Marie Falk: Nancy DeMoss Wolgemuth lädt dich ein, dich ganz auf die Nachfolge Jesu einzulassen.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Man kann nicht gleichzeitig in zwei Richtungen laufen. Wenn wir also zu Christus laufen wollen, müssen wir bereit sein, von allem wegzulaufen, was mit unserer Beziehung zu ihm konkurriert oder davon ablenkt.
Marie: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Nancy befindet sich in der aktuellen Podcastserie „Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied“. Wenn du Jesus nachfolgst, wird dir diese Serie helfen, eine innigere Beziehung zu ihm zu entwickeln. Und falls du ihn noch nicht kennst, ist es eine herzliche Einladung, dich das erste Mal in ihn zu verlieben. Hier ist Nancy.
Nancy: Wir sind noch ganz am Anfang dieser Serie; sie wird einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen, im Moment weiß ich noch gar nicht, wie lange sie gehen …
Marie Falk: Nancy DeMoss Wolgemuth lädt dich ein, dich ganz auf die Nachfolge Jesu einzulassen.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Man kann nicht gleichzeitig in zwei Richtungen laufen. Wenn wir also zu Christus laufen wollen, müssen wir bereit sein, von allem wegzulaufen, was mit unserer Beziehung zu ihm konkurriert oder davon ablenkt.
Marie: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Nancy befindet sich in der aktuellen Podcastserie „Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied“. Wenn du Jesus nachfolgst, wird dir diese Serie helfen, eine innigere Beziehung zu ihm zu entwickeln. Und falls du ihn noch nicht kennst, ist es eine herzliche Einladung, dich das erste Mal in ihn zu verlieben. Hier ist Nancy.
Nancy: Wir sind noch ganz am Anfang dieser Serie; sie wird einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen, im Moment weiß ich noch gar nicht, wie lange sie gehen wird.
Ich dachte daran, dass die Juden das Buch Hohelied während ihres Passahfestes lesen. Sie sehen darin ein Bild für die Bundesliebe Gottes zu seinem auserwählten Volk.
Natürlich erzählt das Hohelied eine wunderschöne Geschichte von Liebe und Ehe, doch im Mittelpunkt steht die Beziehung, die Gott zu seinem Volk hat, die Christus zu seiner Braut, der Gemeinde, und zu uns, den einzelnen Gläubigen, hat.
Ich habe es schon gesagt und möchte es noch einmal sagen: Mir ist bewusst, dass ich mit meiner Position zum Buch Hohelied gewissermaßen gegen den Strom schwimme – was die allgemeine Auslegung dieses Buches heute angeht. Aber die historische Position der Gemeinde und auch jüdischer Kommentatoren über viele Jahrhunderte hinweg ist, dass es in diesem Buch in erster Linie um göttliche Liebe geht. Wenn wir Gottes Liebe empfangen, wenn wir die Liebe Christi zu uns empfangen, dann sind wir fähig, ihn zurückzulieben. Und seine Liebe kann durch uns zu anderen weiterfließen.
Möchtest du also eine bessere Ehe haben? Einige Ehemänner haben mir erzählt, dass sie wirklich begeistert sind, dass wir diese Serie machen. Sie hoffen, dass ihre Frauen durch die Auslegung vom Hohelied angesprochen werden und ihre Ehen dadurch verbessert werden. Möchtest du, dass deine Ehe besser wird? Dann kümmere dich um deine Beziehung zu Christus. Lass sie wachsen, vertiefe sie, lass sie vertraut werden! Aus dem Überfluss daraus wirst du in der Lage sein, deinen Ehepartner zu segnen. Du wirst in der Lage sein, deine Ehe zu genießen, den sexuellen Aspekt eurer Beziehung mehr zu genießen, wenn du erkennst, auf welche Weise Christus seine Braut liebt und wie sie darauf reagiert.
Ich hoffe also, dass du das Buch Hohelied parallel immer mitliest und es auch wiederholt liest. Ich lese aus der Schlachter-Übersetzung. Du kannst entweder in deiner eigenen Bibel mitlesen, diese Übersetzung bei bibleserver.com aufrufen oder dem Link in der Textversion dieses Podcasts folgen.
