Lea Köster: Laut Nancy DeMoss Wolgemuth gibt es so etwas wie eine geheime Sünde gar nicht. Hört heute was sie dazu sagt:
Nancy DeMoss Wolgemuth: Die Sache, die du vor deinem Mann verheimlichst und von der du denkst, er findet sie nie heraus; die Sache, die du vor deinen Eltern verbirgst; die Art und Weise, wie du gegen deinen Chef gesündigt hast, ihm Zeit oder Geld oder Besitztümer oder was auch immer gestohlen hast; die Sache, die du vor 15 Jahren gemacht hast, und von der du dachtest, sie sei so belanglos, aber sie nagt an deinem Gewissen. Wenn du sie nicht ins Licht bringst und bekennst, wird sie eines Tages herauskommen.
Lea: Hallo, hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Hier ist Belebe unsere Herzen mit einer neuen Folge unserer Podcast-Serie „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“. In der …
Lea Köster: Laut Nancy DeMoss Wolgemuth gibt es so etwas wie eine geheime Sünde gar nicht. Hört heute was sie dazu sagt:
Nancy DeMoss Wolgemuth: Die Sache, die du vor deinem Mann verheimlichst und von der du denkst, er findet sie nie heraus; die Sache, die du vor deinen Eltern verbirgst; die Art und Weise, wie du gegen deinen Chef gesündigt hast, ihm Zeit oder Geld oder Besitztümer oder was auch immer gestohlen hast; die Sache, die du vor 15 Jahren gemacht hast, und von der du dachtest, sie sei so belanglos, aber sie nagt an deinem Gewissen. Wenn du sie nicht ins Licht bringst und bekennst, wird sie eines Tages herauskommen.
Lea: Hallo, hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Hier ist Belebe unsere Herzen mit einer neuen Folge unserer Podcast-Serie „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“. In der letzten Sendung hörten wir von dem Zusammenhang zwischen Demut und Erweckung. In den nächsten Folgen werden wir entdecken, warum Schweigen nicht immer Gold ist. Heute erfahren wir, warum Aufrichtigkeit ein wichtiger Teil von Erweckung ist.
Nancy: Ich weiß nicht, ob du das als Kind auch gemacht hast, aber ich kann mich gut erinnern, wie wir diese „So-tun-als-ob-Spiele“ gespielt haben. Was ich am liebsten gemacht habe, war Schule oder Gemeinde spielen. Ich wollte natürlich entweder Lehrerin oder Prediger sein. Ich wollte gerne bestimmen; manche Dinge legt man leider nicht so leicht ab, ich war ja das Älteste von sieben Kindern. So wurde das Kinderzimmer dann also mal ein Klassenraum, mal ein Gemeindesaal.
Als ich älter wurde, merkte ich, dass viele Erwachsene immer noch „So-tun-als-ob-Spiele“ spielen. Eines der Spiele, die wir am häufigsten spielen, heißt „So tun, als wären wir Christen“. Gemeinde spielen. Christsein spielen. Mir ist klar geworden, dass das bisschen Schauspielerei, das wir als Kinder gemacht haben, einfach andere Formen annimmt, wenn wir erwachsen werden.
Während wir hier weiterhin diesen Prozess durchlaufen, Gott zu suchen und ihn zu bitten, unsere Herzen zu beleben, möchten wir die Freude persönlicher Erweckung erleben. Wir sprechen hier über einige Grundbausteine, über grundlegende Prinzipien, um belebt und erweckt zu werden.
Wie wir schon gesagt haben, ist das erste Prinzip das der Demut. Wir werden Gott nie nahe sein, wenn wir uns nicht demütigen. Gott hält die Stolzen auf Abstand. Er stellt sich ihnen entgegen. Aber denjenigen, die sich demütigen, denen naht er sich.
Wenn wir Erweckung erleben wollen, gibt es noch ein weiteres grundlegendes Prinzip, und darüber wollen wir in den nächsten Folgen sprechen. Es ist das Prinzip der Ehrlichkeit. Vor Gott und vor anderen transparent, offen und ehrlich über den wahren Zustand unserer Herzen zu sein – nicht zu schauspielern, nicht etwas vorzutäuschen, sondern echt zu sein.
