Marie Falk: Wenn es um sündiges Verhalten geht, fragen wir oft: „Wie weit kann ich gehen?“ Aber das ist die falsche Frage. Hier ist Nancy, gesprochen von Annette Schorre.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Warum haben wir kein Problem damit, einen Lebensstil zu verteidigen, der uns direkt in die Nähe der Sünde bringt? Warum scheuen wir uns davor, radikale Entscheidungen zu treffen, die unser Herz und unseren Sinn vor der Sünde bewahren würden?
Marie: Herzlich willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Du wirst heute Versuchungen haben. Die hat jeder von uns jeden Tag. Es lässt sich nicht verhindern. Aber du kannst Leitplanken aufstellen, um Versuchungen zu vermeiden und ihnen entschieden entgegenzutreten. Nancy DeMoss Wolgemuth gibt uns heute einige Ratschläge, wie wir der zerstörerischen Kraft der Sünde entgehen können. Es geht weiter in unserer Podcastreihe „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“.
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Marie Falk: Wenn es um sündiges Verhalten geht, fragen wir oft: „Wie weit kann ich gehen?“ Aber das ist die falsche Frage. Hier ist Nancy, gesprochen von Annette Schorre.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Warum haben wir kein Problem damit, einen Lebensstil zu verteidigen, der uns direkt in die Nähe der Sünde bringt? Warum scheuen wir uns davor, radikale Entscheidungen zu treffen, die unser Herz und unseren Sinn vor der Sünde bewahren würden?
Marie: Herzlich willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Du wirst heute Versuchungen haben. Die hat jeder von uns jeden Tag. Es lässt sich nicht verhindern. Aber du kannst Leitplanken aufstellen, um Versuchungen zu vermeiden und ihnen entschieden entgegenzutreten. Nancy DeMoss Wolgemuth gibt uns heute einige Ratschläge, wie wir der zerstörerischen Kraft der Sünde entgehen können. Es geht weiter in unserer Podcastreihe „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“.
Nancy: Wir haben über den Prozess der Heiligung gesprochen. Ein entscheidender Teil dieses Vorgangs ist, unsere sündigen und fleischlichen Lüste und Begierden in den Tod zu geben.
Dabei umfasst dieser Vorgang des Tötens mehr, als sich nur von den Dingen zu trennen, die klar sündig sind. Das ist eigentlich ja gar keine Frage. Aber Töten ist auch die Bereitschaft, Einflüsse aus unserem Leben zu entfernen, die vielleicht nicht an sich sündig sind, die aber unheilige Begierden und Gedanken und Verhaltensweisen in uns wecken und bestärken und somit in die Sünde führen.
Es bedeutet, jeden möglichen Weg zur Sünde abzuschneiden. Ein praktisches Beispiel, das mir gerade in den Sinn kommt, ist folgendes: Wenn ich eine Diät mache, dann lege ich mir keinen Vorrat an Schokolade, Chips und anderen Dingen hin, die mich dazu verleiten können, meine Diät zu brechen.
Ich könnte sagen: „Ich kaufe diese Dinge nur, damit ich sie mir anschauen kann.“ Na ja, wenn ich sie irgendwo hinlege, um sie mir anzuschauen, werde ich irgendwann versucht sein, sie zu essen, obwohl ich es nicht sollte.
Paulus drückt es in Römer 13,14 (ELB) so aus: „Sondern zieht den Herrn Jesus Christus an, und treibt nicht Vorsorge für das Fleisch, dass Begierden wach werden!“ Ich möchte mich hier auf diese kleine Formulierung „keine Vorsorge für das Fleisch treffen“ konzentrieren.
Lasst mich an dieser Stelle etwas ansprechen, was meiner Meinung nach heute ein riesiges Problem unter Gläubigen darstellt. Es ist für mich keine große Überraschung, wenn ich sehe, wie viele bekennende Christen mit Lust und sexueller Sünde zu kämpfen haben. Und das ist nicht nur ein Männerproblem.
