Dannah Gresh: Wenn du die Bibel lesen möchtest – wo fängst du an? Kelly Needham sagt:
Kelly Needham: Die Bibel wurde in Büchern geschrieben, nicht in Versen. Ich denke, das ist ein grundlegender Ausgangspunkt. Ich ermutige Menschen gern dazu, ganze Bücher der Bibel zu lesen – nicht nur einzelne Verse.
Dannah: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Mein Name ist Sabine Ross und ich bin die deutsche Stimme von Dannah Gresh.
Nun Nancy, bei Belebe unsere Herzen sind wir dem Wort Gottes verpflichtet. Und auch wenn es schon Ende März ist, möchten wir dich, liebe Zuhörerin, ermutigen, einen Neustart zu machen, den Reset-Knopf zu drücken, gewissermaßen – und wieder ganz frisch anzufangen, dich in Gottes Wort zu vertiefen.
ichab
Nancy DeMoss Wolgemuth: Heute wollen wir darüber sprechen, wie man das tun kann. Wir stellen …
Dannah Gresh: Wenn du die Bibel lesen möchtest – wo fängst du an? Kelly Needham sagt:
Kelly Needham: Die Bibel wurde in Büchern geschrieben, nicht in Versen. Ich denke, das ist ein grundlegender Ausgangspunkt. Ich ermutige Menschen gern dazu, ganze Bücher der Bibel zu lesen – nicht nur einzelne Verse.
Dannah: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Mein Name ist Sabine Ross und ich bin die deutsche Stimme von Dannah Gresh.
Nun Nancy, bei Belebe unsere Herzen sind wir dem Wort Gottes verpflichtet. Und auch wenn es schon Ende März ist, möchten wir dich, liebe Zuhörerin, ermutigen, einen Neustart zu machen, den Reset-Knopf zu drücken, gewissermaßen – und wieder ganz frisch anzufangen, dich in Gottes Wort zu vertiefen.
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Nancy DeMoss Wolgemuth: Heute wollen wir darüber sprechen, wie man das tun kann. Wir stellen im Downloadbereich auf unserer Websitebelebeunsereherzen.com und auch am Ende des Transkripts dieser Sendung eine Studienhilfe bereit, die dich dabei unterstützen kann, täglich ins Wort Gottes zu gehen.
Dannah: Heute ist unsere Freundin Kelly Needham bei uns. Wir wollen mit ihr darüber sprechen, wie das Wort Gottes unser Leben verändern kann. Kelly ist mit einem Sänger und Songschreiber verheiratet. Mit Jimmy Needham.
Ich glaube, dein Dienst hat damit angefangen, dass du mit den Frauen gesprochen hast, die du auf den Konzertreisen deines Mannes kennengelernt hast. Du wolltest ihnen helfen, eine Liebe zu Gottes Wort zu entwickeln.
Kelly, wir freuen uns riesig, dass du heute hier bist, um uns zu helfen, unsere Liebe und Leidenschaft für Gottes Wort neu zu entfachen.
Kelly: Danke, Dannah und Nancy. Es ist toll, hier zu sein.
Dannah: Psalm 119 ist doch so ein Psalm – nicht wahr? – der uns einige grundlegende Wahrheiten über das Wort Gottes zeigt – was es für uns tut und wie es wirkt. In vieler Hinsicht führt uns das zurück zu den Grundlagen. Lasst uns also genau da ansetzen und darüber reden, was die Bibel ist und welche Hilfen wir nutzen können, um tiefer einzutauchen und sie besser zu verstehen. Können wir heute damit beginnen?
Nancy: Ich finde, das ist wichtig, weil die Bibel ein dickes Buch ist. Klar, diejenigen von uns, die schon ihr ganzes Leben darin zuhause sind, denen kommt sie vertraut vor. Aber selbst für die, die die Bibel schon lange lesen, ist es eine Menge Inhalt. Das kann einschüchternd wirken oder entmutigend sein, wenn man bedenkt, dass die Bibel 1.189 Kapitel enthält. Die Bibel, die ich gerade benutze, hat 1.327 Seiten.
Dannah: Woher weißt du das eigentlich alles? Woher hast du das?
