Esther Zemp: Nancy DeMoss Wolgemuth erinnert uns daran, dass Gott nie untätig ist, auch wenn wir es nicht sehen können.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Gott wirkt in der moralisch verdorbensten Umgebung und legt Glauben in die Herzen derer, die er erwählt hat. Es ist ein Geheimnis, wie das geschieht. Aber das Wirken Gottes bei der Wiedergeburt, bei der Errettung, ist immer ein Geheimnis. Es ist ein Geheimnis, wie es in meinem Herzen geschehen ist. Es ist ein Geheimnis, wie es in deinem Herzen geschehen ist.
Esther: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, Autorin von Lügen, die wir Frauen glauben … und die Wahrheit, die uns frei macht, gesprochen von Annette Schorre.
Gott ist überall. Das bedeutet, er ist auch an Orten, an die du und ich normalerweise nicht hingehen würden. Dort wirbt er um die Herzen von Menschen in verzweifelten Situationen. Nancy wird uns …
Esther Zemp: Nancy DeMoss Wolgemuth erinnert uns daran, dass Gott nie untätig ist, auch wenn wir es nicht sehen können.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Gott wirkt in der moralisch verdorbensten Umgebung und legt Glauben in die Herzen derer, die er erwählt hat. Es ist ein Geheimnis, wie das geschieht. Aber das Wirken Gottes bei der Wiedergeburt, bei der Errettung, ist immer ein Geheimnis. Es ist ein Geheimnis, wie es in meinem Herzen geschehen ist. Es ist ein Geheimnis, wie es in deinem Herzen geschehen ist.
Esther: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, Autorin von Lügen, die wir Frauen glauben … und die Wahrheit, die uns frei macht, gesprochen von Annette Schorre.
Gott ist überall. Das bedeutet, er ist auch an Orten, an die du und ich normalerweise nicht hingehen würden. Dort wirbt er um die Herzen von Menschen in verzweifelten Situationen. Nancy wird uns mehr darüber erzählen in dieser Reihe mit dem Titel „Rahab: Wir folgen dem roten Faden der Erlösung“.
Nancy: Wir beschäftigen uns mit dem Leben von Rahab. Und wenn du deine Bibel zur Hand hast, lade ich dich ein, das Buch Josua aufzuschlagen, Kapitel 2 – ein ganzes Kapitel, das der Geschichte dieser Frau gewidmet ist, die aus einem kanaanitischen, heidnischen, gottlosen, unmoralischen und zutiefst verdorbenen Umfeld stammte.
Wir haben in der letzten Folge mit Vers 1 begonnen. Wir sehen, dass
„Josua, der Sohn Nuns, (...) von Sittim heimlich zwei Männer als Kundschafter aus[sandte] und sprach: Geht hin, seht euch das Land an und [besonders] Jericho! Und sie gingen hin und kamen in das Haus einer Hure namens Rahab und übernachteten dort.“
Wir haben gesehen, dass die beiden Kundschafter aus dem Gebiet östlich des Jordan aufgebrochen waren. Sie überquerten den Jordan zu Fuß und gingen dann nach Jericho, etwa acht oder neun Kilometer in Richtung Westen vom Jordan aus, um das Land zu erkunden und zu sehen, wie die Menschen dort lebten. Am Ende landeten sie irgendwie im Haus einer Frau namens Rahab, die eine Prostituierte war.
Nun stellt sich natürlich die Frage, warum die Kundschafter in das Haus dieser Prostituierten gingen. Die Antwort ist: Wir wissen es nicht. Es wird uns nur gesagt, dass sie es taten. Es kann sein, dass ihnen dieser Ort empfohlen worden war, weil er günstig gelegen war. Er befand sich direkt an der Stadtmauer und war leicht zu erreichen.
Die Kundschafter wussten vielleicht nichts über den Charakter oder den Ruf dieser Frau, bevor sie ihr Haus betraten. Sicher hätten zwei junge Männer, die in das Haus dieser Frau gingen, auch nicht viel Aufmerksamkeit erregt. Es war vermutlich völlig normal, dass dort häufig junge Männer ein- und ausgingen.
