Lea Köster: Wenn du zutiefst verletzt wurdest, möchte Nancy DeMoss Wolgemuth dir Hoffnung geben.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Gott möchte dir Gnade geben, um nicht bei dieser Situation und dieser Verletzung stehen zu bleiben. Das bedeutet nicht, dass du nicht verletzt wurdest oder dass die Situation nicht real war. Es bedeutet nicht, dass es nicht schmerzhaft war, aber Gott möchte dir Gnade geben, um weiterzugehen, und er möchte dich von dieser Enttäuschung und dem Schmerz frei machen, was es auch gewesen ist.
Lea: Hallo! Hier ist Belebe unsere Herzen mit der neunten Woche der Podcast-Reihe „Seeking-Him - Neu belebt von Ihm“ mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von meiner lieben Freundin Annette Schorre.
In den letzten Wochen haben wir uns angeschaut, was passiert, wenn ein Mensch wahre Erweckung erlebt. Letzte Woche haben wir den Zusammenhang zwischen Erweckung und einem reinen Gewissen gesehen. Diese Woche konzentrieren wir uns ganz …
Lea Köster: Wenn du zutiefst verletzt wurdest, möchte Nancy DeMoss Wolgemuth dir Hoffnung geben.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Gott möchte dir Gnade geben, um nicht bei dieser Situation und dieser Verletzung stehen zu bleiben. Das bedeutet nicht, dass du nicht verletzt wurdest oder dass die Situation nicht real war. Es bedeutet nicht, dass es nicht schmerzhaft war, aber Gott möchte dir Gnade geben, um weiterzugehen, und er möchte dich von dieser Enttäuschung und dem Schmerz frei machen, was es auch gewesen ist.
Lea: Hallo! Hier ist Belebe unsere Herzen mit der neunten Woche der Podcast-Reihe „Seeking-Him - Neu belebt von Ihm“ mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von meiner lieben Freundin Annette Schorre.
In den letzten Wochen haben wir uns angeschaut, was passiert, wenn ein Mensch wahre Erweckung erlebt. Letzte Woche haben wir den Zusammenhang zwischen Erweckung und einem reinen Gewissen gesehen. Diese Woche konzentrieren wir uns ganz auf die Vergebung.
Wenn du das dazugehörige Kursbuch „Neu belebt von Ihm - Seeking Him“ durchgehst, wirst du in der Einleitung zur Lektion 9 lesen: „Vergebung - das Geschenk, das jeder gerne annimmt, aber nur mit Mühe anderen gibt“. Wenn Gott dein Herz belebt, kannst du vergeben wie nie zuvor. Hier ist jetzt Nancy dazu.
Nancy: Hast du vielleicht den Roman Große Erwartungen von Charles Dickens gelesen oder den Film gesehen? Vielleicht erinnerst du dich, dass eine der Hauptfiguren in dieser Geschichte eine exzentrische alte Dame namens Miss Havisham ist.
Jahre zuvor, bevor die Geschichte begann, machte sie sich an ihrem Hochzeitstag für die Hochzeit zurecht und wartete auf die Ankunft ihres Verlobten, der um 9 Uhr kommen sollte. Ein üppiges Festmahl war vorbereitet worden,
und es gab eine riesige Hochzeitstorte, aber 20 Minuten vor neun erhielt Miss Havisham die Nachricht, dass der Bräutigam mit einer anderen Frau durchgebrannt war und nicht zur Hochzeit kommen würde.
Von diesem Moment an machte es sich diese Frau zum Lebensziel, sich an Männern zu rächen. Sie weigerte sich, ihr Leben weiterzuleben. Stattdessen beschloss sie, in der Vergangenheit zu leben. Sie trug ihr Hochzeitskleid und ihren Schleier noch jahrelang. Sie legte sie nie ab.
Die Zeit blieb an diesem Punkt stehen. Tatsächlich wurden alle Uhren in ihrem Haus auf 20 vor neun angehalten – der Uhrzeit, zu der sich diese Tragödie in ihrem Leben ereignete. Miss Havisham lebte einfach nicht weiter. Ihr Kleid und ihr Schleier wurden im Laufe der Jahre zu Lumpen, sie vergilbten und verschlissen, aber sie blieb einfach in diesem Zustand.
