Lea Köster: Was ist das beste Werkzeug, um die Bibel zu lesen? Nancy DeMoss Wolgemuth sagt, es ist ... ein Stift.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Wenn du beim Lesen etwas aufschreibst, wirst du bemerken, dass du dich viel besser konzentrieren kannst.
Und wenn du dann durch die ganze Bibel gelesen hast, besitzt du ein Tagebuch, in dem du das Wort Gottes zusammengefasst hast – ein Zeugnis nicht nur davon, wie du in das Wort hineingegangen bist, sondern auch davon, wie du das Wort in dich aufgenommen hast.
Während du zusammenfasst und das Gelesene auf dein Leben anwendest, wird das Wort Gottes Teil von dir.
Lea: Hallo – du hörst den Podcast von Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, Autorin von Vor Gott zur Ruhe kommen.
Vielleicht erinnerst du dich, dass du als Kind gelernt hast, nicht in Bücher zu schreiben. Und vielleicht gibst …
Lea Köster: Was ist das beste Werkzeug, um die Bibel zu lesen? Nancy DeMoss Wolgemuth sagt, es ist ... ein Stift.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Wenn du beim Lesen etwas aufschreibst, wirst du bemerken, dass du dich viel besser konzentrieren kannst.
Und wenn du dann durch die ganze Bibel gelesen hast, besitzt du ein Tagebuch, in dem du das Wort Gottes zusammengefasst hast – ein Zeugnis nicht nur davon, wie du in das Wort hineingegangen bist, sondern auch davon, wie du das Wort in dich aufgenommen hast.
Während du zusammenfasst und das Gelesene auf dein Leben anwendest, wird das Wort Gottes Teil von dir.
Lea: Hallo – du hörst den Podcast von Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, Autorin von Vor Gott zur Ruhe kommen.
Vielleicht erinnerst du dich, dass du als Kind gelernt hast, nicht in Bücher zu schreiben. Und vielleicht gibst du das jetzt als Elternteil oder Lehrer weiter. Es ist wichtig, Eigentum zu respektieren, aber eine Möglichkeit, die Bibel respektvoll zu studieren, besteht tatsächlich darin, hinein zu schreiben. Ich stelle bei mir selbst fest, dass ich durch Schreiben meine Gedanken oder Sachverhalte besser verarbeite und behalte.
Nancy wird uns das heute in der Serie „Wir im Wort und das Wort in uns“ erklären. Wenn du eine der bisherigen Folgen verpasst hast – und sie sind gut! – kannst du sie alle auf BelebeunsereHerzen.com nachhören. Hier ist Nancy.
Nancy: Hast du das auch schon erlebt? Du liest in deiner Stillen Zeit einen bestimmten Abschnitt in der Bibel – vielleicht sogar mehrere Seiten oder Kapitel – und dann hältst du inne und stellst fest: Du hast überhaupt keine Ahnung, was du gerade gelesen hast. Mir ist das zumindest schon oft passiert.
Vielleicht merkst du auch einfach, dass es dir beim Bibellesen schwerfällt, dich gut zu konzentrieren. Deine Augen lesen zwar die Worte – vielleicht über die Kinder Israels in der Wüste oder über Jesus und seine Jünger in dem Boot –, aber deine Gedanken sind ganz woanders. Du denkst an den Anruf, den du gerade von deiner Schwiegermutter bekommen hast – oder den du noch bei ihr machen musst. Du denkst an das Kostüm, das du für das Kindergartenprogramm deines Kindes nähen sollst. Oder an deine Tochter, die das Wochenende bei ihrem Vater und seiner Freundin verbringt – und du bist innerlich ganz aufgewühlt. Oder du denkst über tausend andere Dinge nach, die scheinbar überhaupt nichts damit zu tun haben, was du gerade liest.
Heute möchte ich dir ein paar ganz praktische Anregungen mitgeben, wie du deine Zeit im Wort Gottes gehaltvoller gestalten und dich besser auf das konzentrieren kannst, was du liest. Ich habe festgestellt, dass mir einige dieser Tipps wirklich geholfen haben, meine persönliche Zeit mit dem Herrn davor zu bewahren, eintönig oder langweilig zu werden.
Ich möchte dir heute ein Stichwort mitgeben – und dann in dieser und den kommenden Folgen einige Unterpunkte dazu nennen. Wenn du kannst, schreib es dir bitte auf. Es ist ein entscheidender Schlüssel, den ich für eine gewinnbringende Stille Zeit entdeckt habe, und zwar: Schreibe etwas auf, während du liest. Schreib mit – ganz bewusst. Mache dir Notizen, während du das Wort Gottes liest.