Es ist heute auch ein Thema bei Frauen. Auch Frauen gehen unmoralische Beziehungen ein. Ich wundere mich nicht darüber, wie oft das passiert, wenn ich höre, was sie in ihrer Freizeit machen, welche Bücher und Zeitschriften sie lesen, welche Musik sie hören und welche Filme sie sehen. Ich möchte euch Frauen sagen: Wenn ihr den größten Teil eurer Zeit damit verbringt, Liebesromane oder Frauenzeitschriften zu lesen, setzt ihr euch selbst der moralischen Versuchung aus – wenn nicht sogar dem Versagen.
Wer die säkulare, sinnliche Kultur durch Filme und andere Formen der Unterhaltung mit sexuellen Anspielungen, suggestiven unmoralischen Szenen und aufreizend gekleideten Frauen in sein Leben einlädt, wird es moralisch schwer haben.
Davon können wir ausgehen. Denk daran, das gilt nicht nur für dich, sondern auch für deine Kinder. Eine Frau sagte vor diesem Vortrag zu mir: „Es ist hart, wenn alle Freunde unserer Kinder diese Dinge tun! Und wenn meine Kinder sagen: ‚Wir sind einfach die Außenseiter!‘“
Ich antwortete: „Deine Kinder werden aufstehen und dich glücklich preisen“ (vgl. Sprüche 31,28 ELB). Du musst in Gnade und Liebe mit ihnen umgehen, mit Einfühlungsvermögen, Weisheit und einem Gespür für den richtigen Zeitpunkt, aber es ist wichtig, dass du nicht nur dein eigenes Herz bewahrst, sondern auch die Herzen deiner Kinder.
Ich möchte hier ganz offen sein. Ich bezweifle nicht, dass ich in emotionalen, wenn nicht gar physischen Ehebruch hineingezogen werden könnte, wenn ich nicht stets über mein Herz wachen würde – und ich bin sicher, das ist bei dir genauso.
Ich bin und werde nie so geistlich sein, dass ich gegen sexuelle Sünde oder andere Sünden immun wäre. Deshalb habe ich als Teil meiner Kampfstrategie beschlossen, mich von Unterhaltung und anderen Einflüssen fernzuhalten, die Unmoral verharmlosen oder unheilige Begierden wecken könnten.
Vielleicht denkst du: „Du musst ja wirklich geistlich sein, wenn du Filme und all so etwas nicht magst!“ Nein! So ist es nicht! Tatsache ist, dass ich Angst habe, dass es mir gefallen könnte, und deshalb möchte ich es weder in meinem Haus noch in meinem Kopf haben. Ich fühle mich schwach und anfällig. Mein Herz könnte von diesen Dingen angezogen werden. Deshalb habe ich mich durch Gottes Gnade entschieden, mich nicht in Situationen zu begeben, in denen ich versucht sein könnte, moralisch zu sündigen – sei es emotional, geistig oder körperlich.
Manche von euch haben mich das schon zuvor sagen hören; aber jedes Mal, wenn ich es erwähne, kommen Leute nachher auf mich zu und bedanken sich. Deshalb sage ich es jetzt noch einmal: Für mich bedeutet es – und ich schreibe niemandem vor, was es für ihn heißen soll – dass ich mich nicht allein mit verheirateten Männern hinter verschlossenen Türen treffe.
Ich denke, wenn du nie mit einer verheirateten Person des anderen Geschlechts (die nicht dein Partner ist), alleine bist, wirst du auch nie eine Affäre haben. Du sagst: „Das kommt mir etwas extrem vor.“ Hör mal, die übrige Welt ist nicht bedacht darauf, dass sie heilig ist, ich aber bin es schon.
Für mich spielt Heiligkeit eine Rolle. Nebenbei bemerkt, auch deine Ehe spielt für mich eine Rolle, und das ist einer der Gründe, warum ich mich nicht alleine mit deinem Mann in einem Raum aufhalten werde – nicht, weil ich ihm misstraue.
Ich traue mir selbst nicht; ich traue ihm nicht; ich traue dem Teufel nicht; ich traue meinem Fleisch nicht. Ich möchte meinem Fleisch keine Gelegenheit geben – was praktisch bedeutet, dass ich nicht allein mit verheirateten Männern reise oder essen gehe.
