Dannah Gresh: Wusstest du, dass die Beschäftigung mit Gottes Wort mit einer ausgewogenen Ernährung vergleichbar ist? Kelly Needham sagt:
Kelly Needham: Es ist Nahrung für unsere Seele. Es ist eine geistliche Speise, die geistliche Lebensfreude und Gesundheit in uns schafft. Ich spüre das in meinem eigenen Leben – manchmal auf ganz konkrete Weise und manchmal einfach allgemein, wenn ich ein tiefes Empfinden von Freude und Zufriedenheit habe.
Dannah: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Ich heiße Sabine Ross und bin die deutsche Stimme von Dannah Gresh.
Belebe unsere Herzen möchte dich ermutigen, dich mit Gottes Wort zu beschäftigen. Wir sprechen darüber, wie wir Gottes Wort zu einer Priorität machen und neue Gewohnheiten entwickeln können, um die Bibel häufiger aufzuschlagen.
Vielleicht gab es ja in deinem Leben auch schon mal eine Zeit, wo du das Wort Gottes …
Dannah Gresh: Wusstest du, dass die Beschäftigung mit Gottes Wort mit einer ausgewogenen Ernährung vergleichbar ist? Kelly Needham sagt:
Kelly Needham: Es ist Nahrung für unsere Seele. Es ist eine geistliche Speise, die geistliche Lebensfreude und Gesundheit in uns schafft. Ich spüre das in meinem eigenen Leben – manchmal auf ganz konkrete Weise und manchmal einfach allgemein, wenn ich ein tiefes Empfinden von Freude und Zufriedenheit habe.
Dannah: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Ich heiße Sabine Ross und bin die deutsche Stimme von Dannah Gresh.
Belebe unsere Herzen möchte dich ermutigen, dich mit Gottes Wort zu beschäftigen. Wir sprechen darüber, wie wir Gottes Wort zu einer Priorität machen und neue Gewohnheiten entwickeln können, um die Bibel häufiger aufzuschlagen.
Vielleicht gab es ja in deinem Leben auch schon mal eine Zeit, wo du das Wort Gottes mit Leidenschaft gelesen hast, doch dann bist du nach und nach wieder davon abgekommen. Vielleicht bist du auch drangeblieben, hast aber gemerkt, dass dein Appetit auf die Bibel nachgelassen hat. Oder es ist für dich noch ganz neu, Gott kennenzulernen und sein Wort zu lesen, und du fragst dich, wo du eigentlich anfangen sollst.
Darum gehen wir heute zu der Frage zurück, „warum“ wir eigentlich die Bibel lesen. Warum hat Gott sie uns gegeben? Warum müssen wir uns unbedingt mit ihr beschäftigen? Die Antwort auf diese Fragen kann die Leidenschaft des Bibellesens ganz neu entfachen. Und um uns dabei zu helfen, ist heute eine gute Freundin von Revive Our Hearts bei uns zu Gast: Kelly Needham.
Kelly ist schon seit einiger Zeit Bloggerin bei Revive Our Hearts. Sie hat auch bei einigen unserer Veranstaltungen gesprochen und ist Autorin mehrerer Bücher. Kelly liebt es, Frauen zu lehren, wie sie das Wort Gottes studieren können. Herzlich willkommen, Kelly!
Kelly: Danke Dannah, danke Nancy. Es ist schön, heute bei euch zu sein!
Nancy DeMoss Wolgemuth: Ich habe mich sehr auf dieses Gespräch mit euch gefreut! Was mich im Laufe der Jahre wirklich inspiriert hat, Gottes Wort noch mehr zu lieben, war die Gemeinschaft mit Menschen, die es auch lieben. Wenn ich an dich denke, Dannah, und an dich, Kelly – jedes Mal, wenn ich mit euch beiden zusammen bin, gehe ich mit einer tieferen Liebe zu Jesus und zu seinem Wort nach Hause.
Ihr verstärkt in mir den Wunsch, meine Bibel aufzuschlagen, darin zu lesen, mein Herz darin zu verankern und mein Leben darauf aufzubauen. Also, Kelly, ich schließe mich Dannah an, und ich danke dir so sehr, dass du hier bei Belebe unsere Herzen mit uns im Gespräch bist.
