Marie Falk: Nancy DeMoss Wolgemuth zählt ein paar Befürchtungen auf, die dir begegnen können, wenn du Demut in deiner Ehe umsetzen willst.
Nancy DeMoss Wolgemuth: „Und wer kümmert sich dann um mich?“ Gott wird es tun. Wenn du dich demütigst, wird Gott dich erhöhen. Er kümmert sich darum, was du brauchst. Du sagst: „Aber dann bin ich ja nur noch ein Fußabtreter!“ Weißt du was? Wenn du deinem Mann mit einer demütigen Haltung begegnest und er merkt, dass du bereit bist dazuzulernen, wundere dich nicht, dass dein Mann dich auf Händen tragen wird!
Marie: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Wir befinden uns in der Sendungsreihe „Seeking Him – Neu belebt von Ihm“. Das dazu passende Kursbuch gibt es beim Rigatio Verlag. Das Kapitel 2 des Kurses ist eine schonungslose Lektion in Sachen Demut. Nancy lehrt hier über Stolz …
Marie Falk: Nancy DeMoss Wolgemuth zählt ein paar Befürchtungen auf, die dir begegnen können, wenn du Demut in deiner Ehe umsetzen willst.
Nancy DeMoss Wolgemuth: „Und wer kümmert sich dann um mich?“ Gott wird es tun. Wenn du dich demütigst, wird Gott dich erhöhen. Er kümmert sich darum, was du brauchst. Du sagst: „Aber dann bin ich ja nur noch ein Fußabtreter!“ Weißt du was? Wenn du deinem Mann mit einer demütigen Haltung begegnest und er merkt, dass du bereit bist dazuzulernen, wundere dich nicht, dass dein Mann dich auf Händen tragen wird!
Marie: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Wir befinden uns in der Sendungsreihe „Seeking Him – Neu belebt von Ihm“. Das dazu passende Kursbuch gibt es beim Rigatio Verlag. Das Kapitel 2 des Kurses ist eine schonungslose Lektion in Sachen Demut. Nancy lehrt hier über Stolz und Demut und setzt damit die Sendungsreihe über persönliche Erweckung fort.
Wenn dir unklar ist, was ich meine, wenn ich von einem Kursbuch spreche, dann schau doch mal auf unserer Website belebeunsereherzen.com vorbei und bestell dir dein eigenes Exemplar des Kurses „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“. Hier ist Nancy.
Nancy: Wenn wir nun den Herrn weiter um Erweckung bitten, müssen wir verstehen, dass dieses Thema Stolz keine Nebensache ist. Für Gott ist es eine sehr große Sache. Die Schrift sagt, dass Gott den Stolzen widersteht, aber die Demütigen mit Gnade überschüttet und dass er die Stolzen auf Abstand hält. Ein Ausleger hat es so formuliert: „Er rüstet sich selbst für die Schlacht gegen die Stolzen.“
Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber ich möchte, dass Gott sich mir naht. Ich möchte mich Gott nahen. Aber wir sehen, nur wer demütig, gering, reumütig und zerbrochen ist, kann sich Gott nahen. Jedes Anzeichen von Stolz in meinem Leben ist also etwas, das Gott auf Distanz zu mir hält. Es hält mich von Gott getrennt. Es hält mich da, wo Gott sich gegen mich stellt.
Stell dir vor, den allmächtigen Gott gegen dich zu haben. Genau das geschieht, wenn wir stolz sind, wenn wir uns weigern, uns zu demütigen, wenn wir uns weigern, unser Fehlverhalten zuzugeben. Wir machen Gott zu unserem Gegner, wenn wir uns weigern, Verantwortung für unser Handeln und unsere Einstellungen zu übernehmen.
Und was macht Gott mit den Stolzen? Nun, immer und immer wieder sehen wir das in der Schrift. Daniel Kapitel 4. Das ist das Thema des Buches Daniel, wahrscheinlich: „... Wer aber hochmütig handelt, den kann er demütigen“ (V. 34).
Gott demütigt die, die sich nicht selbst demütigen wollen. Gott ist fest entschlossen, Stolz zu bestrafen und die Stolzen zu Fall zu bringen. Das sehen wir überall in der Bibel.