Es bedeutet, dass ich keine persönlichen E-Mails mit Männern austausche, es sei denn, ihre Frauen sind informiert und in Kopie gesetzt. Es bedeutet, dass ich bei Arbeitsbeziehungen mit verheirateten Männern, die sich zu Freundschaften entwickeln, die Anwesenheit und Beteiligung ihrer Ehefrauen bewusst mit einbeziehe.
Das ist Schutz. Das ist nicht extrem. Es ist einfach nur klug. Ich gebe meinem Fleisch keine Gelegenheit oder: ich treffe keine Vorsorge für mein Fleisch. Diese Leitplanken sind keine Last für mich. Sie haben mich bewahrt. Sie waren ein Segen für mich und haben mir viele Versuchungen erspart, in denen mein Herz leicht von der Liebe zu Christus hätte abgelenkt werden können. In der heutigen Welt mögen diese Maßnahmen unrealistisch – vielleicht sogar überzogen – erscheinen, selbst für viele Christen.
Aber du und ich, wir sind nicht wie die übrige Welt. Wir sind Heilige, und deshalb müssen wir es ernst meinen, unser sündiges Fleisch und alles, was unsere sündige Natur bestärkt, in den Tod zu geben. Wenn wir über dieses Thema sprechen, wird wahrscheinlich das Wort gesetzlich fallen; aber ich frage mich, warum wir so oft dahin tendieren, dass wir einen Lebensstil verteidigen, der uns direkt in die Nähe der Sünde bringt.
Warum scheuen wir uns davor, radikale Entscheidungen zu treffen, die unser Herz und unseren Sinn vor der Sünde bewahren? In der Bergpredigt forderte Jesus seine Zuhörer auf, schonungslos jeden Zugang und Anreiz zur Sünde abzuschneiden. Jesus sagte: „Und wenn deine rechte Hand für dich ein Anstoß [zur Sünde] wird, so haue sie ab und wirf sie von dir! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengeht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird“ (Matthäus 5,30).
Die Bereiche, in denen du das Töten praktizieren solltest – in denen du darauf achten solltest, dem Fleisch keine Gelegenheit zu geben – mögen für dich anders sein als für mich. Übermäßiges Essen – der biblische Begriff dafür ist Völlerei – ist zum Beispiel eine Sünde, in die ich mein Leben lang immer wieder gefallen bin. Ich muss mein Fleisch im Hinblick auf meinen physischen Appetit immer wieder aufs Neue töten.
Es ist natürlich nicht falsch zu essen; aber es ist falsch, zu viel zu essen. Das ist ein Gebiet, wo ich mir ständig bewusst sein sollte, dass ich mein Fleisch töten muss. Wenn du Schwierigkeiten hast, dein Essverhalten zu kontrollieren, dann mach, was ich getan habe. Bitte eine Freundin oder ein Familienmitglied, dein Rechenschafts- Partner zu sein, in Bezug darauf, was du isst und wann. Oder verleugne dein Fleisch durch regelmäßiges Fasten.
Trunkenheit ist keine Versuchung, mit der ich zu kämpfen habe; aber wenn das ein Bereich ist, in dem du anfällig bist – und ich sehe heute, dass das bei vielen Christen der Fall ist (viel mehr als man denkt) – dann töte dieses Verlangen, indem du von Bars Abstand hältst. Verbringe keine Zeit mit Menschen, die trinken. Vermeide konsequent jede Gelegenheit und jeden Anlass zum Alkoholmissbrauch. Nimm dir im Herzen fest vor, dich davon fernzuhalten. Denke nicht, dass du einen Drink schon ab kannst.
Computerspiele üben eine große Anziehungskraft aus und sind enorme Zeitfresser, das habe ich selbst zuzeiten kennengelernt. Wann immer ich anfing, dem Sog nachzugeben, verlor ich das Interesse an geistlichen Dingen. Geht es dir auch so? Dann tu das, was ich getan habe: Bitte eine gottesfürchtige Freundin, dir zu helfen, deine Spielzeit im Blick zu haben. Vielleicht musst du die Spiele ganz aufgeben, damit deine Liebe, dein Hunger und dein Verlangen nach Gott neu entfacht werden.