Ich habe festgestellt, dass – menschlich gesprochen – genau das meine Andachtszeit am meisten gefördert hat: Und zwar etwas aufzuschreiben, während ich das Wort Gottes lese. Mit Papier und Stift in der Hand zu lesen, damit ich festhalten kann, was Gott mir zeigt. Besorg dir also ein Tagebuch oder ein einfaches Notizbuch – irgendetwas, wo du deine Gedanken an einem Ort sammeln kannst. Und wie wir gleich noch sehen werden: Scheue dich nicht, auch in deine Bibel hinein zu schreiben. Notizen in der Bibel zu machen oder Gedanken auf ein separates Blatt oder in ein Tagebuch zu schreiben, hat mir enorm geholfen, mein Herz tiefer mit Gottes Wort zu verbinden.
Und gleich zu Beginn möchte ich sagen: Das muss überhaupt nicht kompliziert sein. Es muss nicht tiefgründig sein – und du brauchst dafür keinen theologischen Abschluss zu haben oder etwas in die Richtung. Alles, worüber wir in diesen Folgen sprechen, ist für jede von uns umsetzbar.
Hier sind einige ganz praktische Ideen dazu, was du aufschreiben kannst. Vielleicht fragst du dich: „Ich habe jetzt meine Bibel, meinen Stift und ein Notizbuch – aber was soll ich eigentlich schreiben, während ich lese?“
Zuerst – und das klingt so einfach, dass ich fast nicht erwähnen möchte – schreibe Bibelabschnitte wörtlich ab. Wirklich, Wort für Wort. Vielleicht denkst du: „Einfach nur Bibelverse abschreiben? Ist das überhaupt hilfreich? Hat das irgendeinen Wert?“ Ja – absolut!
Bevor der Buchdruck erfunden wurde, hatte kaum jemand eine eigene Bibel. Das Wort Gottes wurde damals von Hand sorgfältig abgeschrieben – akribisch – und dann von Generation zu Generation weitergegeben. Heute müssen wir das nicht mehr tun. Wir können uns ganz leicht eine gedruckte Bibel kaufen und haben dabei noch eine große Auswahl.
Aber dadurch, dass wir diese Gewohnheit verloren haben – Bibelverse von Hand abzuschreiben –, glaube ich, entgeht uns wirklich Kostbares. Es hat großen Wert, sich Zeit zu nehmen, um Abschnitte aus dem Wort Gottes Wort für Wort abzuschreiben. Tatsächlich finden wir in der Bibel mehrere Stellen, an denen Gott selbst Menschen beauftragt, genau das zu tun – sein Wort von Hand aufzuschreiben.
Erinnerst du dich an 2. Mose, als Mose auf den Berg stieg, um Gott zu begegnen? Gott sagte zu ihm in Kapitel 34,27: „Schreibe dir diese Worte auf.“ Und die Schrift berichtet:
„Und er schrieb die Worte des Bundes auf die Tafeln, die zehn Worte.“ (Vers 28).
Vierzig Jahre später, als die Kinder Israels sich darauf vorbereiteten, das verheißene Land zu betreten, wiederholte Mose Gottes Gebote vor dem ganzen Volk. Und dann sagte er ihnen, was Gott ihm aufgetragen hatte:
„[Schreibe diese Gebote auf.] Du sollst sie auf die Türpfosten deines Hauses schreiben und an deine Tore.“ (5. Mose 6,9) (NeÜ).
Aber warum sollten sie das tun? Weil Gott weiß, wie schnell wir vergessen. Wenn wir etwas aufschreiben, hilft es uns, uns daran zu erinnern.
Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich es liebe, in meinem Zuhause gerahmte Bibelverse aufzuhängen. So habe ich das Wort Gottes überall um mich herum. In meinem Bad. In meinem Arbeitszimmer, in meinem Schlafzimmer und Wohnzimmer. Egal, wohin ich mich wende – überall sehe ich ein Stück aus der Schrift. Ich versuche bewusst, an vielen Orten Verse anzubringen, einfach weil es so wertvoll ist, Gottes Wort immer vor Augen zu haben.