Nun schlagt bitte mit mir, wenn möglich, die Psalmen auf. Lasst uns einige Stellen in den Psalmen anschauen, die davon sprechen, wie wichtig es ist, offen und ehrlich vor Gott zu sein. Wenn wir Gott begegnen wollen, müssen wir unsere Masken ablegen, aufhören mit diesem „So-tun-als-ob“, aufhören zu spielen, echt werden.
Zuerst Psalm 15. Psalm 15, Verse 1 und 2, ein Psalm Davids. David spricht davon, sich dem Herrn zu nahen, Gott nahe zu kommen. Er sagt: „HERR, wer darf weilen in deinem Zelt? Wer darf wohnen auf deinem heiligen Berg? Wer in Unschuld wandelt und Gerechtigkeit übt und die Wahrheit redet von Herzen.“
Es ist interessant, dass er den Satz nicht mit „und die Wahrheit redet“ beendet, denn das könnte heißen, die Wahrheit zu sagen, sei etwas, was man nach außen hin tut. Aber David sagt: Nein, es geht um mehr, als nach außen hin die Wahrheit zu sagen. Es geht darum, wo die Kommunikation beginnt, und das ist im Herzen. Gott lässt den zu sich nahen, um auf seinem heiligen Berg zu verweilen, der in seinem Herzen die Wahrheit spricht. Er gibt nichts vor. Er schauspielert nicht. Er ist echt.
Nun lasst uns zu Psalm 24 gehen, und wir finden dasselbe Prinzip. Wir lesen ab Vers 3. Psalm 24: „Wer darf auf den Berg des HERRN steigen? Und wer darf an seiner heiligen Stätte stehen? Wer unschuldige Hände hat und ein reines Herz, wer seine Seele nicht auf Trug richtet und nicht falsch schwört. Der wird Segen empfangen von dem HERRN.“
Eine Person, die heilig ist, hat unschuldige Hände und ein reines Herz. Diese Person richtet ihre Seele nicht auf Trug aus und schwört nicht falsch. Sie gibt nicht eine Sache vor und lebt eine andere.
Und nun Psalm 32, auch hier sehen wir dasselbe Prinzip. Wir erinnern uns an Davids große Sünde – Ehebruch und Mord – die er im Zusammenhang mit Bathseba und ihrem Ehemann beging. Dies ist einer der Psalmen, die David im Rückblick schrieb, und er beschreibt darin den Prozess, den Gott mit ihm durchlief, vom Zudecken seiner Sünde bis hin zu ihrer Aufdeckung.
In Psalm 32,1 heißt es: „Wohl dem, dessen Übertretung vergeben, dessen Sünde zugedeckt ist!“ Wer deckt diese Sünde zu? Wir werden in diesem Abschnitt sehen, dass wir nicht gesegnet sind, wenn wir Sünde zudecken. Aber wenn wir sie ans Licht bringen, dann wird Gott sie zudecken. Es ist ein Unterschied, ob Gott meine Sünden zudeckt oder ob ich sie zudecke.
In fünf Folgen wollen wir über die Gefahr und über das Problem sprechen, das entsteht, wenn wir versuchen, unsere eigene Sünde zuzudecken. Wir werden sehen, dass wir offen und ehrlich mit Gott und zuweilen auch mit anderen sein müssen über das, was wir getan haben und wie wir versagt haben. Nur so kann Gott unsere Sünde zudecken.
Er sagt also, dass der gesegnet ist, dessen Sünde Gott zudeckt, der, dessen Übertretung vergeben ist. Die Sünde ist ausgelöscht und zugedeckt. „Wohl dem Menschen, dem der HERR keine Schuld zurechnet, und in dessen Geist keine Falschheit ist“ (Vers 2). Keine Doppelmoral. Kein Vortäuschen. Keine Schauspielerei. Keine Heuchelei. Diese Person ist gesegnet.
