Lea Köster: Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Wir können Erweckung nicht herbeiführen. Wir können Erweckung nicht machen. Aber eine Sache können wir tun, wie es ein Bibellehrer einer früheren Generation ausdrückte: „Wir können unsere Segel so setzen, dass sie den Wind vom Himmel einfangen, wenn Gott beschließt, erneut über sein Volk zu wehen.“
Lea: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Hier ist Belebe unsere Herzen mit Können diese Knochen wieder lebendig werden? Es ist die vierte Folge unserer Sendereihe „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“.
Ein Bauer kann nicht einfach auf gut Glück den Samen auf die Erde werfen. Er muss den Boden vorbereiten. Er muss ihn pflügen. Er muss die harten Brocken aufbrechen und mit der Egge darüber gehen. Das Gleiche gilt für dein Herz. Die harte Kruste, der harte Boden, muss aufgebrochen werden, …
Lea Köster: Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Wir können Erweckung nicht herbeiführen. Wir können Erweckung nicht machen. Aber eine Sache können wir tun, wie es ein Bibellehrer einer früheren Generation ausdrückte: „Wir können unsere Segel so setzen, dass sie den Wind vom Himmel einfangen, wenn Gott beschließt, erneut über sein Volk zu wehen.“
Lea: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Hier ist Belebe unsere Herzen mit Können diese Knochen wieder lebendig werden? Es ist die vierte Folge unserer Sendereihe „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“.
Ein Bauer kann nicht einfach auf gut Glück den Samen auf die Erde werfen. Er muss den Boden vorbereiten. Er muss ihn pflügen. Er muss die harten Brocken aufbrechen und mit der Egge darüber gehen. Das Gleiche gilt für dein Herz. Die harte Kruste, der harte Boden, muss aufgebrochen werden, wenn du geistliches Wachstum erleben willst.
Darum ging es in der letzten Folge, und heute nimmt Nancy den Faden wieder auf. Wir sind in der Sendereihe „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“, zu der es auch ein gleichnamiges Kursbuch vom Rigatio-Verlag gibt.
Nancy: Wenn wir jetzt damit fortfahren, unsere Herzen darauf auszurichten, den Herrn um Erweckung zu bitten, möchte ich deine Aufmerksamkeit gerne auf einen bestimmten Bibeltext lenken. Ich denke, er gibt uns ein starkes Bild dafür, wie es ist, wenn Gott in einer Erweckung zu seinem Volk kommt.
Wenn du deine Bibel zur Hand hast, lade ich dich ein, das Buch Hesekiel im Alten Testament aufzuschlagen. Hesekiel Kapitel 37. Ich lese ab Vers 1.
„Die Hand des HERRN kam über mich, und der HERR führte mich im Geist hinaus und ließ mich nieder mitten auf der Ebene, und diese war voller Totengebeine. Und er führte mich ringsherum an ihnen vorüber; und siehe, es waren sehr viele auf der Ebene; und siehe, sie waren sehr dürr.“
Nun, Hesekiel ist ein Prophet Gottes, und er wird in diesem Textabschnitt von Gottes Geist geführt. Er wurde in einer Vision in eine Talebene hineingeführt, die voller Knochen ist.
Also, was fällt dir ein, wenn du das Wort „Knochen“ hörst? Tod. Dies ist ein Friedhof. Ein Gräberfeld, nur dass die Knochen nicht unter der Erde sind; sie sind über der Erde. Sie liegen auf dem ganzen Boden verstreut.
Auf einem Friedhof gibt es kein Leben. Es ist ein trostloser Ort. Ein Ort, an dem es keine Hoffnung gibt. In dieser mit Knochen übersäten Talebene gibt es keine Anzeichen von Leben.
Im unmittelbaren Kontext und in der Auslegung dieses Abschnitts wird deutlich, dass Gott über das Volk Israel spricht. Gott gibt hier ein Versprechen, dass er das Volk Israel eines Tages wieder ins Land zurückführen wird. Er spricht nicht nur über seine Rückkehr ins Land, sondern auch über die geistliche Erneuerung des Volkes Israel. Das ist der unmittelbare Kontext.
Aber ich glaube, dieser Abschnitt hält auch für uns eine Botschaft und eine Anwendung bereit – und zwar eine zweifache Anwendung: eine erste für die Nicht- Gläubigen, für die Nichtchristen, und eine zweite für die Gläubigen, für die Gemeinde Jesu Christi.