Nancy: (Lachen) Ich weiß es nicht – ich lebe einfach schon so lange mit diesem Buch. Aber es ist wahr: Es ist ein dickes Buch, und es kann verwirrend sein.
Mein Vater hat mal erzählt, dass er, als er sich mit Mitte zwanzig bekehrt hat, dachte, die „Epistel“ (also die Briefe) seien die Ehefrauen der Apostel. Er hatte einfach keinerlei Hintergrundwissen. Und das ist keine Sünde – aber manchmal braucht man einfach eine Orientierungshilfe.
Wenn ich einen umfangreichen Klassiker zur Hand nehme, brauche ich auch jemanden, der mir zeigt, wie ich den Einstieg schaffe. Ich bekam einmal die komplette Ausgabe von „Herr der Ringe“ geschenkt. Riesige, schwere Bände. Und es fühlte sich etwas abschreckend an, bis mir Freunde erklärt haben, worum es geht und was die grobe Linie der Handlung ist und wie ich da hineinfinde.
Also, Kelly, stell dir mal vor, wir wären alle Neulinge in der Bibel. Bitte gib uns doch einen kurzen Überblick. Was erwartet uns?
Kelly: Ich hoffe, dass heute tatsächlich einige Neulinge zuhören. Denn es ist ein großes Geschenk, von Anfang an das lebendige, wirksame Wort Gottes kennenzulernen. Ich weiß, es kann einschüchternd sein – besonders, wenn du in christliche Kreise kommst, wo scheinbar jeder Bescheid weiß. Und du sitzt da und denkst: „Philemon? Was ist das?“
Wenn das deine Situation ist – fühl dich hier wirklich willkommen! Genau deshalb ist es so wichtig, dass wir darüber reden.
Eines der ersten Dinge, die ich meinen Kindern erkläre – und auch den Frauen in unserer Gemeinde, die noch im Glauben wachsen – ist: „Was ist dieses Buch, das wir Bibel nennen?“
Ich beschreibe es gern als eine Bibliothek. In dem einen Buch, das wir „Bibel“ nennen, stecken sechsundsechzig verschiedene Bücher – geschrieben von verschiedenen Menschen, geordnet fast wie in einer Bibliothek. Es gibt Geschichtsbücher, poetische Bücher, Briefe, vier Berichte über das Leben Jesu.
Schon allein dieses Wissen hilft uns, wenn wir die einzelnen Titel auf den Seiten oben sehen.
Nancy: Und übrigens – wenn du die einzelnen Bücher der Bibel nicht kennst, auf den ersten Seiten jeder Bibel gibt es ein Inhaltsverzeichnis. Also, wenn du das Markusevangelium oder den Propheten Habakuk suchst, gehst du zum Inhaltsverzeichnis. Es ist völlig in Ordnung, da nachzuschlagen, wo man welches Buch findet.
Aber wenn wir vertrauter mit der Bibel werden, ist es empfehlenswert, die Reihenfolge der Bücher auswendig zu lernen. Manche von uns mussten das als Kinder – und heute sind sie froh darüber.
Aber wenn du das alles noch nicht so gut kennst – man kann das lernen. Du siehst: Im Alten Testament gibt es neununddreißig Bücher, im Neuen Testament siebenundzwanzig. Und je mehr du die Bibel studierst, je mehr du damit umgehst, je mehr du in sie hinein schaust, desto vertrauter wird dir das alles werden.
Kelly: Darf ich kurz einhaken? Falls du gerade denkst: „Oh, ich weiß so vieles nicht.“ – dann überleg doch mal, wen du mit in diesen Lernprozess hineinnehmen kannst. Vielleicht hast du Kinder oder Enkelkinder. Wie schön wäre es, solche Dinge gemeinsam zu lernen! Das macht nicht nur mehr Freude, sondern du gibst auch einen reichen Schatz weiter – nämlich Vertrautheit mit der Bibel.