Kelly: Ja, genauso empfinde ich es auch bei euch beiden. Es ist so eine Ermutigung… und zu sehen, dass diese Sehnsucht in euch über all die Jahre nicht nachgelassen hat, sondern tiefer und stärker geworden ist. Das wünsche ich mir auch für mein Leben – so viele Jahre, wie Gott mir noch gibt.
Nancy: Also Kelly, ich würde gerne von dir hören: Wann fing das bei dir an, dass du eine Liebe zu Gottes Wort entwickelt hast? Wie geschah das in deinem Leben?
Kelly: Das erste Mal passierte es ganz allein in meinem Schlafzimmer. Meine Eltern haben uns regelmäßig mit in die Gemeinde genommen, aber zu Hause haben wir nicht viel über geistliche Dinge gesprochen. Aber eines Tages, als ich ungefähr im Teenageralter war, habe ich meine Bibel aufgeschlagen – nicht im Kindergottesdienst, sondern einfach so. Und das war damals nicht gerade normal für mich.
Ich weiß nicht mehr, warum ich sie aufgeschlagen habe. Ich weiß auch nicht mehr, was ich gelesen habe, oder welche Stelle es war. Aber ich erinnere mich an dieses Empfinden: „Gott spricht zu mir!“ So, als ob er mir Antworten gab auf meine kleinen Teenager-Fragen und -Probleme – auf eine Weise, die so real, so gegenwärtig und so passend war. In dem Moment war mir klar: Das Wort Gottes ist lebendig!
Es fühlte sich für mich lebendig an! Es half mir, mit den Augen meines Herzens Gott auf eine Weise zu sehen, wie ich ihn zuvor noch nie gesehen hatte. Danach hat es mich gepackt – im allerbesten Sinn! Ich konnte einfach nicht genug davon bekommen. Kurz darauf begegnete ich einer Frau, die eine meiner Sonntagsschullehrerinnen war. Ich würde sagen, sie war die erste Person, die diesen Samen umhegt und gegossen hat.
Sie wurde für mich eine Begleiterin, eine Gesprächspartnerin, die nie müde davon wurde, dass ich ihr nach dem Unterricht hinterherlief, um ihr all die Fragen zu stellen, die ich über das Wort hatte. Und genau dort begann meine Liebe zu seinem Wort.
Nancy: War es eine ununterbrochene Liebe zum Wort Gottes? Hat sie vielleicht manchmal nachgelassen und musste dann wieder neu entfacht werden? Oder würdest du sagen, sie war ziemlich beständig?
Kelly: Ich würde liebend gern sagen, dass es all die Jahre dieselbe Leidenschaft gewesen ist. Aber das stimmt nicht – und das aus unterschiedlichen Gründen. Es gab Jahre, die einfach sehr voll waren; wir waren viel unterwegs. Mein Mann ist Musiker, und wir waren viele Jahre auf Tour. Da war es schwer, zwischen den Soundchecks und dem Schlafen im Tourbus Zeit zu finden – und ehrlich gesagt, manchmal war es auch schwer, überhaupt den Wunsch danach zu haben.
Es gab Zeiten des Leidens, in denen mir das Bibellesen, ehrlich gesagt, mehr Fragen und Zweifel brachte. Es fühlte sich nicht mehr so tröstlich an wie früher. Es war nicht mehr diese warme Decke der Geborgenheit. Es war ein Ringen, es hat mich herausgefordert.
So gab es verschiedene Phasen, in denen Hindernisse und Hürden dieses regelmäßige Lesen der Bibel erschwerten. Und doch – in seiner Güte hat Gott Menschen und Wege durch die örtliche Gemeinde und durch Freunde geschenkt, die mir auf diesem Weg geholfen haben.
Aber es war nicht einfach eine durchgehende, immer freudige Leidenschaft für das Wort Gottes. Es war vielmehr eine Reise. So wie wahrscheinlich auch bei euch. Und doch komme ich immer wieder an diesen Punkt zurück: „Hier begegne ich dem lebendigen Gott!“ Ganz gleich, wie lange ich mich fernhalte – dieses tiefe Sehnen in mir zieht mich schließlich doch wieder zurück.
Nancy: Lass uns da ein wenig stehen bleiben. Was erlebst du, wenn du das Wort Gottes wie eine gesunde Mahlzeit „isst“, wenn du es in großen Portionen in dein Herz aufnimmst – und was passiert, wenn du es nicht tust? Denn wir alle kennen ja diese Zeiten, in denen wir einfach begierig nach Gottes Wort sind. Und dann gibt es auch diese Phasen, in denen Geschäftigkeit oder Sünde oder schwierige Umstände uns irgendwie davon wegziehen.
