Marie Falk: Wie viel solltest du deinem Ehemann über deine Vergangenheit erzählen? Solltest du ihn nicht vor dem Schmerz schützen? Hier ist Judy Starr.
Judy Starr: Wenn wir sagen, dass wir unsere Ehemänner vor unserer Vergangenheit schützen wollen, dann geht es eigentlich darum, uns selbst zu schützen. Denn wenn wir untreu waren oder in der Vergangenheit unmoralisch gehandelt haben, haben wir unseren Ehemann längst verletzt. Also schützen wir uns eigentlich nur selbst.
Eine Ehe kann die Intimität, die Gott sich wünscht, nur dann erreichen, wenn sie auf Ehrlichkeit und Transparenz basiert.
Marie: Willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Wir befinden uns am Ende von Woche 10 unserer aktuellen Podcast-Serie „Seeking Him – Neu belebt von Ihm“. In dieser Reihe stellt Nancy jede Woche ein Merkmal persönlicher Erweckung vor. Heute geht es noch einmal um sexuelle Reinheit. Für jüngere …
Marie Falk: Wie viel solltest du deinem Ehemann über deine Vergangenheit erzählen? Solltest du ihn nicht vor dem Schmerz schützen? Hier ist Judy Starr.
Judy Starr: Wenn wir sagen, dass wir unsere Ehemänner vor unserer Vergangenheit schützen wollen, dann geht es eigentlich darum, uns selbst zu schützen. Denn wenn wir untreu waren oder in der Vergangenheit unmoralisch gehandelt haben, haben wir unseren Ehemann längst verletzt. Also schützen wir uns eigentlich nur selbst.
Eine Ehe kann die Intimität, die Gott sich wünscht, nur dann erreichen, wenn sie auf Ehrlichkeit und Transparenz basiert.
Marie: Willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Wir befinden uns am Ende von Woche 10 unserer aktuellen Podcast-Serie „Seeking Him – Neu belebt von Ihm“. In dieser Reihe stellt Nancy jede Woche ein Merkmal persönlicher Erweckung vor. Heute geht es noch einmal um sexuelle Reinheit. Für jüngere Kinder ist die Sendung womöglich nicht geeignet.
Gestern haben wir mit einem Lebensbericht von Judy Starr angefangen und wir endeten damit, dass sie vor der Entscheidung stand, ob sie ihren Ehemann für einen Schiffskapitän in den sie sich verliebt hatte, verlassen würde. Hören wir also rein, wie es weiterging.
Nancy DeMoss Wohlgemuth: Es besteht kein Zweifel, dass wir in einer gefallenen, kaputten Welt leben und dass wir Sünder sind, die Gottes Gnade dringend brauchen. Aber wir vermasseln es. Laut dem Jakobusbrief sind wir alle Sünder. Wir alle sündigen oft.
Aber ich bin so dankbar – du nicht auch? – dass Gott ein Gott der Gnade ist. Dass er ein Gott ist, der erlöst und der die Kraft hat, in die ausweglosen und verzweifelten Situationen unseres Lebens neue Hoffnung zu bringen.
Judy Starr: Oh, ich preise Gott jeden Tag für seine Gnade in meinem Leben!
Nancy: Danke, Judy, dass du deine Geschichte geteilt hast, und das nicht nur für unsere Hörer bei Belebe unsere Herzen. Du hast auch so ein gutes Buch geschrieben mit dem Titel The Enticement of the Forbidden (zu deutsch: Die Verlockung des Verbotenen). Du erzählst darin deine Geschichte, aber zeigst auch Gottes Perspektive dazu auf.
Gott hat unsere gemeinsame Freundin Holly Elliff, die heute mit uns hier ist, gebraucht, um dich aus Gefahr und Not zu retten. Holly, danke, dass du die Art von Freundin bist, die wir alle als Frauen brauchen.