Wenn du, wie viele, viele christliche Frauen über das Internet in eine unheilvolle Beziehung gelockt wurdest, dann nutze Einstellungen bei deinem Computer, die es dir erschweren, weiterhin zu sündigen. Nutze deinen PC im Wohnzimmer, wo man deinen Bildschirm sehen kann. Du sagst: „Nein! Dann kann ja jeder sehen, was ich mache!“ Das ist genau der Punkt! Lege Beschränkungen fest, damit du deinen PC nicht spät abends oder wenn du allein bist, benutzt.
Ich schaue nicht fern, wenn ich alleine bin, weil ich weiß, dass ich mein Fleisch in diesem Bereich töten muss. Wenn du diese Entscheidung in Bezug auf deinen PC treffen musst, dann mach das! Wenn nötig, schalte deine Internet-, Satelliten- oder Kabelverbindung ab. Mach das, was du tun musst, um die sündigen Lüste und Begierden deines Fleisches zu töten.
Wenn romantische Filme dich unzufrieden mit deinem Singledasein oder mit deinem Partner machen, oder wenn sie sexuelle Fantasien in deinen Gedanken wecken, dann schau dir diese Filme nicht an! Versuche nicht, irgendwie damit fertig zu werden. Wenn bestimmte Zeitschriften oder Bücher alles andere, nur nicht heilige Gedanken, Sehnsüchte und Bilder in dir wecken, kündige das Abo. Wirf die Bücher weg.
Wenn du versucht bist, mit der Person, mit der du ausgehst, körperlich intim zu werden, dann geh nicht allein aus. Wenn es sein muss, nimm deine Schwester oder deine Freundin oder Mutter mit. Wenn du bereits gegen biblische Wertmaßstäbe für diese Beziehung, für Reinheit, verstoßen hast, dann musst du die Beziehung wahrscheinlich ganz aufgeben.
Du sagst: „Das ist hart.“ Du hast recht. So ist es. Die Frage ist: Wie ernst ist es dir, rein zu sein? Wenn dir Heiligkeit wichtig ist, dann musst du bereit sein zu tun, was auch immer getan werden muss, um dein Herz zu bewahren und dich und andere vor Sünde zu schützen.
Wenn du dich emotional zu einem verheirateten Kollegen, einem Gemeindemitglied des anderen Geschlechts oder einem Seelsorger, den du aufsuchst, hingezogen fühlst – und ja, das kommt vor – verlass die Situation. Bitte um eine Versetzung. Kündige deinen Job. Wenn es sein muss, wechsle die Gemeinde. Sage deinen nächsten Termin bei deinem Seelsorger ab. Suche einen biblischen Seelsorger des gleichen Geschlechts auf oder ein verheiratetes Paar, das dich gemeinsam betreut.
„Pflege dein Fleisch nicht bis zur Erregung von Begierden!“ (vgl. Römer 13,14) Gib deinem Fleisch keine Gelegenheit. Eine Frau schrieb unserem Dienst und erzählte, dass sie wegen ihres Wunsches, heilig zu sein, den Kinderarzt wechseln musste, weil sie feststellte, dass sie sich zu dem Arzt ihrer Kinder hingezogen fühlte und sich auf die Termine freute, um mit ihm zusammen zu sein. Also tötete sie ihr Fleisch. Sie sagte: „Ich will meinem Fleisch keine Gelegenheit geben.“
Ich meine, dass wir zielgerichtet und ganz bewusst in diesem Kampf gegen Sünde vorgehen und uns von allem fernhalten sollen, was unseren Appetit auf Sünde vergrößern oder uns einen Anreiz, eine Gelegenheit oder einen Anlass zur Sünde bieten könnte. Ich spreche davon, alles wegzutun, was uns geistlich weniger empfindsam macht oder unsere Liebe zu Jesus und zur Heiligkeit mindert. Meine Lieben, ich meine das völlig ernst. Ist das bei euch auch so?
Als Jesus sagte: „Wenn deine rechte Hand für dich ein Anstoß [zur Sünde] wird, so haue sie ab und wirf sie von dir“, hat er damit nicht gemeint, dass man, wenn nötig, extreme Maßnahmen ergreifen sollte, um nicht zu sündigen?
