Marie Falk: Judy Starr hatte sich in einen Schiffskapitän verliebt.
Judy Starr: Eines schönen Tages waren wir allein im Hafen von Guadalupe. Ich gestand ihm einfach, was ich fühlte, und wollte sehen, ob von seiner Seite aus auch Interesse bestand.
Marie: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Wir befinden uns mitten in Woche 10 unserer aktuellen Podcast-Serie „Seeking Him – Neu belebt von Ihm“, in der wir uns mit den Merkmalen persönlicher Erweckung beschäftigen. Diese Woche, ihr wisst es schon, geht es um sexuelle Reinheit. Deshalb ist die heutige Sendung womöglich nicht für jüngere Kinder geeignet.
Wir hören gleich Holly Elliff, sie ist Pastorenehefrau und Mitarbeiterin bei Revive our Hearts. Außerdem Judy Starr. Sie und ihr Mann verbreiten im Rahmen von Cru (früher Campus Crusade for Christ) das Evangelium von Jesus Christus in der ganzen Welt und …
Marie Falk: Judy Starr hatte sich in einen Schiffskapitän verliebt.
Judy Starr: Eines schönen Tages waren wir allein im Hafen von Guadalupe. Ich gestand ihm einfach, was ich fühlte, und wollte sehen, ob von seiner Seite aus auch Interesse bestand.
Marie: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Wir befinden uns mitten in Woche 10 unserer aktuellen Podcast-Serie „Seeking Him – Neu belebt von Ihm“, in der wir uns mit den Merkmalen persönlicher Erweckung beschäftigen. Diese Woche, ihr wisst es schon, geht es um sexuelle Reinheit. Deshalb ist die heutige Sendung womöglich nicht für jüngere Kinder geeignet.
Wir hören gleich Holly Elliff, sie ist Pastorenehefrau und Mitarbeiterin bei Revive our Hearts. Außerdem Judy Starr. Sie und ihr Mann verbreiten im Rahmen von Cru (früher Campus Crusade for Christ) das Evangelium von Jesus Christus in der ganzen Welt und als Autorin warnt Judy ausdrücklich und eindringlich vor den Gefahren sexueller Unmoral. Und natürlich ist auch Nancy DeMoss Wolgemuth dabei und sie macht hier gleich mal den Anfang.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Judy, du hast ein Buch mit dem Titel The Enticement of the Forbidden geschrieben (zu Deutsch etwa: Die Verlockung des Verbotenen). Es handelt von Frauen und sexueller Versuchung, von Frauen und Untreue.
Wenn wir über dieses Thema sprechen, denken manche vielleicht direkt, dass das ein Männerthema, ein Männerproblem ist. Aber es ist nicht mehr nur ein Männerproblem, oder?
Judy: Das stimmt. Wir leben heute in einer Zeit, in der Untreue für Frauen genauso ein Thema ist wie für Männer.
Nancy: Ich erinnere mich an eine Statistik, die besagt, dass fast jeder dritte Besucher von Webseiten für Erwachsene eine Frau ist. Es geht hier auch um das Thema Pornografie. Es ist nicht einfach nur ein Männerproblem.
Judy: Das stimmt. Es ist für die meisten Menschen überraschend, aber das ist wirklich so.
Holly Elliff: Das Erschreckende daran ist, dass die Zahlen für Frauen in den Gemeinden im Grunde dieselben sind wie für die verlorene Welt. Wir sehen das. Als Pastorenfrau erlebe ich das auch in der Seelsorge.
Nancy: Ich denke, dass die meisten verheirateten Frauen in den Gemeinden, die meisten unserer Zuhörerinnen zum Beispiel, wahrscheinlich glauben, dass sie sich nie zu einem anderen Mann hingezogen fühlen und niemals in eine Affäre verwickelt sein werden.
Aber das ist nicht unbedingt der Fall, oder?
Judy: Nein. Ich hätte jedenfalls nie gedacht, dass mir das passieren würde.
Nancy: Und doch ist dir genau das passiert, wie du in deinem Buch sehr ehrlich berichtest.
Judy: Ja, so war es.
