Marie Falk: Hier ist Nancy DeMoss Wohlgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Warte nicht darauf, dass Gott dich zerbricht.
Lass dich auf den Felsen fallen, auf Jesus Christus, der für dich zerbrochen wurde, und mach es zu deiner Gewohnheit, offen auszurufen wie König David: „O Gott, sei mir [Sünder] gnädig!“ (Psalm 56,2).
Marie: Und damit herzlich willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wohlgemuth gesprochen von Annette Schorre.
Zu Beginn eines Studiums starten die Studienanfänger in ihrem ersten Semester. Und viele von ihnen würden sicherlich viel lieber irgendwelche Lieblingsfächer belegen oder anspruchsvolle Kurse, aber da gibt es ein Problem: Sie müssen zuerst die Grundlagenkurse durchlaufen, um damit die Voraussetzungen für die anspruchsvollen Kurse zu erreichen.
Bevor man sich zum Beispiel mit Neurochirurgie befasst, braucht man Chemie und Biologie. In der letzten Podcast-Folge haben wir uns hier mit einer anderen Art Grundlage und mit anderen Voraussetzungen …
Marie Falk: Hier ist Nancy DeMoss Wohlgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Warte nicht darauf, dass Gott dich zerbricht.
Lass dich auf den Felsen fallen, auf Jesus Christus, der für dich zerbrochen wurde, und mach es zu deiner Gewohnheit, offen auszurufen wie König David: „O Gott, sei mir [Sünder] gnädig!“ (Psalm 56,2).
Marie: Und damit herzlich willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wohlgemuth gesprochen von Annette Schorre.
Zu Beginn eines Studiums starten die Studienanfänger in ihrem ersten Semester. Und viele von ihnen würden sicherlich viel lieber irgendwelche Lieblingsfächer belegen oder anspruchsvolle Kurse, aber da gibt es ein Problem: Sie müssen zuerst die Grundlagenkurse durchlaufen, um damit die Voraussetzungen für die anspruchsvollen Kurse zu erreichen.
Bevor man sich zum Beispiel mit Neurochirurgie befasst, braucht man Chemie und Biologie. In der letzten Podcast-Folge haben wir uns hier mit einer anderen Art Grundlage und mit anderen Voraussetzungen befasst. Wir befinden uns in der Sendungsreihe „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“, in der es um persönliche Erweckung geht. Und im zugehörigen Kursbuch wird das Thema Erweckung in 12 Themenblöcken behandelt.
Hier ist Nancy, mit den Themen Zerbruch und Demut, Voraussetzungen für Erweckung.
Nancy: Nun, wir lernen aus der Schrift, dass Zerbruch Segen bringt. Zerbruch bringt Segen. Jesus sagte: „Selig sind die Zerbrochenen, die geistlich Armen“ (vgl. Matthäus 5,3).
Welche Art von Segen bringt Zerbruch mit sich? Gott naht sich den Zerbrochenen. Er erhöht diejenigen, die sich demütigen. Uns wird gesagt, dass Gott den Stolzen widersteht. Er hält sie auf Abstand.
Aber genauso, wie der Vater des verlorenen Sohnes den bußfertigen, zerbrochenen Sohn an seine Brust zog und ihn umarmte, genauso sehen wir, dass unser himmlischer Vater sich dem Herzen dessen nähert, der zerbrochen ist. Suchst du die Nähe Gottes? Gott kommt an den Ort des Zerbruchs. Wir stellen fest, dass aus Zerbruch der Segen neuen Lebens hervorgeht.
Jesus sagte: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und seine äußere Schale nicht zerbricht – wenn es nicht stirbt –, dann bleibt es allein“ (vgl. Johannes 12,24).
Wisst ihr, die Einsamkeit, die ich manchmal in meinem eigenen Leben erlebe, ist oft ein Zeichen mangelnden Zerbruchs. Denn, wenn ich bereit bin, meine harte, äußere Schale zerbrechen zu lassen, kann das Leben Jesu durch mich freigesetzt werden. Und dann kommt es sozusagen zu „Fortpflanzung“. Im Leben anderer wird Frucht hervorgebracht.
Das ultimative Bild für diesen Zerbruch ist natürlich unser Herr Jesus selbst, als er sagte: „Das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird“ (Lukas 22,19).
