Marie Falk: Wir versuchen, in allen möglichen Bereichen besser zu werden. Nancy DeMoss Wohlgemuth hebt nun einen Aspekt hervor, den wir dabei nicht vergessen sollten.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Welche Rolle spielt es für dich, heilig zu sein? Wieviel Aufmerksamkeit verwendest du darauf, heilig zu werden? Tust du bewusst alles aus deinem Leben weg, was Gott missfällt und lebst ein heiliges Leben?
Marie: Herzlich willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Ein Fitnessprogramm, ein Kurs an der Volkshochschule, ein Buch über Effektivität – all das kann hilfreich sein – aber hast du schon einmal daran gedacht, dich im Bereich Heiligkeit weiterzuentwickeln?
Heute wird Nancy beschreiben, wie Wachstum in Heiligung aussehen kann. Wir befinden uns in der aktuellen Serie „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“.
Nancy: Eine gute Freundin von mir ist eine Läuferin. Das ist etwas, was wir …
Marie Falk: Wir versuchen, in allen möglichen Bereichen besser zu werden. Nancy DeMoss Wohlgemuth hebt nun einen Aspekt hervor, den wir dabei nicht vergessen sollten.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Welche Rolle spielt es für dich, heilig zu sein? Wieviel Aufmerksamkeit verwendest du darauf, heilig zu werden? Tust du bewusst alles aus deinem Leben weg, was Gott missfällt und lebst ein heiliges Leben?
Marie: Herzlich willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Ein Fitnessprogramm, ein Kurs an der Volkshochschule, ein Buch über Effektivität – all das kann hilfreich sein – aber hast du schon einmal daran gedacht, dich im Bereich Heiligkeit weiterzuentwickeln?
Heute wird Nancy beschreiben, wie Wachstum in Heiligung aussehen kann. Wir befinden uns in der aktuellen Serie „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“.
Nancy: Eine gute Freundin von mir ist eine Läuferin. Das ist etwas, was wir nicht gemeinsam haben. Im vergangenen Jahr entschloss sie sich zum ersten Mal, einen Marathon zu laufen. Bis dahin war sie keine annähernd so weite Strecke gelaufen.
Meine Freundin ist zierliche, eher kleine Person. Bereits Monate vor dem Marathon hatte sie mit dem Training begonnen. Und ja, hier spricht jemand, der vom Laufen keine Ahnung hat. Was sie da alles hineinsteckte! Training, Vorbereitung, Fokus und Disziplin! Schon früh am Morgen lief sie los, bei Kälte, Regen, Schnee, Schneeregen – es spielte keine Rolle.
Sie war draußen, ob sie sich danach fühlte oder nicht. Sie war draußen, wenn niemand sonst unterwegs war, und ich bin sicher, zu Zeiten ist das ein ziemlich einsames Unterfangen, wenn man es für sich alleine macht. Sie lief, wenn andere, wie ich, manchmal dachten, sie sei ein bisschen verrückt. Und sie lief auch, wenn sie sich selbst dabei vielleicht ein bisschen verrückt vorkam.
Sie las alles, was sie zu diesem Thema finden konnte. Sie recherchierte im Internet und sprach mit Menschen, die bereits Marathons gelaufen waren, um von ihren Erfahrungen zu lernen. Sie folgte einem speziellen Ernährungsplan. Diese Diät und ihr Terminplan hatten zu jener Zeit für sie – gleich nach dem Herrn – ganz hohe Priorität.
Sie lief dann tatsächlich den Marathon. Sie beendete ihn, und was für ein Gefühl eines sportlichen Erfolges muss das gewesen sein! Aber in all diesen harten Monaten hatte sie ein Ziel vor Augen gehabt. Es war die Ziellinie.
Am Ende der Strecke ankommen! Laufe die 42 Kilometer! Erreiche die Ziellinie! Während ich beobachtete, wie meine Freundin für den Marathon trainierte, dachte ich manchmal an das ganze Thema Heiligkeit. Ich dachte darüber nach, was es bedeutet, nach Heiligkeit zu streben, und dass wir laut der Bibel diese Heiligung ernst nehmen sollen. Wir sollen ihr nachstreben. Wie beim Sport müssen wir für sie trainieren.