Aber warum sollten wir es aufschreiben? Gott weiß, wie vergesslich wir sind. Wenn wir etwas niederschreiben, hilft uns das, es uns einzuprägen und zu behalten. Erinnerst du dich noch, wie Lehrer früher etwas an die Tafel – oder heute wohl eher an das Whiteboard – geschrieben haben, und man musste es so und so oft abschreiben. Ich weiß gar nicht, ob das heute noch gemacht wird! Damals hielten wir das einfach für überflüssige Fleißarbeit. Aber vielleicht wusste die Lehrerin oder der Lehrer, dass sich etwas durch Wiederholung einprägt. Dass es, wenn wir es selbst aufschreiben, tatsächlich Teil von uns wird.
Eine junge Studentin, die früher einmal bei uns arbeitete, hatte sich ein ganz besonderes Ziel gesetzt: Bis zu ihrem einundzwanzigsten Geburtstag wollte sie die gesamte Bibel von Hand abschreiben. Ich glaube, sie hat es geschafft. Man konnte sie oft beobachten – wenn sie irgendwo warten musste, wenn sie auf Reisen war oder an der Rezeption saß und gerade kein Anruf kam –, dann saß sie mit ihrer Bibel und einem kleinen Notizbuch da und schrieb sorgfältig ab, Vers für Vers, Wort für Wort. Und wirklich: Bis zu ihrem einundzwanzigsten Geburtstag hatte sie auf diese Weise die gesamte Bibel abgeschrieben.
Natürlich macht das einen nicht zwangsläufig geistlicher – oder weniger geistlich, wenn man es nicht tut. Aber es hat einen Wert. Während du die Worte schreibst, denkst du über das Geschriebene nach. Du setzt dich intensiver damit auseinander. Deshalb: Denk doch einmal darüber nach, ob du nicht auch Bibelabschnitte per Hand abschreiben möchtest.
Und – wie ich vorhin schon erwähnt habe – schreib auch in deine Bibel hinein. Vielleicht fragst du dich: „Was soll ich denn in meine Bibel schreiben?“ Nun, in der Schrift selbst finden wir keinen direkten Hinweis darauf – einfach deshalb, weil lange Zeit kaum jemand eine eigene Bibel besaß. Erst im 16. Jahrhundert wurde ja der Buchdruck erfunden. Aber ich habe festgestellt, dass das Schreiben in meiner Bibel ganz praktisch eine Hilfe und ein Segen für meine Andachtszeit ist.
Ich erinnere mich, dass meine Eltern mich schon als Kind ermutigt haben, Verse zu unterstreichen, die mir besonders wichtig zu sein schienen. Ich habe es dabei allerdings ein bisschen übertrieben – so sehr, dass mein Vater irgendwann meinte, ich solle vielleicht lieber das unterstreichen, was mir nicht so wichtig zu sein schien. Aber so hat es bei mir angefangen: Schon als Kind begann ich, in meiner Bibel zu schreiben und Verse zu markieren – Wörter und Sätze hervorzuheben, die mich besonders ansprachen. Im Lauf der Jahre habe ich durch eine ganze Reihe verschiedener Bibeln gelesen und jede einzelne davon mit Notizen und Markierungen gefüllt.
Wenn man diese verschiedenen Bibeln nebeneinander legen würde – in der Reihenfolge, wie ich sie gelesen habe –, dann würde jede einzelne von ihnen etwas über meinen persönlichen Glaubensweg in dieser bestimmten Lebensphase erzählen.
- Ich kreise wiederkehrende Worte oder Ausdrücke ein.
- Ich notiere kurze Gedanken zur Bedeutung einzelner Wörter oder Sätze.
- Manchmal schreibe ich sogar das Datum oder den Ort dazu, an dem Gott durch die betreffende Stelle besonders zu meinem Herzen gesprochen hat.
- Ab und zu schreibe ich meine persönliche Reaktion an den Rand – kleine Gebete wie: „Ja, Herr.“ „Ich stimme dir zu.“ „Danke, Herr.“ „Verändere mein Herz.“ „Lass das in meinem Leben Wirklichkeit werden.“
- Hin und wieder notiere ich dort auch den Namen einer Person, für die ich bete, wenn mich ein Abschnitt besonders an sie erinnert.
- Ich schreibe nur kurze Gedanken neben den Text – der Platz ist ja begrenzt. Und ich schreibe ziemlich klein, dabei ist mir bewusst: Wenn meine Sehkraft eines Tages nachlässt, werde ich meine alten Notizen wohl kaum mehr lesen können.