Lass mich dir eine Reihe von Bibelversen vorlesen, die zeigen, wie Gott sich den Stolzen gegenüber verhält. Jesaja Kapitel 2: „Die stolzen Augen der Menschen werden erniedrigt, und der Hochmut der Männer wird gebeugt werden; der Herr aber wird allein erhaben sein an jenem Tag“ (V. 11).
Und dann ein paar Verse aus den Sprüchen. „Auf Übermut folgt Schande“ (Sprüche 11,2). „Der Herr reißt das Haus der Stolzen nieder“ (Sprüche 15,25). Überleg das mal! Ist da Stolz in deiner Familie? Stolz in deiner Ehe? Stolz in deinem Herzen? Gott sagt: „Ich werde mich gegen deine Familie wenden. Ich reiße dein Haus nieder. Ich werde das Stolze zerstören.“
„Alle stolzen Herzen sind dem Herrn ein Gräuel, die Hand darauf – sie bleiben nicht ungestraft“ (Sprüche 16,5).
„Stolz kommt vor dem Zusammenbruch, und Hochmut kommt vor dem Fall“ (Sprüche 16,18). „Der Hochmut des Menschen erniedrigt ihn“ (Sprüche 29,23). „Wer stolze Augen und ein hochmütiges Herz hat“, sagt Gott, „den will ich nicht dulden“ (Psalm 101,5).
Und dann aus Jeremia: „Dann wird die Stolze stürzen und fallen, und niemand wird sie aufrichten“ (Jeremia 50,32 ELB). Und Obadja: „Wenn du aber auch dein Nest in der Höhe bautest wie der Adler und es zwischen den Sternen anlegtest, so würde ich dich doch von dort hinunterstürzen!“, spricht der Herr (Obadja 1,4).
Dieses Prinzip zieht sich durch das gesamte Wort Gottes: Wenn du dich erhebst, wird Gott dich zu Fall bringen. Das ist eine logische Folge. Du kannst dich darauf verlassen. Wenn du dich überhebst – und das gilt für den Einzelnen, wie für eine ganze Familie. Das gilt für die Gemeinde und für eine ganze Nation. Das gilt genauso an einem Arbeitsplatz wie auch für alle Länder dieser Erde. Wenn du dich überhebst, wird Gott dich zu seiner Zeit und auf seine Weise erniedrigen.
Aber hier ist auch die andere Seite der Medaille. Wenn du dich entscheidest, dich zu demütigen, wird Gott dich erhöhen. Er wird die erhöhen, die sich selbst demütigen. Die ihren rechtmäßigen Platz unter seiner Autorität einnehmen. Wir wollen uns hier ein paar Augenblicke Zeit nehmen, um das beste Beispiel wahrer christlicher Demut überhaupt anzuschauen, das Beispiel unseres Herrn Jesus.
Schlag in deiner Bibel Philipper 2 auf. Du kennst diesen Abschnitt bestimmt, aber ich habe festgestellt, dass dies eine Stelle ist, zu der ich immer und immer wieder zurückkehren muss, um mich zu erinnern, wie Demut aussieht. Das ist die Gesinnung, die ich – die wir – haben wollen, die wir haben müssen, wenn wir den Herrn suchen. Es ist der Geist Christi, dieser demütige Geist.
Paulus beginnt also in Philipper 2, aber eigentlich ist es im ganzen Philipperbrief Thema. Vielleicht magst du ja diesen Brief einmal für dich durchlesen und nach Hinweisen und Merkmalen für Demut suchen.
Im Philipperbrief gibt es auch einige Hinweise auf Stolz. Erinnerst du dich an die beiden Frauen, die nicht miteinander auskamen? Paulus sagt: „Ihr müsst lernen, miteinander auszukommen.“ Das waren zwei Frauen, die in der Gemeinde dienten. Oh, und wie oft finden wir genau das heute in unseren Gemeinden: Frauen, die nicht miteinander auskommen.
Paulus sagt „Demütigt euch.“ Hier in Kapitel 2, mitten im Philipperbrief, finden wir dieses wunderbare Portrait des demütigsten aller Menschen. Er ist gleichzeitig der Erhabenste, der jemals lebte: der Herr Jesus (Christus).
