Lea Köster: Beständiges Gebet hinter den Kulissen ist meistens die Grundvoraussetzung für Erweckung. Dazu Lyle Dorsett:
Lyle Dorsett: In der Kirchengeschichte gab es immer wieder Phasen großer und bedeutender Erweckungen. Ganze Städte, Regionen oder sogar Nationen waren erfüllt von Bekenntnis, Buße und Gebet. Solche Zeiten gab es immer wieder. Jedoch überdauerte stets eine Konstante diese Höhepunkte: nämlich Gebetstreffen und Menschen, die sich nach Erweckung sehnten und dafür beteten.
Lea: Hallo, willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wohlgemuth gesprochen von Annette Schorre. Vor etwa hundertfünfzig Jahren beteten glaubenstreue Menschen um Erweckung. Sie verharrten im Gebet, ohne zu wissen, wie die Sache ausgehen würde. Gott antwortete: Er veränderte dieses Volk und schenkte echte Erweckung. Wir werden diese Geschichte in ein paar Minuten hören. Doch vorab: Eines der Merkmale echter Erweckung ist Aufrichtigkeit. Dies erklärt Nancy uns diese Woche im Rahmen unserer Sendereihe „Seeking Him - Neu belebt …
Lea Köster: Beständiges Gebet hinter den Kulissen ist meistens die Grundvoraussetzung für Erweckung. Dazu Lyle Dorsett:
Lyle Dorsett: In der Kirchengeschichte gab es immer wieder Phasen großer und bedeutender Erweckungen. Ganze Städte, Regionen oder sogar Nationen waren erfüllt von Bekenntnis, Buße und Gebet. Solche Zeiten gab es immer wieder. Jedoch überdauerte stets eine Konstante diese Höhepunkte: nämlich Gebetstreffen und Menschen, die sich nach Erweckung sehnten und dafür beteten.
Lea: Hallo, willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wohlgemuth gesprochen von Annette Schorre. Vor etwa hundertfünfzig Jahren beteten glaubenstreue Menschen um Erweckung. Sie verharrten im Gebet, ohne zu wissen, wie die Sache ausgehen würde. Gott antwortete: Er veränderte dieses Volk und schenkte echte Erweckung. Wir werden diese Geschichte in ein paar Minuten hören. Doch vorab: Eines der Merkmale echter Erweckung ist Aufrichtigkeit. Dies erklärt Nancy uns diese Woche im Rahmen unserer Sendereihe „Seeking Him - Neu belebt von ihm“. Heute fährt sie damit fort, in der Folge Aufrichtigkeit hat Auswirkungen.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Ich bekam vor kurzem eine E-Mail von einer Freundin. Darin schrieb sie: „Ich bete schon länger dafür, dass Gott Erweckung in meine Gemeinde bringt“ – Ich denke, das können viele von uns nachempfinden. Wir möchten gerne erleben, dass Gott unseren Gemeinden Erweckung schenkt. Weiter schrieb sie: „Ich habe dafür gebetet, dass Gott meinen Mann erweckt und auch meine Sonntagsschulgruppe. Aber erst diese Woche hat mir Gott meine eigene große Not gezeigt. Jetzt bete ich endlich: ‚Gott, erwecke mich!‘“
Wir haben schon einige Male über Aufrichtigkeit gesprochen – das heißt: im Licht zu wandeln, aufrichtig zu glauben und ehrlich und echt vor Gott zu sein, unsere Sünden zu bekennen und sie ans Licht zu bringen. Wir haben darüber gesprochen, in unserer Beziehung zu Gott mit einem abgedeckten Dach zu leben. Nichts steht zwischen unserer Seele und unserem Erlöser. Ehrlich vor Gott sein.
Etwas, was wir vor Gott ehrlich anerkennen müssen, ist, dass wir Erweckung brauchen, ja, dass wir Ihn brauchen. Wir haben eine Not! Ich liebe diese Geschichte in Lukas 18, wo Jesus nahe Jericho war, und am Weg saß ein blinder Mann und bettelte. Als er die Menge vorüberziehen hörte, erkundigte er sich, was da los sei. Die Menschen erklärten ihm: „Jesus von Nazareth kommt vorbei.“
Und dann heißt es in Lukas 18 ab Vers 38: „Und er rief und sprach: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich über mich! Und die vorangingen, geboten ihm, er solle schweigen; er aber rief noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich über mich!“ Da kommt mir das Lied in den Sinn: “It's not my brother. It's not my sister. It's me, Oh Lord, standing in the need of prayer” (Nicht mein Bruder, nicht meine Schwester, sondern ich bin es, o Herr, die Gebet braucht).
