Lea Köster: Jennifer wuchs in der Gemeinde auf und machte allen etwas vor. Dann entdeckte sie, welche Kraft in der Aufrichtigkeit liegt.
Jennifer: „Ich war unehrlich. Ich habe euch angelogen. Ich hab euch allen vorgegaukelt, ich sei das super fröhliche, unbekümmerte christliche Mädel und würde es lieben, hier zu sein. Ich bin stolz darauf, den Chor zu leiten und überall dabei zu sein. Ich bin auch stolz darauf, dass ich die Tochter des Pastors bin, mit der alles in Ordnung ist.
Nun, ich habe gelogen.“
Lea: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Warum sollte jemand riskieren, schonungslos ehrlich zu sein? Lohnt es sich wirklich, den Mund aufzumachen?
Nancy DeMoss Wolgemuth wird uns gleich den großen Lohn der Aufrichtigkeit erläutern. Aufrichtigkeit ist ein wichtiger Teil der Erfahrung von persönlicher Erweckung, über die wir hier in der Serie „Seeking …
Lea Köster: Jennifer wuchs in der Gemeinde auf und machte allen etwas vor. Dann entdeckte sie, welche Kraft in der Aufrichtigkeit liegt.
Jennifer: „Ich war unehrlich. Ich habe euch angelogen. Ich hab euch allen vorgegaukelt, ich sei das super fröhliche, unbekümmerte christliche Mädel und würde es lieben, hier zu sein. Ich bin stolz darauf, den Chor zu leiten und überall dabei zu sein. Ich bin auch stolz darauf, dass ich die Tochter des Pastors bin, mit der alles in Ordnung ist.
Nun, ich habe gelogen.“
Lea: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Warum sollte jemand riskieren, schonungslos ehrlich zu sein? Lohnt es sich wirklich, den Mund aufzumachen?
Nancy DeMoss Wolgemuth wird uns gleich den großen Lohn der Aufrichtigkeit erläutern. Aufrichtigkeit ist ein wichtiger Teil der Erfahrung von persönlicher Erweckung, über die wir hier in der Serie „Seeking Him - Neu belebt von ihm“ sprechen.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Erinnert ihr euch, (heute ist das ja nicht mehr üblich) dass man früher Briefe mit „Hochachtungsvoll“ oder „Ihre aufrichtig ergebene sowieso“ unterschrieben hat? Das Wort „aufrichtig“ ist ein wichtiges Wort im Verlauf einer Erweckung, und es kommt im Neuen Testament an einigen zentralen Stellen vor.
Eine davon ist 1.Timotheus 1,5 (ELB), wo Paulus sagt: „Das Ziel der Weisung,“ also das Ziel des Gebotes, das Ziel dessen, was wir euch gelehrt haben, „ist Liebe“.
Wir wollen, dass ihr Gott liebt, dass ihr einander liebt und dass ihr auch andere Menschen liebt. Und diese Liebe entspringt aus einem „reinen Herzen[, einem] guten Gewissen und [einem] ungeheuchelten Glauben“ oder nach einer anderen Übersetzung: einem „aufrichtigen Glauben“ (NLB).
Über diese drei Elemente, ein reines Herz, ein gutes Gewissen und einen aufrichtigen Glauben, werden wir in den nächsten Wochen in dieser Serie noch oft reden. Denn sie sind Voraussetzung dafür, dass wir in der Liebe leben – in der Liebe zu Gott und in der Liebe zueinander.
Das Ziel ist also die Liebe, und sie kommt aus einem reinen Herzen, einem guten Gewissen und einem ungeheuchelten oder aufrichtigen Glauben.
Paulus sagt im Philipperbrief 1,9+10 : „Um das bete ich, (...) dass ihr lauter [in einer alten englischen Übersetzung steht da ‚aufrichtig‘] und ohne Anstoß seid bis auf den Tag des Christus.“
Nun, das Wort „aufrichtig“ (im Englischen ist das sincere) kommt von den zwei lateinischen Wörtern sine cera, die bedeuten: „ohne Wachs“. Bibelausleger diskutieren darüber, was der ursprüngliche Gebrauch dieser Worte war und wie sie im Kontext des Neuen Testamentes zu verstehen sind.
