Lea Köster: Wisst ihr, wir können mit unserem Gemeindedienst so sehr beschäftigt sein, dass es uns nie in den Sinn kommt zu fragen, ob wir damit wirklich Gott dienen oder ob dieser Dienst ihm auch gefällt.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Ist es nicht so, dass die Gegenwart Gottes im Leben vieler von uns fehlt, in so vielen unserer Gemeinden, und dass wir gar nicht wahrnehmen, dass er schon lange nicht mehr da ist, im Sinne seiner offenkundigen Gegenwart? Viele von uns haben das nicht einmal bemerkt.
Lea: Willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre! Hallo! Schön, dass du wieder dabei bist bei dem Podcast von Belebe unsere Herzen! Heute startet die zweite Serie mit dem Titel „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“. Dies wollen wir zum Anlass nehmen, kurz etwas zu dieser längeren Podcastreihe zu sagen und dir ein bisschen von …
Lea Köster: Wisst ihr, wir können mit unserem Gemeindedienst so sehr beschäftigt sein, dass es uns nie in den Sinn kommt zu fragen, ob wir damit wirklich Gott dienen oder ob dieser Dienst ihm auch gefällt.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Ist es nicht so, dass die Gegenwart Gottes im Leben vieler von uns fehlt, in so vielen unserer Gemeinden, und dass wir gar nicht wahrnehmen, dass er schon lange nicht mehr da ist, im Sinne seiner offenkundigen Gegenwart? Viele von uns haben das nicht einmal bemerkt.
Lea: Willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre! Hallo! Schön, dass du wieder dabei bist bei dem Podcast von Belebe unsere Herzen! Heute startet die zweite Serie mit dem Titel „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“. Dies wollen wir zum Anlass nehmen, kurz etwas zu dieser längeren Podcastreihe zu sagen und dir ein bisschen von Belebe unsere Herzen zu erzählen. Also zu mir: Ich bin Lea Köster und darf bei Belebe unsere Herzen einen Teil der Moderation übernehmen. Heute möchte ich euch gerne Marie vorstellen. Marie, du bist auch eine der Moderatorinnen bei uns, und wir werden deine Stimme in der kommenden Serie immer wieder hören. Magst du uns etwas zu dir und Belebe unsere Herzen sagen?
Marie Falk: Gerne! Ich bin Marie Falk, und ich freue mich, euch in dieser Seeking Him-Reihe als Moderatorin begleiten zu dürfen. Noch mehr freue ich mich aber darüber, dass ich ein Teil eines Dienstes sein darf, der mein eigenes Glaubensleben so verändert hat. Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries, einem Dienst, der Frauen dabei unterstützen möchte, frei zu werden, die Fülle Christi zu erleben und die Früchte des Glaubens hervorzubringen.
Lea: Okay, wie sieht diese Unterstützung konkret aus?
Marie: In erster Linie ist es die Veröffentlichung von Nancys Podcast und der kurzen Seeking Him - Andachten. Die kennt ihr ja vielleicht schon von WhatsApp, und natürlich sind es auch die ganzen Bücher von Nancy, aber auch die Blogposts verschiedener Autorinnen, Broschüren und regelmäßigen Konferenzen. Als Belebe unsere Herzen dürfen wir die Materialien von Revive Our Hearts Ministries ins Deutsche übersetzen und veröffentlichen.
Annette, du bist ja heute auch hier, und du bist die Stimme von Nancy. Sag mal, wer ist Nancy eigentlich?
Annette: Nancy ist Autorin und Host von Revive Our Hearts Ministries in Michigan. Seit über zwanzig Jahren ist Erweckung unter Frauen das Ziel dieses Dienstes. Die Herzen der Frauen sollen durch Gottes Wort neu belebt werden. Nancy ist es wichtig, dass die Wahrheiten von Gottes Wort im Alltag ausgelebt werden, und das Ergebnis ist dann Erfrischung und echte Veränderung. Nancy trat in die Fußstapfen von Elisabeth Elliot. Elisabeth Elliot ist vielleicht einigen von euch noch bekannt. Sie hatte von 1988 an fast dreizehn Jahre lang eine tägliche Sendung unter dem Titel Gateway to Joy.