Zunächst kann es sich so anhören, als sei dieser ganze Vorgang des Tötens nur schwierig und unangenehm. Manchmal genießen wir unsere Sünde sehr, so dass wir sie nicht loslassen wollen. Wir denken, dass wir unglücklich werden, wenn wir sie loslassen. Die Wahrheit ist, dass diese fleischlichen Begierden und Taten, an denen wir klammern, uns tatsächlich daran hindern, das Leben zu genießen, für das wir geschaffen wurden. Letztlich werden uns diese Dinge in Knechtschaft und Elend bringen.
Auf welche Art und Weise triffst du Vorsorge für dein Fleisch? Pflegst du irgendwelche unguten Gewohnheiten, die dein Verlangen nach Sünde steigern könnten? Gibt es eine Quelle der Versuchung, an der du festhältst? Bist du zurzeit in irgendeiner Situation, die deinen Widerstand gegen die Sünde mindern könnte? Gibt es irgendetwas, was dein geistliches Empfinden dämpft oder deine Liebe zu Gott und dein Verlangen nach Heiligkeit schwächt?
Ich spreche von Unterhaltungsangeboten, von Lesestoff, Hobbys, Orten, an denen du dich aufhältst, Freunden, mit denen du abhängst, Gegenständen in deinem Haus, Besitztümern, Beziehungen. Musst du eine Veränderung angehen, um deinem Fleisch keine Gelegenheit zur Sünde zu geben? Gibt es eine Beziehung, die du abbrechen musst? Etwas, das du wegwerfen oder abgeben musst? Ist es dran, eine schwierige Entscheidung zu treffen?
„Die aber Christus angehören“, sagt Galater 5, „die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten“ (Vers 24). Darum sagt Paulus in 2. Korinther 7,1: „Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes zur Vollendung der Heiligkeit in Gottesfurcht!“
Marie: Nancy wird gleich weiter sprechen. Diese Woche hab ich dir ja schon öfter das Buch „Heiligung - Gereinigt von Gott“, darauf hingewiesen.
Es ist so leicht, Podcasts zu hören und kurzzeitig darüber nachzudenken. Aber lass dich bitte ermutigen, dich intensiver mit Heiligung auseinanderzusetzten. Es ist so ein wichtiges Thema, mit so positiven Auswirkungen, und vor allen Dingen ist Heiligkeit Kernsubstanz unseres Gottes.
Nancy: Eine Familie, die ich kenne, war dabei, ihr Haus zu verkaufen und hatte es über ein Jahr lang auf dem Markt. Es handelte sich um eine Familie, die ein sehr geschäftiges, aktives Leben führt. Zu dieser Zeit lebten sechs Kinder jeden Alters zu Hause, und einige von ihnen gehörten zu Jugendgruppen und nahmen an allen möglichen Aktivitäten teil. Manchmal gab es wochenlang niemanden, der das Haus anschauen wollte. Aber dann rief der Makler aus heiterem Himmel an und fragte: „Können wir Ihr Haus in einer halben Stunde einem Interessenten zeigen?“
Du kannst dir vorstellen, was für ein wildes Durcheinander dann folgte, als die Mutter versuchte, das Haus vorzeigbar zu machen. In diesen hektischen, kritischen Momenten wurde sie sehr geschickt darin, ihr bewohntes Haus mit ganz normalem Kinderkram in Rekordzeit in ein Vorzeigehaus zu verwandeln. Sie lachte mich an, als sie mir erklärte, wie kreativ sie dabei wurde. Sie lernte, Wäsche, schmutziges Geschirr und andere unpassende Haushaltsgegenstände an Orten zu verstauen, an denen potenzielle Käufer bestimmt nicht nachschauen würden, wie z. B. im Wäschetrockner.
Sie sagte: „Sie werden weder dort noch auf dem Rücksitz des Familienautos in der Garage nachsehen!“ Sie ließ schmutziges Geschirr aus der Spüle in den Kofferraum des Wagens bringen. Als der Immobilienmakler mit den Interessenten eintraf, war die Familie nirgends zu sehen. Das Haus war in einem Tip-Top Zustand. Zumindest machte es den Eindruck. Aber man konnte nur hoffen, dass niemand genauer hinsah.
