Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema gerne vertiefen, indem du über die Fragen unter der Rubrik „Jetzt wird’s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Lea Köster: Nancy DeMoss Wolgemuth fragt: „Ist dein Herz von Liebe zu Jesus erfüllt?“
Nancy DeMoss Wolgemuth: Viele von uns haben eine theologische Liebe zu Gott – eine Liebe, die die Tiefe unseres Herzens noch nicht erreicht hat. Und ich muss zugeben, dass es bei mir selbst oft so ist. Ich liebe das, was ich über Gott weiß. Ich liebe ihn mit einer intellektuellen Liebe. Aber ich möchte ihn mit einer leidenschaftlichen, duftenden Liebe lieben, die mein ganzes Wesen und alle meine Sinne umfasst.
Lea: Herzlich Willkommen zum Podcast von Belebe unsere Herzen. Ich freue mich, dass du bei dieser Folge wieder dabei bist. Du hörst nun Annette Schorre, die deutsche Stimme von Nancy DeMoss Wolgemuth mit der …
Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema gerne vertiefen, indem du über die Fragen unter der Rubrik „Jetzt wird’s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Lea Köster: Nancy DeMoss Wolgemuth fragt: „Ist dein Herz von Liebe zu Jesus erfüllt?“
Nancy DeMoss Wolgemuth: Viele von uns haben eine theologische Liebe zu Gott – eine Liebe, die die Tiefe unseres Herzens noch nicht erreicht hat. Und ich muss zugeben, dass es bei mir selbst oft so ist. Ich liebe das, was ich über Gott weiß. Ich liebe ihn mit einer intellektuellen Liebe. Aber ich möchte ihn mit einer leidenschaftlichen, duftenden Liebe lieben, die mein ganzes Wesen und alle meine Sinne umfasst.
Lea: Herzlich Willkommen zum Podcast von Belebe unsere Herzen. Ich freue mich, dass du bei dieser Folge wieder dabei bist. Du hörst nun Annette Schorre, die deutsche Stimme von Nancy DeMoss Wolgemuth mit der dritten Folge der Podcast Reihe „Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied“.
Nancy: In den kommenden Wochen werden wir gemeinsam einen tieferen Einblick in das Hohelied bekommen. Es ist ein Liebeslied. Wenn wir uns heute den Anfang dieser Geschichte anschauen, treffen wir zwei Hauptfiguren. Nun, einige Ausleger sind der Meinung, dass es drei Personen sind, und ich werde da nicht allzu dogmatisch sein. Vielleicht haben sie recht. Aber so, wie ich diese Abschnitte studiert habe, sehe ich in erster Linie zwei Charaktere: den Bräutigam und die Braut. Es ist eine Liebesbeziehung innerhalb der Ehe. Es geht um einen Ehemann und um eine Ehefrau. Der Bräutigam in dieser Geschichte ist die Person von König Salomo, der zugleich der Autor dieses Buches ist.
In der letzten Folge befassten wir uns mit Kapitel 1, Vers 1, wo es heißt: „Das Lied der Lieder, von Salomo“. Später im Text ist von ihm auch als König Salomo die Rede. Die Braut hingegen ist ein einfaches Bauernmädchen, das in Kapitel 7 „Sulamit“ genannt wird. Das ist übrigens die einzige Stelle in der Schrift, wo dieser Name vorkommt. Was er genau bedeutet, ist nicht klar. Vielleicht handelt es sich um eine abweichende Schreibweise von „Sunamitin“ (vergleiche 2. Könige 4,12), was darauf hindeuten könnte, dass sie aus Sunem in Galiläa stammte. Vielleicht war ihre Familie bei Salomo angestellt. Es könnte sein, dass sie einen Teil von Salomos Ländereien bewirtschaftete. Wir können das nicht mit Sicherheit sagen, aber die Braut ist die zweite Hauptperson in dieser Geschichte.