Das Leben eines Christen ist ein Lauf über eine größere Distanz, kein Sprint. Es ist ein Crosslauf. Es geht darum, nicht aufzugeben. Den ganzen Weg bis zur Ziellinie dabei zu bleiben, und manchmal ist das entsetzlich schwer.
Wenn man an so einem Lauf teilnehmen will, geht das nicht ohne Training. Das war auch bei meiner Freundin so. Es geht nicht ohne Disziplin. Die Bibel spricht davon, sich in der Ehrfurcht vor Gott zu üben (vgl. 1. Timotheus 4,8 NGÜ). Übung und Training sind gefragt, Entschlossenheit, Durchhaltevermögen, und das sind alles harte Brocken.
Wir mögen es lieber locker, einfach, und es soll Spaß machen; aber wenn wir davon sprechen, dass das christliche Leben ein Wettlauf ist, sind in der Tat Disziplin, Entschlossenheit und Ausdauer erforderlich. Es ist wichtig, dass wir das verstehen, denn ansonsten werden wir enttäuscht sein, wenn das christliche Leben schwer wird.
Ein Beispiel: Ich bekam einen Brief von einer Frau, die sehr entmutigt war. Sie schrieb:
„Ich bin schon 30 Jahre Christ, nehme aktiv am Gemeindeleben teil und belege Bibelkurse. Ich frage mich immer wieder, warum es mir so leicht fällt, meiner sündigen Natur nachzugeben. Sündige Gedanken: Sorgen, Ängste, Zweifel – scheinen meine Grundhaltung zu sein. Nur wenn ich mich anstrenge, kann ich meine Gedanken davon abbringen. Ist es wirklich normal, dass ich als neue Schöpfung in Christus ständig einen solchen inneren Kampf habe?“
Ich finde, der Brief der Frau beschreibt den Kampf, den jeder Christ von Zeit zu Zeit erlebt, und zwar zwischen den natürlichen, fleischlichen Begierden und dem Heiligen Geist, der in uns wohnt. Es gibt diesen inneren Konflikt, und unsere Standardreaktion scheint oft der natürliche, der einfache und fleischliche Weg zu sein.
Ich denke, viele von uns hoffen insgeheim genau wie diese Frau, dass es einen Weg zur Heiligung gibt, der weniger mühsam, schnell und mühelos ist. Nun ja, dann läufst du mal den Marathon. Wir möchten das christliche Leben ohne diesen harten Kampf bestehen, ohne dass es so anstrengend ist.
Aber es geht nicht, das christliche Leben so locker und leicht zu leben, und wenn wir glauben, dass es doch geht, werden wir bestimmt enttäuscht werden. Wir müssen den Weg zur Heiligkeit absichtlich verfolgen, er muss uns wichtig sein. Diesen Gedanken finden wir auch in Hebräer 12,14, wo es heißt: „Jagt nach (…) der Heiligung.“
Bietet alles auf, um heilig zu sein. Eine Übersetzung sagt: „Bemüht euch ernstlich (…) um ein geheiligtes Leben“ (NeÜ). Eine andere fordert: „Trachtet eifrig nach (…) der Heiligung (...)“ (Menge). Diese Übersetzungen zeigen alle dasselbe: Hier geht es um Einsatz, hier findet ein Kampf statt, hier wird Disziplin benötigt. Man muss entschlossen sein.
Man denkt immer darüber nach, man strebt danach, man arbeitet ständig daran. Das Verb in dem Vers steht im Imperativ. Es heißt in etwa: „Schnell laufen, um etwas zu ergreifen, auf das Ziel zujagen“.
Hinter diesem Verb, also der Heiligkeit nachjagen, sie suchen oder verfolgen, steckt ein griechisches Wort, das schnelles Laufen beschreibt, eine Person läuft in einem Wettlauf auf ein Ziel zu. Man merkt eine gewisse Dringlichkeit, eine Intensität.
