Marie Falk: 1995 sprach Nancy DeMoss Wolgemuth zu Mitarbeitern von Campus für Christus, heute Cru [Anmerkung des Übersetzers: Original: Campus Crusade for Christ; seit 2011: Cru]. Hier ist ein Ausschnitt von Nancy.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Stolze Menschen sind anspruchsvoll und fordern ihr Recht ein. Aber zerbrochene Menschen treten ihre Rechte ab und sind sanftmütig.
Marie: Gott gebrauchte diese Botschaft über Zerbruch um Unerwartetes ins Rollen zu bringen. Bob und Kathy waren dabei und erzählen uns heute ein bisschen von dem, was sie dort erlebt und was sie berührt hat.
Kathy Helvey: Nancy begann aufzuzählen: „Eine stolze Person ist…,“ und nannte dann jeweils eine Eigenschaft eines stolzen Menschen, gefolgt von der entsprechenden Eigenschaft eines zerbrochenen Menschen.
Bob Helvey: Die Unterschiede zwischen den beiden waren so gewaltig, dass es war, als lichtete sich plötzlich der Nebel vor meinen Augen. Auf einmal konnte ich ehrlich zu mir selbst sein. …
Marie Falk: 1995 sprach Nancy DeMoss Wolgemuth zu Mitarbeitern von Campus für Christus, heute Cru [Anmerkung des Übersetzers: Original: Campus Crusade for Christ; seit 2011: Cru]. Hier ist ein Ausschnitt von Nancy.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Stolze Menschen sind anspruchsvoll und fordern ihr Recht ein. Aber zerbrochene Menschen treten ihre Rechte ab und sind sanftmütig.
Marie: Gott gebrauchte diese Botschaft über Zerbruch um Unerwartetes ins Rollen zu bringen. Bob und Kathy waren dabei und erzählen uns heute ein bisschen von dem, was sie dort erlebt und was sie berührt hat.
Kathy Helvey: Nancy begann aufzuzählen: „Eine stolze Person ist…,“ und nannte dann jeweils eine Eigenschaft eines stolzen Menschen, gefolgt von der entsprechenden Eigenschaft eines zerbrochenen Menschen.
Bob Helvey: Die Unterschiede zwischen den beiden waren so gewaltig, dass es war, als lichtete sich plötzlich der Nebel vor meinen Augen. Auf einmal konnte ich ehrlich zu mir selbst sein. Darüber, wer ich in Wirklichkeit war.
Nancy: Stolze Menschen denken unbewusst: Die können froh sein, mich und meine Gaben zu haben.
Kathy H.: Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich mich zurücklehnte und ein bisschen selbstgefällig dachte: „Ok, so bin ich schonmal nicht. Das kann ich getrost abhaken. Das trifft nicht auf mich zu, das auch nicht. Naja, vielleicht das hier.“ Aber als Nancy weitere Eigenschaften aufzählte, passierte auf einmal etwas in mir. Da war plötzlich diese Ehrlichkeit. Dort auf meinem Platz, sah ich mich plötzlich mit Problemen in meinem Leben konfrontiert, und ich begann nachzudenken: „O nein, ja, ja, so bin ich tatsächlich. Ja, o ja, das habe ich getan. Oh, so bin ich tatsächlich.“
Nancy: Stolze Menschen reagieren abweisend, wenn sie kritisiert werden, aber zerbrochene Menschen nehmen Kritik mit einer demütigen, aufrichtigen Haltung an.
Kathy H.: Ich erinnere mich, dass ich tief erschüttert war, als sie mit ihrer Liste fortfuhr. Eine Eigenschaft nach der anderen zählte sie auf, bestimmt 30 oder 35, 40 Eigenschaften eines stolzen Menschen. Ich musste ehrlich mit mir sein und dachte: „Ach du meine Güte, fast alle diese Eigenschaften treffen auf mich zu, aber so will ich nicht sein! Ich möchte lieber zu der anderen Seite gehören; dahin, wo Zerbruch geschieht.“
Marie: Und damit herzlich willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss
Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Bob und Kathy begannen bei diesem Treffen 1995 zu verstehen, dass persönliche Erweckung mit Demut und Zerbruch beginnt; und so ging es den meisten Zuhörern damals. Nach diesem Vortrag folgten einige Tage, an denen öffentlich Sünden bekannt und bereut wurden. Und viele unserer Zuhörer berichten tatsächlich das Gleiche bei der Bearbeitung des Kursbuches „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“.