Nun, Jesus blieb stehen und befahl, den Mann zu ihm zu bringen. Als der Mann herangekommen war, fragte Jesus ihn: „Was willst du, dass ich dir tun soll?“ (Lukas 18,41). Nun, das hört sich vielleicht wie eine dumme Frage an. Es ist klar: Der Mann ist blind, er ist ein Bettler, er ist arm. Warum muss man da fragen: „Was willst du, dass ich dir tun soll?“
Ich denke, Jesus wollte, dass der Mann dasselbe tut, was er auch von uns will: und zwar zugeben, was wirklich die Not ist, was wir wirklich brauchen. Und der Mann sagte: „Herr, ich möchte sehen können!“ (Lukas 18,41 NGÜ). Er gestand seine Not ein. „Herr, ich bin blind,…. wenn ich sehen könnte, dann könnten wir über ganz andere Dinge sprechen.“ Er sagte dem Herrn aufrichtig: „Das ist es, was ich Dich bitte. Bitte tu das für mich.“
Wenn du erweckt werden willst, musst du ehrlich zum Herrn sagen: „Ich brauche Erweckung. Mein Leben ist nicht in Ordnung. Ich habe Gebet nötig. Herr, bitte erbarme Dich über mich!“ Gestehe Gott aufrichtig deine Not, stimme ihm schnell zu, wenn er dir deine Not zeigt und dich deiner Sünde überführt, und nenne sie nicht Schwachheit oder Problematik, mache nicht jemand anderes verantwortlich. Es ist nicht dein Ehemann. Sage: „Herr, ich brauche Dich. It’s me, o Lord.“
Wir müssen nicht nur vor Gott ehrlich sein, sondern auch vor uns selbst. In den letzten Podcasts haben wir gesehen: Wir betrügen uns selbst. Die Schrift nennt einige Wege, wie wir uns selbst betrügen. Meistens geschieht es aber auf die Weise, die Jakobus in seinem Brief in Kapitel 1 erwähnt: „Seid nicht bloß Hörer des Wortes. Tut auch, was es sagt, denn wenn ihr es hört, aber nicht tut, wenn ihr es kennt, aber nicht danach handelt, dann betrügt ihr euch selbst“ (vgl. Jakobus 1,22).
Du redest dir ein, dass du ein guter Christ bist. Schließlich lebst du ein christliches Leben. Du weißt viel aus der Bibel – aber du lebst nicht danach, was du weißt.
Wir haben uns selbst betrogen. Darf ich fragen: Gibt es Wahrheiten, die du aus Gottes Wort kennst? Wahrheiten, die du vielleicht sogar andere lehrst? Vielleicht leitest du einen Bibelkurs oder eine Kleingruppe. Vielleicht bist du Sonntagsschullehrerin. Du lehrst deine Kinder.
Einige von euch unterrichten ihre Kinder zuhause über alle möglichen Sachen. Ihr bringt euren Kindern bei, gut und böse zu unterscheiden. Ihr lehrt sie, ehrlich zu sein und rein zu leben. Ihr unterweist sie, dass sie den Herrn, ihren Gott, von ganzem Herzen lieben sollen.
Du lehrst andere also diese Dinge. Du weißt sie im Kopf, aber lebst du sie praktisch aus? Du weißt, dass du vergeben sollst. Doch gibt es eine Wurzel der Bitterkeit in deinem Herzen? Du weißt, dass du Selbstbeherrschung üben solltest. Aber könnte es sein, dass du deinen Appetit nicht unter Kontrolle hast oder von einer anderen Sucht beherrscht wirst? Sei ehrlich vor dir selbst!
Wenn du Götzen in deinem Leben hast, erkenne es vor Gott an. Aber manchmal musst du es erst selber verstehen. Lass es dir von Gott zeigen und stimme dem zu, was er sagt. Die Alternative ist, die Überführung der Sünde durch den Geist Gottes zu ignorieren, ihr zu widerstehen oder sie zu leugnen. Auf die Weise verheimlichen wir unsere Schuld. Und was haben wir gelernt? „Wer seine Schuld verheimlicht, dem wird es nicht gelingen“ (Sprüche 28,13).