Für die Menschen, die nicht an Jesus Christus glauben, enthält dieser Bericht, wenn wir genau hinschauen, ein Bild, das den Vorgang der Wiedergeburt beschreibt: Was es bedeutet, wenn tote Knochen lebendig werden, wenn geistlich tote Menschen neues geistliches Leben bekommen. Das ist es, was Verlorene brauchen, die Menschen, die getrennt sind von Christus. Sie müssen lebendig werden.
Aber ich glaube, diese Geschichte, diese Vision, die Hesekiel in diesem Tal der Knochen erlebt, veranschaulicht auch den Vorgang der Erweckung für Gläubige, den Vorgang der Erweckung in der Gemeinde. Gott nimmt also Hesekiel, legt seine Hand auf ihn, führt ihn in diese Vision hinein und setzt ihn mitten in diesem Tal voller Knochen ab.
Es genügt nicht, dass Hesekiel nur von diesen Knochen hört oder sie sieht. Gott möchte, dass er selbst mitten in diesem Tal ist, dass er selbst mitten zwischen den Knochen herumläuft.
Hesekiel blickt nicht etwa von irgendeinem entfernten Berggipfel aus auf das Geschehen. Er selber ist da unten im Tal bei den Knochen, und er sagt, dass es sehr viele Knochen gab und dass sie sehr dürr waren. Diese Knochen bedeckten den Boden.
Ich sehe hier in Hesekiel einen Mann Gottes, der bereit ist, sich von Gott führen zu lassen, sich zwischen diesen dürren Knochen aufzuhalten und dort zu leben. Das ist für mich ein Bild davon, in welchem Umfeld wir heute leben. Wir leben inmitten einer Menge dürrer Knochen – einer Menge dürrer Knochen, in unserem Volk und in unserer Welt.
Es macht nicht gerade Spaß, in einem Tal voller Knochen zu leben, in unmittelbarer Nähe dieser Knochen zu sein, dürre Knochen in der Nachbarschaft, in der Familie oder in der Gemeinde zu haben. Wir würden uns viel lieber bei den Lebenden aufhalten, bei denen, die unseren Glauben teilen, bei denen, die vor geistlichem Leben nur so sprühen.
Ich liebe die Gemeinschaft mit Kindern Gottes, die geistlich lebendig sind. Es laugt einen eher aus, Zeit mit denen zu verbringen, die keinen Hunger, keine Freude und kein Interesse an geistlichen Dingen haben.
Aber es gibt Zeiten, in denen Gott uns in dieses Tal der dürren Knochen führt und sagt: „Ich will, dass du dir dies nicht nur aus der Entfernung anschaust; ich will dich genau da drin haben, in diesem Tal, damit du schaust und siehst, was da los ist, damit du es persönlich erlebst.“
Und doch gibt uns Gott gerade da, in dem Tal der dürren Knochen, wenn der Herr uns da hineingeführt hat, eine Vorstellung davon, was er zu tun in der Lage ist. Einen Eindruck seiner Kraft, die dürren Knochen zum Leben zu erwecken – einen Eindruck von der Kraft der Auferstehung.
Bei dieser Vision, die Gott dem Hesekiel zeigen will, geht es um etwas, das nur er tun kann. Für jeden Menschen ist es unmöglich, dies zu schaffen. Aber Gott ist der Aufgabe mehr als gewachsen. Für Gott ist es keine Herausforderung, mit diesen dürren Knochen, mit diesen toten Knochen umzugehen. Knochen sind tot. Das heißt, es steckt kein Leben in diesen Knochen. Aber Gott ist der Gott der Auferstehung.
Freust du dich nicht auch über diese Auferstehungskraft? Im weiteren Verlauf der Geschichte haben wir hier einen Abschnitt, der uns in Situationen hoffen lässt, in denen wir sonst eher verzweifeln würden.
Einige von euch befinden sich mitten in Tälern von sehr vielen dürren Knochen. Ihr seid da drin und möchtet manchmal am liebsten aufgeben und sagen: „Dies ist ein Ort des Todes! Mein Arbeitsplatz, mein Zuhause, vielleicht sogar meine Gemeinde. Das Evangelium wird hier nicht gepredigt. Christus wird nicht verherrlicht. Die Menschen haben keinen Hunger, kein Verlangen nach geistlichen Dingen.“ Und ihr möchtet am liebsten raus aus diesem Tal!