Nancy: Du warst fünf Jahre verheiratet, und Gott hat dich mit einem gottesfürchtigen Ehemann gesegnet. Du warst sicher eine von diesen Frauen, die dachten: „Ich würde mich nie zu einem anderen Mann hingezogen fühlen oder mich auf eine Affäre einlassen.“
Judy: Oh, absolut. Ich dachte, das wäre das Letzte, was ich jemals tun würde, weil ich so einen wunderbaren Mann habe. Aber wir waren von einer sehr anstrengenden Reise zurückgekommen, auf der wir an einem Übersetzungsprojekt gearbeitet hatten.
Als wir erschöpft zurückkamen, musste ich direkt das nächste Projekt in Angriff nehmen. Es ging darum, ein Schiffsprojekt zusammenzustellen, bei dem wir den Jesus-Film auf den Karibikinseln zeigen wollten.
Ich arbeitete bis spät in die Nacht an diesem Plan, und da ich spät ins Bett ging, stand ich morgens auch spät auf und fing an, meine Stille Zeit mit dem Herrn schleifen zu lassen.
Wenn das passiert, sind wir nicht mehr so empfänglich für die Führung des Herrn und werden offener für Versuchungen und die Verlockungen des Fleisches.
Nancy: Du bist also körperlich müde, stehst unter Druck, hast viel um die Ohren, verkürzt deine Zeit mit dem Herrn, wirst in geistlicher Hinsicht gleichgültig und befindest dich schließlich in einem Schiffsprojekt, bei dem du mit einem Team den Jesus-Film auf den Inseln zeigen sollst.
Judy: Genau. Als wir in der Karibik ankamen, war ich körperlich erschöpft und geistlich war ich dem Herrn gegenüber verhärtet, weil ich keine Zeit mit ihm verbracht hatte.
Aber kaum war ich auf dem Schiff, merkte ich innerhalb von 48 Stunden, dass es da eine starke Anziehungskraft zwischen dem Kapitän und mir gab. Wir hatten eine Menge gemeinsamer Interessen.
Nancy: Dein Mann war mit dir auf diesem Schiff?
Judy: Ja, genau.
Nancy: Und trotzdem siehst du diesen anderen Mann. War das wie ein Stromschlag, oder wie hast du das erlebt?
Holly: Als würdest du dich zu ihm hingezogen fühlen?
Judy: Genau so war es. Ich fühlte echte Verbundenheit und fand es sehr aufregend, mit ihm zusammen zu sein. Wir hatten so viele gemeinsame Interessen, und er war ein ehemaliger Berufsmusiker – genau wie ich. Er liebte Sport, und ich ebenfalls.
So haben wir angefangen, viel freie Zeit miteinander zu verbringen, uns auszutauschen, zu reden, einander das Herz zu öffnen und über unsere gemeinsamen Interessen zu sprechen.
Holly: Wo war Stottler während dieser ganzen Zeit?
Judy: Stottler war Teil des Projekts, er war direkt an meiner Seite, und er nahm einfach an, dass ich mal wieder jemand Neues kennenlernte, wie das für mich typisch war. Er ist ein sehr vertrauensvoller Ehemann und verstand nicht, wie stark die Verlockung des Verbotenen für mich war.
Holly: Und zu diesem Zeitpunkt hast du wahrscheinlich auch nicht erkannt, wie sehr du in Gefahr warst.
Judy: Nein, das habe ich nicht. Jetzt, im Nachhinein, sehe ich natürlich alle Warnzeichen.
Nancy: Du hast dann allmählich immer mehr Zeit mit dem Kapitän verbracht, ihr habt einfach geredet und euch näher kennengelernt?
Judy: Ja, genau. Wir verbrachten ziemlich viel Zeit allein miteinander. Er war für die Navigation zuständig und ich für die gesamte Reiseroute, also verbrachten wir viel Zeit mit der Planung – und das oft allein. Und wir haben uns auch ein bisschen Zeit für einen Tauchgang genommen.
Nancy: Warte einen Moment. Tauchen? Das hatte doch nichts mit der Arbeit zu tun, oder?