Einige dieser Ausleger schlugen vor, dass sie sich auf eine Situation beziehen, die sich bei den alten Töpfern, insbesondere in der Stadt Korinth, öfters abspielte. Die Töpferei war dort ein lukratives Geschäft.
Die Töpferware wurde zuerst geformt und dann zum Härten in den Ofen gestellt. Zum Schluss wurde sie von allgemein anerkannten Töpfern auf Risse hin überprüft, die durch den Härtungsprozess im Brennofen möglicherweise entstanden waren.
Und wenn sie irgendwelche Risse fanden, warfen sie die Ware weg, und man musste wieder ganz von vorne beginnen. Deshalb war Töpferware, die keine Risse aufwies, so wertvoll.
Nun gab es einige Töpfer, die versuchten, eine schnelle Mark zu machen, und sie machten es sich leicht. Sie wurden zwar weniger geachtet, aber sie nahmen einfach so eine fehlerhafte Töpferarbeit und rieben etwas Wachs in den Riss.
Und ein paar dieser Töpfer verkauften ihre mit Wachs ausgebesserten Tontöpfe, als wenn es Ware von bester Qualität wäre. Mit bloßem Auge, wenn man nicht ganz genau hinsah, ließ sich der Unterschied auch nicht feststellen.
So unterboten sie die ehrlichen Töpfer, deren Ware keinen Wachs enthielt, deren Töpferei also sine cera war. Die ehrlichen Töpfer reagierten damit, dass sie Schilder über den Eingang ihrer Geschäfte hängten, auf denen stand: „sine cera“. Das hieß: „Dieser Laden verkauft Töpferware ohne Wachs. Reine Töpferware. Sauber. Einwandfrei. Ohne Mängel.“
Es gibt verschiedene Worte in der griechischen Sprache des Neuen Testaments, die mit „aufrichtig“ übersetzt werden können. Eines dieser Worte bedeutet „Klarheit“. Reinheit. Ehrlichkeit. Es bedeutet „nicht vermischt“ oder „ohne jeden Betrug“.
Es gibt noch ein anderes Wort, ein ähnliches Wort im Griechischen, das mit „aufrichtig“ übersetzt wird. Und die Bedeutung dieses Wortes ist so etwas wie „im Licht geprüft“, „getestet und als echt befunden“. Das Vine's Expository Dictionary sagt, die Bedeutung dieses Wortes sei „frei von Flecken oder irgendeinem Makel, und zwar in einem solchen Maße, dass es der Untersuchung bei prallem Sonnenlicht standhält.“
Wenn also die Sonne auf diese Töpferarbeit scheint, wird man keinen einzigen Riss entdecken, der mit Wachs ausgebessert wäre. Man kann sie unbedenklich gegen die Sonne halten. Auch dann ist sie noch sauber, ganz und einwandfrei.
Ich muss an meine Fenster denken, wenn es darum geht, Dinge im Licht der Sonne zu prüfen. Man könnte sie für super sauber halten – bis etwa 4 Uhr nachmittags, wenn die späte Nachmittagssonne das zum Vorschein bringt, was man sonst nicht sieht und was eben nur das Sonnenlicht offenbar macht.
Aufrichtigkeit bedeutet, den Reinheitstest des Sonnenlichts zu bestehen. Echt sein. Rein sein. Und Jesus ist das Licht der Welt. Er strahlt mit seinem Licht in unsere Herzen. Gott ist Licht. Und in ihm ist gar keine Finsternis.
Wenn wir in seine Gegenwart kommen, scheint sein Licht auf uns, und die Frage ist: Was macht dieses Licht offenbar? Sind wir aufrichtig? Sind wir ohne Wachs, ohne Täuschung, verstellen wir uns nicht?