Nancy wurde als ältestes Kind in ein Elternhaus hineingeboren, in dem der Glaube an Christus ganz authentisch gelebt wurde. Schon früh übergab sie ihr Leben Jesus, und wenige Jahre später begann Nancy dann zu spüren, dass der Herr sie berief, ihm als Missionarin zu dienen. Auf kindliche Art und Weise verfasste sie einen Brief an ihre Eltern, in dem sie ihren Wunsch zum Ausdruck brachte, dass sie der Stimme des Guten Hirten gehorchen wollte. Ihr Leitvers wurde Lukas 1,27, wo Maria „Ja Herr!“ zu den Worten des Engels sagt.
Lea: Es ist so schön zu hören, dass diese Saat der Hingabe Wurzeln schlug und zu so einem intensiven Wunsch heranwuchs, wirklich andere Frauen zu sehen, die auch „Ja Herr!“ sagen. Zu der Autorität Jesu und zu seinem Wort. Und als sich Gottes Plan für Nancys Leben zu entfalten begann, wurde klar, dass ihre Aufgabe nicht darin bestand, ins Ausland zu gehen und seinen Namen zu den Nationen zu bringen, sondern in ihrem Land einfach die Bibel treu zu lehren und Frauen zu persönlicher Erweckung aufzurufen.
Marie: Die Podcastreihe, die heute startet, wurde lange von unserem Team bearbeitet und übersetzt, damit ihr nun Nancys Podcast auf Deutsch hören könnt. „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“ sind fast 60 Podcasts, die Nancy als Ergänzung zu dem Kursbuch Neu belebt von Ihm - Seeking Him aufgenommen hat. Das Kursbuch ist beim Rigatio-Verlag erschienen, und den Link zu dem Kurs findest du direkt auf unserer Website. Sag mal, Lea, um was geht’s in dem Kurs genau?
Lea: Es geht um persönliche Erweckung. Der Podcast sowie der Kurs gehen auf Themen wie Buße, ein reines Gewissen, den Heiligen Geist oder die persönliche Stille Zeit ein, also Themen, die für eine lebendige und persönliche Beziehung zum Herrn wirklich sehr wichtig sind. Während zwölf Wochen stellen wir die Podcasts jeweils von Montag bis Freitag täglich zur Verfügung. Du kannst nur den Podcast hören oder parallel – vielleicht in deiner Stillen Zeit – auch das Kursbuch bearbeiten. Die Podcastreihe deckt grundsätzlich dieselben Themen ab wie das Kursbuch, aber der Inhalt der Podcasts ist trotzdem ein bisschen verschieden.
Annette, noch kurz zum Abschluss: Was hat diese Podcastreihe für dich persönlich bedeutet?
Annette: Also, ich kannte den Kurs schon vorher, aber in der Vorbereitung auf die Aufnahmen habe ich mich neu mit den einzelnen Themen beschäftigt.
Marie: Und, Annette, wie war das für dich? Was hat das mit dir gemacht?
Annette: Die Themen haben mich oft so stark angesprochen, dass ich nicht weiterarbeiten konnte. Der Heilige Geist überführte mich meiner Sünde, und ich musste mich ihr stellen und Buße tun. Der Kurs geht wirklich in die Tiefe. Er deckt Herzenseinstellungen auf, und genau das hatte ich mir immer gewünscht. Ich hatte oft gebetet: Herr, zeig mir: Wie siehst Du mein Leben? Zieh mich näher zu Dir! Und genau das hat er in dieser Reihe getan.
Lea: Wow, wie schön! Danke euch, meine Lieben. Und danke dir, liebe Zuhörerin, dass du uns deine Zeit und dein Ohr geliehen hast. Wir bei Belebe unsere Herzen beten für dich, und unser Wunsch ist es, dass du durch diese zwölf Wochen Kurs Erweckung erlebst! Dass du von ganzem Herzen den Herrn suchst und dadurch eine neue lebendige Beziehung zu ihm bekommst. Nun hörst du die erste Folge der Serie „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“. Hier ist Nancy, gesprochen von unserer lieben Freundin Annette.
Nancy: Als ich eines Tages dabei war, diese Sendereihe vorzubereiten, beschlossen meine Freundin Holly und ich, den Nachmittag mit den Kindern in einem Park zu verbringen.
Und als wir mit dem Auto schon nahe am Park waren, hörten wir von irgendwo her eine sehr leise Spieluhr-Melodie. Die Kids wussten sofort, was es war. Klar, Kinder haben sehr gute Ohren, und sie können Sachen hören, die sonst nur Hunde hören, nicht wahr?