Wenn du an die besten Zeiten denkst – die Phasen, in denen dein Leben so richtig durchdrungen war vom Wort, wo es dich genährt und gesättigt hat – welche Segnungen hast du erlebt? Was hast du erlebt, dass du sagen konntest: „Wow, wie tief ist das! Genau das liebe ich so sehr!“? Was bewirkt Gottes Wort in dir, wenn du es in dich aufnimmst?
Kelly: Ich denke, du hast es schon gesagt: Es ist Nahrung für unsere Seele. Es ist eine geistliche Speise, die geistliche Lebensfreude und Gesundheit in uns schafft. Ich spüre das in meinem eigenen Leben – manchmal auf ganz konkrete Weise und manchmal einfach allgemein, wenn ich ein tiefes Empfinden von Freude und Zufriedenheit habe.
Manchmal merke ich es gar nicht sofort selbst. Aber andere sagen zu mir: „Du scheinst in letzter Zeit weniger ängstlich.“ Dann denke ich: „Woran liegt das wohl?“ Und meist fällt mir auf: Mein Umgang mit Gott und seinem Wort war in dieser Zeit viel beständiger. Meine Seele war erfüllt. Ich habe regelmäßig vom Brunnen des lebendigen Wassers getrunken – da war kein inneres Austrocknen, kein Verdursten.
Ich merke auch, dass ich die Stürme des Lebens besser durchstehen kann – diese täglichen Ärgernisse, Unannehmlichkeiten, Konflikte mit Kindern, mit dem Ehepartner, oder auch einfach mit einem Fremden auf der Straße. Es wirft mich nicht mehr so schnell aus der Bahn.
Und selbst wenn es das einmal tut – dann sind diese Worte, die ich gerade gelesen habe, frisch in meinem Herzen. Ich schöpfe nicht aus etwas, das zwei Monate zurückliegt, sondern aus etwas, das zwei Stunden zurückliegt. Ich bete dann: „Herr, danke, dass du der bist, der …“ Du weißt, im Propheten Nahum steht: „(…) Wolken sind der Staub unter seinen Füßen“ (Nahum 1,3 LUT).
An einem schweren Tag hatte ich diesen Vers gerade gelesen. Ich schaute in den Himmel und dachte: „Gott, so groß bist du! Bitte erinnere mich jetzt ganz real daran!“ Und genau das hat mir dieses Wort gegeben. Es schenkt geistliche Lebenskraft für all die kleinen Dinge, die wir im Alltag durchstehen.
Nancy: Wenn wir über das Wort Gottes reden, dann denke ich oft daran, wie wir physische Nahrung in uns aufnehmen. Wenn wir uns ausgewogen ernähren, dann essen wir nicht nur Chips, Pizza und Popcorn, sondern wir nehmen eine nahrhafte, ausgewogene Kost zu uns.
Oft bemerkt man das Ergebnis nicht sofort, es fällt einem nicht direkt auf. Aber mit der Zeit erkennt man, dass es einem gut geht, dass man Energie hat, dass man gut durch den Tag kommt, dass manche Beschwerden, die man früher hatte, verschwunden sind.
Ich denke an meine Ernährung, als ich in den Zwanzigern war. Ich nenne jetzt mal keinen Namen, aber eigentlich hätte ich Aktien von einer bestimmten Fast-Food-Kette kaufen sollen, so oft, wie ich da durch den Drive-through gefahren bin! Und dann, mit dreißig, kam der Moment, als ich dachte: „Oh, mir geht’s gar nicht so gut!“
Dannah: Ja, ganz genau, bei mir war es auch mit dreißig.
Kelly: Jep!
Nancy: Ich wusste: „Da muss sich was ändern!“ Und weißt du, wenn man sich umstellt von schlechtem Essen zu gutem und auch umgekehrt, merkt man den Effekt nicht sofort – aber mit der Zeit schon. So ist es auch mit dem Wort Gottes. Wenn man seinen inneren Menschen tagtäglich mit Gottes Wort versorgt, merkt man den Effekt nicht sofort. Vielleicht doch – denk mal, welch ein Segen es für den Körper, die Seele und den Geist ist, Gottes Wort in sich aufzunehmen!