Aber während ich schreibe, hilft mir das, mich besser zu konzentrieren – meinen Fokus auf das zu richten, was ich gerade lese. Genau darin liegt der große Wert, während des Lesens etwas zu schreiben.
Ich möchte dir nun eine ganz praktische Methode vorstellen, die ich selbst angewendet habe und die mir – wie auch vielen anderen – geholfen hat. Sie besteht aus zwei Teilen, der Zusammenfassung und der Anwendung. Ich fasse einen Abschnitt, ein Kapitel zusammen und überlege dann, wie ich seine Aussage anwenden kann.
Jede und jeder von uns kann das tun! Und übrigens – das ist auch etwas, womit du deine Kinder oder deine Enkelkinder herausfordern kannst! Ich habe schon Zwölf-, Dreizehn- oder Vierzehnjährige ermutigt, die Bibel mit dieser Methode zu lesen – und ich gebe freimütig zu, dass ich sie sogar ein bisschen bestochen habe, um sie zu motivieren. Mir ist es nicht unangenehm, das zu sagen! Ich habe ihnen versprochen: „Wenn du durch die ganze Bibel mit dieser Methode liest, dann schenke ich dir etwas, das dir wirklich etwas bedeutet.“ Einem jungen Teenager habe ich zum Beispiel einmal geholfen, ein Notebook zu kaufen, nachdem er die gesamte Bibel auf diese Weise gelesen hatte.
Und so funktioniert es: Nimm dir ein Notizbuch oder einfach ein paar leere Blätter. Während du durch die Bibel liest – egal, ob du im Alten und Neuen Testament gleichzeitig liest oder einfach von vorne bis hinten und in welchem Tempo auch immer –, schreibe bei jedem Kapitel die Kapitelangabe auf: zum Beispiel 1. Mose 1, 3. Mose 11 oder Matthäus 18.
Dann notiere ein oder zwei Sätze, die dieses Kapitel zusammenfassen. Lies das Kapitel zuerst ganz durch und überlege anschließend: Worum geht es hier eigentlich? Was ist die Hauptaussage? Formuliere das in deinen eigenen Worten, kurz und knapp – in ein oder zwei Sätzen. Das ist die Zusammenfassung.
Dann kommt die Anwendung. Schreibe auch hier ein oder zwei Sätze, in denen du festhältst, wie etwas in diesem Abschnitt oder Kapitel auf dein eigenes Leben anzuwenden ist.
- Wie hat Gott durch diesen Text zu dir gesprochen?
- Was bedeutet er für dich persönlich?
- Und wie solltest du darauf reagieren, was du gerade gelesen hast?
Schreibe also etwas auf, das anwendungsorientiert ist. Mach das mit jedem Kapitel der Bibel. Wenn du beim Lesen der Kapitel – bewusst – nach einer Zusammenfassung und auch nach einer Anwendung suchst, wirst du merken, dass es dir leichter fällt, dich zu konzentrieren. Du wirst nicht mehr so oft an den Punkt kommen, an dem du denkst: „Ich habe gerade drei Kapitel gelesen – doch ich habe keine Ahnung, worum es eigentlich ging.“
Wenn du beim Lesen etwas aufschreibst, oder beim Lesen schon darüber nachdenkst, was du aufschreiben kannst, wirst du bemerken, dass du dich viel besser konzentrierst. Und wenn du dann durch die ganze Bibel gelesen hast – besitzt du ein Tagebuch, in dem du das Wort Gottes zusammengefasst hast – ein Zeugnis nicht nur davon, wie du in das Wort hineingegangen bist, sondern auch davon, wie du das Wort aufgenommen hast. Und das ist wirklich wertvoll: Es zeigt dir, wie du in das Wort eingetaucht bist – als du Zusammenfassungen und mögliche Anwendungen aufgeschrieben hast.
Jede und jeder von uns kann das tun. Und wenn du noch nie eine Methode zum Bibelstudium ausprobiert hast, mach dir keine Sorgen: Du brauchst dir keine bunten Stifte, Marker, Bücher oder Kommentare zu besorgen. All das kann hilfreich sein – aber du kannst ganz simpel beginnen.