Aber ich möchte euch sagen: Gerade in dem Tal werdet ihr einen Blick für die Hoffnung haben, die der Gott der Auferstehung stiften kann. Darf ich euch ermutigen? Lasst es zu, dass Gott euch an den Ort der dürren Knochen bringt, wenn das sein Wille ist, damit er euch eine Vorstellung davon geben kann, was er tun kann, und damit er euch eine Last für die Not in eurer Umgebung und für die Menschen geben kann, die diese Knochen repräsentieren.
Wenn wir nun zu Vers 3 gehen, sagt Gott zu Hesekiel: „Menschensohn, können diese Gebeine wieder lebendig werden?“ Ich habe mir diesen ganzen Abschnitt noch einmal angeschaut, und in den ersten 14 Versen von Hesekiel 37 kommt sechsmal das Wort „Leben“ oder „lebendig“ vor.
Man liest hier von den Knochen und denkt: „In dieser Geschichte geht es um den Tod.“ Aber das stimmt nicht! Es ist eine Geschichte über das Leben, weil Gott da ist in jenem Tal. Der Punkt ist: Leben. Gott will diese Knochen zum Leben erwecken, zu geistlichem Leben.
Also sagt Gott zu Hesekiel: „Menschensohn, können diese Gebeine wieder lebendig werden?“ Nun, menschlich gesprochen ist die klare Antwort: „Auf keinen Fall! Ganz sicher nicht!“ Angenommen, du nimmst so einen Knochen in die Hand. Kann er wieder lebendig werden? Es gibt keine Chance, dass dieser Knochen wieder lebendig wird.
Aber Hesekiels Antwort in Vers 4 zeugt von Weisheit: „O Herr, Du weißt es!“ Du weißt es. Was meint er damit? Also, er könnte meinen: „Herr, Du weißt, dass diese Knochen nicht wieder lebendig werden können.“ Oder vielleicht meint er: „Herr, nur Du weißt, was Du mit diesen vertrockneten Knochen tun kannst.“
Wie auch immer, er wendet sich zu Gott und anstatt zu sagen: „Herr, es gibt keine Chance, dass diese Knochen wieder leben“, sagt er: „Herr, Du weißt es“.
Reicht das nicht als Antwort, mitten in deinem Tal von vertrockneten Knochen? Herr, Du weißt es. Du weißt, was Du tun kannst. Du weißt, was los ist. Du kennst alle unmöglichen Situationen. Du weißt, was Du tun kannst.
Wird diese Gemeinde jemals wieder zum Leben erwachen? Herr, Du weißt es. Wird meine Familie zu geistlichem Leben und geistlicher Kraft finden können? Herr, Du weißt es. Herr, ist es möglich, dass die dürren Knochen meines Lebens jemals wieder jubeln und singen und voller Leben sind? Kann die geistliche Kraft in mir wieder erneuert werden? Herr, Du weißt es.
Und dann sagt Gott etwas zu Hesekiel, was sehr töricht klingen würde, wenn es nicht Gottes Worte wären. In Vers 4 sagt Gott zu Hesekiel: „Weissage über diese Knochen und ruf ihnen zu: ‚Ihr vertrockneten Knochen, hört das Wort Jahwes!‘“ (NeÜ)
Nun, das ist schon irgendwie ein skurriles Bild, wenn man so darüber nachdenkt. Hesekiel bekommt den Befehl, zu den Knochen zu predigen und ihnen zu sagen: „Hört das Wort des Herrn.“
Natürlich können vertrocknete Knochen nicht hören. Und vertrockneten Knochen zu predigen, scheint ziemlich dumm zu sein, weil diese Knochen in keinster Weise auf diesen Aufruf reagieren werden, wenn Gott nicht auf übernatürliche Weise auf sie einwirkt und ihnen Leben gibt.
Aber weißt du was? Es ist gar nicht unsere Aufgabe, die Knochen zum Leben zu erwecken. Das ist nicht unser Auftrag. Unser Auftrag ist es, das Wort des Herrn auszurufen oder zu verkündigen.