Holly Elliff: Na ja, ich hatte auch schon Frauen in meinem Leben, die genau das für mich getan haben.
Nancy: Jede Frau braucht das. Und dich hat Judy angerufen. Judy hatte jahrelang eine enge Beziehung zu dir, wo sie dir erzählte, wie es ihr ging und sich dir gegenüber verantwortete. Und du kanntest Judy schon, als sie noch jung im Glauben war.
Nur zur Erinnerung: Judy war glücklich verheiratet und im vollzeitlichen Dienst. Sie fühlte sich zu einem Mann hingezogen, einem Schiffskapitän, der nicht ihr Ehemann war.
Judy, nach einem Telefongespräch mit diesem Kapitän wusstest du nicht mehr, ob du bei ihm auf dem Schiff in der Karibik bleiben oder zurück nach Kalifornien zu deinem Ehemann Stottler gehen solltest. Nach deiner eigenen Aussage warst du zu dem Zeitpunkt verwirrt, verblendet, durcheinander und töricht. Dann hast du zum Telefon gegriffen, wie du in der letzten Folge erzählt hast, und hast deine Freundin Holly Elliff angerufen.
Wir haben darüber gesprochen, welche Dosis Wahrheit – eigentlich eine Mega-Dosis – Holly dir in diesem Gespräch gegeben hat. Ich war besonders beeindruckt von einem zentralen Punkt, den sie nannte – nämlich wie wichtig Versprechen oder Gelübde sind. Warum hat dich das so tief getroffen?
Judy: Für mich ist mein Wort eine Verpflichtung. Wenn ich etwas verspreche, halte ich es auch. Denn wenn man meinem Wort nicht trauen kann, kann man auch mir nicht trauen. Ich hatte völlig vergessen, dass ich Gott und meinem Mann ein Versprechen gegeben hatte.
Während ich mich um diese Beziehung bemühte, völlig verwirrt und mit einem verhärteten Herzen, schien dieses Versprechen gar nicht zu existieren. Mein Versprechen war natürlich, meinem Mann und dem Herrn für den Rest meines Lebens treu zu bleiben und meinen Mann über alles zu schätzen.
Holly: Tatsächlich hatte Judy viele Jahre zuvor, als jüngere Frau, ein Gelübde vor Gott abgelegt, weil sie in der Vergangenheit mit Unmoral zu kämpfen hatte. Sie hatte es aufgeschrieben, datiert und unterschrieben – und mir gegeben. Ich bewahrte es auf, und bei unserem Telefongespräch konnte ich Judy fragen: „Judy, erinnerst du dich an den Brief, den ich in meinen Unterlagen habe?“
Das Interessante daran war, dass Judy anfing, mit mir darüber zu diskutieren, ob das Gelübde in ihrer aktuellen Lage überhaupt noch eine Rolle spielte.
Judy: Das stimmt. Es ist erstaunlich, wie verblendet und verhärtet ein Herz sein kann, wenn man sich von Gottes Willen entfernt. Und wie du schon sagtest, Holly – plötzlich sieht Schwarz wie Weiß aus und Weiß wie Schwarz.
Holly: Jakobus 1,14 beschreibt genau diesen Prozess: Erst geben wir der Begierde nach, dann gebiert die Begierde die Sünde. Wenn die Sünde dann wächst und sich entfaltet, verzehrt sie uns und führt letztendlich zum Tod. Und genau in diesem Strudel befand sich Judy.
Nancy: Judy, aber Gott hat genau diese Erinnerung an dein früheres Gelübde und an dein Eheversprechen genutzt, um dich an diesen Wendepunkt zu bringen.
Judy: Das stimmt. Das war der Wendepunkt. Als wir nach dem Gespräch auflegten, wusste ich, dass die Entscheidung gefallen war, denn ich hatte sie damals schon getroffen. Wie ich in meinem Buch schreibe: „Es war eine beschlossene Sache“.