Dann sagt er in Vers 3: Ich habe diesen Segen nicht immer erlebt. Er sagt: „Als ich es verschwieg oder [als ich mich weigerte, Gott und anderen die Wahrheit über meine Sünde zu sagen], da verfielen meine Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen Tag. Denn deine Hand lag schwer auf mir Tag und Nacht.“
Das ist ein Bild für Gottes Überführung von Sünde. Wenn du diesen Satz nicht verstehst, könnte das bedeuten, dass du kein Kind Gottes bist. Denn wenn du ein Kind Gottes bist, hast du Zeiten erlebt, in denen Gottes Überführung von Sünde so schwer auf dir lag, dass du dachtest, du könntest nicht mehr atmen.
„Denn deine Hand lag schwer auf mir Tag und Nacht, sodass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürr wird.“ Und was geschah dann in Vers 5? „Da bekannte ich dir meine Sünde und verbarg meine Schuld nicht.“
Siehst du, das ist ein Sinneswandel. Zuerst sagte er: Ich habe geschwiegen. Ich wollte nicht, dass es jemand erfährt, was ich getan habe. Ich habe meine Sünde zugedeckt. Ich habe nichts gesagt. Aber als dann deine Überführung so schwer auf mir lag, konnte ich die Last nicht länger ertragen. Ich trat hinaus ins Licht.
Ich sagte: „Ich mache jetzt reinen Tisch. Ich will ehrlich sein. Ich erkenne meine Sünde vor Dir.“ Schau, wie oft wir dieses Schema finden. „Ich verbarg meine Schuld nicht; Ich sprach: ‚Ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen.‘“
Das ist Bekenntnis – die Wahrheit anerkennen und mit Gott übereinstimmen. Kein Verstecken mehr, kein Zudecken mehr, keine Heuchelei, kein Vortäuschen, kein versuchen, einen besseren Eindruck bei anderen oder bei Gott zu hinterlassen, als es der Wirklichkeit entspricht. Ist es nicht dumm zu glauben, dass wir bei Gott einen besseren Eindruck hinterlassen könnten, als es wirklich wahr ist? Gott sieht alles. Er weiß es alles. Aber um wahrhaftig zu sein über unsere Sünde, um wahrhaftig zu sein über unseren geistlichen Zustand, ist Bekenntnis erforderlich.
Verstehst du? Gott wird mit dem Blut Jesu, mit seiner Barmherzigkeit und Vergebung alles zudecken, was wir bereit sind aufzudecken. Aber alles, was wir zudecken, wird Gott gezwungen sein, aufzudecken und zu enthüllen. Möchtest du es nicht lieber selbst aufdecken und dann von Gott zudecken lassen? Oder willst du lieber die Sünde zugedeckt lassen und Gott dazu zwingen, sie aufzudecken und sie zu enthüllen?
Sprüche 28,13, das ist hier ein so zentraler Vers, ein Schlüsselvers. Sprüche 28,13: „Wer seine Schuld verheimlicht [oder in einer anderen Übersetzung ‚Wer seine Sünde bedeckt‘], dem wird es nicht gelingen, wer sie aber bekennt [das ist das Gegenteil von verheimlichen; nicht mehr verstecken, nicht mehr vortäuschen, nicht mehr bedecken, sondern bekennen, wer sie aber bekennt] und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen.“
Ich sage euch, meine Lieben, was mich motiviert, im Licht zu leben, ein Leben in transparenter Aufrichtigkeit zu führen, das ist die Erkenntnis, dass eines Tages sowieso alles ans Licht kommen wird. Im Gericht kommt alles heraus.
Die Sache, die du vor deinem Mann verheimlichst und von der du denkst, er findet sie nie heraus; die Sache, die du vor deinen Eltern verbirgst; die Art und Weise, wie du gegen deinen Chef gesündigt hast, ihm Zeit oder Geld oder Besitztümer oder was auch immer gestohlen hast; die Sache, die du vor 15 Jahren gemacht hast, und von der du dachtest, sie sei so belanglos, aber sie nagt an deinem Gewissen. Wenn du sie nicht ins Licht bringst und bekennst, kommt sie eines Tages heraus.