Oder versuchen wir die problematischen Bereiche unseres Lebens, all die Unzulänglichkeiten, so zu kitten, dass keiner sie mitbekommen kann? Aber dann kommt Gott mit seinen alles sehenden, alles wissenden, mit seinen alles erhellenden Augen und sagt: „Ich kenne das.“
Da ist etwas Wachs. Da verheimlichst du mir etwas. Da machst du mir etwas vor. Dies ist keine reine Töpferware. Da ist etwas Wachs. „Ja, das ist wirklich echt!“ Das ist es doch, was wir hören wollen, wenn Gott mit seinem Licht in unsere Herzen strahlt, oder?
Nun, das Gegenteil des Wortes „aufrichtig“ wäre das Wort „geheuchelt“ oder „Heuchler“. Und das kommt von einem griechischen Wort, das „Schauspieler“ bedeutet.
Es bedeutet, eine Rolle zu spielen. Also etwas vorzugeben. Ein Schauspieler in griechischen Stücken verwendete eine Maske, um eine Rolle zu spielen. Er zog diese Maske über sein Gesicht, und so wusste keiner, wer er war. Er gab vor, jemand zu sein, der er in Wirklichkeit nicht war.
Er war eine Nachahmung. Ein Heuchler ist jemand, der „vorgibt, etwas anderes oder besseres zu sein, als er wirklich ist“. Ist dir bewusst, dass Jesu härteste Kritik im Neuen Testament nicht gegen Menschen gerichtet war, von denen jeder wusste, dass sie Sünder waren – wie die Frau, die beim Ehebruch erwischt worden war, oder der Zöllner, der Betrüger, der Dieb? Sie wussten, dass sie Sünder waren.
Jesus kritisierte die Menschen am meisten, die Masken trugen – die Heuchler, Menschen, die eine Rolle spielten. Die Pharisäer. Damit verbinden wir doch noch heute diesen Begriff, oder? Ein Heuchler ist jemand, der eine Rolle spielt.
In der Regel waren Pharisäer Menschen, die vorgaben, religiöser zu sein, als sie es wirklich waren. Sie trugen eine Maske, um die Verdorbenheit ihrer Herzen zu verbergen.
Ich hatte das Privileg, viele Jahre als Teil eines größeren Teams bei Life Action Ministries mitzuarbeiten. Dies ist ein Dienst, der sich dem Ziel verschrieben hat, die Botschaft von der Suche nach Gott und der Erweckung – sowohl persönlich als auch gemeinschaftlich – in Ortsgemeinden quer durch Amerika zu bringen.
Über die Jahre hinweg konnte ich, als Teil des Dienstes, an solchen Erweckungsversammlungen in den örtlichen Gemeinden teilnehmen. Dort hörte ich ganz verschiedene Menschen davon erzählen, was Gott in ihrem Leben tat, als sie ihre Masken fallen ließen und aufrichtig wurden.
Ich möchte jetzt zwei kurze Clips einspielen. Es sind Zeugnisse aus der letzten Zeit von Life Action Ministries. Wir haben die Erlaubnis der Frauen, ihre Zeugnisse mit euch zu teilen.
Beide Frauen waren Gemeindemitglieder, und sie waren auch in Leitungsfunktionen. Hört sie euch gerne an, wie sie, erst kürzlich, öffentlich vor ihrer Gemeinde bekannten, dass der Eindruck, den sie bei anderen hinterlassen hatten, nicht aufrichtig war.
Videoclip 1: „Ich kam zu dieser Evangelisation und sagte: ‚Herr, ich weiß, dass mit mir etwas nicht stimmt, aber ich weiß nicht genau, was es ist.‘ Ich war zu stolz, um zu erkennen, woran es lag.
Es gab viele Gründe, aber diese eine Sache traf mich mitten ins Herz. Ich weiß gerade nicht mehr, welche Verse es waren, aber sie wurden andauernd wiederholt: ‚(...) Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler!‘ (vgl. Matthäus 23,13-29).