Höre auf das Wort des Herrn. Du kannst kein geistliches Leben in deinen Kindern erzeugen, aber du kannst das Wort des Herrn zu ihnen sprechen.
Dieser Abschnitt betont auch, wie wichtig das Predigen ist und was für eine zentrale Rolle es für den Prozess von Erneuerung und Erweckung hat – das Predigen von Gottes Wort.
Welchen Sinn macht es, diesen dürren Knochen zu predigen? Sie können ja nicht hören sie können nicht reagieren. Sie sind leblos. Gott sagt: „Predige trotzdem. Predige und überlasse es mir, sie zum Leben zu erwecken.“
Übrigens, wenn du einen Pastor hast, der das Wort Gottes predigt, danke Gott für ihn und bete für ihn! Bete dafür, dass Gott ihm Mut und Glauben, Fülle des Geistes und Treue schenkt für seinen weiteren Dienst der Verkündigung, auch wenn es vielleicht so aussieht, als würden die Menschen nicht hören oder reagieren.
Hesekiel soll also diesen Knochen predigen und soll ihnen sagen: „Dürre Knochen, hört das Wort des Herrn.“ Dies ist das Wort Gottes, das er zu predigen hat, und dann Vers fünf: „So spricht GOTT, der Herr, zu diesen Gebeinen: Seht, ich will Odem in euch kommen lassen, dass ihr lebendig werdet!“
Odem. Das ist dasselbe Wort, das an anderen Stellen mit Geist übersetzt wird. Es ist das hebräische Wort ruach – Gottes Lebensodem, Gottes Geist. Es erinnert mich an den Abschnitt in 1. Mose 2, wo es heißt: „Dann formte Gott den Menschen und hauchte Lebensatem [oder den ruach] in sein Gesicht. So wurde der Mensch ein lebendes Wesen“ (Vers 7, NeÜ).
Der Mensch war nur ein physischer Körper, nur eine Hülle, bis Gott sein Leben, seinen Lebensatem in den Menschen hauchte, in seine Nase. Da begann der Mensch selbstständig zu atmen. Er kam zum Leben.
Woher kommt das Leben? Physisches Leben? Geistliches Leben? Es kommt von Gott, der sein Leben in unsere ansonsten leeren, leblosen Körper, in unsere toten Seelen einhaucht. Gott haucht uns sein Leben ein.
Die Botschaft an diese Knochen ist: „Seht, ich will euch Odem [ruach, Gottes Geist, Gottes Lebensatem], in euch kommen lassen, dass ihr lebendig werdet!“ Es ist sozusagen das Bild der Mund-zu-Mund-Beatmung. Das ist es, was wir heute in der Gemeinde brauchen! Wir brauchen Gottes Lebensatem. Gott muss sich auf unsere leblosen Körper – im Bilde gesprochen – legen und uns sein Leben einhauchen, damit wir leben können.
Vers sechs: „Ich will euch Sehnen geben und Fleisch über euch wachsen lassen und euch mit Haut überziehen und Odem in euch geben, dass ihr lebendig werdet; und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR bin!“
Man braucht Glauben, um das Mindeste zu sagen, um diese Botschaft einem Tal voller vertrockneter Knochen zu verkünden, um über diesem Tal der vertrockneten Knochen zu stehen und zu sagen: „Vertrocknete Knochen, ich will Lebensatem in euch kommen lassen, damit ihr lebendig werdet!“ Denn wenn Gott nicht dahinter steht, wirst du ziemlich dumm dastehen mit deiner Botschaft.
Alle werden sagen: „Was um alles in der Welt macht er da? Warum verkündet sie das Wort Gottes? Warum spricht sie Gottes Wort aus? Warum sagt sie diesen vertrockneten Knochen, dass sie leben sollen? Da passiert doch nichts.“
Und es wird auch nichts passieren, wenn Gott nicht erhört und eingreift. Es ist nicht unsere Aufgabe, Menschen wieder zum Leben zu erwecken. Das ist Gottes Aufgabe. Aber Gott fordert uns auf, Glauben zu praktizieren. Er fordert dich auf, Glauben zu haben – Glauben für dieses Tal der vertrockneten Knochen, wo du lebst und wo du arbeitest und deinen Dienst tust, vielleicht in deinem eigenen Haus. Gott fordert dich auf zu glauben, dass diese Knochen durch seine Kraft wieder lebendig werden können.