Wenn du gerade die 30-Tage-Challenge gemeinsam mit anderen Hörerinnen von Belebe unsere Herzen machst und bisher vielleicht keine feste Gewohnheit hattest, regelmäßig in der Bibel zu lesen, dann ist das ein ausgezeichneter Einstieg. Egal, wo du gerade liest – fang einfach an, Kapitel für Kapitel, mit Zusammenfassung und Anwendung. Schon mit diesem ganz einfachen Werkzeug wirst du entdecken, dass das Wort Gottes dir viel lebendiger und bedeutungsvoller erscheint, als du es je für möglich gehalten hättest. Und während du das tust, wirst du merken: Du lernst nicht nur das Wort besser kennen – sondern auch den Gott, dessen Wort es ist.
Darf ich dich an etwas erinnern, das ich in diesem Programm schon öfter gesagt habe?
Du und ich – wir können nicht die Frauen werden, die Gott sich gedacht hat, wenn wir uns nicht täglich und beständig Zeit nehmen, ihn in seinem Wort kennenzulernen. Es gibt keine Abkürzungen, wenn es um geistliches Wachstum geht.
Keine schnellen Lösungen für die Probleme in deiner Ehe, mit deinem Teenager, an deinem Arbeitsplatz oder mit deiner Mitbewohnerin.
Kein Ratgeber, kein Buch, keine Methode, kein Podcast, kein Radioprogramm – nichts davon kann je ein Ersatz dafür sein, dass du selbst in das Wort Gottes gehst und es zu dir sprechen lässt. Ich bin leidenschaftlich, wenn es um dieses Thema geht – das merkst du vermutlich. Und ich hoffe, dass das immer so bleiben wird.
Denn wir können geistlich nicht wachsen, wenn wir nicht im Wort sind.
Ich höre immer wieder Frauen – ich lese ihre E-Mails und Briefe –, in denen sie ihr Herz ausschütten. Sie erzählen von Herausforderungen in ihrem Leben, von Kämpfen, von Problemen, von Druck und Sorgen. Manche dieser Situationen sind wirklich schwer, zutiefst leidvoll. Und andere sind einfach Teil des alltäglichen Lebens – das ja an sich schon herausfordernd genug sein kann.
Ich fühle mit diesen Frauen mit. Ich möchte ihnen helfen – und ich bete, dass der Dienst von Belebe unsere Herzen wirklich dazu beiträgt, Frauen in ihrer Nachfolge, dem Herrn nach, zu ermutigen. Aber ich weiß auch: Letztlich – wenn diese Frauen nicht selbst ins Wort Gottes gehen, werden sie niemals die Antworten finden, die sie wirklich brauchen. Sie werden nie die tiefe Beziehung zu Gott erleben, nach der sie sich sehnen und die sie so dringend brauchen, um in dieser Welt zu bestehen. Sie werden geistlich nicht wachsen.
Du kannst dich nicht dauerhaft nur von geistlicher Kost aus Radio- oder Onlineprogrammen ernähren – auch nicht von diesem Programm hier. Wenn das die einzige Quelle ist, aus der du Gottes Wort empfängst, wirst du niemals so geistlich reif, genährt und gefestigt sein, wie du es wärst, wenn du selbst ins Wort eintauchst und anfängst, es in dich aufzunehmen.
Dadurch, dass ich bei diesem Dienst das Wort Gottes lehren darf, habe ich die Möglichkeit, selbst geistlich zu wachsen. Zwischen den Aufnahmen muss ich im Wort sein – es studieren, hören, mich vom Herrn lehren lassen. Ich öffne die Bibel, lasse Gott zu mir sprechen – und ich bin so gesegnet dabei! Denn um dir etwas weitergeben zu können, muss ich ständig im Wort leben.
Aber weißt du was? Ich bin nicht die Einzige, die die Aufgabe hat, andere mit dem Wort Gottes zu nähren. Auch du hast diese Aufgabe. Gib deinen Kindern, deinen Freundinnen, den Menschen um dich herum das weiter, was Gott dir durch sein Wort gegeben hat. Und auch dich selbst musst du geistlich ernähren. Darum versuche ich in dieser Reihe, dir ganz praktische Hilfen an die Hand zu geben – wie du ins Wort Gottes gehen und es in dich aufnehmen kannst.
Nun möchte ich dir noch eine etwas weiterführende Methode vorstellen – keine Sorge, auch dafür brauchst du keinen theologischen Abschluss. Diese Methode – für alle, die ein bisschen Struktur mögen – könnte man die 5F-Methode nennen. Sie besteht aus fünf Punkten. Jeder dieser Punkte steht für etwas, was du machen kannst, wenn du das Wort Gottes studierst und dir dabei Notizen machst. Heute sprechen wir über die ersten beiden Punkte, alle mit dem Anfangsbuchstaben F, und in der nächsten Folge soll es um die letzten dieser drei Punkte gehen.