Wir müssen also zuerst vor Gott aufrichtig sein. Dann mit uns selbst, und schließlich müssen wir lernen, mit anderen aufrichtig zu sein. Da wird es meistens richtig schwierig. Es ist eine Sache, mit Gott aufrichtig zu sein – denn er weiß ja sowieso alles. Das ist das abgedeckte Dach. Doch dann die Mauern herunterzulassen zwischen uns und anderen… Geht es dir nicht auch so wie mir, dass es manchmal am schwersten ist, mit den Leuten ehrlich zu sein, die einem am nächsten stehen? Ehrlich zu werden darüber, wer man wirklich ist und was im eigenen Herzen vorgeht?
Manche von euch legen sich jede Nacht mit ihrem Ehemann schlafen – ihr lebt zusammen als Mann und Frau. Aber du bist nicht ehrlich mit deinem Mann. Da gibt es Dinge in deinem Herzen, in deinem Leben, in deiner Vergangenheit, über die du nicht ehrlich gewesen bist. Dinge, die du nicht in Ordnung gebracht hast. Ihr seid ein Fleisch, aber du verbirgst die Wahrheit.
Vielleicht ist es dein Umgang mit deiner Kreditkarte, weil du zu viel ausgibst. Vielleicht handelt es sich um eine Beziehung, die du verheimlichst. Kürzlich schrieb mir eine Frau per Email: „Hilfe! Ich verliebe mich in einen Mann, der nicht mein Ehemann ist. Bitte bete für mich.“ Ich dachte sofort, dass diese Frau ihrem Mann von ihren Kämpfen erzählen sollte – wobei sie wahrscheinlich den Rat von einer gläubigen, dritten Person braucht. Ich weiß, dass mir hier manche Leute widersprechen würden. Aber wir haben keine Alternative dazu, im Licht zu wandeln.
Du kannst nicht eine Ein-Fleisch-Beziehung mit einem Mann leben, mit dem du den Bund der Ehe eingegangen bist, wenn du nicht ehrlich und offen und verletzbar und transparent zu ihm bist. Wenn du nicht in dieser Offenheit lebst, kannst du nicht die Art von Beziehung haben, wie Gott sie für euch vorgesehen hat. Du musst ehrlich werden – ohne zu versuchen, einen besseren Eindruck zu hinterlassen als es der Wahrheit entspricht.
Wie würden unsere Gemeinden aussehen, wenn wir bei den Gemeindeveranstaltungen aufrichtig miteinander wären? Statt Smalltalk zu machen und uns zu erzählen, wie gut wir aussehen und wie nett wir sind. Wie wäre es, wenn wir uns verletzbar machten und transparent wären? Wenn wir uns zu gegenseitiger Rechenschaft verpflichteten und bereit wären zu sagen, was bei uns los ist, wann immer uns Gott dazu ermutigt. Ansonsten spielen wir einfach Gemeinde, anstatt sie zu sein.
Gott möchte, dass wir aufrichtig werden. Manche von uns müssen aufrichtig werden über ihre Vergangenheit, über frühere Fehltritte. Manche von uns leben in Knechtschaft von Schuld und Gewohnheiten aus der Vergangenheit. Und ein Grund für die Knechtschaft, oder die Gebundenheit, ist die Geheimhaltung. Durch die Heimlichkeit bleibt die Knechtschaft bestehen. Der Würgegriff dieser sündigen Gewohnheit lässt uns nicht los.
Du sagst: „Ich schäme mich so. Was werden die Leute denken?“ Und doch bleibst du allein, kämpfst und mühst dich ab, um frei zu werden. Wahrscheinlich schaffst du es nicht allein. Du musst vor Gott ehrlich werden und auch mit einer Person, die dich genug liebt, um mit dir da durch zu gehen. Ich sage dir, sobald du die Wahrheit sagst und ins Licht kommst, sobald die Heimlichkeit vorbei ist, endet auch die Knechtschaft.
Nun, das heißt nicht, dass Freiheit zu erlangen, nicht ein Prozess bleibt. Aber die Wahrheit hat eine sehr, sehr große Kraft. Du musst einfach bereit sein, dein Leben für andere zu öffnen und so demütig sein, dass du anderen deine Bedürfnisse mitteilst. Es müssen nicht unbedingt große, dunkle Geheimnisse sein. Lass andere einfach um deine Kämpfe wissen.
Werde echt. Bitte um Gebet und Hilfe. Lege Rechenschaft ab. Mit diesem Schritt der Demut – mit jedem Schritt der Demut – erhältst du mehr von Gottes Gnade, denn wie reagiert Gott auf die Stolzen? Er widersteht ihnen. Er ist gegen sie. Du kannst den Sieg nicht erlangen, wenn du in Stolz lebst. Demütige dich, werde aufrichtig, und du wirst erleben, dass Gottes Gnade über dir ist.