Es war ein leiser Klang, von weit her, aber für sie war es ganz klar die Eiswagen-Melodie. Und sofort fingen die Kinder an zu schreien: „Mami! Dürfen wir ein Eis? Bitte Mama, es ist der Eiswagen! Können wir anhalten? Kaufst du uns bitte Eis? Mami, wir möchten Eis.“
Das kam einstimmig von der Rückbank, und Holly, als gehorsame Mama, die sie war, wendete ihr Auto und folgte dem Eiswagen. Wir mussten dann tatsächlich eine ganze Strecke hinter ihm herfahren, weil der Fahrer uns nicht sah.
Er wusste nicht, dass wir versuchten, ihn anzuhalten. Keine Ahnung, wie er diese Kinder überhören konnte!
Wir fuhren dann aus der Parkanlage heraus und bogen auf eine breite Durchgangsstraße ab. Schließlich konnten wir den Fahrer des Eiswagens mit Handzeichen dazu bringen, auf einen kleinen Parkplatz abzubiegen, wo die Kinder endlich ihr Eis bekamen.
Die Kids waren begeistert, als sie den Eiswagen sahen und dann natürlich, als sie ihr Eis genießen konnten. Als ich diese kleine Szene beobachtete, dachte ich: „Das ist ein sehr schönes Bild für die Serie, die wir beginnen wollen unter dem Titel‚ Seeking Him - Neu belebt von Ihm‘.“
Hier waren Kinder, die unbedingt Eis haben wollten! Sie waren danach begierig. Sie waren entschlossen. Sie waren begeistert wegen dieser Leckerei. Sie wollten sie wirklich haben.
Und das ist, denke ich, ein Bild für diese Reise, die wir uns für die nächste Zeit vorgenommen haben.
Nun, diese Podcast-Reihe umfasst etwa 60 Podcasts, und da würde man normalerweise sagen, dass die Zuhörer nicht während der ganzen Zeit bei der Stange bleiben. Aber wir möchten trotzdem diese Reihe machen, denn ich glaube, es gibt einen Verlauf und eine Entwicklung, die erforderlich sind, wenn wir zusammen den Herrn von Herzen suchen.
Und bei diesem Prozess sind Abkürzungen nicht möglich. Wenn wir Erweckung erfahren wollen, müssen wir den ganzen Prozess mitmachen. In unserer Zeit wollen wir alles auf die Schnelle haben, von jetzt auf gleich, wir möchten es leicht haben, über Nacht, und es soll schmerzfrei sein, aber die besten Dinge im Leben bekommt man einfach nicht auf diese Art.
Wenn wir uns vornehmen, den Herrn zu suchen, dann müssen wir das von ganzem Herzen tun, und das braucht Zeit – erst einmal, um unsere Herzen vorzubereiten – dann Zeit, um darauf zu hören, was der Herr zu sagen hat und, damit er sich uns in seinem Wort offenbaren kann; und es braucht Zeit, um zu antworten und das, was er uns aufgezeigt hat, wirklich in unseren Herzen Wurzeln schlagen zu lassen.
Darum möchte ich dich einladen, dich die nächsten Wochen mit uns auf eine Reise zu begeben. Übrigens gibt es ein Begleitbuch zu dieser Reihe, und das heißt Neu belebt von Ihm - Seeking Him und ist im Rigatio-Verlag erschienen.
Ich glaube, wenn du diese nächste Zeit mit uns dran bleibst, wenn du dir im Herzen vornimmst, den Herrn ganz neu zu suchen, wenn du bereit bist für diesen Prozess, dann glaube ich, wirst du nach dem Kurs sagen, dass du den Herrn nicht nur wirklich gesucht, sondern ihn auch gefunden hast, und zwar auf eine neue, erfrischende und vielleicht auf eine tiefere Weise, als du es je für möglich gehalten hättest.
Aber zuerst wollen wir über die Bedeutung von „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“ sprechen. Also, ich stelle die Reihe vor und gebe einen Überblick darüber, wohin wir unterwegs sind, und dann wollen wir auch etwas über den Zusammenhang sprechen, damit wir verstehen, was es heißt, den Herrn zu suchen.
