Lea Köster: Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Es gibt Dinge, die man ansprechen muss. Aber es gibt auch solche, die man einfach übersehen sollte. Lass sie los. Mach keine große Sache daraus. Das Problem ist: Wir neigen dazu, die Sünden anzusprechen, die wir übersehen sollten, und die Sünden zu übersehen, die wir ansprechen sollten. Wir haben einfach nicht vor Augen, was wirklich zählt.
Lea: Hallo, schön, dass du wieder dabei bist bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Gestern haben wir gesehen, wie gefährlich Bitterkeit sein kann. Das Gegenmittel ist Vergebung. Natürlich. Kürzlich sprach Nancys Freundin Kim Wagner über die Kraft der Vergebung. Hier ist Nancy mit mehr dazu.
Nancy: Wir haben über den enormen Schaden gesprochen, den Bitterkeit anrichten kann. Sie kann alles dominieren und unser Umfeld vergiften und verseuchen. Umgekehrt hat Vergebung eine gewaltige Kraft, um …
Lea Köster: Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Es gibt Dinge, die man ansprechen muss. Aber es gibt auch solche, die man einfach übersehen sollte. Lass sie los. Mach keine große Sache daraus. Das Problem ist: Wir neigen dazu, die Sünden anzusprechen, die wir übersehen sollten, und die Sünden zu übersehen, die wir ansprechen sollten. Wir haben einfach nicht vor Augen, was wirklich zählt.
Lea: Hallo, schön, dass du wieder dabei bist bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Gestern haben wir gesehen, wie gefährlich Bitterkeit sein kann. Das Gegenmittel ist Vergebung. Natürlich. Kürzlich sprach Nancys Freundin Kim Wagner über die Kraft der Vergebung. Hier ist Nancy mit mehr dazu.
Nancy: Wir haben über den enormen Schaden gesprochen, den Bitterkeit anrichten kann. Sie kann alles dominieren und unser Umfeld vergiften und verseuchen. Umgekehrt hat Vergebung eine gewaltige Kraft, um unser Umfeld positiv zu beeinflussen und im Leben der Menschen köstliche und wunderbare Ergebnisse hervorzubringen.
Kim, ich erinnere mich an eine Geschichte, die du mir vor Jahren erzählt hast. Du hast damals die unglaubliche Kraft der Vergebung erlebt.
Kim Wagner: Mein Mann war zu einer Vortragsreihe in einer kleinen Landgemeinde in Süd-Arkansas eingeladen. Der Ort war von dichten Kiefernwäldern umgeben. Es gab eine kleine, unscheinbare Kirche dort, ringsum waren kaum Häuser zu sehen. Zu dem Sonntagsgottesdienst kamen vielleicht 30 Leute.
Prediger: „Also…lasst uns Nägel mit Köpfen machen. Was heißt das jetzt konkret?“
Kim: Mein Mann predigte aus Matthäus 18 über den unbarmherzigen Knecht. Er sprach darüber, wie Kränkungen einen in ein Gefängnis der Bitterkeit sperren können und wie man dort gequält wird.
Eine ältere Dame, Mitglied der Gemeinde, kam nach vorne und bekannte vor der Gemeinde unter Tränen und tief bewegt, dass sie jahrelang gegen Gott gesündigt hatte, weil sie an ihrer Unversöhnlichkeit gegenüber einem sehr bekannten Mann aus der Gegend festgehalten hatte.
Er war ein reicher Farmer, und sie machte ihn für den Tod ihrer Mutter verantwortlich. Es gab einige Fragen zum Tod ihrer Mutter, und sie gab ihm die Schuld dafür.
Sie bat die Gemeinde darum, für sie zu beten, denn sie wollte zu ihm gehen und ihn um Vergebung bitten, wie sie ihn behandelt hatte, denn er war ein verlorener Mann und er wusste, dass sie gläubig war. Also bat sie die Gemeinde, für sie zu beten, wenn sie am nächsten Tag zu ihm gehen würde, um ihn um Vergebung zu bitten.