Paulus sagt hier also in den Versen 1-2: „Gibt es nun [bei euch] Ermahnung in Christus, gibt es Zuspruch der Liebe, gibt es Gemeinschaft des Geistes, gibt es Herzlichkeit und Erbarmen, so macht meine Freude völlig, dass ihr eines Geistes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und auf das eine bedacht seid.“ Er spricht hier zum Leib, zu einer Ortsgemeinde.
Er sagt: „Hey, ihr Leute in Philippi und ihr Leute in Hamburg oder Wien oder Bern oder wo immer ihr lebt, dort in eurer Ortsgemeinde, seid eines Sinnes. Seid einmütig.“
Nun fragst du: „Heißt das, dass wir dann keine Differenzen, keine Meinungsverschiedenheiten mehr haben werden?“ Nein, die werdet ihr weiterhin haben, aber ihr werdet in der Lage sein, euch zu demütigen und einander in euren Differenzen zu lieben und gemeinsam den Herrn zu suchen und ihm zu gefallen.
Über deine Ehe sagt er: „Ihr beide, Mann und Frau, seid eines Sinnes.“ Das bedeutet nicht, dass ihr nicht eure unterschiedlichen Stärken in eure Ehe einbringen könnt. Es bedeutet nicht, dass ihr keine eigene Meinung vorbringen könnt. Aber es bedeutet, dass ihr euch beide, Mann und Frau, der Herrschaft Jesu unterordnet. Jetzt heißt es nicht mehr: Sie will dies und er will das, und ihre Meinung ist richtig, und seine Meinung ist richtig, was zu diesem unvermeidlichen Zusammenprall führt.
Sondern hier sind jetzt zwei Menschen, die zusammengekommen sind, die sich gedemütigt und gemeinsam ihre Knie und ihre Herzen vor der Herrschaft Jesu gebeugt und gesagt haben: „Herr, Du sollst die Herrschaft über diese Ehe, dieses Haus, diese Gemeinde haben. Tu, was Du willst. Nicht, was wir wollen, sondern was Du willst. Dein Wille geschehe.“ So wird man eines Sinnes.
Und Paulus sagt dann in Vers 3: „Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz.“ Tut nichts, um euch mit anderen zu vergleichen. Tut nichts, um besser dazustehen, um andere zu übertrumpfen. „Sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst.“ Eine andere Übersetzung sagt: „Und achtet die anderen höher als euch selbst“ (NLB).
Ich möchte dich etwas fragen. Denk mal einen Moment an deinen Ehepartner. Denk an die Menschen in deinem Hauskreis, an deiner Arbeitsstelle, diejenigen, mit denen du lebst und arbeitest, mit denen du zur Gemeinde gehst. Achtest du sie alle höher als dich selbst?
Ich sage dir eines: Es wird in deiner Ehe einen immensen Unterschied ausmachen, wenn du beginnst, mit deinem Mann in Demut umzugehen, wenn du ihn für bedeutender hältst als dich selbst.
Du sagst: „Und wer kümmert sich dann um mich?“ Gott wird es tun. Wenn du dich demütigst, wird Gott dich erhöhen. Er kümmert sich um deine Bedürfnisse. Du sagst: „Aber dann bin ich ja nur noch ein Fußabtreter!“ Weißt du was? Wenn du dich deinem Mann mit einer demütigen Haltung näherst und zeigst, dass du bereit bist, dazuzulernen, wirst du wahrscheinlich erleben, dass dein Mann dich auf Händen tragen wird.
Ich behaupte nicht, dass das auf jeden Fall so geschehen wird. Vielleicht wird es nicht so sein. Vielleicht lebt dein Ehemann nicht mit dem Herrn. Aber es gibt in uns Menschen etwas, das sich einfach zu Demut hingezogen fühlt.
Überleg mal, wie das bei deinen Kindern ist. Wie ist das, wenn sie sich demütigen und belehrbar, aufgeschlossen und folgsam sind? Fühlst du dich dann nicht eher zu ihnen hingezogen, als wenn sie mit verschränkten Armen und verdrehten Augen vor dir stehen und sich deiner Leitung und Autorität widersetzen? Wenn deine Kinder dir gegenüber aufmüpfig sind, willst du ihnen dann nicht auch widerstehen?