Heute möchten wir uns deshalb nur auf diese zwei Worte konzentrieren: Ihn suchen – seeking Him. Dieser Gedanke kommt in der Schrift öfter vor, als dir vielleicht bisher bewusst war.
Ich denke zum Beispiel an 1. Chronik 22, wo David sich auf seinen Tod vorbereitete. Er übergab den Staffelstab, die Krone und den Thron an seinen Sohn Salomo.
Salomo war ein intelligenter junger Mann. Es erging ihm gut. Aber David wusste, was sein Sohn am meisten brauchen würde, um als König Erfolg zu haben. Das war eine Beziehung zu Gott.
Und so sagte David zu Salomo und zu seinen Gefolgsleuten: „So richtet nun euer Herz und eure Seele darauf, den HERRN, euren Gott, zu suchen! [...]“ (Vers 19). In dem Sinn: „Tu es jetzt! Warte nicht, bis du ein alter Mann bist! Richte dein Herz darauf, und sei entschlossen! Tu es mit Absicht! Und zwar jetzt, und richte dein Herz und deine Seele darauf, den Herrn, deinen Gott, zu suchen!“
Ich verstehe Davids Anweisung so, dass Salomo sich bewusst auf etwas konzentrieren sollte. Er sollte sich Mühe geben, er sollte wirklich danach streben.
„Richte dein Herz darauf, den Herrn zu suchen! Das ist entscheidend! Darauf kommt es an, mein Sohn, wenn du nun bald die Rolle und Verantwortung eines Königs übernehmen wirst!“
Und ich denke, obwohl vermutlich niemand von uns hier die Rolle eines Königs innehat oder jemals eine vergleichbare Art von öffentlicher Position und Verantwortung übernehmen wird... Und eigentlich ist es gleich, welchen Platz du im Leben hast und welche Verantwortung du trägst, für ein Kind Gottes gibt es nichts Wichtigeres, als den Herrn zu suchen.
Möchtest du bei dem, was du in deinem Leben machst, Erfolg haben? Möchtest du gesegnet sein? Willst du Gottes Plan für dein Leben erfüllen? Vielleicht bist du eine ältere Frau. Oder eine Schülerin. Oder eine Studentin.
Oder du bist alleinstehend. Oder verheiratet. Vielleicht bist du eine Mama, vielleicht hast du eine ganze Reihe von Kindern, oder du hast keine Kinder, oder deine Kinder sind schon aus dem Haus. In welcher Lebensphase du auch bist, was auch deine Berufung im Leben ist: Das Allerwichtigste ist, den Herrn zu suchen.
Dabei muss man aktiv werden. Salomo konnte nicht passiv bleiben, wenn es darum ging, den Herrn zu suchen. Er musste initiativ sein. „Salomo, tu das! Richte dein Herz und deine Seele darauf, den Herrn zu suchen. Nimm es dir vor!“
David begriff, dass es einen immensen Wert hat und von enormer Wichtigkeit ist, den Herrn zu suchen. Nun, wenn wir über dieses Thema sprechen, weiß ich, da gibt es manche, denen das Ganze, wenn sie ehrlich sind, wie eine Pflicht oder eine Schinderei vorkommt.
„Ok, ich muss den Herrn suchen. Aber es gibt viele andere Sachen, die ich auch interessant finde. Vielleicht suche ich den Herrn später. Vielleicht suche ich den Herrn, wenn ich diese Firma am Laufen habe. Vielleicht suche ich den Herrn, wenn die Kinder in der Schule sind, wenn ich weniger Stress habe, wenn ich nachts durchschlafen kann. Aber den Herrn jetzt zu suchen, hört sich für mich wie eine zusätzliche Sache an, und meine To-do-Liste ist eh schon viel zu lang. Das klingt nach einer Last.“
Wenn ich an Holly Elliffs Kinder denke, wie sie kreischten, als sie den Eiswagen gehört hatten, dann weiß ich, dass Eiscreme für sie in dem Moment keine Pflicht war. Es war keine Schinderei, es war reinste Freude.
Man hörte es an ihren Stimmen, man sah es auf ihren Gesichtern. Es war Genuss, und ich sage euch, dass alle, die den Herrn je gesucht und gefunden haben, wissen, dass enorme Freude auf die wartet, die den Herrn aus ganzem Herzen suchen.