Und vielleicht hast du es noch nicht mitbekommen aber aktuell geht es hier in einer 12-wöchigen Podcastreihe durch dieses Arbeitsbuch „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“. Und diese Woche dreht sich hier alles ums Thema Demut. Denn wie Nancy so treffend formuliert: Demut ist die Voraussetzung für Erweckung. Deshalb erschien es uns passend, an dieser Stelle hier heute die Botschaft von 1995 über Demut zu wiederholen. Gott nutzte diesen Vortrag damals kraftvoll im Leben vieler Menschen und wir beten, dass er selbiges durch diese Wiederholung tut.
Nancy: Wir sind versucht zu denken, Erweckung sei in erster Linie eine Zeit der Freude und des Segens, der Begeisterung und des Überschwangs, des Staunens und der überfließender Fülle. Und so wird es zur rechten Zeit auch sein. Wir wollen eine schmerzlose Erweckung. Wir wollen sozusagen eine lachende Erweckung [Anmerkung des Übersetzers: Original: laughing revival; der Ausdruck beschreibt das vor allem in den USA seit 1990 vermehrt auftretende Lachen und anschließende Sündenbekenntnis der Zuhörer während Gebeten und Predigten. Es wird vor allem bei Zusammenkünften der neocharismatischen Bewegung beobachtet. Dieses sogenannte „heilige Lachen“ (holy laughter) wird unter den Befürwortern als eine durch den Heiligen Geist geführte Reaktion interpretiert, die zur geistlichen Erweckung führe.]. Aber Gottes Wege sind anders: Der Weg nach oben führt zunächst abwärts. Ein Leiter der Erweckung in Borneo im Jahr 1973 erinnert daran, dass Erweckungen nicht damit beginnen, dass alle fröhlich sind und eine großartige Zeit haben. Sie beginnen mit einem zerbrochenen und zerschlagenen Herzen.
Wisst ihr, wir werden Gott nie in Erweckung begegnen, wenn wir ihm nicht zuerst im Zerbruch begegnet sind. Jakobus ruft uns auf in seinem Brief: „Naht euch zu Gott, und so naht er sich zu euch!“ (4,8). Aber es gibt einen Prozess, einen Verlauf.
Was zuerst kommt, ist: „Wascht die Hände, ihr Sünder und reinigt euer Herz, ihr Zwiespältigen! Fühlt euer Elend, trauert und weint! Euer Lachen soll sich in Trauer verwandeln und eure Freude in Kummer.“ Zuerst dies: „Demütigt euch vor dem Herrn, dann wird er euch erhöhen“ (vgl. Jakobus 4, 8-10 NeÜ).
Nun, es gibt manche, die für diesen Gedanken des Zerbruchs nicht viel übrig haben. Und ich denke, das liegt vielleicht daran, dass wir eine falsche Auffassung davon haben, was Zerbruch wirklich ist. Weißt du, unsere Vorstellung von Zerbruch und Gottes Vorstellung von Zerbruch mögen sehr verschieden voneinander sein.
Wir denken bei Zerbruch oft daran, dass man traurig, niedergedrückt und niedergeschlagen ist, dass man kein Lächeln über die Lippen bringt oder sich krankhaft selbst beobachtet, um neue Sünden auszugraben und diese dann zu bekennen.
Manche denken, Zerbruch sei eine Art falscher Demut, durch die wir uns ständig selbst schlecht machen. Andere denken bei dem Wort Zerbruch an zutiefst emotionale Erfahrungen und an das Vergießen vieler Tränen. Aber heute möchte ich euch sagen, dass viele Tränen fließen können, ohne dass Zerbruch geschieht – und dass es, in einigen Fällen, auch aufrichtigen Zerbruch gibt, ohne dass Tränen fließen.