Gott widersteht den Hochmütigen; den Demütigen aber gibt er Gnade. Darum sagt er: „Achte andere höher als dich selbst.“ Du brauchst die Gesinnung Jesu, um das zu tun. Es ist nicht natürlich; es ist übernatürlich.
Und dann sagt Paulus in Vers 4: „Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen.“ Denk nicht nur an deine Hobbys, deine Interessen, deine Angelegenheiten, deine Familie, die Dinge, die für dich von Bedeutung sind. Achte auf die Interessen anderer.
Wenn du dich mit jemandem treffen willst, stell dir folgende Fragen: „Wie kann ich diese Person aus der Reserve locken? Was liegt ihr auf dem Herzen? Wie kann ich herausfinden, was sie braucht? Was ihre Nöte und Sorgen sind?“ Zeige Interesse an anderen.
Verse 5-7: „Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern er entäußerte sich selbst, (er machte sich selbst zu nichts) [und] nahm die Gestalt eines Knechtes an.“ Das ist das Herzstück der Demut: die Gestalt eines Knechtes anzunehmen.
Du sagst: „Eigentlich macht es mir nichts aus, ein Diener zu sein, solange niemand von mir verlangt, anderen zu dienen. Ich möchte bestimmen, wem und wann und wie ich diene.“ Ist es so? Gott sagt: „Nein, mach es, wie Jesus es machte. Er entäußerte sich selbst (er verzichtete auf alle seine Vorrechte, NGÜ), nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen.“
Hier steigt der Schöpfer des Universums in der Gestalt eines Knechtes herab, um dem die Füße zu waschen, der ihn später verriet. Du bist Jesus nie ähnlicher, als wenn du dich selbst demütigst, um deiner Familie oder deiner Gemeinde zu dienen.
„Und in seiner äußeren Erscheinung als Mensch erfunden“, Vers 8, „erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam.“ Das ist ein weiteres Kennzeichen von Demut – Gehorsam. Anpassungsfähig sein. Reagierend auf gottgegebene Autorität. Jesus gehorchte dem Wort Gottes. Er gehorchte dem Willen Gottes. Er gehorchte den menschlichen Autoritäten, die Gott in sein Leben setzte.
Wie weit ging sein Gehorsam? Bis zum Tod! Den ganzen Weg, bis er sein Leben hingab, sogar bis zum Tod am Kreuz. Was geschah hier? Es war Gottes Prinzip. Du erniedrigst dich, und Gott wird dich erhöhen.
Verse 9-11: „Darum hat Gott ihn auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind; und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“
Petrus sagt es so in 1. Petrus Kapitel 5: „Ihr alle sollt euch gegenseitig unterordnen und mit Demut bekleiden!“ (V. 5a). Wenn du dich morgens anziehst, denk dran, nicht nur deine Kleidung anzuziehen, sondern auch Demut. Jede von euch soll sich mit Demut im Umgang mit anderen bekleiden.
Zieh sie besser an, bevor du dein Schlafzimmer am Morgen verlässt. Zieh sie besser an, bevor du deinen Ehemann siehst. Zieh sie besser an, bevor du deine Kinder siehst. Zieh sie besser an, bevor du zur Arbeit gehst.
„Bekleidet euch mit Demut im Umgang miteinander, denn Gott widersteht den Hochmütigen; den Demütigen aber gibt er Gnade“ (V. 5). Diese Gnade brauchen wir alle dringend, du und ich, an jedem Tag und in jedem Augenblick unseres Lebens. Wir werden uns in dieser Podcast-Reihe noch länger damit beschäftigen.
Du wirst niemals Gottes Gnade bekommen, wenn du nicht lernst, dich zu demütigen. (1. Petrus 5,6) „So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit!“
Ich möchte euch eins sagen, meine Damen – Ich habe es schon viele Male in den letzten Jahren gesagt, und ich sage es noch einmal: Demut ist niemals der falsche Weg.
Wenn du abends zu Bett gehst und du liegst da mit dem Gesicht zur Wand und mit deinem Rücken zu deinem Mann, und da ist dieser riesige Eisberg zwischen euch, weil ihr euch verletzende Sachen gesagt habt, er hat angefangen, du hast angefangen, und du weißt, dass es zu diesem Zeitpunkt eigentlich egal ist.