Wie würdest du dich fühlen, wenn es morgens früh um acht an deiner Tür klingelt und du zur Tür gehst und feststellst, dass da Überraschungsbesuch von entfernten Verwandten gekommen ist, die du seit 15 Jahren nicht mehr gesehen hast und die eine Woche lang bleiben und erst mal eine Besichtigungstour durchs Haus machen wollen? Müsstest du mal ganz schnell ein paar Sachen machen, damit es nicht peinlich wird? Ich kann dir sagen, wenn du heute in mein Haus kämst, hätte ich eine Menge zu tun.
Ich habe heute morgen mein Bett nicht gemacht. Bei mir liegen überall Bücher und Papiere herum, die mit dieser Podcastserie zu tun haben. Und ich glaube nicht, dass ich möchte, dass heute einfach so jemand bei mir vorbeikommt, ohne mir wenigstens kurz vorher Bescheid zu geben.
Gäbe es bei dir ein paar Schränke und Schubladen, die du nicht aufmachen möchtest, es sei denn, du hast gerade deinen alljährlichen Großputz hinter dir? Ich kann mir vorstellen, dass du hoffst, dass deine Gäste nicht so genau hinsehen und den Staub nicht bemerken, dort, wo du nicht so oft hinkommst, oder die streifigen Fenster, durch die gerade die Sonne scheint, oder die Spinnweben in den Ecken.
Ob du nun Wert darauf legst, dass dein Zuhause für Überraschungsgäste bereit ist, oder nicht, als Christen sind wir aufgerufen, jederzeit ein Leben zu führen, das von anderen inspiziert werden kann, ohne dass wir dabei in Verlegenheit geraten! Eine Verpflichtung zur Heiligung bedeutet, dass das Leben für Gäste bereit ist – dass man nichts gegen eine Besichtigung hat, dass das Leben einer Überprüfung standhält, nicht nur bei den naheliegenden Dingen, sondern auch dort, wo die meisten nicht mal dran denken würden nachzusehen.
Die meisten Christen haben gelernt, wie man schnell aufräumt, wenn andere Leute vorbeikommen und sich umschauen. Wir gehen in die Kirche. Wir wissen, wie unsere Familie und wir einfach prima aussehen, wenn wir in der Öffentlichkeit sind. Wir haben gelernt, wie wir nach außen hin ein gutes Bild abgeben. Wir wissen, wie wir einwandfrei aussehen und uns verhalten müssen, wenn wir einen guten Eindruck hinterlassen wollen.
Aber hier kommt der Echtheitstest. Was würden andere entdecken, wenn sie unser Leben mal genauer anschauen würden? Was würden sie finden, wenn sie anfangen würden, die Schränke und Schubladen unseres Lebens zu öffnen?
In Galater 5 finden wir eine von mehreren Sündenlisten im Neuen Testament – Sünden des Fleisches und Sünden des Geistes. Es ist interessant, dass in diesen Listen äußerliche Sünden zusammen mit Sünden des Herzens genannt werden – alle in derselben Liste.
Da heißt es zum Beispiel in Galater 5,20: „Was die menschliche Natur erzeugt, ist offensichtlich: sexuelle Unmoral, Unsittlichkeit und Ausschweifung, Götzendienst und Zauberei, [und dann in derselben Aufzählung] Feindseligkeit, Streit und Eifersucht, Zornausbrüche, Intrigen, Zwistigkeiten und Spaltungen, Neidereien, [und dann weiter] Sauforgien, Fressgelage und ähnliche Dinge“ (Verse 19-21a).
In dieser Liste macht Gott keinen Unterschied. Er sieht die Dinge als ein und dasselbe an. Einige dieser speziellen Sünden sind ganz offensichtlich. Wenn du zum Beispiel dauernd Wutausbrüche hast oder einen eindeutig unmoralischen oder ehebrecherischen Lebensstil, dann ist das sehr klar. Aber Gott sagt, dass in dieselbe Kategorie der Werke des Fleisches auch Zorn, Eifersucht, Neid und ein spaltender Geist fallen, Dinge, die mehr mit unseren Gedanken und Motiven zu tun haben. Gott stellt sie in dieselbe Kategorie wie die äußerlichen Sünden, bei denen wir uns alle einig wären, dass sie furchtbar sind.