Was sie nicht wusste, als sie nun auf dem Weg zu dem Farmer war, stand ihr Mann, der als Säufer bekannt war, am Straßenrand und verkaufte Wassermelonen um Geld für weiteren Alkohol zu verdienen. Er saß dort und verkaufte Wassermelonen, als mein Mann und der Pastor der Gemeinde vorbeikamen, um ihn zu begrüßen.
Als sie nun auf ihn zukamen, noch bevor sie mit ihm sprechen konnten, fiel er auf die Knie und flehte Gott um Vergebung an und dass er ihn retten möge. Er hatte keine Ahnung, was seine Frau gerade tat.
Er fuhr dann zum Mittagessen nach Hause, um ihr zu erzählen, was passiert war. Als sie zur Tür hereinkam, um ihm zu erzählen, wo sie gewesen war, und ihm ihre Bitterkeit gegenüber dem Mann zu bekennen, auf den sie seit Jahren Groll hegte, da hörte sie ihren Mann, wie er laut zu Gott betete und ihn lobte.
Bis zum Abend hatte sich herumgesprochen, dass diese Frau zu dem Farmer gegangen war und ihn um Vergebung gebeten hatte und dass ihr Mann, der stadtbekannte Trinker, sein Leben Jesus übergeben hatte. An diesem Abend kamen etwa 100 Menschen zur Evangelisation in der Gemeinde.
Der Geist der Vergebung begann sich in der Gegend auszubreiten. Am nächsten Abend kam der Farmer. Es waren 150 bis 200 Menschen da.
Die kleine Kirche war überfüllt. Die Türen wurden geöffnet, der Vorraum war voller Menschen. Die Leute standen. Sie hatten nicht genug Stühle für alle. Der Farmer übergab in dieser Nacht Jesus sein Leben.
In der Gemeinde gab es eine Familie, die sich wegen eines Ehebruchs getrennt hatte. Ehemann und Ehefrau kamen beide, sie versöhnten sich und ihr Sohn kam aufgrund dieser Erweckung mit Gott ins Reine. Er ist jetzt ein Missionar, der in Russland arbeitet und den unsere Gemeinde unterstützt.
Über die Woche kamen über 1.500 Menschen, um die Predigten in dieser kleinen Gemeinde zu hören. Sie verlängerten die Evangelisation auf zwei Wochen. Der Pastor wollte noch weitermachen, aber wir hatten bereits eine Woche Schulunterricht verpasst. Wir waren auf der Bibelschule.
Wir beendeten die Evangelisation nach zwei Wochen mit, vielleicht ich weiß gar nicht mehr, wie viele Menschen sich entschieden haben, wie viele Menschen Jesus als ihren Retter angenommen haben. Leben haben sich verändert. Die Leute reden noch heute von dieser Erweckung, und das ist fast 25 Jahre her.
Die Erweckung begann damit, dass eine Frau ihre Bitterkeit aufgab – das, woran sie jahrelang festgehalten hatte und von dem sie glaubte, dass es gerechtfertigt war. Sie war voll Wut und Unversöhnlichkeit gegenüber diesem Mann gewesen, einem verlorenen Mann, – und sie war zu ihm gegangen und hatte ihn um Vergebung gebeten. Als dieser Geist der Vergebung freigesetzt wurde... Es ist so wahr: Du bist Jesus nie ähnlicher, als wenn du vergibst.
Als verlorene Menschen sahen, was durch Vergebung alles geschah, wirkte Christus in dieser Gegend auf mächtige Weise.
Lea: Ist es nicht erstaunlich, wie der Gehorsam einer Frau, wie ihre Vergebung, eine ganze Stadt beeinflusst? Was für eine ermutigende Geschichte von Kim Wagner.