Und dann sind da Menschen, die Zerbruch mit äußerst schmerzlichen Lebensumständen gleichsetzen. Aber ich möchte nochmal sagen, es kann sein, dass man durch tiefen Schmerz und schlimme Tragödien gegangen ist und trotzdem noch nie echten Zerbruch erfahren hat. Denn Zerbruch ist kein Gefühl. Es ist keine Emotion. Es ist eine Wahl, die ich treffe.
Es ist ein Akt meines Willens. Zerbruch ist nicht in erster Linie eine einmalige Erfahrung oder eine Krisenerfahrung in meinem Leben, obwohl das auch so sein mag. Zerbruch ist vielmehr ein durchgehender Lebensstil, bei dem ich dem zustimme, was Gott über den wahren Zustand meines Herzens zu sagen hat, wie nur er ihn sehen kann.
Es ist ein Lebensstil der bedingungslosen, absoluten Hingabe meines Willens an Gott. Es ist ein Lebensstil, der sagt: „Ja, Herr. Nicht mein Wille, sondern der Deine geschehe.“ Zerbruch ist ein Lebensstil, der in Demut und Gehorsam auf die Überführung des Geistes Gottes und die Überführung seines Wortes reagiert. Und da diese Überführung fortwährend geschieht, muss auch die Antwort immer wieder mein Zerbruch sein.
In der Heiligen Schrift gibt es einige wunderbare Beispiele von vor Gott zerbrochenen Menschen. Häufig werden diese Lebensbilder in Kontrast gesetzt zu nicht zerbrochenen Menschen. Denken wir zum Beispiel an zwei alttestamentliche Könige, die beide auf demselben Thron gesessen haben.
Einer versündigte sich ungeheuerlich gegen Gottes Gebote. Er beging Ehebruch. Er log und verübte einen Mord, um seine Sünde zu vertuschen. Dann verging eine längere Zeit, in der er seine heimtückische, verräterische Sünde gegen Gott und sein Volk verheimlichte. Und dennoch wird uns in der Schrift gesagt, dass König David ein Mann nach dem Herzen Gottes war.
Und dann denken wir an den König, der ihm vorausging, König Saul, dessen Sünde, nach unserem Maßstab, nicht annähernd so groß war wie die von König David. Saul hatte sich - von außen betrachtet - nur des unvollständigen Gehorsams schuldig gemacht. Und doch verlor er wegen seiner Sünde sein Königtum. Seine Familie wurde zerstört. Und warum dieser Unterschied?
Beide Männer wurden von Propheten mit ihrer Sünde konfrontiert. Beide Männer sagten wörtlich: „Ich habe gesündigt.“ Aber als König Saul seine Sünde bekannte, schob er zugleich die Schuld auf das Volk, verteidigte sich selbst und brachte Ausreden vor. In demselben Atemzug, in dem er sagte: „Ich habe gesündigt“, sagte er auch: „Bitte sag es nicht dem Volk.“
Er verdeckte sein Tun, wogegen König David, als er mit seiner Sünde konfrontiert wurde, vor Gott auf sein Angesicht fiel und seine Schuld bekannte. Ein Beweis für dieses zerbrochene und zerschlagene Herz sind die Bußpsalmen, die heute von aller Welt in der Heiligen Schrift nachgelesen werden können.
Du siehst, einer innerlich zerbrochenen Person ist es gleich, wer davon erfährt. Gott ging es nicht so sehr um die Art der Sünde an sich, als vielmehr um die Herzenshaltung und die Reaktion dieser Männer, als sie mit ihrer Sünde konfrontiert wurden.
Das Lukasevangelium gibt uns wunderbare Beispiele für den Kontrast zwischen einem innerlich zerbrochenen Menschen und einem stolzen, nicht zerbrochenen Menschen. Du kennst bestimmt das Gleichnis, das Jesus erzählte, und die Schrift sagt uns, dass er dieses Gleichnis denen erzählte, die auf ihre eigene Gerechtigkeit vertrauten und auf alle anderen herabsahen.