Judy: Nein, wir haben ein bisschen Spaß dazwischengeschoben.
Holly: Judy, haben zu irgendeinem Zeitpunkt bei dir die Alarmglocken geläutet? Gab es irgendwelche inneren Warnsignale?
Judy: Oh, auf jeden Fall. Ich glaube, innerhalb der ersten 48 Stunden, als ich mich zu ihm hingezogen fühlte, gingen bei mir sofort die Alarmglocken an. Ich wusste, dass ich dem nicht nachgehen sollte. Aber mein Herz war geistlich so gleichgültig, und ich war an einem Punkt, an dem ich Gottes Warnzeichen bewusst überging, weil ich keine Zeit mit dem Herrn verbracht hatte.
Holly: Wie hast du das in deinem Kopf vor dir selbst gerechtfertigt, damit es für dich in Ordnung war?
Judy: Ich glaube, ich habe diese Warnzeichen vor allem ignoriert. Ich habe es einfach durchgezogen und dachte mir: „Das wird schon zu nichts führen. Mein Mann ist hier. Es ist nicht gefährlich, wir reden ja nur. Wir haben nichts Falsches getan, also ist es auch kein Problem, diese Freundschaft weiter zu pflegen.“
Aber im Laufe der Zeit begannen sich meine Gedanken und meine Einstellung auch in Bezug darauf zu verändern.
Holly: Und das geschah ziemlich schnell in deinem Kopf und in deinem Herzen.
Judy: Ich würde sagen, ich bin innerhalb von zwei Monaten von „Ich möchte gar nicht, dass hier etwas passiert“ zu „Es wäre eigentlich schön“ übergegangen.
Nancy: Dadurch wurden die Gefühle und die Verbindung, die du zu ihm spürtest, immer intensiver und auch die Fantasiewelt, in der du lebtest.
Judy: Ganz genau. Solange man die Dinge in der Gedankenwelt versteckt hält, kann die Fantasie wachsen, weil man sie nie ans Licht gebracht hat. Man kann sich alle möglichen Szenarien und Wunschvorstellungen ausmalen, weil man in diesem Moment ja noch mit niemandem darüber gesprochen hat.
Ich ließ meinen Gedanken freien Lauf, und sie steuerten direkt auf die Sünde zu.
Holly: Und du hast trotzdem ein normales Leben mit Stottler und in eurem Dienst geführt?
Judy: Ich habe es versucht.
Holly: Zumindest dachtest du das.
Judy: Genau.
Nancy: Wie lange wart ihr auf diesem Schiff?
Judy: Wir waren insgesamt vier Monate auf dem Schiff, aber zwischendurch waren wir immer wieder auch zuhause. Wir pendelten zwischen Kalifornien und der Karibik hin und her. Ich war oft allein auf dem Schiff, aber ich habe nie dort übernachtet, wenn Stottler nicht bei mir war.
Nancy: Wie entwickelte sich also die Beziehung zu dem Kapitän?
Judy: Sie wuchs immer weiter. Wir verbrachten weiterhin Zeit miteinander und irgendwann beschloss ich, ihm meine Gefühle zu gestehen. An einem schönen Tag waren wir im Hafen von Guadalupe allein an Deck.
Ich hatte dafür gesorgt, dass wir alleine waren, und ich gestand ihm einfach, was ich fühlte, und wollte sehen, ob von seiner Seite aus auch Interesse bestand.
Holly: Das geht vielleicht etwas in die Richtung von dem, was Judy in ihrem Buch als „immer am Limit leben wollen“ bezeichnet, immer die Grenzen austesten. Ich weiß das von Judy und ich denke, sie wollte an diesem Punkt mal schauen, was da alles noch so auf sie warten könnte.
Nancy: Du hast also dem Kapitän deine Gefühle offengelegt. Was ist dann passiert?
Judy: Er sagte, dass er mich zu diesem Zeitpunkt wegen meines Mannes für unantastbar hielt. Wenn ich aber jemals verfügbar wäre, könnte er sich vielleicht etwas vorstellen.