Vergebung ist wirklich mächtig. Aber wusstest du, dass es manchmal angebracht ist, jemanden, der uns verletzt hat, zur Rede zu stellen, während es manchmal richtig ist, die Schuld einfach zu übersehen? Darüber sprechen wir heute und stellen fest, dass wir in jedem Fall vollkommene Vergebung anbieten müssen.
Wir hören mehr dazu von Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy: Auf das Thema Vergebung kommen wir bei Belebe unsere Herzen immer wieder zurück, denn wir brauchen es ja immer wieder. Aber als ich über diese bestimmte Folge nachdachte, fiel mir auf, dass wir häufig Bitterkeit, Groll oder Vergebung mit den großen Dingen, die dem Leben eine andere Richtung geben, in Verbindung bringen, diese Dinge, die extrem schwer zu vergeben sind.
Ich denke dabei an Freunde von mir, die vor kurzem einige traumatische und heftige Dinge erlebt haben – ein Partner, der Ehebruch beging, ein Ehemann, der ermordet wurde, Veruntreuung, Missbrauch, abscheulicher Verrat. Bei diesen schweren Vergehen ist es keine Frage, dass man sich mit Bitterkeit und Vergebung beschäftigen muss.
Aber ich habe den Eindruck, dass es nicht unbedingt so eine riesige Sache sein muss, damit eine Beziehung kaputt geht. Tatsächlich sind es meist nicht diese großen Sachen, die eine Beziehung in den Ruin bringen. Das können sie, aber ich glaube, dass Beziehungen häufiger durch relativ kleine, alltägliche Verletzungen und Vergehen zerbrechen oder zerstört werden, die wir an uns nagen lassen, anstatt auf biblische Weise mit ihnen umzugehen.
Ein Beispiel: Jemand in der Gemeinde hat nicht mit dir gesprochen. Eigentlich keine große Sache. Aber ist es nicht erstaunlich, wie wir daraus eine große Sache machen können?
Niemand kommt zu dir ins Krankenhaus, um dich zu besuchen, oder keiner ruft an, um zu fragen, wie es dir geht. Deine Schwiegermutter sagt etwas, was deine Gefühle verletzt. Alle möglichen Empfindlichkeiten, Ungerechtigkeiten ... und wir sind ständig gereizt und nehmen an etwas Anstoß, was, verglichen mit den wirklich wichtigen Dingen, relativ unbedeutend ist.
Siehst du, die Gefahr besteht darin, dass wir Erwartungen an Beziehungen stellen. Wir denken, wir verdienen Besseres. Wir sind es wert, mehr zu bekommen. Die Menschen sollten uns netter behandeln, vor allem in unserem Zuhause, in unseren Beziehungen, in der Familie. Und wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden, was passiert dann?
Ärger und Groll kommen auf. Manchmal ist es zunächst nur ein schwelender Schmerz. Aber diese Glut wird befeuert, und schließlich wird daraus eine Flamme der Bitterkeit und des Zorns.
Diese Art von schwelendem Schmerz über alltägliche Dinge sind für eine Ehe tödlich. Dein Mann vergisst euren Hochzeitstag. Er bemerkt nicht, dass du etwas Besonderes für ihn getan hast.
Fakt ist: Meistens merken die Leute gar nicht, dass sie uns verletzt haben. Wir sitzen da und denken: „Er wollte mir wehtun. Er hat die ganze Nacht darüber nachgedacht, wie er mich verletzen kann.“ Wahrscheinlich war es nicht so. Wahrscheinlich wusste er es nicht einmal, dass er dich verletzt hat, und es war nicht seine Absicht. Darum müssen wir lernen, einfach vom Guten auszugehen, einfach das Beste vom Anderen anzunehmen.
Aber unabhängig von der Absicht – vielleicht war es ja Absicht – ist die Frage: „Will ich wirklich eine große Sache daraus machen?“ Willst du eine große Sache daraus machen, möglicherweise damit deine Ehe zerstören, oder willst du es loslassen?
