Nancy DeMoss Wolgemuth: Wir haben die Ansicht akzeptiert, dass es für Christen in Ordnung ist, wie die Welt auszusehen, zu denken und zu handeln. Wir halten es für einen Verstoß, Menschen mit ihrer Sünde zu konfrontieren und sie deswegen zu ermahnen, sei es privat oder – wo nötig – auch öffentlich.
Marie Falk: Herzlich willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth gesprochen von Annette Schorre.
Gott ist bereit, dich zu lieben und zu lehren! Hast du dich schon auf die Suche nach ihm gemacht? Darum geht es in unserer aktuellen zwölfwöchigen Podcast-Reihe zum Thema persönlicher Erweckung. Dabei befassen wir uns jede Woche mit einem Thema. So haben wir uns die letzten Wochen schon in jeweils fünf Folgen mit Demut, Aufrichtigkeit, Buße und Gnade auseinandergesetzt.
Falls du etwas verpasst hast, kannst du alle Podcastfolgen ganz einfach unter www.belebeunsereherzen.com nachhören. Diese Woche geht es um Heiligkeit und …
Nancy DeMoss Wolgemuth: Wir haben die Ansicht akzeptiert, dass es für Christen in Ordnung ist, wie die Welt auszusehen, zu denken und zu handeln. Wir halten es für einen Verstoß, Menschen mit ihrer Sünde zu konfrontieren und sie deswegen zu ermahnen, sei es privat oder – wo nötig – auch öffentlich.
Marie Falk: Herzlich willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth gesprochen von Annette Schorre.
Gott ist bereit, dich zu lieben und zu lehren! Hast du dich schon auf die Suche nach ihm gemacht? Darum geht es in unserer aktuellen zwölfwöchigen Podcast-Reihe zum Thema persönlicher Erweckung. Dabei befassen wir uns jede Woche mit einem Thema. So haben wir uns die letzten Wochen schon in jeweils fünf Folgen mit Demut, Aufrichtigkeit, Buße und Gnade auseinandergesetzt.
Falls du etwas verpasst hast, kannst du alle Podcastfolgen ganz einfach unter www.belebeunsereherzen.com nachhören. Diese Woche geht es um Heiligkeit und welche Schönheit und Freude das mit sich bringt, erzählt uns Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy: Was denkst du? Wodurch kann eine örtliche Gemeinde in ihrem Umfeld ein kraftvolles Zeugnis für Christus sein? Ich denke, manche würden diese Frage so beantworten: „Nun, wenn es ein ansprechendes Kinderprogramm gibt, viele Angebote für Kinder. Das macht sie zu einem großartigen Zeugnis für Christus an ihrem Ort.“
Andere würden sagen, es liegt an der Musik, an den Lobpreis- und Anbetungsteams, vielleicht an den Aktivitäten für jede Altersgruppe, den tollen Programmen für die Jugend, vielleicht an den fantastischen Weihnachts- und Osteraufführungen. Wieder andere würden sagen, dass es besonders die guten Predigten sind, durch die eine Gemeinde ein starkes Zeugnis hat. Aber Charles Spurgeon, einer der größten Pastoren, die jemals lebten, sagte Folgendes über die örtliche Gemeinde:
Er sagte: „In dem Maße, wie eine Gemeinde heilig ist, wird ihr Zeugnis für Christus kraftvoll sein.“ Hast du je gedacht, dass Heiligkeit das ist, wodurch eine Gemeinde Einfluss auf ihr Umfeld hat? In dem Maße, wie eine Gemeinde heilig ist, in demselben Maße wird ihr Zeugnis für Christus kraftvoll sein.
Wenn das wahr ist, sollte uns viel daran liegen, dafür zu sorgen, dass unsere Gemeinden heilig sind. Es ist wunderbar, Kinder-, Jugend- und Musikprogramme zu haben, aber gibt es auch ein Heiligungsprogramm? Nun, ich denke, es ist einfacher, Kinder- und Jugendprogramme zu haben, als eine heilige Gemeinde zu sein, denn es gibt kein Programm, das einen heilig macht.
