Marie Falk: Nancy DeMoss Wolgemuth sagt: „Wenn Relevanz in dieser Welt für uns als Gemeinden mehr zählt als Heiligkeit…“
Nancy DeMoss Wolgemuth: …dann glaube ich, werden wir letztendlich Dinge tun, durch die wir die Gegenwart Gottes einbüßen. Sünder sollten sich in der Gegenwart eines heiligen Gottes unwohl fühlen. Ich glaube, dass Sünder erst dann wirklich bekehrt sind, wenn sie die Überführung des Heiligen Geistes von ihrer Sünde erlebt haben. Und das ist nicht angenehm.
Marie: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Jeder sucht Anerkennung, aber wie steht es eigentlich um den Wunsch heilig zu sein? Heiligkeit ist unser Thema diese Woche. Wir sind in Woche 6 unserer aktuellen Podcast-Reihe „Seeking Him - Neu belebt von ihm“. Hier ist Nancy.
Nancy: Wir haben darüber gesprochen, dass in unserer Generation die Tendenz besteht, dass die Welt in die Gemeinde eindringt …
Marie Falk: Nancy DeMoss Wolgemuth sagt: „Wenn Relevanz in dieser Welt für uns als Gemeinden mehr zählt als Heiligkeit…“
Nancy DeMoss Wolgemuth: …dann glaube ich, werden wir letztendlich Dinge tun, durch die wir die Gegenwart Gottes einbüßen. Sünder sollten sich in der Gegenwart eines heiligen Gottes unwohl fühlen. Ich glaube, dass Sünder erst dann wirklich bekehrt sind, wenn sie die Überführung des Heiligen Geistes von ihrer Sünde erlebt haben. Und das ist nicht angenehm.
Marie: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Jeder sucht Anerkennung, aber wie steht es eigentlich um den Wunsch heilig zu sein? Heiligkeit ist unser Thema diese Woche. Wir sind in Woche 6 unserer aktuellen Podcast-Reihe „Seeking Him - Neu belebt von ihm“. Hier ist Nancy.
Nancy: Wir haben darüber gesprochen, dass in unserer Generation die Tendenz besteht, dass die Welt in die Gemeinde eindringt und die Gemeinde immer mehr wie die verlorene Welt wird. Eigentlich sollten wir die Welt beeinflussen, aber oft ist es umgekehrt, so dass die Welt, also die säkulare Welt, die Welt, die Gott nicht kennt, uns mit ihren Werten, ihrer Denkweise und ihren Normen beeinflusst.
Zu alttestamentlicher Zeit gab es einen Mann, den ich sehr bewundere. Und zwar deshalb, weil er sich weigerte, in den Sog der Verlockungen der Welt zu geraten. Sein Name war Nehemia. Nehemia gewöhnte sich nie an die Sünde.
Du kennst sicher die Geschichte vom Frosch und dem Teekessel. Wenn man den Frosch in einen Topf mit kochendem Wasser wirft, springt er sofort wieder heraus. Wenn man ihn aber in einen Kessel mit zimmerwarmem Wasser setzt und dann langsam die Temperatur erhöht, kann man ihn zu Tode kochen, weil er sich an die Hitze gewöhnt. Er stellt sich darauf ein, und er merkt nicht, dass er zu Tode gekocht wird.
Ich glaube, der Frosch im Wasser, das langsam erhitzt wird, ist ein Bild dafür, wie so viele von uns heute funktionieren. Unsere Augen haben sich einfach allmählich an die Dunkelheit um uns herum gewöhnt. Deshalb neigen wir dazu, sie als normal anzusehen und uns auf sie einzustellen.
Nehemia passte sich nie der Dunkelheit an. Er gewöhnte sich nie an die Sünde, auch wenn alle anderen um ihn herum abgestumpft waren. Sie nahmen die Dinge einfach hin und passten sich der Zeit an. Nicht so Nehemia. Er war ein Mann, dem das Gesetz Gottes ins Herz geschrieben war.
Er hatte eine solche Liebe und Leidenschaft für Gott und einen derartigen Eifer für Heiligkeit, dass es ihn nicht gleichgültig ließ, als das Gesetz Gottes missachtet wurde. Das schmerzte ihn zutiefst.