Er sprach von zwei Männern, die in den Tempel gingen um zu beten. Wir lesen das in Lukas 18. Der eine war ein Pharisäer. Als er so dastand um zu beten, sagt uns die Schrift, dass er bei sich selbst betete: „O Gott, ich danke Dir, dass ich im Vergleich zu all den anderen Sündern, die ich kenne, gut dastehe.“
Stolze Menschen vergleichen sich mit den anderen. An seiner Seite stand ein geringer, verachteter Zöllner, der nicht einmal wagte, seine Augen zum Himmel zu erheben. Aber in der Gegenwart von Gottes Heiligkeit schlug er sich an die Brust und sagte: „O Gott, ich kann Dich nur darum bitten, mir gnädig zu sein, denn ich bin ein Sünder.“ Wir sehen, er lehnte es ab, sich selbst zu rechtfertigen, vielmehr gab er Gott Recht.
In Lukas 7 lesen wir, wie Jesus bei Simon, dem Pharisäer, zum Essen eingeladen war. Die Schrift sagt uns, dass in jener Stadt eine Frau lebte, die einen sündigen Lebensstil geführt hatte. Anscheinend war das überall bekannt. Als sie hörte, dass Jesus zu Simon, dem Pharisäer, zum Essen gekommen war, ging sie auch in das Haus, vermutlich ohne eingeladen worden zu sein. Und sie hatte eine Alabasterflasche mit Salböl dabei.
Sofort ging sie zu den Füßen Jesu, als er zu Tisch lag. Die Schrift sagt: „Sie trat hinten zu seinen Füßen“ (V. 38). Merkt ihr, dass alles, was diese sündige Frau tat, zu Jesu Füßen geschah?
„Sie trat hinten zu seinen Füßen und weinte.“ Ein Bild, denke ich, des Zerbruchs und der Buße, die schon in ihrem Herzen waren, bevor sie diesen Ort betrat. Dann, als ihre Tränen auf die Füße Jesu fielen, beugte sie sich hinunter, um mit ihren Haaren die Tränen von seinen Füßen zu wischen. Ein Bild, glaube ich, für die Vergebung, die sie erfahren hatte, als Jesus ihr sündiges Herz rein gewaschen hatte.
Und ungeachtet dessen, was alle anderen um sie herum dachten, kniete sie sich dann noch weiter hinunter, sie hatte diese Freiheit in ihrem Herzen und küsste die Füße Jesu, es war der Ausdruck ihrer Liebe und Anbetung. Und dann nahm sie die Alabasterflasche und goss das Parfüm, das Salböl, auf die Füße Jesu, als ob sie alle anderen im Raum nicht wahrnehmen würde. Alles, was für sie zählte, war Jesus. Und sie warf sich zerbrochenen und zerschlagenen Geistes vor ihm nieder.
Simon, der Pharisäer, dagegen ist ein Bild eines stolzen, ungebrochenen Mannes, der über all das aufgebracht war und zu sich selbst sagte: „Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüsste er doch, wer und was für eine Frau das ist, die ihn anrührt, dass sie eine Sünderin ist“ (V. 39).
Nun, Jesus wusste nicht nur, was für eine Frau sie war. Jesus wusste auch, was für ein Sünder er war. Nun, du erinnerst dich, Jesus sagte zu ihm: „Simon, ich habe dir etwas zu sagen“ (V. 40).
„Meister, sprich“, antwortete Simon (V. 40). Dann erzählte Jesus, ihr wisst, die Geschichte von zwei Männern, die einem Geldverleiher Geld schuldeten. Einer schuldete ihm einen überaus großen Betrag, der andere einen relativ kleinen. Keiner von ihnen hatte Geld um zu zahlen, und so erließ der Geldverleiher beiden ihre Schuld. Jesus fragte Simon: „Welcher von ihnen wird ihn nun am meisten lieben?“ Simon sagte: „Ich vermute der, dem er am meisten geschenkt hat.“
Jesus antwortete: „Du hast recht geurteilt!“ [Aber trotzdem hast du etwas Wichtiges über mich nicht verstanden.] Und zu der Frau gerichtet, sagte er zu Simon: „Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen, und du hast mir kein Wasser für meine Füße gegeben [was damals eine normale Höflichkeit war]; Sie aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und mit ihren Haaren getrocknet. Du hast mir keinen Kuss gegeben [was wie ein Händeschütteln zur Begrüßung war], sie aber hat, seitdem ich hereingekommen bin, nicht abgelassen, meine Füße zu küssen. Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt, sie aber hat mit Salböl meine Füße gesalbt. Deswegen sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel geliebt; wem aber wenig vergeben ist, der liebt wenig“ (V. 43-47 ELB).