Doch wenn die Heiligung uns das größte Zeugnis gibt, müssen wir uns fragen: Können wir ehrlich sagen, dass die meisten unserer Gemeinden ein kraftvolles Zeugnis für Christus in ihrem Umfeld haben?
Wir sehen heute die Verbreitung vieler falscher Weltreligionen in unserem Land. Manchmal frage ich mich, warum unsere Gemeinden mit der Botschaft Jesu so wenig Einfluss auf die säkulare Welt haben. Vielleicht ist einer der Gründe, wenn wir ehrlich sind, dass unsere Gemeinden nicht heilig sind. Die Menschen bringen unsere Gemeinden – uns Christen – nicht mit Heiligkeit in Verbindung.
Dass unser Zeugnis in unserem Umfeld so schwach ist, sagt vielleicht etwas über unsere mangelnde Heiligung aus. Das ist ein Gedanke, der uns als Kinder Gottes bewegen sollte.
Einige von euch haben mich schon über die Seuche der Sünde in den heutigen Gemeinden sprechen hören. Ihr wisst, das ist ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt. Ich hoffe, es geht euch auch so.
Ich erhalte ständig – und das ist keine Übertreibung – Briefe, E-Mails, Anrufe und Berichte über Sünden, die in unseren Gemeinden offen und unverhohlen begangen werden, über mangelnde Heiligung. Ich habe mich gefragt, warum das so ist. Warum scheint in den heutigen Gemeinden eine Seuche der Sünde zu grassieren?
Nun, ich denke, einer der Hauptgründe ist die Tatsache, dass die evangelikalen Gemeinden es seit über einer Generation im Großen und Ganzen aufgegeben haben, über Sünde und Heiligung zu predigen. Man hört heute einfach nicht viel davon.
Wir haben nichts dagegen, wenn über Sünde oder Heiligung gepredigt wird, solange es nicht zu konkret wird, solange niemand Sünden benennt oder man über die Sünden anderer predigt. Aber wenn unsere Sünden angesprochen werden, empfinden wir das als Einmischung. Das mögen wir nicht. Das ist Gesetzlichkeit, sagen wir schnell. Wir wollen keine Predigten über Sünde oder Heiligung.
Deshalb haben wir uns um viele Stellen im Alten und Neuen Testament herumgedrückt, die Gottes Heiligkeit, seinen Hass auf die Sünde, seinen Zorn und sein Gericht über reuelose Sünder verkünden. Wann hast du das letzte Mal eine Predigt über den Zorn Gottes gehört? Oder über das Endgericht Gottes?
Wir richten lieber unseren Blick auf Gottes Gnade, sein Erbarmen und seine Liebe. Es ist nötig, diese Dinge zu predigen, aber wir sind nicht wirklich darauf aus, Predigten über den Zorn, das Gericht und die Gerechtigkeit Gottes zu hören und darüber zu predigen.
Als Ergebnis haben wir etwas gefördert, das wir als Evangelium bezeichnen, obwohl es das eigentlich nicht ist. Ein Evangelium, das besagt: Es ist möglich, Christ zu sein und sich gleichzeitig hartnäckig zu weigern, sich um bekannterweise sündige Gewohnheiten und Verhaltensweisen zu kümmern. Man kann ein guter Christ sein und doch beständig in der Gottlosigkeit leben.
Wir haben die Ansicht akzeptiert, dass es für Christen in Ordnung ist, wie die Welt auszusehen, zu denken und zu handeln. Wir halten es für einen Verstoß, Menschen mit ihrer Sünde zu konfrontieren und sie deswegen zu ermahnen, sei es privat oder – wo nötig – auch öffentlich.
Manchmal denke ich, wenn nur unsere Abneigung, Sünde zu begehen, genauso groß wäre wie die, jemanden mit seiner Sünde zu konfrontieren. Aber wir denken: Das ist doch privat. Das ist jemandes persönliche Sache. Da mischt man sich nicht ein. Manche Leute hören zum Beispiel nur von dem ganzen Thema Gemeindezucht, und das genügt ihnen, um einen Rechtsstreit in Gang zu setzen.