Starten wir also mit dem ersten F, Fragen zu stellen. Wenn du das Wort Gottes liest, stelle Fragen. Ich möchte dir ein paar Ideen geben, wonach du fragen kannst. Und wenn dir das zu schnell ist, um das zu notieren, dann kannst du zu unserer Website BelebeunsereHerzen.com gehen. Dort findest du die Textversion der Podcasts. Eine andere Option ist, das Buch „Ort der Stille“ zu lesen, das ich verfasst habe, um Frauen zu helfen, eine gewinnbringende Stille Zeit zu haben. Vieles von dem, was ich in dieser Reihe sage, stammt aus diesem Buch. Dort erhältst du noch mehr Details, wie man ins Wort Gottes eintauchen kann.
Ich wünschte, wir könnten uns hinsetzen, hätten unsere Bibeln aufgeschlagen, unsere Notizbücher parat – und ein paar Hilfsmittel um uns herum – und könnten gemeinsam ins Wort Gottes gehen. Aber mir ist klar, dass einige Frauen Belebe unsere Herzen bei ihrer Hausarbeit hören – oder vielleicht an ihrem Arbeitsplatz – oder beim Autofahren; und natürlich weiß ich, dass ihr nicht anhalten könnt, um eure Bibel herauszuholen und euch Notizen zu machen. Deshalb komm gerne auf das Transkript auf unserer Website zurück.
Also – frage dich:
- Was besagt dieser Abschnitt? – Das heißt, dass du Beobachtungen anstellst. Schau genau hin, was da tatsächlich steht.
- Und dann frag weiterhin: Was ist die Bedeutung dieses Abschnitts? – Das ist dann die Auslegung, also das Verstehen dessen, was Gott durch diesen Text sagen will.
Frage also beim Lesen: „Was steht hier – was bedeutet es?“
Benutze die gleichen Fragen, die du vielleicht stellen würdest, wenn du einen Zeitungsartikel oder Bericht über ein Ereignis schreiben müsstest:
- Wer hat das geschrieben? Wer ist der Autor dieses Buches?
- Wer spricht in diesem Abschnitt?
- Von wem ist die Rede?
- Zu wem wird gesprochen?
- Was ist geschehen?
- Was sind die Hauptereignisse?
- Was sind die zentralen Gedanken?
- Was ist das Thema dieses Abschnitts?
- Wann wurde der Text geschrieben?
- Wann fanden diese Ereignisse statt?
- Wo fand das statt
Diese einfachen Fragen können helfen, den Text inhaltsmäßig zu erfassen.
Wenn du zum Beispiel liest, dass Jesus nach Cäsarea ging, und siehst, dass er im vorherigen Kapitel noch in einer anderen Stadt war, dann schlag doch einmal die Landkarten hinten in deiner Bibel auf. Schau dir an: Wohin ist er gegangen? Wie weit war das? Wie weit ist z.B. die Entfernung, die die Weisen aus dem Morgenland zurückgelegt haben, als sie von Jerusalem nach Bethlehem reisten? War das weit für sie? Stelle alle diese Fragen!
- Und frag dich auch: Warum wurde das überhaupt aufgeschrieben?
Was wollte Gott durch diesen Abschnitt offenbaren oder betonen?
Manchmal findest du die Antwort direkt im Text. Zum Beispiel lesen wir im Johannesevangelium 20,31: „Diese [damit sind Zeichen gemeint, die Jesus tat] aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.“ Da steht ganz klar, warum dieses Buch geschrieben wurde. Manchmal ist die Antwort aber nicht sofort erkennbar. Doch wenn du über den Abschnitt nachsinnst, wird Gott dir helfen, den Sinn und Zweck dieses Textes zu verstehen. Und du kannst weiterfragen:
- Wie ist etwas passiert?
- Wie ging etwas vor sich?
Diese Fragen führen dich tiefer hinein in das, was Gott dir durch sein Wort zeigen möchte.
Stell immer wieder Fragen. Auch solche, auf die du keine Antwort weißt – Fragen, deren Antworten du vielleicht erst später findest, die dich aber neugierig machen auf den Text. Ich selbst stelle ständig Fragen, wenn ich in der Schrift lese:
- Warum steht das hier?
- Warum hat das jemand gesagt?
- Was bedeutet das?
- Wo genau ist das?