Denkst du, bei Simon gab es weniger zu vergeben als bei dieser Frau von der Straße? Ich meine nicht. Sie waren beide Sünder. Der einzige Unterschied war, dass sie es wusste. Aber Simon konnte sich selbst in der Blindheit und dem Stolz seines Herzens nicht als bedürftiger Sünder sehen.
Ein weiteres Beispiel aus dem Lukasevangelium, Kapitel 15. Jesus erzählte drei Gleichnisse. Zuerst sprach er von dem verlorenen Schaf, dann von der verlorenen Münze und dann von dem verlorenen Sohn. Er erzählte von den zwei Brüdern und davon, wie der jüngere von ihnen mit einem stolzen, rebellischen, störrischen, eigensinnigen Herzen seinen Teil des Erbes nahm und weg in ein fernes Land ging, wo er in einem ausschweifenden Lebensstil alles vergeudete. Aber nachdem er alles ausgegeben hatte, kam er in Not.
Oft führt uns erst unsere Not auf den Weg des Zerbruchs und der Buße. Nun, da er mittellos und verarmt war, sagt die Schrift, wurde der junge Mann innerlich zerbrochen. In seiner Zerbrochenheit kam er zur Besinnung. Er kam zu sich. Er wurde ehrlich und konnte sich in seinem wahren Herzenszustand sehen.
Er sagte: „Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen.“ Das ist ein Schritt der Buße, umzukehren von meinem eigenen Weg und den Weg zum Vater zu gehen. „Ich will zu meinem Vater sagen: ‚Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir.‘“ Und dann nahm er sich vor, zu seinem Vater zu sagen: „Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen; mache mich (einfach) zu einem deiner Tagelöhner!“ (vgl. Verse 1-19). Doch der Vater ließ es nie zu, dass er diese Worte aussprach.
Seht ihr, das ist das Herz eines innerlich zerbrochenen, demütigen Menschen. Und ihr wisst, wie der Vater den Sohn begrüßte und ihn empfing. Das Vaterherz Gottes streckt sich nach Sündern mit zerbrochenen Herzen aus, es sehnt sich nach ihnen, es heißt sie willkommen und legt die Arme um sie.
Da war noch ein anderer Bruder, der ältere Bruder. Die Schrift sagt uns in Lukas 15, 25, dass der ältere Bruder in der Zeit auf dem Feld war. Er war der gute Junge. Er war da draußen und tat, was er tun sollte.
Da ist dieser treue, hart arbeitende Sohn da draußen auf dem Feld. Und er nähert sich dem Haus und hört Musik und Tanz. Und anstatt direkt dorthin zu gehen, um herauszufinden, was los ist, geht er zu einem Diener und fragt: „Was ist hier los?“
Der Diener erzählt ihm die Fakten, aber nicht die Wahrheit. Stolze, ungebrochene Menschen wollen die Wahrheit nicht. Der Diener sagte: „Dein mieser Bruder ist gekommen, und dein Vater hat eine Party für ihn organisiert.“ Er sagte nicht: „Dein Bruder – weißt du noch, wie hochmütig er wegging? Er ist zurückgekommen, aber er ist nicht mehr derselbe.“
„Er ist innerlich zerbrochen. Er ist demütig, er zeigt Reue. Er hat schon, wer weiß wie lange, keine gute Mahlzeit mehr gehabt. Er ist völlig am Ende, aber er hat ein zerbrochenes Herz. Dein Vater hat ihm vergeben und jetzt ist es Zeit zu feiern.“
Als der Vater von dem Zorn des älteren Bruders hörte, verließ er das Fest. Ich habe mal gehört, dass es bei einer jüdischen Familie üblich war, eine Feier zu unterbrechen, solange der Vater weg war. Hier ging der Vater also hinaus, um mit dem stolzen, ungebrochenen, älteren Bruder zu sprechen. Ist das nicht heute bei so vielen Diensten, Gemeinden und Gemeinschaften so ähnlich? Es ist nichts von Feiern oder Freude zu spüren, weil man sich um all die stolzen, selbstgerechten, zornigen, verbitterten Leute kümmern muss, die sich ungerecht behandelt fühlen.
