Lea Köster: Deine Beziehung zur Bibel sagt viel über deine Beziehung zu Gott aus. Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Du kannst nicht behaupten, Gott zu kennen, wenn du sein Wort nicht kennst. Du kannst nicht sagen, dass du Gott liebst, wenn du sein Wort nicht liebst. Du kannst nicht von dir behaupten, Gott zu gehorchen, wenn du seinem Wort nicht gehorchst.
Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele bekennende Christen es heute gibt, die sagen: „Ich kenne Gott, ich liebe Gott, ich gehorche Gott“ – aber sie kennen das Wort Gottes nicht.
Lea: Hallo meine Liebe. Hier ist wieder der Belebe unsere Herzen Podcast mit Nancy DeMoss Wolgemuth, Autorin von Vor Gott zur Ruhe kommen. Ich bin Lea Köster.
Heute habe ich eine Frage für dich: Was machst du mit unerwünschter Post? Wahrscheinlich wirfst du das meiste davon ungeöffnet weg. Aber …
Lea Köster: Deine Beziehung zur Bibel sagt viel über deine Beziehung zu Gott aus. Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Du kannst nicht behaupten, Gott zu kennen, wenn du sein Wort nicht kennst. Du kannst nicht sagen, dass du Gott liebst, wenn du sein Wort nicht liebst. Du kannst nicht von dir behaupten, Gott zu gehorchen, wenn du seinem Wort nicht gehorchst.
Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele bekennende Christen es heute gibt, die sagen: „Ich kenne Gott, ich liebe Gott, ich gehorche Gott“ – aber sie kennen das Wort Gottes nicht.
Lea: Hallo meine Liebe. Hier ist wieder der Belebe unsere Herzen Podcast mit Nancy DeMoss Wolgemuth, Autorin von Vor Gott zur Ruhe kommen. Ich bin Lea Köster.
Heute habe ich eine Frage für dich: Was machst du mit unerwünschter Post? Wahrscheinlich wirfst du das meiste davon ungeöffnet weg. Aber wenn du einen Brief von jemandem bekommst, den du liebst, kannst du es kaum erwarten, ihn aufzureißen und zu lesen, oder?
Mein Mann hat mir einmal einen Brief geschrieben, aber ihn in mehrere Zettelchen geschnitten und diese Zettel waren überall im Haus verteilt. In meinem Nachttischschränkchen, in meinem Schrank, bei den Gewürzen und den Kochlöffeln. Einer war sogar ins Waschmittel gesteckt! Ich habe die nächsten Tage sehr aufmerksam und mit freudiger Erwartung unsere Schubladen geöffnet. Ich wollte einfach keinen Zettel übersehen.
Behandelst du die Bibel eher als unerwünschte Post oder wie einen Liebesbrief?
Heute starten wir mit der Reihe „Wir im Wort und das Wort in uns“. In den nächsten Wochen wird Nancy ganz viele praktische Tipps geben, wie wir unsere Zeit in dem Wort Gottes noch sinnvoller gestalten können.
Dabei ist es völlig egal, ob du gerade erst mit dem Bibellesen begonnen hast, über Jahre hinweg ein Auf und Ab in der Stillen Zeit erlebst oder ob die Zeit mit dem Herrn eine feste Gewohnheit für dich ist. Nancy ist es besonders wichtig, Frauen zu einer persönlichen Zeit mit ihrem Herrn zu ermutigen.
Hier ist jetzt Nancy:
Nancy: Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber immer wieder spüre ich den Wunsch, geistlich zu wachsen. Ich möchte den Herrn besser kennenlernen. Ich möchte mein Leben mit einem klaren Ziel und einer Richtung gestalten. Ich wünsche mir, dass ich – wenn ich zurückblicke – sagen kann: „Ich liebe Jesus heute mehr als noch vor einem Jahr. Ich kenne ihn tiefer als vor einem Jahr. Ich bin ihm ähnlicher als noch vor einem Jahr.“
Nach einiger Zeit verliere ich all diese guten Absichten irgendwie wieder aus dem Blick. Deshalb ist jetzt ein guter Moment, um neu darüber nachzudenken, wie wir in den nächsten Wochen und Monaten mehr so werden können, wie Gott uns haben möchte.