Es ist nicht immer klar in diesem Buch, wer gerade spricht – ob es die Braut ist, der Bräutigam oder eine der befreundeten Personen, die in dieser Geschichte eine Nebenrolle einnehmen. Die (hebräische) Originalsprache ist aufschlussreich, da sie über männliche und weibliche Pronomen verfügt. Aber wenn man verschiedene Übersetzungen vergleicht, wird man feststellen, die einen sagen, an dieser Stelle spricht die Braut, andere sehen da den Bräutigam. Es ist nicht immer leicht, das festzulegen.
Also werde ich einfach das weitergeben, zu welchem Schluss ich gekommen bin, wenn wir zu solchen Abschnitten kommen. Wenn ich mir nicht sicher bin – weil sich die Ausleger überhaupt nicht einig sind – dann werde ich das erwähnen. Wenn wir so gemeinsam durch diese Geschichte gehen, werden wir allerdings feststellen, dass die Braut von ihrem Bräutigam als ihrem „Geliebten“ spricht. Wenn ihr dieses Wort seht, ist das ein Hinweis darauf, dass die Braut spricht. Der Bräutigam wiederum bezeichnet die Braut als seine „Freundin“. Das ist schon einmal ein Anhaltspunkt dafür, wer gerade spricht.
Die Schlachter-Übersetzung zum Beispiel gibt in dem Text an, wer gerade spricht. Wenn ihr den Text vor euch habt, zum Beispiel als Ausdruck von Bibleserver.com, könnt ihr das gut mitverfolgen. In ein paar Fällen habe ich eine abweichende Meinung dazu, wer gerade redet, aber darauf werden wir im Laufe der Zeit zu sprechen kommen.
Viele gehen davon aus, dass das Hohelied eine reale Liebesgeschichte beschreibt – eine Beziehung, eine Ehe zwischen zwei historischen Personen, nämlich Salomo und diesem unbekannten Mädchen aus Sunem, und ja, das ist sehr wahrscheinlich. Aber vielleicht war es auch anders. Ich bin mir nicht sicher, ob es wichtig ist, denn das zentrale Thema dieses Buches ist es, auf Christus als den Bräutigam hinzuweisen und seine Liebe zu seiner Braut, der Gemeinde – und damit zu jedem einzelnen Gläubigen – zu offenbaren.
Vers 1 lautet: „Das Lied der Lieder, von Salomo.“ Darüber sprachen wir ja bereits. Nun gehen wir zu Vers 2 und schlagen den Bogen bis zu Kapitel 2,7. Dieser Abschnitt umfasst, so wie ich es sehe, den ersten von insgesamt fünf Teilen in diesem Buch. In diesem Abschnitt geht es um die „anfängliche (oder erste) Liebe“. Er beginnt damit, dass die Braut über ihren Geliebten spricht, und sie spricht zu ihm. Sie sagt in Vers 2:
„Er küsse mich mit den Küssen seines Mundes! Denn deine Liebe ist besser als Wein. Lieblich duften deine Salben; dein Name ist wie ausgegossenes Salböl: darum lieben dich die Jungfrauen! Zieh mich dir nach, so laufen wir! Der König hat mich in seine Gemächer gebracht; wir wollen jauchzen und uns freuen an dir, wollen deine Liebe preisen, mehr als Wein; mit Recht haben sie dich lieb!“ (Verse 2-4).
Also erstmal bis Vers 4. In den nächsten Folgen werden wir uns weiter mit diesem ersten Abschnitt befassen. Vers 2: „Er küsse mich mit den Küssen seines Mundes! Denn deine Liebe ist besser als Wein.“
In der Schrift begegnen uns verschiedene Arten von Küssen. Es gibt den Begrüßungskuss als eine formale Geste, ähnlich wie unser Händeschütteln. „Wie geht es dir?“ Es ist ein Kuss auf die Wange.
Und es gibt den Kuss der Vergebung. Erinnerst du dich, wo er in Lukas 15 vorkam? Der verlorene Sohn kam nach Hause, und der Vater begrüßte ihn mit einem Kuss. Wenn du zu Jesus gehörst, hast du diesen Kuss der Vergebung von ihm erhalten.
Dann ist da noch der betrügerische Kuss. Wo kommt er in der Bibel vor? Bei Judas. Er meinte den Kuss keineswegs als Liebesbeweis. Es war ein hinterhältiger Kuss.