Damit ihr nicht denkt, dass ich übertreibe, möchte ich euch ein paar Beispiele geben, und ich könnte noch von vielen weiteren berichten. Ich bekam einen Brief von einer Frau, die ihre tiefe Sorge darüber ausdrückte, dass für so viele Menschen, die sich selbst Gläubige nennen, Heiligkeit keine große Rolle spielt.
Sie schrieb: „Weltliche Unterhaltung und grobes Gerede greifen in unseren Gemeinden um sich. Erst diese Woche wurde bei einem Frauenfrühstück darüber gesprochen, wie schlimm es doch sei, in einen nicht jugendfreien Film zu gehen und zu sehen, dass die Leute ihre Kinder dahin mitnehmen. Ich habe ein paar Minuten zugehört, und dann konnte ich nicht mehr länger schweigen. So freundlich, wie ich konnte, sagte ich: ‚Meine Damen, wir sind Christen. Ich kann nicht glauben, dass wir überhaupt erwägen, in einen Film zu gehen, der nicht jugendfrei ist.‘“
Ich weiß nicht, welche Antwort diese Frau erhielt, aber ich weiß, dass viele Leute sie anschauen würden, als wäre sie von einem anderen Stern.
Ich bekam eine E-Mail von einer Absolventin eines der angesehensten Bibelseminare Amerikas. Sie erzählte mir, wie Gott sie in seine Schule genommen und gelehrt hatte, dass Heiligung mehr ist als die Einhaltung menschengemachter Regeln. Gott hatte über dieses Thema zu ihrem Herzen gesprochen. Sie erzählte, wie ungezwungen heutzutage Christen von Mitte zwanzig in Bars abhängen. Sie nannte auch eine ganze Reihe anderer Themen, von anstößiger Kleidung bis hin zu der Frage, was eine angemessene Unterhaltung in gemischter Gesellschaft sei.
Dann sagte sie: „Die Fernsehserie Friends war in aller Munde und besonders beliebt unter christlichen Frauen um die 20, was mir angesichts des unverhohlen sexuellen Inhalts der Serie ein Rätsel war. Ich hatte zwei christliche Mitbewohnerinnen, die die Serie Woche für Woche schauten.“ Das belastete sie einfach, und es sollte auch uns belasten.
Ich weiß von einer gläubigen Mutter, die aktiv am Leben ihrer Gemeinde teilnimmt. Sie erzählte, dass sie und ihre Rechenschaftspartnerin sich wöchentlich treffen, um eine bestimmte Reality-Show im Fernsehen zu sehen, die voll sexueller Anspielungen ist, während die Ehemänner auf die Kinder aufpassen. Als eine Freundin in ihrer Kleingruppe sie fragte, wie das mit ihrem Bekenntnis als Christin vereinbar sei, wurde sie wütend, und sie fand es unangemessen und unhöflich von ihrer Freundin, diese Frage überhaupt zu stellen.
Ich habe einen Online-Dienst für Predigtillustrationen abonniert. Jede Woche erhalte ich zehn neue Illustrationen für Predigten, von denen ich einige manchmal in meinen Vorträgen für Revive Our Hearts Ministries einbaue. Was mich erstaunt, ist, dass in manchen Wochen bis zu 50% dieser Illustrationen aus anstößigen Filmen stammen, die regelmäßig als Quelle für Predigtillustrationen verwendet werden.
Ich frage mich, ob hier Pastoren dazu ermutigt werden, Sonntags auf der Kanzel diese Illustrationen aus unanständigen, gotteslästerlichen und anstößigen Filmen zu verwenden? Ermutigen diese dann wiederum ihre Gemeinden dazu, es okay zu finden, diese Filme anzuschauen?