Ich gehöre zu den Leitern eures Kinderprogramms und ich habe keinen einzigen Vers auswendig gelernt seit... Ich kann nicht mal mehr sagen, wie lange das her ist. Woche für Woche sind eure Kinder zu uns gekommen, und ich entschuldige mich bei euch allen. Es tut mir so leid.
Ich stehe jetzt vor euch, und ich bekenne, ich war nicht die Leiterin, die ich hätte sein sollen, und ich bitte euch, mir zu vergeben.“
Videoclip 2: „Ich war unehrlich. Ich habe euch angelogen. Ich habe euch allen vorgegaukelt, ich sei ein super fröhliches, unbekümmertes, gläubiges Mädel, das es liebt, hier zu sein. Ich bin stolz darauf, den Chor zu leiten und überall dabei zu sein. Ich bin auch stolz darauf, dass ich die Tochter des Pastors bin, mit der alles in Ordnung ist.
Nun, ich habe gelogen. Ich war sehr verbittert, sehr wütend geworden. Ich bin dann auf diesen Parkplatz gefahren, und ich hasste es. Ich war so verbittert gegen Gott, dass ich anfing, euch zu verachten.
Ich grollte meiner Familie, besonders meinem Vater. Ich war sauer auf Gott und hinterfragte, warum er mich geschaffen und mir bestimmte Dinge zugemutet hat. Mit meiner Wut verärgerte ich meinen Mann. Ich muss euch um Vergebung bitten, weil ich euch vorgemacht habe, ich sei jemand, der ich nicht bin.
Ich brauche euer Gebet, damit die Freude des Herrn in mein Herz zurückkehrt und ich wieder das Gefühl habe, mit ihm und mit euch Gemeinschaft haben zu können. Ich schäme mich so sehr dafür, dass ich euch getäuscht habe. Das ist mir sehr peinlich. Ich habe euch allen etwas vorgemacht, aber jetzt habe ich euch gezeigt, was hinter meiner Fassade ist, und jetzt kennt ihr die wahre Jennifer.
Ich möchte, dass ihr wisst, dass ich euch lieb habe, und ich liebe den Herrn, und bin bereit, mich zu ändern.“
Nancy: Jennifer sagte: „Ich habe euch allen was vorgemacht.“ Aber spüren wir nicht, durch ihre Tränen hindurch, die Freiheit, die in ihr Herz einzog, als sie sagte: „Jetzt wisst ihr, wer ich wirklich bin.“?
Es ist mühsam, eine Maske aufrechtzuerhalten. Es ist harte Arbeit, so zu tun als ob. Es wird dich zermürben.
Wenn dann also das Licht der Gegenwart Gottes dein Leben erforscht und dein Leben im Licht ist, wird Gott dann sagen, dass dein Leben aufrichtig, ohne Heuchelei, ohne Wachs und ohne Täuschung ist? Ohne etwas vorzuspielen? Sondern einfach echt, sauber und rein vor ihm?
Wenn nicht, dann geh ins Licht. Sei ehrlich zu Gott. Sag ihm: „Ich war eine Heuchlerin. Ich habe etwas vorgespielt, aber ich will echt werden. Ich will ehrlich sein. Ich möchte einfach die sein, die ich bin, und ich möchte, dass Du mich so veränderst, wie Du mich haben willst.“
Oh Herr, wie sehr bete ich darum, dass Du eine Erweckung der Ehrlichkeit in unsere Herzen, in unsere Familien, in unsere Gemeinden bringst – dass wir aufhören, etwas vorzugeben. Vergib uns, Herr, unsere Heuchelei, dass wir so tun, als wäre alles in Ordnung und als ginge es uns gut, und doch ist da Zorn und Bitterkeit und sexuelle Begierde und Unreinheit und Lust und Habgier und Götzendienst in uns, und wir verstecken es.
Oh, Herr, hilf uns, vor Dir echt, aufrichtig und ehrlich zu werden. Und was wir ans Licht bringen, das kannst Du durch das Blut Jesu reinwaschen und neu machen. Ich bitte dich darum, dass du das in unser aller Herzen tust. In Jesu Namen, Amen.