Sie brachte schwere Vorhänge an allen Fenstern an, damit die Sonne nicht in ihr Haus schien. Sie lebte zurückgezogen mit ihrer Adoptivtochter und ließ die Torte und das Festmahl auf den Tischen verrotten. Schließlich trugen Mäuse und Spinnen die Reste davon weg. Und das Rascheln der Mäuse konnte man in den Wänden hören.
Die Hauptfigur in der Geschichte ist ein Junge namens Pip, der Miss Havisham besuchen kommt. Bei seinem ersten Besuch hat sie zufällig gerade Geburtstag, aber sie will nicht, dass jemand ihren Geburtstag erwähnt, weil das der Tag war, an dem sie eigentlich heiraten wollte.
Während des Gesprächs mit Pip sagt sie: „An diesem Tag im Jahr, lange vor deiner Geburt, ist dieser Moderhaufen hierher gebracht worden“, und es ist wirklich ein Moderhaufen.
Überall sind diese riesigen Spinnweben. Der Ort ist in einem hässlichen, grotesken Zustand des Verfalls. Sie sagt: „Er“, (das heisst, der Moderhaufen), „vergeht genauso wie ich. Die Mäuse haben an ihm genagt, und schärfere Zähne als die der Mäuse haben an mir genagt.“
Natürlich waren die Zähne, die an Miss Havisham genagt hatten, die Zähne der Bitterkeit, des Grolls und der Unversöhnlichkeit. Wenn ich an Miss Havisham in dieser Szene denke, mit all dem Verfall um sie herum, denke ich, dass das ein Bild für so viele Frauen in unserer Zeit ist. Sie wollen nicht weitergehen, sie leben in der Vergangenheit, irgendein Vergehen, eine Wunde, irgendeine Situation hält sie gefangen, die vielleicht vor Jahren passiert ist.
Das könntest auch du sein. Vielleicht verpasst du das Leben, das Gott dir heute schenken möchte, und du weißt genau, wann die Uhren in deinem Leben stehen geblieben sind. Du kannst dich an den Vorfall, den Ort, den Tag, die Zeit und die Umstände erinnern. Das kann schon Jahre her sein,
aber du lebst heute in einem Moderhaufen. Die Zähne der Bitterkeit und des Grolls haben an dir genagt und dich zermürbt und zerstört. Oder es ist etwas, das erst kürzlich passiert ist.
Weißt du, du musst nicht wie Miss Havisham enden. Niemand muss so enden. Sie musste auch nicht so enden.
Gott möchte dir Gnade geben, um nicht bei dieser Situation und dieser Verletzung stehen zu bleiben. Das bedeutet nicht, dass du nicht verletzt wurdest oder dass die Situation nicht real war. Es bedeutet nicht, dass es nicht schmerzhaft war, aber Gott möchte dir Gnade geben, um weiterzugehen, und er möchte dich von dieser Enttäuschung und dem Schmerz frei machen, was es auch gewesen ist.
Lasst mich einen Moment zurückspulen: Ihr wisst, wir sind in unserem Podcast bei dem Thema „Seeking-Him - Neu belebt von Ihm“. In den ersten Wochen dieser Reihe haben wir darüber gesprochen, wie wir eine Erweckung in unserer vertikalen Beziehung zu Gott erleben können.
Wir haben über Dinge wie Demut, Aufrichtigkeit, Buße und Heiligkeit gesprochen. In der zweiten Hälfte der Reihe geht es jetzt um die praktische Umsetzung der Erweckung in unseren Beziehungen zu anderen Menschen.
Das erinnert mich an die Zehn Gebote. Die ersten vier betreffen deine Beziehung zu Gott, deine vertikale Beziehung. Die letzten sechs betreffen deine Beziehungen zu anderen, also die horizontale Ebene.
Natürlich ist es wichtig, dass unsere Beziehung zu Gott an erster Stelle steht. Wenn die nicht stimmt, können unsere Beziehungen zu anderen Menschen unmöglich funktionieren. Wenn wir gelernt haben, in Demut, Aufrichtigkeit, Buße und Heiligkeit zu leben, muss sich das nun auch auf unseren Umgang mit anderen Menschen auswirken.