Ihr Haus war wahrscheinlich ein guter Ort, um Informationen zu sammeln, und Information war das, was die Kundschafter suchten. Diese Frau hatte viele Kontakte – wenn du verstehst, was ich meine.
Ihr Haus war wahrscheinlich ein Rastplatz für Reisende aus vielen Teilen Kanaans, denn Jericho lag an einer Hauptstraße. Eine Straße führte von Jericho in den Norden von Kanaan, eine andere in den Süden. Menschen kamen also vorbei und brachten Neuigkeiten aus dem ganzen Land mit.
Es war also ein guter Ort, um Neuigkeiten auszutauschen. Und Rahab würde ihnen vermutlich Informationen geben, ohne Gegenfragen zu stellen. Die Kundschafter wollten ganz sicher nicht viele Fragen beantworten.
Ihr Haus war in die Stadtmauer hineingebaut. Wenn die Kundschafter also schnell fliehen mussten, konnten sie das Haus einfach verlassen. Das könnte ein weiterer Grund gewesen sein, warum sie diesen Ort wählten.
Wir wissen es nicht. Das ist alles nur Spekulation. Aber eines wissen wir ganz sicher: Es war die Vorsehung Gottes, die sie genau zu diesem Haus und genau zu dieser Frau führte. Gott wusste, dass es in dieser verdorbenen, sittlich verkommenen Stadt, die reif für Zerstörung und Gericht war, eine Frau gab, die an ihn glaubte. Sie wusste nicht viel über ihn, aber was sie wusste – daran glaubte sie.
Und Gott hatte eine Bestimmung für das Leben dieser Frau. Gott hatte die Absicht, Rahab und ihre Familie vor dem Untergang zu retten.
Rahab war Gottes Eigentum geworden. Sie wusste nicht viel, aber Gott wachte über sie. Und in seiner Vorsehung – auch wenn er unsichtbar war – führte er die Kundschafter zum Haus dieser Frau, wo sie auf eine erstaunliche Geschichte stießen.
Nun zu den Versen 2-4: „Es wurde aber dem König von Jericho berichtet“ – in Kanaan war jede Stadt ein eigenes Königreich, Jericho war also ein eigener kleiner Stadtstaat.
„Dem König von Jericho wurde berichtet: „Siehe, in dieser Nacht sind Männer von den Kindern Israel hierhergekommen, um das Land auszukundschaften! Da sandte der König von Jericho [Boten] zu Rahab und ließ ihr sagen: Gib die Männer heraus, die zu dir gekommen und in dein Haus eingekehrt sind; denn sie sind gekommen, um das ganze Land auszukundschaften! Die Frau aber hatte die beiden Männer genommen und verborgen.“
Wenn ich diesen Abschnitt lese, kommt mir der Gedanke, ob Rahab so etwas nicht vielleicht schon früher in ihrem alten Gewerbe manchmal tun musste: Kunden vor eifersüchtigen Ehefrauen verstecken, die vielleicht nach ihren Ehemännern suchten.
Nun, sie sagte:
„Es sind freilich Männer zu mir hereingekommen; aber ich wusste nicht, woher sie waren; und als man die Tore schließen musste bei Einbruch der Dunkelheit, da gingen die Männer hinaus. Ich weiß nicht, wohin die Männer gegangen sind. Jagt ihnen rasch nach, denn ihr werdet sie einholen!
Sie aber hatte [die Männer] auf das Dach steigen lassen und sie unter den Flachsstängeln versteckt, die sie für sich auf dem Dach ausgebreitet hatte.“ (Verse 4-6).
An dieser Stelle möchte ich kurz etwas zum Hintergrund sagen: Damals gab es eine stark ausgeprägte Tradition der Gastfreundschaft, selbst in dieser heidnischen, verdorbenen Kultur. Es galt als Pflicht eines Hausbesitzers, jeden Gast zu schützen und zu versorgen, der zu ihm kam.