Sie war fünfeinhalb Jahre zuvor besiegelt worden, als ich Stottler mein Leben versprach. Und eigentlich, wie Holly mich erinnerte, sogar noch früher, als ich Gott versprochen hatte, niemals eine Beziehung außerhalb seines Willens einzugehen.
Als ich auflegte, wusste ich: Auch wenn es sich anfühlte, als würde mein Herz zerreißen, musste ich mein Versprechen vor Gott halten. Ich musste nach Hause zurückkehren und den Kapitän endgültig loslassen.
Holly: Das ist so wichtig, Judy, denn ich spreche so oft mit Frauen, die vor dieser Entscheidung stehen, ob sie umkehren und Buße tun oder doch ihrem Herzen folgen sollen.
Was ist passiert, nachdem du aufgelegt hast? Was hat dich zu Stottler zurückgeführt?
Judy: Nun, mich an die Gelübde zu erinnern, war für mich ein entscheidender Punkt. Aber ich denke auch, dass du mich in unserem Gespräch daran erinnert hast, was Satan in unserem Leben tut, wie er uns täuscht und dass er sich als Engel des Lichts verkleidet, wie die Bibel sagt. Doch er will nur stehlen, töten und unser Leben zerstören.
Ich begann mich zu fragen: „Warum sollte ich mich auf etwas einlassen, das mich nur zerstören will?“ Sein einziges Ziel ist es, mein Leben zu zerstören.
Ich begann, über Gottes Absichten für mein Leben nachzudenken. Seine Gedanken für mich waren in dem Moment zwar wirklich schmerzhaft, und meine Gefühle machten nicht mit – ich wollte nicht gehen, ich wollte den Kapitän nicht verlassen, ich wollte nicht zu meinem Mann zurückkehren. Aber Gottes Wege sind am Ende immer die besten und alles, was er für mich möchte, dient zu meinem Besten und zu seiner Ehre.
Es war also eine Entscheidung meines Willens gegen meine Gefühle – dafür, das Richtige zu tun und dafür, was am Ende gut für mein Leben sein würde.
Nancy: Du bist also in ein Flugzeug gestiegen und zurück nach Kalifornien geflogen, aber nicht mit Begeisterung, sondern schweren Herzens.
Judy: Oh, es war, als wäre ich in einer dunklen Wolke gefangen, und mein Herz war schwer wie Blei. Körperlich ging es mir miserabel, aber ich wusste im Kopf und tief in meinem Inneren, dass ich das Richtige tat.
Nancy: Wenn Gehorsam bedeutet, gegen das zu handeln, was unsere Gefühle uns unüberhörbar einreden wollen, müssen wir uns an diese wichtige Wahrheit erinnern: Wenn ich ein Kind Gottes bin, kann ich mich immer entscheiden, Gott zu gehorchen – egal, was meine Gefühle sagen. Denn manchmal sagen mir meine Gefühle: „Ich schaffe es nicht, das Richtige zu tun!“
Aber Tatsache ist, die Wahrheit ist – und die Wahrheit macht uns frei – wir können uns entscheiden, Gott zu gehorchen. Judy, du hast das Richtige getan, indem du dich auf den Heimweg zu deinem Mann gemacht hast und, wie du sagtest, die Beziehung zum Kapitän beendet hast.
Und mir gefällt, dass du dieses Wort hinzugefügt hast: endgültig.
Judy: Das stimmt.
Nancy: Es war vorbei. Erledigt. Ende. Das war's. Und dann hast du dich physisch wieder deinem Zuhause zugewandt und darauf vertraut, dass Gott sich zu seiner Zeit und auf seine Weise um dein Herz und deine Gefühle kümmern würde.
Holly: Und so wie es eine Weile gebraucht hatte, bis Judy an dem Punkt war, an dem sie in dieser Beziehung bleiben wollte, so war es ein Prozess und ein Kampf, da wieder herauszukommen.