Wir haben uns den ersten Absatz angesehen. Ich möchte ihn nochmal vorlesen und dann bei Vers 4 fortfahren.
Also, ich beginne bei Hohelied 1, Vers 1.
„Das Lied der Lieder, von Salomo. [Und die Braut spricht hier:] Er küsse mich mit den Küssen seines Mundes! Denn deine Liebe ist besser als Wein. Lieblich duften deine Salben; dein Name ist wie ausgegossenes Salböl: darum lieben dich die Jungfrauen!“
Nun, die Braut hat den überragenden Wert der Liebe ihres Bräutigams erkannt; und sie erkennt, dass seine Liebe besser ist als die größten Schätze und Freuden des Lebens. Sie hat den Duft seines Namens wahrgenommen – all dessen, was ihn ausmacht –, und so ruft sie ihm nun in Vers 4 zu:
„Zieh mich dir nach, so laufen wir! Der König hat mich in seine Gemächer gebracht; wir wollen jauchzen und uns freuen an dir, wollen deine Liebe preisen, mehr als Wein; mit Recht haben sie dich lieb!“[mfn]Draw Me Nearer, Fanny J. Crosby, Deutsch von Bertha R. Grimmell[/mfn]
Bis hierhin. Widmen wir uns heute also dem Vers 4.
Wenn du verliebt bist, möchtest du mit der Person zusammen sein, die du liebst. Einem Paar, das heiraten möchte, muss man nicht sagen: „Wie wäre es, wenn ihr mehr Zeit miteinander verbringen würdet?“ Sie wollen das sowieso.
Hier ist eine Braut, die sich nach Gemeinschaft mit ihrem Geliebten sehnt. Sie möchte mit ihm zusammen sein, und sie möchte ihm näher sein als irgendjemandem sonst. Ich denke da an Psalm 73,28, wo es heißt: „Gott zu nahen ist mir gut. (ELB)“ Sie sagt: „Zieh mich [zieh mich] dir nach.“ – „Gott zu nahen ist mir gut.“
Und sie bringt eine starke Sehnsucht zum Ausdruck: „Zieh mich dir nach, lass mich dir nahe sein.“ Diese selbe Sehnsucht wird oft in den Psalmen ausgedrückt, etwa wenn David in Psalm 63,2 sagt: „O Gott, du bist mein Gott; früh suche ich dich! Meine Seele dürstet nach dir.“ Bei dieser Braut spürt man so ein Verlangen.
Wenn man in Vers 4 auf die verschiedenen Pronomen achtet, die verwendet werden, merkt man, dass dies zuerst einmal eine sehr persönliche Bitte ist. In Vers 2 sagt sie: „Er küsse mich!“, in Vers 4: „Zieh mich!“. „Der König hat mich in seine Gemächer gebracht!“ Ich denke, dass dies ein Bild für einen einzelnen Gläubigen ist, der die innige Gemeinschaft mit Christus sucht.
Andere haben so eine Beziehung erlebt, aber sie sagt: „Ich will nicht nur darüber lesen oder davon hören, was andere erlebt haben. Ich möchte, dass du mein Herz zu dir hinziehst!“ Es ist also eine sehr persönliche Bitte. Fanny Crosby hat es in ihrem berühmten Evangeliumslied so ausgedrückt:
„Zieh mich näher, näher, Gottes Lamm,
Zu dem Kreuz, wo Du einst starbst!
Zieh’ mich näher, näher, näher, Gottes Lamm,
Zu dem Heil, das Du erwarbst!“
Genau das sagt die Braut hier: „Ich habe von dir gehört. Ich weiß von deiner Liebe. Deine Liebe ist erstaunlich, aber ich möchte näher zu dir hingezogen sein. Er küsse mich … zieh mich dir nach!“
Aber hier ist auch eine gemeinschaftliche Beziehung zu sehen. Schauen wir uns erneut die Pronomen an: „So laufen wir (...); wir wollen jauchzen und uns freuen an dir, wollen deine Liebe preisen, mehr als Wein“ (Vers 4). Ich glaube, hier sehen wir die Gemeinde, die sich gemeinsam danach sehnt, eine Beziehung zu Christus als zu ihrem Bräutigam zu haben. Die Glieder dieser Braut suchen ihn gemeinsam.