Wenn wir nur wüssten, wenn wir nur eine Ahnung, einen Schimmer davon hätten, was Gott für uns bereithält, was er für uns vorhat, dann würden wir den Herrn so herbeisehnen wie die Kinder den Eiswagen.
Wir wären leidenschaftlich. Es wäre unser voller Ernst. Wir würden andere Dinge beiseite lassen. Wir würden sagen: „Jetzt, wo ich jung bin, und mein ganzes Leben soll das die Hauptsache sein. Das ist das Entscheidende, was auch sonst so alles in meinem Leben passiert.“
Vor einiger Zeit gab ich ein Interview; und als die Moderatorin und ich über das Thema Vergebung sprachen, war es auf einmal – mitten in diesem Live-Interview – als würde ihr ein Licht aufgehen.
Sie fing an zu erzählen, dass es in ihrem Leben einige Dinge gäbe, mit denen sie sich in puncto Vergebung befassen müsse, und dann sagte sie: „Mir wird gerade klar, während wir darüber sprechen, dass es bei Gott ein mir bisher unbekanntes Maß an Freude und Fülle gibt; und wenn ich mich weigere zu vergeben, dann verbaue ich mir selbst die Chance, etwas Unglaubliches zu erleben, was Gott für mich vorsieht.“
Das begann sie zu motivieren, diese Freude, die sie haben könnte – dieser Schatz, der in Christus liegt, diese kostbare Perle. Wenn du ihn suchst, wirst du alles haben. Wenn du deine Lust am Herrn hast, wirst du das haben, was dein Herz begehrt, was die Freude deines Herzens ist (vgl. Psalm 37,4).
Es liegt also Freude darin. Der Untertitel zu dem englischen Kurs lautet: „Die Freude persönlicher Erweckung erleben“. Und diese Freude sollte uns motivieren.
Und weißt du, vielleicht ist es gerade nicht reine Freude für dich, Gott zu kennen und mit ihm unterwegs zu sein. Doch wenn du dir das Ziel setzt, den Herrn zu suchen, wirst du die größte Freude finden, die diese Welt zu bieten hat, denn in seiner Gegenwart ist Freude die Fülle.
Aber, es liegt nicht nur Freude darin, den Herrn zu suchen, sondern auch Verzweiflung. In 2. Chronik 20 wird uns berichtet, wie die Moabiter und die Ammoniter gegen Juda in den Kampf zogen.
Das Heer von Juda war zahlenmäßig hoffnungslos unterlegen. Menschlich gesehen, konnten sie diesen Kampf unmöglich gewinnen, und die Boten kamen und verkündeten Josaphat: „Eine große Menge rückt gegen dich heran [...]“ (Vers 2).
Und dann heißt es in Kapitel 20,3: „Da fürchtete sich Josaphat und richtete sein Angesicht darauf, den HERRN zu suchen.“ Er war verzweifelt. Ihm war angst und bange. Er war erschrocken. Er konnte nichts tun, um dieses Problem zu lösen. Er war verzweifelt.
Wenn ich an diese Geschichte denke, erinnert mich das an einen Vorfall, der sich vor mehr als 20 Jahren ereignete; aber ich werde ihn wohl nie vergessen. Meine Freundin Diane und ich saßen bei einem Stück Apfelkuchen bei ihr am Küchentisch, und wir unterhielten uns mit einer anderen Freundin.
Da bekam Diane plötzlich einen besorgten Gesichtsausdruck, aber sie sagte uns nicht, was sie beschäftigte. Wir merkten, dass sie mit etwas völlig anderem beschäftigt war. Sie ging mehrmals aus dem Raum heraus und kam wieder zurück.
Und schließlich kam es aus ihr heraus: „Wo ist Jordan?“ Jordan war ihr damals dreijähriger Sohn, und sie hatte festgestellt, dass sie ihn schon länger nicht mehr gesehen und gehört hatte.
Sie suchte ihn also im Haus und ums Haus herum und rief ihn. Wo war er?
Mit einem Mal war der Grund, weswegen wir uns getroffen hatten, völlig nebensächlich. Nichts anderes spielte mehr eine Rolle. Alle suchten Jordan. Wo war er? Wo war Jordan?
Natürlich suchten wir im ganzen Haus und ums Haus herum. Diane rief ihren Mann auf der Arbeit an. Seine Firma war ganz in der Nähe, und er kam nach Hause. Wo war Jordan?