Judy: Ganz genau. Untreue, egal ob emotional oder körperlich, ist etwas, aus dem man erst nach einem längeren Prozess wieder herauskommt. Es ist, als müsste man von einer Sucht loskommen, denn wenn das Herz so sehr an eine andere Person gebunden ist, tut man alles, um mit ihr zusammen zu sein – selbst wenn man dabei völlig unvernünftige Entscheidungen trifft.
Ich wusste also, dass ich den Kontakt zu dem Kapitän endgültig abbrechen musste. Denn wenn ich damit weitergemacht hätte, hätte ich die Sucht nur noch genährt.
Holly: Ich kann mich erinnern, wie Judy und ich diskutiert haben, ob E-Mails und Briefe auch als Kontakt gelten.
Nancy: Und wie war die Antwort?
Holly: Die Antwort war: Nein, das geht nicht.
Nancy: Das ist nicht möglich.
Holly: Damit würdest du wieder eine Grenze überschreiten, von der Gott sagt: „Geh diesen Weg nicht.“
Nancy: Halte dich so weit wie möglich davon fern.
Holly: Fliehen, das bedeutet, dass man die entgegengesetzte Richtung einschlägt.
Nancy: Und diese entgegengesetzte Richtung war dein Zuhause. Jetzt bist du also wieder in Kalifornien. Dein Mann hatte so gut wie nichts von der Sache mitbekommen?
Judy: Ich rief ihn aus der Karibik an und sagte, dass ich nach Hause komme. Ich berichtete nur ein bisschen von dem, was passiert war. Als ich nach Hause kam, schüttete ich ihm mein Herz aus und sagte ihm, wo ich emotional stand, weil ich wusste, dass unsere Beziehung Ehrlichkeit brauchte. Ohne Ehrlichkeit würde die Grundlage für unsere Beziehung fehlen.
Nancy: Das muss sehr schmerzhaft für Stottler gewesen sein.
Judy: Ja, es war schmerzhaft. Er war sehr verletzt und sehr überrascht. Wir haben geweint und gebetet und dann noch mehr geweint. Aber ich war entschlossen, alles zu tun, um die Beziehung wieder aufzubauen.
Als Erstes war es nötig, meine Beziehung zum Herrn wiederherzustellen. Wenn ich die richtigen Entscheidungen für Stottler und unsere Ehe treffen wollte, musste die Kraft des Heiligen Geistes wieder in mir wirken – in einem Herzen, das jetzt erneut empfänglich für den Herrn und seinen Geist war.
Nancy: Judy, manche Leute – und darunter auch wohlmeinende Seelsorger und Lehrer – würden sagen: „Die Wahrheit zu sagen kann mehr Schaden anrichten, als die Vergangenheit auf sich beruhen zu lassen.“
Judy: Es ist interessant. Wenn wir sagen, dass wir unsere Ehemänner vor unserer Vergangenheit schützen wollen, dann geht es eigentlich darum, uns selbst zu schützen. Denn wenn wir untreu waren oder in der Vergangenheit unmoralisch gehandelt haben, haben wir unseren Ehemann längst verletzt. Also schützen wir uns eigentlich nur selbst.
Keine Ehe kann die von Gott gewollte Intimität erreichen, wenn sie nicht auf Ehrlichkeit und Transparenz aufgebaut ist. Ich habe mir darum vorgenommen, keine Geheimnisse zu haben. Denn wenn ich denke, dass ich in der Vergangenheit mit etwas davongekommen bin, wovon niemand etwas wusste, dann ist die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass ich es in Zukunft wieder tue.
Aber nachdem ich Stottler alles erzählt habe, weiß er jetzt, dass ich für diese Art von Versuchung anfällig bin. Er ist sich dessen jetzt sehr bewusst. Wenn ich anfange, Zeit mit einem anderen Mann zu verbringen oder mich zu jemandem hingezogen fühle, wird er sofort hellhörig. Und ich schätze das sehr. Ich brauche diesen Schutz.