Als er an diesem Kreuz den Zerbruch der Gemeinschaft mit seinem himmlischen Vater erlitt, von dem er nie auch nur einen Augenblick getrennt gewesen war, und als er die ganze Last unserer Sünde auf sich nahm und für uns zerbrochen wurde, setzte sein Tod ewiges Leben für uns frei.
Wenn wir also bereit sind, zerbrochen zu werden, fließt sein überfließendes Leben durch uns zu anderen. Zerbruch wird in uns eine größere Fähigkeit zu Liebe und Anbetung bewirken.
Ich denke noch einmal an diese sündige Frau aus Lukas 7 zurück. Ihr war viel vergeben worden, also konnte sie viel lieben. Ich sehe in dieser Frau eine Hingabe in ihrer Beziehung zu Jesus, die ich mir für mich selbst wünsche.
Sie nahm die Ablehnung und die richtenden und missbilligenden Gedanken der Menschen um sie herum gleichgültig hin. Alles, was für sie zählte, war Jesus. Sie goss ihre Liebe verschwenderisch aus und betete in erstaunlicher Freiheit an.
Das liegt daran, dass es in Gottes Wegen einen Kreislauf gibt: Zerbruch führt zu echter Buße, echte Buße führt zu Vergebung. Vergebung gibt mir Freiheit von Schuld – Freiheit von der Knechtschaft meines Ich und meiner Sünde – und wenn diese neue Freiheit durch Zerbruch und Buße und Vergebung geboren ist, wird sie eine neue Kapazität für Liebe und Anbetung bewirken.
Eine Kapazität, andere zu lieben, die Unliebsamen zu lieben, Gott zu lieben, ihn anzubeten. Und natürlich führen diese Anbetung und diese Liebe zu Gott uns immer wieder zurück zu noch tieferen Ebenen des Zerbruchs und die wiederum zu größerer und tieferer Buße, zu neuer Vergebung, zu neu gefundener Freiheit und zu vermehrter Fähigkeit zu lieben und anzubeten.
Wir sehnen uns danach, besser lieben zu können, besser anzubeten, die Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten und zusammenleben, mehr zu lieben. Warum ist unsere Fähigkeit dazu so begrenzt? Vielleicht liegt es daran, dass wir nicht im Zerbruch leben, denn erst Zerbruch bringt die wunderbare Frucht einer vermehrten Fähigkeit zu Liebe und Anbetung hervor.
Zerbruch führt zu mehr Fruchtbarkeit. Gott benutzt Dinge und Menschen, die zerbrochen sind. Dafür gibt es viele wunderbare Beispiele in der Bibel:
Erst als Jakobs natürliche Kraft in Pniel gebrochen war, konnte Gott ihn mit wahrer geistlicher Kraft bekleiden.
Als der Felsen am Horeb von Moses Stab geschlagen und gebrochen wurde, floss das Wasser heraus und löschte den Durst des Volkes.
Erst als Gideons 300 Soldaten ihre Krüge zerbrachen, erstrahlte das Licht der Fackeln ringsumher.
Als die fünf Brote des kleinen Jungen gebrochen wurden – erst gestern hatte ich ein anschauliches Bild davon, als ich an einem großen Gemeindepicknick vorbeifuhr und so bei mir dachte: ‚So ähnlich muss es damals bei der Speisung der 5000 gewesen sein!‘ – Ich stellte mir vor, wie Jesus diese fünf Brote nahm, und als sie in den Händen des Meisters gebrochen wurden, wurden sie ausreichend vermehrt, es reichte für die Menschenmenge, und viel blieb noch übrig – . Zerbruch führt zu vermehrter Fruchtbarkeit.
Erst als Marias Alabasterflasche zerbrach, wurde der Wohlgeruch freigesetzt und erfüllte das ganze Haus.
Aber von allergrößter Bedeutung war der Zerbruch des Körpers unseres Herrn Jesus selbst. Als das geschah, wurde am Kreuz von Golgatha ewiges Leben für die Erlösung der Welt freigesetzt.