Und dann kommen wir zu diesem Kuss hier. Dieser Kuss ist ein Ausdruck von tiefer, reiner Liebe, nicht einfach ein flüchtiger Kuss auf die Wange. Dieser Kuss spricht von Vertrautheit, Intensität, Leidenschaft und inbrünstiger Liebe. Er erinnert an die Worte: „Sie dürfen die Braut jetzt küssen.“ Er ist ein Versprechen, ein Zeichen der Liebe. Er besiegelt das Eheversprechen. In diesem Moment der Zeremonie wird der Schleier gelüftet, und das Paar darf sich einander nun ganz und ohne Vorbehalte als Mann und Frau hingeben. Sie besiegeln ihr Versprechen und treten mit diesem Kuss in die Ehe ein.
„Er küsse mich mit den Küssen seines Mundes.“ Ich hoffe, du liest parallel das Hohelied mit, um in die Geschichte richtig eintauchen zu können. In diesem zweiten Vers wird ein leidenschaftliches, sehnsüchtiges Verlangen ausgedrückt. Die Braut sagt: „Er küsse mich mit den Küssen seines Mundes.“
Sie hat erkannt, wie wunderbar er ist und sehnt sich danach, seine Liebe in ihrer ganzen Fülle zu erfahren. Sie will ihn nicht nur oberflächlich kennen. Sie will nicht nur etwas über ihn wissen. Sie wünscht sich eine enge, vertraute und persönliche Beziehung zu ihm. Früher konnte sie mit seiner Abwesenheit leben, aber das ist jetzt nicht mehr so.
Nun, wir wissen, dass er ein König ist – das haben wir gerade in diesem Abschnitt gelesen. Es gab Zeiten, in denen Untertanen ihrem König die Hand küssten, aber die Braut möchte viel mehr. Sie wünscht sich den innigen Kuss seines Mundes.
Ich glaube, dies ist ein Bild für einen Jünger Jesu, der ein starkes Verlangen hat, dass seine Liebesbeziehung zu seinem Herrn inniger und persönlicher wird. Hier ist eine Person, die mit dem Gewöhnlichen nicht mehr zufrieden ist. „Er küsse mich“ – das drückt aus, dass diese Person weiter gehen möchte als der durchschnittliche Gläubige. Es gibt Gläubige um dich herum, vielleicht bei dir zu Hause oder in deiner Gemeinde, die mit dem Ist-Zustand zufrieden sind; sie bekennen sich weiter zu Jesus. Ihre Beziehung zu ihm ist jedoch distanziert – kühl. Dir aber ist die Herrlichkeit Christi aufgegangen. In deinem Herzen ist eine Sehnsucht, die sich nicht stillen lässt, solange deine Beziehung zu Jesus oberflächlich und flüchtig ist.
Deshalb hören einige von euch heute zu, weil ihr euch danach sehnt, von ihm, im Bilde gesprochen, mit den Küssen seines Mundes geküsst zu werden. Vielleicht sehnst auch du dich gerade nach dieser vertrauten Liebesbeziehung mit Christus.
Einigen von euch ist der Name Richard Wurmbrand bekannt, der inzwischen beim Herrn ist. Er war Rumäne und hat das bekannte Buch Gefoltert für Christus geschrieben. Wegen seines Glaubens an Christus verbrachte er vierzehn Jahre in rumänischen kommunistischen Gefängnissen. Er verfasste auch tatsächlich ein kleines Buch über das Hohelied mit dem Titel Das Lied der Liebe und fügte Illustrationen aus dem Leben von Gefangenen ein – derjenigen, die wegen ihres Glaubens eingesperrt und zu Tode gefoltert wurden. In seinem Buch sagt er Folgendes:
„Vergleichen wir diese Worte [„Er küsse mich mit den Küssen seines Mundes“] mit den langweiligen, prosaischen, lästigen Gebeten, die wir gewöhnlich sprechen, so erkennen wir den Abstand zwischen uns und einer Seele, die in Gott verliebt ist – einer Seele, die eine brennende Liebe hat wie die ideale Braut.“[mfn]Richard Wurmbrand, Das Lied der Liebe[mfn]
Sie sagt: „Er küsse mich!“ Da ist Leidenschaft. Da ist Sehnsucht. Da ist Verlangen, aber da ist noch etwas anderes, was ich sehe. „Er küsse mich!“, ich glaube, sie drückt Zugänglichkeit aus, Bereitschaft von ihm geliebt zu werden, seine Liebe zu empfangen.