Nancy: Ich glaube, es ist bei ihm kein Anzeichen von Misstrauen, sondern er will für dich beten und dir geistlichen Schutz bieten.
Judy: Ganz genau.
Holly: Was ich an Judy bewundere, ist, dass sie Unehrlichkeit in ihrem Leben nicht dulden kann. Weil sie sich entschieden hat, ehrlich zu sein, konnte Satan in diesem Bereich ihres Lebens keinen Fuß mehr in die Tür bekommen.
Nancy: Judy, wie war es, als du zu deinem Mann zurückgekehrt bist? – Du hast ihm deine Sünde bekannt, denn dir war klar: „Ehrlich währt am längsten.“ Dein Mann war freundlich; er war verletzt, aber er hat dir vergeben, und ihr habt begonnen, eure Ehe wieder aufzubauen.
Aber deine Gefühle für den Kapitän auf dem Schiff in der Karibik waren nicht sofort verschwunden, oder?
Judy: Nein, überhaupt nicht. So wie es Zeit brauchte, bis diese Gefühle entstanden, brauchte es auch Zeit, um von ihnen zu heilen. Das Erste, was ich tun musste, war, den Kontakt zu ihm komplett abzubrechen – und das habe ich sofort gemacht.
Nancy: Und du meinst, jeglichen Kontakt?
Judy: Ich meine jeglichen Kontakt – E-Mails, Anrufe, Briefe, alles.
Nancy: Das ist ein wichtiger Punkt, denn ich weiß, dass viele Leute sagen: „Wir können ja trotzdem Freunde bleiben.“ Die Antwort darauf ist: „Nein, könnt ihr nicht.“ Du musst den Kontakt komplett abbrechen. Jesus sagte, wenn deine rechte Hand dich zur Sünde verführt, dann hau sie ab (siehe Matthäus 5,30 NeÜ). Damit meinte er: „Geh schonungslos, gründlich und entschlossen gegen alles vor, was für dich ein Anlass zur Sünde sein könnte.“
Holly: Wisst ihr, wenn dieser Typ in der Karibik ist, ist das eine Sache. Aber wenn er ein Arbeitskollege ist, dann können drastische Schritte nötig sein, um den Kontakt wirklich abzubrechen.
Judy: Genau. Man muss bereit sein, alles Nötige zu tun, um vor Gott rein zu bleiben und der eigenen Ehe Priorität zu geben.
„Alles Nötige“ kann bedeuten, dass man seinen Job wechseln muss. Aber meine Ehe muss Vorrang haben – vor meiner Arbeit und vor allem, was die Ehe gefährden könnte.
Ich darf also darauf vertrauen, dass Gott meine Entscheidung segnet. Wenn es scheint, dass ich es nie schaffen werde, mit dieser Beziehung richtig umzugehen, muss ich aus der Situation raus. Entweder muss ich Gott bitten, mir eine andere Stelle zu geben oder mich anderweitig zu versorgen.
Nancy: Wenn du das Vertrauen in deiner Ehe wieder aufbauen willst, darfst du dir kein Hintertürchen offenhalten. Es darf keinen Kontakt mehr zu der Person geben, zu der du dich hingezogen gefühlt hast. Das ist ein ganz wesentlicher Schlüssel, um das Vertrauen in deiner Ehe wieder aufzubauen.
Aber auch wenn in der Ehe nie ein Vertrauensbruch passiert ist, sind Schutzmaßnahmen nötig. Was kann eine Frau tun, um ihre Ehe und ihre Beziehung zu Gott zu schützen?
Judy: Es gibt eine Sache, die ich unsichtbare Mauer nenne. Das bedeutet: Ich gebe einem Mann nie ein Anzeichen dafür, dass er denken könnte, ich wäre offen für mehr.