In dieser Serie möchte ich etwas mit euch teilen, von dem ich überzeugt bin: Es ist der Faktor – von vielen möglichen –, der den größten Unterschied in eurem Leben ausmachen kann. Wenn ich alles andere weglassen müsste und nur eine Sache nennen dürfte, dann wäre es genau das, worüber wir in dieser Reihe sprechen.
Wenn du dich auf diese eine Sache einlässt, wirst du – in einem Jahr – zurückblicken und sagen: „Ich bin nicht mehr derselbe Mensch wie ich damals war.“
Genau das wünsche ich mir für mein eigenes Leben. Und ich glaube, das wünschst du dir auch für dich. Ich habe oft gesagt: Wenn ich nur eine Botschaft an Frauen weitergeben könnte, dann wäre es diese. Und das ist sie: Wir wollen darüber sprechen, wie wir eine vertraute Liebesbeziehung zu Gott entwickeln können – und zwar durch eine persönliche, tägliche Andachtszeit …
- Zeit in Gottes Wort
- Zeit in Gottes Gegenwart
- ihm zuzuhören und
- ihm zu antworten
- ihn durch sein Wort kennenzulernen. Die tägliche persönliche Andachtszeit.
Ich möchte nicht, dass das eine trockene Routine wird, aber ich möchte dich dazu ermutigen, dich jedes Jahr auf so eine 30-Tage-Challenge einzulassen.
Worum geht es? Ich möchte dich dazu ermutigen, in den nächsten dreißig Tagen jeden Tag Zeit mit Gott und in seinem Wort zu verbringen. Am liebsten würde ich dich bitten, das das ganze Jahr über zu tun – aber ich weiß, wenn das noch nicht deine Gewohnheit ist und du dir direkt ein ganzes Jahr vornimmst, wirst du es wahrscheinlich nicht durchhalten.
Aber ich bin überzeugt, dass du – mit Gottes Hilfe – eine Verpflichtung über dreißig Tage hinweg schaffen kannst. Dreißig Tage, in denen du dir jeden Tag Zeit nimmst, allein mit dem Herrn zu sein – in seinem Wort und im Gebet. Dreißig Tage, in denen du ganz bewusst deine Beziehung zu Gott in den Mittelpunkt stellst, indem du täglich in der Bibel liest und mit ihm sprichst.
Vielleicht hast du diese Gewohnheit schon teilweise – aber du liest nur sporadisch. Dann ist das eine gute Gelegenheit, regelmäßig darin zu werden. Vielleicht möchtest du dich auch für mehr als dreißig Tage verpflichten. Manche von euch sind vielleicht an dem Punkt, dass sie sagen: „Ich will – mit Gottes Gnade – eigentlich jeden Tag im Jahr in seinem Wort leben, auf ihn hören und in meiner Beziehung zu ihm wachsen.“ Wenn das dein Wunsch ist: Dann geh den nächsten Schritt! Aber ich möchte dich zumindest ermutigen, mit der 30-Tage-Challenge zu beginnen.
In dieser Reihe soll der Fokus auf dem Wort Gottes liegen – darauf, wie wir Zugang dazu finden und, noch wichtiger, wie das Wort Zugang zu unseren Herzen findet. Ich möchte euch dazu herausfordern, jeden Tag in der Bibel zu lesen. Jeden Tag – hineinzutauchen in Gottes Wort und Gottes Wort in euch aufzunehmen. Wir werden darüber sprechen, warum es so wichtig ist, in Gottes Wort zu leben, und wie man das konkret tun kann. Was macht das Wort Gottes mit uns? Was kann es in unserem Leben bewirken? Wir wollen uns intensiv mit diesem Schatz beschäftigen – dem Wort Gottes, das so kostbar ist. Und ich kenne keinen besseren Ausgangspunkt für dieses Thema als Psalm 119.