Nun, es ist ein Reinigungsprozess. Ehrlich zu werden ist nicht einfach – echt, authentisch und aufrichtig sein. Doch nach dem Reinigen und Säubern, dem Aufrichtig werden kommt eine Läuterung, eine Erfüllung, eine Erneuerung, eine Belebung. Wenn wir zu ihm kommen und unsere Sünde nicht verbergen, sondern sie bekennen und lassen, erbarmt sich Gott über uns.
Ich bete dafür, dass nicht nur wir persönlich echt werden – das zuerst, aber, dass auch unsere Familien, unsere Gemeinden Orte werden, wo Menschen authentisch werden. Nun, das kann einiges ins Durcheinander bringen. Wisst ihr, auf einem Friedhof ist zwar alles in stiller Ordnung, aber da gibt auch kein Leben! Manchmal ist das Durcheinander nötig, um den Punkt zu erreichen, wo der Geist Gottes strömen kann, und darin erkennen wir dann Erweckung.
Lea: Der Leib Christi kann ohne Aufrichtigkeit nicht funktionieren. Nancy hat erklärt, warum Aufrichtigkeit vor Gott und anderen Menschen ein natürliches Ergebnis von Erweckung ist. [...]
Nancy: [...] Vor mehr als 170 Jahren wirkte Gott auf außergewöhnliche Weise in unserem Land (den USA). Historiker sprechen von der „Großen Gebets-Erweckung“.
Am 23. September 1857 begann ein Gebetstreffen in New York City in der North Dutch Reformed Church an der Fulton Street. Diese erste Gebetsversammlung war ein kleiner und wenig verheißungsvoller Anfang. Doch innerhalb weniger Wochen fanden quer durch New York City und schließlich im gesamten Land zur Mittagszeit Gebetstreffen statt.
Während dieser Zeit kamen mindestens eine Million Menschen zum Glauben an Jesus Christus. Der Widerhall dieser Erweckung war in der gesamten amerikanischen Gesellschaft zu spüren. Ab der nächsten Folge werden wir mehr über diese dramatische Erweckung lernen. Doch lasst uns zuerst einen Blick auf die unbekannten Helden dieser Erweckung werfen, die jahrelang zuvor im Gebet gerungen hatten.
Das Gebetstreffen in der Fulton Street wurde zum ersten Mal am 23. September 1857 abgehalten, und dieses Datum gilt als Start der Erweckung. Doch zuvor hatten Menschen schon ernstlich für Erweckung gebetet. Ihre Geschichte ist wenig bekannt, außer in den himmlischen Geschichtsbüchern, denke ich, denn für Gott waren ihre Gebete wichtig und hatten langfristige Auswirkungen.
Eine Gruppe von Leuten in der Park Street Church in Boston begann in den 1840er Jahren ein Gebetstreffen. Sie hatten eine Last für das geistliche Leben ihrer Stadt. Bob Bakke ist Leiter einer nationalen Gebetsinitiative, und er erklärt, was geschah, als dieses Gebetstreffen begann.
Bob Bakke: Das Gebetstreffen fand über drei Jahre statt. Im Laufe dieser Zeit, in der für die Stadt Boston gebetet wurde, wurde von Kirchen außerhalb beobachtet, dass es bei fast allem, wofür sie beteten – Taufen, Besuch von evangelistischen Veranstaltungen, Bekehrungen – ein bemerkenswertes Wachstum gab. Der Zusammenhang mit ihren Gebeten erstaunte sie. Noch erstaunlicher aber ist, dass, als die Beter nach drei Jahren ermüdeten, die Bewegung sich verlor und schließlich starb.
Nancy: Dieses Bostoner Gebetstreffen zeigt zumindest zwei Dinge. Erstens: Gebet kann sehr schwierig sein. Zweitens: Gebet kann sehr wirksam sein.
Bob: Die Auswirkungen des Gebets auf die Stadt waren beachtlich und messbar. Mit dem Ende des Gebetstreffens kam auch fast alles, wofür sie gebetet hatten, zum Erliegen. Dies sollte uns aufhorchen lassen.
Nancy: Das Gebetstreffen in der Park Street Church wurde schließlich das Musterbeispiel für eine neue Betonung des Gebets.