Es muss im Alltag praktisch werden, in unseren eigenen vier Wänden. Letzte Woche haben wir darüber gesprochen, wie wichtig es ist, ein reines Gewissen zu haben. Das bedeutet, dass wir unsere eigenen Fehler anderen gegenüber zur Sprache bringen. Diese Woche wollen wir darüber sprechen, wie wir damit umgehen, wenn andere an uns schuldig werden.
Beachte, in welcher Reihenfolge wir das besprechen: Zuerst das reine Gewissen, dann erst geht es um Bitterkeit und Vergebung. Viele Menschen wollen sich zuerst mit dem beschäftigen, was andere ihnen angetan haben. Aber Gottes Wort sagt: „Nein, kümmere dich zuerst um deine Verfehlungen gegenüber anderen. Entferne den Balken aus deinem eigenen Auge, damit du anderen helfen kannst, mit ihren Verfehlungen fertig zu werden“ (nach Matthäus 7,5).
Diese Woche wollen wir darüber sprechen, wie wir mit den Wunden umgehen können, die andere uns zugefügt haben. Wir werden uns in den nächsten Tagen mehrere Stellen ansehen, aber eine Schlüsselstelle zum Thema Bitterkeit finden wir in Hebräer 12.
Wir werden uns den Abschnitt diese Woche anschauen, aber ich möchte jetzt schon zwei Verse aus Hebräer 12 vorlesen, und zwar die Verse 15 und 16. Da heißt es: „Und achtet darauf, dass nicht jemand die Gnade Gottes versäumt, dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwächst und Unheil anrichtet und viele durch diese befleckt werden, dass nicht jemand ein Unzüchtiger oder ein gottloser Mensch sei wie Esau, der um einer Speise willen sein Erstgeburtsrecht verkaufte.“
In diesen Versen (auf die wir später noch eingehen werden) geht es um drei grundlegende Probleme im Leben von Gläubigen, die wir aufgreifen müssen, wenn wir Erweckung erleben wollen.
- Das eine ist die Bitterkeit, über die wir diese Woche sprechen.
- Das zweite ist die moralische Unreinheit – hier geht es um sexuelle Unmoral, über die wir nächste Woche sprechen werden.
- Und bei dem dritten Grundproblem geht es darum, dass wir auf irdische, vergängliche Werte setzen, also dass wir aus den Augen verlieren, was wirklich zählt.
Wir müssen diese Probleme angehen. Der Schreiber des Hebräerbriefs sagt: „Achtet darauf, dass nicht jemand die Gnade Gottes versäumt.“ Achtet darauf! Ich denke, das bedeutet, dass wir die Verantwortung haben, einander vor Verbitterung zu bewahren.
Es ist mir diese Woche ganz wichtig, dass niemand, der mir zuhört, die Gnade Gottes versäumt. Es ist mir ganz wichtig, dass du diese Gnade nicht versäumst und dass du jede Wurzel der Bitterkeit in deinem Leben angehst. Dieser Abschnitt sagt nämlich: Wenn du das nicht tust, wirst du in Schwierigkeiten geraten, und viele andere werden durch deine Bitterkeit befleckt, sie werden in Mitleidenschaft gezogen.
Epheser 4, Verse 31-32, ist ein weiterer bekannter Abschnitt zu diesem Thema. Dort heißt es: „Alle Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung sei von euch weggetan samt aller Bosheit. Seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig und vergebt einander, gleichwie auch Gott euch vergeben hat in Christus.“
Bitterkeit – legt sie ab, heißt es in diesem Text. Werdet sie los. Kümmert euch darum. Haltet nicht daran fest. Lasst nicht zu, dass sie euch gefangen nimmt, wie es bei Miss Havisham der Fall war. Im Neuen Testament sehen wir Bitterkeit im Wesentlichen als eine verärgerte oder grollende Reaktion auf schmerzhafte oder schwierige Umstände oder Menschen.
Paulus sagt: „Werdet sie los. Lasst keine Bitterkeit in eurem Herzen wohnen.“ Werdet sie los. Haltet nicht daran fest. Der Feind will, dass ihr verbittert bleibt, weil er weiß, dass euer Leben fruchtlos und leer ist, wenn er euch in Bitterkeit gefangen halten kann.