Aber oft sieht man die Ergebnisse erst mit der Zeit. Genauso ist es auch, wenn man sich davon entfernt. Man bemerkt die Folgen nicht sofort. Aber dann schaut man irgendwann zurück oder hält inne und fragt sich: „Was ist los mit mir? Warum bin ich so gereizt, warum bin ich so frustriert, so wütend? Was ist nur passiert?“
Und dann muss man sich prüfen: „Bekomme ich eigentlich eine ausgewogene, ausreichende Kost vom Wort Gottes?“ Oft ist das nicht der Fall – und trotzdem erwarten wir all die Segnungen!
Dannah: Das erinnert mich an zwei Dinge. Erstens daran, wie Jesus selbst sagte: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht!“ (Matthäus 4,4). Er selbst gibt uns also dieses Bild der Nahrung.
Wisst ihr, was mir in letzter Zeit aufgefallen ist? Alle reden auf einmal von diesen sogenannten „Superfoods“. So nennt man die. Sie sind fast immer grün, haben komplizierte Namen, die man kaum aussprechen kann, und schmecken meistens ziemlich gewöhnungsbedürftig! Neulich habe ich meiner Ärztin erzählt, dass ich mich oft so müde fühle. Da sagt sie zu mir: „Versuchen Sie es doch mal mit Superfoods!“ Und ich dachte nur: „O nein, schon wieder dieses Modewort!“
Aber wisst ihr was? Ich habe es mit diesen Superfoods dann tatsächlich ausprobiert. Und nach ungefähr zwei Wochen schaut mich mein Mann an und meint: „Sag mal, was machst du da eigentlich? Woher hast du plötzlich so viel Energie? Du schläfst nicht einmal besonders viel, und trotzdem siehst du fröhlicher aus!“ Und es stimmt! Es macht wirklich einen Unterschied, wenn mein Körper die richtige Nahrung bekommt.
Genauso ist es aber auch mit unserem Geist! An den Tagen, an denen ich es vorziehe zu hungern und nicht in die Bibel zu schauen, merke ich, dass ich irgendwie frustriert bin. Ich habe das Gefühl, als würde ich gegen Windmühlen ankämpfen. Alles ist schwer, ich habe keine Freude und bin innerlich durcheinander. Ich weiß gar nicht, wie ich es richtig beschreiben soll.
Und dann gibt es Zeiten, wo ich die erste und beste Zeit meines Tages im Wort verbringe. Da habe ich das Gefühl, dass sich die Minuten meines Tages vermehren, dass mir Zeit geschenkt wird und sich alles entschleunigt. Und ich merke: Ich bin geistlich gut genährt, denn ich begegne allem mit viel mehr Freude und neuer Energie!
Kelly: Absolut! Für mich ist das, als würde ich morgens meine Brille aufsetzen. Wenn ich das nicht tue, ist meine Sicht verschwommen. Ich stoße mich, verliere den Überblick: „Wo sind meine Schlüssel?“ Ich brauche ewig, bis ich etwas finde.
Aber wenn ich mir die Zeit nehme, die Brille aufzusetzen, sehe ich klar. Ich bekomme eine klare Sicht auf das, was in meinem Leben passiert, wo die Dinge sind und wie ich das eine oder andere vermeide.
Wenn ich meine Bibel lese und bei Gott zur Ruhe komme, dann merke ich: Genau das bewirkt es. Es hilft mir, mein Leben in die richtige Perspektive zu setzen. Kleine Dinge, an denen ich mich sonst vielleicht vier Stunden lang festgebissen hätte, nur weil ich etwas unbedingt durchziehen wollte… Plötzlich sehe ich klarer: „Nein, heute ist das dran, was der Herr mir vor die Füße gelegt hat.“ Er schenkt mir eine bessere Sicht, mehr Klarheit.
Und ich glaube, genau das spart uns letztlich Zeit. Es schenkt uns auch Weisheit, wie wir die Ereignisse unseres Alltags deuten und wie wir angemessen reagieren können. Es gibt uns die richtige Sichtweise – mit einem großen Blick auf Gott in unserem Leben und einem ehrlichen Blick auf uns selbst.
Nancy: Es gibt wohl keinen lieblicheren Abschnitt in der Schrift über das Wort Gottes als Psalm 119. Er ist auch das längste Kapitel in der Bibel – hundertsechsundsiebzig Verse. Man kann den ganzen Psalm in ungefähr fünfzehn Minuten lesen. Nimm dir doch einmal bewusst Zeit dafür.