„Wir wollen eilen. Wir möchten in deiner Nähe sein. Wir wollen jubeln und uns freuen an dir.“ Nun, in dieser Bitte steckt im Grunde das Eingeständnis, dass wir uns, auf uns selbst gestellt, nicht auf ihn zu bewegen können, dass er derjenige ist, der uns ziehen muss; er muss uns befähigen, zu ihm zu kommen.
Man hat das Gefühl, dass die Braut sagt: „Ich möchte zu dir kommen. Ich möchte mit dir zusammen sein, aber ich kann es nicht von mir aus.“ Hier ist also ein Appell an sein Eingreifen, an seine Gnade: „Zieh mich! Zieh mich näher zu dir!“ Jesus sagte es so im Johannesevangelium: „Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, dass ihn der Vater zieht, der mich gesandt hat (...). Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin [gemeint ist seine Kreuzigung], werde alle zu mir ziehen“ (Johannes 6,44;12,32).
Weißt du, wir können die Beziehung zu Christus, die wir wollen, die wir brauchen, nach der wir uns sehnen, nie erleben, wenn er uns nicht zu sich hinzieht. Ja, wir würden diese Beziehung nicht einmal wünschen, wenn er uns nicht ziehen würde. Er ist derjenige, der uns sogar das Verlangen geben muss. Er muss den Anfang machen. Er muss uns aus unserer Hilflosigkeit durch seinen Geist und seine Gnade emporheben.
Gott sei Dank haben wir einen Gott, der uns liebt, der sich eine Beziehung zu uns noch mehr wünscht, als wir selbst, und der uns unaufhörlich aktiv zu sich hinzieht. Gottes Liebe zu Israel war eine werbende Liebe. In Hosea 11,4 spricht Gott: „Mit menschlichen Banden zog ich sie, mit Seilen der Liebe.“
Gottes Volk entfernte sich immer wieder von ihm, es irrte umher, und er holte es jedes Mal zurück, zog es zu sich. Er lädt uns ein zu kommen. Er sagt in Johannes 7:
„Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke!“ (Johannes 7,37)
„Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch!“ (Jakobus 4,8).
„So lasst uns nun (...) hinzutreten zum Thron der Gnade“ (Hebräer 4,16).
Wir sind eingeladen, uns ihm zu nahen. Er zieht also unsere Herzen zu sich, aber wir müssen auf seine Initiative eingehen. Deshalb sagt die Braut: „Zieh mich dir nach, so laufen wir!“ Wie sie nach ihm verlangt, dass wird deutlich in den Worten: „Zieh mich … ich brauche dich. Zieh mich bitte. Ich sehne mich danach.“ Und dass sie seinem Werben so gerne nachgibt, zeigt sich hier: „Wir werden dir nachlaufen.“ „Zieh mich dir nach – so laufen wir.“
Ein Ausleger formulierte es so mit Blick auf diesen Vers 4: „Wir können nicht zu ihm ‚laufen‘, wenn er uns nicht ‚zieht‘. Doch wenn er uns zieht, dann ist es an uns, zu ‚laufen’.“
Wenn er uns zieht, dann laufen wir. Der Psalmist erlebte das. In Psalm 119 heißt es: „Ich laufe den Weg deiner Gebote, denn du machst meinem Herzen Raum!“ und „Ich eile und säume nicht, deine Gebote zu befolgen“ (Verse 32 u. 60).
„Ich laufe zu dir.“
Nun, beim Laufen denke ich an eine energische, absichtsvolle Aktivität. Gestern Abend war ich auf dem Laufband; ich gebe zu, ich bin keine ambitionierte Läuferin. Ich hörte übrigens währenddessen einen anderen christlichen Podcast. In den dreißig Minuten auf dem Laufband wurde ich so gesegnet. Aber ich bin wirklich gelaufen. Ich habe das mit voller Absicht getan. Am Ende war ich außer Atem (ehrlich gesagt, schon lange vor dem Ende).