Wisst ihr, ich glaube, Gott ist durch Halsstarrigkeit, Herzenshärte, hochmütige Augen und einen unbelehrbaren Geist mehr gekränkt als durch den Sodomit, die Prostituierte, den Ehebrecher, den Mörder oder die Frau, die abtreibt. Denn oft wissen die, die so sehr in den Sünden des Fleisches verwickelt sind, dass sie sündig sind. Aber die älteren Brüder unter uns, die angesehenen Leiter, die Pharisäer, diejenigen, die alles im Griff haben – wir tun uns oft schwer, die wahre Not unserer Herzen zuzugeben.
In den vergangenen Wochen hat Gott mein eigenes Herz erforscht. Ich bin viele Male zu ihm gekommen und habe gesagt: „O Herr, zeig mir, was es heißt, eine zerbrochene Person zu sein, ein Leben in Zerbruch zu führen.“ Was sind einige Charakterzüge oder Anzeichen eines stolzen, ungebrochenen Geistes? Ich möchte euch ein paar Beispiele nennen, die mir in den Sinn kamen, als ich auf den Herrn wartete.
Stolze Menschen konzentrieren sich auf die Fehler anderer, aber zerbrochene Menschen sind überwältigt von dem Wissen um ihre eigene geistliche Not.
Stolze Menschen sind selbstgerecht. Sie haben einen kritischen Geist, der Fehler sucht. Sie betrachten die Fehler anderer durch ein Mikroskop, ihre eigenen jedoch durch ein Teleskop. Aber zerbrochene Menschen sind mitfühlend. Sie können viel vergeben, denn sie wissen, wie viel ihnen vergeben worden ist. Sie denken das Beste von anderen und schätzen alle anderen höher als sich selbst.
Stolze Menschen müssen beweisen, dass sie recht haben, aber zerbrochene Menschen sind bereit, darauf zu verzichten, recht zu haben.
Stolze Menschen beschützen ihre Zeit, ihre Rechte und ihren Ruf. Zerbrochene Menschen verleugnen sich selbst.
Stolze Menschen wünschen sich, bedient zu werden, aber zerbrochene Menschen sind motiviert, anderen zu dienen.
Stolze Menschen sind von dem Wunsch getrieben, anerkannt und geschätzt zu werden. Sie sind verletzt, wenn andere gefördert und sie selbst übersehen werden. Zerbrochene Menschen sind sich ihrer eigenen Unwürdigkeit bewusst. Sie können es nicht fassen, dass Gott sie überhaupt in irgendeinem Dienst gebrauchen möchte. Sie sind darauf bedacht, dass andere Anerkennung bekommen und sind glücklich, wenn andere erhoben werden.
Stolze Menschen denken unterbewusst: „Die können froh sein, mich und meine Gaben zu haben.“ Zerbrochene Menschen haben eine Herzenseinstellung, die sagt: „Ich habe es nicht verdient, an dieser Arbeit irgendwie beteiligt zu sein.“ Und sie wissen, dass sie Gott nichts anzubieten haben, außer dem Leben Jesu, das durch ihr zerbrochenes Leben fließt.
Stolze Menschen vertrauen darauf, was sie alles wissen. Aber zerbrochene Menschen beugen sich darunter, wie viel sie noch lernen müssen.
Stolze Menschen sind selbstbewusst, aber zerbrochene Menschen kümmern sich überhaupt nicht um das eigene Ich.