Ich möchte zunächst kurz auf den geschichtlichen Hintergrund eingehen und dann etwas zum Leben von Nehemia sagen. Nehemia gehörte zu den im Exil lebenden Juden, die sich um 400 v. Chr. in Persien aufhielten. Eines Tages führte Esra, ein Zeitgenosse Nehemias, eine Gruppe dieser Exilanten in ihre Heimat Jerusalem zurück, um den zerstörten Tempel wieder aufzubauen.
Vierzehn Jahre später, als die Juden aus dem Exil zurückgekehrt waren, um den Tempel wieder aufzubauen, erhielt Nehemia, der sich noch in Persien aufhielt, die Nachricht, dass die Stadtmauern noch immer in Trümmern lagen und in seiner Heimat Jerusalem noch viel zu tun war.
Kurz gesagt: Nehemia verließ seinen angenehmen Job – er hatte damals eine „Spitzenposition“ im Dienst des Königs – und machte sich auf den 1.500 km langen Weg nach Jerusalem, um seinen Landsleuten bei der Restaurierung der Stadt und dem Wiederaufbau der Mauern zu helfen. Als Nehemia in Jerusalem ankam, stieß er auf erbitterten Widerstand aus verschiedenen Richtungen.
Drei Personen werden genannt, die die Spitze des Widerstandes bildeten. Erinnerst du dich an Sanballat, Tobija und Geschem? Es waren drei Ausländer, die nicht zulassen wollten, dass die Juden Jerusalem wieder aufbauen würden. Aber trotz des Widerstandes wurden die Mauern schließlich fertiggestellt.
Nehemia wurde Statthalter von Juda und widmete sich zusammen mit seinem Freund Esra, dem Priester, der Wiederherstellung der ausgehöhlten geistlichen und moralischen Grundlagen. Sie hatten die physischen Mauern wieder aufgebaut, nun mussten sie auch die geistlichen und moralischen Grundlagen wiederherstellen.
In den Kapiteln 8-10 lesen wir die Geschichte der großen Erweckung, die stattfand, als das Volk aufgerufen wurde, Buße zu tun und sich dem Wort Gottes, das sie so lange vernachlässigt hatten, zuzuwenden. Als Teil dieser Erweckung (um den Zusammenhang zu verstehen), schloss das Volk einen Bund mit Gott. In diesem Bund verpflichtete es sich zu drei Dingen.
Die drei Teile dieses Bundes kann man in Nehemia 10 nachlesen. Der erste Teil: Sie willigten ein, keine Frauen aus den ungläubigen Völkern um sie herum zu nehmen. Gott wollte, dass sein Volk ein heiliger Same, ein heiliges Geschlecht sein sollte, aus dem Christus, der Messias, der Retter der Welt, hervorgehen würde. Haltet diese Linie rein. Seid nicht im ungleichen Joch mit den Ungläubigen. Haltet die Linie rein. Und das Volk sprach: „Wir wollen Gott in dieser Sache gehorchen.“
Dann, in Kapitel 10, Vers 32 stimmten sie einer zweiten Sache zu. Sie sagten: „Wir wollen am Sabbat weder kaufen noch verkaufen noch Handel treiben. Wir wollen den Tag des Herrn ehren“ (sinngemäß). Sie bezogen sich damit auf ein Gesetz, das ihnen viele Jahre zuvor gegeben worden war und sie hatten das Wort Gottes vernachlässigt. In der Zeit der Erweckung besannen sie sich nun darauf. Sie schlossen einen Bund. Sie sagten: „Wir wollen wieder anfangen, den Sabbat zu halten“.
Drittens sagten sie sinngemäß in Vers 33 und den folgenden Versen von Kapitel 10: „Wir wollen für die Bedürfnisse des Tempels und der Leviten aufkommen“. Und auch das war etwas, was sie eigentlich schon längst hätten tun sollen.
Sie schlossen also diesen Bund; sie unterzeichneten diesen Bund. Sie stimmten ihm zu. Ich denke, dass sie damals wahrscheinlich die Absicht hatten, ihn zu halten. Und sie hielten ihn auch eine Weile.