Ich beobachte, dass heute viele Frauen – vielleicht auch Männer, aber besonders viele Frauen – Angst davor haben, sich von Gott lieben zu lassen. Sie haben Angst, die Liebe Christi anzunehmen. Oft liegt das daran, dass sie eine Geschichte von Ablehnung und Verletzungen haben – sei es durch die Eltern, den Ehemann oder den früheren Ehemann oder Partner. Es gibt tiefe Verletzungen, und sie haben dazu geführt, dass diese Frauen Mauern um ihr Herz errichtet haben. Sie lassen sich von niemandem auf vertraute Weise lieben, auch nicht von Gott.
Nun, ich bin mit einer gottesfürchtigen Familie gesegnet worden, mit einem Vater, der unsere Mutter und uns Kinder sehr liebte. Das hat es mir im Laufe der Jahre vielleicht etwas leichter gemacht, Gottes Liebe anzunehmen. Ich bin sehr dankbar für diesen Hintergrund, ich weiß, so wenige haben ihn. Aber ich möchte dir sagen, egal, wie dein Hintergrund ist – Gottes Liebe übertrifft, übertrifft unendlich, die Liebe, zu der Menschen hier auf Erden fähig sind.
Die Braut sagt: „Ich möchte, dass er mich küsst. Ich öffne mich dafür, seine Liebe zu empfangen.“ Und es ist mein Gebet, dass durch dieses Bibelstudium viele, viele Frauen erleben, dass die Mauern in ihrer Beziehung zu Jesus fallen.
Nun, zu Zeiten kann diese Liebe wehtun. Im letzten Kapitel dieses Buches werden wir sehen, dass Gottes Liebe eine eifersüchtige Liebe ist – sie reinigt und läutert. Manchmal kommt sie in unser Leben und konfrontiert die Götzen – alles, was in unserem Leben mit Jesus konkurriert; alles, was wir sonst noch lieben – und berührt sie mit verzehrendem Feuer.
Aber Gottes Liebe ist auch eine verändernde Liebe. Und so lade ich dich ein, über folgende Fragen nachzudenken:
- Bist du bereit, dich von ihm berühren zu lassen?
- Bist du bereit, es zuzulassen, von ihm – im Bilde gesprochen – geküsst zu werden?
- Bist du bereit, es zuzulassen, dass seine Liebe dein Leben anrühr?
- Bist du bereit, seine Liebe zu empfangen?
- Bist du bereit, deine falschen Vorstellungen von Liebe abzulegen, die auf der menschlicher Liebe beruhen, die du vielleicht erfahren hast oder auch nicht?
- Bist du bereit, dir von Gottes Wort sagen zu lassen, wie sehr er dich liebt?
- Bist du bereit, diese Liebe anzunehmen?
Wenn ja, wirst du eine größere Fähigkeit haben, deinen Partner, deine Kinder und andere Menschen zu lieben, die Gott in dein Leben gestellt hat.
„Er küsse mich mit den Küssen seines Mundes!“ Und dann sagt sie: „Deine Liebe ist besser als Wein.“ Eine wörtliche Übersetzung wäre: „Deine Liebkosungen sind besser als Wein.“ Deine Liebkosungen, also Mehrzahl, sind besser als Wein. In der Luther- und der Elberfelder Übersetzung zum Beispiel heißt es an dieser Stelle: „Deine Liebe ist köstlicher als Wein“.
„Deine Liebkosungen“ – die Liebe Christi zeigt sich auf zahllose Weise:
- Sie ist unendlich
- Sie ist unermesslich.