Stolze Menschen geben schnell anderen die Schuld, aber zerbrochene Menschen übernehmen persönliche Verantwortung und können erkennen, wo sie in einer Situation falsch liegen.
Stolze Menschen verteidigen sich, wenn sie kritisiert werden, aber zerbrochene Menschen nehmen Kritik mit einem demütigen, offenen Geist an.
Stolze Menschen sind darauf bedacht, anständig zu sein. Sie sind in Sorge darüber, was andere über sie denken und arbeiten daran, ihr Image und ihren Ruf zu wahren. Zerbrochene Menschen sind darauf bedacht, authentisch zu sein. Ihnen ist es nicht wichtig, was andere denken, sondern, was Gott weiß. Sie sind bereit, ihrem eigenen Ruf zu sterben.
Wenn stolze Menschen gesündigt haben, wollen sie sichergehen, dass es niemand erfährt. Sie möchten es instinktiv vertuschen. Aber zerbrochene Menschen, wenn sie einmal zerbrochen sind, ist es egal, wer es weiß oder herausfindet. Sie sind bereit, bloßgestellt zu werden, denn sie haben nichts zu verlieren.
Stolzen Menschen fällt es schwer zu sagen: „Ich habe einen Fehler gemacht, bitte vergib mir!“ Aber zerbrochene Menschen geben ihr Versagen schnell zu und bitten um Vergebung, wo nötig. Stolze Menschen brauchen eher Verallgemeinerungen, wenn sie ihre Sünden bekennen, aber zerbrochene Menschen können konkret sein, wenn Gottes Geist sie überführt.
Stolze Menschen sind besorgt über die Folgen ihrer Sünde, aber zerbrochene Menschen sind betrübt über die Ursache, die Wurzel ihrer Sünde.
Stolze Menschen sind reumütig über ihre Sünden, es tut ihnen leid, dass sie ertappt wurden, dass es herauskam, aber zerbrochene Menschen bereuen ihre Sünde aufrichtig und echt, was sich darin zeigt, dass sie diese Sünde lassen.
Wenn es ein Missverständnis oder einen Konflikt in Beziehungen gibt, warten stolze Menschen darauf, dass der andere kommt und um Vergebung bittet. Aber zerbrochene Menschen ergreifen die Initiative zur Versöhnung. Sie rennen zum Kreuz. Sie setzen alles daran, zuerst zum Kreuz zu kommen, ganz egal, wie falsch der andere liegen mag.
Stolze Menschen sind blind für den wahren Zustand ihres Herzens, aber zerbrochene Menschen leben im Licht.
Stolze Menschen sind der Meinung, sie haben nichts zu bereuen. Aber zerbrochene Menschen erkennen, dass sie eine ständige Haltung der Buße brauchen.
Stolze, ungebrochene Menschen sind der Meinung, dass sie keine Erweckung brauchen, dafür aber alle anderen. Zerbrochene, demütige Menschen hingegen spüren ständig, dass sie eine frische Begegnung mit Gott brauchen und neu mit seinem Heiligen Geist gefüllt werden müssen.
Marie: Wir haben die letzten Tage schon öfter von dieser Liste der Unterschiede zwischen stolzen und zerbrochenen Menschen gehört. Und kleiner Funfact, Nancy kam diese Idee der Gegenüberstellung schon vor Ewigkeiten in irgendeinem Restaurant und damals hat sie das alles einfach nur auf eine Serviette gekritzelt. Und wer hätte gedacht, dass einmal aus dieser Serviettenkritzelei Menschenherzen bewegt, berührt werden.
Wir haben diese Broschüre oder diese Liste in einer Broschüre besser gesagt, für dich zusammengestellt und du kannst sie auf unserer Website belebeunsereherzen.com herunterladen.
Wenn du dein Herz nicht in Zerbruch demütigst, wirst du eines Tages gegen deinen Willen gedemütigt werden. Morgen mehr dazu bei Belebe unsere Herzen mit der Folge „Zerbruch bringt Segen“. Sei dabei.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
© 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.