Beim Laufen wird klar: Es ist kein halbherziger Einsatz, das macht man nicht so nebenbei. Es geht darum, die Gemeinschaft mit Gott absichtlich zu suchen. Charles Spurgeon sagte es so:
„Krieche meinetwegen deinen weltlichen Geschäften nach, aber laufe deinem Herrn nach.“ [mfn]Charles Haddon Spurgeon in der Predigt “The Memory of Christ’s Love”[/mfn]
Wie reagierst du also, wenn der Herr dich zu sich zieht? Wenn du spürst, dass er dich zu sich ruft; wenn er dir ein Verlangen nach seinem Wort gibt, danach ihn kennenzulernen? Wie reagierst du, wenn er durch sein Wort zu dir spricht, wenn er dich zu sich zieht? Widerstehst du ihm? Flüchtest du dich in andere Dinge? Zögerst du? Ignorierst du seinen Ruf? Oder läufst du zu ihm?
Zu Jesus hingezogen zu werden, bedeutet gleichzeitig, dass man sich von anderen und nicht so wichtigen Dingen abwendet. Man kann nicht gleichzeitig in zwei Richtungen laufen. Wenn wir also zu Christus laufen wollen, müssen wir bereit sein, von allem wegzulaufen, was mit unserer Beziehung zu ihm konkurriert oder davon ablenkt. Und gibt es da nicht viele Dinge in dieser Kategorie? Beziehungen, soziale Medien ...
Ich habe meine elektronischen Geräte – zumindest vorübergehend (wobei ich mich in den letzten vierundzwanzig Stunden nicht daran gehalten habe) – aus meinem Schlafzimmer verbannt. Dort verbringe ich sonst viel Zeit mit iPhone, iPad, Laptop usw. Ich habe sie in den Nebenraum gebracht, weil ich mir gesagt habe: „Ich möchte einen Ort haben, wo ich einfach dem Herrn begegnen kann, wo ich still werden und zur Ruhe kommen und über ihn nachdenken kann.“
Ich verbringe sehr viel Zeit mit diesen Geräten; und ich finde, dass sie eine enorme Hilfe und ein großer Segen für meine Arbeit, für den Dienst und für Beziehungen sein können, aber eben auch eine riesige Ablenkung. Ich merke, dass ich mich in meiner stillen Zeit so leicht ablenken lasse, und ich bin nicht stolz darauf.
Während der Vorbereitung habe ich mich gefragt: „Von welchen Dingen muss ich mich abwenden, was soll ich beiseite legen, damit ich ganz bewusst mich auf Gott zubewegen kann?“ Wir müssen manches einfach abschütteln, was in unserem Leben vergänglich oder belanglos ist. Unwichtige Dinge, Dinge, die in einem Jahr keine Rolle mehr spielen werden, wieviel weniger in der Ewigkeit.
„Ich will zu ihm laufen“, das heißt, dass wir von anderen Dingen weglaufen müssen. Zu ihm hingezogen zu sein, ist der beste Schutz davor, von anderen Göttern fortgezogen zu werden. Jakobus sagt: „Ein jeder aber wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde fortgezogen und gelockt wird“ (Jakobus 1,14) (ELB). Ich möchte nicht von meiner Sünde und meinem Fleisch und von dieser Welt fortgezogen werden. Ich möchte von Jesus fortgezogen werden.
Jesus nimmt denselben Gedanken auf, wenn er sagt: „Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach“ (Lukas 9,23). Ein Liederdichter hat das im späten 19. Jahrhundert so ausgedrückt – vielleicht kennst du diese Zeilen:
„Ich bin entschlossen, nicht mehr zu suchen
das, was von dieser Welt.
Nur noch, was heilig, höher und herrlich.
Das ist´s, was mir gefällt.