Aber du sagst: „Er muss sich demütigen.“ Und Gott sagt: „Demütige du dich. Renn zum Kreuz. Versuch, als Erste dort anzukommen. Nimm die Einstellung Jesu an, des Knechtes, des Einen, der die Interessen anderer über seine eigenen stellte.“ Demütige dich.
Versuch, die Erste zu sein, die um Vergebung bittet, wenn du ein Familienmitglied scharf angegangen bist – ein Kind, dass du im Ärger bestraft hast. Geh zurück, bitte um Vergebung. Sag: „Ich war im Unrecht. Ich habe gesündigt. Kannst du mir bitte vergeben?“ Und wenn du diese Worte nicht rauskriegst, dann bete: „Gott, ich brauche Gnade dafür, mich zu demütigen, dass ich diese Worte sagen kann.“
In jeder Lebenslage und Situation gibt es den Weg der Demut, den du einschlagen kannst. Du kannst dich entscheiden, dich mit Demut zu bekleiden. Mehr von Jesus; weniger von mir. Alles von Jesus; nichts von mir. Das ist der Weg der Demut.
Nun denkst du vielleicht: „Die werden mir alle auf der Nase herumtanzen. Meine Bedürfnisse werden nicht gestillt.“ Ich kann dir versichern, dass deine Bedürfnisse gestillt werden. Gott wird sich dir nahen. Er wird sich um dich kümmern. Er wird dich mit seiner Gnade überschütten, wenn du den Ort der Demut wählst. Wenn du das aber nicht tust, entscheidest du dich dafür, dass Gott sich dir ein Leben lang entgegenstellt.
Das geschieht aktuell in unseren Gemeinden. Gott widersteht Ehen, Einzelnen, Paaren, Familien, weil sie stolz sind. Er sagt: „Willst du Erweckung? Ich erwecke die Herzen der Zerbrochenen, der Geringen, derjenigen, die erkennen, dass sie nichts sind, und ich alles bin.“
O Herr, wir beten so sehr um eine Taufe der Demut. Tauche uns ganz in Demut ein. Bekleide uns mit ihr. Mögen wir den Weg der Demut wählen, wie Jesus es um unseretwillen getan hat. Der Reiche wurde für uns arm, damit wir durch seine Armut reich würden.
Herr, hilf uns, befreie uns von diesem Stolz, von dieser hässlichen, verdorbenen, egozentrischen Denk- und Lebensweise, die uns so gefangen hält. Lass uns als Frauen, die in Demut leben, in unsere Häuser zurückgehen. Und auch in unsere Gemeinden, an unsere Arbeitsplätze. Damit wir dort die Demut Christi ausstrahlen und den Wohlgeruch der Demut Christi verbreiten. Nicht, damit andere sagen: „Schau, wie demütig sie ist!“ Sondern damit sie sagen: „Schau, wie groß Gott ist!“
Du sollst erhoben werden. Ich bete in Jesu Namen, Amen.
Marie: Das war Nancy DeMoss Wolgemuth mit einer Botschaft über Demut, die jede Frau nötig hat. Warum? Weil wir alle in der Versuchung stehen, stolz zu sein. Nancy haben die Gedanken von Dick Eastman zum Thema Demut sehr geholfen und sie auch tief bewegt. Und wir haben Dick Eastman gefragt, ob er nicht ein paar dieser Gedanken zu Philipper 2 mit uns teilen könnte.
Dick Eastman: In der Geschichte hat es noch nie eine Erweckung oder einen geistlichen Aufbruch gegeben, bei dem Demut nicht von absolut grundlegender Bedeutung gewesen wäre. Und wir alle kennen die großartige Anweisung aus 2. Chronik 7,14, die so oft zitiert wird, wenn wir von Erneuerung oder Erweckung sprechen.