Dannah: Und das Schöne ist: Je vertrauter man mit der Bibel wird, desto mehr fügen sich die einzelnen Teile wie bei einem Puzzle zusammen. Man fängt an zu begreifen, dass es zwar sechsundsechzig verschiedene Bücher sind, die in der Bibel zusammengefasst wurden, aber dass sie doch eine große Botschaft, eine große Geschichte erzählen. Und dann passt auf einmal alles perfekt zusammen, wenn man durch die Vertrautheit mit der Bibel diese Zusammenhänge erfasst. Es ist wie bei einer Schatzsuche: Jedes Mal, wenn man die Bibel aufschlägt, findet man neue Schätze.
Also, wie ihr es gerade so schön gesagt habt, Kelly und Nancy: Es ist völlig in Ordnung, wenn man noch am Anfang steht und die Schatzsammlung noch klein ist. Das ist okay. Halte einfach weiter nach dem Schatz Ausschau.
Nancy: Etwas, was wir vor Augen haben sollten – was so wichtig ist, denke ich – wenn wir Gottes Wort aufschlagen, ist: Es ist nicht einfach irgendein Buch.Es ist nicht einfach ein berühmtes Buch. Es ist übernatürlich – und aus dem Grund ist es einzigartig unter allen Büchern der Weltgeschichte. Kelly, erzähl uns etwas dazu.
Kelly: Ja, es ist wirklich ein einzigartiges Buch. Es wurde von so vielen unterschiedlichen Männern geschrieben, in so vielen verschiedenen Generationen, aus so unterschiedlichen Lebensumständen – und doch siehst du eine erstaunliche Einheit und Beständigkeit darin.
Ich weiß nicht mehr, welcher Pastor es gesagt hat, aber er meinte einmal: „Wenn du zehn Menschen aus derselben Generation und demselben Land zusammensetzen würdest und sie über die wichtigsten Fragen des Lebens sprechen lässt – wer ist Gott, wie man gerettet wird, solche Dinge – würdest du niemals Einheit erleben. Du würdest lauter sehr unterschiedliche Meinungen hören.“
Und doch haben wir hier ein Buch, das von Gott selbst durch seinen Geist geschrieben ist. Ja, die Worte komen durch Menschen, aber es war der Heilige Geist, der sie leitete. Der Schreibprozess wurde von Gott beaufsichtigt.
Gott hat auch die Bewahrung dieser Texte über Jahrhunderte hinweg überwacht – von den ursprünglichen Handschriften bis zu den heutigen Übersetzungen.
Auch die Zusammenstellung dieses Buches – wie du erwähnt hast, Dannah, die Kanonisierung, also welche Bücher dazu gehören – Gott selbst hat diesen Prozess gelenkt. Und er hat uns damit einen reichen Schatz anvertraut.
Er hat uns nicht im Dunkeln gelassen darüber, wer er ist. Er hat mit solcher Sorgfalt dafür gesorgt, dass wir Zugang zu ihm haben – durch die Seiten dieses Buches. Wir sehen, dass Männer und Frauen über Jahrhunderte hinweg so sehr an diese Wahrheit geglaubt haben, dass sie bereit waren, ihr Leben dafür zu riskieren. Manche sind gestorben, damit die Bibel in Sprachen übersetzt wird, die einfache Menschen wie du und ich verstehen können.
Das ist wirklich ein kostbarer Schatz. Und wenn ich mir das bewusst mache, öffne ich meine Bibel am Morgen mit einer ganz anderen Haltung.
Nancy: In Hebräer 4,12 heißt es, dass das Wort Gottes lebendig und wirksam ist. Es ist mächtig und kraftvoll.
Seit meiner Kindheit habe ich es geliebt zu lesen. Ich war eine Leseratte. Ich habe viele wunderbare Bücher gelesen – Bücher, die mich bewegt und gebildet, herausgefordert oder aufgerüttelt haben. Aber es gibt nichts, das dem Wort Gottes gleichkommt. Es ist lebendig.
Jesus sagte: „Die Worte, die ich zu euch rede, die sind Geist und sind Leben“ (Johannes 6,63).
Wenn du das Wort Gottes nicht nur mit deinem Kopf, sondern auch mit deinem Herzen aufnimmst, dann verändert es dein Leben. Es verwandelt dich. Es ist das wahre Wort Gottes. Wenn die Bibel spricht, dann spricht Gott.