Jetzt gilt all mein Trachten
dem nur, was droben ist
Jesus, Höchstes, Bestes,
Dir folg ich nach gewiss.“[mfn]ch bin entschlossen von Palmer Hartsough, Deutsch von Hartmut Sünderwald[/mfn]
Das ist genau die Haltung des Herzens, das sagt: „Zieh mich zu dir, so laufen wir.“ Wenn ich ihm nachlaufe, dann werden andere mit mir laufen wollen; das sieht man auch in diesem Abschnitt. Hohelied 1,4: „Zieh mich (...), so laufen wir.“ Oder, wie es die Elberfelder Übersetzung sagt: „Lass uns eilen!“
Wie wir leben, hat einen Einfluss auf die Menschen um uns herum: auf unsere Kinder, auf unseren Partner, auf unsere Freunde und Kollegen. Sie wissen, wo es dich hinzieht und was du wirklich liebst! Sie wissen, was dir gefällt, was dir Freude bereitet und was dich zufrieden macht. Sie wissen, was dich antreibt. Sie wissen, worüber du nicht aufhören kannst zu reden. Die Dinge, für die du dich wirklich interessiert, die kennen sie.
Wenn du zum Beispiel ständig über Pinterest redest – nichts gegen Pinterest, nicht unbedingt –, aber wenn das ständig Thema bei dir ist, werden sich die Menschen in deiner Umgebung allmählich auch dafür interessieren, nicht wahr? Egal, worüber du redest, wohin es dich zieht oder womit du Stunden um Stunden verbringst – es bleibt nicht ohne Wirkung. Andere werden danach fragen.
Menschen, die dich mögen und gerne mit dir zusammen sind, werden sich irgendwann auch dafür interessieren, was deine Interessen sind. Nun, wenn wir von Christus angezogen werden und er unser Fokus ist, unsere große Leidenschaft …, dann reden wir über ihn, dann ist er unsere Freude, unser Ein und Alles! Glaubst du nicht, dass sich das auf die Leute um uns herum auswirken wird?
Vor einigen Monaten hatte ich ein Treffen mit einer Freundin, die ich selten sehe. Es war im Rahmen einer Konferenz, und ich wusste, dass sie auch dort sein würde. Also fragte ich sie, ob wir uns vielleicht an dem Tag vor der Konferenz treffen könnten. Sie war einverstanden, wir stimmten uns ab und verbrachten dann den Tag in einem Hotelzimmer, redeten einfach und beteten.
Als ich den Termin mit ihr machte, wusste ich nicht, dass Gott das Herz dieser Frau – einer christlichen Leiterin mit beträchtlicher Verantwortung in einem anderen Dienst – im Jahr zuvor zu sich gezogen und neu belebt hatte.
Ich wusste nicht, dass sie das brauchte. Ich dachte, es ginge ihr wunderbar und sie hätte einfach eine lebendige Beziehung mit dem Herrn. Darum wollte ich ja auch Zeit mit ihr verbringen. Aber als sie mir dann von dem vergangenen Jahr erzählte und wie Gott sie neu zu sich gezogen hatte, hörte ich ihr gespannt zu. Mit offenem Mund und weit geöffnetem Herzen saß ich da und bat: „Erzähl mir mehr! Erzähl mir mehr!“ Wir beteten zusammen, wir sangen und lasen gemeinsam in der Bibel. Ich hörte einfach ihrem Zeugnis zu. Es war nichts Dramatisches, aber es hatte etwas Liebliches an sich.
Sie ist an einem Punkt in ihrem Leben, wo sie vom Herrn nicht genug bekommen kann. Sie liebt ihn einfach und sehnt sich nach ihm. Mitten in der Nacht steht sie auf und will stundenlang in der Bibel lesen. Irgendwann dachte ihr Mann, sie sei ein bisschen verrückt geworden. Aber weißt du was? Er folgt jetzt selbst Jesus viel ernsthafter nach!
