Marie Falk: Hier ist Henry Blackaby.
Dr. Henry Blackaby: Die evangelikale Kultur wiegt uns in dem Glauben, dass Gott sehr zufrieden mit uns sein müsste, wenn wir ihm morgens 15 Minuten Stille Zeit schenken. Dazu würde ich sagen: „Nein, nein, nein! Er ist dein Leben.“
Marie: Du hörst Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Wir befinden uns inzwischen in der letzten Woche unserer Podcastserie „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“.
Und wir haben uns die letzten Wochen mit Merkmalen persönlicher Erweckung befasst. Aber wie können wir dieses Feuer der Erweckung am Leben halten?
Nancy hatte Gelegenheit, sich mit Henry Blackaby darüber zu unterhalten, wie eine beständige Stille Zeit aufrecht gehalten werden kann. Dr. Blackaby beginnt dabei mit einer Auflistung bedeutsamer Kapitel in der Bibel. Hören wir also rein:
Dr. Blackaby: Ich lese Psalm 119 mehrmals pro Jahr. Ich …
Marie Falk: Hier ist Henry Blackaby.
Dr. Henry Blackaby: Die evangelikale Kultur wiegt uns in dem Glauben, dass Gott sehr zufrieden mit uns sein müsste, wenn wir ihm morgens 15 Minuten Stille Zeit schenken. Dazu würde ich sagen: „Nein, nein, nein! Er ist dein Leben.“
Marie: Du hörst Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Wir befinden uns inzwischen in der letzten Woche unserer Podcastserie „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“.
Und wir haben uns die letzten Wochen mit Merkmalen persönlicher Erweckung befasst. Aber wie können wir dieses Feuer der Erweckung am Leben halten?
Nancy hatte Gelegenheit, sich mit Henry Blackaby darüber zu unterhalten, wie eine beständige Stille Zeit aufrecht gehalten werden kann. Dr. Blackaby beginnt dabei mit einer Auflistung bedeutsamer Kapitel in der Bibel. Hören wir also rein:
Dr. Blackaby: Ich lese Psalm 119 mehrmals pro Jahr. Ich gehe den Psalm sorgfältig durch, denn er legt den großen Unterschied dar, den Gottes Wort im Alltag machen kann. Es bewahrt mich vor Sünde. Es öffnet mir Einsichten für meinen Wandel mit Gott. Ebenso Jesaja 35 oder 55 oder 5. Mose 30 – „Mein Wort ist dir nicht verborgen. Ich habe dir heute Leben und Segen vorgelegt, den Tod und das Böse“ (vergleiche Vers 15). „Bleibe in der Beziehung zu mir!“
Wenn eine Zuhörerin fragt: „Welche Kapitel der Bibel zeigen mir besonders deutlich, wie Gott ist – sein Herz, seine Gedanken, sein Wesen und seine Liebe für mich?“ Dann würde ich sagen: Wenn du Zweifel an deiner Errettung hast, lies den 1. Johannesbrief sorgfältig durch. Er ist wunderbar! Oder Römer 8 – was für ein erstaunliches Kapitel! Es gibt viele großartige Kapitel. Philipper 2 – aber wisst ihr, egal, was wir lesen oder hören, wir haben alle selbst Zugang zu Gottes Wort.
Nancy DeMoss Wolgemuth: So zum Beispiel auch eine Frau, die in einer schwierigen Ehe mit einem Ungläubigen lebt …?
Dr. Blackaby: Genau
Nancy: … und die vielleicht keine Menschen um sich hat, die diese Sehnsucht nach Gott teilen?
Dr. Blackaby: Die Lebensumstände müssen einen nicht davon abhalten, in der Bibel zu lesen; aber mit der Bibel kann man die Lebensumstände überwinden. Man kann ein siegreiches christliches Leben führen. Das hängt nicht von den Umständen ab. Es hängt von der Beziehung zu Gott ab. Man muss zuhören und annehmen, was Gott in einigen der großartigsten Kapiteln der Bibel sagt – und jeder hat diese Möglichkeit.