Lea: Gott bietet jedem Freiheit an, der damit kämpft, die Täuschung aufrechtzuerhalten. Nancy wird sich gleich weiter mit dem wichtigen Thema der Aufrichtigkeit befassen.
Ich möchte dich nur kurz auf die Möglichkeit hinweisen, dir Nancys Kursbuch „Neu belebt von Ihm“ zu besorgen. Der Abschnitt darin über Ehrlichkeit wird dich weiter durch den Prozess der Veränderung führen.
Du wirst sehen, was die Bibel zu diesem Thema sagt und das wird dir helfen, die Bereiche zu erkennen, in denen du noch nicht ganz ehrlich bist. Das Kursbuch behandelt auch andere wichtige Themen wie Buße, Demut und sexuelle Reinheit.
Hier ist jetzt nochmal Nancy mit mehr zum Thema Aufrichtigkeit.
Nancy: Wenn du seit dem 11. September 2001, also seit 9/11, mal geflogen bist, weißt du sicher, dass Sicherheitsmaßnahmen sehr verschärft worden sind und dass es überall diese Metalldetektoren gibt. Wo man hingeht, muss man Sicherheitsschleusen durchlaufen.
Sie suchen nach Dingen, die man irgendwie am Körper trägt. Man muss die Schuhe und die Jacke ausziehen, die Tasche öffnen. Das Gepäck wird mit hochauflösenden Geräten untersucht. Sie wollen rauskriegen, was man vielleicht verstecken will oder worüber man sie täuschen möchte.
Nun, heute möchte ich uns dazu auffordern, uns Gottes Röntgengeräten zu stellen – und seine Ausstattung ist weit ausgefeilter, als womit ein Flughafen aufwarten kann – ich möchte, dass wir Gott unsere Herzen erforschen lassen. Es geht um Aufrichtigkeit, nicht einfach nur darum, die Wahrheit zu sagen, sondern sie zu leben. Zur Wahrheit in unserem tiefsten Inneren zu stehen.
Hebräer 4,12 sagt uns, dass das Wort Gottes lebendig und wirksam ist; es ist mächtig; es ist schärfer als jedes zweischneidige Schwert; es dringt durch und scheidet Seele und Geist.
Wie kann man eine Linie ziehen zwischen Seele und Geist? Denken wir, wir wüssten, wo die Grenze zwischen Seele und Geist ist? Aber das Wort Gottes dringt bis in diese feinen Orte und Bereiche unserer Herzen durch.
Es trennt Mark und Bein. Es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens. Das Wort Gottes deckt auf, was ich wirklich denke, was meine Motive sind, wer ich wirklich bin. Vers 13: „Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern alles ist enthüllt und aufgedeckt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft zu geben haben.“
Es geht darum, aufrichtig vor Gott und auch vor anderen zu leben. Ein Schriftsteller hat das mal so ausgedrückt: „In unserer Beziehung zu Gott mit abgedecktem Dach und in unserer Beziehung zu den Menschen um uns her mit heruntergelassenen Mauern zu leben.“ So sieht ein ehrliches, transparentes, demütiges Herz aus, das Gott erwecken kann.
Also zuerst das abgedeckte Dach, aufrichtig vor Gott sein. Worüber müssen wir vor Gott aufrichtig sein? Über unseren wahren geistlichen Zustand. Wer wir wirklich sind.
Sicher erinnert ihr euch an Jakob im Alten Testament. Sein Name bedeutet „Betrüger“. Er manipulierte und betrog von Mutterleibe an. Er war hinterhältig und berechnend von Anfang an.
Er betrog seinen Bruder um das Erstgeburtsrecht. Dann täuschte er seinen Vater. Wir lesen davon in 1. Mose 27. Jakob ging hinein zu seinem Vater und beanspruchte als Zweitgeborener den Segen, den sein Vater Isaak dem erstgeborenen Sohn Esau geben wollte.