Du fragst dich vielleicht: „Warum machst du so viel Aufhebens um dieses eine Wort – der Heiligkeit nachjagen, sie wirklich zu wollen?“ Weil ich denke, dieses Wort veranschaulicht etwas, was wir oft vergessen, und zwar, dass dieser Wettlauf heilig zu sein, eben das christliche Leben zu leben, ständige Mühe erfordert. Wir müssen es zu unserem ständigen, bewussten Ziel machen, heilig zu sein.
Wir müssen daran arbeiten, so wie ein Sportler vielleicht eine olympische Medaille anvisiert oder ein Bergsteiger sich das Ziel setzt, den Mount Everest zu besteigen oder ein Gitarrist Weltklasse-Niveau erreichen will. Dieser Sportler, dieser Musiker wird etwas aufopfern, um das gesteckte Ziel zu erreichen.
Er nimmt Schmerzen in Kauf. Er stellt andere Interessen zurück zugunsten von etwas, was ihm wirklich wichtig ist. Wenn wir also heilig sein wollen, müssen wir uns vornehmen, absichtlich und entschlossen Heiligkeit anzustreben. Deshalb frage ich dich: „Wie wichtig ist dir Heiligkeit?“
Welche Rolle spielt es für dich, heilig zu sein? Wieviel Aufmerksamkeit verwendest du darauf, heilig zu werden? Tust du bewusst alles aus deinem Leben weg, was Gott missfällt und lebst ein heiliges Leben? Hat das bei dir Priorität? Ist das deine Aufgabe?
Ich möchte noch eine andere Frage stellen: Diejenigen unter euch, die Mamas oder Omas sind: Wie wichtig ist euch Heiligkeit bei euren Kindern? Welche Rolle spielt es für euch, dass eure Kinder zu heiligen Männern und Frauen Gottes heranwachsen?
Wisst ihr, wenn ihr Eltern seid, müsst ihr euch darum kümmern, dass eure Kinder etwas anzuziehen oder zu essen haben oder dass sie etwas lernen. Jeden Tag musst du viele Dinge tun, um eine gute Mama zu sein. Aber wie leicht passiert es, dass ihr den Gedanken an Heiligkeit einfach außer Acht lasst. Was wünschst ihr euch für eure Kinder? Wofür erzieht ihr sie letztlich? Auf was bereitet ihr sie vor?
Wenn dein Kind sündigt, macht dich das traurig, weil es Gott betrübt, oder macht es dich nur traurig, weil du dann als Mutter oder Elternteil nicht so gut dastehst? Treibt dich das auf die Knie, und betest du für deine Kinder? „Herr, gib meinen Kindern einen Sinn für Heiligkeit! Hilf ihnen, Dich zu lieben! Hilf ihnen, zufrieden zu sein, wenn sie Dich haben! Hilf ihnen, Dir gefallen zu wollen.“ Erziehst du deine Kinder bewusst zur Gottesfurcht, nicht einfach dazu, schlau und tüchtig zu sein, sondern gottesfürchtig?
Und wie bedacht bist du auf Heiligkeit im Leib Christi? Welche Rolle spielt es für dich, dass die Gemeinde heilig ist? Macht es dich traurig, wenn du siehst, dass Christen lieblos und unversöhnlich sind oder tratschen? Wenn Christen beim Essen kein Maß kennen? Belastet es dich, wenn sie mehr Wert auf Besitz und Vergnügen legen als auf geistliche Reichtümer und darauf, Gott zu gefallen?
Macht es dich traurig, wenn du Christen siehst, die ihre Eltern nicht achten? Wenn du Christen siehst, die sich von ihrem Partner scheiden lassen? Belastet es dich, wenn sie mürrisch und streitsüchtig sind, wenn sie Schimpfwörter benutzen? Du fragst: „Christen?“ Absolut!