Ich stehe mitten in der Nacht auf und lese, wenn mich niemand stört. Ich kann mir auch tagsüber Zeit nehmen. Ich kann ein kleines Neues Testament mit den Psalmen und Sprüchen bei mir tragen. In all diesen oft vergeudeten Momenten, wenn ich zum Beispiel auf einen Bus oder in einer Arztpraxis warte, kann ich einfach die Schrift lesen und meinen Verstand und mein Herz neu mit Gottes Wort füllen. Jede Bibelstelle ist eine Einladung Gottes, in Gemeinschaft mit ihm zu leben.
Nancy: Stimmt es, dass du wirklich Jesus Christus und Leben in der Schrift findest, wenn sie in dir lebendig wird?
Dr. Blackaby: Oh ja, absolut. Ganz bestimmt. Jedes Mal, wenn ich in die Schrift schaue, stehe ich dem Autor direkt gegenüber.
Nancy: Sie ist lebendig.
Dr. Blackaby: Der Herr ist in seinem Wort.
Nancy: Es sind nicht nur Worte auf einem Blatt Papier.
Dr. Blackaby: Nein. Das sind sie nicht. Der Herr ist in seinem Wort. Dieses Buch ist anders als alle anderen. Es ist ein lebendiges Buch, und die Schrift sagt an verschiedenen Stellen: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jedem Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht!“ (Matthäus 4,5).
Die gesamte Bibel ist von Gott eingehaucht. Jedes Wort stammt aus dem Mund Gottes, also trägt jedes Wort in der Bibel das Potenzial des Lebens in sich, das Gott für mich bereithält. Man erkennt ihn und sein Wesen. Man erkennt seine Wege, seine Absichten, sodass man sein Leben sofort danach ausrichten kann.
Es ist fast so, als ob Gott direkt spricht – und das tut er ja auch – und sagt: „Henry, genau das hier will ich dir zeigen. Das ist es, was du jetzt über mich erkennen sollst. Du hast schon einiges verstanden, aber das hier übertrifft das, was du bisher erkannt hast. Ich wollte, dass du weißt, dass das auch meine Eigenschaft ist, und deshalb öffne ich dir jetzt den Blick dafür.“
Nancy: Hast du jemals die Schrift aufgeschlagen, angefangen zu lesen und festgestellt, dass du nicht wirklich davon berührt wurdest? Dass die Bibel dir nur wie bloße Worte vorkam und es sich wie eine Routine anfühlte, aber sie war nicht lebendig für dich? Wie hast du gelernt, das Wort zu lieben und darin das Leben zu finden?
Dr. Blackaby: Nun, die Schrift sagt, dass sich mein christliches Leben vom Stadium des Neugeborenen über die Kindheit und Jugend bis ins Erwachsenenalter entwickeln muss. Ich bin nicht sofort ein reifer Christ, sondern muss eine Entwicklung durchlaufen. Am Anfang gibt es Milch, sie macht satt. Später gibt es feste Speise, die auch sättigt und erfüllt. Aber ich muss diesen Weg Schritt für Schritt gehen.
Früher erzählten mir andere, wie spannend Gottes Wort ist. Für mich war es nicht so – aber nicht, weil es nicht möglich gewesen wäre. Es lag an meiner Unreife. Aber trotzdem hatte ich immer den Eindruck, dass Gott zu mir spricht.
Ich verlange ja auch nicht von meinem Sechsjährigen, wie ein Zwölfjähriger zu funktionieren. Ich möchte, dass er ganz wie ein Sechsjähriger lebt. Und wenn er das tut, ist er bereit, als Siebenjähriger all das zu erleben, was ein Siebenjähriger erleben kann.