Bei dieser Botschaft an diese vertrockneten Knochen ist es klar, dass es nicht Hesekiels Werk ist. Es ist auch nicht das Werk der vertrockneten Knochen. Die können sich ganz sicher nicht selbst wieder zum Leben erwecken. Es ist Gottes Werk. Es ist Gottes Lebensodem, der Geist Gottes. Gott sagt: „Ich will euch Sehnen geben, ich will Fleisch über euch wachsen lassen, und ich will Odem in euch geben, dass ihr lebendig werdet.“
Erneuerung und Erweckung sind von Anfang an bis zum Ende Gottes Werk. Wir können keine Erweckung herbeiführen. Wir können keine Erweckung produzieren. Aber eine Sache können wir tun, wie es ein Bibellehrer der vorigen Generation ausdrückte: „Wir können unsere Segel so setzen, dass sie den Wind vom Himmel einfangen, wenn Gott beschließt, erneut über sein Volk zu wehen.“
In Vers sieben sagt Hesekiel: „Da weissagte ich, wie mir befohlen war, und als ich weissagte, entstand ein Geräusch, und siehe, eine Erschütterung, und die Gebeine rückten zusammen, ein Knochen zum anderen. Und ich schaute, und siehe, sie bekamen Sehnen, und es wuchs Fleisch an ihnen; und es zog sich Haut darüber; aber…“, und hier liegt das Problem, „...es war noch kein Odem in ihnen.“ Kein
ruach. Kein Geist! Kein Leben!
Diese Knochen waren zusammengekommen, aber sie waren noch immer sehr tot. Kein Atem. Kein Leben.
Es reicht nicht, wenn wir einfach nur zusammenkommen, Lärm machen und herumklappern wie diese Knochen, die immer noch tot sind. Das ist ein Bild für eine moralische Verhaltensänderung, ohne das belebende Werk des Geistes Gottes.
Das ist ein Bild dafür, wo wir uns in so vielen unserer Gemeinden, in unseren Familien und in unserem eigenen Leben befinden. Von außen sieht alles gut aus, aber es gibt kein echtes Leben. Es gibt kaum Hinweise auf geistliches Leben. Da ist kein Lebensatem. Die Kraft Gottes ist nicht da. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass der übernatürliche Geist Gottes in unseren Körpern und in unserem Zuhause und in unseren Gemeinden pulsiert.
Wenn heute jemand in eine durchschnittliche evangelikale Gemeinde käme, würde er vielleicht feststellen, dass dort jede Menge los ist, viel Lärm, viele Programme, viel in Bewegung. Aber wie ein christlicher Leiter einmal feststellte: Das Traurige dabei ist: Wenn Gottes Geist aus einer gewöhnlichen Gemeinde weggenommen würde, würden 90% der Aktivitäten einfach so weiterlaufen. Es würde keinen Unterschied machen, weil so viel auf unseren Anstrengungen, auf unserem Einfallsreichtum, unserer Kreativität und nicht auf dem ruach, dem Lebensatem, dem Geist Gottes, beruht.
In Vers 9 sagte Gott zu Hesekiel: „Richte eine Weissagung an den Odem [den
ruach, den Wind, den Geist]; weissage, Menschensohn, und sprich zum Odem: So spricht GOTT, der Herr: Odem, komme von den vier Windrichtungen und hauche diese Getöteten an, dass sie lebendig werden!“
Hesekiel wurde also zuerst aufgerufen, den Knochen zu weissagen. Das ist ein Bild für die Verkündigung des Wortes. Dann sollte Hesekiel dem Odem weissagen: Das ist ein Bild für das Gebet. Sprich zu den Knochen und sprich zum Herrn. Verkündige das Wort und bete. Weissage den Knochen. Weissage dem Wind. Sprich zu Gott!
Wisst ihr, wir können das Wort Gottes so lange predigen und verkündigen, wie wir wollen, aber es wird sich erst dann Leben einstellen, wenn wir beten und Gott anflehen und er diese Gebete erhört und handelt und bewirkt, dass sein Lebensatem über diese vertrockneten Knochen ausgeht. Wir sind äußerst, absolut abhängig von Gottes Heiligem Geist, dass er Erweckung bewirkt, wenn wir Gott suchen.