Deshalb macht die Tatsache, dass Gott zu mir sprechen möchte, wenn ich sein Wort lese, es zu einem unglaublichen Vorrecht, eine Ausgabe der Schrift in Händen zu halten und darin zu lesen.
Kelly: Ich glaube, viele von uns haben ein paar schlechte Gewohnheiten, die wir uns vielleicht unbewusst angewöhnt haben – oder die uns so beigebracht wurden.
Eine davon ist: Wir haben uns angewöhnt, einzelne Verse zu lesen, statt ganze Bücher der Bibel.
Natürlich, auch hier in unserem Gespräch zitieren wir Verse aus verschiedenen Büchern. Das schmälert ihre Bedeutung nicht, aber wir entnehmen sie eben einem größeren Zusammenhang – nämlich dem jeweiligen biblischen Buch. Auch wenn wir diese Verse jetzt gerade einzeln herausgreifen, stehen sie doch in einem Zusammenhang, einer Geschichte, einem Abschnitt. Und die Bibel wurde als Bücher geschrieben, nicht als einzelne Verse.
Das ist ein ganz grundlegender Ausgangspunkt. Deshalb ermutige ich so gerne: Lies Bücher der Bibel, nicht nur einzelne Verse.
Wenn du also denkst: „Ich möchte tiefer in Gottes Wort eintauchen“, dann frag dich: „Welches biblische Buch will ich lesen?“ Und dann fang an bei Kapitel 1 – und lies bis zum Ende.
Kein anderes Buch in deinem Regal würdest du so behandeln wie die Bibel. Du würdest ja auch nicht Die Gefährten aus „Herr der Ringe“ aufschlagen und einfach mit Kapitel 4 anfangen. Oder ganz ans Ende blättern und sagen: „Ich will nur wissen, wie es ausgeht – und dann springe ich wieder zurück.“ Nein, dann würdest du all die Tiefe und den Reichtum verpassen, die in diesem Buch für dich bereit liegen.
Bei anderen Büchern machen wir das ganz selbstverständlich – aber aus irgendeinem Grund sind wir es mit der Bibel einfach nicht gewohnt. Wenn wir aber anfangen, biblische Bücher wirklich von Kapitel 1 bis zum Ende zu lesen, bekommen wir sofort viel mehr davon mit. Die Zusammenhänge werden klarer, und plötzlich ergibt vieles viel mehr Sinn.
Dannah: Das ist ein echtes Herzensanliegen für mich, Kelly. Ich sehe so oft Verse auf Pinterest oder Instagram, denen eine Bedeutung zugeschrieben wird, die sie eigentlich gar nicht haben. Ein typisches Beispiel ist dieser bekannte Vers: „Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus“ (Philipper 4,13). Und wir lassen dieses „alles“ oft so klingen, als würden dann zwangsläufig große, beeindruckende Dinge geschehen.
Paulus schrieb diesen Vers, als er im Gefängnis saß und in großer Not war. Er ging durch eine wirklich schwere Zeit. Und er sagte: „Selbst hier, an diesem dunklen Ort, wo ich nicht das tun kann, was ich mir erträumt und erhofft habe – selbst hier kann ich zufrieden sein und Freude im Herrn finden. Was kann ich tun? Ich kann in Gottes Gegenwart leben, mich an ihm erfreuen und ihm vertrauen.“
Nancy: „Ich kann zufrieden sein“ – ich glaube, das ist es, was er sagen möchte.
Dannah: „Ja, das genügt. Es ist genug.“ – Das spricht mich sehr an.
Mein Mann hat vor kurzem innerhalb von nur zwei Monaten die ganze Bibel durchgelesen – etwas, was er vorher noch nie gemacht hat. Er hatte einfach das Gefühl, er bräuchte einmal eine große Dosis der ganzen Geschichte. Dabei entdeckte er Dinge, die ihm vorher nie aufgefallen waren, weil er nicht nur einzelne Verse herausgriff, sondern Vers für Vers hintereinander durchlas und so das große Ganze erkannte.