- Sie ist unergründlich.
- Sie ist grenzenlos.
- Sie ist noch gewaltiger, als du es dir möglicherweise vorstellst. Du kannst ihre Tiefen nie ausloten oder ihre Höhen ermessen, noch je die äußeren Grenzen der Liebe Christi erreichen.
Und mit seiner erstaunlichen Liebe …
- umwirbt er uns.
- gewinnt er unsere Herzen.
- gibt er sich uns zu erkennen.
- gab er sein Leben für uns.
- lebt er für uns.
- tritt er für uns ein.
- verteidigt er uns gegen unseren Ankläger.
- führt er uns.
- beschützt er uns.
- nährt er uns.
- züchtigt er uns.
- tröstet er uns.
- stärkt er uns.
- erhält er uns aufrecht.
- heiligt er uns.
- und noch viel mehr, alles aus Liebe.
Ich glaube, seine Liebe ist das Thema dieses Liedes. Wir werden sehen, dass die Liebe Gottes – die Liebe Christi – uns einlädt, ihm mit Gegenliebe zu antworten.
„[Seine] Liebe ist besser als Wein.“ Für die Hebräer war Wein der hauptsächliche Luxus, er stand für Freude, Fröhlichkeit und Genuss. Er stellte zufrieden und regte die Sinne an. Es war der Wein, der in Ekstase versetzte, der berauschte und erheiterte.
Und so sagt diese Braut: „Wenn ich an die größten Freuden denke, die diese Welt zu bieten hat, berauschende und verzückende Momente, dann übertrifft deine Liebe sie alle. Nichts auf der Welt kann mein Herz wirklich zufriedenstellen, denn nichts könnte die Leere in mir füllen. Mein Herz ist für dich geschaffen worden, mein Geliebter, und deine Liebe ist für mich besser als irgendetwas, was mich erheitert, besser als jede menschliche Erfahrung oder Beziehung.“ Das sagt sie hier: „Deine Liebe ist besser als Wein. “Die Liebe Gottes ist zutiefst befriedigend, wenn man sie erst einmal kennengelernt hat. Sie befriedigt mehr als die größten Freuden des Lebens.
Ich denke an Psalm 63,4, wo es heißt: „Deine Liebe bedeutet mir mehr als mein Leben! Darum will ich dich loben“ (HFA). Wenn seine Liebe (oder Gnade) besser ist als Leben – und das ist sie – dann ist sie besser als alles und jedes im Leben.
Denk einmal an die Freuden und Vergnügungen, die dir am meisten bedeuten, an die Dinge, die dir am meisten Freude machen. Jemand fragte mich heute Morgen: „Hast du gestern Abend den herrlichen Sonnenuntergang gesehen?“ Ich musste zugeben, dass ich ihn verpasst habe, ich steckte vermutlich tief in den Vorbereitungen dieses Vortrags. Aber ein herrlicher Sonnenuntergang, die Aussicht aufs Meer, ein prächtiger Frühlingstag oder ein romantisches Dinner mit deinem Ehemann, bei dem ihr stundenlang zusammensitzt und redet? Ist das etwas Seltenes? Seine Liebe ist besser als all das.
Die größte Freude, das größte Vergnügen, das einem einfällt: Seine Liebe ist besser. Denk an das, was du am meisten ersehnst, die Dinge, nach denen du am meisten verlangst – gute Gesundheit, Geld auf dem Konto, eine Gehaltserhöhung, in Größe 36 reinpassen zu können, einen Ehemann zu haben, Mutter zu werden, die ganze Familie beieinander zu haben – seine Liebe ist besser oder köstlicher als all das zusammengenommen.
In dem Buch Valley of Vision heißt es:
„All die guten Dinge des Lebens sind weniger als nichts, wenn man sie mit seiner Liebe vergleicht (...).
All die Schätze einer Million Welten könnten mich nicht reicher, glücklicher, zufriedener machen, denn seine unerforschlichen Reichtümer sind mein.“[mfn]Gebet „Gewissheit“ aus Das Tal der Weitsicht, Arthur Bennett, 3L Verlag, S. 113[/mfn]
Die Braut spürt, dass die Liebe ihres Bräutigams einzigartig ist, und sie kann es kaum erwarten, die Zeichen seiner innigen Liebe anzunehmen.