Ein Bekannter von mir erzählte mir einmal von seiner Kindheit: Er wuchs in einem Zuhause auf, in dem seine Mutter – sein Vater war oft abwesend – jeden Tag fünf Kapitel aus der Bibel vorlas. Jeden Tag, bevor sie irgendetwas anderes tun durften, mussten die Kinder diese fünf Kapitel hören. Als sie schließlich zu Psalm 119 kamen, sagte er: „Da dachte ich, die Ewigkeit wäre angebrochen!“
Keine Sorge – wir werden diesen Psalm heute oder im Laufe dieser Reihe nicht komplett lesen. Aber wir werden ihn immer wieder als Bezugspunkt heranziehen und uns einzelne Verse genauer anschauen. Schlagt also eure Bibeln bei Psalm 119 auf. Und während ihr das tut, möchte ich denen, die mit diesem Psalm vielleicht noch nicht so vertraut sind, kurz etwas dazu sagen: Psalm 119 ist das längste Kapitel der Bibel – es umfasst 176 Verse – und der Psalm dreht sich vollständig um das Wort Gottes. Es geht um:
- den Wert des Wortes
- die Kraft des Wortes
- die Priorität des Wortes
- die Segnungen des Wortes
- die Belohnungen des Wortes
- wie wir durch das Wort eine persönlichere Beziehung zu Jesus Christus haben können
Lasst mich euch zu Beginn dieses Themas – dem Wort Gottes – eines in Erinnerung rufen: Deine Beziehung zu Gott wird niemals tiefer oder stärker sein als deine Beziehung zu seinem Wort. Du kannst nicht behaupten, Gott zu kennen, wenn du sein Wort nicht kennst. Du kannst nicht sagen, dass du Gott liebst, wenn du sein Wort nicht liebst. Und du kannst Gott nicht wirklich gehorchen, wenn du seinem Wort nicht gehorchst.
Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele bekennende Christen es heute gibt, die sagen: „Ich kenne Gott, ich liebe Gott, ich gehorche Gott“ – aber sie kennen das Wort Gottes nicht. Sie lieben es nicht. Sie haben kein Verlangen danach, keinen Hunger nach Gottes Wort. Sie gehorchen ihm nicht. Und trotzdem behaupten sie, Gott zu kennen, zu lieben und ihm zu gehorchen. Aber das ist schlicht nicht möglich.
Deine Beziehung zu Gott wird niemals tiefer sein als deine Beziehung zu seinem Wort.
Wenn wir nun in Psalm 119 hineinschauen, dann zeigen uns schon die ersten beiden Verse: Wer sich mit dem Wort Gottes beschäftigt und es in sein Herz aufnimmt, wird gesegnet sein. Ich glaube, diese ersten beiden Verse sind so etwas wie das Thema – die Überschrift, oder der Schlüssel – für den ganzen Psalm. Psalm 119,1-2:
„Wohl denen, [oder glücklich sind die], die im Weg untadelig sind, die wandeln nach dem Gesetz des HERRN! Wohl denen, [oder glücklich sind die], die seine Zeugnisse bewahren, die ihn von ganzem Herzen suchen.“
Dieser Psalm ist ein Psalm des Segens. Viele Menschen empfinden die Bibel, das Wort Gottes, als trocken oder schwer verständlich. Sie greifen lieber zu einem Roman, einem Taschenbuch oder einem christlichen Bestseller aus dem Buchladen. Doch Gottes Wort selbst sagt: Wenn du wirklich gesegnet sein willst, dann beschäftige dich mit seinem Wort – und lass sein Wort in dein Herz hinein.
Wir wollen oft unser eigenes Ding machen, unser Leben selbst bestimmen, unsere eigenen Entscheidungen treffen – und erwarten dann trotzdem, dass Gott uns segnet. Und wenn der Segen ausbleibt, beschweren wir uns. Aber Gottes Wort sagt: „Willst du gesegnet sein? Dann beschäftige dich mit meinem Wort – und lass mein Wort in dein Herz.“
Du kannst nicht wirklich gesegnet sein, wenn du nicht im Wort Gottes lebst. Und du kannst nicht im Wort Gottes leben, wie wir noch sehen werden, wenn du es nicht liest, nicht darüber nachdenkst, es nicht studierst und es nicht in dein Herz aufnimmst. Das ist der Weg zum Segen.
Ich möchte dich ermutigen, während du diese 30-Tage-Challenge lebst: Vielleicht nimmst du dir vor, Psalm 119 in dieser Zeit einmal ganz durchzulesen. Während du liest, markiere dir die Segnungen, die in diesem Psalm mit dem Wort Gottes verbunden sind.
Heute und in der nächsten Folge werden wir einige dieser Segnungen gemeinsam betrachten – aber das ist wirklich nur ein erster Einblick. Mein Wunsch ist, dass du selbst ins Wort schaust und beim Lesen entdeckst, welche Verheißungen und Segnungen Gott durch sein Wort schenkt.