All das hat solch einen Einfluss auf ihn gehabt. Ihre Kinder folgen Jesus jetzt mit größerer Hingabe nach. Ich wurde zum Studium des Buches Hohelied neu hingezogen, nachdem ich ein paar Stunden mit ihr verbracht hatte; denn ich dachte: Ich brauche das, was sie hat. Ich will mehr von Jesus. Nun, ich habe Christus ganz, aber ich möchte, in dem größtmöglichen Ausmaß, erfahren, was es heißt, ihn zu lieben, in einer innigen Beziehung zu ihm zu stehen.
Sie sprach über nichts anderes. „Zieh mich zu Dir!“, hatte sie anfangs gebetet. Als wir uns verabschiedeten, „liefen“ wir beide ihm nach, um mit Hohelied 1,4 zu sprechen. Wir waren entschlossen. So wird es auch bei dir sein, wenn du ihn suchst.
Wem oder was läufst du also hinterher? Wenn andere dein Leben und deine Prioritäten anschauen, also das, was du liebst, wofür dein Herz schlägt, was deine Ziele sind, wozu werden sie inspiriert? Wozu werden deine Kinder angeregt, wenn sie sehen, was dir wichtig ist?
Laufen deine Kinder auf Christus zu oder von ihm weg? Nun, dass du Jesus entschieden nachfolgst, ist keine Garantie dafür, dass deine Kinder Jesus entschieden nachfolgen werden. Aber ich denke, die Wahrscheinlichkeit ist viel größer, wenn sie bei dir nicht nur ein Kopfwissen sehen, sondern dass er dir kostbar und lieblich und „eine kostbare Perle“ und dein größter Schatz ist. Wer würde das nicht auch wollen, wenn sie den Unterschied in unserem Leben sehen?
Die Braut sagt: „Der König hat mich in seine Gemächer gebracht“ (Vers 4). Sie hatte ihr Verlangen ausgedrückt: „Zieh mich dir nach.“ Und nun beschreibt sie seine Antwort: „Ich bat ihn, mich zu ziehen, und er hat es gemacht! Er hat es getan.“ Darum möchte ich dich in dieser Reihe ermutigen, immer wieder zu beten: „Herr, zieh mich zu Dir! Zieh mich in eine engere Liebesbeziehung mit Dir!“ Und dann rechne damit, dass er es tut! Er wird dein Rufen und deine Sehnsucht nicht überhören oder übersehen. Er wird deine Bitten gewähren.
Das ist die erste von fünf Stellen im Hohelied, wo Salomo als König bezeichnet wird – als höchste Autorität. Keiner steht über ihm. Er ist der Geliebte der Braut, aber auch ihr König, und er ist unser König. Er ist der souveräne Herrscher des Universums, und es erfüllt uns mit Staunen und Ehrfurcht, dass er uns in seine Gemächer einlädt, in seine Privaträume, nicht wahr?
Niemand kann ohne weiteres in die Gegenwart eines Königs kommen, richtig? Man braucht eine Einladung! Ab und zu erhalten Bürger eines Landes eine Audienz bei einem Staatsoberhaupt – bei einem König oder einem Präsidenten. Wer einen Termin mit so einem Würdenträger hat, wird wahrscheinlich zum Beispiel ins Schloss Bellevue in Berlin, ins Bundeshaus in Bern oder in die Wiener Hofburg eingeladen. Doch nur sehr wenige erhalten jemals Zutritt zu den privaten Räumen dieser Staatsoberhäupter.
Die schlechte Nachricht in der Heiligen Schrift lautet: Sünder können sich einem heiligen Gott nicht nähern. Wir haben keinen Zugang zu ihm und können in seiner Gegenwart nicht bestehen. Gott sagte zu Mose: „Komm nicht näher! Das ist heiliger Boden.“ Auch den Israeliten befahl er: „Haltet Abstand vom Berg Sinai, wo meine Gegenwart ist! Kommt nicht nahe heran, und berührt ihn nicht, sonst werdet ihr sterben.“ Denn Gott ist heilig.
Aber durch Christus wurde der Vorhang, der zwischen uns und Gottes Gegenwart war, in zwei Teile zerrissen. Ein neuer und lebendiger Weg ist eröffnet worden, ein Weg, der in seine Gemächer und damit in seine heilige Gegenwart führt. In Hebräer 10 heißt es: „So lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in völliger Gewissheit des Glaubens (...)“ (Vers 22).