So viele Bibelstellen sagen uns das. In Lukas 12,2 sagt Jesus: „Es ist aber nichts verdeckt, das nicht aufgedeckt werden wird, und nichts verborgen, das nicht bekannt werden wird.“ Denk an die geheimen und verborgenen Bereiche deines Lebens, an deine Vergangenheit, deine Gegenwart und an das emotionale Wirrwarr, in das du im Internet geraten bist, und auch an diese E-Mail-Beziehung. Das geschieht zuhauf bei christlichen Frauen.
Du denkst, du versteckst es. Du deckst es zu. Du denkst, dein Ehemann wird es nie herausfinden. Jesus aber sagt, dass nichts verdeckt ist, das nicht aufgedeckt werden wird. Denn alles, was wir versteckt haben, wird offenbar werden.
Hebräer 4,13 beschreibt, wie dieser Gott ist, mit dem wir es zu tun haben. Dort heißt es: „Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern alles ist enthüllt und aufgedeckt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft zu geben haben.“ Und wir werden Rechenschaft ablegen müssen. Das kann ein beängstigender Gedanke für uns sein, außer wenn man lernt, heute im Licht des Endgerichts und der Ewigkeit zu leben.
In historischen Erweckungsbewegungen, in Zeiten der Neubelebung, waren Menschen oft von einem starken Bewusstsein der Ewigkeit und des Gerichts überwältigt. Sie standen unter solcher Überführung, dass Sünden, die sie geheim gehalten hatten, Dinge, von denen sie dachten, sie seien klein oder belanglos, nun in ihren Augen riesengroß wurden.
In ihrer Not riefen sie zu Gott und bekannten ihm ihre Sünden und wo erforderlich, bekannten sie ihre Sünden auch den Menschen, gegen die sie gesündigt hatten. Sie sagten ihnen: „Ich habe gesündigt. Ich bin nicht der Mensch, für den du mich hieltest. Ich war ein Heuchler. Ich war nicht echt. Ich bin nicht der tolle Christ, für den du mich immer gehalten hast.“ Sie wurden ehrlich über ihre Sünden gegenüber Gott und anderen.
Wenn du echte Erweckung erleben willst, musst du bereit sein, ehrlich zu werden – ehrlich vor Gott, vor deinem Partner und anderen. Ich gebe zu, es kann etwas kosten, Schuld zuzugeben. Es kann schmerzhaft sein, ins Licht zu kommen und ehrlich zu werden, aber ich will dir sagen, es ist langfristig viel kostspieliger, etwas zu verdecken; es ist viel kostspieliger, etwas vorzugeben oder zu betrügen.
In dem anderen Psalm, den David nach seiner großen Sünde reumütig verfasste – Psalm 51 – betete er zu Gott: „Siehe, du verlangst nach Wahrheit im Innersten.“ Oder auch: „im Verborgenen“, „im Tiefsten meines Herzens“ (Vers 8).
Deshalb möchte ich dich fragen: Was deckst du zu? Was versteckst du? Wovon hoffst du, dass es niemand herausfindet? Es ist vielleicht keine große Sünde nach menschlichem Maßstab. Aber wenn es in deinem Leben etwas gibt, über das du mit Gott und den Menschen, die damit zu tun haben, nicht im Reinen bist, wenn du deine Sünde zudeckst, sagt Gottes Wort, wirst du kein Gelingen haben. Gott sagt, er wünscht sich, er verlangt nach, ja, er besteht auf Wahrheit im Innersten.
Lea: Nancy DeMoss Wolgemuth hat hier gleich noch mehr zum Thema Aufrichtigkeit zu sagen, was uns alle angeht. Die heutige Lektion ist Teil der Serie „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“, in der es um die verändernde Kraft persönlicher Erweckung geht.
Diese Serie kann dir eine ganz neue Sicht auf Themen wie Aufrichtigkeit, Reinheit und Gehorsam geben. Schon die Jünger Jesu konnten mit keiner einzigen Lüge ungestraft davonkommen. Nancy erklärt, warum.