Nachdem Nehemia zwölf Jahre lang in Jerusalem gedient hatte, ging er aus einem unbekannten Grund wieder nach Persien zurück. Es wird nicht gesagt, warum er zurückkehrte. Wir wissen auch nicht, für wie lange. Vermutlich waren es mehrere Jahre.
Dann kehrte er nach Juda zurück, er kam wieder nach Jerusalem. Und als er das tat, musste er mit Entsetzen feststellen, dass das Volk versagt und den Bund nicht gehalten hatte. Sie missachteten das Wort Gottes auf schändliche Weise.
Man kann diese Geschichte in Nehemia 13 nachlesen. Ich werde jetzt nicht den ganzen Text lesen, sondern nur Ausschnitte. Aber ich möchte dich ermutigen, das ganze Kapitel zu lesen, weil du dann eine Vorstellung davon bekommst, was Nehemia erlebte, was ihm begegnete, als er nach Jerusalem zurückkehrte, und – was ich dir wirklich zeigen möchte – wie er mit dem umging, was er sah.
In Vers 10 zum Beispiel sagt er: „Ich erfuhr auch, dass man den Leviten ihre Anteile nicht gegeben hatte, so dass die Leviten und Sänger, die sonst den Dienst verrichteten, geflohen waren, ein jeder zu seinem Acker.“
Sie hatten versprochen, für die Leviten und den Tempel zu sorgen, ihren Zehnten und ihre Opfergaben zu geben. Aber sie hatten aufgehört zu geben, und so mussten die Leviten zurück auf ihre Felder gehen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, weil ihr Bedarf nicht gedeckt war.
In Vers 15 lesen wir dann, dass sie aufgehört hatten, den Sabbat zu halten. Er schreibt: „Zu jener Zeit sah ich, daß etliche in Juda am Sabbat die Kelter traten und Garben einbrachten und Esel beluden, auch Wein, Trauben, Feigen und allerlei Lasten aufluden und dies am Sabbat nach Jerusalem brachten.“
Sie hatten gesagt: „Wir werden das nicht tun.“ Aber als Nehemia zurückkam, taten sie eben doch genau das, was sie versprochen hatten, nicht zu tun.
Dann lasst uns zu Nehemia 13, 23 und 24 gehen. Dort heißt es: „Auch sah ich zu jener Zeit Juden, die Frauen von Asdod, Ammon und Moab heimgeführt hatten. Darum redeten auch ihre Kinder halb asdoditisch und konnten nicht jüdisch reden, sondern die Sprache dieses oder jenes Volkes.“
Die Juden hatten sich nun also in die heidnischen, gottlosen und ungläubigen Kulturen um sie herum integriert. Und es hatte mit Verabredungen, Verlobungen und Hochzeiten angefangen, was Gott verboten hatte und wozu sie gesagt hatten: „Das wollen wir nicht tun.“
Als Nehemia diese Verstöße gegen Gottes Gesetz sah, als er sah, dass sie diesen Bund gebrochen hatten, war er beschämt. Mutig konfrontierte er das Volk mit seiner Abtrünnigkeit.
In Vers 11 heißt es zum Beispiel: „Da stritt ich mit den Vorstehern und sprach: Warum ist das Haus Gottes im Stich gelassen worden?“
Vers 17: „Da stritt ich mit den Vornehmsten von Juda und sprach zu ihnen: Was ist das für eine schlimme Sache, die ihr tut, dass ihr den Sabbat entheiligt?“
Er stellte sie zur Rede. Er sagte: „Das ist nicht recht.“ Und als er dann die Mischehen sah, war seine Reaktion ziemlich extrem. Ich lese ab Vers 25.
Dort heißt es: „Und ich stritt mit ihnen und fluchte ihnen und schlug etliche Männer von ihnen und raufte ihnen das Haar und beschwor sie bei Gott und sprach: Ihr sollt eure Töchter nicht ihren Söhnen zur Frau geben, noch welche von ihren Töchtern für eure Söhne oder für euch selbst zur Frau nehmen! Hat sich nicht Salomo, der König von Israel, damit versündigt?“
Und weiter: „Was ist das für ein ‚ganz großes Unrecht‘, das ihr da tut?“ (vgl. Vers 27).