Ich bete, dass du diese Liebe kennen lernst und erfährst, vielleicht zum ersten Mal, weil du sie noch nie zuvor erkannt hast. Aber vielleicht kennst du Jesus schon. Du kennst seine Liebe in einem gewissen Sinne, vielleicht schon seit vielen Jahren. Ich selbst lerne nun schon seit mehr einem halben Jahrhundert die Liebe Gottes immer besser kennen und werde von ihm zu seiner Liebe gezogen. Aber während ich in den letzten Monaten dieses Bibelstudium gemacht habe, hat Gott mir die erstaunliche Liebe Christi in einer noch größeren Tiefe gezeigt. Ich wünsche mir so sehr, dass du sie auch kennenlernst.
Nun sagt die Braut in Vers 3: „An Duft gar köstlich sind deine Salben; ausgegossenes Salböl ist dein Name“ (ELB). Die NeÜ, also die Neue evangelistische Übersetzung sagt an dieser Stelle: „Deine Salben verströmen herrlichen Duft.“ Dieses Wort „Duft“ ist ein Schlüsselwort im Hohelied – es kommt in diesem Buch achtmal vor. Eines der zentralen Anliegen dieses Liedes ist, dass unser Leben durch die Beziehung zu Christus einen Wohlgeruch verströmt. Und dabei wird deutlich: Die Quelle dieses Duftes ist er selbst. Er selbst ist der Wohlgeruch. „An Duft gar köstlich sind deine Salben; ausgegossenes Salböl ist dein Name“ (ELB).
Nun, in diesem Buch finden sich viele sinnliche Ausdrücke und bildhafte Beschreibungen. Es ist nicht einfach ein Sachbuch oder eine Abhandlung über die Ehe. Die Liebe, um die es hier geht, ist keine rein geistige oder intellektuelle Liebe.
Ich erinnere mich daran, was mir eine Freundin kürzlich erzählte. Sie ist sehr schlau und wirklich eine Denkerin. Als sie ihren späteren Mann kennenlernte, machte sie sich eine Liste mit allem, was für und was gegen ihn sprach, und mit allen Eigenschaften, die sie an ihm schätzte. Anhand dieser Liste versuchte sie zu entscheiden, ob er der Richtige für sie war. Nach einer gewissen Zeit, so erzählte sie, kam der Moment, an dem sie diese Liste beiseite legen und einfach sagen musste: „Ich liebe diesen Mann und gebe ihm mein Leben.“ Und sie sagte: „Ab da ging es bei mir vom Kopf ins Herz.“
Wir kennen die Unterschiede bei der menschlichen Liebe, aber viele von uns haben eine theologische Liebe zu Gott – eine Liebe, die die Tiefe unseres Herzens noch nicht erreicht hat. Und ich muss zugeben, dass es bei mir selbst oft so ist. Ich liebe das, was ich über Gott weiß. Ich liebe ihn mit einer intellektuellen Liebe. Aber ich möchte ihn mit einer leidenschaftlichen, duftenden Liebe lieben, die mein ganzes Wesen und alle meine Sinne umfasst.
Ich erhielt einen Brief von Joni Tada. Sie ist eine Frau, die viel verstanden hat von der Liebe Christi und seiner Schönheit. Sie ist eine Dichterin, und sie verwendet oft eine wunderschöne, bildhafte Sprache, um die Realität der Liebe Gottes zu beschreiben.
In ihrem Brief schrieb sie – und das fiel mir besonders auf, weil ich gerade an dieser Serie arbeitete: „Wohin ich auch schaue – mein Garten, der Blumenstand auf dem Markt, die knospenden Kirschbäume und Fliederbüsche – alles erfüllt die Luft mit einem süßen Duft. Und jedes Mal, wenn ich diesen Duft einatme, werde ich immer an den lieblichen Duft unseres Erlösers erinnert“.