Durch diese „diagnostischen Fragen“, wie man sie nennen könnte, lerne ich sehr viel.
Denn Fragen machen mich empfänglich für das, was Gott mir zeigen will.
In meiner Bibliothek habe ich einige Hilfsmittel, die mir weiterhelfen, wenn die Antwort nicht direkt im Text steht. Dann frage ich mich zum Beispiel: Wer war eigentlich dieser Eljakim? Wer ist diese Person in der Bibel? In welcher Beziehung steht sie zu anderen?
Wenn ich lese, dass Jesus der Spross Isais ist – wer war dann dieser Isai? Und wie stand er in Beziehung zu Jesus? Ich versuche, diese Zusammenhänge zu verstehen, indem ich Fragen stelle.
Notiere offene Fragen. Und wenn du dann später auf eine Antwort stößt, notiere auch diese. Manche Antworten werden erst viel später kommen – vielleicht, wenn du in einem anderen Buch der Bibel liest. Und dann wirst du plötzlich merken: „Jetzt verstehe ich es! Das beantwortet die Frage, die ich mir schon vor Monaten stellte.“
Das war Punkt 1 der „5F“: also Fragen an den Text stellen, fragen. Punkt 2: Da geht es darum, etwas zu finden. Schlüsselsätze und -wörter finden. Suche und finde einen Schlüsselvers oder ein Schlüsselwort – etwas, was betont ist. Welches Wort fällt dir in diesem Abschnitt besonders auf? Kreise es ein. Unterstreiche es. Schreibe es auf.
Das ist etwas, was ich beim Lesen der Schrift schon intuitiv mache: Ich suche immer nach Mustern, nach sich wiederholenden Wörtern oder Sätzen, nach Dingen, die in dem Kapitel oder dem Buch, das ich gerade lese, wiederkehren. Ich suche nach hervorgehobenen Wörtern und Sätzen. Lass mich dir einige Beispiele dafür geben, was ich meine.
Wenn du zum Beispiel das 3. Buch Mose liest, wirst du dort immer wieder bestimmte Wörter finden – Wörter wie „heilig“ oder „rein“, aber auch „unrein“ oder „unheilig“. Kreise diese Worte ein – heilig, rein, unrein, unheilig – und alle damit verwandten Begriffe. Wenn du das ganze Buch durchgegangen bist und all diese Stellen markiert hast, kannst du am Ende festhalten, was das 3. Buch Mose über das Thema „Heiligkeit“ lehrt. Dies ist dann offensichtlich das zentrale Thema dieses Buches – also markiere es, hebe es hervor, finde die Wiederholungen. Dadurch wirst du ein tieferes Verständnis davon bekommen, was Heiligkeit bedeutet.
Oder nimm den 1. Johannesbrief: Dort taucht eine wiederkehrende Aussage auf – immer wieder findest du sie: „Daran erkennen wir, dass wir Kinder Gottes sind.“
Dieses ganze Buch wurde geschrieben, damit wir Gewissheit über unsere Errettung haben können. Immer wieder steht dort: „Daran erkennen wir … Das ist das Zeichen … So wissen wir …“.
Wenn ich den 1. Johannesbrief lese, finde ich das immer wieder. Nimm dir also Papier und Stift und schreibe auf, woran wir erkennen können, dass wir Kinder Gottes sind. Im 1. Johannesbrief findest du mehrere Anzeichen für echte Errettung – jedes Mal, wenn dort steht: „Daran erkennen wir“, folgt ein Hinweis oder ein Kennzeichen.
Und wenn du vielleicht Zweifel an deiner eigenen Errettung hast oder dir nicht sicher bist, ob du wirklich ein Kind Gottes bist, dann ist das hier eine ausgezeichnete Übung:
Geh den 1. Johannesbrief durch und notiere all die Anzeichen davon, ein Christ, ein Kind Gottes, zu sein. Und dann bete: „Herr, zeig mir – sind diese Merkmale in meinem Leben vorhanden? Habe ich gute Gründe dafür, dass ich mir meiner Errettung gewiss bin?“ So wird das Wort Gottes selbst dir helfen, Frieden und Gewissheit zu finden.
Kürzlich habe ich im Titusbrief gelesen – und mir fiel auf, dass dort das Wort „besonnen“ mehrfach vorkommt. Dieses Wort sprang mir förmlich ins Auge. Die älteren Männer sollen besonnen sein. Die älteren Frauen sollen besonnen sein. Und eigentlich – sollen wir alle besonnen sein.
