie Minigolf gespielt und gemeinsam Filme angeschaut. Es ist eine christliche Familie – eine Familie, die den Herrn liebt.
Also fragte ich ihn: „Habt ihr im Urlaub auch über geistliche Dinge gesprochen? Und liest du deinen Kindern aus der Bibel vor?“
Er stöhnte ein wenig und sagte: „Nein. Ich möchte das machen, aber es ist schwer. Morgens müssen die Kinder zur Schule. Und abends, wenn ich von der Arbeit komme, bin ich einfach zu müde.“
Während ich ihm zuhörte, musste ich an die Geschichte von Rahab denken. Ich erzählte ihm von dem Abschnitt, den wir gerade gelesen hatten – von der Sorge, die Rahab für ihre Familie hatte. Es ging ihr nicht nur darum, dass sie selbst den Herrn kannte, sondern dass auch ihre Familie zu ihm fand.
Eine der Predigten von Charles Spurgeon über Rahab hielt er im Alter von nur dreiundzwanzig Jahren – acht Jahre nach seiner Bekehrung. Er überträgt den Text auf seine Zuhörer und sagt:
„Junge Frau, du hast einen Vater – und er hasst den Erlöser. Oh, bete für ihn! Mutter, du hast einen Sohn – er verspottet Christus. Flehe zu Gott für ihn! Meine Freunde, wir wissen wenig darüber, was wir den Gebeten unserer Eltern verdanken. Ich glaube, ich werde Gott niemals genug danken können für eine betende Mutter. Ich empfand es früher als lästig, gerade dann zum Beten geholt zu werden – und noch mehr, zum Weinen gebracht zu werden, wie meine Mutter es immer mit mir machte. Ich hätte jeden ausgelacht, der versucht hätte, mit mir über solche Dinge zu sprechen. Aber wenn sie betete und sagte: „Herr, rette meinen Sohn Charles“ – und dann vor lauter Weinen nicht weitersprechen konnte – dann konnte man nicht anders, als auch zu weinen.“
Flehst du zu Gott für das geistliche Leben deiner Familienangehörigen, für ihre Herzen, ihre Seelen, ihre Erlösung? Du kannst sie nicht retten. Du kannst sie nicht zum Glauben bringen. Aber du kannst zu Gott rufen – so wie diese Frau zu den beiden Kundschaftern rief und sagte: „Bitte, rettet auch ihr Leben.“ Wer in deinem unmittelbaren Umfeld – ein Familienmitglied, eine enge Freundin – braucht den Retter? Hast du aufgehört zu beten?
Neulich erzählte mir eine Frau von ihrer Schwester und ihrem Schwager. Der Schwager liegt jetzt im Sterben – er hat Krebs. Sie sagte, dieses Ehepaar hat sich über Jahre – ja eigentlich schon immer – leidenschaftlich und entschlossen gegen Christus gestellt und das Evangelium verspottet. Und jetzt liegt der Ehemann im Sterben.
Sie sagte: „Früher habe ich so ernsthaft für sie gebetet, aber irgendwann habe ich aufgehört. Ich dachte, es gibt keine Hoffnung, sie werden sowieso niemals glauben.“ Dann sagte sie: „Vor ein paar Jahren hat mich Gott dazu bewegt, wieder zu beten, ihn um ihre Rettung anzuflehen.“ Es gibt noch immer keine Anzeichen dafür, dass sich ihre Herzen verändert haben, und er liegt im Sterben!“ Aber sie sagt: „Ich klammere mich an den Herrn. Jeden Tag flehe ich Gott an: Bitte, bring sie zum Glauben.“
Herr, bitte rette nicht nur mich. Rette auch meine Familie. Zeige Deine chesed, Deine liebende Güte, denen, die ich liebe.
Esther: Nancy DeMoss Wolgemuth wird gleich für dich und mich beten – dass Gott uns Kraft schenkt, für die nächste Generation im Gebet zu kämpfen.
Wenn du an weiteren Informationen zu dieser Podcast-Reihe über Rahab oder anderen Angeboten von Belebe unsere Herzen interessiert bist, schau auf unserer Webseite belebeunsereherzen.com vorbei. Wenn du Fragen, Anliegen oder Erlebnisse mit uns teilen möchtest, freuen wir uns auf eine Mail von dir.
Nun, woran erkennst du, dass dein Glaube echt ist? Darüber wird Nancy nächstes Mal sprechen. Jetzt betet Nancy mit uns.
Nancy: Herr, ich kann mir vorstellen, dass viele Zuhörerinnen gerade jetzt an jemanden denken, den sie kennen und lieben und der keine Beziehung zu Jesus Christus hat.
Herr, ich möchte mich ihnen anschließen und zu Dir rufen: O Herr, erbarme Dich über die, die wir lieben! Pflanze Samen der Buße und des Glaubens in ihre Herzen. Mögen sie eines Tages sagen können: Es waren die Tränen, es waren die Gebete meiner Mutter, meiner Schwester, meiner Freundin, die mein Herz erweicht haben und mich schließlich zum Glauben an Jesus Christus geführt haben.
Danke, Herr, für Deine unglaubliche chesed, Deine liebende Güte, Deine Liebe, die den Bund bewahrt und treu bleibt. Lass uns diese Liebe nicht nur selbst genießen, sondern lass uns auch sehen, wie Du sie im Leben der Menschen herbeiführst, die uns am Herzen liegen. Ich bete in Jesu Namen, Amen.
Liebe Zuhörerin, mein Name ist Heide und ich bin Teil des Teams von Belebe unsere Herzen. Ich freue mich sehr, dich auf eine ganz besondere Podcast-Reihe aufmerksam zu machen, die nächstes Jahr von Belebe unsere Herzen veröffentlicht wird. Der Titel der Reihe ist: „Das Wunder seines Wortes“.
Ab dem kommenden Jahr wirst du die großartige Gelegenheit haben, dreimal pro Woche, nämlich am Montag, Mittwoch und Freitag einen Podcast zu hören, der dich im Laufe von zwei Jahren durch die gesamte Bibel führen wird. Es ist uns ein großes Anliegen, dass Frauen in aller Welt und auch hier im deutschsprachigen Raum fest gegründet sind in Gottes Wort. Deswegen veröffentlicht Revive our Hearts den Podcast in vielen verschiedenen Sprachen. Wir laden dich ein, dir ab dem kommenden Jahr diese besondere Zeit zu gönnen, in der du mit einem roten Faden von Nancy DeMoss Wolgemuth durch die Bibel geführt wirst.
Ich selbst freue mich sehr auf diese Sendungen, die viele Frauen weltweit hören dürfen. Tausende Frauen mit dem Wort Gottes im Ohr, das Herzen verändert – welch eine Freude!
Ich lade dich also herzlich ein, sei dabei, wenn wir uns ab dem 4. Januar 2027 auf diese einzigartige Reise begeben.
Esther: Diese Folge, die du gerade gehört hast, wurde durch die treue Unterstützung unserer Hörerinnen ermöglicht.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries und möchte die Aufmerksamkeit auf Gottes erstaunliche Gnade lenken.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
© 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.