Die erste Segnung, die mir ins Auge fällt, finden wir in den Versen 9 und 11 von Psalm 119. Das Wort Gottes schützt uns vor Sünde. Reinheit kommt aus dem Wort Gottes, und Reinheit ist ein Segen. Bewahrung vor Sünde ist ein Segen.
In Vers 9 heißt es: „Wie wird ein junger Mann seinen Weg unsträflich gehen? Indem er ihn bewahrt nach deinem Wort!“.
Übrigens: Dieser Vers richtet sich nicht nur an Männer – und auch nicht nur an junge Männer. Ich möchte ganz besonders ein Wort an euch junge Frauen richten. Heute habe ich ein viel tieferes Verständnis als früher dafür, welch ein großer Segen es ist, Gottes Wort ins eigene Leben aufzunehmen.
Ich erlebe heute in meinem Leben wunderbare Segnungen, die direkt daraus hervorgehen, dass ich über Jahre im Wort Gottes gelebt und es in mich aufgenommen habe. Denk also bitte nicht: „Wenn ich älter bin, habe ich noch Zeit, mich mit Gottes Wort zu beschäftigen.“ Nein – fang jetzt damit an.
Möchtest du vor Sünde bewahrt bleiben? Willst du vor Sünden bewahrt bleiben, die vielleicht deine Eltern, Großeltern oder andere Erwachsene und ältere Menschen in deinem Umfeld belasten – Dinge, die sie gefangen halten und mit denen sie kämpfen? Willst du ein Leben führen, das rein von Sünde ist und unter Gottes Segen steht? Dann geh ins Wort Gottes.
Und warte nicht, bis du alt bist. Warte nicht, bis du denkst, du hättest „mehr Zeit“. Warte nicht. Du sagst vielleicht: „Wenn ich erstmal mit der Schule oder dem Studium fertig bin, dann habe ich mehr Zeit.“
Ja, genau das habe ich früher auch gedacht. „Ich warte, bis ich verheiratet bin – bis ich Kinder habe.“ Aber ich sage dir: Du wirst dann nicht mehr Zeit haben als jetzt, wo du jung bist. Wir alle haben die gleiche Menge Zeit zur Verfügung.
Deshalb möchte ich dich ermutigen: Nutze jetzt die Zeit, wo du jung bist, um dir anzugewöhnen, regelmäßig in Gottes Wort zu lesen – es zu einem festen Bestandteil deines Lebens zu machen. Es wird dich bewahren. Es wird dich vor Sünde schützen.
„Ich bewahre dein Wort in meinem Herzen“, heißt es in Vers 11, „damit ich nicht gegen dich sündige.“ Gottes Wort wird dich davon abhalten zu sündigen, und wenn du gesündigt hast, wird Gottes Wort dich von der Sünde reinigen. Jesus sagte: „Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe“ (Johannes 15,3).
Wenn ich das Wort Gottes lese, bete ich oft: „Herr, würdest du mich mit dem Wasser deines Wortes waschen? Reinige mich durch dein Wort.“ Und er tut es. Das ist eine der Segnungen, die wir durch das Wort Gottes empfangen.
Ein zweiter Segen ist: Gottes Wort gibt uns Orientierung für unseren Lebensweg. Sein Wort zeigt uns den richtigen Weg und bewahrt uns davor, in die falsche Richtung zu gehen. Schau dir dazu Vers 24 an:
„(...) deine Zeugnisse sind (...) meine Ratgeber“. Dein Wort gibt mir Rat.
Vers 104: „Von deinen Befehlen werde ich verständig; darum hasse ich jeden Pfad der Lüge.“ Dein Wort gibt mir Verständnis.
Vers 105: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“
Vers 130: „Die Eröffnung deiner Worte erleuchtet und gibt den Unverständigen Einsicht.“
Das ist für mich. Ich brauche Gottes Wort. Ich brauche Ausrichtung. Ich weiß nicht, welchen Weg ich gehen soll. Ich habe nicht die Weisheit, die ich brauche, um Entscheidungen zu treffen, die in meinem Leben anstehen. Und du hast diese Weisheit auch nicht. Wir sind einfache Menschen. Wir brauchen Verständnis. Wir brauchen Licht. Und wo bekommen wir das her? Aus dem Wort Gottes.