Sein Duft, seine Süße – „An Duft gar köstlich sind deine Salben“. Das im Hebräischen zugrunde liegende Wort kann sich sowohl auf Salben als auch auf Salböle beziehen – auf speziell hergestellte wohlriechende Öle. Dabei handelte es sich entweder um reine Öle oder um Öle, denen Blüten, duftende Kräuter und Gewürze beigemischt wurden. In der Bibel finden sich zahlreiche Hinweise auf die vielseitige Verwendung dieser wohlriechenden Öle.
Manchmal werden diesen Ölen heilende oder medizinische Eigenschaften zugeschrieben. Salböl oder Balsam wird zur Behandlung von Wunden oder Geschwüren verwendet. Es kann auch zur Beruhigung, zur Erfrischung und zur Kräftigung des Körpers dienen. Denk zum Beispiel an eine Massage, bei der Öle verwendet werden, um den Körper zu erfrischen und zu beleben.
Öle wurden auch gebraucht im Rahmen von Gastfreundschaft, wie zum Beispiel in Lukas 7. Manchmal dienten sie auch zur Vorbereitung auf ein Begräbnis oder eine Bestattung. Der Verstorbene wurde in Leinentücher gewickelt, die mit diesen Salbölen getränkt waren.
Diese Öle wurden auch zur Reinigung des Körpers verwendet; davon kann man im Buch Esther lesen, als sie sich darauf vorbereitete, vor den König zu treten. Im Alten Testament erfahren wir, dass Könige und Priester und auch die Geräte in der Stiftshütte mit Öl gesalbt wurden, um sie für ihren Dienst zu weihen.
In Psalm 23 heißt es: „Du hast mein Haupt mit Öl gesalbt“ (Vers 5). Hier steht dasselbe Wort wie bei den Salben, den Salbölen.
In der Heiligen Schrift lesen wir, dass die Gläubigen mit dem Öl des Heiligen Geistes gesalbt werden. Und Jesus, der verheißene Erlöser, wird im Alten Testament zwei Mal als der Gesalbte – der Messias – bezeichnet. Er wurde mit dem Öl des Heiligen Geistes gesalbt. Jesus ist der Gesalbte, der Messias, von dem im Alten Testament die Rede ist.
Und so sagt die Braut: „Dein Name ist wie ausgegossenes Salböl.“ Im Deutschen kann man das nicht so wiedergeben, aber im Hebräischen ist es sogar ein Wortspiel. Das Wort für „Name“ ist shem. Tatsächlich nennen viele Juden Gott bis heute Hashem – „der Name“. Das hebräische Wort für Salböl ist „shemen“. Es ist also ein ähnliches Wort.
Sein Name shem – alles, was er ist – ist wie „ausgegossenes Salböl“. Er gibt sich selbst hin, um sein Volk zu segnen. Er salbt uns mit seinem Wohlgeruch und seiner Liebe. Und am Kreuz wurde er wie Salböl für uns ausgegossen.
Ich liebe dieses alte Kirchenlied von John Newton:
„Wie süß der Name Jesu klingt
Im Ohr, von dem, der glaubt!
Heilt seine Wunden, Sorgen nimmt,
Und ihm die Ängste raubt.
Oh Name! Fels, auf dem wir baun;
Bist Schild und Schutz zugleich;
Welch wunderbarer Schatz bist Du,
In Dir fließt Gnade reich.Oh Jesus, Retter, Hirte, Freund,
Haupt, Priester, König bist;
Herr, unser Leben, Weg und Ziel,
In Dir die Fülle ist.Wie schwach ist unsre Liebesmüh,
Das wärmste Lob so kalt;
Doch bald, wenn wir Dich sehen, Herr,
Lobpreis kraftvoll erschallt.Bis dann mit jedem Atemzug
Von Seiner Liebe singt!
Den Namen Jesu rühmen wir,
Der Todesmacht bezwingt.“[mfn]Wie süß der Name Jesu klingt, John Newton (1725-1807), Musik von J. C. Lowry Übersetzer unbekannt[/mfn]
Wie lieblich der Name Jesu klingt! Sein Name ist wie ausgegossenes Salböl. Und so sagt die Braut: „Darum lieben dich die Jungfrauen.“ Ich glaube, diese Jungfrauen stehen für gläubige Menschen, die dasselbe empfinden – auch sie bewundern und lieben den Geliebten.