Ich möchte darauf hinweisen, dass das Neue Testament uns als Gemeinde konkrete Anweisungen gibt, wie wir mit solchen Situationen umzugehen haben. Es sagt nichts darüber, dass man Menschen Haare ausreißen oder sie verfluchen soll. Aber ich möchte, dass ihr seht, dass Nehemia Sünde ernst nahm, dass er leidenschaftlich war, wenn es um Heiligkeit ging, dass er sagte: „Ich kann nicht tatenlos zusehen. Die Sünde kann nicht unter den Teppich gekehrt werden.“
Einer der schwersten Verstöße, mit denen Nehemia nach seiner Rückkehr nach Jerusalem konfrontiert war, hatte mit Tobija, dem Ammoniter, zu tun. Wir lesen darüber in Kapitel 13, Verse 4-9.
Tobija war der Mann, der Jahre zuvor alles in seiner Macht Stehende getan hatte, um dem Werk Gottes zu widerstehen, als die Rückkehrer versuchten, die Stadtmauern wieder aufzubauen. Aber im Laufe der Jahre hatten die Israeliten den Mann näher kennengelernt.
Anfangs war er ihr Feind, ihr Gegner, aber dann lernten sie sich kennen. Die Israeliten begannen, sich mit Tobija anzufreunden. Allmählich wurden sie unvorsichtiger. Und aus gelegentlichen Kontakten wurde mit der Zeit eine engere Beziehung.
Zu dieser vertrauten Beziehung gehörten auch Heiratsverbindungen zwischen der Familie von Tobija und der Familie des Priesters Eljaschib. Ihre Söhne und Töchter heirateten. Mit der Zeit verschwanden die Unterschiede fast völlig zwischen dem Volk Gottes, das für Gott ausgesondert war, und Tobija und den Ammonitern.
Es ist unglaublich, aber als Nehemia zurückkehrte, lebte Tobija, dieser erklärte Feind Gottes, tatsächlich im Tempel. Das war ein direkter Verstoß gegen Gottes Gebot, das er Jahre zuvor gegeben hatte, dass kein Ammoniter jemals einen Fuß in seinen Tempel setzen dürfte. Und Gott hatte Gründe dafür genannt. Und doch wohnte Tobija in einem Raum, der ihm von dem Priester gegeben worden war.
Zweifellos geschah diese Veränderung der Verhältnisse nicht über Nacht. Sünde kommt normalerweise nicht über Nacht in unser Leben, in unsere Familien oder in unsere Gemeinden. Menschen sind nicht heute glücklich verheiratet und einander treu ergeben und springen morgen mit dem Ehepartner eines anderen ins Bett. Das geschieht normalerweise nicht einfach so über Nacht. Es ist ein Prozess, bei dem sich die Sünde in unser Leben und in die Gemeinde einschleicht.
Ich denke, in dieser Situation war es wahrscheinlich so, wie es auch in unserem Leben oft der Fall ist. Ein Kompromiss führte zum nächsten und dann zum nächsten. Bald fanden die Priester und das Volk Wege, Dinge zu rechtfertigen, die sie Jahre zuvor nicht einmal in Betracht gezogen hätten.
Ein Geist der Toleranz wurde über den Geist der Wahrheit erhoben. Ich kann mir vorstellen, dass sie einfach dachten und sagten: „Weißt du, Tobija ist eigentlich gar nicht so ein schlechter Kerl. Und seine Familie, seine Frau ist irgendwie nett und er hat nette Kinder, und sie passen so gut hierher. Es ist nicht richtig, ihm zu sagen, dass er nicht bleiben darf, nur weil er kein Jude ist. Wir wollen da nicht so gesetzlich sein.“
Wir können uns vorstellen, wie die Überlegungen weitergingen und sich weiter entwickelten. Der gottlose Ammoniter Tobija zog also in den Tempel ein, während das Volk weiterhin in die Kirche ging, seine religiösen Pflichten erfüllte und alles wie gewohnt tat. Als Nehemia wieder in Jerusalem ankam, waren sie über den Zustand der Dinge nicht im Geringsten beunruhigt.