Lies ihn am besten laut! Jedes Mal, wenn ich das tue, spricht er ganz frisch zu mir. Immer wieder begegnet uns in diesem Psalm die Freude am Wort Gottes. Der Psalmschreiber liebt es. Er lässt es sich förmlich auf der Zunge zergehen. Ich denke an Vers 97: „Wie habe ich dein Gesetz so lieb! Ich sinne darüber nach den ganzen Tag..“ (Psalm 119,97).
Oder Vers 103: „Wie süß ist dein Wort meinem Gaumen, mehr als Honig meinem Mund!“ (Psalm 119,103). Ich stelle mir den Psalmschreiber vor. Und wenn man diesen Psalm liest, spürt man ihm einfach ab, welch große Freude er an Gottes Wort hat.
Viele Christen würden sagen, dass Gottes Wort wichtig ist, dass es eine entscheidende Rolle spielt. Aber wenn sie ehrlich sind, müssten sie zugeben: “Ich kann nicht sagen, dass ich es liebe, dass ich Freude daran habe, dass es mir süß schmeckt, dass es mir mehr als alles andere bedeutet.“
Kelly, was machst du, wenn du diese Sehnsucht nach Gottes Wort nicht hast? Wenn dir dieser Appetit auf Gottes Wort fehlt – und doch lesen wir in Psalm 119 immer wieder, wie sehr sich der Psalmist nach Gottes Wort sehnt. Wie kann man so eine Sehnsucht entwickeln? Wie kann man diese Liebe zum Wort Gottes fördern?
Kelly: Andere Frauen in meinem Leben mit denselben Fragen, ermutige ich so: Stell dir die Frage: „Was ist eigentlich meine Motivation, mich mit Gottes Wort zu beschäftigen?“ oder „Was ist meine Motivation, mich davon fernzuhalten?“ Wie sehen unsere Gedanken über Gottes Wort aus?
Wenn ich diese Fragen anderen stelle, kommt oft heraus: „Der Grund, warum ich nicht in der Bibel lese, ist, dass ich denke, ich müsste es tun, damit Gott mich mag oder mit mir zufrieden ist.“ Und das wirkt einschüchternd. Man weiß nicht, wie man anfangen soll. Man fühlt sich schon als Versager, bevor man überhaupt loslegt. Man fühlt sich verurteilt, schon bevor man die Bibel aufschlägt.
Manchmal wird das Bibellesen mit Verurteilung oder Leistungsdenken verbunden. Es gibt aber auch noch andere Gründe: Manche (auch Frauen, dich ich kenne) tragen schwer an schmerzhaften Erfahrungen – weil Bibelverse in ihrem Leben auf ungesunde, verletzende Weise gebraucht wurden. Und dann verbinden sie Gottes Wort mit negativen Gefühlen und wollen Abstand halten.
Wann immer wir uns also dabei ertappen, dass wir die Bibel meiden, ist meine erste Frage: „Warum? Warum tue ich das? Wovor habe ich Angst? Was will ich vermeiden? Was denke ich über Gott? Wie denkt Gott meiner Meinung nach über meine Zeit mit seinem Wort?“
Und dann erinnere ich mich: „Welche Wahrheiten aus Gottes Wort kenne ich denn? Was habe ich von meinen Pastoren, von Menschen, denen ich vertraue, gehört? Nämlich: Wenn ich in Christus bin, dann bin ich schon gerechtfertigt. Gott ist schon zufrieden mit mir – nicht wegen meiner Leistung, sondern wegen dem, was Christus getan hat!“
Und aus dieser Wahrheit heraus kann ich mir sagen: „Okay, warum sollte ich dann Gottes Wort lesen?“ Wenn wir anfangen, die falschen Beweggründe für das Bibellesen zu korrigieren, räumen wir Hindernisse aus dem Weg und können uns wieder neu daran machen, die Bibel in die Hand zu nehmen.
Und das ist für mich der größte Antrieb: Das Wort zeigt mir eine Person, die ich liebe. Als Frauen sind wir so beziehungsorientiert. Wir sehnen uns nach tiefen, echten Beziehungen. Wir wurden dafür geschaffen – und zwar zuerst für die Beziehung zu Gott. Und die beginnt damit, dass wir ihn in seinem Wort kennenlernen.