Er möchte tiefe, innige Gemeinschaft mit uns haben. Er möchte, dass wir in sein Heiligtum kommen. Wir sind eingeladen, das Innere seines Heiligtums freimütig, voller Zuversicht, zu betreten.
Nun, für die Braut ist es sehr erstaunlich, dass er sie erwählt hat, dass er sie liebt. Staunst du nicht auch darüber, dass der König der Könige dich erwählte und liebt? „Der König hat mich in seine Gemächer gebracht.“ Man kann Jesus und seine Liebe zu uns kaum besser beschreiben, als Charles Spurgeon es tat. Hier ist, was er dazu sagte:
„Dass eine göttliche Person wie er, uns jemals seine Liebe erweisen würde, ist sehr wunderbar. Ich kann die Liebe meiner Mutter, die Liebe meines Kindes und die Liebe meiner Frau verstehen, aber die Liebe Christi kann ich nicht verstehen. O Brüder, wir sind Nichtse, wir sind Niemande; doch dieser herrliche Ein-und-Alles, dieser Alles-in-Allem, hat in der Tat seine Liebe auf uns gerichtet.“
So sagt die Braut, weil sie vom König in seine Gemächer gebracht worden ist: „Wir wollen jauchzen und uns freuen an dir, wollen deine Liebe preisen, mehr als Wein“. Das geschieht, wenn man Vertrautheit mit Christus, Verbundenheit und Gemeinschaft mit ihm erlebt. Das Ergebnis ist Freude. Er ist die Quelle unserer Freude. Wir können niemals echte Freude haben, außer in der Gemeinschaft mit ihm.
Diese glückliche Geliebte nimmt sich also vor zu jubeln, sich an ihrem Bräutigam zu freuen und seine Liebe zu preisen. Gott sagt zu seinem Volk in Jeremia 2,2: „Ich denke noch an die Zuneigung deiner Jugendzeit, an deine bräutliche Liebe, als du mir nachgezogen bist in der Wüste.“ Er erinnert sich an die Liebe, die wir einmal zu ihm hatten. Doch erinnern auch wir uns an seine Liebe zu uns? An seine Liebe, die sich in seinem Kommen auf die Erde zeigte, in seinem Leben unter uns, im Dienen, Helfen, Heilen, Geben und Vergeben? Denken wir an seine Liebe im Sterben, seine fortdauernde Liebe und seine Liebe, in der er sich heute für uns eintritt?
Erinnere dich an seine Liebe und preise sie,
- wenn du missverstanden und von anderen abgelehnt wirst.
- wenn es dir schwerfällt, deinen Partner, ein schwieriges Kind oder einen schwierigen Kollegen zu lieben.
- wenn du dich allein fühlst, wenn du niemanden kennst, wenn du deine beste Freundin verloren hast, oder wenn du dich nach echter Freundschaft sehnst.
Erinnere dich an seine Liebe,
- wenn dein Herz Jesus gegenüber kalt und gleichgültig ist, damit deine Liebe zu ihm und anderen neu entfacht wird.
Die Braut sagt also in Vers 4: „Mit Recht haben sie dich lieb“ oder, wie es in einer anderen Bibelübersetzung heißt: „Ja, mit Recht schwärmen sie für dich“ (NeÜ).
Er hat unsere Herzen zu sich gezogen und uns in sein Haus, in seine Gemächer geführt. Darum wollen wir jubeln und uns an ihm freuen. Wir wollen seine Liebe preisen, mehr als die höchsten Freuden des Lebens. „Ja, mit Recht schwärmen sie für dich.“ Möchtest du ihm nicht heute sagen: „O Herr Jesus, zieh mich, zieh mich, zieh mich Dir nach, so laufen wir“?
In dem Lied One Pure and Holy Passion fand Mark Altrogge folgende Worte (Hier ist eine sinngemäße Wiedergabe ins Deutsche):
„Gib mir diese reine und heilige Leidenschaft;
gib mir diese überwältigende Sehnsucht.