Aber für Nehemia, dem Gott und Heiligkeit über alles ging, war diese Situation undenkbar. Für ihn war es wie mit dem Frosch, der in den Topf mit kochendem Wasser geworfen wird. Unmöglich! Nehemia hatte sich nicht langsam auf diese Umstände eingestellt. Er war zornig und handelte entschlossen.
Nachzulesen ist dies in Kapitel 13, Verse 4-9. Nehemia warf Tobija und all seine Habe aus dem Tempel. Dann gab er den Befehl, die entweihten Räume zu reinigen. Er verurteilte die schlimmen Zustände und rief die Priester und das Volk zur Umkehr auf.
Warum waren diese Vergehen für Nehemia eine so große Sache? Und warum fand er es notwendig, sich in das Leben anderer Menschen einzumischen? Wenn du heute zu deiner Schwester oder deinem Bruder oder jemandem in deiner Gemeinde oder deinem Sohn oder deiner Tochter oder einem Freund gehst und mit ihnen redest, wenn du sie mit etwas konfrontierst, das dem Herrn missfällt, wirst du wahrscheinlich zu hören bekommen: „Das geht dich überhaupt nichts an.“
Warum spürte Nehemia, dass ihn das anging und dass er dies zu seiner Aufgabe machen musste? Warum begnügte er sich nicht damit, selbst Gott zu gehorchen und andere in Ruhe zu lassen?
Er war von der Leidenschaft angetrieben, dass die Herrlichkeit Gottes in seinem Volk sichtbar sein sollte. Mit seinem Eifer für Heiligkeit gehörte er selbst unter Gottes Volk zu einer winzigen Minderheit. Wenn dir heute Heiligkeit ein Herzensanliegen ist, gehörst du selbst unter Gottes Volk zu einer verschwindend geringen Minderheit.
Aber Nehemia schien das nicht zu bemerken oder zu kümmern. Es ging ihm nicht darum, einen Beliebtheitswettbewerb zu gewinnen. Alles, was für ihn zählte, war, dass der heilige Name Gottes in den Schmutz gezogen worden war. Er sehnte sich danach, dass der Name Gottes wieder geheiligt würde.
Die Parallelen zwischen der Geschichte von Nehemia und der Gemeinde in unserer Zeit sind, denke ich, offensichtlich. Es gibt heute viele Menschen, die sich selbst als gläubig bezeichnen, die aktive Mitglieder ihrer Gemeinde sind und viele religiöse Aktivitäten entfalten.
Aber wir haben in unseren heutigen Gemeinden das Gesetz Gottes weitgehend verworfen oder umgeschrieben. Wir haben die Gnade Gottes billig gemacht. Wir haben gesagt: „Wir stehen nicht unter dem Gesetz. Wir stehen unter der Gnade! Also sind wir frei!“ Und was wir damit meinen, ist: „Wir haben die Freiheit zu sündigen.“
Aber die Gnade Gottes, wie sie in Titus 2 und in der ganzen Heiligen Schrift beschrieben wird, gibt uns nicht die Freiheit oder den Freibrief zum Sündigen. Die Gnade Gottes lehrt uns, die Gottlosigkeit zu verleugnen. Sie hilft uns, ein Leben zu führen, das frei von Sünde ist.
Aber wie oft sehen wir uns heute in unseren Gemeinden um und stellen fest, dass der Geist der Toleranz über den Geist der Wahrheit gesiegt hat? Und nun wohnt, bildlich gesprochen, Tobija, der Feind Gottes, im Tempel.
Du fragst dich jetzt sicher, was ich damit meine. Wer ist Tobija und warum lebt er in unserem Tempel?
Denke an die Feinde Gottes, denen wir erlaubt haben, in der heutigen Gemeinde Einzug zu halten. Lust. Begierde. Materialismus. Zorn. Egoismus. Stolz. Bitterkeit. Oh wie sehr durchdringt und unterwandert die Bitterkeit heute unsere Gemeinden. Sie ist ein Feind Gottes. Sinnlichkeit. Scheidung. Betrug. Gottlose Unterhaltung. Weltliche Philosophien.