Lerne, damit zu leben. Lerne, auf Menschen Rücksicht zu nehmen, die nicht perfekt sind. Wir leben in einer sündigen Welt. Wir sind fehlerhafte Menschen, auch wir selbst, und leben mit fehlerhaften Menschen zusammen.
Eine Freundin sagte mir kürzlich: „Mein Mann ist ein Chaot. Er lässt überall seine Sachen liegen.“ Diese Frau ist nicht so. (Ist es nicht erstaunlich, wie oft sich Gegensätze anziehen?) Aber sie sagte: „Es hat mich immer verrückt gemacht, bis ich mich schließlich entschieden habe, dass ich wegen dieser Stapel von Sachen nicht bereit bin, unsere Beziehung aufs Spiel zu setzen.
Siehst du, sie trat einen Schritt zurück, gewann eine neue Perspektive und sagte: „Das ist es nicht wert, dass ich meine Ehe wegen meines chaotischen Mannes riskiere und versuche, ihn zu ändern, zu korrigieren oder ihn zu etwas zu machen, was er nicht ist.“
Ich ermutige Ehemänner nicht dazu, unordentlich zu sein – im Übrigen natürlich auch die Ehefrauen nicht. Ich sage nur, dass ihr vielleicht lernen müsst, über so manche unwichtige Dinge hinwegzusehen, wenn ihr eine gute und gesunde Beziehung führen wollt.
Es gibt ein Wort, über das ich heute sprechen möchte und das meiner Meinung nach hier sehr gut passt, nämlich das Wort Nachsicht. Es ist ein etwas altmodisches Wort, aber es wird im Neuen Testament erwähnt.
Nachsicht. Es ist ein Wort, das „Toleranz, Zurückhaltung, Geduld, wenn du provoziert wurdest“ bedeutet. Es bedeutet, langmütig zu sein und Schwierigkeiten zu ertragen. Nachsicht ist eine Eigenschaft und ein Beweis echter Liebe.
Diesen Zusammenhang siehst du überall in der Heiligen Schrift. Hör dir zum Beispiel diese Verse an:
„Vor allem aber habt innige Liebe untereinander; denn die Liebe wird eine Menge von Sünden zudecken“ (1. Petrus 4,8). Liebe und Nachsicht.
Sprüche 10,12: „Hass erregt Streit, aber die Liebe deckt alle Verfehlungen zu.“ Liebe und Nachsicht.
Sprüche 17,9: „Wer Liebe sucht, deckt die Verfehlung zu, wer aber eine Sache weitererzählt, trennt vertraute Freunde.“ Erzähle deinen Freunden nicht, was dein Mann getan hat. Du trennst damit enge Freunde. Wer sind die engen Freunde? Du und dein Mann. Habt die Art von Liebe, die über einen Fehler hinwegsehen kann, die Sünden bedecken kann.
1. Korinther 13 ab Vers 5 (NeÜ): „[Die Liebe] lässt sich nicht reizen, und trägt Böses nicht nach“. Und die Schlachter Übersetzung fährt dann fort: „Sie rechnet das Böse nicht zu. [Die Liebe] erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles.“
Nun, manche Dinge müssen angesprochen werden, und dazu gibt es viele Bibelstellen. Zum Beispiel heißt es sinngemäß in Galater 6,1: „Wenn dein Bruder in eine Schuld verwickelt ist, sollst du, der du geistlich bist, ihn wiederherstellen“.
Es gibt Dinge, die durch den Prozess der Gemeindezucht gehen müssen. Es gibt Probleme, die muss man ansprechen.
Aber es gibt auch solche, die einfach übersehen werden sollten. Lass sie los. Mach keine große Sache daraus. Das Problem ist: Wir neigen dazu, die Sünden anzusprechen, die wir übersehen sollten, und die Sünden zu übersehen, die wir ansprechen sollten. Wir haben einfach aus dem Blick verloren, was wirklich zählt.