Ich meine, das ist es doch, was wir an den sozialen Medien so lieben, oder? Wir lieben es, Prominente oder Menschen, die wir bewundern, in den sozialen Medien zu verfolgen. Wir wollen wissen, wie sie leben, was sie mögen, was sie nicht mögen, also folgen wir ihnen auf Instagram oder Twitter. Wir lesen alles mögliche an Informationen über Personen, zu denen wir aufschauen und die uns beeindrucken. Wir verbringen Stunden damit.
Und im Grunde mache ich genau das, wenn ich meine Bibel studiere: Ich will Gott kennen! Ich will recherchieren, wer er ist. Ich will sehen, was er getan hat, was er liebt, was er hasst, wie er sich offenbart hat. Es ist das Entdecken und Vertiefen einer Beziehung, die durch Christus schon möglich gemacht wurde.
Wenn ich so denke, trägt mich diese Motivation auch durch die schwierigen Stellen hindurch – wenn ein Bibelabschnitt mir fremd ist oder schwer verständlich. Genau da beginnt das Überwinden von Hürden: Indem ich mein Herz frage, wie ich über Gottes Wort denke – und ob diese Gedanken wirklich stimmen.
Nancy: Ich glaube, manchmal haben wir keinen Appetit auf gesunde Nahrung, weil wir uns schon so vollgestopft haben mit …
Dannah: … Chips.
Nancy: Chips, Pizza, Popcorn und – wie heißt dieses Zeug auf der Kirmes? – Zuckerwatte! Sie ist so süß und hübsch. Als Kinder dachten wir, wir müssten sie unbedingt haben. Und dann, wenn du sie in der Hand hast, merkst du: Da ist nichts dahinter. Sie sieht viel imposanter aus, als sie wirklich ist.
Wenn wir versuchen, unsere Seelen mit Zeug zu füllen, das nicht bleibt, das zeitlich ist, dann werden wir nicht so viel Appetit auf das Gesunde haben, das unsere Seelen wirklich satt macht. Ich habe über die Jahre hinweg gemerkt: Ablenkungen und irdische Dinge …
Du hast vorhin Social Media erwähnt. Für mich ist das eine riesige Ablenkung. Es passiert, dass ich morgens mein Handy in die Hand nehme, Nachrichten oder Apps aufmache – und ehe ich mich versehe, ist eine Stunde vorbei. Und ich habe noch nicht das Eine wirklich geschmeckt, was meine Seele am meisten braucht und wonach sie sich eigentlich sehnt, und das ist, Gott zu erkennen!
Um Appetit darauf zu bekommen, was die Seele wirklich nährt – und das ist Gott in seinem Wort – muss ich mich manchmal bewusst entwöhnen von all den anderen Dingen, die vielleicht nicht sündig sind; doch sie motivieren mich nicht, mich auf Gott auszurichten und ihn zu erkennen. Das können anfangs schwere Entscheidungen sein.
Schon in unserer Verlobungszeit und bis heute folgt Robert diesem Grundsatz: „The throne before the phone!“ – also: Bevor er zum Handy greift, verbringt er Zeit vor Gottes Thron. Ich weiß noch, wie ich das zum ersten Mal hörte und irgendwie dachte: „O weh, das sitzt!“
Aber ich habe in seinem Leben gesehen: Ganz gleich, welches Projekt ansteht, wie viel Arbeit er zu tun hat und wie voll sein Posteingang ist – er beginnt seinen Tag (und das sehr früh am Morgen) damit, zuerst vor den Thron Gottes zu treten und in seinem Wort zu lesen. Und danach kommt alles andere.
Und ich sehe, was das bei ihm bewirkt: Seine Liebe zu Gott und zu seinem Wort, seinen sanften Geist, seine Ruhe, seine Gelassenheit, mit der er den Herausforderungen des Tages begegnet. Das ist die Frucht davon, dass er den Tag dort beginnt, wo es zählt.
Wenn ich meinen Tag woanders beginne – wie ich es leider oft tue und getan habe – dann habe ich nicht diesen Frieden, nicht diese Ruhe und Heiterkeit, nicht diese Fülle. Dann treibt mich den ganzen Tag der Wind hin und her, weil ich mein Herz nicht verankert habe. Und Kelly, ein Anker ist ein anderes Bild für das, was Gottes Wort für uns ist.