Hesekiel predigt also zu jenen dürren Knochen. Dann betet er und fleht Gott um das Wirken des Geistes Gottes an.
Wir müssen zu Gott rufen in diesen Wochen, in denen wir ihn gemeinsam suchen. Während ich das Wort kundtue, müssen wir gemeinsam rufen, zum Herrn und zum Geist Gottes. Es wird keine persönliche Erweckung geben, auch keine gemeinschaftliche Erweckung, wenn wir nicht beten. Nur Gottes Geist kann das bewirken.
Vers 10: „So weissagte ich, wie er mir befohlen hatte. Da kam der Odem [der
ruach - Lebensgeist NeÜ] in sie, und sie wurden lebendig.“ Leben – auf einem Friedhof. Leben – auf einem Gräberfeld. Leben, wo zuvor nur vertrocknete Knochen gewesen waren.
„Und [sie] stellten sich auf ihre Füße — ein sehr, sehr großes Heer. Und [Gott] sprach zu mir: Menschensohn, diese Gebeine sind das ganze Haus Israel. Siehe, sie sprechen: »Unsere Gebeine sind verdorrt, und unsere Hoffnung ist verloren; es ist aus mit uns!«“ (Verse 10-11).
Die Menschen spürten diese Verzweiflung, denn das Volk Israel war zerstreut, und es gab kein Leben, kein Anzeichen dafür, dass der Geist Gottes wirkte. Und so fühlen sich viele unserer Gemeinden heute an. Manchmal schauen wir uns um, wir sehen, was vor sich geht und denken: „Es wird nie passieren! Es wird niemals eine große Erweckung geben!“
Aber das ist nicht die zentrale Aussage dieses Abschnitts. Es geht darum zu sagen: „O Herr, Du weißt, was Du vorhast und was Du tun kannst, was niemand sonst tun kann.“
Vers 12: „Darum weissage und sprich zu ihnen: So spricht GOTT, der Herr: Siehe, ich will eure Gräber öffnen und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufbringen.“
Da wissen wir, das kann nur Gott tun. Wir gehen heutzutage nicht zu Beerdigungen mit der Erwartung, dass Gräber geöffnet werden und Körper herauskommen. Nur Gott kann leblosen Körpern Leben einhauchen.
Und Gott sagt: „Das ist genau das, was ich tun will; und das nicht erst bei der letzten Auferstehung. Mir geht es darum, schon heute leblose Körper von Gläubigen, von Menschen, von Gemeinden aufzuerwecken. Ich werde die Gräber öffnen und euch aus euren Gräbern heraufbringen, o mein Volk.“
Verse 13 und 14: „Und ihr sollt erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich eure Gräber öffne und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufbringen werde.
Und ich werde meinen Geist [meinen ruach, meinen Atem, mein Leben]
in euch legen, und ihr sollt leben.“
Das geschieht bei einer Erweckung. Sie holt uns aus einem Zustand der Leblosigkeit und des Tiefschlafs heraus. In Zeiten der Erweckung werden viele Menschen, die nie geistliches Leben hatten, die nie einen Anfang mit dem Herrn gemacht haben, tatsächlich wiedergeboren – sie werden neu geboren. Und diejenigen, die Leben haben, aber so lebten, als ob sie tot wären, werden zum Leben zurückkommen.
Ihr sollt leben. „Und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR bin. Ich habe es gesagt und [ich] werde es auch tun, spricht der HERR“ (Vers 14).
Was ist also das Ergebnis? Was ist das Resultat, wenn wir den Herrn um Erweckung bitten, wenn wir zu ihm rufen? Das Ergebnis ist, dass Gott verherrlicht wird. „Ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin.“ Und nicht nur ihr werdet es erkennen. Auch andere werden es erkennen. Das ist das Ziel: Dass die Welt erkennt, dass er Gott ist.
Wenn Gott diesen ruach, diesen Atem, dieses Leben herbeiführt, werden wir an die Macht und die Majestät und die Größe Gottes glauben.