Ich möchte uns ein Beispiel aus der Heiligen Schrift zum Thema Nachsicht zeigen. Es ist die Geschichte von David, der gezwungen war, aus Jerusalem zu fliehen, da sein Sohn Absalom sich gegen seinen Vater aufgelehnt hatte.
Als David aus Jerusalem flieht, tritt ein Mann namens Simei heraus und demütigt David und seine Begleiter öffentlich.
Ich möchte euch bitten, 2. Samuel 16 aufzuschlagen, wo wir dazu einen Bericht lesen können. Wir lesen ab Vers 5:
„Als aber der König David nach Bachurim kam, siehe, da trat von dort ein Mann von dem Geschlecht des Hauses Sauls heraus, der hieß Simei, ein Sohn Geras; der kam heraus und fluchte, und er warf mit Steinen nach David und allen Knechten des Königs David; denn das ganze Volk und alle Helden waren zu seiner Rechten und zu seiner Linken. So aber sprach Simei, indem er fluchte: Geh, geh, du Mann der Blutschuld, du Belialsmensch!“ [Nun, er redete mit dem König!]
„Der Herr hat alles Blut des Hauses Sauls, an dessen Stelle du König geworden bist, auf dich zurückgebracht, und der Herr hat das Königreich in die Hand deines Sohnes Absalom gegeben, und siehe, nun steckst du in deinem Unglück; denn du bist ein Mann der Blutschuld!“ (Verse 5-8).
Es war ein hässlicher, boshafter, unberechtigter und ungerechter Angriff. Simei hatte Unrecht. Aber David und die, die bei ihm waren, reagierten auf zwei sehr unterschiedliche Weisen auf den Angriff.
Abisai war einer der Anhänger Davids, einer seiner Männer, der ihm half, einer seiner Unterstützer. Und in Vers 9 sehen wir, dass Abisai sofortige Vergeltung für diesen Simei wollte: Gib’s ihm!
„Abisai sprach zum König: Warum soll dieser tote Hund meinem Herrn, dem König, fluchen? Lass mich doch hinübergehen und ihm den Kopf abhauen!“ (Vers 9).
Wir sagen das vermutlich nicht so, aber reagieren wir nicht unwillkürlich so, wenn andere uns Unrecht tun? „Das lass ich mir nicht gefallen. Ich werde es ihm heimzahlen.“ Und wie oft machen wir das, wenn geliebte Menschen angegriffen werden. Wir nehmen es persönlich. „Lass mich ihm den Kopf abschlagen.“ Das tun wir, indem wir kritisieren, schlechtes über diese Person reden oder die Person abblitzen lassen.
Wisst ihr, Frauen tun das, indem sie ihren Männern die sexuelle Beziehung vorenthalten. Sie versuchen, sich zu revanchieren, es ihnen heimzuzahlen. Sie sind verletzt worden. Etwas wurde gesagt, also ziehen sie sich zurück und sagen: „Jetzt kriegst du, was du willst.“ Gerechtigkeit – zahle es ihm heim. Schlag ihm den Kopf ab.
Was ist Davids Antwort? Nachsicht. David sagt im Wesentlichen: „Nimm die Sache nicht selbst in die Hand. Lass Gott mit ihm handeln.“
Der König sprach: „[…] Lass ihn doch fluchen! Wenn der Herr zu ihm gesagt hat: Fluche dem David! – wer will dann sagen: Warum tust du dies?“ (Vers 10).
David vertraut auf die Souveränität Gottes in seinem Leben. Er sagt: „Siehe, mein Sohn, der von meinem Leib gekommen ist, trachtet mir nach dem Leben; warum jetzt nicht auch dieser Benjaminiter?“ (Vers 11).