Die Frucht von Zerbruch zeigt sich auch bei einer Erweckung. Das, wonach wir uns sehnen und wofür wir beten, ist eigentlich nichts anderes als die Freisetzung von Gottes Geist im Leben zerbrochener Menschen. Wir sehen das so oft in der Geschichte der Erweckung, und wir werden uns damit demnächst noch tiefer beschäftigen, aber ich möchte jetzt schon einige Geschehnisse erwähnen, in denen Gott Zerbruch benutzte, um Erweckung herbeizuführen.
1905 gab es eine große Erweckung in Wales. Das Lied, das während dieser Erweckung gesungen wurde, war dieser Chorus: „Beug mich tiefer, tiefer zu den Füßen Jesu.“ Dieses Lied stieg aus zerbrochenen und zerschlagenen Herzen zum Himmel empor. Durch diesen Zerbruch setzte Gott ein großes Strömen seines Geistes frei. Die ganze Versammlung in Wales wurde erfasst, und unfassbarer Erweckungssegen ging in die ganze Welt hinaus!
Vielleicht habt ihr von der Shantung-Erweckung in den späten 1920er und den frühen 1930er Jahren in China gelesen. Ich las vor kurzem wieder darüber, und Dr. C. L. Culpepper, der Direktor der Southern Baptist Mission Agency in dieser Provinz, erzählte mir davon.
Er sprach von einer Gruppe, mit der er dort gemeinsam um Erweckung gebetet hatte, einer Gruppe von Leitern und Missionaren. Er erzählte, wie er eines Abends nach ihrem Gebetstreffen in sein eigenes Haus gegangen und nochmal allein vor den Herrn getreten war. Und er empfand eine Not und Trockenheit, aber er konnte nicht sagen, woran es lag.
Bis tief in die Nacht hinein rief er: „O Gott, was ist das in mir?“ Nachdem er Gott in dieser Nacht begegnet war, kehrte er am Morgen zum Gebetstreffen zurück und bekannte vor seinen Mit-Missionaren und Leitern seine Sünden der geistlichen Heuchelei und Kraftlosigkeit.
Er bekannte, dass das Lob, ein guter Missionar zu sein, ihn dazu veranlasst hatte, stolz zu werden und Gott Ehre zu stehlen. Er sagte: „Mein Herz war so zerbrochen. Ich dachte, ich könnte nicht mehr länger leben.“
Aus seinem Zerbruch heraus brachte Gott Zerbruch in die versammelte Gruppe von Missionaren, einheimischen Pastoren und christlichen Leitern. Das Ergebnis war ein unglaubliches Ausmaß an Erkenntnis durch den Heiligen Geist: Erkenntnis von Gottes Heiligkeit, Erkenntnis von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht, was zu weiterem Bekennen von Sünde und einer großen Ausgießung von Gottes Geist in dieser Provinz führte.
Vielleicht haben manche von der Erweckung auf der schottischen Insel Lewis in den Jahren 1949 und 50 gehört. Eine Gruppe von Diakonen der dortigen Gemeinde hatte sich 18 Monate lang, drei Abende pro Woche, in einer Scheune getroffen, um für geistlichen Aufbruch und Erweckung zu beten.
Sie beteten so intensiv und inbrünstig, wie sie nur konnten, aber sahen keine Auswirkungen. Dann, heißt es, stand eines Nachts ein junger Diakon auf und zitierte aus Psalm 24: „Wer darf auf den Berg des Herrn steigen? Und wer darf an seiner heiligen Stätte stehen? Wer unschuldige Hände hat und ein reines Herz, (...) Der wird Segen empfangen von dem Herrn (...)“ (Psalm 24,3-5).
Er schaute auf die versammelte Gruppe von Diakonen und sagte: „Meine Herren, es kommt mir wie Torheit vor, wenn wir so für Erweckung beten, und dabei selbst mit Gott nicht im Reinen sind.“
Die Männer knieten dort auf dem Stroh nieder und bekannten Gott ihre Sünden, und von diesem inneren Zerbruch her, löste der Herr eine Erweckung auf der ganzen Insel aus, von der in Schottland immer noch als einer großen Wirkung des Geistes Gottes gesprochen wird.
Bestimmt kennst du auch die Geschichte, wie Gott Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts eine Erweckung in dem kleinen Land Rumänien bewirkte, die schließlich, so glaube ich, zu der Revolution dort führte.