Manche Leute würden sagen: „Na ja, sie stellen nur eine Verbindung zur Welt her.“ Ich sage: „Trenne dein Herz von der Welt. Verbinde es mit dem Reich Gottes, und du wirst einen weit größeren Einfluss auf die Welt haben, als wenn du einfach wie die Welt bist.“
Etwas, das uns am meisten bewegen sollte bei der Art, wie die Gemeinde sich so der Welt angepasst hat, ist die Auswirkung, die das auf unsere jungen Leute hat. Ich habe Freunde, die bei sich zuhause einen Bibelkreis für Teenager anbieten, die auf dieselbe christliche Highschool gehen wie ihre Tochter. Diese Schüler könnte man als christliche Elite ansehen. Einige ihrer Eltern sind Mitarbeiter eines großen übergemeindlichen Werkes.
Kürzlich verteilten meine Freunde in diesem Bibelkreis Liedtexte von verschiedenen bekannten Liedern und baten die jungen Leute zu diskutieren, ob sie mit der Botschaft des Liedes und dem darin propagierten Verhalten einverstanden seien oder nicht. Drei der Lieder hatten Texte, so wie ich es verstanden habe, die schlichtweg abstoßend waren. Ein Lied war zum Beispiel vom Rockstar Eminem, der in grausamen Worten darüber singt, wie er seine Mutter umbringt, begleitet von einem endlosen Strom von Schimpfwörtern.
Nachdem sie die Texte untersucht hatten, unterhielten sich die Jugendlichen darüber, dass einige dieser Verhaltensweisen und einige der Ausdrücke wirklich furchtbar waren. Dann wurden sie gefragt: Würdet ihr das Lied weiterhin anhören, auch wenn ihr mit seiner Botschaft nicht einverstanden seid? Bis auf zwei Ausnahmen sagten die Teens: „Ja, wir würden diese Musik weiterhin hören, auch mit diesem abstoßenden Inhalt.“
Meine Freunde, die dabei waren, waren so bekümmert darüber. Sie wussten, dass ich zu der Zeit an einem Buch über Heiligung arbeitete, und so schrieben sie mir, was passiert war.
Sie sagten: „Es bricht uns das Herz. Das ist eine verlorene Generation. Wir Erwachsenen und die Gemeinde haben es versäumt, den Staffelstab der Heiligkeit an die nächste Generation weiterzugeben. Ehrlich gesagt, können wir es diesen Kindern nicht verübeln. Wie können sie ein heiliges Leben anstreben, wenn ihnen weder zuhause noch von der Kanzel ein Maßstab von Heiligkeit vermittelt wurde?“
Ich habe jetzt schon einige Beispiele genannt. Ich habe noch weitere in meinen Notizen, die ich jetzt nicht alle aufzählen werde, aber ich hoffe, ihr versteht, dass solche Beispiele keine Ausnahme sind. Sie sind nicht außergewöhnlich. Ich lese und höre ständig solche Dinge.
Das wäre Grund genug zur Besorgnis, aber die Realität ist, dass dieses verdrehte Denken über Recht und Unrecht für eine wachsende Zahl von evangelikalen Gläubigen typisch geworden ist und von einigen sogar gefördert und in der evangelikalen Welt verteidigt wird. Ich habe diese Ansichten immer und immer wieder von Menschen in einigen unserer angesehensten christlichen Werke und Gemeinden im Land gehört. Warum es in Ordnung sei, sich der Welt anzupassen.
Ich weiß nicht, ob euch der Name Vance Havner etwas sagt. Er war ein redegewandter Prediger früherer Zeit. Vor vielen Jahren sagte er etwas, das einen prophetischen Anklang hatte. Er sagte: „Die Welt und die bekennende Kirche haben zuerst miteinander geflirtet, sich dann ineinander verliebt und jetzt steht die Hochzeit bevor.“ Die Kirche heiratet die Welt.
Und was hat Gottes Wort dazu zu sagen? In Psalm 85,14 heißt es sinngemäß: „Die Gerechtigkeit geht vor ihm her und bereitet den Weg für sein Kommen.“ Heiligkeit, ein Weg der Heiligung.