Am Ende wurde sogar die Polizei eingeschaltet. Inzwischen waren mehrere Stunden vergangen. Immer noch kein Zeichen von Jordan. Die Mütter unter den Zuhörerinnen halten vielleicht gerade den Atem an. Vielleicht wart ihr schon einmal selbst in einer ähnlichen Situation und kennt diese äußerste Verzweiflung.
Was machst du also als Mutter? Du suchst! Und suchst und suchst. Du suchst verzweifelt nach deinem Kind. Es ist dir ernst. Nichts anderes zählt. Du suchst den, der verloren gegangen ist.
Ich bin froh, euch berichten zu können, dass Jordan schließlich gefunden wurde. Er war irgendwo im Wald gewesen, nicht weit vom Haus entfernt, und hatte nichts von all dem Trubel mitbekommen. Er hatte eine schöne Zeit im Wald gehabt, denke ich; und die Erleichterung war natürlich riesig, als Jordan gefunden wurde.
Ich bin sicher, Tränen flossen, aber jeder hätte gesagt, alle Anstrengung und die ganze Suche waren der Mühe wert, aus der Verzweiflung heraus, den kleinen Jungen finden zu wollen.
Wenn ich an den vermissten Jordan und die verzweifelte Suche der Familie und Freunde und der Polizei an jenem Tag denke, dann erinnert mich das daran, dass Gottes Gegenwart im Leben vieler von uns fehlt, in so vielen unserer Gemeinden, und wir gar nicht wahrnehmen, dass er schon lange nicht mehr da ist, im Sinne seiner offenkundigen Gegenwart. Viele von uns haben das nicht einmal bemerkt.
Aber wenn wir es bemerken, wenn wir geschmeckt haben, wie es ist, Gottes Gegenwart im eigenen Leben und unter seinem Volk auf besondere Weise zu erleben, werden wir nie wieder ohne sie zufrieden sein.
Da ist also Verzweiflung! Ein dringendes Verlangen nach Gottes Gegenwart und seiner Heimsuchung. Dass sie wiederhergestellt und unter Gottes Volk, in unseren Gemeinden, Familien und in unserem Leben erfahren wird.
Wünschst du dir das sehnlichst herbei? Wenn ja, dann wirst du beginnen zu suchen und nicht aufgeben, bis du ihn gefunden hast.
Es könnte sein, dass Gott gerade jetzt Umstände in deinem Leben zulässt, die dich dringend nach ihm fragen lassen. Wenn wir unsere Revive Our Hearts - Konferenzen durchführen, bete ich für die Frauen in den Tagen vor der Konferenz unter anderem so: „Bitte, Herr, führe im Leben dieser Frauen Situationen herbei, die sie verzweifelt nach Dir fragen lassen.“
Ich weiß nicht, welche Situationen das sind, aber wenn ich die Frauen am ersten Abend der Konferenz sehe, erzähle ich ihnen, was ich gebetet habe, und manche von ihnen schauen mich dann mit großen Augen an, als ob sie sagen wollten: „Ach, du bist dafür verantwortlich, was mir diese Woche passiert ist! Wegen dir war diese Woche eine einzige Katastrophe.“
Ich sage dann, dass ich die Schuld dafür nicht auf mich nehme, aber wenn Gott deine Aufmerksamkeit erlangt und dich durch deine Lebensumstände, so hart sie auch sein mögen, durstig nach ihm macht, dann ist das eine gute Sache.
Alles, was mich nach Gott verlangen lässt, ist ein Segen. Alles, was mich dringend nach ihm fragen lässt; alles, was mich an das Ende meiner eigenen Möglichkeiten, meiner eigenen Kraft und Ideen bringt, das ist eine gute Sache.
Danke Gott, wenn er Umstände in deinem Leben zulässt, durch die du Gott dringend benötigst. Ja, und dann suchen wir den Herrn auch eifrig, mit Fleiß!
Suche ihn ernsthaft, nicht nur mit Freude und Verzweiflung, sondern mit Fleiß! Hebräer 11 sagt uns, dass Gott diejenigen belohnt, die ihn aufrichtig suchen (Vers 6, NGÜ). Mit dem Wort „aufrichtig“ ist hier „ein besonderer Krafteinsatz“ gemeint.