Es wird dich vor Sünde bewahren. Es macht dich rein und leitet deine Schritte. Es zeigt dir deinen Weg. Es wird dein Ratgeber sein. Nicht nur heute, sondern auch morgen, nächste Woche, das ganze weitere Jahr und dein Leben lang, wenn du dich immer wieder mit Gottes Wort beschäftigst, wird es dein Ratgeber sein.
Ich möchte noch einige weitere Segnungen hervorheben, die aus dem Wort Gottes kommen. Manche lasse ich bewusst aus, damit du selbst bei Gelegenheit Psalm 119 durchgehst und weitere Segnungen entdeckst.
Hier ist ein Segen, den du ab Vers 28 findest. Es ist ein Segen der Stärke und des Trostes, den Gottes Wort uns in Zeiten der Trauer und des Leids gibt. Kraft und Trost in Zeiten der Trauer und des Kummers erhalten wir aus dem Wort Gottes.
Vers 28: „Meine Seele weint vor Kummer (...)“.
Du hast solche Momente erlebt, nicht wahr? Zeiten, in denen du so sehr geweint hast, dass dir vielleicht sogar die Tränen ausgegangen sind, aber deine Seele verging einfach vor Kummer. Du hattest kaum Worte, um den Schmerz, die Qual, die innere Zerreißprobe, den Verlust zu beschreiben.
Vielleicht ist es der Verlust eines Kindes. Vielleicht hast du – so wie Freunde von mir vor Kurzem – entdeckt, dass dein Partner dir untreu war. Da ist einfach diese tiefe Qual, dieses Zerbrechen der Seele vor Kummer.
Der Psalmist sagt: „Meine Seele weint vor Kummer; richte mich auf nach deinem Wort!“ (Psalm 119,28).
Ich kann dir gar nicht sagen, wie oft Gott mir auf meinem Weg mit ihm, gerade in Zeiten von Schmerz, von Trauer und Bedrängnis, genau dieses Wort gegeben hat und meinem Herzen auf unbeschreibliche, übernatürliche Weise Gnade, Kraft und Trost schenkte. Es ist das Wort Gottes. Es ist mächtig. Es hat diese Wirkung.
Schau dir den Psalm 119,50 an: „Das ist mein Trost in meinem Elend, dass dein Wort mich belebt.“
Vers 52: „Wenn ich an deine ewigen Bestimmungen denke, o HERR, so werde ich getröstet.“
Normalerweise denken wir nicht, dass Gesetze und Bestimmungen uns Trost spenden. Aber der Psalmist sagt: „Ich liebe deine Gesetze. Ich liebe deine Bestimmungen, weil sie dein rechtschaffenes Herz widerspiegeln. Sie spiegeln dich wider. Herr, wenn ich deine Bestimmungen und Gesetze kennenlerne, dann lerne ich auch dich kennen. Durch sie finde ich Trost, weil ich Dich kenne.“
Vers 92: „Wäre dein Gesetz nicht meine Freude gewesen, so wäre ich vergangen in meinem Elend.“
„Herr, ohne dich hätte ich es nicht geschafft.“ Vielleicht kannst du dich an Zeiten in deinem Leben erinnern, in denen du nicht mehr weiter wusstest, und wenn du nicht das Wort gehabt hättest – vielleicht hattest du nicht einmal die Kraft, es selbst zu lesen, aber jemand kam an deine Seite und hat es dir vorgelesen.
„Herr, wenn ich dein Wort in dieser schweren Zeit nicht gehabt hätte, wenn ich mich nicht an deinem Wort hätte erfreuen können, hätte ich es nicht geschafft. Ich wäre nicht durchgekommen. Dein Wort schenkt mir Kraft und Trost in Zeiten von Trauer und Bedrängnis.“
Zusätzlich schenkt uns das Wort Gottes nicht nur selbst Kraft und Trost, sondern wenn wir Freunde haben, die gerade durch schwere Zeiten der Trauer und Bedrängnis gehen, ist eine der größten Möglichkeiten, ihnen Stärke und Trost zu spenden, einfach ihnen das Wort vorzulesen.