Ich fing sofort an, alle möglichen Szenarien durchzuspielen: Was wäre, wenn Gott Stottler zu sich nimmt, wenn er stirbt, wenn wir uns scheiden lassen – was für Möglichkeiten gäbe es dann?
Nancy: Judy, du besteigst also dieses Schiff, und innerhalb von 48 Stunden ertappst du dich dabei, dass du dich zu einem Seemann, diesem Kapitän, emotional hingezogen fühlst, obwohl du glücklich verheiratet bist mit einem gottesfürchtigen Mann im vollzeitlichen Dienst.
Aber es muss ja eine Entwicklung gegeben haben. Du hast diese Gefühle fortlaufend geschürt und genährt, bis du an dem Punkt warst, an dem du ernsthaft darüber nachdachtest, deine Ehe zu beenden, um mit diesem Mann zusammen zu sein. Wie bist du von Punkt A in diese sehr gefährliche Lage geraten?
Judy: Nun, es waren kleine Schritte, kleine Entscheidungen, die ich traf, und ich blendete dabei die Warnzeichen des Heiligen Geistes aus. Zum Beispiel verbrachte ich Zeit allein mit ihm. Als ich diese Anziehung bemerkte, wollte ich mit ihm allein sein, vor allem ohne dass Stottler dabei war.
Ich arrangierte dann Situationen, wo ich Stottler mit dem Filmteam losschickte und sagte: „Ich bin heute Abend zu müde, ich bleibe auf dem Schiff.“ So hatten der Kapitän und ich Zeit, allein zu reden.
Wir sprachen auch über persönliche Dinge wie zum Beispiel unsere Liebe zur Musik und welche Art von Musik uns wirklich berührt – solche Sachen eben.
Wir sprachen über seine Ehe und seine Scheidung. Er hatte schon zuvor eine Scheidung durchlaufen. Und wir sprachen über Situationen in seiner Familie. Durch all diese persönlichen Themen sind wir uns emotional immer näher gekommen.
Wir hatten auch Spaß zusammen. Wir waren zusammen tauchen, und das hat meine Leidenschaft für diesen Mann nur noch mehr entfacht. Mein Mann ist nicht in der Lage zu tauchen, und hier war jemand, mit dem ich das genießen konnte.
Holly: Dein Denken hat sich also nach und nach verändert. Es fing an in dem Moment, als du ihn zum ersten Mal auf dem Schiff sahst und dachtest: „Hey, ist das ein attraktiver Typ!“ Irgendwie wurde dein Herz mit und mit von der Wahrheit, die du kanntest, weggezogen, hin zum Irrtum, in den Satan dich führen wollte.
Judy: Ganz genau. Mit jedem kleinen Schritt fiel es mir leichter, mir mehr auszumalen. Es fing an mit dem Gedanken: „Das ist einfach nur eine nette Freundschaft“. Dann wurde mir klar: „Da ist irgendwie mehr zwischen uns“. Und schließlich konnte ich mir vorstellen, den Rest meines Lebens mit diesem Mann zu verbringen.
Holly: Und was das Ganze so gefährlich macht, ist, dass es so schleichend passiert ist. Es war nicht diese eine große Entscheidung, Gottes Willen zu missachten. Es waren winzige, kleine Schritte, die dein Herz Tag für Tag von der Wahrheit entfernt haben.
Nancy: Ein entscheidender Kampfplatz ist hier unser Denken. Worüber hast du nachgedacht? Ich nehme an, deine Gedanken haben sich immer mehr um diesen Kapitän gedreht. Hattest du eine Art Fantasiewelt im Kopf?
Judy: Oh ja. Ich habe alle möglichen Szenarien durchgespielt. So fing das zwar nicht an, aber je mehr Zeit wir zusammen verbrachten, desto mehr malte ich mir aus, wie es wäre, mit diesem Mann zusammen zu sein und wie wir gemeinsam Sport treiben und die Sonne und das Meer genießen würden – all solche Sachen.
Ich hatte eine komplette Fantasiewelt mit diesem Mann in meinem Kopf.
Nancy: Was passiert, wenn man seinen Gedanken erlaubt, in eine falsche Richtung abzudriften?