Also den Herrn „aufrichtig“ suchen. Das ist ein intensiver Aufwand, nicht bloß ein gelegentlicher Blick in Gottes Richtung, etwa so: „O Herr, es wäre wirklich schön, wenn Du uns erwecken würdest.“ Nein, hier ist gemeint, Gott fleißig zu suchen!
Das erinnert an den Abschnitt in Lukas 15, wo Jesus über Dinge und Menschen spricht, die verloren gegangen waren und, wo ihre Besitzer anfingen, sie zu suchen.
In Vers 8 sagt er: „Oder welche Frau, die zehn Drachmen hat, zündet nicht, wenn sie eine Drachme verliert, ein Licht an und kehrt das Haus und sucht mit Fleiß, bis sie sie findet?“
Ja, und dann auch der Aspekt der Entschlossenheit. Jesus sagt in dem Abschnitt: „Die Frau sucht mit Fleiß“. Wie lange? „Bis sie sie findet.“ Ja, bis sie sie findet.
Denn wenn wir mit Entschlossenheit suchen, dann hören wir nicht eher auf, bis wir gefunden haben, was wir suchen. Wir sind beharrlich. Wir bleiben dran. Wir bedrängen den Herrn und beten: „Herr, ich gebe nicht auf, bis Du kommst und uns in Erweckung begegnest.“
Die Schrift sagt: „Fragt nach dem HERRN [...]! Sucht sein Angesicht beständig“ (Psalm 105,4 ELB). Ihn zu suchen ist keine einmalige Erfahrung. Erweckung ist keine einmalige Erfahrung. Es ist ein Lebensstil. Suche den Herrn beständig!
Also suchen wir, doch wen suchen wir? Eine der Bedingungen für Erweckung, die der Herr in dem bekannten Vers in 2. Chronik 7,14 nennt, ist, dass wir sein Angesicht suchen.
„Sucht mein Angesicht!“ Das bedeutet, dass wir mehr ihn suchen als seine Gaben; mehr ihn, als alles, was er für uns tun kann, mehr ihn, als seine Segnungen, mehr ihn, als Veränderung bei den Menschen um uns herum.
Möchtest du ihn, oder möchtest du einen guten Ehemann und eine glückliche Ehe? Nun, du magst sagen: „Ich hätte gerne beides.“ Ich sage dir, wenn du ihn, den Herrn, erst gefunden hast, hast du alles, was du für dein Wohl und dein Glück brauchst.
Such den Herrn. Suche sein Angesicht. Wir sind ja alle Suchende. Wir alle setzen unsere Zeit, Energie und Kraft ein, um nach einer oder mehreren Sachen zu suchen und zu streben. Wir streben nach den Dingen, die am meisten für uns zählen, nach dem, was wir wirklich wollen.
Ja, danach streben wir. Ich weiß, dass viele unserer Hörerinnen einen Partner suchen. Oder auch Glück, Beziehungen, Freundschaft, Geld; sie suchen eine bestimmte Position, Anerkennung.
Was suchst du? Jesus sagte in Matthäus 6: „Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? oder: Was werden wir trinken? oder: Womit werden wir uns kleiden? Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden [...]“ (Verse 31-32).
Danach trachten sie also. Heißt das, dass diese anderen Dinge unwichtig sind? Dass es nichts ausmacht, wenn man nichts zu essen, nichts anzuziehen oder zu trinken hat?
Es bedeutet nicht, dass sie nichts ausmachen, doch Jesus sagt: „[...] aber euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles benötigt“ (Vers 32). Der Punkt ist hier also nicht, dass sie nicht wichtig wären. Der Punkt ist, dass sie nicht das Wichtigste sind.
Dies sind nicht die Dinge, nach denen wir in erster Linie trachten sollen. Sie sollen für uns nicht im Mittelpunkt stehen. Also, was sagt Jesus, wonach sollen wir trachten? „Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit“. Und all das andere, was ihr braucht? „So wird euch dies alles hinzugefügt werden“ (Vers 33).
Du bekommst, was du brauchst. Alles, was du nötig hast, ist in dem Paket, wenn du ihn findest. Wonach trachtest du also? Was ist wirklich bedeutend für dich? Worin investierst du deine Zeit, deine Kraft und deine Mittel?
Und an wen wendest du dich? Wir suchen Hilfe, Wegweisung, Rat und Unterstützung oft bei den Menschen um uns herum; bei Freunden, Familienangehörigen, Pastoren, Seelsorgern, Therapeuten, manchmal auch in Büchern oder anderen Quellen oder bei Konferenzen.