Belastet es dich, wenn Pornographie sie gefangen hält, wenn sie ihren eigenen Körper und den von anderen auf eine Art gebrauchen, die nicht heilig ist? Macht es dich traurig, wenn Menschen im Leib Christi leichtfertig sündigen können und dann darüber lachen, anstatt rot zu werden? Welche Rolle spielt Heiligkeit für dich?
Marie: Nancy DeMoss Wolgemuth hat uns schon gezeigt, wie wir in Heiligkeit wachsen können. Als Team von Belebe unsere Herzen wünschen wir dir, dass dir Heiligkeit neu groß wird, dass du dich auf die freudige und friedvolle Reise in ein Leben der Heiligung einlässt. Und womöglich kann dir Nancys Buch „Heiligung - Gereinigt von Gott“, eine Hilfe auf dem Weg sein.
Hören wir weiter, was Nancy uns noch zu sagen hat.
Nancy: Nun, wenn es um den Vorgang der Heiligung und unsere Verantwortung dabei geht, beschreibt die Bibel einen zweiteiligen Prozess, bei dem es darum geht, etwas abzulegen und etwas anderes anzuziehen. Als Kinder Gottes, die wir nach Heiligung streben, müssen wir aktiv einige Dinge ablegen und andere anziehen.
Was müssen wir ablegen? Die Schrift sagt, dass wir unseren alten, schlechten und sündigen Lebenswandel ablegen sollen – biblisch gesprochen „den alten Menschen oder das Fleisch“ – und auch alles, was sein Wachstum fördern könnte. Und dann müssen wir das heilige Leben, das uns in Christus gehört, anziehen und es bewusst nähren und pflegen.
Man kann diese zwei Seiten einer Münze bei manchen Bibelstellen direkt hintereinander sehen. Zum Beispiel in 2. Timotheus 2, 22, wo es heißt: „So fliehe nun die jugendlichen Lüste.“ Die müssen wir ablegen, und dann: „Jage aber der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe, dem Frieden nach (...).“
Das alles sollen wir anziehen. In Jakobus 1,21 lesen wir: „Darum legt ab allen Schmutz und allen Rest von Bosheit (…).“ Diese Dinge sollen wir ablegen. Und dann heißt es „Und nehmt mit Sanftmut das (euch) eingepflanzte Wort auf, das die Kraft hat, eure Seelen zu erretten!“ Da müssen wir wieder etwas anziehen, das Wort Gottes! Es bewirkt, dass das Leben Christi in uns wächst und gestärkt und gefördert wird.
Ich möchte heute etwas beim ersten Teil, dem Vorgang des Ablegens, stehen bleiben. Theologen benutzen ein Fachwort dafür, und zwar Mortifikation. Es kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „töten“ oder „in den Tod geben“.
Im geistlichen Sinne bezieht sich Töten darauf, wie wir mit Sünde, dem Fleisch, dieser verdorbenen Welt und den Angriffen des Teufels umgehen. Dieser Begriff weist auf ein Ringen hin. Es findet ein Kampf statt, wenn wir uns der Sünde entgegenstellen. Töten deutet darauf hin, dass wir entschlossen und entschieden handeln müssen, um die fleischlichen Begierden in den Tod zu geben, dass wir aktiv werden müssen.
Das Wort Töten beinhaltet, die Axt an die Wurzel unserer sündigen Neigungen und Wünsche zu legen. Es heißt nicht, mal eben die Blüten vom Löwenzahn abzurupfen, sondern unten an der Wurzel anzusetzen. Die Wurzeln der Sünde in unserem Leben abtöten. Töten besagt, dass wir nichts hinnehmen, was im Widerspruch zu Gottes Heiligkeit steht und uns daran hindert, mehr und mehr heilig zu werden – also: Töten.
Das ist ein wichtiger Teil im Prozess der Heiligung, über den man nicht so viel hört. Kürzlich las ich etwas in dem Buch Bis ins Innerste - Gedanken über das Wort Gottes von John Piper, das ich mit euch teilen möchte. Ich werde nur kurze Passagen herausgreifen, aber das Buch enthält einen fabelhaften Abschnitt zu diesem Thema. Ich könnte es selbst nicht so gut sagen. Es ist ein wirklich vortrefflicher Text über den Vorgang des Tötens.