Gib mir dieses wunderbare Ziel für mein Leben,
Dich zu kennen und dir zu folgen, wohin auch immer.
Als dein Jünger zu wachsen in deiner Wahrheit
diese Welt hier ist leer, blass und arm;
verglichen damit, dich zu kennen, mein Herr.
Zieh mich dir nach, ich will Dir folgen.“
Marie: Nachdem du heute im Hohelied gelesen und darüber nachgedacht hast, hoffe ich, das dieses Lied das Gebet deines Herzens zum Ausdruck bringt. Nancy DeMoss Wolgemuth befasst sich ja zur Zeit mit dem Hohelied. Wir haben die Serie „Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied“ genannt. Es ist leicht, eine solche Botschaft zu hören und zu denken: Wow. Das war echt gut! – aber dann holt einen der Alltag wieder ein, und man vergisst, was man gehört hat.
Deshalb die Einladung. Nimm dir doch ein paar Minuten Zeit, um diese Botschaft in deinem Leben zu verankern. Hier ist Nancy nochmal, um dir zu sagen wie das gehen wird.
Nancy: Wenn ich lehre, möchte ich biblische Texte immer sorgfältig, gründlich und präzise erklären. Und dann möchte ich zeigen, wie sich ein Abschnitt im Alltag anwenden lässt. Ich nenne es das „Was?“ und das „Was nun?“. Manchmal schreibe ich in meine Notizen einfach nur „MEP“, und das steht für „Mach es persönlich!“ Es bedeutet: Bring die Wahrheit ins Herz und ins Leben der Zuhörerinnen!
Wir möchten dir dabei helfen, dass die Inhalte dieser Serie über das Hohelied in deinem Leben praktisch ankommen. Deshalb habe ich einige Fragen zusammengestellt, die dir dabei helfen sollen, das Gehörte weiterzudenken und zu vertiefen. Hier ein Beispiel – passend zum heutigen Text: „Wie reagierst du, wenn der Herr dein Herz zu sich zieht? Läufst du ihm nach? Zögerst du? Ignorierst du ihn? Oder läufst du zu Dingen, die weniger wichtig sind?“
Ich möchte dich ermutigen, selbst im Hohelied zu lesen, darüber nachzudenken und das Erkannte anhand der Fragen zu vertiefen und auf dein Leben anzuwenden. Die Fragen zu jeder Folge findest du am Ende der Textversion und auch als PDF verlinkt.
Marie: Die PDF von der sie gesprochen hat, findest du im Downloadbereich auf unserer Website www.belebeunsereherzen.com
Sag mal. Hast du dich jemals gefragt, ob Gott dich wirklich liebt? Um diese Frage geht’s hier nächsten Mal. Ich hoffe, dass du dann wieder dabei bist, hier bei Belebe unsere Herzen.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.
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Jetzt wird’s persönlich!
Tag 4 - Anfängliche Liebe - Zieh mich dir nach! (Hohelied 1,4)
- „Zieh mich dir nach (...)! Der König hat mich in seine Gemächer gebracht.“ Wie fühlst du dich, wenn du weißt, dass du einen Erlöser hast, der dich liebt, sich eine Beziehung zu dir wünscht und die Initiative ergreift, um dich zu sich zu ziehen?
- „Zieh mich (...), so laufen wir!“ (1,4). Wie reagierst du, wenn der Herr dein Herz zu sich zieht? Läufst du ihm nach? Zögerst du? Ignorierst du ihn? Oder läufst du zu Dingen, die weniger wichtig sind?
- Läufst du Jesus nach – energisch und mit klarer Ausrichtung? Wenn nicht, was zieht dich von ihm weg?
- Wenn andere dein Leben und deine Prioritäten sehen – was du liebst, was dir Freude bereitet, was dir wichtig ist – zu was inspiriert sie dein Leben?
- „[Wir] wollen deine Liebe preisen, mehr als Wein.“ Wie kannst du heute zeigen, dass seine Liebe dir wichtiger ist als alles andere und sie genießen?