Da habe ich angefangen nachzudenken: Warum ist Besonnenheit wichtig? Was geschieht, wenn sie fehlt? Welche Folgen wird das haben – in meinem Leben, in meinen Beziehungen und für mein Zeugnis? Im Titusbrief bin ich diesen Gedanken nachgegangen – und alles begann damit, dass ich dieses wiederkehrende Wort fand und ihm nachging.
In letzter Zeit habe ich auch im Johannesevangelium gelesen – und dabei fiel mir etwas ganz besonders auf: Wie oft dort – auf ganz verschiedene Weise – steht, wie abhängig Jesus von seinem himmlischen Vater war.
Immer wieder – in Kapitel 5, Kapitel 6, Kapitel 8, Kapitel 11, wenn ich mich recht erinnere, – betont Jesus: „Ich tue nichts von mir selbst.“ „Ich sage nichts von mir selbst.“
„Ich gehe nirgendwo aus mir selbst hin.“ Und er sagt: „Ich tue allezeit, was der Vater mir gebietet.“ „Ich sage, was er mir zu sagen aufträgt.“ „Ich gehe dorthin, wohin er mich sendet.“
Welchen Schluss ziehe ich daraus? Wenn Jesus in allem auf die Führung seines Vaters angewiesen war – denn sie waren so eins, dass Er nichts aus sich selbst heraus tun konnte –, wie töricht ist es dann von mir zu versuchen, das christliche Leben, auf mich selbst gestellt, zu leben? Wie töricht ist es, nicht zu ihm aufzusehen und zu fragen: „Herr, was willst Du, dass ich lehre? Was soll ich sagen?
Wie soll ich mit dieser Situation umgehen? Willst Du, dass ich diese Verpflichtung eingehe?“!
Wie töricht ist es, nicht immer wieder beim Herrn nachzufragen: „Was möchtest du, dass ich jetzt tue?“. Das habe ich durch das Studium des Johannesevangeliums gelernt.
Ich möchte dich ermutigen – wenn du diese Woche und vielleicht am nächsten Wochenende die Schrift liest, – erstens – Fragen zu stellen. Schreibe sie auf und notiere die Antworten, die dir beim Lesen kommen. Und dann das zweite F – finde Schlüsselwörter und -sätze, etwas, das betont wird, und bitte den Herrn, dir durch dieses Muster die Schrift lebendig werden zu lassen.
Ich verspreche dir: Wenn du Dinge aufschreibst, während du das Wort liest, wirst du nicht einschlafen. Wenn du nur liest, ohne etwas zu notieren – ja, dann kann das schon passieren. Aber das Schreiben hilft dir, wach und konzentriert zu bleiben und viel mehr aufzunehmen, als wenn du einfach nur liest, ohne dir Notizen zu machen.
Also: Nimm dir ein paar Blätter oder ein Notizbuch, nimm dir einen Stift – und stelle beim Lesen des Wortes Gottes Fragen. Als Zweites, suche Schlüsselwörter und -sätze. Und dann schau, welche frischen Erkenntnisse Gott dir schenkt – ganz persönlich – durch sein Wort.
Lea: Wow, Nancy hat ganz schön viele Fragen im Kopf, wenn sie die Bibel liest.
Wenn du jemals das Gefühl hattest, die Bibel nicht zu verstehen, hoffe ich, dass du einige der Ratschläge von Nancy DeMoss Wolgemuth in die Tat umsetzen wirst. Sie bietet einige praktische Wege an, um mehr aus Gottes Wort herauszuholen.
Nun, das Lesen der Bibel ist nicht in erster Linie eine intellektuelle Übung. Gott möchte nicht, dass wir bei „Kopfwissen“ stehen bleiben. Im Jakobusbrief wird deutlich, dass wir „Täter des Wortes“ werden sollen.
Nächste Woche heißt Nancys Folge „Hören und handeln“. Es wird also praktisch. Hör doch wieder zu. Bitte den Herrn bis dahin dein Herz vorzubereiten. Bitte ihn um ein demütiges, weiches Herz – willig zum Gehorsam. Willig „Ja, Herr“ zu sagen und zu tun, was er dir aufträgt.
Liebe Freundin, bis nächste Woche!
Die Podcasts von Belebe unsere Herzen werden durch die Großzügigkeit unserer Hörerinnen getragen. Wir rufen Frauen zu Freiheit, Fülle und Frucht in Christus.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.