Ich denke, dass ich in jeder Phase meines geistlichen Wachstums so viel lernen und wachsen durfte, wie es möglich war. Das hat mich auf die nächste Stufe in diesem Reifungsprozess vorbereitet, aber ich konnte keine Stufe überspringen. Ich konnte nicht von 12 direkt zu 20 springen. Als ich 12 oder 13 war, wollte ich schon Auto fahren, aber ich konnte es nicht. Ich war noch nicht reif genug. Und genauso ist es auch im geistlichen Leben.
Ich erinnere mich an ein Gebetstreffen, in dem einige liebe Geschwister eine Stunde lang beteten. Ich konnte das nicht und fragte mich, ob es an meiner geistlichen Reife lag. Ich hätte gar nicht gewusst, was ich sagen sollte. Doch Gott sagte mir: „Du betest so gut es ein Zwölfjähriger vermag, also genieße es, ein Zwölfjähriger zu sein.“
Nancy: Aber strebe gleichzeitig danach, geistlich weiter zu wachsen.
Dr. Blackaby: Ja, nutze jede Phase deiner Reifung als Christ ganz zum Wachstum aus, aber lass dich nicht entmutigen, wenn du Menschen um dich hast, die viel reifer sind. Das hat nichts mit dem biologischen Alter zu tun. Eine Person, die mit 40 Christ wird, muss erkennen, dass sie ein Baby-Christ ist. Sie mag biologisch 40 sein, aber sie ist ein Baby-Christ.
Du musst dich nicht schlecht fühlen, weil du ein Baby-Christ bist. Lass dich von niemandem einschüchtern, weil du die Schrift noch nicht so gut kennst und nicht alle Lehren der Schrift umsetzt.
Nancy: Aber stelle sicher, dass du wächst.
Dr. Blackaby: Ja, und genieße jede Phase. Ich glaube, meine Kinder sind gut aufgewachsen, weil sie jede Lebensphase genossen haben und wir ihnen geholfen haben, jede Altersstufe in vollen Zügen zu genießen. Wenn sie die nächste Stufe erreichten, waren sie bereit, darauf aufzubauen. Dasselbe habe ich als Pastor versucht. Ich habe nie erwartet, dass ein junger Gläubiger alles weiß, und ich habe darauf geachtet, wo sie geistlich stehen. Gott kann einem diese Einsicht geben.
Nur weil jemand Pastor ist, heißt das noch lange nicht, dass er geistlich reif ist. Er kann akademisch gebildet sein, aber das bedeutet nicht zwangsläufig geistliche Reife. Letzte Woche riefen mich ein Pastor und seine Frau an. Ich kannte sie nicht. Sie sagten: „Unsere Gemeinde stirbt, und wir sind so entmutigt. Wir sind niedergeschlagen.“
Ich ließ sie reden, und sie beschrieben ziemlich genau, in welchem Schlamassel sie steckten. Dann wandte ich mich am Telefon an den Mann und fragte: „Kannst du mir sagen, was du gerade in deiner Stillen Zeit liest? An welcher Stelle der Bibel bist du gerade?“
Es folgte eine Pause, und er sagte: „Ich muss gestehen, dass ich die Bibel nur lese, um eine Predigt vorzubereiten.“
Ich sagte: „Bruder, ein Teil deines Problems ist, dass du geistlich stirbst. Du hast die Beziehung zu Gott gegen religiöse Aktivität eingetauscht.“
Nancy: Das kann auch einer Mutter oder einem Gemeindemitglied passieren. Es betrifft nicht nur Pastoren.
Dr. Blackaby: Oh ja, definitiv! Wir können alle in einen geistlichen Aktivismus verfallen und dabei die Beziehung verlieren. Aktivität ist nicht gleichbedeutend mit Beziehung.