Judy: Nun, das hat mein Herz komplett von meinem Mann weggezogen und voll auf den Kapitän ausgerichtet. Am Ende wollte ich einfach beim Kapitän sein und habe fast nichts mehr für meinen Mann empfunden.
Nancy: Judy, das zeigt wirklich die Gefahr, die Tür der Untreue auch nur einen Spaltbreit zu öffnen, wie du es in deinem Buch sagst.
Judy: Ganz genau. Sobald du diese Tür bewusst aufmachst und hineinschaust, ist es, als wäre da ein Raum voller Schlangen – und wenn du den Raum betrittst, wirst du gebissen.
Nancy: Genau davon spricht die Schrift immer und immer wieder. Es stört mich ein bisschen, dass wir das Wort „Affäre“ benutzen, wenn wir über eine unrechtmäßige Beziehung sprechen, denn Affäre klingt so cool, so gepflegt, so spaßig.
Es klingt romantisch, und die Versuchung des Augenblicks erscheint auch oft so romantisch. Wenn es nicht so wäre, warum würden wir dann darauf hereinfallen? Es wirkt tatsächlich verführerisch, doch das ist genau der Gegensatz zwischen Fantasie und Realität.
Die Schrift sagt, dass Gott es ganz anders sieht, wenn wir auf die Verlockung hereinfallen und den Köder schlucken. Was tatsächlich passieren wird, ist nicht das, was uns diese Fantasiewelt vorgaukelt. Die Realität sieht ganz anders aus.
Judy: Ja, wirklich. In den ersten neun Kapiteln der Sprüche beschreibt Gott ausführlich den wirklichen Horror von Untreue – so sieht er das – und wir nennen es eine Affäre. Für Gott ist es, als würden zwei Menschen in die Todeskammer hinabsteigen.
Holly: Die Welt stellt das völlig anders dar.
Judy: Ganz genau. Ich sage immer wieder, ich wünschte, Hollywood würde mal einen Film, basierend auf Sprüche 1-9, drehen. Das wäre ein sehr erschreckender Film über Gottes Sichtweise auf Untreue.
Nancy: Und deshalb lesen wir in Sprüche 6,27-28: „Kann jemand Feuer in seinem Gewand tragen, ohne dass seine Kleider in Brand geraten? Oder kann einer auf glühenden Kohlen schreiten, ohne sich die Füße zu verbrennen?“
Im Kontext geht es darum, was passiert, wenn man mit der Verlockung des Verbotenen spielt. Man öffnet eine Tür. Man schlägt einen Weg ein, von dem die Sprüche sagen, dass er letztlich zu Tod und Zerstörung führt.
Holly: Und das Erstaunliche daran ist, dass du es am Anfang nicht merkst. Du gehst Schritt für Schritt in diese Richtung, ohne zu spüren, dass du in Gefahr bist.
Nancy: Du ahnst nicht, wie es enden wird. Aber wenn du ein Kind Gottes bist, lebt sein Heiliger Geist in dir, und du hast innere Alarmglocken, die zu läuten beginnen, wenn du auf ihn hörst. Wenn du für den Geist empfänglich bist, spürst du: „Das ist nicht gut. Das ist nicht gut. Das ist nicht richtig.“
Ich möchte jetzt endlich sagen, dass Gott dir in seiner Gnade einen Ausweg gezeigt hat. Wir wollen jetzt darüber sprechen, wie dieser Ausweg aussah.
Aber zuerst kamst du einmal an einen Punkt, wo du mit dem Kapitän telefoniertest, du warst gerade für einige Zeit nicht auf dem Schiff, und das Telefongespräch mit dem Kapitän ging über zwei Stunden. Und am Ende dieses Anrufs wusstest du nicht, ob du zu deinem Mann zurückgehen oder mit dem Kapitän auf dem Schiff bleiben solltest.
Judy: Oh, absolut. Ich konnte nicht mehr klar denken – es gab nur noch meine Gefühle, die völlig außer Rand und Band waren.
Nancy: Du legtest auf, und du wusstest wirklich nicht, was du jetzt machen würdest.