Es wird frustrierend sein. Dein Leben als Christ wird dich ermüden, es hat Schaden genommen. Letztendlich wirst du in etwas Ähnlichem wie diesem Moderhaufen enden. Das Neue Testament verbindet Bitterkeit mit verschiedenen anderen Begriffen, und lasst uns einige davon anschauen, weil sie uns zeigen, warum Bitterkeit so ernst zu nehmen ist.
In Epheser 4,31 wird Bitterkeit zum Beispiel mit Zorn, Wut und Bosheit in Verbindung gebracht. Das ist schlimm. In Kolosser 3, Vers 19, wird die Bitterkeit der Liebe gegenübergestellt. Dort heißt es: „Ihr Männer, liebt eure Frauen und seid nicht bitter gegen sie.“
Interessanterweise drücken es einige Übersetzungen genauso aus, wie wir gerade lasen: „Seid nicht bitter gegen sie.“ „Geht nicht rücksichtslos mit ihnen um!“ oder „Behandelt sie nicht grob!“ Ehemänner sollen also nicht bitter gegen ihre Ehefrauen sein. Sie sollen nicht rücksichtslos zu ihnen sein.
Es ist doch faszinierend, dass dies Wort auf zweierlei Weise übersetzt werden kann. Das liegt daran, dass Bitterkeit ohne Ausnahme mit rücksichtslosem, grobem Verhalten verknüpft ist. Wenn du bitter gegen jemanden bist, redest du nicht freundlich und liebevoll mit ihm oder über ihn. Bitterkeit geht mit Rücksichtslosigkeit und Grobheit einher.
In Römer 3 stehen Bitterkeit und Fluchen zusammen, und in Jakobus 3 steht Bitterkeit im Zusammenhang mit Eifersucht. Eifersucht, Fluchen, rücksichtsloser Umgang, Wut, Zorn, Bosheit – willst du diese Dinge in deinem Leben haben? Nein, das willst du nicht. Warum dulden wir dann weiterhin Wurzeln der Bitterkeit in unserem Herzen?
Bitterkeit betrübt den Geist Gottes. Das ist wahrscheinlich das Schlimmste daran. Sie betrübt den Geist Gottes. Bitterkeit zeigt einen Mangel an Vertrauen in Gottes Wege und seine Liebe. Sie zeigt unseren Widerstand gegen den Willen Gottes. Uns gefällt nicht, was Gott getan hat. Uns gefallen seine Entscheidungen nicht.
Vielleicht würden wir nicht sagen, dass wir bitter gegenüber Gott sind. Unsere Bitterkeit könnte sich gegen den Ex-Partner richten oder gegen den Chef, den Nachbarn oder das Kind, aber letztlich ist alle Bitterkeit gegen Gott gerichtet.
Bitterkeit betrübt den Geist Gottes, weil sie Widerstand gegen Gott ist. Aber unsere Bitterkeit wirkt sich auch auf andere aus. Menschen, die nicht nachsichtig sind, die nicht vergeben, werden in der Regel hart und kalt. Sie werden häufig depressiv und manchmal sogar körperlich krank.
Studien haben ergeben, dass es einen Zusammenhang zwischen vielen körperlichen Beschwerden und mangelnder Vergebungsbereitschaft gibt. Mit verbitterten Menschen kann man nur schwer zusammenleben. Es passiert oft, dass sie negativ, kritisch und streitsüchtig sind. Ich will keine verbitterte Frau sein, aber ihr wisst selbst, dass es oft einfacher ist, Bitterkeit bei anderen zu erkennen als bei sich selbst.
Deshalb brauchen wir Menschen um uns herum, die uns so sehr lieben, dass sie uns fragen: „Musst du dich vielleicht mit dem Thema Vergebung beschäftigen? Könnte es sein, dass du auf dem Weg bist, bitter zu werden?“ Bitterkeit betrübt nicht nur den Geist Gottes und wirkt sich nicht nur auf unsere Mitmenschen aus, sondern letztlich zerstört sie uns selbst.