Lies es laut vor. Lies es ihnen vor. Lies es für sie. Bete es über ihnen, wenn jemand leidet. Gott hat das Wort so oft als Balsam, als Trost, als Medizin benutzt, um meine verwundete Seele zu heilen, sie wiederherzustellen und zu stärken.
Eine weitere Segnung finden wir in Vers 98. Dort heißt es: „Deine Gebote machen mich weiser als meine Feinde, denn sie sind ewiglich mein.“
Gottes Wort schenkt uns Weisheit, um zu wissen, wie wir mit unseren Feinden umgehen sollen. Dabei sollten sie eigentlich nicht unsere Feinde sein, weil wir sie hassen; doch es gibt Menschen, die Feinde Gottes sind und sich dadurch selbst zu unseren Feinden machen.
Wie gehen wir mit solchen Menschen um? Mit Menschen, die irrational reagieren, Menschen, die wütend sind, feindselig und rebellisch – Menschen, die sich bewusst gegen Gott stellen? Gibt es so jemanden in deinem Umfeld, in deinem Leben?
Vielleicht bist du mit so jemandem verheiratet. Vielleicht hast du einen Sohn oder eine Tochter, die so leben. Vielleicht ist es sogar ein Elternteil. Und du findest dich – wie viele Frauen, die uns schreiben – in einer scheinbar ausweglosen Situation wieder: in deiner Ehe, mit deinen Kindern, du musst mit bösen, verkehrten Menschen umgehen.
Ich lese einige dieser E-Mails von Frauen, die ihre Situation schildern – was in ihrem Zuhause geschieht, mit ihrem Ehemann, einer Freundin oder einem geliebten Menschen – und ich denke mir: Ich habe keine Ahnung, wie ich dir in dieser Lage helfen soll. Ich kann mir nicht vorstellen, was ich tun würde, wenn ich selbst in so einer Situation wäre. Also was tun? Aufgeben? Auf keinen Fall!
Was wir tun können, ist: Wir weisen sie auf das Wort Gottes hin. Der Psalmist sagt: „Deine Gebote machen mich weiser als meine Feinde, denn sie sind ewiglich mein“ (Psalm 119,98).
„Herr, ich bitte Dich, zeige mir, was ich in dieser scheinbar ausweglosen Situation tun soll.“ Hört zu, liebe Frauen: Wenn ihr euch gerade in so einer hoffnungslosen, scheinbar ausweglosen Situationen befindet – ich sage nicht, dass das Problem einfach verschwindet, nur weil du dich mit Gottes Wort beschäftigst – aber ich sage euch: Es wird euch zeigen, wie ihr inmitten dieser Situation Frauen sein könnt, an denen Gott Gefallen hat. Solche Frauen, wie er sie sich wünscht.
Das Wort wird euch zeigen, was zu tun ist – auch wenn kein Seelsorger, kein Therapeut, kein Pastor, keine Freundin, niemand sonst auf der Welt euch weiterhelfen kann. Gott wird euch zeigen, was zu tun ist, wenn ihr euch in sein Wort hineinbegebt. Er wird euch Weisheit schenken, damit ihr wisst, was ihr tun sollt.
Hier ist ein weiterer Segen. Psalm 119,114: „Mein Schutz und mein Schild bist du. Auf dein Wort hoffe ich.“ (ELB).
Wann braucht man einen Schutz und ein Schild? Vielleicht, wenn man sich in einem Kampf befindet? Oder mitten in einer schwierigen Auseinandersetzung? Die Heilige Schrift bietet uns Schutz und Sicherheit – eine Zuflucht mitten im Kampf.
Wir wissen aus Epheser 6, dass wir alle in einem Kampf stehen. Es ist kein Kampf gegen Fleisch und Blut, sondern ein Kampf gegen die geistigen Mächte der Bosheit, gegen die Mächte des Satan. Er ist aktiv, lebendig und wirkt in dieser Welt, und wir stehen im Kampf mit ihm.
Auch wenn wir ihn nicht sehen können, stehen wir doch im Kampf gegen ihn. Deshalb brauchen wir einen Ort, zu dem wir fliehen können. Einen Ort, an dem wir uns verbergen können. Einen Ort, wo wir sicher sind. Wir brauchen jemanden, der uns in diesem Kampf schützt und abschirmt.