Aber Isaak war alt; er war blind. Er konnte nicht sehen, und Jakob hatte an alles gedacht. Er wusste, wie er vortäuschen konnte, der Bruder zu sein, der er nicht war.
In 1. Mose 27,18 heißt es: „Und er ging hinein zu seinem Vater und sprach: Mein Vater! Er [sein Vater] antwortete: Hier bin ich! Wer bist du, mein Sohn?“ Eine wichtige Frage. „Jakob sprach zu seinem Vater: Ich bin Esau, dein Erstgeborener“ (Vers 19).
Er tat, was er all sein Leben lang getan hatte – er täuschte, er log und gab vor, jemand zu sein, der er nicht war: „Ich bin Esau.“
Wer bist du? Ich bin Esau. „Ich habe getan, wie du mir gesagt hast. Steh doch auf, setz dich und iss von meinem Wildbrett, damit mich deine Seele segne!“ Jakob hatte eine Absicht; er war hinter dieser Sache her, die er haben wollte, und er musste sich verstellen, um sein Ziel zu erreichen.
Nun spulen wir vor und kommen viele Jahre später zu der Szene, in der Jakob mit dem Engel Gottes ringt (1. Mose 32,24-30). Es ist mitten in der Nacht, und der Engel sagt zu Jakob: „Was ist dein Name?“ (Vers 28). Dieselbe Frage, die ihm sein Vater Jahre zuvor gestellt hatte. Diesmal lautet die Antwort: „Jakob“.
Ich denke, erstmalig in seinem Leben trat Jakob hier wirklich ins Licht, denn indem er zugab, wer er war, sagte er auch: „Ich bin Jakob, der Betrüger. Ich bin der, der sein ganzes Leben lang gelogen und betrogen hat, ich war hinterhältig und berechnend. Das ist mein Charakter.“
Jakob wusste, dass er aufhören musste, Gott zu belügen. Er musste ins Licht kommen. Dieser Engel Gottes – eine Erscheinung Christi vor seiner Fleischwerdung, glaube ich – rang ihn zu Boden.
Jakob wusste, dass er den Kampf um seine Täuschungen verloren hatte. Er konnte mit dem Verstellen nicht weitermachen. Darum sagte er endlich: „Ich bin Jakob. Einfach Jakob.“ Erstmalig wurde er aufrichtig.
Ich denke an einen Mann, der vor Jahren in einem Gottesdienst mit Life Action Ministries in einer Gemeinde in Texas aufstand; ich erinnere mich noch sehr gut daran. Der Mann, ein Geschäftsmann, sagte: „Ich bin ein Dieb.“
Die Leute schauten ihn an. „Wie? Der Mann steht in der Gemeinde auf und sagt: ‚Ich bin ein Dieb‘? Das ist nicht der Ort, wo man so etwas zugibt!“ Doch, das ist der Ort, an dem wir solche Dinge zugeben sollten, wenn so die Realität aussieht!
Dieser Mann war Steuerberater, und er bekannte, dass er das Rentenkonto seiner eigenen Mutter bestohlen hatte. Er verwaltete ihre Angelegenheiten, und er stand vor der Gemeinde auf, trat ins Licht und sagte: „Ich bin ein Dieb. Das bin ich tatsächlich.“
Als ich diese Reihe vorbereitete, suchte ich einige Dateien auf meinem Laptop. Dabei stieß ich auf ein paar Tagebucheinträge, die ich vor etlichen Jahren gemacht hatte, und ich erinnerte mich wieder an Dinge, die ich inzwischen vergessen hatte. Gott hatte mich damals an einen Punkt gebracht, wo ich ins Licht trat und aufrichtig wurde.
Ich möchte euch etwas vorlesen, was ich damals aufschrieb, als ich in dem Prozess war, Gott gegenüber ehrlich zu werden. Ich schrieb:
„Seit Tagen lebe ich gemäß dem Fleisch. Die ganze Zeit war ich negativ, kritisch und herrschsüchtig, verkrampft, auf mich selbst bezogen und eigensinnig, und ich weiß, meine Haltung war für die Menschen um mich herum nicht angenehm.