Am Ende des Gesprächs – und ich sagte ihnen die Wahrheit in Liebe – weinten beide und sagten: „Das ist das beste Gespräch, das wir je hatten. Danke, danke, danke.“
Ich sagte: „Vielleicht hat Gott euch an diesen Punkt gebracht, damit ihr zu ihm zurückkehrt. Das ist das Beste, was passieren konnte. Wenn er eurer Gemeinde geholfen hätte, erfolgreich zu wachsen, wärt ihr nie an diesen Punkt gekommen. Wenn ihr diesen Punkt aber verpasst, verpasst ihr ihn. Und ihn, Jesus, zu verfehlen, bedeutet, das Leben zu verfehlen.“
Gottes Geist nahm diese und andere Worte und half ihnen, die Realität dessen zu erkennen, was in ihrem Leben geschah. Ich sagte: „Ich bin mir sicher, wenn ihr zu einer vertrauten Beziehung zu Gott zurückkehrt, dann werdet ihr einen radikalen Unterschied in der Art und Weise sehen, wie eure Leute reagieren. Jetzt hören sie nicht eine Botschaft von Gott, sie hören nur eine Predigt. Aber Menschen, die nach einer schweren Woche kaputt in die Gemeinde kommen, brauchen keine Predigt. Sie brauchen ein Wort von Gott.“
Nancy: Das gilt genauso für eine Mutter, die ihre Kinder erzieht. Ihre Kinder brauchen eine Mutter, die in der Stille vor Gott war …
Dr. Blackaby: ... die Zeit mit Gott verbringt
Nancy: ... zu der Gott gesprochen hat und die ihren Kindern nicht nur Inhalt vermittelt, wie sie anständig leben sollten …
Dr. Blackaby: oder Regeln …
Nancy: … nicht nur Regeln, sondern die auch eine Beziehung weitergibt
Dr. Blackaby: Ja, und Zeugnis ablegt von der Freude dieser Beziehung.
Nancy: Nun, du hast eine Reihe von Büchern geschrieben. Aber ich gestehe, dass mich am meisten etwas anderes bei dir herausgefordert hat. Ich habe einfach gespürt, dass du Zeit mit Gott verbringst, dass du die Realität Gottes in deinem Leben erfährst und dass deine Zeit mit Gott und in seinem Wort beständig ist, dass sie reich und echt ist.
Das Thema ist eine echte Herausforderung für mich. Je mehr Gott mir einen fruchtbaren Dienst und Gelegenheiten zum Dienen gab, desto größer wurde der Kampf ...
Dr. Blackaby: mehr Anforderungen
Nancy: durch viel Arbeit und Zeitdruck.
Dr. Blackaby: Das kenne ich auch.
Nancy: Du sprachst schon mehrmals darüber, wie du in deinem eigenen Glaubensleben mit Hektik und den vielen Verpflichtungen umgehst. Mütter kennen auch diese Herausforderung, sei es, dass sie zum Beispiel ein Kleinkind oder ein Baby haben.
Dr. Blackaby: Das stimmt.
Nancy: Wie hast du aus deiner Stillen Zeit Eile und Geschäftigkeit herausgehalten? Und wie konntest du dir diese Zeit in Gottes Wort und im Gebet als Priorität in deinem Leben bewahren?
Dr. Blackaby: Nun, erstens hat Gott mir gesagt, dass ich ihn mit meinem ganzen Verstand lieben soll. Es ist offensichtlich, dass meine Zeit mit Gott wichtiger ist als alles andere. Selbst wenn ich sehr viel zu tun habe und einiges davon vielleicht nicht schaffe, so ist es doch der größte Verlust, wenn ich meine Zeit mit Gott vermindere.
Nancy: Muss man also darum kämpfen?
Dr. Blackaby: Das mag früher in meiner Unreife so gewesen sein, aber heute ist es nicht mehr so.
Nancy: Du musst wahrscheinlich zu vielen Dingen Nein sagen.
Dr. Blackaby: Er hilft mir zu erkennen, wann ich Nein sagen muss. Er hilft mir zu erkennen, wie ich den Tag einteilen soll und zu wissen, wann ich Ruhe brauche. Durch meine Stille Zeit mit Gott erlebe ich viel Zeitersparnis. Er kann mich im Laufe des Tages um Hindernisse herumführen. Er warnt mich vor Dingen, die mir nicht bewusst waren. Durch die Zeit mit Gott am Morgen gewinne ich am Tag viel Zeit.