Aber weißt du auch, wie diese Erweckung in Wirklichkeit begann? Zu jener Zeit bezeichnete man in Rumänien Gläubige aller Denominationen als „Büßer“.
Nun, der Pastor einer der größten evangelikalen Gemeinden des Landes, der zweiten Baptisten Gemeinde von Oradea, trat vor seine Leute, um ihnen etwas mitzuteilen. Da stand er vor seiner Gemeinde und sagte: „Es ist an der Zeit, dass die Büßer Buße tun.“ Er rief seine Leute auf, zusammen mit ihm über bestimmte Sünden Buße zu tun, die wir in unserer westlichen Kultur als klein und unbedeutend abtun würden.
Aber zerbrochen über ihre Sünde, begannen die Büßer Buße zu tun. Aus diesem Zerbruch heraus hat der Herr die erweckende Kraft Gottes über dieses kleine Volk ausgegossen.
Gott sagt: „Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum, aber ich wohne auch bei denen, die einen zerbrochenen und demütigen Geist haben – um das Herz der Gedemütigten und Zerschlagenen zu beleben.“
Bist du zerbrochen? Vielleicht fragst du: „Wie soll ich anfangen? Wo soll ich mit diesem Lebensstil des Zerbruchs beginnen?“ Zunächst einmal müssen wir Gott sehen, wie er wirklich ist. Je näher wir Gott kommen, desto mehr werden wir uns unserer eigenen Bedürftigkeit bewusst.
Ich denke an Hiob, einen gerechten Mann, der intensives Leiden erduldete als Teil von Gottes kosmischem Plan und dem Kampf zwischen Himmel und Hölle, Hiob spielte darin quasi nur eine Nebenrolle. Aber unter den philosophischen Reden seiner Freunde kam in Hiobs Herz Selbstgerechtigkeit zu Tage. Er verbrachte viele Kapitel damit, sich zu rechtfertigen und seine Unschuld zu beteuern.
Er redete weiter und weiter, bis Gott schließlich sagte: „Jetzt möchte ich sprechen.“ Gott begann, sich Hiob zu offenbaren und ihm seine Wege zu zeigen. Als Gott endete, wagte Hiob kaum noch zu atmen.
Er sagte zu Gott: „Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, aber nun hat mein Auge dich gesehen. Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub und in Asche!“ (Hiob 42,5-6). Keine Selbstgerechtigkeit mehr, vielmehr ein zerbrochener Mensch, der Gott um Erbarmen anflehte.
Ich habe die meiste Zeit in den letzten sieben Monaten im Buch Jesaja verbracht – und wie ist Gott mir darin begegnet! In Kapitel fünf sieht man Jesaja, diesen großen Diener Gottes, wie er Weherufe verkündet.
„Wehe denen, die materialistisch eingestellt sind. Wehe denen, die stolz sind. Wehe denen, die von ihrer Lust bestimmt sind. Wehe den Vergnügungssüchtigen. Wehe den Unzüchtigen“ (vgl. Jesaja 5,8-23). Er wusste Bescheid.
Aber dann lasst uns sehen, was wir in Kapitel 6,3 lesen, Jesaja sieht den Herrn, hoch und erhaben: „Heilig, heilig, heilig!“ Jetzt sieht Jesaja sich nicht mehr vor dem Hintergrund all der sündigen, bösen Menschen um ihn herum, sondern er sieht sich nur im Licht eines heiligen, hohen und erhabenen Gottes.
Er sagt nicht mehr „Wehe denen“. Die ersten Worte, die aus seinem Mund kommen, als er Gott sieht, sind: „Wehe mir. Wehe mir“ (Vers 5).
Der Apostel Paulus hatte das wunderbare Privileg, den auferstandenen Jesus auf seiner Reise nach Damaskus mit eigenen Augen zu sehen. Seitdem war sein Leben nie mehr dasselbe. Er verbrachte den Rest seines Lebens hier auf der Erde damit, dem auferstandenen Christus immer näher zu kommen.
Je mehr er in seiner Nachfolge wuchs, desto mehr erkannte er seine eigene Bedürftigkeit. Schon früh in seinem Leben dem Herrn nach bezeichnete er sich selbst als den Geringsten aller Heiligen, wenn er daran dachte, wo er herkam und wo Gott ihn gefunden hatte.