Ich habe respektlos über Männer Gottes gedacht und gesprochen. Ich habe sie nicht höher geachtet als mich selbst; ich habe ihre Handlungen kritisiert und ihre Motive in Frage gestellt. Ich habe ihre Vorträge beurteilt und kritisiert. Ich habe mich und meine Meinung erhöht, und andere und ihre Ansichten herabgesetzt. Anstatt zu dienen, wollte ich bestimmen.
Ich habe meine Zunge nicht im Zaum gehalten; ich habe andere nicht angefeuert und ermutigt, sondern war kritisch. Ich bin die törichte Frau gewesen, über die ich geschrieben habe, die ihr Haus mit ihren eigenen Händen niederreißt.” (Und ich fuhr fort, ehrlich zu dem Herrn zu reden.) Das ging also in meinem Herzen vor.
Nun, das meiste von dem, was ich gerade gelesen habe, wäre anderen Leuten nicht aufgefallen, aber einige registrierten es doch.
Doch zunächst musste ich vor Gott aufrichtig werden und sagen: „Ich wollte bestimmen. Es musste immer nach meinem Willen gehen. Es ging mir darum, dass alles entsprechend meinen Vorstellungen lief.“ Ich musste einfach aufrichtig vor dem Herrn werden.
Ich möchte dir sagen, es brachte mir so eine Befreiung und Erleichterung, als ich vor Gott ehrlich wurde. Wer bist du? Wie heißt du? Esau oder Jakob? Sei aufrichtig. Bist du wütend? Lebst du eine Lüge? Bist du unmoralisch?
Vielleicht bist du nicht bekehrt. Du bist in der Gemeinde und siehst wie ein guter Christ aus, aber du hast nie eine Wiedergeburt erlebt. Bist du selbstsüchtig? Abhängig von irgendetwas? Lasst uns über Motive, über Werte und Standpunkte, über Persönlichkeit und Charakter sprechen!
Stell dich Gottes Röntgengerät. Lass Ihn das Licht anmachen und werde aufrichtig vor ihm. Bete: „Herr, erforsche mein Herz. Zeig mir, was Du siehst. Und was Du auch siehst, was Du auch sagst, ich bin einverstanden.“
Oh Herr, ich bitte, erforsche und prüfe uns, mach Dein Licht in unseren Herzen an. Hilf uns, der Wahrheit zuzustimmen; nicht etwas vorzugeben oder zu verbergen, nicht etwas vorzuspielen, sondern einfach ehrlich, echt und reinen Herzens vor Dir zu sein. Hilf uns, dass wir wissen, dass alles gut ist zwischen unserer Seele und unserem Erlöser, in unserer Ehe, Familie, an unserem Arbeitsplatz. Hilf uns zu wissen, dass wir im Gehorsam vor Dir leben.
Danke, Herr, dass Du uns erforschst. Doch bitte wasche uns auch rein durch das Blut Jesu. Schenke bitte, dass wir das alle heute erfahren. Ich bete in Jesu Namen, Amen.
Lea: Es scheint dir vielleicht leichter, Tag für Tag eine Maske aufzusetzen und einen falschen Eindruck zu erwecken. Aber Nancy DeMoss Wolgemuth hat uns heute daran erinnert, wie echte Freiheit entstehen kann, wenn wir unsere Maske ablegen und Gott gegenüber aufrichtig werden.
Die heutige Lektion ist Teil einer Serie mit dem Titel „Seeking Him - Neu belebt von ihm“. Darin geht es darum, die Freude persönlicher Erweckung zu erleben. Wenn die heutige Sendung über Aufrichtigkeit hilfreich für dich war und dich überführt hat, wirst du von der gesamten Reihe sehr profitieren.
Entdecke die Freude, die aus Demut, Reinheit, Gnade, Gehorsam und Vergebung entsteht. Es bedeutet so viel Freiheit und Freude, wenn du Gott erlaubst, diese Eigenschaften in dir zu entwickeln.