Nancy: In den Evangelien wird an mindestens vier verschiedenen Stellen deutlich, dass Jesus ihre Gedanken kannte. Das mag beängstigend klingen, wenn man darüber nachdenkt. Aber Jesus weiß, was wir denken, noch bevor wir es in Worte fassen oder selbst dann, wenn wir es nie in Worte fassen sollten.
Manchmal sitze ich in der Gemeinde und mache Notizen, und ich wirke so, als würde ich alles aufnehmen. Meine Gedanken sind jedoch unglaublich weit entfernt oder damit beschäftigt, was andere Leute über mich denken oder wie ich mit einer Sache umgehen soll. Oder in meinem Herzen spielt sich etwas ab, das völlig anders ist, als wie ich äußerlich wirke.
Du kannst da stehen, dich lächelnd mit jemandem unterhalten und ein nettes Gespräch führen, und gleichzeitig denkst du, sie ist so ein Langweiler, oder sie redet zu viel. Du denkst: Ich mag sie wirklich nicht. Aber du lächelst.
Kannst du dir vorstellen, dass du es mit einem Erlöser zu tun hast, der deine Gedanken kennt und der alles aufdecken wird, was wir zudecken? Was bedeutet es, im Licht zu wandeln? Es bedeutet, in der Gegenwart des Einen zu leben, der unsere Gedanken kennt.
Psalm 90,8 sagt: „Du hast unsere Missetaten vor dich hingestellt. Unser geheimstes Tun in das Licht deines Angesichts.“ Es gibt nichts, was ich je getan habe, nichts, was ich jetzt tue, was er nicht weiß.
Sein Licht ist ein Scheinwerfer, ein Suchscheinwerfer, wie wir ihn hier uns auf Erden kaum vorstellen können. Er erreicht die tiefsten Bereiche, die Winkel unseres Herzens, die Dinge, von denen wir glauben, dass niemand sonst sie kennt. Er weiß um sie. Er durchleuchtet sie mit seinem Licht.
Jesus sagte zu der Frau am Brunnen: „Geh und hol deinen Ehemann.“ Sie entgegnete: „Ich habe keinen Ehemann.“ Jesus sagte: „Ich weiß. Fünf Männer hast du gehabt, und der Mann, mit dem du jetzt lebst, ist nicht dein Ehemann“ (vgl. Johannes 4,16-18).
Was sagte Jesus zu dieser Frau? Er sagte, dass die, die anbeten, im Geist und in der Wahrheit anbeten müssen. Jesus sagte: „Wenn du zu mir kommen willst, wenn du eine Beziehung zu mir haben willst, dann musst du bereit sein, in Wahrheit zu mir zu kommen.“
Es gibt nichts in meinen Gedanken, das Gott nicht weiß, aber er will, dass ich ehrlich ihm gegenüber werde und „Ja“ dazu sage, was vor ihm die Wahrheit ist. Das ist demütigend. Das ist hart. Das ist Teil des Pflügens, von dem wir gesprochen haben: echt und ehrlich zu werden.
Es gibt ein Bild, das im Johannesevangelium und im ersten Johannesbrief verwendet wird – und lasst uns jetzt 1. Johannes aufschlagen – und das hat mit dem ganzen Thema Licht zu tun. Johannes, der geliebte Jünger, spricht darüber in 1. Johannes 1. Er sagt in Vers 5: „Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen, dass Gott Licht ist und in ihm gar keine Finsternis ist.“
Das Licht enthüllt alles, was die Finsternis verbirgt. Dunkelheit verbirgt. Licht enthüllt. Was bedeutet das, etwas ans Licht zu bringen? Man enthüllt etwas. Es wird offenbar. Johannes sagt: „Hier ist der Ausgangspunkt. Gott ist Licht. Er sieht alles. In ihm ist keine Finsternis. Es gibt nichts, was er nicht weiß.“
In den folgenden Versen zeigt Johannes eine negative Entwicklung auf. Roy Hession schreibt darüber in seinem Buch „Wir möchten Jesus sehen“. Er spricht von drei Schritten, bei denen wir auf dem Weg weg vom Licht zunehmend getäuscht werden. Zunächst heißt es in Vers 6: „Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und doch in der Finsternis wandeln, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit.“
Das ist also der erste Schritt in der Entwicklung weg vom Licht. Wir lügen und tun nicht die Wahrheit. Das heißt, wir geben einen Eindruck von uns selbst ab, der nicht wahrhaftig ist. Wir sagen vielleicht keine Lüge, aber wir spielen eine Lüge. Wir schauspielern. Wir tragen eine Maske. Wir versuchen, die Wahrheit über uns selbst zu verbergen. Wir tun nicht die Wahrheit. Wir leben eine Lüge.