Nichts in meinem Leben wirkt sich so sehr auf meinen Alltag aus wie meine Beziehung zu Gott. Ich frage Menschen immer wieder: „Wohnt Gott in dir? Ist er den ganzen Tag über bei dir? Gibt es irgendeine Zeit am Tag, an der er zu dir sprechen kann? Warum beschränkst du das auf die Stille Zeit? Warum sagst du: ‚Ich gebe ihm 30 Minuten am Morgen‘? Was für eine Beleidigung für einen heiligen Gott!“
Die evangelikale Kultur wiegt uns in dem Glauben, dass Gott sehr zufrieden mit uns sein müsste, wenn wir ihm morgens 15 Minuten Stille Zeit schenken. Dazu würde ich sagen: „Nein, nein, nein! Er ist dein Leben.“ Jesus sagte, es ist wie mit dem Weinstock und der Rebe. Würdest du zum Weinstock sagen: „Ich tanke morgens auf, aber dann trenne ich mich vom Weinstock. Das reicht für den Rest des Tages“?
Das kannst du nicht. Er ist dein Leben. Er sagte: „Ohne mich könnt ihr nichts tun“ (vergleiche Johannes 15,5). Wenn ich das lese, denke ich einfach, dass es absolut wahr ist. Darum habe ich den ganzen Tag über Gemeinschaft mit Gott.
Nancy: Du nimmst dir auch bewusst Zeit, in der du dich zurückziehst, weg von den Menschen, um allein mit dem Herrn zu sein?
Dr. Blackaby: Oh ja.
Marie: Es ist ein Vorrecht, Nancy DeMoss Wolgemuth und Dr. Henry Blackaby dabei zuzuhören, wie sie über den Reichtum sprechen, den Gottes Wort und das Gebet bereithält. [...]
Unsere Podcast-Serie ist ja nun fast vorüber. Und vielleicht fragst du dich ob du dir das Kursbuch „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“ vom Rigatio Verlag zulegen möchtest. Dann kommt hier dein Zeichen. Am Besten schnappst du dir noch zwei Freundinnen und ihr arbeitet es zusammen durch – für die dreifache Portion Segen.
Wir haben als Team das Kursbuch auch zusammen durchgenommen und wir haben wirklich jeder persönlich extrem davon profitiert den Kurs zusammen durchzuarbeiten – also es lohnt sich wirklich.
Stille Zeit – Was ist ihr größtes Hindernis? Sicher unsere Geschäftigkeit – Menschen, die in der Gemeinde oder im Dienst des Herrn aktiv sind, wissen das besser als jeder andere.
Wir haben einige unserer Hörerinnen gebeten, uns zu erzählen, wie sie trotz eines vollen Terminkalenders, eine enge Verbindung zu Gott zu pflegen. Den Anfang macht Kim Wagner.
Kim Wagner: Mein Mann war vor etwa zwölf Jahren Pastor in Indiana, und ich erinnere mich, wie ich mich eines Tages überstürzt nach Indianapolis begab, um dort einen Dienst wahrzunehmen. Als Ehefrau eines Pastors war ich sehr von der Geschäftigkeit des Gemeindedienstes eingenommen.
Ich bin so dankbar dafür, dass Gott mich auf dem Weg dorthin überführt hat und mir ins Gewissen geredet hat: „Du bist auf dem Weg zu einem Dienst, hast aber heute Morgen keine Zeit mit mir verbracht.“ Ich versuchte nur, unterwegs noch etwas geistliche Nahrung aufzunehmen. Mein geistliches Fast-Food für diesen Tag war der christliche Radiosender. Ich sagte: „O Herr, das hier ist doch meine Stille Zeit.“
Er sagte: „Nein, du hast mich nicht zu dir sprechen lassen.“ Ich bin so dankbar für christliche Radiosendungen, aber ich fürchte, dass viele Christen in unserer schnelllebigen Gesellschaft sie als Ersatz für die persönliche Begegnung mit Gott benutzen.