Aber Rahab tat mehr, als nur die kulturelle Verpflichtung zu erfüllen. Sie gewährte diesen Männern nicht nur Gastfreundschaft. Wie wir noch sehen werden, riskierte sie am Ende ihr Leben für sie.
Nach dem alten Gesetz des Hammurabi, das ungefähr aus dieser Zeit stammt, hätte man Rahab wegen Verrats zum Tode verurteilen können, wenn entdeckt worden wäre, dass Rahab die Kundschafter versteckt hatte. Und das wusste sie.
Aber sie versteckte die Kundschafter trotzdem auf ihrem Dach unter Flachsstängeln. Flachs wurde verwendet, um Garn und Leinen herzustellen. Und nach der Ernte wurde er oft auf den Hausdächern ausgebreitet, damit er trocknen konnte.
Also schickte sie die Männer aufs Dach, um sie unter diesen Flachsstängeln zu verstecken. Und danach schickte sie die Boten weg, die auf der Suche nach ihnen waren. Später werden wir sehen, dass sie den Kundschaftern half, aus der Stadt zu entkommen, nachdem die Verfolger weg waren.
Wir werden sehen, dass ihr Mut aus ihrem Glauben an den Gott dieser Männer entsprang. Dieser Glaube machte sie bereit, ihr Leben aufs Spiel zu setzen und alles zu riskieren.
Aber zuerst müssen wir die Frage stellen, die alle brennend interessiert und über die Kommentatoren unzählige Seiten geschrieben haben. Sie lautet: Was ist mit der Tatsache, dass sie gelogen hat? War das richtig? War das falsch? War das vertretbar?
Ich bin überzeugt, dass die Frage, ob es richtig oder falsch war, nicht der Schwerpunkt der Geschichte ist. Aber ich möchte kurz darauf eingehen. Es ist eine schwierige Frage. Es gibt ein paar Dinge, die wir bedenken sollten.
Einige Ausleger sagen, dass ihr Verhalten unter diesen Umständen akzeptabel war – dass es eigentlich keine Lüge war, sondern eine legitime Taktik, um den Feind in einem Kriegsszenario in die Irre zu führen.
Dann gibt es andere, die – ohne die Lüge zu entschuldigen – die Frage stellen, was wir getan hätten, wenn wir in der gleichen Situation gewesen wären – wenn man uns aufgefordert hätte, einen Diener Gottes zu verraten.
Mir gefällt, was der sogenannte Predigerfürst Spurgeon im 19. Jahrhundert dazu sagte: „Ich will kein Wort der Entschuldigung für diese Unwahrheit sagen. Ganz und gar nicht. Sie ist falsch. Völlig falsch. Aber bevor du Rahab verurteilst, solltest du sicherstellen, dass du dich nicht selbst verurteilst. Und frage dich zuerst, was du unter diesen Umständen gesagt oder getan hättest.“ So lenkt er unseren Blick auf diesen Aspekt.
Wir dürfen nicht vergessen, dass Rahab eine Kanaaniterin war. Sie war in einer Kultur ohne hohen ethischen Maßstab aufgewachsen. Sie hatte kein Empfinden für richtig und falsch. In dieser Kultur gehörte Lügen ganz selbstverständlich zum Leben dazu. Vielleicht wusste sie gar nicht, dass es falsch war zu lügen, denn sie war nie in Gottes Wegen unterwiesen worden. Sie war auf jeden Fall noch ganz am Anfang im Glauben.
Mein Fazit aus der Diskussion zu diesem Thema ist also, dass wir nicht versuchen müssen, ihre Lüge zu rechtfertigen. Aber wir erkennen, dass die Schrift Rahab nicht für ihre Moral und für ihre Lüge lobt. Sie lobt sie für ihren Glauben. Dass die Lüge in der Schrift erwähnt wird, bedeutet nicht, dass die Bibel ihr Handeln gutheißt oder entschuldigt.