Sie ist wie eine Säure. Sie zerstört das Gefäß, in dem sie aufbewahrt wird. So zerstörerisch ist sie. Bitterkeit ist eine falsche Reaktion auf Menschen und Umstände, über die wir keine Kontrolle haben – Dinge, die wir nicht ändern oder beheben können – und wir werden bitter, weil wir falsch darauf reagieren.
Schlag doch bitte in deiner Bibel Hebräer 12 auf. Ich möchte, dass wir uns einen Abschnitt ansehen, der uns zeigt, wie wir aus Gottes Sicht mit Schwierigkeiten, Not und schmerzhaften Umständen umgehen sollen.
Wir lesen ab Vers 5, ich lese diesen Vers nach der Neuen Evangelistischen Übersetzung: „Mein Sohn, achte die strenge Erziehung des Herrn nicht gering, werde nicht müde, wenn er dich korrigiert!“ Das Hauptthema dieses Abschnitts ist die strenge Erziehung des Herrn. Manche Übersetzungen sagen „Züchtigung“. Es geht also um seine strenge Erziehung oder Züchtigung.
Wir werden sehen, dass Gottes strenge Erziehung dem Wohl seiner Kinder dient. Er ist unser himmlischer Vater, und er züchtigt und erzieht seine Kinder auf verschiedene Weise zu ihrem Besten.
Deshalb sagt er: „Wenn du die Züchtigung des Herrn erfährst, dann achte sie nicht gering und verzage nicht.“ Anders übersetzt heißt es: „Werde nicht müde.“ Gib nicht auf. Verzweifle nicht, wenn du durch die Umstände des Lebens die strenge Erziehung des Herrn erfährst.
Stattdessen, fordert uns der Schreiber auf, sieh diese Umstände als Ausdruck der Liebe Gottes. Vielleicht denkst du: „Gott muss mich wirklich sehr lieben, wenn er mir all diese Umstände zumutet.“ Und weißt du was? Das tut er! Und diese Umstände sind nicht nur ein Ausdruck von Gottes Liebe, sondern auch ein Beweis deiner Beziehung zu ihm.
Sieh dir Vers 6 an: „Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.“ Wenn du vom Herrn gezüchtigt wirst, ist das ein Beweis dafür, dass du ein Kind Gottes bist.
Er fährt in den Versen 7 und 8 fort: „Wenn ihr Züchtigung erduldet, so behandelt euch Gott ja als Söhne; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? Wenn ihr aber ohne Züchtigung seid, an der sie alle Anteil bekommen haben, so seid ihr ja unecht und keine Söhne!“
Vers 9: „Zudem hatten wir ja unsere leiblichen Väter als Erzieher und scheuten uns vor ihnen; sollten wir uns da nicht vielmehr dem Vater der Geister unterwerfen und leben?“ Wie sollen wir also auf die strenge Hand Gottes reagieren? Diese Lebensumstände, die enttäuschend sind, die wehtun, die schmerzhaft sind und schwer – wie sollen wir darauf reagieren?
Was sollen wir vielmehr tun, als darüber bitter zu werden? Wir sollen sie ertragen. Wir sollen uns der Hand und den guten Absichten unseres Vaters fügen, der diese Umstände zu unserem Besten in unser Leben bringt. Was auch immer du gerade durchmachst und was diese Gefühle der Bitterkeit in dir auslöst – Gottes Absicht ist, dass diese Erfahrung letztlich gewinnbringend für dich ist.
Du fragst dich: „Wie könnte das gewinnbringend sein?“ Schau dir den nächsten Abschnitt an, die Verse 10 und 11: „Denn jene [...] haben uns für wenige Tage gezüchtigt, so wie es ihnen richtig erschien; er aber [...] zu unserem Besten, damit wir seiner Heiligkeit teilhaftig werden. Alle Züchtigung aber scheint uns für den Augenblick nicht zur Freude, sondern zur Traurigkeit zu dienen; danach aber gibt sie eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die durch sie geübt sind.“
Der Schreiber des Hebräerbriefs sagt also: „Es ist ein Ende in Sicht. Es gibt ein Ziel. Gott verfolgt einen Plan damit. Er möchte die Frucht der Gerechtigkeit in deinem Leben hervorbringen.“ Also ja, du musst die schmerzhafte Erziehung und die züchtigende Hand Gottes ertragen, um an dieses Ziel zu gelangen.