Es ist also die Lieblichkeit seines Namens – all das, was er ist –, was sie und andere zu ihm hinzieht. Und wenn wir die Lieblichkeit seines Namens erkennen, und wie er selbst dieses Salböl ist, das in unser Leben gegossen wird, um zu besänftigen und zu heilen, wiederherzustellen, zu segnen und zu heiligen – dann bleibt uns nur zu sagen: „O Herr Jesus, wir lieben Dich. Wir lieben Deinen Namen. Wir lieben alles, was Du bist. Du bist wie Balsam für unsere Seele.“ Amen? Amen.
Lea: Das war Nancy DeMoss Wolgemuth in unserer Podcast-Serie mit dem Titel „Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied“.
Es gibt nichts Wichtigeres, als Christus nahe zu sein. Ich hoffe, dass diese Botschaft heute, an einem arbeitsreichen Tag, nicht einfach so an dir vorbeirauscht. Nimm dir ein paar Minuten Zeit, um das Gehörte ganz persönlich auf dich wirken zu lassen. Gleich hörst du noch einmal von Nancy. Sie wird dir sagen, wie du weitermachen kannst.
Nancy: Etwas, das ich auf meinem eigenen Weg mit dem Herrn gelernt habe, ist, dass man die Wahrheit hören kann, ohne sie je in sein Herz zu lassen. In dieser Serie über das Hohelied wünsche ich mir, dass wir die Wahrheit nicht nur hören, sondern dass sie auch unser Herz erreicht und unser tägliches Leben prägt. Damit du ganz konkret über Herzensfragen und nächste Schritte nachdenken kannst, habe ich eine Broschüre mit dem Titel „Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied“ geschrieben.
Lea: Vielen Dank, Nancy.
Die erwähnte Broschüre kannst du dir als PDF von unserer Website www.belebeunsereherzen.com herunterladen, um die Frage in Ruhe zu beantworten. Die Fragen findest du auch jeden Tag am Ende der Textversion des Podcasts unter der Rubrik „Jetzt wird´s persönlich“, denn es ist wichtig, nicht nur etwas zu hören, sondern auch auf das Gehörte vor dem Herrn zu reagieren.
Nun, hast du dich schon einmal gefragt, ob Gott dich wirklich lieben kann? Fühlst du dich manchmal zu unwürdig, um von einem vollkommenen Gott geliebt zu werden? Dann bleib dran, denn in der nächsten Folge von „Der Geliebte meiner Seele“ erfährst du von Nancy, wie Gott dich trotz deiner Sünde liebt.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries. Bis nächste Woche.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.
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Jetzt wird’s persönlich!
Tag 3 Anfängliche Liebe - „Er küsse mich“ (Hohelied 1,2-3 ELB)
- Bist du unzufrieden mit einer oberflächlichen, unverbindlichen Beziehung zu Jesus? Wie kann in dir eine tiefere Sehnsucht nach inniger Gemeinschaft mit ihm wachsen?
- „Er küsse mich mit den Küssen seines Mundes“ (Hohelied 1,2). Gibt es etwas in deinem Leben, das dich daran hindert, dich von Gott lieben zu lassen? Was macht dir Angst? Wie kannst du dich davon lösen und die Liebe annehmen, die er dir schenken möchte?
- „Denn deine Liebe ist besser als Wein“ (Hohelied 1,2). Kannst du ehrlich sagen, dass Gottes Liebe besser ist, dass sie dir mehr bedeutet als alles andere, wonach sich dein Herz sehnt? Bitte Gott, dass er dich durch diese Serie zu einer tieferen Erkenntnis seiner Liebe führt.
- „Dein Name ist wie ausgegossenes Salböl“ (Hohelied 1,3). Auf welche Weise ist der Herr Jesus „Salböl“ für deine Seele? Sage es ihm und danke ihm dafür!