Im Kontext spricht John Piper darüber, von sexueller Sünde gelockt zu werden, von sexueller Lust, aber wenn wir die Anwendung erweitern, gilt das auch für die Verlockung durch jegliche Art von Sünde. Bei uns Frauen könnte es vielleicht das übermäßige Verlangen nach Essen oder etwas anderem sein, das an und für sich gut ist, doch diese Begierden können uns kontrollieren, und wir stehen dann nicht mehr Gott zur Verfügung.
Es kann jegliche Sünde sein. Du kannst hier einsetzen, was du willst. Was ist deine Gewohnheitssünde? Welches ist dein Bereich wiederkehrender Versuchung? Was ist sozusagen deine Achillesferse? Dazu ein weiser Rat von John Piper, wie gesagt aus seinem Buch Bis ins Innerste - Gedanken über das Wort Gottes.
Also der erste von sechs Punkten: „Meide die Versuchung. Vermeide es, etwas anzusehen und in Situationen zu geraten, wo ungebührliche Lust in dir geweckt wird. Ich meine damit, lass den Abstand so groß wie möglich sein, denn manche Versuchungen lassen sich nicht vermeiden. Meide die Dinge, die deine Lust zu sündigen verstärken.“ Also: meiden.
Dann zweitens: „Sage ‚Nein‘. [Ich möchte bei diesem Punkt etwas länger stehen bleiben.] Sage zu jedem Gedanken, der Lust erregt ‚Nein‘, und das innerhalb von fünf Sekunden. Wenn du zum Beispiel auf sexuellem Gebiet verlockt wirst, kämpfst du dann in deinem Inneren darum, ‚Nein‘ zu diesem Bild zu sagen und ringst mit aller Kraft darum, deinen Sinn mit Gegenbildern zu füllen, die das verführerische Bild löschen?“
Piper schreibt: „Es gibt viel zu viele Leute, die meinen, sie haben schon gegen die Versuchung gekämpft, wenn sie um Befreiung gebetet und gehofft haben, das Verlangen würde weggehen. Diese Haltung ist zu passiv. Ja, Gott wirkt in uns Wollen und das Vollbringen, aber in dem Sinne, dass wir unsere Rettung mit Furcht und Zittern verwirklichen“ (vgl. Philipper 2,12-13).
„Das Ausreißen des Auges mag eine Metapher sein [Er bezieht sich auf die Bergpredigt von Jesus im Matthäusevangelium (vgl. Matthäus 5,29)], aber es bedeutet etwas sehr Heftiges.“ Das Gehirn ist ein Muskel, der zur Reinheit gebeugt werden muss. Und bei einem Christen ist er durch die Kraft des Heiligen Geistes angespannt. Das bedeutet, dass wir bei einem erregenden Bild oder Impuls oder einem anderen sündigen Bild oder lüsternen Impuls nicht mehr als fünf Sekunden zulassen, bis wir in unserem Geist einen heftigen Gegenangriff starten.