Ich bin so dankbar, dass er mich auf die Knie gebracht hat, damit ich mich ihm gegenüber verpflichte, nie, nie, nie wieder in einen Tag zu starten, ohne mich zuerst mit ihm zu treffen und von meinem Vater zu hören – nicht von jemand anderem, der Zeit mit ihm verbracht hat oder von jemand der aus dem Wort lehrt. Ich wollte ihm erlauben, zu mir zu sprechen und mein Herz zu überführen, mir zu zeigen wo ich stehe, wo ich gerade stehe.
Das war die wichtigste Veränderung in meinem Leben – abgesehen von meiner Errettung – die Verpflichtung, täglich Zeit mit Gott im Gebet und in seinem Wort zu verbringen. Und doch ist es so leicht – selbst als Pastorenfrau, selbst als jemand, der im geistlichen Dienst steht – sich von der Geschäftigkeit vereinnahmen zu lassen und dabei das wichtigste Treffen überhaupt beiseite zu schieben.
Frau 1: Ich bin, wie Paulus sagte: „die größte Sünderin“. Die stille Zeit soll wirklich beständig und gut sein. Man kämpft ständig damit, aber ich habe versucht, dran zu bleiben.
Ein bestimmtes Erlebnis möchte ich teilen – einfach im Hinblick auf die Beständigkeit. Ich habe neun Jahre lang meinen Vater gepflegt, und dann hatte er einen Schlaganfall. Ich war beim Arzt und er sagte: „Er wird wahrscheinlich nur noch sechs Wochen leben.“
Und er verwies mich an einen Hospizdienst. Ich hatte mich mit Gottes Kraft gut um meinen Vater kümmern können. Aber jetzt musste ich die Tatsache akzeptieren, dass es bis zu seinem Tod nur noch sechs Wochen dauern würde. Hospiz bedeutete Endgültigkeit. Am nächsten Tag sollte die Krankenschwester zu mir kommen, um mit mir zu sprechen und meinen Papa für die Hospizpflege anzumelden.
Ich wälzte mich in der Nacht im Bett hin und her, betete und weinte und sagte: „Herr, ich kann die Endgültigkeit einfach nicht akzeptieren. Ich will morgen nicht mit der Krankenschwester sprechen. Ich will dieses Gespräch einfach nicht. Ich halte das nicht aus.“ Dann schlief ich irgendwann ein.
Um 4:30 Uhr weckte mich der Herr. Meine Bibel lag auf dem Boden, wo ich sie neben das Bett gelegt hatte. Also griff ich einfach hinunter und hob sie in meiner Schwäche auf, um sie dort zu öffnen, wo ich gerade in meiner Bibellese war. Mein Lesezeichen lag da, und ich suchte nichts Bestimmtes.
Als ich sie aufschlug, war es 1. Korinther 15. Das ist das Kapitel, in dem es um den Tod geht. Ich fing an zu lesen und schloss die Bibel gleich wieder. Ich dachte: „Ach, das muss ich heute nicht lesen.“ Dann dachte ich: „Aber an der Stelle war mein Lesezeichen. Gott wusste, dass ich gerade bis zu dieser Stelle gekommen war. Ich werde da weiterlesen.“
Ich fing wieder an zu lesen. Zuerst fiel es mir schwer, über den Tod zu lesen, aber Gott begann, in mir zu wirken und mich zu trösten. In einem Vers heißt es: „… wenn auch unser äußerer Mensch zugrunde geht, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert“ (2. Korinther 4,16). Ich betete: „Herr, lass mich sehen, dass der innere Mensch erneuert wird – Papa war wirklich einfach ein feiner Mensch – und lass mich nicht auf den körperlichen Verfall schauen.“
Als die Hospizschwester kam, war ich bereit, mit ihr zu sprechen. Diese Zeit dort früh allein mit dem Herrn war wirklich eine ganz besondere Zeit. Es war meine Andachtszeit, und doch habe ich einfach nur weitergelesen, wo ich zuvor aufgehört hatte. Ich habe nicht versucht, diese Stelle zu finden. Also bleib beständig in deiner Stillen Zeit!