Judy: Nein, ich wusste es nicht. Zu dem Zeitpunkt tendierte ich ziemlich stark dahin, in der Karibik zu bleiben.
Nancy: Warst du verrückt?
Judy: Wenn du deinen Gefühlen erlaubst, die Kontrolle zu übernehmen, machst du die verrücktesten Dinge.
Nancy: Ich habe es schon oft gesagt – und ich meine das nicht respektlos – aber Sünde macht uns dumm.
Judy: Das ist wahr.
Nancy: Du hast einen unglaublichen Ehemann. Manche Leute denken vielleicht: „Na ja, vielleicht hatte sie einfach keine erfüllte Ehe“, oder: „Ihr Mann war ein Trottel oder so“.
Das stimmt aber nicht. Ich habe gestern Abend mit dir und deinem Mann zu Abend gegessen, und er ist ein wunderbarer Mann Gottes. Eigentlich kenne ich ihn schon länger als du. Nicht annähernd so gut wie du, aber ich kenne Stottler schon seit vielen Jahren.
Er ist ein gottesfürchtiger Mann; doch in der Torheit deines eigenen Herzens hast du einen Weg eingeschlagen, wo du am Ende bereit warst, deine Ehe aufzugeben, den Dienst hinter dir zu lassen und mit einem braungebrannten Seemann durch die Karibik zu schippern.“
Judy: Das ist doch verrückt, oder?
Holly: Judy wäre die Erste, die zugeben würde, dass es dabei nicht auf ihr Temperament ankam. Sogar wenn sie eher phlegmatisch und nicht so leidenschaftlich wäre, wäre sie trotzdem Schritt für Schritt diesen Weg gegangen, der sie in große Gefahr brachte.
Nancy: Und doch war das, Judy, was du nach dem Telefongespräch mit dem Kapitän getan hast, wahrscheinlich das Klügste in dieser ganzen Geschichte. Du hast erneut zum Telefon gegriffen und hast noch einen Anruf gemacht.
Judy: Ich habe Holly angerufen. Mit Holly habe ich seit vielen Jahren eine Rechenschaftsbeziehung. Sie kennt mich schon fast mein ganzes Leben, seit ich erwachsen bin. Irgendwie verzweifelt habe ich sie angerufen, weil ich die Wahrheit hören musste.
Holly: Es war nicht so, dass ich ihr irgendetwas erzählt hätte, was sie nicht tief in ihrem Herzen wusste. Judy kennt die Schrift. Sie kannte die Wahrheit. Es war nichts Neues für sie – aber sie war an einem Punkt, wo sie verzweifelt war, es war wirklich ein entscheidender Moment in ihrem Leben. Ich glaube, Gott gab ihr in seiner Gnade den Impuls, noch einmal zum Telefon zu greifen und warf ihr damit ein letztes Rettungsseil zu.
Judy: Das stimmt. Es war Gottes Gnade, dass ich angerufen habe, und das war mehr wert als Gold. Denn Holly hat mir die Wahrheit gesagt, die ich hören musste, und die tatsächlich das Blatt gewendet hat.
Nancy: Aber bevor sie dir die Wahrheit sagen konnte, musstest du ihr erst gestehen, was los war.
Judy: Ja, genau. Ich hatte ihr zwar schon vorher ein bisschen davon erzählt, dass ich mich zu diesem Mann hingezogen fühlte, aber ich hatte ihr damals nicht ehrlich gesagt, wie sehr meine Gefühle bereits mit mir durchgingen.
Nancy: Wie wirksam deine Beziehung zu deiner Rechenschaftspartnerin ist, hängt nämlich davon ab, was du selbst dazu beiträgst.
Judy: Absolut. Wenn man nicht aufrichtig ist, bringt es überhaupt nichts.
Nancy: Warst du komplett ehrlich zu ihr? Hast du ihr einfach deine aktuelle Situation geschildert und was dir durch den Kopf ging?
Holly: Als Judy mich anrief, erinnere ich mich noch genau, wie ich dachte: „Sie ist gerade komplett blind für die Wahrheit.“ Aber ich wusste, dass Christus in ihr lebte. Ich wusste, dass sie diese Wahrheiten kannte, sie hatte sie sogar selbst gelehrt. Und ich wusste auch, dass Satan ihr eine Falle für eine Zeit gestellt hatte, wo sie ein leichtes Opfer war.