Schritt für Schritt sind wir unvorsichtig geworden. Wir haben eine Beziehung zu diesen eingeschworenen Feinden Gottes gepflegt. Wir haben sie in unseren Gemeinden willkommen geheißen. Oder wir haben einfach nicht gemerkt, als sie hereinkamen. Wir haben dazu beigetragen, dass sie sich zuhause fühlen.
Und außerdem haben wir sehr hart daran gearbeitet, dass sich verlorene und abtrünnige Menschen in unseren Gemeinden wohlfühlen, so dass es kaum Überführung von Sünde gibt, selten ein Bewusstsein von Gottes Heiligkeit, wenig Lebensveränderung, selten Buße, kaum ein spürbarer Hinweis auf Gottes Gegenwart.
Und weißt du warum? Weil Gott ein heiliger Gott ist und sich nicht an einem unheiligen Ort heimisch fühlen kann.
Ich sage nicht, dass wir versuchen sollten, Nichtgläubige unseren Gemeinden zu entfremden. Ich sage nicht, dass fehlende Relevanz eine Tugend ist oder dass sich Leute in unseren Gemeinden möglichst unwohl fühlen sollten.
Ich denke manchmal, dass einige Dinge, die wir in den Gemeinden tun, einfach unsere Traditionen und Gewohnheiten sind, die nichts mit der Bibel oder Gottes Führung in dieser Sache zu tun haben; wir fühlen uns einfach wohl damit. Ich stelle mir manchmal vor, dass Verlorene in die Gemeinde kommen und sich fragen, „Was um alles in der Welt tun die da?“
Ich sage also nicht, dass das Alte besser und das Neue schlecht ist. Aber was ich sagen will, ist, wenn wir als Gemeinden in einer ungläubigen Welt etwas gelten wollen, und das mehr für uns zählt als Heiligkeit, werden wir letztlich Dinge tun, durch die wir die Gegenwart Gottes einbüßen.
Sünder sollten sich in der Gegenwart eines heiligen Gottes unwohl fühlen. Ich meine, dass Sünder erst dann wirklich bekehrt sind, wenn sie die Überführung des Heiligen Geistes von ihrer Sünde erlebt haben. Und das ist nicht angenehm.
Wenn das Feuer und die Gegenwart Gottes in unserem Leben und in unseren Gemeinden offensichtlich, wenn sie nicht zu übersehen sind, dann werden Menschen zu unseren Gemeinden gezogen werden, nicht wegen der Programme, sondern weil Gott da ist und sie die Realität eines heiligen Gottes spüren.
Ich erinnere mich an eine Freundin, die mir einmal sagte: „Wenn ein Ungläubiger in meine Gemeinde käme, würde er vielleicht denken, er sei in einen schlechten Nachtclub geraten.“
Wann werden wir erkennen, dass die Welt nicht beeindruckt ist, wenn die Gemeinde eine religiöse Kopie ihrer selbst ist? Unsere größte Wirksamkeit und Waffe liegt nicht darin, wie die Welt, sondern anders als die Welt zu sein, wie Jesus zu sein.
Vor diesem Hintergrund also ist meine Frage: Wo sind die Nehemias unserer Zeit, die Männer und Frauen, die Gott lieben, die Heiligkeit lieben, die Männer und Frauen, die Gott fürchten und sonst nichts? Wo sind die Heiligen? (…) Wo sind die Heiligen, die wie Heilige handeln?
Wo sind die, deren Leben in jeder Hinsicht untadelig ist, unangreifbar? In ihrem Zuhause, auf ihrer Arbeit, wie sie reden, in ihren Gewohnheiten und Einstellungen, in ihren Finanzen und Beziehungen?
Wo sind die Gläubigen, die weinen und Schmerz empfinden, wenn sie eine unheilige Gemeinde sehen, die sich zu Tode amüsiert und mit der Welt feiert?