Nancy: Manchmal bleiben wir bei den Bibelbüchern hängen, die wir recht gut kennen und die unsere Seelen trösten. Wir kehren immer wieder zu ihnen zurück. Doch jedes einzelne Wort Gottes ist inspiriert. Jedes Buch dieser sechsundsechzig ist wichtig. Wenn du das Wort Gottes besser kennenlernen willst, dann geh nicht davon aus, dass die weniger bekannten Bücher nicht so wichtig wären.
Ja, vielleicht liebst du es, dich in den Psalmen oder in den Briefen oder in den Evangelien aufzuhalten – oder wodurch du gerade besonders ermutigt wirst. Aber es kommt die Zeit, dann beschäftigst du dich auch mal mit …
Dannah: Zefanja.
Nancy: Und mit dem dritten Buch Mose.
Dannah: Ja, auch mit 3. Mose.
Nancy: Im Kontext der gesamten Heiligen Schrift sind sie alle großartig.
Beim Essen ist es ja auch nicht so, dass jede Mahlzeit ein Festmahl wäre. Und nicht jeder einzelne Bestandteil einer guten Ernährung gehört automatisch zu deinem Lieblingsessen. Aber wenn deine Kost aus den verschiedenen Nahrungsgruppen ausgewogen zusammengestellt ist, dann wirst du feststellen, dass das deiner Gesundheit dient.
Und genau so brauchen wir das ganze Wort Gottes.
Es macht mich traurig, wenn ich daran denke, wie viele Christen schon seit vielen Jahren den Herrn kennen, aber noch nie die Schrift komplett gelesen haben.
Vielleicht ist dir das zu schnell, schon morgen damit anzufangen – oder vielleicht auch nicht. Aber früher oder später möchtest du doch die ganze Länge, Breite und Tiefe der Schrift ausloten. Denn sie ist herrlich – wirklich jeder einzelne Teil davon.
Kelly: Ganz genau. Ich habe mal jemandem gesagt: „Wenn du nur das erste Kapitel von Moby Dick liest, wirst du niemals ein Experte für das Buch werden – auch wenn du dieses erste Kapitel jeden Tag liest.“
Wir müssen das ganze Werk lesen. Das sollte unser Ziel sein – auch wenn es lange dauert. Bei meinem ersten Durchlesen der gesamten Bibel habe ich sieben Jahre gebraucht, weil ich mir vorgenommen hatte: „Ich will nicht weitergehen, bis ich nicht zumindest ein grundlegendes Verständnis dafür habe, was hier passiert.“ Ehrlich gesagt, ich habe manchmal Kapitel beendet und gedacht: „Ich verstehe überhaupt nichts.“ Aber ich konnte mir wenigstens eine kleine Erkenntnis mitnehmen – und dann habe ich mir erlaubt, weiterzulesen. So lange hat es eben gedauert.
Daher möchte ich dir einfach Freiheit zusprechen: „Nimm dir so viel Zeit, wie du brauchst. Aber behalte den Überblick.“
Ich schaue in meiner Bibel ins Inhaltsverzeichnis, und wenn ich ein Buch beendet habe, mache ich einen kleinen Punkt oder ein Häkchen daneben. Ich versuche darauf zu achten, dass ich wirklich jedes Buch gelesen habe, bevor ich von vorn beginne – damit meine „Ernährung“ ausgewogen ist und aus der gesamten Schrift kommt.
Einer meiner Lieblingsverse in Bezug auf das Bibellesen ist das, was Jesus nach seiner Auferstehung gesagt hat. Er begegnet zwei Jüngern, und in Lukas 24,27 heißt es: „Und er begann bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift über ihn geschrieben steht.“
Jesus gibt uns die Erlaubnis, das Alte Testament zu lesen – die Bücher Mose, die Propheten, die Psalmen – und dabei zu suchen. Wo finde ich Vorausdeutungen auf Jesus? Wo erkenne ich Hinweise auf das, was er tun würde? Wenn ich 3. Mose lese, mit all den Opfern und dem Blut, das wegen der Sünde vergossen werden musste, dann wächst meine Wertschätzung für das Kreuz. Das kann man nicht hoch genug achten.