„Ich meine es so,“ schreibt Piper, „Fünf Sekunden. In den ersten zwei Sekunden schreien wir: ‚Nein! Verschwinde aus meinem Kopf!‘ In den nächsten zwei Sekunden rufen wir ‚O Gott, im Namen Jesu, hilf mir! Bitte rette mich jetzt! Ich gehöre Dir.‘
Das war ein guter Start, aber jetzt beginnt erst der richtige Kampf. Es ist ein Krieg der Gedanken. Er ist absolut nötig, um das Bild und den Impuls aus unserem Kopf herauszubekommen. Wie? Indem wir uns ein Christus verherrlichendes, die Seele fesselndes Gegenbild vor Augen stellen. Kämpfe! Stoße! Schlag zu! Lass nicht nach! Es muss ein Bild sein, das so viel Kraft hat, dass die anderen Bilder nicht überleben können.“
Er schreibt: „Ich frage dich: Kämpfst du, anstatt nur zu beten, abzuwarten und eine Vermeidungsstrategie zu fahren? Wir reden von einem skrupellosen, brutalen geistigen Krieg. Sag ‚Nein‘! Sag es innerhalb von fünf Sekunden! Wenn möglich, sag es laut. Sei hartnäckig und kämpferisch. So wie John Owen, einer der großen Schriftsteller der Puritaner, sinngemäß sagte: ‚Töte die Sünde, oder sie wird dich töten.‘“[mfn]Owen, John: Von der Abtötung der Sünde: eine puritanische Sichtweise, wie man mit der Sünde in seinem Leben umgehen lernt. Übersetzung: Brigitte Reisinger. Waldems: 3 L Verlag, 2017.[/mfn]
Das ist eine harte Rede. Er sagt, schlag schnell und hart zu. Sage innerhalb von fünf Sekunden „Nein“! Warte keine fünf Sekunden ab!
Und drittens: „Richte deinen Blick mit Macht auf Christus, in dem so viel tiefere Freude und Befriedigung ist. Die Sünde verspricht dir etwas, aber kontere diese Versprechungen mit all dem, was Christus dir verspricht!“
Dann viertens: „Halte die Zusagen und die Schätze, die du in Jesus hast, so lange innerlich fest, bis die anderen Bilder verschwinden.“
Piper schreibt: „An diesem Punkt versagen viele. Sie geben zu schnell auf. Sie sagen: ‚Ich habe versucht, dieses Fantasiebild wegzubekommen, doch es hat nicht geklappt.‘ Ich frage dann gerne [sagt John Piper]: ‚Wie lange hast du es versucht? Hast du dich innerlich wirklich angestrengt?‘ Sei knallhart! Halte dir die Zusagen von Jesus vor Augen. Verlass dich auf sie! Stütze dich auf sie! Klammere dich an sie! Lass sie nicht los! Wie lange? Solange wie nötig. Kämpfe! Um Jesu willen, kämpfe, bis du siegst!“
Wenn ein elektrisches Garagentor dein Kind zu zerdrücken drohte, würdest du dich nicht mit aller Macht dagegen stemmen und um Hilfe schreien und dich dagegen stemmen und stemmen und stemmen? So steht auch beim Kampf gegen die Sünde und die Lust viel auf dem Spiel. Deshalb halte die Zusagen und die Freude, die in Jesus sind, in deinem Geist fest, bis sie die anderen Bilder vertreiben.
Die Gefahr meiden, Nein sagen, den Blick auf Christus richten, die Zusagen und Freuden, die in Christus sind, festhalten… und nun, und ich zitiere immer noch John Piper:
„Punkt 5: Genieße eine höhere Zufriedenheit. Gewöhne dein Herz daran, in Jesus Christus echte Freude zu finden. Finde in ihm eine Freude, die jegliches Vergnügen, das du in dieser Welt finden kannst, übertrifft.
Gott hat uns dazu geschaffen, dass wir Jesus von ganzem Herzen wertschätzen, mehr als Sex oder Schokolade oder Zucker. Wenn du an Jesus wenig Geschmack findest, siegen die Freuden, die mit ihm im Wettstreit stehen. Bitte Gott innig um diese Zufriedenheit, wenn du sie nicht hast. Und dann schaue, schaue, schaue auf die herrlichste Person im Universum, bis du ihn, Jesus, so siehst, wie er ist.“
Und dann schließlich der sechste und letzte Punkt:
„Setze dich in Bewegung! Mache etwas Nützliches, denn Müßiggang ist aller Laster Anfang. Im Garten der Untätigkeit wächst schnell die Pflanze der Lust. Suche dir eine gute Arbeit und tue sie mit all deiner Kraft.