Doch manchmal übersehen wir, dass die allererste Eigenschaft oder Anweisung, die dort erwähnt wird, nicht das Gebet als solches ist. Es ist nicht einmal die Buße, obwohl diese unmittelbar darauf folgt. Sondern es heißt: „Und mein Volk, über dem mein Name ausgerufen worden ist, – die erste Sache ist – demütigt sich.“ Und danach heißt es, dass sie beten und sein Angesicht suchen. Hier dient das Gebet dazu, Gott um Segen und andere Dinge zu bitten. Eigentlich geht es aber um das Suchen seines Angesichtes. Das ist das Wesentliche, über das wir hier sprechen: Es ist das Rufen zu Gott, weil er der ist, der er ist.
Und wenn wir uns dann von unseren bösen Wegen abwenden, also Buße tun, verspricht er, zunächst unsere Sünden zu vergeben und dann unser Land zu heilen. Man kann sich nicht damit beschäftigen, was Demut ist, ohne unmittelbar zu Christus und zum Kreuz zu kommen.
In Philipper 2 werden uns das Leben Jesu und seine Demut besonders deutlich beschrieben. Ich lese hier aus der Neues Leben Übersetzung den Vers 2, wo Paulus die Gläubigen in Philippi bittet: „Macht doch meine Freude vollkommen, indem ihr in guter Gemeinschaft zusammenarbeitet, einander liebt und von ganzem Herzen zusammenhaltet.“
Und dann nennt er im nächsten Vers dieser Übersetzung drei Dinge, die sehr gut zu unserem heutigen Thema passen, drei Aufforderungen, etwas NICHT zu tun. Zuerst mahnt er: „Seid nicht selbstsüchtig.“ Natürlich ist das der Anfang aller Demut. Und gleich danach sagt er: „Strebt nicht danach, einen guten Eindruck auf andere zu machen, sondern seid bescheiden und achtet die anderen höher als euch selbst“ (V. 3-4).
Und dann folgt seine dritte Aufforderung: „Denkt nicht nur an eure eigenen Angelegenheiten, sondern interessiert euch auch für die anderen und für das, was sie tun“ (V. 4).
Ich habe oft gesagt, dass Demut nicht so sehr bedeutet, dass man sich selbst runtermacht, sondern dass man die anderen um sich herum erhöht. Wenn man das tut, ist man automatisch niedriger als sie.
In den Versen 5-7 heißt es dann: „Geht so miteinander um, wie Christus es euch vorgelebt hat. Obwohl er Gott war, bestand er nicht auf seinen göttlichen Rechten. Er verzichtete auf alles.“ Das ist der Schlüssel.
Verse 7-11: „[...] Er nahm die niedrige Stellung eines Dieners an und wurde als Mensch geboren und als solcher erkannt. Er erniedrigte sich selbst und war gehorsam bis zum Tod, indem er wie ein Verbrecher am Kreuz starb. Deshalb hat Gott ihn in den Himmel gehoben und ihm einen Namen gegeben, der höher ist als alle anderen Namen. Vor diesem Namen sollen sich die Knie aller beugen, die im Himmel und auf der Erde und unter der Erde sind. Und zur Ehre Gottes, des Vaters, werden alle bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist.“
Ich glaube, wenn die Gemeinde anfängt, sich wirklich zu demütigen, ist das mit die wichtigste Voraussetzung für eine echte Erweckung. 1998 forderte Gott mich zum zweiten Mal in meinem Leben auf, einen ganzen Monat im Gebet zu verbringen. Ich unterbrach meinen gewohnten Tagesablauf und verharrte im Gebet, statt wie sonst am Schreibtisch zu sitzen.
Ich entschied mich für den Dezember 1998. Und siehe da, ein oder zwei Tage vor Thanksgiving bekam ich ein kleines Päckchen, was eins der schönsten Geschenke enthielt, die ich jemals bekommen habe, ein kleines Buch mit dem Titel „Demut“. Also nahm ich es mit an den Ort, wo ich beten wollte.
Ich saß also am ersten Tag einfach so da und beschloss, das Buch ganz hinten aufzuschlagen. Normalerweise mache ich sowas nie. Ich las, was Andrew Murray dort schrieb: „Wenn du Demut wirklich verstehen willst, dann verbringe einen Monat im Gebet darüber.“ Und genau das tat ich. An jedem einzelnen Tag war es neben der Bibel das einzige Buch, in dem ich las.