Und genau das, was Jesus dort sagt, lädt uns ein – wie Dannah es genannt hat – zu einer Schatzsuche. Du kannst Bücher wie 4. Mose aufschlagen und beten: „Herr Jesus, ich lese das jetzt mit Dir im Blick. Zeig mir, wo Du hier zu finden bist.“ Für mich wird es so richtig spannend, wenn ich die Schrift auf diese Weise lese.
Nancy: Du wirst nicht alle Schätze gleich beim ersten Durchgang heben. Und auch nicht beim zweiten oder dritten Mal durchlesen. Ich habe die Bibel wahrscheinlich schon fünfzig Mal oder öfter durchgelesen – ich weiß es nicht genau, wie oft es war.
Eines Morgens fragte Robert mich nach meiner Stillen Zeit: „Nimmst du eigentlich immer noch etwas Neues aus dem mit, was du liest? Bekommst du neue Erkenntnisse?“
Und ich sagte: „Oh ja! Heute habe ich Lukas 9 gelesen, und weißt du, was mir aufgefallen ist…?“
Robert ist kein Nachtmensch, er steht morgens sehr früh auf. Aber ich bin ein Nachtmensch. Er wollte schon schlafen, und ich lag neben ihm und sagte: „Liebling, ich muss dir unbedingt noch erzählen, was ich heute Morgen in Lukas 9 gelesen habe.“ Und dann merkte ich, wie ich ihn dabei verlor – nicht, weil es ihn nicht interessiert hätte. Und wenn es vier Uhr morgens gewesen wäre, dann wäre es für ihn leichter gewesen, zuzuhören.
Aber ich liebe es: Egal, wie oft man einen Abschnitt oder ein Buch der Bibel schon gelesen hat – es ist immer frisch. Gott zeigt einem immer wieder etwas Neues. Das Wort Gottes ist eine unerschöpfliche Fundstelle von Schätzen.Wie liebe ich das!
Also, Kelly, lass mich noch einmal darauf zurückkommen, ein ganzes Buch der Bibel zu lesen. Stell dir vor, jemand sagt: „Ich möchte ein Evangelium lesen“ – vielleicht das Markus-Evangelium. Es ist nicht das kürzeste Buch der Bibel, auch nicht das längste – sechzehn Kapitel. Wenn du nun mit dem Markus-Evangelium anfangen willst, wie würdest du es lesen? Hättest du einen Stift in der Hand?
Und ich will gleich noch ergänzen: Es gibt nicht den einen richtigen Weg, wie man das macht. Wir drei würden wahrscheinlich alle unterschiedlich vorgehen. Aber gib uns doch ein paar praktische Tipps. Wenn du das Markus-Evangelium liest – worauf achtest du? Was machst du, während du liest? Wir möchten gerne eine grobe Vorstellung davon bekommen, wie so etwas bei dir aussieht.
Kelly: Klar. Ich lese fast jedes Kapitel zwei- bis dreimal, weil ich ungefähr so viel Zeit brauche, bis ich es wirklich verstehe und ein Gefühl dafür entwickle.Und nur um anderen die Freiheit zu geben: Wenn du ein Kapitel liest und denkst: „Ich weiß gar nicht, was ich da gelesen habe“ – Hey, mir geht es genauso!
Also, ich lese mit einem Stift in der Hand. Ich liebe es, Dinge aufzuschreiben. Mir persönlich hilft das, sie zu behalten. Schon als Schülerin – wenn ich meine Notizen noch einmal abgeschrieben habe, haben sie sich mir eingeprägt. Also,wenn ich meine Bibel lese, markiere ich viel. Ich unterstreiche Dinge. Ich schreibe Gebete an den Rand. Manchmal notiere ich auch ein Datum dazu, wenn Gott mir durch genau diese Stelle eine bestimmte Gebetserhörung geschenkt hat.