Aber fragst du zuallererst den Herrn? Ich möchte dich ermutigen, während der Dauer dieser Podcast-Reihe den Herrn anzurufen. Das kann bedeuten, dass du zu manchen anderen Dingen „Nein“ sagen musst – auch zu guten Dingen.
Es kann auch heißen, dass du weniger Zeit mit Fernsehen verbringst, mit deinem Lieblingsprogramm, weniger Zeit vor dem Computer. Vielleicht auch weniger Zeit mit Computerspielen, mit dem Surfen im Internet, vielleicht weniger Zeit mit Romanen oder am Handy.
Es kann heißen, dass du morgens früher aufstehen musst. Ich sage dir nicht, wann die richtige Zeit ist; ich sage nur, frage den Herrn: „Was heißt es, Herr, für mich, Dich in der nächsten Zeit von ganzem Herzen zu suchen?“
Höre also nicht auf, auch wenn du den Kurs kennst. Es könnte sein, dass Gott dich als Werkzeug der Erweckung im Leben anderer gebrauchen möchte, um sie zu ermutigen, ihn zu suchen.
Lea: Wow, ob dein Leben am Ende dieser Sendereihe noch dasselbe sein wird wie jetzt? Oder wirst du dann erstaunt feststellen, dass du tatsächlich im Glauben gewachsen bist?
Wir hoffen und beten, dass du Gott dann näher sein wirst als zu Beginn und dass du ihn mit dieser Sehnsucht suchst, von der Nancy gerade gesprochen hat.
Und es gibt mehrere Möglichkeiten, wie du das tun kannst.
Eine davon ist zum Beispiel, das Kursbuch Neu belebt von Ihm - Seeking Him durchzugehen. Den Link zum Kurs findest du unter dem Podcast. Im Kurs findest du zwölf Lektionen mit jeweils fünf Unterthemen, die dich zum Nachdenken anregen und herausfordern werden.
Neben der Bearbeitung der Lektionen, kannst du dir diese Podcastreihe anhören, um jeden Tag noch tiefer in die Lektion einzusteigen.
Vielleicht hast du ja sogar die Möglichkeit, den Kurs nicht allein, sondern mit einer Freundin oder anderen zusammen in einer Kleingruppe zu bearbeiten.
Aber bitte meine Liebe, betrachte den Kurs durchzugehen oder den Podcast dazu zu hören, nicht einfach als eine Fleißaufgabe oder als einen weiteren Punkt auf deiner geistlichen To Do-Liste.
Nimm es lieber als eine tägliche Möglichkeit wahr, die Verbindung mit Gott zu suchen. Als ich den Kurs das erste Mal gemacht habe, habe ich ihn für meine Stille Zeit genutzt. Zu dem Zeitpunkt war es mir einfach nicht möglich, einem Bibelleseplan zu folgen und den Kurs zu machen. Und ich brauchte jeden Tag etwas Zeit, die Fragen auf mich wirken zu lassen und das anzunehmen, was der Herr mir über mein Herz zeigt.
Vielleicht ist dein Leben gerade aber auch so voll, dass du nicht dazu kommst, den Kurs zu bearbeiten. Dann hör dir den Podcast an und verbring danach Zeit im Gebet, um auf das Gehörte vor dem Herrn zu reagieren.
Heute haben wir wirklich oft die Worte „persönliche Erweckung“ benutzt. Vielleicht ist dir dieser Ausdruck nicht allzu sehr vertraut. In unserer nächsten Sendung von Belebe unsere Herzen unter dem Titel Warum sollen wir Gott suchen? erfährst du mehr darüber, was Erweckung ist und was sie nicht ist.
Zum Abschluss möchte Nancy noch mit uns beten.
Nancy: Herr, wir kommen zu Dir und möchten Dir sagen: Wir wollen Dich von Herzen suchen. Wir wollen Dein Angesicht suchen. Bitte zeig uns, dass wir so dringend auf Dich angewiesen sind und hilf, dass wir Dich mit Fleiß und Entschlossenheit suchen. Und schenke uns bitte auch diese Freude und das Glück, wenn wir Dich von Herzen suchen.
Danke für Dein Versprechen, dass wenn wir Dich suchen, Du unsere Herzen neu belebst. In Jesu Namen. Amen.
Lea: Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
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