Werde nicht bitter. Schlage nicht verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammen. Gib nicht auf. Werde nicht müde. Gib das Rennen nicht auf. Geh nicht auf die Menschen oder Umstände los, die dich verletzt haben. Vertraue der Hand und den guten Absichten deines Vaters. Es dient zu deinem Besten.
„Darum“, sagt er in den Versen 12 bis 14, „‚richtet wieder auf die schlaff gewordenen Hände und die erlahmten Knie‘, und ‚macht gerade Bahnen für eure Füße‘, damit das Lahme nicht vom Weg abkommt, sondern vielmehr geheilt wird!“
Was sagt uns dieser Abschnitt? Er sagt: „Macht weiter, obwohl ihr die strenge Hand Gottes und den Schmerz spürt.“ Gebt das Rennen nicht auf. Ich habe eine Marathonläuferin auf der letzten Strecke eines Rennens beobachtet. Ich habe meine Freundin mit müden Händen und zitternden Knien gesehen, wie sie kurz vor der Ziellinie einfach aufgeben wollte.
Am Rand standen Menschen, die sie anfeuerten und riefen: „Du schaffst das! Du schaffst das!“ Das ist leicht gesagt, wenn man am Rand steht, oder? Aber Gott steht sozusagen an der Seitenlinie und ruft uns zu: „Richtet die schlaff gewordenen Hände wieder auf! Stärkt die erlahmten Knie! Gebt das Rennen nicht auf!“
Der Schreiber des Hebräerbriefes sagt hier weiterhin, dass Gott durch die Züchtigung das heilen möchte, was in dir lahm ist. Manche Teile unseres geistlichen Lebens sind schwach, hilfsbedürftig und gebrechlich und müssen gestärkt werden. Gott benutzt den Schmerz und die Disziplin, um zu heilen, was lahm ist.
Durch diese Züchtigung findet ein positiver Prozess statt. Gott möchte, dass wir uns mitten in diesem Prozess bemühen, in Frieden mit den Menschen um uns herum zu leben – auch mit denen, die vielleicht unseren Schmerz verursacht haben. Jagt dem Frieden nach mit jedermann.
Du bist nicht dafür verantwortlich, wie die Person, die dir wehgetan hat, mit dir umgeht. Aber du bist dafür verantwortlich, wie du mit ihr umgehst. Jage dem Frieden nach mit allen! Werde die Bitterkeit los! Diese Person ist ein Werkzeug in Gottes Hand. Lass Gott seinen Weg mit dir gehen und vertraue darauf, dass er auch mit dem anderen seinen Weg geht.
„Jagd nicht nur dem Frieden nach“, sagt er, „sondern auch der Heiligung, ohne die niemand den Herrn schauen wird.“ Was bedeutet das? Ich denke, der Schreiber will damit sagen: „Deine Reaktion auf den Schmerz muss heilig sein.“ Warum? Weil du durch den Schmerz Gott so sehen und erleben wirst, wie es sonst vielleicht nicht möglich sein würde.
„Bemüht euch um die Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird.“ Ohne Schmerz kannst du nicht heilig werden, und ohne Heiligung kannst du Gott nicht sehen. Wenn du also den Herrn sehen willst, wenn du eine vertraute Beziehung zu ihm haben willst, musst du bereit sein, den Schmerz anzunehmen.
Eine Freundin erzählte mir kürzlich, dass der Geschäftspartner ihres Mannes sehr unkluge und schlimme Entscheidungen getroffen hat, die das Unternehmen in den Bankrott treiben könnten. Der Partner weiß das, aber es ist ihm egal und er verfolgt diesen Kurs trotzdem.