Matthew Henry, ein Ausleger aus früheren Jahrhunderten, drückt es so aus: „Gott nahm sie wegen ihres Glaubens an und vergab ihr ihre Schwachheit.“ Ich denke, an dieser Stelle können wir diese Frage ruhen lassen.
Vers 7:
„Die Leute nun jagten ihnen nach auf dem Weg zum Jordan bis zu den Furten; und man schloss das Tor zu, als die, welche ihnen nachjagten, hinausgegangen waren.“
„Ehe aber die Männer sich schlafen legten, stieg sie zu ihnen auf das Dach hinauf und sprach zu ihnen: Ich weiß, dass der HERR euch das Land gegeben hat; denn es hat uns Furcht vor euch überfallen, und alle Einwohner des Landes sind vor euch verzagt. Denn wir haben gehört, wie der HERR das Wasser des Schilfmeeres vor euch ausgetrocknet hat, als ihr aus Ägypten gezogen seid, und was ihr den beiden Königen der Amoriter, Sihon und Og, jenseits des Jordan, getan habt, an denen ihr den Bann vollstreckt habt“ (Verse 8-10).
Wir nehmen uns jetzt nicht die Zeit, diese ganze Geschichte zu erzählen. Aber wenn du mehr über diesen Vorfall erfahren willst, lies 4. Mose 21. Dort steht, wie die Kinder Israel gegen Sihon und Og kämpften, die Könige der Amoriter in einem Gebiet östlich des Jordan waren.
Sihon hatte sich geweigert, die Israeliten durch sein Land ziehen zu lassen, und Gott hatte zu den Kindern Israels gesagt: „Ihr sollt diese heidnischen, verdorbenen Könige vernichten.“ Gott hatte den Israeliten auf übernatürliche Weise Sieg über die Amoriter geschenkt. Sie waren das Volk östlich des Jordan.
Und nun sagt diese Frau, die westlich des Jordan lebt: „Wir haben davon gehört. Wir haben die Geschichten gehört. Wir wissen, was Gott vor vierzig Jahren mit den Ägyptern gemacht hat, als ihr durch das Rote Meer gezogen seid und Gott die Ägypter vernichtet hat.“
Vers 11: „Als wir es hörten, da zerschmolz unser Herz“ (ELB). Das Wort „schmelzen“ bedeutet im Hebräischen wörtlich „verflüssigen“. Unsere Herzen verflüssigten sich. In manchen Übersetzungen heißt es: „Da wurde unser Herz verzagt.“
„Unsere Herzen schmolzen. Wir hatten keinen Mut mehr, keine Kraft mehr. Wir waren voll Furcht und Zittern, als wir hörten, was Gott durch euch an diesen Feinden getan hat, und in keinem blieb noch Mut euch gegenüber.“
Das Wort, das hier mit Mut wiedergegeben wurde, bedeutet eigentlich Geist – wörtlich übersetzt „Luft“ oder „Atem“. Es hat uns den Atem verschlagen. Wir konnten kaum noch atmen.
„Denn der HERR, euer Gott, ist Gott oben im Himmel und unten auf Erden!“ (Vers 11).
Das ist eine ziemlich bemerkenswerte Rede für eine Frau aus diesem heidnischen, korrupten, unmoralischen kanaanitischen Umfeld, die selbst Prostituierte ist. Dies ist das erste Glaubensbekenntnis, das in der Schrift festgehalten ist.
Kannst du dir vorstellen, wie überrascht die Kundschafter gewesen sein müssen? Sie landeten in diesem Haus und fanden eine Frau, die an Gott glaubte, aufgrund dessen, was sie gehört hatte. Gott hatte im Herzen dieser Frau gewirkt. Da war ein Same des Glaubens, ein Same der Buße, ein Same der Gnade, den Gott in ihr Herz gepflanzt hatte. Er hatte Wurzeln geschlagen und begann bereits Früchte zu tragen.