Außerdem habe ich ein Tagebuch neben mir liegen. Da schreibe ich meine Fragen hinein und Dinge, die ich nicht verstehe. Gerade in den Evangelien gibt es Stellen, an denen Jesus auf Menschen reagiert, und es fühlt sich erst einmal verwirrend an. Dann schreibe ich den Vers einfach noch einmal auf und setze meine Frage dahinter, zum Beispiel: „Herr, ich verstehe nicht, warum Du das gesagt hast.“ Oder „Das klingt sehr hart – ich weiß gar nicht, wie ich damit umgehen soll.“
Und ich lese die Bibel auch sehr beziehungsorientiert. Das heißt: Während ich lese, halte ich mir bewusst vor Augen, dass der Autor dieses Buches direkt neben mir ist. Ich darf mit ihm reden, und ich brauche mir keinen Druck zu machen, alles allein herauszufinden. Ich gehe Kapitel für Kapitel durch – ich bete dabei, ich lobe ihn, ich klage vor ihm, ich bringe meine Verwirrung zu ihm und nehme all meine Fragen mit in seine Gegenwart.
So lese ich – Kapitel für Kapitel, mindestens zwei- oder dreimal. Ich mache mir Notizen. Ich schreibe meine Fragen direkt an ihn. Und sehr oft schließe ich meine Bibel und mein Tagebuch, und die Fragen sind immer noch da. Ich habe nicht immer sofort Antworten darauf.
Aber was das später am Tag mit meinem Herzen und meinen Gedanken macht – wenn ich zum Beispiel beim Abwasch Zeit habe… Dann kreisen meine Gedanken nicht um das letzte Gespräch mit einer Bekannten, wo ich mich frage: „Habe ich etwas Komisches gesagt? Was denkt sie jetzt von mir? Und meine Haare sahen heute echt nicht gut aus.“
Stattdessen bleibe ich bei der einen Frage, die mir nicht aus dem Kopf geht. „Herr, ich will noch einmal aus einem neuen Blickwinkel darüber nachdenken.“ Und wenn ich all diese Dinge vor Gott bringe und sie in meinem Herzen wirken lasse – ohne dass jede Frage schon beantwortet ist – dann entsteht Raum. Raum, in dem ich den ganzen Tag über diese Gedanken bewege. Und oft beantwortet Gott mir meine Fragen erst später: Durch einen Menschen, durch eine Situation, oder einfach dadurch, dass ich noch einmal darüber nachdenke. Dann erkenne ich plötzlich: „Oh, das habe ich übersehen!“ Und ich schlage meine Bibel wieder auf und lese es nochmal.
So zu lesen – beziehungsorientiert und nachdenkend – ist für mich ein großes Geschenk. Es gibt mir die Freiheit, nicht auf jede Frage sofort eine Antwort haben zu müssen.
Nancy: Es gibt ein biblisches Wort dafür, was du gerade beschrieben hast – dass man etwas mit in den Tag hinein nimmt. Das biblische Wort dafür heißt „nachsinnen“, über Gottes Wort nachsinnen.
Ich denke da an Psalm 1. Gleich zu Beginn des jüdischen Psalmbuchs, also des Liederbuchs, geht es darum, wie gesegnet ein Mensch – ein Mann oder eine Frau – ist, der „… nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht“ (Psalm 1,1-2).
Man kann das lesen und sich fragen: Wie soll ich denn ständig über Gottes Wort nachsinnen? Aber genau das hast du ja eben gerade beschrieben.
Und es heißt hier: Wer das tut, lässt nicht zu, dass sein Herz von weltlichem oder gottlosem Denken ausgefüllt wird. Stattdessen wird sein Herz erneuert. Sein Sinn wird erneuert, weil er seine Lust am Wort Gottes hat und Tag und Nacht darüber nachsinnt.
Und dann beschreibt der Psalm, wie dieser Mensch sein wird: Fest, beständig, sicher, fruchtbar – lauter gute Frucht entsteht, wenn wir über Gottes Wort nachsinnen.
Tatsächlich hat Gott zu Josua gesagt: „Du sollst Tag und Nacht über mein Wort nachsinnen, dann wirst du auf deinen Wegen zum Ziel gelangen, und dann wirst du Erfolg haben“ (vergleiche Josua 1,8 ELB).