‚Seid überreich zu jedem guten Werk‘ (vgl. 2. Kor. 9,8). Mache dich an die Arbeit. Fege die Garage, hänge das neue Bild auf, schreibe einen Brief, repariere den tropfenden Wasserhahn. Und tue es für Jesus. Er hat uns dazu erschaffen, tätig und kreativ zu sein. Christus starb an unserer Stelle, um uns ‚eifrig zu guten Werken‘ zu machen (Titus 2,14). Vertreibe die trügerischen Lüste durch eine Leidenschaft für gute Taten.“
Wir sind nun am Ende der sechs Punkte von John Piper angekommen.
Wir müssen verstehen, wie entscheidend es ist, bewusst zu den Handlungen, Begierden und Impulsen des Fleisches „Nein“ zu sagen. Wenn du in Situationen bist, die dich herausfordern, deinem Fleisch nachzugeben, stehe nicht lange herum und denke darüber nach. Betrüg dich nicht selbst, indem du denkst, du könntest damit umgehen.
Mach stattdessen das, was Josef tat, als Potiphars Frau versuchte, ihn zu verführen. Die Bibel sagt einfach, dass er nicht auf sie hörte. Und dann, als sie ihn eines Tages bei seinem Gewand ergriff, blieb er nicht lange dort, um die Situation mit ihr zu diskutieren. Er handelte sofort und entschlossen. In 1. Mose 39 heißt es, dass er floh und aus dem Haus lief.
Raus! „So fliehe die jugendlichen Lüste“ heißt es in 2.Timotheus 2,22. Tu, was du tun musst, um die Werke des Fleisches zu töten, um sie in den Tod zu geben. Wir lesen heute die Geschichte von Josef, weil er in dem Moment der Versuchung – und denke nicht, er sei nicht versucht gewesen! Du kommst niemals an einen Punkt, wo du so geistlich bist, dass du nicht mehr versucht wirst. Ich bin sicher, Josef war versucht. Jesus wurde versucht. Wir wissen das – aber wir lesen ihre Geschichten heute, und wir sind dadurch in unserem Glauben ermutigt und gestärkt.
Warum? Weil sie widerstanden. Jesus widerstand. Joseph widerstand. Andere Männer und Frauen Gottes lehnten es ab, sich auch nur einen Moment den vermeintlichen Freuden einer unerlaubten Beziehung oder einer anderen Sünde hinzugeben. „Töte die Sünde,“ sagt John Owen, „oder sie wird dich töten.“
Marie: Das war Nancy DeMoss Wolgemuth mit einer ernüchternden und zugleich lebensspendenden Botschaft. Lässt du die Sünde los, oder hat die Sünde dich im Griff?
Womöglich gehörst du zu den Menschen, die Höhenangst haben oder in beengten Räumen nervös werden. Vielleicht machen dich aber auch ganz andere Dinge nervös. Was es auch immer sein mag, das dich beunruhigt, diese Unruhe sollte dich überkommen, wenn es um Sünde geht. Nancy wird uns das morgen noch etwas genauer erläutern, also sei dabei! Jetzt wollen wir zum Abschluss noch beten.
Nancy: Vater, lehre uns, unser Fleisch zu töten, es in den Tod zu geben. Ich weiß, das hört sich nach derber Sprache an, aber wir haben es nicht mehr vor Augen, dass wir uns in einem Kampf befinden. Es ist ein Kampf um die Heiligkeit unserer Seelen, und in diesem Kampf bedrängt und attackiert uns Satan die ganze Zeit.
Die Welt lässt uns nicht in Ruhe. Unser Fleisch schreit nach Befriedigung. Hilf uns bitte, Herr, in der Kraft Deines Heiligen Geistes, heute „Nein“ zur Sünde zu sagen und „Nein“ zu allem, was uns bestärkt zu sündigen, was in unseren Herzen unheilige Leidenschaften und Lüste weckt. Und dann Herr, wenn wir „Nein“ zur Sünde und „Ja“ zu Jesus gesagt haben, werden wir Lob- und Anbetungslieder singen, wir werden voll Freude und Bewunderung sein, weil Du uns frei gemacht hast von allem, was uns umstrickt und umgarnt hat. Ich danke Dir so sehr, in Jesu Namen, Amen.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
© 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.