Aber als er in seinem Glauben reifte und Gott besser kennenlernte, bezeichnete er sich selbst als geringer als den Geringsten. Und an dem Punkt, an dem er Gott am nächsten war, bezeichnete er sich als den größten aller Sünder.
Sieh Gott, wie er ist. Geh in seine Gegenwart; in seiner Gegenwart sehen wir uns, wie wir wirklich sind. Dann lass dich auf den Felsen fallen. Jesus sagte: „Ich bin der Fels, und wer auf diesen Felsen fällt, der wird zerbrochen werden. Auf wen aber der Felsen fällt, den wird er zu Staub zermalmen“ (vgl. Matthäus 21,44).
Warte nicht darauf, dass Gott dich zerbricht. Lass dich auf den Felsen fallen, auf Jesus Christus, der für dich zerbrochen wurde, und mach es zu deiner Gewohnheit, offen auszurufen wie König David: „O Gott, sei mir [Sünder] gnädig!“ (Psalm 56,2).
Ein praktischer Schritt hin zur Entwicklung eines Lebensstils des Zerbruchs ist, dass wir unsere eigene Bedürftigkeit erkennen und sie Gott und anderen gegenüber aussprechen. Gott gegenüber, indem ich, im Bilde gesprochen, das Dach abdecke: „O Herr, es ist nicht mein Bruder, nicht meine Schwester, es sind nicht meine Leiter, nicht die Diakone, nicht der Pastor, es sind nicht die Leiter dieses Dienstes, es ist nicht mein Nachbar – ich bin es, o Herr, die Gebet braucht.“
Damit aufhören, anderen die Schuld zu geben – es gibt keinen Zerbruch, solange ich noch mit meinem Finger auf jemand anderen zeige. Wenn ich meine Not vor Gott zugebe, sage ich,
Da ich denn nichts bringen kann,
schmieg' ich an Dein Kreuz mich an;
nackt und bloß, o kleid mich doch!
Hilflos, ach erbarm Dich doch!
Unrein, Herr, flieh' ich zu Dir!
Wasche mich, sonst sterb' ich hier!
(Ernst Heinrich Gebhardt)
Ich lerne nicht nur, Gott gegenüber meine Not zuzugeben, sondern auch gegenüber anderen. Es gibt keinen Zerbruch, keinen wirklichen Zerbruch, wo keine Offenheit da ist.
Heißt das, dass ich jede Sünde, die ich bekenne, jedem Menschen, den ich treffe, sagen muss? Sicherlich nicht, aber ich sage dir, einer zerbrochenen Person ist es gleich, wenn andere sie in ihrer Not sehen. Sie ist bereit, transparent zu sein und ehrlich zu sein. Sie ist bereit zu sagen: „Betest du bitte für mich? Ich habe eine Not. Gott arbeitet an mir in diesem Bereich.“
Vor einigen Jahren überführte mich Gottes Geist tief in meinem Herzen darüber, dass ich die Gewohnheit entwickelt hatte, die Wahrheit zu übertreiben. Gott begann, mir zu zeigen, dass das Lügen war – dass ich log, um gut dazustehen, um einen besseren Eindruck auf andere zu machen.
Ich fand mich im Zerbruch vor Gott wieder und bekannte ihm diese Sünde und bat ihn um Reinigung und Sieg. Aber der Sieg kam erst in vollem Umfang, als ich bereit war, zwei gottesfürchtige Personen zu fragen und ihnen meine Sünde offen bekannte und sie bat: „Betet ihr bitte für mich, dass Gott mich von der Sünde des Lügens befreit?“
Und ich sage euch: Mit dieser Offenheit und diesem Zerbruch vor Gott und vor anderen (so schmerzhaft es damals auch war) kam eine unglaubliche Freiheit und Befreiung, in jeder Situation jeder Person die Wahrheit zu sagen, koste es, was es wolle.
Zerbruch setzt Gottes Leben in uns frei. Endlich zerbrochen zu sein – diesen Lebensstil des Zerbruchs zu leben – bedeutet letztlich, genau das zu tun, was Gott von dir will, was aber deine fleischliche Natur am wenigsten tun will.
Was genau ist das? Viele hier haben in dieser Woche Gott auf verschiedene Weise gehorcht – haben auf Gott reagiert –, aber Gehorsam kann manchmal rein äußerlich und anständig sein.