Bob: Einige Mitglieder des Gebetstreffens trafen sich etwa zehn Jahre später erneut. Der Gedanke, dass ein solches Unterfangen fruchtlos bleiben sollte, erschütterte sie so sehr, dass sie beschlossen, noch einmal etwas Ähnliches zu starten. Diesmal sollte es aber nicht in einer einzigen Kirche stattfinden, sondern eine Bewegung für alle Evangelikalen in der ganzen Stadt Boston werden.
Sie wählten einen neutralen Ort – es war zwar eine Kirche, aber dennoch ein neutraler Ort in den Augen vieler: die Old South Church in Boston. Jeden Morgen, mit Ausnahme des Sonntags, öffneten sie die Kirche für das Gebetstreffen. Statt um die Mittagszeit fand es nun früh morgens statt. Um 1850 oder 1851 starteten sie diese täglichen Gebetstreffen. Sie wurden hauptsächlich von Pendlern auf dem Weg zur Arbeit besucht.
Nancy: Diejenigen, die ein Anliegen für Gebet hatten und eine Stunde eines geschäftigen Morgens opferten, legten keinen großen Wert auf Gefühle. Sie folgten immer demselben Plan und achteten darauf, dass das Treffen nicht länger als eine Stunde dauerte.
Bob: Für einen Pendler war darauf Verlass, dass er das Treffen um acht Uhr verlassen konnte, wenn er um sieben dort erschien. Die Treffen hatten sehr klare Strukturen, die sicher stellten, dass die Treffen auf neutrale Weise abliefen. Die Richtlinien sollten auch verhindern, dass die Treffen in irgendwelche Diskussionen über sektiererische Belange oder strittige theologische Fragen abglitten.
Nancy: Die Organisatoren hielten eine Glocke bereit, während gebetet wurde.
Bob: Diese Glocke läuteten sie, wenn eines der Gebete nach ihrem Ermessen in eine unangemessene Richtung driftete. Dies galt als Signal, das Gebet entweder zu korrigieren oder abzubrechen.
Nancy: Das Gebetstreffen begann zu wachsen.
Bob: Jeden Morgen nahmen Hunderte von Menschen teil, zwischen 150 und 350, jeden Morgen auf ihrem Weg zur Arbeit.
Nancy: Diese Menschen dürsteten nach Erweckung. Einmal im Quartal kamen sie sogar zusammen und fasteten einen ganzen Tag. Bei einem dieser Treffen in Boston war ein Besucher aus New York City zugegen. Er war ergriffen von der Idee eines täglichen, morgendlichen Gebetstreffens. Jeremiah Lanphier war sein Name, und er übernahm viele Elemente des Bostoner Gebetstreffens: Er war organisiert und pünktlich und betonte den Gedanken der Einheit unter den Denominationen.
Lanphier ging als die Person in die Geschichte ein, die Gott gebrauchte, um die Gebetserweckung von 1857 zu beginnen. Wir werden seine dramatische Geschichte in der nächsten Folge hören. Doch bevor Jeremiah Lanphier sein berühmtes Gebetstreffen ins Leben rief, das weltweite Auswirkungen haben sollte, hatten einige Gruppen von Menschen hinter den Kulissen ernsthaft im Gebet gerungen.
Bob: Fast acht Jahre lang wurde täglich (in Versammlungen) gebetet und mindestens zwei oder drei Jahre lang gab es pro Vierteljahr ein ganztägiges Fasten. Hunderte von Pastoren, Leiter und Laien beteten dafür, dass Gott in Boston eine große neue Arbeit vollbringe und er tat es.
Lyle: Es gab viel persönliches Sündenbekenntnis.
Nancy: Lyle Dorsett ist Professor für Christian Formation and Ministry am Wheaton College.
Lyle: Es wurde für Erweckung gebetet. Es wurde für das Land gebetet. Es wurde für die Finanzinstitute des Landes gebetet. Doch dabei blieb es nicht. Im Gebet erkannten die Menschen, dass sie Sünder waren. Sie bekannten ihre Schuld und taten Buße..
Nancy: Dr. Dorsett erklärt, warum diese Art von Gebet so wichtig ist für jeden, der auf Erweckung hofft.
Lyle: Erweckung beginnt immer mit persönlicher Erweckung, persönlicher Erneuerung, mit Menschen, die ihr Leben in Ordnung bringen, mit Menschen, die frei werden von jeglicher Gebundenheit und zum Herrn umkehren.