Wenn du erst einmal aufrichtig mit Gott geworden bist, ist der nächste Schritt, ehrlich mit anderen zu werden. Finde mehr darüber heraus, wenn Nancy beim nächsten Mal an dieser Stelle weitermacht. Die nächste Folge von Belebe unsere Herzen heißt: Aufrichtigkeit hat Auswirkungen.
Marie: Als Christen wissen wir, dass der Schöpfer des Universums, der Sonne, Mond und Sterne gemacht hat, durch sein Wort zu uns gesprochen hat.
Und weißt du was? Er spricht auch heute noch durch sein Wort zu dir ganz persönlich.
Aber wie sieht es bei dir aus? Hast du das Staunen darüber verloren, seine Stimme zu hören? Ist das Lesen von Gottes Wort für dich Routine, langweilige Pflicht oder erst gar nicht existent? Was, wenn das Problem nicht das Wort Gottes ist, sondern der Zustand deines Herzens?
Es gibt Hoffnung! Mach dich bereit, das Wunder des Wortes zu entdecken! In wenigen Monaten ist es soweit: Eine Frauenkonferenz über das Wort Gottes. Geballte Wahrheit, die uns frei macht und neu belebt!
Vom 2. bis 4. Oktober 2025 bringt Belebe unsere Herzen die True Woman - Konferenz von Revive Our Hearts Ministries live aus Indianapolis zu dir nach Hause.
Erlebe ein Wochenende unter Gottes Wort, lade deine Freundinnen ein oder organisiere ein eigenes Event!
Ich hab hier Annette bei mir. Sag mal Annette, was verbirgt sich eigentlich hinter dem Titel der Konferenz: Das Wort - Bestaune das Wunder?
Annette: Psalm 119,18 bringt es auf den Punkt: „Öffne mir die Augen, damit ich sehe die Wunder in deinem Gesetz!“ Gottes Wort selbst ist ein Wunder. Ein ganzes Buch, das über die Jahrtausende erhalten wurde! Es ist lebendig und wirksam; in ihm begegnen wir Jesus Christus. Das Wort Gottes hat unzähligen Gläubigen immer wieder echten Trost gespendet. Es ist nicht einfach ein Buch, sondern es sind Worte der Rettung und Hoffnung. Worte des Lebens. Worte, die Leben spenden.
Bei der Konferenz im Oktober wollen wir den Wert dieses Schatzes gemeinsam wiederentdecken und uns daran erinnern, welche Kraft es für unseren Alltag bereithält, denn Gottes Wort belebt die Herzen.
Marie: Wie passend ist da Psalm 119, 25, wo es heißt: „Belebe mich nach deinem Wort.“ Denn das ist es ja, was Gottes Wort macht. Es belebt, erquickt, will Leben spenden.
Annette: Ist das nicht ein Wunder? Und auf der Konferenz werden uns verschiedene Sprecher in das Wunder des Wortes Gottes hineinführen. Neben Nancy DeMoss Wolgemuth sprechen unter anderem Kevin DeYoung, Dannah Gresh, Mary Kassian und Jacky Hill Perry.
Marie: Ich weiß ja nicht, wie es unseren Zuhörerinnen geht, aber ich freue mich auf die Konferenz, und ihr könnt bei der Liveübertragung dabei sein! Allein oder in einer Gruppe von Frauen. Alle weiteren Informationen rund um Zeitumstellung und Anmeldung findest du unter www.belebeunsereherzen.com.
An dieser Stelle möchte ich im Namen von Belebe unsere Herzen dem CLV von Herzen danken, denn mithilfe seiner Unterstützung können wir euch die Konferenz kostenfrei zur Verfügung stellen.
Annette: Erlebe drei Tage mit kraftvoller biblischer Lehre und Lobpreis!
Lass das Wunder des Wortes Gottes dich neu berühren, stärken und verändern!
Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth ist Teil von Revive Our Hearts Ministries Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
© 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.