Kelly: Ja, das erinnert mich an früher, als wir Kinder waren und ans Meer gingen. Meine Mutter sagte immer: „Sucht immer unseren Sonnenschirm! Ihr werdet abgetrieben – hier gibt es eine Strömung.“
Sie hat uns immer gesagt: „Dreht euch alle fünf Minuten um, schaut zum Strand, und stellt sicher, dass ihr noch bei uns seid.“ Und tatsächlich: Wenn du im Wasser bist, fällt es dir gar nicht auf. Aber plötzlich bist du viele Meter die Küste hinunter getrieben, ohne es überhaupt zu merken.
Und genauso passiert es uns geistlich, wenn wir nicht regelmäßig zurückschauen und uns fragen: „Wer ist Gott? Wer hat er selbst gesagt, dass er ist? Wie hat er gesagt, dass die Welt funktioniert? Wer ist der Mensch? Wer bin ich? Und was ist die Antwort auf meine Probleme?“ Das alles gibt mir Orientierung – es verankert mich.
Und wenn ich diesen Blick nicht suche, dann treibe ich ab – in schlechte Gewohnheiten, in falsche Gedankenmuster. Und ich merke es noch nicht einmal! Darum ist das tägliche Lesen der Bibel für mich wie das Einhaken des Ankers in den Boden. In Gottes unveränderliches Wort. Ich sage: „Das gilt heute. Hier bleibe ich.“ – Und das bewahrt mich vor dem Abdriften, das uns allen droht.
Nancy: Darüber wollen wir die nächsten Male noch weitersprechen – wie wir unser Herz in Gottes Wort verankern können. Kelly, du hast eben davon gesprochen, jeden Tag in der Bibel zu lesen. Vielleicht klingt das für unsere Hörerinnen im Moment so, als sollten sie Salzwasser trinken – vielleicht hast du im Moment keinen Appetit darauf.
Aber ich verspreche dir: Wenn du anfängst, jeden Tag etwas aus Gottes Wort zu lesen – und wir werden in den nächsten Folgen darüber sprechen, wie du das sinnvoll tun kannst – dann wirst du nicht weniger, sondern mehr wollen! Dein Hunger nach Gottes Wort wird wachsen.
Für unseren Körper gilt: Wenn du viel gegessen hast, verspürst du keinen Hunger mehr. Aber auf geistlicher Ebene ist es anders: Je mehr du von Gottes Wort „isst“, desto größer wird dein Appetit sein, desto mehr willst du davon haben.
Dannah: Weil es einfach so gut schmeckt, Nancy! Genau das sagt ja auch Psalm 119.
Nancy: Ganz genau! Jeden Tag etwas aus Gottes Wort zu lesen – das kann zu jeder beliebigen Tageszeit sein, so wie es in deinen Alltag passt. In unserem Gespräch mit Kelly Needham werden wir noch weiter darüber reden, wie du Gottes Wort so lesen kannst, dass es deine Seele füllt, dass es dir hilft, Gott wirklich kennenzulernen und eine persönliche, tiefere Beziehung mit ihm zu pflegen.
Dannah: Ich hoffe, dass dich unser Gespräch mit Nancy DeMoss Wolgemuth und Kelly Needham ermutigt hat, ins Wort zu gehen und deine Bibel wirklich jeden Tag aufzuschlagen!
Wir haben viele Materialien bei Belebe unsere Herzen, die dir helfen können, wenn du dich näher mit Gottes Wort beschäftigen möchtest. Da ist zum Beispiel die Studienhilfe von Kelly Needham. Du findest sie verlinkt unter der Textversion dieser Folge oder im Downloadbereich auf unserer Website belebeunsereherzen.com.
Aber lass mich dir sagen: Wenn du noch nicht so vertraut bist mit Gottes Wort, oder wenn dir die Bibel manchmal einfach etwas überwältigend vorkommt, möchten wir dir helfen, einen Zugang zu finden. Und deshalb wird Kelly Needham auch nächste Woche wieder mit dabei sein. Unser Thema wird sein, wie Gottes Wort zu uns spricht und wo wir mit dem Lesen anfangen können. Sei also unbedingt wieder hier mit dabei – bei Belebe unsere Herzen.
Vielen Dank, dass du heute zugehört hast. Danke dir auch, wenn du für uns betest oder den Podcast mit anderen Frauen teilst. Deine Unterstützung ist sehr wertvoll für uns. Auf unserer Website findest du dazu alle nötigen Informationen.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.