Jesaja 35 beschreibt das tausendjährige Reich Christi, das eines Tages auf dieser Erde sein wird. In Vers 8 heißt es: „Und eine Straße wird dort sein und ein Weg; man wird ihn den heiligen Weg nennen; kein Unreiner wird auf ihm gehen, sondern er ist für sie; die auf dem Weg wandeln.“
Meine Lieben, unsere Aufgabe von jetzt an bis zur Wiederkunft Christi ist es, eine heilige Straße zu bereiten. Gerechtigkeit, Heiligkeit geht ihm voraus. Sie bereitet den Weg für sein Kommen. Wenn wir wollen, dass der Herr in einer Erweckung zu unserer Zeit kommt, müssen wir eine Straße der Heiligkeit bauen. Wir müssen dafür sorgen, dass es eine Scheidung gibt zwischen der Welt und der Gemeinde.
Nicht, dass wir uns nicht mehr um die Welt kümmern, aber wir sind nicht in der Lage, das Evangelium von der Gnade Gottes der Welt darzureichen, wenn wir selbst nicht heilig sind. Die Gemeinde muss also wieder eine reine Braut Christi sein, damit sie die Auswirkung auf die Welt hat, wie Gott sie sich vorgestellt hat.
Marie: Nancy wird uns gleich noch mehr zum Thema Heiligung sagen. Wie du festgestellt hast, liegt ihr dieses Thema sehr am Herzen.
Daher hat sie auch ein Buch mit dem Titel „Heiligung - Gereinigt von Gott“ geschrieben. Es ist ein Thema, das man überall in der Bibel findet, trotzdem bekommt es heutzutage nicht so viel Aufmerksamkeit, wie es verdient. Möchtest du dich intensiver mit Heiligung beschäftigen? Dann kannst du das Buch direkt auf unserer Website www.belebeunsereherzen.com bestellen.
Was Nancy wichtig wurde, als sie sich mit Heiligung auseinandergesetzt hat, erzählt sie uns jetzt:
Nancy: Als ich vor einigen Jahren anfing, mich ernsthaft mit dem Thema Heiligung zu beschäftigen, nahm ich mir die Zeit, den Pentateuch, also die fünf Bücher Mose, im Alten Testament und die Briefe an die Gemeinden im Neuen Testament durchzulesen und jeden Vers, den ich finden konnte, der etwas mit Heiligkeit zu tun hatte, handschriftlich niederzuschreiben.
Ich glaube, ich habe in 2. Mose angefangen, weil in diesem Buch der Aspekt der Heiligkeit stark betont wird. Ich füllte Seite um Seite mit Versen über Heiligkeit, nur aus diesen Bibelbüchern. In 3. Mose findet man allein zum Beispiel 386 Wörter, die mit Heiligkeit zu tun haben: rein, unrein, heilig, geheiligt, Reinheit, waschen, verunreinigen. Wörter, die zu dieser Wortfamilie gehören, und das allein in 3. Mose.
Wenn du durch 3. Mose gegangen bist, weißt du, dass Gott seinem Volk in diesem Buch ganz genaue, detaillierte Anweisungen zur Reinigung und zur zeremoniellen Reinheit gab. Wenn man sich durch 3. Mose durcharbeitet, muss man sich irgendwann fragen – warum eigentlich? Warum hat Gott so viel Zeit und Mühe da hinein gesteckt, um diese detaillierten Anweisungen zu jedem Aspekt des täglichen Lebens, der Anbetung und der zeremoniellen Reinigung zu geben?
Diese Vorschriften sollten eine Art Anschauungsunterricht für das Volk Israel sein. Was wollte Gott ihnen mit diesem Anschauungsunterricht klarmachen? Er wollte, dass sie zuerst erkannten, dass er heilig ist, dass Gott heilig ist. Diese Vorschriften waren Hinweise auf die Heiligkeit Gottes. Dann wollte Gott, dass sein Volk auch erkannte, dass es ihm um Heiligkeit in jedem Detail und Aspekt des Lebens ging. Dass es Gott wichtig ist, dass wir sauber, rein und heilig sind und dass Heiligung jeden Bereich unseres Lebens betrifft.