Sie nennt Gott „den HERRN“. Das ist das hebräische Wort Jahwe. Das ist kein kanaanitischer Name für Gott. Das ist der jüdische Name für Gott, der persönliche Bundesname des Gottes Israels. Sie nennt ihn den Herrn.
Sie hatte etwas über den Herrn erfahren und war zum Glauben an Jahwe, den Gott Israels, gekommen. Sie erkennt nun, dass die anderen Götter, die sie ihr ganzes Leben lang angebetet hatte, gar keine Götter sind, und dass Jahwe der einzige wahre Gott ist. All das steckt in dem Glaubensbekenntnis, das sie vor den Kundschaftern ablegt.
Und indem sie anerkennt, dass er der einzig wahre Gott ist, erkennt sie an, dass er allein der Anbetung würdig ist, würdig der Treue aller Menschen auf der Erde.
Rahab kannte die Stärke Jerichos. Und wie wir sehen werden, war Jericho eine gut befestigte Stadt. Aber sie wusste, dass der Gott Israels über Jericho triumphieren würde. Sie sagte: „Ich weiß, dass der HERR euch das Land gegeben hat.“ Ich finde, darin steckt eine gewisse Ironie.
40 Jahre zuvor waren Kaleb und Josua – zwei der zwölf Kundschafter im verheißenen Land – zurückgekehrt und hatten den Israeliten gesagt: „Gott hat uns das Land gegeben.“ Aber niemand hatte ihnen geglaubt. Alle hatten gezweifelt.
Diese Worte, „der HERR [ hat] euch das Land gegeben“, werden von einer Frau gesprochen, die eine Heidin ist, eine Frau aus dem Lager des Feindes.
Merkst du die Ironie darin? Die Kinder Israels waren allesamt ungläubig gewesen – mit Ausnahme von Kaleb und Josua. Und sie kannten Gott. Und dann ist da diese Frau, die bis vor kurzem überhaupt nichts über Gott wusste. Und jetzt glaubt sie an diesen Gott.
Sie sagt zu den Kundschaftern: „Wir haben gehört. Wir haben gehört, was Gott mit den Ägyptern gemacht hat. Wir haben gehört, was Gott mit den Amoriterkönigen östlich des Jordan getan hat.“
Woher kommt der Glaube? Der Glaube kommt durch das Hören – das Hören des Wortes Gottes, das Hören dessen, was Gott getan hat. Das Ereignis am Roten Meer lag vierzig Jahre zurück. Rahab war damals wahrscheinlich noch ein Kind.
Aber sie hatte gehört, und Gott schenkte ihr den Glauben, dass die Geschichten stimmten, die sie schon als Kind gehört hatte. Sie hatte die Berichte gehört.
Wir wissen nicht, wann dieser Same des Glaubens in ihrem Herzen Wurzeln schlug. Es war sicher vor der Ankunft der Kundschafter. Vielleicht nicht lange vorher. Was wir aber wissen, ist: Sie hatte diese Berichte gehört, hatte darüber nachgedacht und sie geglaubt.
Sie setzte ihr Vertrauen auf diesen Gott. Mitten in dieser heidnischen, verkommenen Kultur – ohne irgendeine andere geistliche Lichtquelle –, hatten diese Berichte sie zum Glauben geführt – Glauben, dass Jahwe der wahre Gott ist, Glauben, dass er ganz anders ist als alle Götter, mit denen sie aufgewachsen war, Glauben, dass er souverän über Himmel und Erde herrscht.
Rahab glaubte, als niemand sonst es tat – buchstäblich … niemand sonst! Andere kannten dieselben Geschichten, andere hatten von diesem Gott gehört, aber niemand sonst, nur Rahab allein, tat Buße und glaubte, als sie diese Berichte hörte. Alle anderen kamen um, aber sie wurde gerettet. Sie wurde vor dem Untergang bewahrt, weil sie glaubte, was sie gehört hatte.