Frau 2: Ich bin dankbar für die Zeit, als ich an Jesus gläubig wurde. Gott ließ sein Wort in mein Herz eindringen, nicht nur durch den Heiligen Geist, sondern auch durch begabte Männer und Frauen, die er in mein Leben stellte. Menschen, die die Wahrheit klar hervorheben konnten, die mich herausforderten und mich dazu brachten, mich mit Gottes Wort zu beschäftigen. Gott hat manchen Menschen die Gabe gegeben, sein Wort so zu erklären, dass man selbst nach der Wahrheit darin graben will.
Ich hatte ein ‚Herzleiden‘. Man nennt es verhärtetes Herz. Ich weiß nicht, ob jemand von euch das kennt, aber es gab Zeiten in meinem Leben, da habe ich mich von Gott entfernt. Entweder war ich wütend auf ihn oder auf mich selbst. Das hat mein Herz verhärtet. Manchmal konnte ich wegen dieses Zustands nicht vor seinen Thron kommen. Aber ich hörte Lobpreislieder, die meinen Blick wieder nach oben richteten. Gott erinnerte mich daran, dass er es ist, der mein Haupt erhebt.
Außerdem las ich vor ein paar Jahren die Stelle, als der Prophet Samuel zu Saul sprach. Saul war auch verhärtet, und Samuel sagte: „Gehorsam ist besser als Schlachtopfer“ (1.Samuel 15,22b). Gott gebrauchte diesen Vers, um mich daran zu erinnern, dass selbst wenn ich nicht weiß, was ich sagen soll, wenn ich still da sitze, aber dann meine Bibel aufschlage und versuche, nicht meinen Gedanken nachzugehen, wenn ich einfach da sitze und warte, das ist Gehorsam. Mit der Zeit wurde dies wie eine Quelle, ein Brunnen, für mich. Ich preise den Herrn, denn ich war innerlich leer und ausgetrocknet, aber er ist mir begegnet.
Suzanne: Ach, ich bin einfach so gesegnet. Ich habe viele wunderbare Freunde. Der Herr Jesus steht an erster Stelle, aber manchmal behandle ich ihn nicht so. Jeden Mittwoch treffen wir uns in einer Gruppe mit Großmüttern. Wir beginnen immer mit Gottes Wort und beten für unsere Enkelkinder, aber dann konzentrieren wir uns auf einen Liedtext und auf einen Bibelabschnitt.
Das ist etwas ganz Besonderes, und ich möchte dem Herrn für die wunderbaren Menschen danken, die er mir immer wieder in mein Leben stellt. Sie helfen mir dabei, ihm ähnlicher zu werden. Sie sind einfach wunderbare Vorbilder. Auf jeden Fall möchte ich diese 30-Tage-Challenge annehmen, und ich wünsche mir einfach, mehr wie Jesus zu werden.
Marie: Du hast gerade einige unserer Hörerinnen gehört, die berichten, wie wertvoll die Zeit allein mit Gott für sie ist. Und Suzanne hat die 30-Tage-Challenge erwähnt. Nancy hat uns herausgefordert, in den nächsten 30 Tagen jeden Tag etwas Zeit in der Bibel und im Gebet zu verbringen. Diese Herausforderung könnte eine der wichtigsten sein, die du je angenommen hast.
Nancy sagt außerdem: „Du kannst Gottes Wort nicht hören und gleichgültig bleiben. Du musst irgendwie darauf reagieren. Mehr dazu hörst du morgen, hier bei Belebe unsere Herzen.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.