Nancy: Das Beste, was jeder tun kann, der sich heutzutage nach Erweckung sehnt, ist…
Lyle: ...auf die Knie zu gehen und den Heiligen Geist zu bitten: „Erforsche mein Herz. Zeige mir meine Sünden.“ Den Beginn persönlicher Erweckung sehen wir da, wo man ernsthaft bekennt und Buße tut. Die Erweckung breitet sich aus, wo Männer und Frauen hingehen und einander ihre Sünden bekennen. Sie gestehen ihre Sünden denjenigen, denen sie Verletzungen zugefügt haben. Diese wiederum sind erstaunt, und es dauert nicht lange, bis sie ebenfalls Buße tun. Jede große Erweckung hat auf diese Weise begonnen.
Nancy: Das ist die Hoffnung vieler, die auf die Gebetserweckung von 1857 schauen und ausrufen: „Herr, tu es wieder!“
Jonathan Brownson: Ich bete und hoffe, dass Menschen aus der ganzen Welt zum Gebet zusammenkommen.
Nancy: Das sagt Jonathan Brownson, Gebetsbeauftragter der Reformierten Kirche in Amerika.
Jonathan: Sie werden in dem Wunsch geeint sein, dass Gott sich auf eine Weise zeigen möge, wie wir es in der Vergangenheit noch nie erlebt haben. In einer neuen Art des Wiedererstehens und der Wiederbelebung der Gemeinde, die die Welt verändert.
Nancy: Wie jene Gläubigen in Boston acht Jahre lang treu beteten, bevor die Erweckung 1857 begann, könnten auch wir, du und ich, zu dieser Art ausdauerndem Gebet berufen sein. Es mag so aussehen, als ob nichts passiert.
Jonathan: Es ist ein schmerzhafter Prozess. Jesus weinte über Jerusalem, und ich habe viele Fürbitter erlebt, die weinend über den Zustand ihrer Gemeinden zusammenbrachen. Sie fragen: „Warum tut Gott nichts?“ und meinen: „Es sieht nicht danach aus, dass irgendeine Veränderung eintritt.“ Nun, das Weinen mag eine Nacht andauern, aber am Morgen kommt Freude, für die, die Gott wirklich suchen und zu ihm beten. Ich glaube, dass Gott etwas Neues im Sinn hat und dass diese Gebete nicht vergebens sind.
Lyle: In der Kirchengeschichte gab es immer wieder Phasen großer und bedeutender Erweckungen. Ganze Städte, Regionen oder sogar Nationen waren erfüllt von Bekenntnis, Buße und Gebet. Solche Zeiten hat es immer wieder gegeben. Doch parallel zu den Höhepunkten von Erweckung und Erneuerung gab es immer auch eine Konstante, das waren diese Gebetstreffen und Menschen, die sich nach Erweckung sehnten und dafür beteten.
Jonathan: Mein Herz schlägt für die Menschen, die da draußen alleine sind, und ich schätze, ein Teil eures Dienstes besteht darin, einige dieser Menschen zu vernetzen – damit eure Hörerinnen wissen, dass es noch andere Hörerinnen und Beterinnen da draußen gibt.
Nancy: Wir haben heute gehört, wie wichtig persönliche Erweckung, Demut, Bekenntnis und Heiligkeit sind. Deshalb haben wir „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“ entwickelt. Dieser 12-wöchige Kurs soll dich durch den Prozess persönlicher Erweckung führen. Darin werden Themen wie Aufrichtigkeit, ein reines Gewissen, Reinheit und vieles mehr behandelt.
Wir befinden uns im dritten Teil unter dem Thema „Aufrichtigkeit“ der Sendereihe „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“. Wenn du es nicht schon gemacht hast, möchte ich dich einladen, dir den Kurs Seeking Him - Neu belebt von Ihm zu besorgen. Du kannst ihn täglich durcharbeiten, während du der gesamten Serie von Belebe unsere Herzen folgst.
Lea: Das Arbeitsbuch Seeking Him - Neu belebt von Ihm kannst du dir unter rigatio.com bestellen.
Stell dir vor, du gehst zu einem Gebetstreffen, wo nur einige wenige Leute auftauchen, die dann auch noch zu spät kommen. Du würdest wohl kaum auf die Idee kommen, dass dies der Anfang einer landesweiten Erweckung sein könnte. Doch beim nächsten Mal wirst du genau von einem solchen Gebetstreffen hören und merken, dass Gott jedes Mittel einsetzen kann, das er will, um eine Erweckung einzuleiten. Davon hören wir beim nächsten Mal bei Belebe unsere Herzen. Sei wieder dabei!
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.