Es ist für mich einfach erstaunlich, mir vorzustellen, wie Gottes Geist in ihrem Herzen gewirkt hat, wie er ihr durch diese Berichte den wahren und lebendigen Gott offenbart hat. Und es war Gottes Geist, der ihr offenbarte, dass die Götzen, die alle um sie herum anbeteten – die sie selbst bis zu diesem Zeitpunkt angebetet hatte –, keine echten Götter waren.
Andere hatten dieselben Geschichten gehört. Andere wussten von der Durchquerung des Roten Meeres. Aber Rahab glaubte, als es sonst niemand tat.
Das zeigt mir, dass Gott an Orten wirkt, von denen man es sich vielleicht nicht vorstellen kann. Gott wirkt in der moralisch verdorbensten Umgebung und legt Glauben in die Herzen derer, die er erwählt hat. Es ist ein Geheimnis, wie das geschieht.
Aber das Wirken Gottes bei der Wiedergeburt, bei der Errettung, ist immer ein Geheimnis. Es ist ein Geheimnis, wie es in meinem Herzen geschehen ist. Es ist ein Geheimnis, wie es in deinem Herzen geschehen ist.
Wie kam es, dass Gott mir als vierjähriges Kind den Glauben ins Herz legte, dass Jesus der Retter der Welt ist, dass er gekommen ist, um mich von meiner Sünde zu erlösen, und dass ich mein Vertrauen auf ihn setzte, als ich am 14. Mai 1963 an meinem Bett kniete? Wie ist das geschehen? Es ist ein Geheimnis. Es ist Gottes Geist.
Wie hat Gott dich gefunden? Wie hat er Glauben in dein Herz gelegt? Wir wissen es nicht. Jesus sagte zu Nikodemus in Johannes 3: „Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.“ (Vers 8).
Ich denke an ein altes Lied, das in meiner Kindheit gesungen wurde. Man hört es heute nicht mehr oft.
Ich weiß nicht, warum Gottes Gnad' mir je ward offenbar,
noch warum ich erlöset bin, der ich ein Sünder war.
Ich weiß nicht, wie die Glaubenskraft mein Gott mir mitgeteilt,
noch wie der Glaube an sein Wort den Seelenschmerz geheilt.
Ich weiß nicht, wie der heil'ge Geist mich Sünder überzeugt,
wie Jesum Er in mir verklärt und alle Not verscheucht.
Doch ich weiß, an wen ich glaube, und seiner Hand kann mich nichts entreißen;
mein Erbteil wird Er mir wahren auf den Tag, da Er erscheint.
Ich weiß nicht, wie er das macht, sagt der Liederdichter, wie er wirkt. Ich weiß nicht, wie er mich gefunden oder Glauben in mein Herz gelegt hat. Aber eines weiß ich und davon bin ich überzeugt, dass er mich gerettet hat und mich bis zum Tag des Gerichts bewahren kann.
Eines sehen wir ganz klar in dieser Geschichte: Wenn wir auf die Erkenntnis reagieren, die uns gegeben ist, schenkt Gott uns mehr Licht. Rahab hatte diese Geschichten gehört. Sie hatte geglaubt, was sie gehört hatte. Und obwohl sie keine sichtbaren Anhaltspunkte für ihren Glauben hatte, glaubte sie, dass es einen Gott gibt – den Gott Israels.
Sie glaubte, dass Gott Jericho zerstören und das Land den Israeliten geben würde. Und weil sie das Wenige glaubte, was sie wusste – das Wenige, das Gott ihr offenbart hatte –, was tat Gott?
Er schickte die beiden Männer in ihr Haus, um ihr mehr Licht zu geben, um sie aus Jericho herauszuführen, bevor die Zerstörung kam, und um sie an ihren Platz in der Glaubensgemeinschaft der Kinder Israel zu bringen.