Wir lügen mit dem, was wir sagen, und manchmal lügen wir auch mit dem, was wir nicht sagen. So täuschen wir andere. Darin sind wir Experten. Wir tun es in unseren eigenen vier Wänden mit den Menschen, die uns am besten kennen, und wir tun es sicherlich auch, wenn wir in die Gemeinde gehen. Aber da hört es nicht auf.
Wir betrügen andere, aber dann, in Vers 8, kommen wir an den Punkt, an dem wir uns selbst betrügen. Vers 8: „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.“ Wir leben so lange eine Lüge, dass wir anfangen, unsere eigene Lüge zu glauben. Wir beginnen, andere zu betrügen, und enden damit, uns selbst zu betrügen.
Dann denken wir: „Ich habe doch nichts wirklich Schlimmes getan. Ich bin nicht so neidisch oder stolz wie andere Leute.“ Die meisten Christen glauben, es gehe ihnen gut. „Ja, ich habe meine Kämpfe, aber nicht so viele wie die dort.“ Wir betrügen uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.
Und das Schlimmste steht in Vers 10: „Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben (…).“ Wenn wir die Wahrheit verdecken, wenn wir unsere Sünden zudecken, wenn wir uns weigern, ins Licht zu treten und sagen, dass wir nicht gesündigt haben, was tun wir dann? „So machen wir ihn [also Gott] zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.“
Wir haben einen Punkt erreicht, an dem wir nicht nur andere, sondern auch uns selbst betrogen haben. Wir glauben mittlerweile, dass wir ganz in Ordnung sind, weil wir uns mit anderen verglichen haben. Und dann kommt der Moment, wo Gott zu uns spricht und sagt: „Du bist ein Lügner. Du bist begehrlich. In deinem Herzen ist Unmoral. Du bist selbstsüchtig. Du bist stolz.“ Und wir antworten: „Wer, ich etwa?“
Was machen wir da eigentlich? Indem wir sagen: „Gott, Du kennst die Wahrheit gar nicht“, sagen wir: „Gott, Du bist ein Lügner.“ Das würden wir zwar nicht direkt so formulieren, aber es ist im Grunde das, was wir meinen. Daher ist unser grundlegendes, erstes Bedürfnis, wenn wir Erweckung erleben wollen, dass wir die Wahrheit sehen, die Wahrheit über Gott, die Wahrheit über uns selbst und die Wahrheit über unsere Sünde, so wie Gott sie sieht.
Jesus sagte zu Nikodemus in Johannes, Kapitel 3, Verse 20-21: „Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott getan sind.“
Hast du den Gegensatz mitbekommen? Zwei verschiedene Arten von Menschen. Zum einen die, die Böses tun. Was ist typisch für sie? Sie wollen nicht ins Licht gehen. Sie wollen nicht offenbar werden. Sie widerstehen dem Licht. Sie wollen nicht im Licht sein, denn es würde ihre Taten bloßstellen. Die, die Böses tun.
Nun würde man meinen, das Gegenteil von denen, die Böses tun, seien die, die tun, was recht ist, doch im Vers steht es anders. Zuerst geht es um die, die das Böse tun, und den Kontrast bildet der, der die Wahrheit tut. Wer sich nach der Wahrheit richtet, der tritt ins Licht. Er lebt in der Wahrheit und im Licht. Das ist das Gegenteil davon, Böses zu tun.