Ich sage euch: Fragt Gott. Manchmal brauchen wir nicht zu fragen – manchmal hat er den Finger schon auf etwas gelegt. Diese Woche hat er es bei einigen getan. Was ist der Schritt des Gehorsams? Was ist der Schritt der Demut vor Gott?
Tu das, von dem du weißt, dass Gott es von dir will, aber dein Fleisch es am wenigsten tun möchte. Vor ein paar Monaten sprach Gottes Geist zu meinem Herzen. Ich merkte, dass das Fernsehen für mich als Alleinstehende ein Hindernis in meiner Beziehung zum Herrn geworden war.
Gottes Geist forderte mich auf: „Du musst das Fernsehen ausschalten, wenn du allein zu Hause bist.“ Eine Herzenshaltung der Demut und des Gehorsams sagt vor Gott: „Ja, Herr, ich will Dir gehorchen.“
Es gibt einen Chorus, der in einigen der Erweckungen, die wir erwähnt haben, unter den Studierenden häufig zu hören war – und häufig gesungen wurde.
Gehe nicht vorbei, o Heiland,
hör des Herzens Schrei;
da Du andern Gnad erzeigest,
gehe nicht vorbei!
(Frances Jane Crosby, deutsch von C. Ott)
Ich denke an den blinden Bettler, der hörte, dass Jesus an ihm vorüberging. Er rief: „Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich über mich!“ (Lukas 18,38). Stolze, ungebrochene Menschen beten nicht so. Sie haben kein Bedürfnis nach Gnade.
Diejenigen, die reich sind und im Überfluss leben und nichts brauchen, schreien nicht um Erbarmen. Aber diejenigen, die dem gekreuzigten Erlöser und einem heiligen Gott persönlich gegenübergestanden haben, können um Erbarmen schreien – das ist der Ruf eines armen Herzens, das seine große Not zugibt.
Meine Brüder und Schwestern, Jesus kommt heute hier vorbei, und er möchte uns begegnen. Er möchte seinen Geist durch uns hindurch freisetzen. Und er kann, und er wird es tun – wenn er demütige, zerbrochene, reumütige Herzen findet, die frei von sich selbst geworden sind, damit er in sie einzieht und sie füllen kann.
Ein Lied von John Elliot drückt das sehr gut aus:
Wenn wir zerbrochen sind, können wir wiederhergestellt werden.
Durch unser Bekenntnis, können wir geheilt werden.
In unserer Reue, finden wir Befreiung,
Wenn die Freude kommt wie der Morgen,
Die Freude kommt wie der Morgen,
Die Freude kommt wie der Morgen, hell und klar.
Marie: Davor haben wir Nancy über Zerbruch … in einer Botschaft von 1995 in welche wir diese Woche ja schön öfter hineingehört haben. Sie passt einfach so gut in unsere aktuelle Podcastreihe „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“. Und passend zu unserer Podcastreihe gibt es einen 12-wöchigen Bibelkurs mit dem gleichnamigen Titel vom Rigatio-Verlag. Und aus persönlicher Erfahrung, ich kann ihn nur wärmstens empfehlen.
Als der Vortrag, den wir heute gehört haben, ursprünglich gehalten wurde, hatte er weitreichende Auswirkungen. Einige Zuhörer waren der Meinung, Nancys Botschaften sollten im Radio verbreitet werden. Und Gott hat diese Zuhörer und auch noch weitere Umstände dafür benutzt, Revive Our Hearts ins Leben zu rufen.
Aber mit der Produktion eines täglichen Radioprogramms gehen, wie man sich denken kann, viele Kosten einher. Da braucht es eben mehr als ein paar Leute, die sich eine Veröffentlichung wünschen. Aber Gott war von Anfang an treu und hat Menschen dazu bewegt, dieses Projekt auf großzügige Weise finanziell zu unterstützen. Und so Frauen zu Freiheit, Fülle und Frucht in Christus zu rufen.
Ein Merkmal von Stolz ist mangelndes Gebet. Warum? Das kannst du morgen, hier bei Belebe unsere Herzen herausfinden, wenn wir uns mit Demut und Gebet beschäftigen.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
© 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.