Niemand wird jemals verdammt werden, wenn er nicht zuvor das Licht abgelehnt hat, das Gott ihm gegeben hat. Die Kanaaniter hatten Licht. Sie hatten dasselbe Licht wie Rahab. Aber Rahab glaubte. Sie lehnten das Licht ab. Aber weil Rahab glaubte, gab Gott ihr mehr Licht.
Rahabs Leben wurde verändert, weil sie die Macht des lebendigen Gottes erkannte. Und wir werden im weiteren Verlauf der Geschichte sehen, dass ihr Glaube echt war. Zu diesem Zeitpunkt war ihr Glaube nicht stark. Er war nicht gereift, aber er war echt.
Wo Glaube ist, wird es im Leben immer Hinweise darauf geben. Wenn nichts darauf hinweist, können wir sagen, dass kein Glaube da ist. Wir werden sehen, wie das Neue Testament Rahab genau dafür als Beispiel anführt.
Zum Abschluss dieser Folge möchte ich betonen, welche Kraft darin liegt, wenn Menschen Berichte über Gottes mächtige Taten hören. Alle Kanaaniter hörten diese Berichte über den Durchzug durch das Rote Meer und die Vernichtung der Amoriter östlich des Jordan.
Was geschah mit den Menschen in Jericho, den Kanaanitern, die nicht glaubten? Sie hörten die Berichte, und sie waren entsetzt. Die Feinde Gottes waren entsetzt. Ihr Mut schmolz dahin. Aber was geschah in Rahabs Herz? Dieselben Berichte bewirkten in ihrem Herzen Glauben. Wenn Menschen also von Gottes Handeln hören, von Gottes Wirken, dann passiert etwas.
Ich denke an die Auswirkungen auf Ungläubige, wenn sie von den mächtigen Taten Gottes hören. Sie könnten sich noch mehr in ihrem Unglauben verhärten, oder sie könnten zum Glauben an Jesus Christus kommen.
Die Frage ist: Was hören Ungläubige heute, in unserer Kultur, über Gott? Was bringt sie dazu, zu zittern, entsetzt zu sein – wie die Kanaaniter? Was bringt sie dazu, zu glauben, wie Rahab es tat?
Das ist einer der Gründe, warum ich Gott bitte, seiner Gemeinde heute Erweckung zu schenken. Denn wenn die verlorene Welt sieht, wie die übernatürliche Hand Gottes in und unter seinem Volk wirkt, dann wird etwas geschehen.
Manche werden entsetzt sein, andere werden glauben. Aber niemand wird so bleiben können, wie er ist.
Esther: Nancy DeMoss Wolgemuth wird gleich noch beten. Sie hat uns heute eine Vision für Erweckung in der Gemeinde vor Augen gestellt. Das ist einer der Gründe, warum es Belebe unsere Herzen gibt.
Bist du nicht froh, dass Gott wirkt – sogar an Orten und in Herzen, die uns unwahrscheinlich erscheinen? Wenn er Geschichten von seinen Wundern benutzen kann, um eine heidnische Prostituierte namens Rahab zu retten, dann kann er auch dich und mich erlösen, egal wie unsere Umstände aussehen.
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Was denkst du über Gott – nicht nur in deinem Kopf, sondern sichtbar in deinem Lebensstil? Was wird sichtbar in deinem Leben?
Über diese Frage werden wir nachdenken, wenn Nancy nächstes Mal mit der Geschichte von Rahab weitermacht. Jetzt wird sie noch mit uns beten.
Nancy: O Herr, wir bitten Dich so sehr, dass Du in unserer Zeit Dein Volk heimsuchst, dass Du Deinen Arm und Deine Macht und Größe offenbarst, damit diese verlorene Welt hört, dass es einen Gott gibt. Es gibt einen Gott. Er ist real. Er ist zu fürchten. Man muss ihm glauben.
Und einige werden zum Glauben kommen, vor dem Kreuz niederknien und sagen: „Gott ist Gott oben im Himmel und unten auf Erden“.
Gott, schenke, dass sie die Berichte hören und dass sie glauben, wenn sie hören. Ich bete in Jesu Namen, Amen.
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