Wo sind die Gläubigen, die auf ihren Knien vor Gott darum ringen, dass er in unserer Zeit Buße und eine Erweckung der Heiligkeit schenkt? Und wo sind die christlichen Leiter, die voller Mitgefühl und Mut die Gemeinde zu einem reinen Leben vor Gott aufrufen?
Nun, ihr Frauen, es wäre falsch, christliche Leiter zu kritisieren, die vielleicht nicht so kühn und mutig sind, wie sie es sein sollten. Ich empfehle auch nicht, dass wir einen kritischen Geist entwickeln, aber ich denke, wir müssen unsere Herzen und unsere Hände zum Herrn erheben und sagen: „Herr, bitte mach diese Männer mutig. Mache sie zu Männern, die für ihre Überzeugungen einstehen.“ Wir müssen für sie beten.
Und wir müssen in den Bereichen Verantwortung übernehmen, für die wir verantwortlich sind. Wo sind die Mütter und Väter, die jungen Menschen, die gewillt sind, sich sorgfältig und entschieden mit jeder unheiligen Sache in ihrem Leben und ihren Familien auseinanderzusetzen?
Die Gemeinde wartet darauf, dass die Welt mit Gott ins Reine kommt. Ich glaube, wir müssen erkennen, dass die Welt darauf wartet, dass die Gemeinde mit Gott ins Reine kommt. Und wenn wir eine Leidenschaft für Heiligkeit haben – und ich spreche nicht von der Art von Heiligkeit, die herumläuft und den Menschen die Haare ausreißt oder sie anschreit, weil sie Gott nicht gehorchen.
Nehemias Zorn galt übrigens nicht der ungläubigen heidnischen Welt. Sein Augenmerk richtete sich auf das Volk Gottes. Wenn das Volk Gottes mit Gott ins Reine kommt und wir in dieser glühenden, leidenschaftlichen und reinen Heiligkeit leben, die Gott liebt, dann wird die Welt innehalten und es bemerken.
Wenn wir als das Volk Gottes uns demütigen, wenn wir von unseren bösen Wegen umkehren, dann wird die Welt einen Grund haben, zu erkennen und zu glauben, dass unser Evangelium wahr und unser Gott real ist. Dann werden viele vor ihm niederfallen und ihn ebenfalls anbeten.
Marie: Nancy hat heute über die Kraft und Auswirkungen eines heiligen Lebens gesprochen. Möchtest du dieses Thema vertiefen? Dann könnte Nancy´s Buch „Heiligung - Gereinigt von Gott“ für dich interessant sein.
Wie wir heute gehört haben, hat Nancy eine Leidenschaft dafür, Frauen zu Heiligkeit zu bewegen. Und das ist auch Teil unserer Mission: denn Belebe unsere Herzen ruft Frauen zu Freiheit, Fülle und Frucht in Christus
Hast du nach dem Hören des heutigen Podcasts Ziele in Bezug auf Heiligkeit? Hast du einen Plan? Wir denken nicht immer daran, dass Heiligkeit ein Bereich ist, an dem wir arbeiten können, aber morgen wird Nancy uns helfen, diese Sichtweise zu ändern. Jetzt wollen wir die Botschaft von Nehemia und das Thema Heiligkeit mit einem Gebet abschließen.
Nancy: O Vater, ich bete so sehr, dass Du in unserer Zeit eine Erweckung der Heiligkeit herbeiführst. Ach, wenn wir doch wie Nehemia leidenschaftlich sagen würden: „Wir können diese Dinge nicht einfach länger unter den Teppich kehren. Wir müssen uns mit ihnen beschäftigen.“
Herr, es gibt Dinge, die unsere Herzen traurig machen und sie brechen, aber wir sind nicht in einer Position, das, was schlecht laufen mag, zu ändern. Herr, hilf uns, demütig zu sein und uns mit den Problemen in unseren eigenen Herzen zu befassen. Hilf uns, Dich anzurufen und inbrünstig zu Dir zu flehen, dass Du in unseren Tagen uns selbst, unseren Familien und Gemeinden eine Erweckung der Heiligkeit schenkst, zu Deiner Ehre. In Jesu Namen. Amen.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
© 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.