Martin Luther sagte es in seinem berühmten Lied so: „Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren.“ Wir können uns nicht auf unsere eigene Stärke verlassen, um in dem Kampf zu bestehen. Aber wir haben das Wort Gottes – es ist unser Schild. „Du bist mein Schutz und mein Schild; ich hoffe auf dein Wort.“ (Psalm 119,114) (ELB).
Wer seine Hoffnung auf das Gottes Wort setzt, findet in Gott selbst Schutz und Schild.
Das ist ein Segen, der daraus entsteht, wenn man Gottes Wort liest, sich damit befasst und es in sich aufnimmt. Und dann liebe ich diesen Vers – er zeigt uns einen weiteren Segen – Vers 165: „Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben, und nichts bringt sie zu Fall.“
Gestern musste ich an diesen Vers denken, als ich mit einem Bekannten sprach, der in einen Streit mit einem anderen Gläubigen geraten ist – es ist ein Konflikt, den sie bislang nicht beilegen konnten.
Der Mann, mit dem ich sprach, war offensichtlich aufgewühlt wegen dieser Situation. Er sagte zwar, er habe damit abgeschlossen, aber ich merkte, dass in seinem Herzen dennoch kein wirklicher Friede war. Ich habe ihn bei dieser Begegnung nur gefragt: „Darf ich für dich beten in dieser Situation?“ Und das habe ich dann auch getan.
Aber der Vers, an den ich dachte, war Psalm 119,165: „Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben, und nichts bringt sie zu Fall.“
Was dir jemand anders antun mag, kann dir deinen Frieden nicht rauben oder dich im Leben zum Stolpern bringen, wenn du Gottes Gesetz liebst. Denn wenn du Gottes Gesetz liebst, liebst du auch Gott. Und wenn du Gott liebst, wirst du auch seine Liebe zu dir erfahren und erkennen, dass du alles hast, was du brauchst.
Gottes Gesetz, sein Wort, bewahrt uns also davor zu stolpern und schenkt uns Frieden, in jeder Lage und in allen Umständen des Lebens.
Im vergangenen Jahr, als wir die 30-Tage-Challenge gestartet haben, erhielten wir ermutigende Briefe und E-Mails von Frauen, die sich der Herausforderung gestellt hatten und berichteten, welch ein Segen es für sie war, damit zu beginnen, regelmäßig ins Wort Gottes einzutauchen.
Ich möchte euch einen dieser Briefe vorlesen – darin beschreibt eine Frau ganz konkret, welche Segnungen sie erfahren hat, als sie anfing, Gottes Wort wirklich in ihr Leben aufzunehmen. Sie schrieb:
„Ich habe so viel gelernt durch diese 30-Tage-Challenge. Ich glaube, ich habe nur einen einzigen Tag ausgelassen. Diese Reise war einfach unglaublich. Gott hat ein neues Verlangen nach ihm in mein Herz gelegt. Ich spüre, wie sehr ich ihn brauche. Ich habe ihn gebeten, mich jeden Morgen zu wecken – und das hat er treu getan.
Sie schreibt:
Als ich mit der Challenge anfing, stand ich am Ende meiner Kräfte in meiner Ehe. Ich bin so müde, die unsichtbare Frau zu sein. Mein Mann ist ein großartiger Vater, ein ausgezeichneter Versorger und ein sehr zielstrebiger Mann. Was er sich vornimmt, das verfolgt er mit ganzer Kraft. Aber manchmal fühle ich mich, als wäre ich nur seine Mitbewohnerin.
Also habe ich dem Herrn davon erzählt. Und der Herr begann, mein Herz zu verändern. Werde ich denn jemals Dankbarkeit lernen?
Ich beschloss, mich darauf zu konzentrieren, mich neu in meinen Retter zu verlieben. Ich weiß, du lächelst jetzt. Du kannst dir vielleicht denken, was als Nächstes geschah, oder?
Und dann schreibt sie:
Gott sagte: Liebe deinen Mann, egal was passiert. Liebe und respektiere ihn so, wie du mich lieben würdest. Ich weinte und sagte, ich weiß nicht, ob ich das schaffen kann. Gott antwortete mir, dass seine Gnade genug ist. Jedes Mal, wenn ich ihm sagte, ich weiß nicht, ob ich eine bestimmte Sache schaffen kann, war genau der Psalm, den ich an diesem Tag las, die Antwort – jedes einzelne Mal.