Das heißt, ich bespreche keine persönlichen Dinge mit ihm. Ich bringe mich nie in eine Situation, in der ich mit einem anderen Mann allein bin. Manche sagen jetzt vielleicht: „Das ist unmöglich, weil ich mit diesem Mann beruflich direkt zusammenarbeite.“
Wir sind unglaublich kreativ, wenn wir nach Wegen suchen, um zu sündigen. Aber wenn wir wirklich entschlossen sind, heilig vor dem Herrn zu leben, können wir genauso kreative Wege finden, mit solchen Situationen umzugehen.
Du kannst immer einen Mitarbeiter dazuholen – genau das habe ich bei dem Kapitän nicht getan. Ich hätte immer jemanden dabei haben können, wenn wir arbeiteten und uns unterhielten. Du kannst immer jemanden dazuholen. Solche Maßnahmen sind sehr wichtig, um unsere Ehen zu schützen.
Nancy: Wir Frauen können diese unsichtbare Mauer entweder hochziehen oder sie abreißen. Es gibt so viele Möglichkeiten, Verfügbarkeit zu signalisieren, ohne auch nur ein Wort zu sagen.
Judy: Oh, das ist wahr. Ein langer Blick, ein Zwinkern, intensiver Blickkontakt – all das signalisiert einem Mann, dass wir verfügbar sind, und er versteht das sofort. Ganz zu schweigen davon, wie wir uns anziehen. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie viele christliche Frauen sich gar nicht bewusst sind, dass durch ihre Weise, sich zu kleiden, Männer angezogen werden.
Nancy: Wir müssen darauf achten, erst gar nicht in heikle Situationen zu geraten. Als Frau im vollzeitlichen Dienst arbeite ich mit vielen Männern zusammen. In unserem Team gibt es viele Männer. Es macht zusätzlichen Aufwand nötig und manchmal auch schwierige Entscheidungen, um diese kompromittierenden Situationen zu vermeiden. Das erfordert zuweilen etwas Kreativität – und manchmal kostet es auch mehr Geld.
Judy: Worauf es ankommt, Nancy, ist, dass man sich im Voraus entschieden hat, bevor solche Situationen überhaupt entstehen. Denn wenn so eine Situation dann eintritt, bleiben wir einfach darin, wenn wir nicht vorher festgelegt haben, wie wir damit umgehen wollen.
Nancy: Okay, was ist mit dem ganzen Bereich des Internets? Ich sehe immer wieder, wie Frauen davon angezogen werden. Sie sehnen sich nach Beziehung, tiefgehenden Gesprächen. Hast du erlebt, dass Frauen sich durch Chatrooms, E-Mails und Nachrichten in Gefahr bringen?
Judy: Oh, auf jeden Fall. Ich habe tatsächlich zwei Freundinnen, die Männer in einem Chatroom kennengelernt haben. Sie dachten ganz arglos: „Ich brauche einfach jemanden zum Reden.“ Dann haben sie angefangen, ihr Herz auszuschütten, persönliche Dinge zu erzählen und bekamen positives Feedback – da war ein Mann, der sich für all ihre persönlichen Probleme interessierte.
Am Ende verließen beide ihre Ehemänner, und dann funktionierte die neue Beziehung nicht. Aber da war es zu spät, und die Ehe war am Ende.
Nancy: Meistens funktioniert es nicht. Denn das, was man in einem Chatroom sieht, ist etwas anderes, als wenn man mit dieser Person zusammenlebt.
Judy: Oh, es ist doch von Anfang an eine Fantasiewelt, weil man nur das Beste von sich schreibt. Man zeigt sich im Internet von seiner besten Seite, als Superwoman. Aber das sind wir nicht.
Holly: Ich glaube, das Ganze ist so gefährlich, weil man es in den eigenen vier Wänden tun kann. Es schafft eine Situation, in der man niemandem rechenschaftspflichtig ist.