Was ist also damit, wenn man nie körperlichen Ehebruch begangen hat, aber lustvolle Gedanken über den Partner einer anderen Person hegt oder sexuelle Fantasien hat? Ja, ich würde sagen, dass die Tat zu vollziehen in gewisser Weise schwerwiegendere Konsequenzen hat als nur den Gedanken zu haben. Aber wir können uns nicht rühmen, heilig zu sein, nur weil wir die Tat nicht begehen, wenn unser Herz die Tat doch begeht.
Was ist also, wenn du zwar keine physischen Gewalttaten begehst, aber Hass in deinem Herzen schwelt gegen die, die dich verletzt haben? Du bringst sie im Geiste um. Du trennst sie emotional von dir ab.
Und was ist, wenn du zwar nie in Erwägung ziehen würdest, dich zu betrinken, es nie getan hast und es auch nie tun würdest, aber dich nicht beherrschen kannst, wenn es ums Essen oder Einkaufen oder eine andere Sucht geht, die „bei Christen akzeptiert ist“?
Es geht um das Herz. Deine Kinder gehen in eine christliche Schule. Du lässt sie keinen Müll im Fernsehen sehen. Du verpasst kaum eine Gemeindeveranstaltung. Du tust die richtigen Dinge. Jeder denkt, du bist geistlich. Du bist eine christliche Leiterin. Du hast ein gutes Ansehen. Menschen respektieren dich. Sie schauen auf zu dir, aber dein Herz ist voller Stolz, Eifersucht und Zorn. Du bist selbstgerecht.
Kommst du mit jemandem in deiner Gemeinde nicht zurecht, weil es ein kleines Problem zwischen euch gab, das du nie gelöst hast? Ist das ein sündiger Vergleich? Siehst du, dass wir all diese scheinbar akzeptablen Sünden rechtfertigen? Es sind diese Dinge, die uns als Christen und Gemeinden beschäftigen. Oft denken wir nicht zweimal darüber nach; wir halten sie nicht wirklich für Sünden.
Aber Jesus sagt: „Es kommt doch darauf an. Es ist das Herz dahinter, das zählt.“ Denn wahre Heiligkeit geht über unser sichtbares Verhalten und die Bereiche unseres Lebens hinaus, die anderen bekannt sind. Sie schließt die tiefsten Stellen unseres Herzens ein, die nur Gott sehen kann.
Marie: Jeder von uns ist versucht, sein Äußeres besser aussehen zu lassen als sein Inneres. Wir alle müssen daran erinnert werden, dass Heiligung vor allen Dingen eine Sache des Herzens ist.
Die heutige Botschaft ist Teil unserer Reihe „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“, ein zwölfwöchiger Blick darauf, was es bedeutet, neu belebt zu werden: einen neuen Sinn für Heiligung und Gehorsam kultivieren, ein reines Gewissen und volle Vergebung. Möchtest du die Freude der persönlichen Erweckung entdecken?
Lasst uns beten:
Nancy: O Vater, ich bitte Dich, dass Du uns hilfst, dieses Thema der Heiligung, des Tötens, ernst zu nehmen. Wenn wir nach Heiligkeit streben, gib uns Weisheit und Unterscheidungsvermögen, dass wir erkennen, wo wir Vorkehrungen für unser Fleisch treffen.
Hilf uns, den Herrn Jesus Christus anzuziehen, mit ihm und seiner Gerechtigkeit bekleidet zu sein, und alles abzulegen, was unsere Liebe zu ihm trüben und unser Bewusstsein für die Sünde mindern könnte.
Und Herr, bitte hilf uns, Heiligkeit zu lieben, die Sünde zu hassen und eine innige Liebesbeziehung zu Dir zu pflegen. Wir wollen den Weg der Heiligkeit gehen. Ich bete in Jesu Namen, Amen.
Marie: Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
© 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.