Gott will nicht, dass wir einfach mehr gute Taten tun. Es geht ihm nicht darum, dass wir uns mehr anstrengen, um bessere Christen zu sein. „Ich werde gut sein“, sagen wir. Doch Gott sagt: „Nein, ich will, dass du wahrhaftig darüber bist, wer du bist und wie der Zustand deines Herzens ist.“ Fang mit dem an, was er dir als Erstes zeigt. Lebe darin im Licht. Sprich mit Gott darüber. Stimme mit Gott überein, erzähle es jemand anderem. Das macht demütig.
Je mehr du dich demütigst, je mehr du im Licht lebst, desto mehr Licht wird Gott dir schenken. Du sagst: „Oh, da ist ja noch mehr.“ Noch etwas? Ja, aber du wirst es schätzen lernen, im Licht zu leben. Denn denk daran: Wer seine Sünde bekennt und lässt, der wird Gnade finden.
Wandelst du im Licht? Lebst du im Licht? Führst du ein offenes, transparentes, ehrliches Leben vor Gott und den Menschen? Tust du die Wahrheit, wie Jesus es zu Nikodemus sagte? Gibt es etwas in deinem Leben, von dem du möchtest, dass es nicht ans Licht kommt? Etwas, das nicht bloßgestellt werden sollte? Dann komm damit heraus, bevor Gott es hervorbringen muss. Demütige dich selbst.
Einige von euch werden zu ihrem Partner gehen müssen, zu einem Elternteil, zu einem Vorgesetzten oder Kollegen, zu einem Pastor, zu jemandem, den ihr belogen habt. Ihr habt etwas vertuscht, vorgetäuscht, ihr habt geschauspielert, ihr ward nicht ehrlich vor Gott und Menschen über bestimmte Bereiche eures Lebens, über Einstellungen und Handlungen.
Ich kann nicht in dein Herz sehen und du nicht in meins, doch wenn wir Gottes Kinder sind, haben wir Gottes Heiligen Geist in uns, und er überführt. Er macht das Licht an und sagt: „Jetzt ist es Zeit, diese Sache anzupacken.“ Dann lauf nicht vom Licht weg. Lehne es nicht ab. Widerstehe ihm nicht. Laufe direkt darauf zu, denn in diesem Licht ist Gott. Das ist Gott. Möchtest du Gott nahe sein? Dann komm zum Licht und richte dich nach der Wahrheit, tue die Wahrheit.
Lea: Im Licht zu leben, klingt so befreiend und erhebend. Ich hoffe, du setzt das, was du gerade von Nancy DeMoss Wolgemuth gehört hast, in die Tat um. In meinem Arbeitsbuch habe ich am Rand notiert: „Wir decken auf, Christus deckt zu!“ Wir decken unsere Sünde auf, wir sind ehrlich und aufrichtig und ER deckt zu. Die heutige Folge vermittelt ein Gefühl der Freude, das sich einstellt, wenn man eine Erweckung erlebt, wenn man ins Licht kommt und aufrichtig wird.
Aufrichtigkeit ist eines der Themen, die Nancy in dem hilfreichen Studienbuch „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“ behandelt. In diesem Kurs entdeckst du die Freude an persönlicher Erweckung, Demut, Aufrichtigkeit, Buße und Heiligung. Hat dich die heutige Sendung inspiriert, dann hol dir ein Exemplar von „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“ aus dem Rigatio Verlag und wachse in diesen Bereichen weiter.
Eine Schauspielerin wuchs in der Gemeinde auf. Sie war keine von der Sorte, die im Rampenlicht auf der Bühne stehen. Sie spielte mehr hinter den Kulissen. Finde heraus, warum es für sie so befreiend war, endlich ihre Maske abzulegen. Ich hoffe, du bist bei der nächsten Folge von Belebe unsere Herzen wieder dabei. Sie heißt „Nicht mehr so tun als ob“.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
© 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.