Es ist ja nicht so, als würden wir in einem Buchladen ein nicht jugendfreies Buch kaufen, wo uns jemand sehen könnte, sondern wir sind in der Privatsphäre unserer eigenen Wohnung. Wenn nicht jemand den Browserverlauf überprüft, weiß keiner, auf welchen Seiten wir unterwegs waren.
Judy: Genauso gefährlich wie Chatrooms sind E-Mails und Nachrichten. Wie du schon sagtest, Nancy, du arbeitest in einem christlichen Werk mit Männern zusammen. Ich auch, und es ist sehr leicht, allein durch E-Mails eine etwas persönlichere Beziehung zu Männern zu entwickeln, mit denen man die ganze Zeit arbeitet.
Nancy: Aber weißt du, ich habe festgestellt, dass man das vermeiden kann, wenn man einen Schutzwall hat und Grenzen zieht. Ich habe einen Grundsatz – und die Männer, mit denen ich arbeite, wissen das: Ich schreibe nichts Persönliches per E-Mail. Bei mir gehen im Schnitt täglich etwa 60 bis 100 E-Mails raus, die fliegen also nur so dahin. Wir kommunizieren viel über E-Mails.
Und wenn doch mal persönliche Dinge vorkommen – und ich meine gar nicht Beziehungsthemen, einfach Familienangelegenheiten – dann gibt es eine einfache Regel: Dann setze ich die Ehefrau bei den Mails in Kopie. Wenn ich weiß, dass die Ehefrau die Mail auch lesen wird, die ich gerade schreibe, dann achte ich darauf, angemessen zu schreiben. Das ist ein Schutzwall für mich.
Judy: Genau. Stottler ist auch immer im Verteiler, wenn ich einem anderen Mann schreibe. Und ich habe festgestellt: Immer wenn ich beim Schreiben das Gefühl habe: „Das sollte Stottler lieber nicht sehen“, weiß ich, dass es falsch ist. Dann lösche ich es sofort, denn ich will es gar nicht abschicken.
Holly: Judy macht das so gut. Sie hat mich schon öfters angerufen und gesagt: „Ich muss geschäftlich mit diesem Mann zusammenarbeiten, aber ich fühle mich mit dieser Art von Austausch nicht wohl, und ich möchte, dass du das weißt. Ich will ehrlich zu Stottler sein und zu dir. Bitte bete für mich, dass ich weise handle.“
Ich glaube, weil sie ihre frühere Anfälligkeit kennt, ist sie in diesem Bereich heute eine weise Frau. Sie ist das Gegenteil von der Frau in Sprüche 7, die töricht ist. Sie hat ein feines Gespür dafür entwickelt, wenn eine Situation gefährlich werden könnte.
Nancy: Das Besondere ist, dass Judy diese Aufmerksamkeit früher nicht hatte. Darum kam sie ja auch erst in die Situation. Aber das Schöne an der Geschichte ist, dass man die richtigen Verhaltensmuster in seinem Leben entwickeln kann, auch wenn man es in der Vergangenheit vermasselt hat. Oder – was noch besser ist – ohne solche Erfahrungen zu machen, wie Judy sie durchmachte.
Paulus sagt in Epheser 5: „Es soll nicht einmal den Anschein von Unmoral unter euch geben“ (vergleiche Vers 3). Wie vermeidet man diesen Anschein? Indem man Schutzmaßnahmen ergreift. Man kann sich dafür entscheiden, man kann Grenzen setzen. Ich weiß nicht, welches deine Schutzwälle sein sollten. Und sie müssen nicht genauso aussehen wie bei Holly und mir.