Ich möchte ein paar Dinge daraus vorlesen. An einer Stelle schreibt Andrew Murray: „Das christliche Leben hat überall da großen Schaden erlitten, wo Gläubige nicht zu der klaren Erkenntnis geführt wurden, dass für uns als Geschöpfe nichts natürlicher, schöner und gesegneter ist, als nichts zu sein und Gott alles sein zu lassen.“
Und dann fügte er hinzu: „Demut ist schlicht und ergreifend die Wahrnehmung unserer völligen Nichtigkeit im Lichte dessen, dass er wirklich alles ist, und wir dahin geführt werden, Gott auch alles sein zu lassen.“
Ein wenig später sagt er Folgendes, und ich finde es großartig: „Die Demut ist der einzige Boden, in dem die Gnade Wurzeln schlägt. Jede Unvollkommenheit und jedes Versagen kann durch einen Mangel an Demut hinreichend erklärt werden. Demut ist nicht so sehr eine Gnadengabe oder Tugend wie die anderen. Sie ist die Wurzel aller, weil nur sie allein die richtige Haltung vor Gott einnimmt und ihm als Gott alles zu tun erlaubt.“
Daraufhin erklärt er: „Wenn Demut die Wurzel des Baumes ist, so muss seine Natur in jedem Zweig, jedem Blatt und in jeder Frucht sichtbar sein. Wenn Demut die erste und alles umfassende Gnade des Lebens Christi ist, wenn sie das Geheimnis seines Sühneopfers birgt – dann hängen die Gesundheit und Stärke unseres geistlichen Lebens vollkommen davon ab, ob wir diese Gnade ebenfalls an erste Stelle setzen.“
Vielleicht fragen wir uns dann: „Wie wird man denn demütig?“ Dafür müssen wir zu dieser Schriftstelle zurückgehen. Sei nicht selbstsüchtig. Das ist die eine Sache. Eine andere: Versuche nicht, einen guten Eindruck auf andere zu machen, sondern sei demütig und halte die anderen für besser als dich selbst. Und dann das dritte, das du nicht tun solltest: Denke nicht nur an deine eigenen Angelegenheiten, sondern interessiere dich für die anderen.
Wenn man sich die großen Führungspersönlichkeiten der Vergangenheit ansieht, die, die den größten Einfluss hatten, stellt man fest, wie bescheiden sie waren. Das zeigte sich darin, dass sie ihr Interesse auf andere richteten. Demut bedeutet, etwas zu opfern und sich selbst zu verschenken. Deshalb steht sie an erster Stelle auf der Liste. 2. Chronik 7,14: „Wenn mein Volk sich demütigt.“ Demut wird immer der Schlüssel zur Erweckung sein.
Marie: Das war Dick Eastman zum Thema Demut in Philipper 2. Wir werden Ende der Woche nochmal von ihm hören. Vor Eastman sprach Nancy DeMoss Wolgemuth über den Zusammenhang zwischen Erweckung und Demut.
Sie hat auch zu dem Thema Demut ein sehr anschauliches Buch geschrieben mit dem Titel „Zerbruch - Neu belebt von Gott“. Eine zeitlose Botschaft, die dir lange im Gedächtnis bleiben wird. „Zerbruch“ ist ein dünnes Buch, vollgepackt mit tiefgründigen Gedanken zu Demut. Es enthält u.a. auch eine Liste der Unterschiede zwischen stolzer und demütiger Menschen. Und diese Liste, ich bin mir sicher, wird dich zum Innehalten, Nachdenken und zur Buße anregen. Wir haben diese Liste für dich in einer Broschüre zusammengefasst. Du findest sie im Transkript zur heutigen Sendung unter belebeunsereherzen.com. Schau sie dir an.
Bei einem großen Treffen für Christen im vollzeitlichen Dienst sprach Nancy über Zerbruch und Demut. Es war eine vom Geist erfüllte Botschaft, die Gott intensiv nutzte um in den darauffolgenden Tagen viele Menschen zur öffentlichen Buße ihrer Sünden zu bewegen.
Und Morgen werden wir einen Teil dieser Botschaft hören. Also sei wieder dabei, wenn es heißt herzlich willkommen bei Belebe unsere Herzen.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.