Und es gibt noch etwas, das Gott seinem Volk vermitteln wollte und das wir heute aus den Augen verloren haben: Es ist der Segen, der mit Heiligung einhergeht, dass ein heiliges Leben ein gesegnetes Leben ist. Gott wollte auch, dass sein Volk erkennt, dass Sünde Konsequenzen hat, dass es Folgen hat, wenn wir kein heiliges Leben führen. Es gibt Folgen, die nicht angenehm sind. Sie sind in der Tat tödlich.
Manchmal denken wir, dass Gott im Alten Testament höhere Werte und Normen für sein Volk hatte als im Neuen Testament. Im Alten Testament ist Gott dieser heilige Gott, der Sünde richtet. Menschen im Alten Testament, die gegen Gottes Gebote oder Gesetze verstießen, waren manchmal auf der Stelle tot.
Wenn wir dann zum Neuen Testament kommen, denken wir, dass wir aufatmen können. Gott ist ein Gott der Barmherzigkeit, der Liebe und Güte – das Evangelium, die gute Nachricht. Aber wenn man durch die ganze Heilige Schrift liest, wird einem klar, dass Gott sich nie ändert. Der Gott des Alten Testaments ist derselbe wie der Gott des Neuen Testaments, und der Gott des Neuen Testaments ist derselbe wie der Gott des Alten.
Im ganzen Alten Testament sieht man die Gnade und Barmherzigkeit Gottes. Und im Neuen Testament sieht man auch das Gericht und die Gerechtigkeit Gottes. Das Kreuz Christi ist der Ort, an dem sie sich vermählen, wo sich – wie es in den Psalmen heißt – „Gerechtigkeit und Frieden geküsst haben“ (aus Psalm 85,11). Dort treffen sie zusammen, zur großen Erleichterung aller.
Das Neue Testament legt nicht weniger Wert auf Heiligkeit als das Alte Testament. Immer und immer wieder rufen uns Jesus und die neutestamentlichen Schreiber zu einem Leben in Reinheit auf. Ich möchte kurz einige dieser Verse vorlesen. Die meisten davon werden euch vertraut sein. Jesus sagt in Matthäus 5,48: „Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist!“ Ich wüsste nicht, wie man einen noch höheren Maßstab als diesen anlegen könnte. Das ist Neues Testament.
In 1. Timotheus 5,22 sagt Paulus: „Bewahre dich selbst rein!“ 1. Thessalonicher 4,3: „Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung.“ 1. Korinther 15,34: „Werdet doch wirklich nüchtern und sündigt nicht!“ 2. Timotheus 2,19: „Jeder, der den Namen des Christus nennt, wende sich ab von der Ungerechtigkeit!“ Römer 12,9: „Hasst das Böse, haltet fest am Guten!“
Wenn man diese und andere Bibelstellen sorgfältig liest, bekommt man eine Ahnung davon, was Gott Heiligkeit bedeutet und dass er Heiligkeit, seine und unsere, sehr ernst nimmt.
Als ich diese Verse aus dem Alten und Neuen Testament aufschrieb, musste ich mich fragen, warum etwas, das für Gott so äußerst wichtig ist, für viele bekennende Gläubige so wenig Bedeutung und Priorität hat? Wenn es ihm so viel bedeutet, wie kann es dann vielen von uns so wenig bedeuten?
Wenn ich über die Verse aus dem Neuen Testament nachdenke, die ich gerade vorgelesen habe, sind einige Dinge klar. Erstens: Heiligkeit ist keine Option. Es ist nicht so: Werde Christ, und wenn du dann noch heilig werden willst, ist das ein zweiter Kurs. Du kannst dann diesen Kurs noch belegen, wenn du willst. Es ist kein Wahlfach. Dies ist der Wille Gottes, dass ihr rein und heilig seid. Eure Heiligung.