Mit anderen Worten: Stelle es in einen Zusammenhang. Es könnte schlimmer sein. Sein eigener Sohn lehnt sich gegen ihn auf. Also sagt er: „Was ist so schlimm daran, dass dieser Mann aus Benjamin sich gegen mich auflehnt? Es gibt Schlimmeres in meinem Leben.“ Verliere nicht das Gesamtbild aus dem Auge.
Er sagt: „Lass ihn fluchen; denn der HERR hat es ihm geboten! Vielleicht wird der HERR mein Elend ansehen, und der HERR wird mir sein heutiges Fluchen mit Gutem vergelten!“ (Verse 11-12).
Jetzt würden wir gerne sagen, dass wenn wir nachsichtig sind, dann plötzlich alle Simeis aus unserem Leben verschwinden. Aber die Geschichte endet nicht immer so. In diesem Fall hat Davids Nachsicht das Problem nicht beseitigt. Es wurde sogar noch schlimmer.
„So ging David seines Weges mit seinen Leuten; Simei aber ging an der Seite des Berges ihm gegenüber und fluchte immerzu und warf mit Steinen nach ihm und schleuderte Staub empor“ (Vers 13).
Es mag noch schlimmer werden. Wenn du Nachsicht und Vergebung übst, bedeutet das nicht, dass der Widersacher sich plötzlich in einen wunderbaren, gottesfürchtigen Menschen verwandelt. Vielleicht nicht. Aber David vertraute darauf, dass Gott das Maß und die Dauer dieses Widerstands kontrollieren würde.
„Und der König und alles Volk, das bei ihm war, kamen ermattet an“ (Vers 14 ELB).
Sie waren erschöpft. Sie waren ausgelaugt. Und dafür gab es wohl viele Gründe. Der Hauptgrund, warum sie Jerusalem verlassen mussten, war ja, was Davids Sohn ihnen angetan hatte. Aber ich denke, dass dieser bösartige Angriff von Simei sie schwer belastete. Sie kamen erschöpft am Jordan an.
Manchmal zermürbt uns der Widerstand einfach. Wir bekommen Briefe von Frauen, die in ihren Familien und in ihrem Umfeld tagein, tagaus mit Kleinlichkeit und Kritik ihnen gegenüber klarkommen müssen, mit Menschen, die sie niedermachen und strapazieren. Es gibt diese Menschen in der Welt, und solche Menschen gibt es auch in unserem Leben, und manchmal werden wir davon müde.
Aber ich liebe diesen letzten Satz in Vers 14. Ich glaube nicht, dass er mir vor dieser Studie jemals aufgefallen ist. Da heißt es von David: „Dort erholte er sich wieder.“ Er kam erschöpft am Jordan an und er erholte sich dort.
Ich sage euch, meine lieben Frauen, Gott wird immer für Mittel und Wege sorgen, so dass ihr neue Kräfte sammeln und euch erholen könnt, selbst wenn ihr mitten im Kampf seid. Gott wird dich zu einem Jordan führen. Du magst erschöpft sein, wenn du dort ankommst, aber Gott wird dir eine Möglichkeit schaffen, dass du Erquickung finden kannst, auch wenn die ganze Welt gegen dich steht.
Ein paar Kapitel später – wir lesen es jetzt nicht –, aber in 2. Samuel 18, nachdem David Absaloms Rebellion überwunden hatte, kam Simei zurück und flehte bei David um Gnade. Natürlich wusste er, dass der König nun wieder in Jerusalem war. Der König könnte ihm den Kopf abschlagen. Abisai sagte wieder: „Töte ihn. Er hat den Gesalbten des Herrn verflucht.“
Aber was tat David? Ein weiteres Mal war er nachsichtig. Er erwies Barmherzigkeit. Er vergab dem Mann, der gegen ihn gesündigt hatte. Er sagte: „Ich werde loslassen. Ich werde kein Problem daraus machen. Ich werde nicht zulassen, dass es zu einem Problem wird. Ich will nicht zulassen, dass es mein Leben zerstört.“
Das soll mich nicht fertigmachen, um es salopp zu sagen. Ich lasse nicht zu, dass es mir sauer aufstößt. Ich werde es auf sich beruhen lassen.