Die Schrift sagt, wenn das passiert, wird buchstäblich Schwarz zu Weiß. Wir sind dann nicht mehr in der Lage, zwischen Wahrheit und Lüge, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Judy hat sich in diesem Moment absurde Dinge so zurechtgelegt, wie sie wollte.
Als sie mich anrief, sprach ich darum wirklich mit ihr wie mit einem meiner Kinder, das im Begriff war, Treibsand zu betreten.
Judy: Ja, das stimmt. Das hat sie gemacht, und sie sagte mir entscheidende Dinge, die ich hören musste. Das Erste war, dass Buße ein Geschenk ist. Ich weiß nicht, ob ich das jemals vorher so gehört hatte. Aber mir wurde klar: Es ist ein Geschenk von Gott, und dass ich so viele falsche Entscheidungen treffen könnte und dabei nicht mehr in der Lage wäre, umzukehren.
Die ganze Zeit hatte ich mir eingeredet, dass ich alles unter Kontrolle habe. Ich dachte, ich kann es jederzeit beenden. Ich kann jederzeit zu meinem Mann zurück. Es gibt kein Problem.
Ich merkte, dass ich kurz davor stand, eine Grenze zu überschreiten, nach der es keinen Weg zurück gegeben hätte. Und das hat mich zutiefst erschreckt.
Holly: Damals erzählte ich Judy die Geschichte einer jungen Frau, mit der wir einige Jahre zuvor zu tun hatten. Sie begab sich Schritt für Schritt weiter aufs Glatteis und war überzeugt, dass sie immer zu ihrem Mann und ihren Kindern zurückkehren könnte.
Doch irgendwann war sie so weit gegangen, dass sie nicht mehr zu ihrem Mann und ihren Kindern zurück wollte. Ich erinnere mich, wie ich zu Judy sagte: „Judy, du kennst den Punkt nicht, an dem dein Herz so weit weg von Gott ist, dass es dir egal ist, ob du seine Stimme noch hörst oder nicht.“
Judy: Ich war diesem Punkt, glaube ich, wirklich sehr nahe, und darüber war ich zu Tode erschrocken. Holly fragte mich auch, wenn meine Beziehung zu dem Kapitän andauern würde, wenn wir sogar irgendwann heiraten würden, worauf eine Ehe mit ihm basieren würde.
Es war eine Beziehung, die komplett auf Täuschung und Lügen beruhte – und so eine Beziehung kann Gott nicht segnen.
Nancy: Sie hat die Wahrheit in dein irregeleitetes Herz gesprochen.
Judy: Genau.
Nancy: Wenn unsere Herzen irregeleitet sind, brauchen wir eine Person, die uns so sehr liebt, dass sie Teil unseres Lebens wird und einfach die Wahrheit ausspricht.
Holly: Ich glaube, es war in diesem Moment entscheidend, dass Judy sich schon vor Jahren verpflichtet hatte, einer anderen Frau Rechenschaft über ihr eigenes Leben abzulegen. Es war ihr zu einer Lebensweise geworden.
Wenn sie im Kampf gegen Sünde stand, hatte sie die Gewohnheit, eine Person anzurufen, von der sie wusste, dass sie Wahrheit in ihr Leben reden würde.
Nancy: So viele Frauen haben so eine Art von Beziehung nicht.
Holly: Viele Frauen sind nicht aufrichtig genug vor sich selbst, um auch aufrichtig vor einer anderen Person zu sein. Oder sie haben niemanden in ihrem Leben, der ihnen biblische Wahrheit zuspricht und nicht nur Rat gibt – denn mein Rat hätte ihr gar nichts gebracht.
Aber biblischer Rat erinnert die Person daran, wie die Wahrheit von Gottes Wort in ihrer Situation lautet.