Du musst vor den Herrn treten und sagen: „Mein Weg hinter dir her soll untadelig und rein sein. Ich will meinen Mann so lieben, wie du es willst. Ich möchte, dass unsere Ehe geschützt ist. Herr, was soll ich tun? Welche Schutzmaßnahmen soll ich ergreifen – in meinem Job, beim Schreiben von E-Mails und Nachrichten, an meinem Computer?“
Bedeutet das, dass du den Fernseher abschaffen musst? Wenn das für dich notwendig ist, dann tu es. Bedeutet es, dass du das Internet zuhause abschalten musst? Wenn das notwendig ist, dann tu es.
Es ist jeden Preis wert. Egal, welche Schritte nötig sind – es ist jeden Preis wert, rein vor Gott zu werden und zu bleiben, untadelig und rein.
Marie: Nancy DeMoss Wolgemuth ruft dich dazu auf, Sexualität aus einer biblischen Perspektive zu betrachten. Sie und Holly Elliff sprachen mit Judy Starr.
Judy Starr ist Autorin des Buches The Enticement of the Forbidden, zu deutsch: Die Verlockung des Verbotenen. Darin erzählt Judy von ihrer intensiven Zeit der Versuchung und wie sie sich mit ihrem Ehemann versöhnt und die Beziehung wiederhergestellt hat.
Wenn Gott dein Herz ergreift, wirst du eine neue Leidenschaft für sexuelle Reinheit entwickeln.
Nächste Woche erfährst du mehr über die Kraft, durch die wir Versuchungen widerstehen können. Montag setzen wir die Serie „Seeking Him – Neu belebt von Ihm“ mit dem Fokus auf einem Leben, das vom Geist erfüllt ist, fort. Nancy wird zum Abschluss noch mit uns beten.
Nancy: Herr, wir kommen gemeinsam vor Dich und danken Dir. Ich danke Dir für das, was Du in Judys Leben getan hast, wie Du sie aus dieser Situation gerettet hast. Ich denke an einige Situationen in meinem eigenen Leben zurück, in denen Du mich aus der Versuchung gerettet hast, als ich zu Dir rief, und ebenso hast Du es bei Holly getan.
Herr, wir haben erlebt, dass Deine Gnade so real und überfließend ist, genau was wir brauchen und mehr als das. Du lässt nie zu, dass wir über das hinaus versucht werden, was wir ertragen können, sondern gibst uns mit der Versuchung auch einen Ausweg.
Herr, ich glaube, dass diese Sendung und diese Reihe für einige unserer Hörerinnen der Rettungsring war, den Du ihnen zugeworfen hast, eine Art Fluchtweg.
Ich möchte jetzt beten für Frauen, die gerade mit dem Feuer spielen. Vielleicht steckt so eine Frau in einer emotionalen Affäre und ihr Herz bewegt sich einfach von dir weg. Vielleicht befindet sie sich auch mitten im physischen Ehebruch. Herr, was auch immer die Situation ist, ich bete, dass sie sich vor Dir demütigt.
Ich bete, dass sie ehrlich zu Dir ist und sich verpflichtet, ehrlich zu ihrem Partner zu sein; dass sie Deine Gnade annimmt; dass sie dem Teufel widersteht; dass sie sich Dir unterstellt und sich Dir naht; dass sie ihre Hände reinigt und ihr Herz heiligt. Ich bete, dass sie über ihre Sünde trauert und weint, und Du ihr dann wieder wahre Freude schenkst, die Freude, die durch Gehorsam kommt.
Danke, Herr, dass Du selbst in diesem Moment zerbrochene Leben wieder herstellst und erlöst. Im Glauben wollen wir Dir für die Ehen danken, auf die Du Deine Hand legst, für die Kinder und Enkel, die Segen ernten und ein gottgefälliges Erbe haben werden, weil einige Frauen heute bereit waren zu sagen: „Ja, Herr, was auch immer es kostet, durch Deine Gnade will ich Dir in meinem Herzen treu sein. Ich will meinem Mann treu sein und Dich mit meinem Leben verherrlichen.“ Ich bete in Jesu Namen. Amen.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
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