Ich möchte dir sagen: Wenn du nicht lernst, nachsichtig zu sein, wenn du nicht lernst, loszulassen, wird dein Leben ständig von einem sauren Beigeschmack begleitet sein, und du wirst innerlich aufgewühlt sein. Dein Ehemann, deine Kinder, deine Eltern, deine Schwiegereltern, dein Nachbar, dein Chef, deine Kollegen – es wird immer Menschen geben, die dich nerven, ärgern und provozieren. Wahre Liebe ist nachsichtig, übersieht und kann loslassen.
Weißt du, David, der einige Zeit zuvor mit Batseba Ehebruch begangen hatte, wusste, wie viel Gott ihm vergeben hatte. Deshalb konnte er vergeben. Lass es auf sich beruhen. So wie Gottes Wort sagt: „Fort also mit aller Bitterkeit, […] vielmehr […] vergebt euch gegenseitig, weil Gott auch euch durch Christus vergeben hat“ (Epheser 4,31-32 NeÜ).
Wem gegenüber musst du Nachsicht üben? Wer ist der Widersacher, dem gegenüber du Zugeständnisse machen musst? Lass die Sache einfach los. Was ist das Vergehen? Was ist es, das dich innerlich so aufwühlt? Vielleicht hast du aus einer Mücke einen Elefanten gemacht.
Wenn du ehrlich bist und die Sache im Gesamtzusammenhang siehst, dann sagst du: „Diese Unordnung meines Mannes ist es nicht wert, dass ich meine Ehe dafür riskiere.“ Aber du hast es zu einer solch großen Sache gemacht, dass deine Ehe vielleicht deshalb auf dem Spiel steht.
Wo musst du nachsichtig sein? Wo musst du Zugeständnisse machen? Bitte den Herrn, dir die Art von Liebe zu geben, die eine Vielzahl von Vergehen bedeckt.
Danke, Herr, dass Du so unglaublich nachsichtig mit uns bist, immer und immer wieder. Du vergibst; Du bist barmherzig. Du verurteilst uns nicht so, wie es unsere Sünden verdient hätten. Oh Herr, hilf uns, Dein barmherziges Herz in unseren Häusern, in unseren Gemeinden, in unseren Beziehungen widerzuspiegeln; vor allem bei diesen kleinen alltäglichen Dingen, um sie loszulassen, nachsichtig zu sein und zu vergeben, wie Du uns um Christi Willen vergeben hast. Wir beten in Jesu Namen. Amen.
Lea: Nancy hat dir eben erklärt, wo du die Kraft zum Vergeben finden kannst. Wir konzentrieren uns die ganze Woche auf das Thema Vergebung als einen Teil unserer Serie „Seeking Him - Neu belebt von ihm“.
Nancy hat dir heute einen guten Rat gegeben, wann du über ein Vergehen hinwegsehen solltest und wann du den Anderen zur Rede stellen solltest. Es ist die Art von weisem Rat, die man in ihrem Buch Das Tor zur Freiheit - Wie Vergebung Ihr Leben verändert findet. Erfahre in diesem Buch, warum es für dich von Vorteil ist, jemanden freizulassen, der an dir schuldig geworden ist, und wie du dabei vorgehst. Egal was passiert, Vergebung ist möglich.
Möchtest du tiefe, wertvolle Freundschaften entwickeln? Dann lerne zu verzeihen. Nancy wird dieses Thema morgen in Belebe unsere Herzen aufgreifen, in der dritten Folge zu Vergebung. Bis morgen!
Belebe unsere Herzen ist ein Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
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