Nancy: Deshalb brauchen wir einander im Leib Christi so dringend. Ein Christ kann als Einzelkämpfer nicht überleben. In Hebräer 3,13 heißt es, dass wir einander täglich ermahnen sollen, damit unser Herz nicht durch den Betrug der Sünde verhärtet wird (sinngemäß).
Judy brauchte also eine Holly in ihrem Leben. Holly braucht solche Frauen in ihrem Leben. Ich brauche Frauen in meinem Leben. Holly, du bist eine dieser Frauen für mich, und ich habe andere, die Wahrheit in mein Leben sprechen. Sie sind mehr um meine Reinheit und meine Beziehung zum Herrn Jesus besorgt als darum, meine Gefühle nicht zu verletzen.
Diese Frauen sind nicht einfach nur bereit, mir die Wahrheit zu sagen. Wie Judy und Holly habe ich es mir angewöhnt, diese Frauen zu kontaktieren, wenn ich merke, dass ich ins Straucheln gerate, wenn ich merke, dass ich auf einem riskanten Weg bin.
Ich rufe sie dann an und sage: „Bitte bete mit mir. Ich habe mit dieser Sache zu kämpfen.“ Wenn du keine solche gottesfürchtige, reife Ansprechpartnerin hast – und für dich als Frau sollte es eine Frau sein –, dann kann es für dich gefährlich werden. Denn eines Tages könntest du selbst in einer ähnlichen Situation sein und kurz davor stehen, deine Ehe zu verlassen und mit jemandem abzuhauen, der nicht dein Ehemann ist.
Wen wirst du dann anrufen? Wer wird dir dann die Wahrheit sagen? Hast du eine Person in deinem Leben, der du Rechenschaft ablegst und zu der du eine Beziehung hast, wo Gott im Zentrum ist?
Wenn du keine solche geistliche Freundschaft hast, brauchst du eine. Du bist vielleicht eine reife, gläubige Person und stehst gerade nicht in der Gefahr, eine emotionale Affäre zu haben. Dann ist die Zeit, Strukturen in deinem Leben aufzubauen, die dich schützen, wenn du für Sünde anfällig bist.
Wenn es nicht sexuelle Sünde ist, dann wird es eine andere Art von Sünde sein. Deshalb brauchen wir einander. Also frage ich dich: Wer ist diese Person in deinem Leben? Wem gegenüber legst du Rechenschaft ab, vor wem hast du keine Geheimnisse? Wen rufst du an, wenn du weißt, dass alles, was du brauchst, die Wahrheit ist?
Marie: Das war Nancy mit weisem Rat dazu, wie wir Schutzmaßnahmen ergreifen und unsere sexuelle Reinheit bewahren können. Gemeinsam mit Holly Elliff und Judy Starr hat sie über Versuchung gesprochen.
Deine Versuchung mag vielleicht ganz anders aussehen als die für Judy. Vielleicht wirst du nie in die Situation kommen, mit einem Kapitän durchzubrennen – aber du wirst ganz sicher in Versuchung geraten.
Morgen hören wir mehr von Judy Starr und finden heraus, was ihr geholfen hat, als sie entscheiden musste, ob sie ihren Mann verlässt. Also, sei wieder dabei, hier bei Belebe unsere Herzen.
Yadira: Hallo, liebe Freundin!
Mein Name ist Yadira, ich leite das Team von Belebe unsere Herzen.
Es ist mir eine große Freude, dich heute einzuladen zur Live-Übertragung der True Woman Konferenz 2025!
Live aus Indianapolis, Indiana in den USA – und zum allerersten Mal auf Deutsch – kannst du dieses besondere Event in diesem Jahr bequem von zu Hause oder in deiner Gemeinde miterleben!
Das Thema dieser Konferenz liegt mir ganz besonders am Herzen: „Das Wort – bestaune das Wunder.“
Sei dabei – und lass uns gemeinsam neu staunen und unsere Herzen von Gottes kostbarem, kraftvollem und wunderbarem Wort begeistern lassen. Ob alleine oder mit deiner Frauengruppe – registriere dich noch heute und sei Teil dieser besonderen Konferenz!! Den Link zur Anmeldung und alle weiteren Infos findest du auf unserer Webseite!
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
© 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.