Er zeigt noch keine Einsicht, und sie weiß nicht, wie es ausgehen wird. Es könnte sein, dass sie tatsächlich bankrott gehen. Aber an meiner Freundin erkenne ich die große Freude, die Freiheit und die süße Frucht, die durch diesen langen, harten und schmerzhaften Prozess in ihrem Leben entstehen. Bei unserem Gespräch sagte sie: „Ich würde das gegen nichts eintauschen.“
Das sagt sie nicht rückblickend, sondern mitten in der Hitze des Feuers. Und genau so sieht eine heilige Reaktion auf den Schmerz aus. Der Schreiber schließt in Vers 15 mit den Worten: „Achtet darauf, dass nicht jemand die Gnade Gottes versäumt, dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwächst und Unheil anrichtet und viele durch diese befleckt werden.“
Das ist die Alternative. Wenn du Gottes Gnade nicht annimmst, wirst du bitter. Gott hat Gnade für dich – für diese Prüfung, diesen Kampf, dieses Problem, diese Enttäuschung. Aber wenn du dich nicht demütigst und seine Gnade annimmst, wirst du bitter. Und diese Bitterkeit wird nicht nur dich bekümmern, sondern auch viele Menschen um dich herum beflecken.
Was ist also das Heilmittel gegen Bitterkeit? Nimm Gottes Gnade an und mache sie dir zu eigen, um mit deiner Situation umzugehen und auf schwierige Menschen zu reagieren. Lerne, Gottes Hand in deinen Umständen zu sehen, seine Absichten, seinen Plan.
Nimm die Prüfung an als ein Geschenk von Gott, das zu deinem Besten dient, zu deiner Heiligung. Gott will dich in das Ebenbild Christi verwandeln, und er wird diese Umstände dazu nutzen, wenn du nicht bitter wirst.
Während du da durchgehst, rufe zu Gott, so wie wir es in dieser Serie gelernt haben. Bitte Gott um seine Gnade: „Herr, ich komme mit dieser Person nicht klar. Ich komme mit dieser Situation nicht klar. Ich halte diesen Schmerz nicht aus. Ich brauche dich.“
Und Gott wird seine Gnade immer wieder an den Ort deiner Not schicken. Und dann schau über die unmittelbaren Umstände hinaus auf das Endergebnis, das Gott in deinem Leben erreichen möchte.
Was ist das Ziel? Er heiligt dich. Er macht dich Jesus ähnlich, der Gehorsam gelernt hat durch das, was er erlitten hat (Hebräer 5,8). Wenn du das Endergebnis sehen könntest, nämlich Heiligkeit, Christusähnlichkeit und die Herrlichkeit Gottes in deinem Leben, wärst du dann nicht eher bereit durchzuhalten, statt bitter zu werden?
Es liegt eigentlich bei dir, ob du als verbitterter, wütender, nachtragender Mensch endest oder ob du heilig und Christus ähnlich wirst, weil du diese Umstände als ein Geschenk aus Gottes Hand angenommen und dich entschieden hast, Gottes Gnade zu empfangen, statt bitter zu werden.
Vater, ich bete, dass Frauen gerade jetzt Bitterkeit loslassen und sich für Vergebung entscheiden. Danke Herr dafür, wie Du uns vergeben hast, für Deine unglaubliche Gnade und Barmherzigkeit in unserem Leben.
Ich bitte Dich, Gefangene zu befreien, damit wir im Leben weitergehen und in die Fülle und Fruchtbarkeit all dessen eintreten können, was Du für uns bereit hältst, wenn wir den Weg der Vergebung wählen. Ich bete in Jesu Namen, Amen.
Lea: Das war Nancy DeMoss Wolgemuth, die heute vielen Frauen geholfen hat, dem Sog der Bitterkeit zu entkommen. Wenn du bereit bist, dich für Vergebung und Freiheit zu entscheiden, dann empfehle ich dir, Nancy's hilfreiches Buch Das Tor zur Freiheit zu lesen.
Du wirst von Menschen lesen, die vergeben haben, als es unmöglich schien. Du wirst erfahren, wie du von Bitterkeit befreit werden kannst. Lass nicht zu, dass Unversöhnlichkeit sich hinzieht. Das Tor zur Freiheit kann dir im Prozess der Heiligung helfen.
Wann sollte man jemanden auf eine Verfehlung ansprechen, und wann sollte man darüber hinwegsehen? Nancy wird sich morgen mit diesen Fragen beschäftigen. Sei gerne wieder dabei, bei Belebe unsere Herzen. Ich bin Lea Köster und freue mich darauf, weiter mit dir über Vergebung zu lernen. Bis morgen.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
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