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Warum Fasten?

Markus 9 beinhaltet eine Geschichte, die ich schon zigmal gelesen habe. Jesus und seine engsten Jünger kamen von dem Berg herunter, auf dem sie die Verklärung erlebt hatten, und waren auf dem Weg, sich den anderen Jüngern wieder anzuschließen.

Als Jesus, Petrus, Jakobus und Johannes auf dem Berg waren, hatten die übrigen Jünger eine Begegnung mit einem verzweifelten Vater und dessen Dämonen-besessenen Sohn.

„Meister, ich habe meinen Sohn hergebracht zu dir, der hat einen sprachlosen Geist. Und wo er ihn erwischt, reißt er ihn zu Boden; und er hat Schaum vor dem Mund und knirscht mit den Zähnen und wird starr. Und ich habe mit deinen Jüngern geredet, dass sie ihn austreiben sollen, und sie konnten’s nicht.“ (Markus 9,17-18)

Es war bei dieser Begegnung, bei welcher der Vater eines meiner Lieblingsgebete der ganzen Bibel betete: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (V. 24) Jesus trieb den Dämon aus dem Sohn aus, und er stand gereinigt und geheilt vor den Augen seines Vaters auf.

Nachdem sich der Staub gelegt hatte, stellten die Jünger eine wichtige Frage: „Warum konnten wir ihn nicht austreiben?“ (V. 28)

Jesus antwortete: „Diese Art kann durch nichts ausgetrieben werden als durch Gebet [und Fasten].“ (V. 29)

Für mich sind die beiden Worte in den Klammern des Textes wie ein Goldnugget der Wahrheit, das ich zuvor nie bemerkt hatte.

„Diese Art kann nur durch Gebet und Fasten ausgetrieben werden“?

Wenn das für ein von Dämonen geplagtes Kind und dessen verzweifelten Vater galt, gilt es dann auch für etwas in meinem Leben? Was ist mit den Dingen, die mich immer wieder zu Boden werfen oder in den Seilen hängen lassen? Kann man damit nur durch Gebet und Fasten fertig werden? Was ist, wenn ich durchs Feuer gehe, wie dieser Junge? Sind Gebet und Fasten der einzige Ausweg? Was ist mit den Dingen, die ich immer wieder in Ordnung zu bringen versuche, aber es gelingt mir nicht? Ist Fasten der Schlüssel, der das Heilmittel erschließt?

Diese Fragen trieben mich an, in Gottes Wort nach Antworten auf die große Frage zu suchen: „Sollte ich fasten?“
Hier ist, was ich gefunden habe.

Gute Gründe für das Fasten

Fasten ist ein Thema, das sich durch die ganze Heilige Schrift zieht. Fasten wird den Gläubigen nirgends vorgeschrieben, aber die Bibel gibt uns viele gute Gründe zu fasten, unter anderem:

Fasten in guter Gesellschaft

Ich kann dieser Liste unzählige Gründe zum Fasten entnehmen. Die Heilige Schrift zeigt uns außerdem, dass viele der Helden unseres Glaubens, einschließlich Jesus, gefastet haben.

  • Mose fastete, bevor er die Zehn Gebote empfing. (5 Mose 9,9-18)
  • David fastete, um die Krankheit seines Kindes zu beklagen und Gott um sein Eingreifen zu bitten. (2 Sam 12,1-23)
  • Esra fastete, um die Sünden seines Volkes zu beklagen. (Esra 10,6-17)
  • Esther fastete für die Befreiung und Rettung der Juden. (Est 4,15-17)
  • Daniel fastete für eine Gebetserhörung. (Dan 10,1-3)
  • Die Ältesten der Gemeinde in Antiochia fasteten, bevor sie Missionare aussandten. (Apg 13,1-3)
  • Jesus selbst fastete, bevor er seinen Dienst antrat. (Mt 4,1-2)

So wie diese Menschen möchte ich sein, wenn ich mal groß bin. Ich möchte die Kraft von Mose, Davids Leidenschaft für den Herrn, Esthers Mut, Daniels Kühnheit, den Fokus der Gemeinde in Antiochia auf das Evangelium. Aber vor allem möchte ich sein wie Jesus. Wenn Jesus selbst fastete, möchte ich seinem Beispiel folgen.
Wenn wir in der Bibel nach guten Gründen für das Fasten suchen, gibt es viele davon. Aber die Bibel bietet auch ein paar schlechte Gründe für das Fasten.

3 Schlechte Gründe für das Fasten

Nicht alle Arten zu fasten sind gottgefällig. Hier sind drei schlechte Gründe für das Fasten.

1. Um Gott zu manipulieren

Die Menschen, die in Jesaja 58 beschrieben werden, fasteten regelmäßig, aber sie waren eingeschnappt, als Gott es nicht zu bemerken schien. (V. 3) Gott nutzte die Gelegenheit, um sein Volk über wahres und falsches Fasten zu belehren. Was ist das Entscheidende? Beim Fasten geht es um die Positionierung unseres eigenen Herzens, nicht darum, Gott zu manipulieren oder ihn zu überreden. Es geht hier nicht um einen Kuhhandel, bei dem wir fasten und Gott uns gibt, was wir wollen. (Das würde ihn zu einem ziemlich kleinen Gott machen, oder?) Es ist ein Geschenk, das er uns macht, nicht ein Geschenk, das wir ihm machen.

2. Um unsere Sünde zu beschönigen

Die Pharisäer fasteten ebenfalls regelmäßig, aber sie waren auch sehr gut darin, das Entscheidende dabei zu übersehen. In Lukas 18,9-14 tadelt Jesus einen Pharisäer, der öffentlich erklärt, dass er zweimal in der Woche fastet, aber gleichzeitig seine eigene Sünde beschönigt. Fasten ist kein Ersatz für Buße.

3. Um zu prahlen

Jesus sagte, wir sollten im Verborgenen beten. Nicht, weil Fasten beschämend ist oder etwas, das man verbergen sollte, sondern weil es etwas Persönliches ist – es ist etwas zwischen dir und Gott. Wenn deine Motivation für das Fasten darin besteht, andere zu beeindrucken, damit sie dich als super geistlich oder besonders heilig ansehen, dann, liebe Schwester, geh ruhig hin und genieß deine Pizza, denn darum geht es beim Fasten nicht.

Ruft Gott dich zum Fasten auf?

Ich habe bereits gesagt, dass Gottes Wort eine Menge zum Thema Fasten zu sagen hat! Und ich fange gerade erst an loszulegen, denn es gibt noch so viel darüber zu sagen. Schau auf jeden Fall in einer Woche wieder auf unserer Website vorbei und lies den Folgebeitrag „Wie kann man (Frau) fasten – Eine zeitgemäße Anleitung“, in dem du einige praktische Tipps zum Fasten findest.

Dieser Blogbeitrag wurde im Original von Erin Davis verfasst und bei Revive Our Hearts veröffentlicht.