Dann ist es auch eindeutig, wenn wir diese Verse lesen, dass Gottes Maßstab für Heiligkeit absolut ist, dass es in unserem Leben nicht einmal das kleinste Anzeichen von Sünde geben darf. Die Frage ist nicht: Wie stehen wir im Vergleich zu einem anderen Familienmitglied, einem Kollegen oder jemandem aus unserer Gemeinde da? Wir könnten auf sie zeigen und sagen: „Okay, im Vergleich zu ihnen schneiden wir recht gut ab.“
Die Frage ist: Wie heilig sind wir gemessen an der Heiligkeit Gottes? Das ist ein absoluter und – darf ich hinzufügen – unmöglicher Maßstab für gefallene Menschen. Aus diesem Grund brauchen wir Jesus. Aus diesem Grund brauchen wir die Gnade Gottes. Aus diesem Grund brauchen wir das Kreuz Christi.
Wenn ich diese Verse lese, wird mir auch klar, dass wir eine Verantwortung haben, in unserem Streben nach Heiligung aktiv und aufs Ziel ausgerichtet zu sein. Es ist nicht etwas, das durch Osmose geschieht. Sie kommt nicht dadurch, dass man abends zu Bett geht und einfach von seinen Bibeln, Kommentaren und Bibelsoftware-Programmen umgeben ist. All diese Dinge zu haben, macht einen nicht heilig. Der Heiligung müssen wir bewusst nachgehen, wir müssen sie anstreben, wir müssen sie zielstrebig verfolgen.
Und dann ist auch klar, dass Heiligkeit nicht nur etwas ist für einige wenige ausgewählte, fromme Menschen: Pastoren, Missionare, Evangelisten. Natürlich sollten sie heilig sein. Dafür werden sie ja bezahlt, oder?
Diesen Versen zufolge ist Heiligung eine Verpflichtung und ein Vorrecht für jedes einzelne Kind Gottes. Wie die Schrift sagt: „Jeder, der den Namen des Christus nennt, wende sich ab von der Ungerechtigkeit!“
Marie: Nancy DeMoss Wohlgemuth hat uns geholfen, Heiligung, Wachstum und Gnade besser zu verstehen. Darin müssen wir alle wachsen. Sie wird gleich auch noch mit uns beten und um Heiligkeit bitten.
Heiligung ist nötig für persönliche Erweckung. Was genau persönliche Erweckung meint? Ich hoffe sehr, dass die Podcasts der letzten Wochen dir bereits einen Einblick ermöglicht haben. Und um tiefer einzusteigen, kann ich dich neben dem Hören unserer Podcasts nur dazu ermutigen, selbst in das zugehörige Kursbuch „Neu belebt von Ihm - Seeking Him“ reinzuschauen. Mehr Infos dazu findest du auf unserer Website oder direkt beim rigatio Verlag.
Was bedeutet es, anders zu sein als die Welt? Die Antwort darauf gibt es morgen hier bei Belebe unsere Herzen! Sei dabei! Lasst uns jetzt noch beten.
Nancy: O Vater, wir bekennen Dir, dass die Gemeinde eine beschmutzte Braut ist, und darum sind wir traurig. Herr, wir bekennen, dass wir die Welt mehr geliebt haben als Dich, dass wir die Vergnügungen der Welt genießen wollten. Es war in Wirklichkeit, als hätten wir schmutziges Wasser getrunken, und das stillt den tiefsten Durst unserer Herzen nicht.
Deshalb, o Gott, beten wir für eine Erweckung der Heiligkeit unter Deinem Volk. Herr, fange damit in meinem Herzen an. Wirke in unseren Herzen und gib uns eine Liebe für Heiligkeit und einen Hass gegen Sünde, damit wir Sünder lieben und sie auf den Weg der Heiligkeit hinweisen können. Ich bete in Jesu Namen. Amen.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
© 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.