Es gab Momente, da wollte ich es gar nicht hören. Aber ich hatte mich darauf eingelassen, es durchzuziehen. Und so machte ich weiter – nur um dann die Freude in meinem Herzen kaum noch zurückhalten zu können. Es gab Tage, an denen ich nur weinte, weil der Schmerz so groß war. Doch selbst an diesen Tagen hörte Gott mein Flehen und tröstete mich.
Mein Mann und ich tragen viele Verletzungen aus der Vergangenheit mit uns. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, bevor wir wirklich wieder eins sind. Aber Gott ist treu und gerecht – er vergibt unsere Sünden und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. Ich habe noch viel zu vergeben.“
Das sind Dinge, die Gott dieser Frau gezeigt hat, während sie im Licht seines Wortes lebte. Sie sagte:
„Das ist eine Reise, und der Weg ist nicht immer leicht. Aber nach diesen letzten Wochen möchte ich nicht mehr allein gehen. Ich kann es allein nicht schaffen. Möge ich niemals zu meinem alten Weg zurückkehren.
Danke, dass ihr euch kümmert. Danke, dass ihr ehrlich seid – und danke für euer Buch Vor Gott zur Ruhe kommen. Das war das Werkzeug, durch das Gott sie ermutigte, ins Wort Gottes zu gehen.
Dieses Buch hat mich so oft angespornt, gerade in den Momenten, in denen ich mich in Bezug auf meine Stille Zeit allein gelassen fühlte.“
Hier ist also eine Frau, die nach nur dreißig Tagen, in denen sie sich regelmäßig mit Gottes Wort beschäftigte und es in ihr Leben ließ, all diese Segnungen erfahren hat: Führung, Frieden, Licht, Schutz vor Sünde, die Offenlegung von Sünde, die bekannt werden musste – so viele dieser Segnungen und Trost in ihrem Leid, den sie erlebte, als sie begann, sich intensiv mit Gottes Wort auseinanderzusetzen.
Genau dort wirst auch du den Segen finden, den du in deinem Leben brauchst – am selben Ort: im Wort Gottes.
Lea: Nancy DeMoss Wolgemuth hat immer wieder erklärt, wo sie wahre, verlässliche Ausrichtung für ihr Leben findet. Nun, du wirst sie am gleichen Ort finden – in Gottes Wort. Suche aufmerksam und mit Erwartung danach, wie ich nach den Zettelchen von meinem Mann. Nancy ist gleich wieder zurück.
Wie Nancy bereits erwähnt hat, bist du eingeladen, 30 Tage Bibel zu lesen. Den Link zu einem passenden Bibelleseplan findest du unter der Textversion dieser Folge.
Über diese Herausforderung hinaus, hat Belebe unsere Herzen weitere Materialien, die dir helfen, das Wort zu verstehen, das Wort zu kennen und das Wort zu lieben. Ich empfehle dir dazu die Podcastserie „Die Liebe zu Gottes Wort mit Kelly Needham“. Oder die Studienhilfe mit dem Titel „Bibelstudium – warum, was, wie und wer?“. Schau dich einfach mal auf unserer Webseite unter den Podcasts oder im Download-Bereich um.
Verbringst du manchmal Zeit damit, laut vorzulesen? Bücher für deine Kinder zu lesen ist wertvoll, aber ich meine etwas anderes. Entdecke nächste Woche die Freude, die Bibel laut zu lesen. Sei gerne dann wieder dabei zu der Folge „Die Bibel mit Gebet lesen“.
Zum Schluss betet Nancy noch mit uns.
Nancy: O Herr, wie danke ich Dir für die unermesslichen Reichtümer und Segnungen, die wir in Deinem Wort finden. Denn wenn wir in Dein Wort eintauchen, kommen wir zu Dir.
Dein Wort kennenzulernen heißt, Dich kennenzulernen. Und in Deiner Gegenwart finden wir Frieden, Trost, Kraft, Weisheit und Schutz – all das, was wir brauchen, finden wir in Deinem geschriebenen Wort und in Christus, dem Fleisch gewordenen Wort.
Darum bitte ich Dich, Herr, schenke uns eine neue Sehnsucht, Dich zu suchen, Dich zu erkennen, in Dein Wort einzutauchen und uns von ihm verändern zu lassen.
Ich bete in Jesu Namen, Amen.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.