Der Mangel an Leben in unseren Gemeinden und in uns selbst heutzutage kommt nicht von all den falschen Religionen da draußen. Die dürren Knochen in den Gemeinden sind der Grund. Das ist das Problem in unserer Welt. Darum wird das Evangelium nicht mit größerer Kraft und Vollmacht in unsere Welt getragen. Darum hat es nicht mehr Überzeugungskraft in unserer Welt, weil so viele unserer Gemeinden voller vertrockneter Knochen sind.
Viele von uns Gläubigen sind ahnungslos, wenn es darum geht, wer Gott wirklich ist. Wir wissen viel über ihn, aber wir erleben nicht die lebendige, lebensnotwendige, lebenssprühende Kraft des Geistes Gottes in diesen Knochen.
Ich liebe ein Lied, das Anfang des 20. Jahrhunderts geschrieben wurde: „O Lebensatem, wirke mächtig unter uns, deine Gemeinde erneu’re, mit Leben und mit Kraft.“
Betest du so? Wir kommen in dieser Zeit zum Beten zusammen. Wir wollen den Herrn suchen, zu ihm rufen und ihn mit anderen Gläubigen gemeinsam suchen. Darum lasst uns heute dieses Gebet zusammen beten:
Herr, und so beten wir. Lebensatem, komm zu uns herab! Komm, Geist Gottes! Wirke an diesen vertrockneten Knochen. Fülle uns mit Leben! Hauche uns an, Atem Gottes; fülle uns neu mit Leben, damit wir erkennen – damit die Menschen um uns herum, damit die Völker erkennen –, dass Du Gott bist! Tue das um Deines großen Namens willen, für Dein großes Reich, und damit das Evangelium in unsere Welt hinausgetragen wird, mit Macht, mit Glaubwürdigkeit, während diese dürren Knochen lebendig werden. Wir preisen Dich und danken Dir, o Geist Gottes, dass Du in unserer Mitte wirkst. In Jesu Namen. Amen.
Lea: Möchtest du miterleben, wie vertrocknete Knochen in der Gemeinde erwachen und leben? Das ist eines der leidenschaftlichen Anliegen von Belebe unsere Herzen und Nancy DeMoss Wolgemuth. Das ist auch einer der Gründe, warum sie den Kurs Neu belebt von Ihm - Seeking Him geschrieben hat. Er hilft Frauen, die das Gefühl haben, tote Knochen zu sein, wieder neues Leben von Gott eingehaucht zu bekommen.
Daniela, eine Zuhörerin aus dem Norden Deutschlands, hat uns zu dem Kurs Folgendes geschrieben:
„Erweckung? Das brauchen andere, nicht ich!“ Solche Gedanken kamen mir häufig, bis ich auf den Kurs Neu belebt von Ihm - Seeking Him gestoßen bin. Und Gott hat mich zerbrochen. Mein Innerstes wurde so durch die biblischen Wahrheiten aufgerüttelt, vor allem mein stolzes Herz. Und – ja, es ist schmerzhaft, sich von Gott demütigen zu lassen, aber jetzt verstehe ich, dass nur durch Zerbruch Erweckung geschehen kann. Und das hatte ich bitter nötig – bis heute. Ich bin Gott sehr dankbar für die intensive Zeit und Erkenntnis über ihn und sein Wort. Viele Themen habe ich als Christin für selbstverständlich genommen, aber beim Bearbeiten des Buches habe ich gemerkt, dass ich so vieles noch gar nicht verstanden habe. Gott ist gut, er hat mich durch den Kurs durch eine intensive Schule gehen lassen.“
Wir beten, dass Frauen wie Daniela diese Erweckung erleben – überall in unserem Land.
Viele Frauen haben das Kursbuch Neu belebt von Ihm - Seeking Him bereits bestellt und mit dem Kurs angefangen. Auch für dich ist es noch nicht zu spät, das Buch zu bestellen und das Material durchzuarbeiten.
Lass nicht zu, dass dein Leben so weitergeht wie bisher! Auch du kannst die Freude persönlicher Erweckung erleben. Bitte den Herrn darum, in deinem Herzen zu wirken.
Du kennst bestimmt den Begriff Gebetskämpfer. In der nächsten Folge wirst du nicht nur etwas über diesen Begriff erfahren, sondern selbst hören, wie Gebetskämpfer Gott darum bitten, sein Volk zu beleben. Dies erwartet dich beim nächsten Mal bei Belebe unsere Herzen.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
© 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.