Das ist doch erstaunlich: Der Zusammenhang zwischen dem, dass ich mich in Gottes Wort vertiefe und es mit in den Tag hinein nehme… und dass mich das erfolgreich machen kann – so wie Gott Erfolg versteht – in allem, was ich tue.
Dannah: Hmm-m. Ich habe einen großen Teil meines Lebens damit verbracht, Teenagern und jungen Frauen Gottes Wort nahezubringen. Ich erkläre ihnen dann ganz einfach, wie man über einen Bibeltext nachdenkt und sage ihnen: Dieses Nachdenken ist das, was passiert, wenn Bibelstudium und Gebet aufeinandertreffen.
In der Regel studieren wir morgens die Bibel. Wir nehmen uns ein paar Minuten Zeit und machen uns Notizen, schreiben unsere Gedanken auf, wie du es uns geraten hast, Kelly. Aber wir beten den ganzen Tag über weiter, stimmt’s? Wir beten ohne Unterlass. Wir beten während unserer Stillen Zeit und beten dann hoffentlich im Laufe des Tages immer weiter.
Ich finde gut, was du gerade gesagt hast, dass du den Autor kennst. Der Autor ist ja direkt bei dir!
Im letzten Jahr habe ich mir eine neue Gewohnheit zugelegt. Morgens setze ich mich für meine Stille Zeit in einen roten Sessel. Genau genommen sind es zwei rote Sessel. In dem einen sitze ich – und ich stelle mir vor, wie Jesus in dem anderen sitzt. Wenn ich dann eine Frage habe, sage ich zu ihm: „Herr, mit dieser Stelle habe ich Schwierigkeiten. Bitte hilf mir, sie im Laufe des Tages besser zu verstehen.“
Wenn ich zum Beispiel später im Auto sitze, bete ich: „Herr, irgendwie verstehe ich das immer noch nicht so richtig.“ Und wisst ihr, was dann manchmal passiert, wenn ich so mehrmals am Tag darüber nachdenke? Auf einmal erwähnt irgendjemand genau diesen Vers. Für mich ist das kein Zufall. Ich glaube, diese Gebetserhörungen sind Gottes Führung.
Jemand anders sagt dann vielleicht: „Gott hat heute Morgen durch diesen Vers zu mir gesprochen, und das und das hat er mir gezeigt“ – und auf einmal bekomme ich die Antwort auf die Frage, über die ich den ganzen Tag nachgedacht habe!
Manchmal sind die Antworten ein wenig subtiler, aber es geht darum, diese Freundschaft mit Gott zu pflegen und das Gespräch mit ihm den ganzen Tag über nicht abreißen zu lassen.
Nancy: Wir setzen dieses Gespräch bei Belebe unsere Herzen fort. Wenn du schon die Gewohnheit hast, regelmäßig in der Bibel zu lesen, dann bete doch, dass Gott dir zeigt, wie deine Liebe zu seinem Wort noch tiefer werden kann und auch deine Beziehung zu ihm – durch sein Wort.
Dannah: Ich hoffe, dass unser heutiges Gespräch mit Nancy DeMoss Wolgemuth und Kelly Needham in dir eine größere Sehnsucht geweckt hat, Gottes Wort zu lesen. Egal, ob du gerade erst anfängst, in der Bibel zu lesen, oder ob du erfahrene Leiterin eines Frauenbibelkreises bist – Belebe unsere Herzen bietet viele Materialien, die dir helfen können, tiefer in Gottes Wort einzusteigen.
Nancy: Vielleicht hast du heute während unseres Gesprächs gedacht: Ich habe all diese warmen, tiefen Gefühle nicht, wenn ich in der Bibel lese. Vielleicht bist du oft eher verwirrt über das, was du liest. Vielleicht hast du Fragen zu manchen Geschichten oder Aussagen in der Bibel und denkst: Ich kann mir nicht vorstellen, warum Gott so etwas hat niederschreiben lassen!
Ich bin sicher: Gott kommt mit deinen Fragen und Bedenken zurecht. In der nächsten Folge sprechen wir ein bisschen mehr darüber – sei also gern wieder dabei.
Dannah: Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries. Wir rufen dich zu Freiheit, Fülle und Frucht in Christus.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung ©2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.