Dannah Gresh: Kelly Needham vergleicht das Lesen noch unbekannter Teile der Bibel mit einem Rundgang durch ein neues Haus.
Kelly Needham: Lerne die großen Bereiche und Räume kennen und erlaube dir selbst, Verwirrung oder Mysteriöses über die Jahre hinweg bestehen zu lassen. Je tiefer du wächst in deinem Verständnis, desto klarer wird es nach und nach.
Dannah: Hier ist der Podcast von Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Nancy ist Mitautorin des Bibelstudienkurses „Neu belebt von Ihm - Seeking Him“.
Mein Name ist Sabine Ross. Ich spreche die Rolle von Dannah Gresh.
Hast du manchmal Fragen zum Inhalt der Bibel? Kelly Needham ist wieder zu Gast bei uns. Wir reden heute darüber, was du tun kannst, wenn du dir unsicher bist oder etwas nicht verstehst.
Wir machen weiter mit unserer Serie „Die Liebe zu Gottes Wort“. Falls du eine …
Dannah Gresh: Kelly Needham vergleicht das Lesen noch unbekannter Teile der Bibel mit einem Rundgang durch ein neues Haus.
Kelly Needham: Lerne die großen Bereiche und Räume kennen und erlaube dir selbst, Verwirrung oder Mysteriöses über die Jahre hinweg bestehen zu lassen. Je tiefer du wächst in deinem Verständnis, desto klarer wird es nach und nach.
Dannah: Hier ist der Podcast von Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Nancy ist Mitautorin des Bibelstudienkurses „Neu belebt von Ihm - Seeking Him“.
Mein Name ist Sabine Ross. Ich spreche die Rolle von Dannah Gresh.
Hast du manchmal Fragen zum Inhalt der Bibel? Kelly Needham ist wieder zu Gast bei uns. Wir reden heute darüber, was du tun kannst, wenn du dir unsicher bist oder etwas nicht verstehst.
Wir machen weiter mit unserer Serie „Die Liebe zu Gottes Wort“. Falls du eine der bisherigen Folgen verpasst hast, kannst du sie dir gerne noch einmal auf YouTube oder BelebeUnsereHerzen.com anhören. Nancy?
Nancy DeMoss Wolgemuth: Kelly Needham, wir sind so dankbar, dass du wieder bei uns bist. Du bist schon lange eine Freundin unserer Arbeit. Du inspirierst mich; und du hast uns geholfen, nicht nur Frauen in meinem Alter zu erreichen, sondern auch die nächste Generation – ihnen zu helfen, Freiheit, Fülle und Fruchtbarkeit in Christus zu erleben.
Du bist eine gute Freundin. Du hast ein Buch über Freundschaft geschrieben (Friend-ish). Aber vor allem eines: Du liebst Gottes Wort. Deshalb wollten Dannah und ich dich einladen, dieses Gespräch mit uns zu führen. Willkommen zurück bei Belebe unsere Herzen .
Kelly: Dankeschön! Es macht mir richtig Spaß, mit euch über mein Lieblingsthema zu sprechen. Es ist eine Freude!
Dannah: Wir drei haben in den bisherigen Folgen unsere Leidenschaft für Gottes Wort zum Ausdruck gebracht. Unser Verständnis von Gottes Wort und unsere Freude daran. Aber wir haben auch von Hindernissen auf dem Weg erzählt. Von Durststrecken und von Zeiten, in denen wir verunsichert waren, in denen wir Schwierigkeiten hatten, etwas Bestimmtes, was die Bibel sagt, zu verstehen.
Kelly, wie gehen wir damit um, wenn wir an so einer Stelle sind und nicht wissen, wie wir weiterkommen sollen?
Kelly: Das Erste, woran du dich erinnern darfst, ist: Es ist völlig normal. Es ist nicht der richtige Gedanke nun zu sagen: „Ich verstehe das einfach nicht!“ oder „Ich bin wohl kein Bibel-Typ!“ Auch mir passiert das immer noch. Und ich weiß, euch auch. Das ist also völlig normal.
Du stößt in der Bibel auf Stellen, die verwirrend sind. Dinge, die keinen Sinn ergeben, die vielleicht sogar erschrecken. Vielleicht liest du etwas und denkst: „Herr, warum sagst Du so was? Warum handelst Du so?“
Ein Beispiel für mich sind manche Abschnitte im Alten Testament. Das 3. Buch Mose zum Beispiel, mit all den Gesetzen über Menstruation und Reinheitsvorschriften und Waschungen. Da sitze ich dann und denke: „Was soll ich damit anfangen?“
Oder in den Geschichtsbüchern, wie in Josua, wo Gott ihm befiehlt, ganze Städte zu vernichten. Männer, Frauen, Kinder. Da darf es ein ehrliches Gebet geben: „Herr, was geschieht hier? Ich verstehe es einfach nicht!“
Gerade in diesem Moment ist es so wertvoll, nicht davonzulaufen, sondern die Spannung auszuhalten. Die große Versuchung ist, die Bibel zuzuklappen, wegzugehen – und nicht zurückzukommen.
Aber zu bleiben und die Bibel beziehungsorientiert zu lesen, mit Gott zu sprechen und zu sagen: „Herr, das verwirrt mich, das schockt mich. Hilf mir, es zu verstehen!“ Uns ist der Heilige Geist gegeben worden. Wenn wir in Christus sind, haben wir den Heiligen Geist. Und Jesus sagt im Johannesevangelium, dass er uns in alle Wahrheit leiten wird. Das ist eine seiner Aufgaben. Halte die Spannung aus.
Manchmal bedeutet das für mich, tagelang zu derselben Stelle zurückzukehren. Immer wieder zu bitten: „Herr, öffne mir die Augen.“ Und ehrlich gesagt – nicht immer bekomme ich eine klare, vollständige Antwort.
Aber der Herr ist mir begegnet. Er hat mir oft Dinge gezeigt, die ich vorher nicht gesehen habe. Und manches verstehe ich erst später, wenn ich vielleicht nach Monaten oder Jahren ein anderes Buch lese.
Dannah: Vor kurzem habe ich mich mit ein paar jungen Frauen unterhalten. Sie meinten, sie hätten Schwierigkeiten damit, wie Frauen im Alten Testament behandelt wurden. Und ich habe sehr lange darüber nachgedacht, wie ich ihnen antworten könnte. Aber mir ist nichts eingefallen.
Also rief ich einen Theologen an und sagte: „Du bist doch Fachmann, wenn es um das Alte Testament geht. Es gibt da ja so einige schwierige Geschichten mit Frauen. Was antworte ich, wenn ich gefragt werde, warum sie so ungerecht behandelt wurden?“
Und er meinte: „Schauen wir uns mal ein paar Dinge genauer an. Da ist zunächst einmal der Kontext.“ Das war ja gestern schon Thema. Er erklärte: „Der Zusammenhang ist entscheidend. Wenn Frauen schlecht behandelt wurden, war das nie das eigentliche Problem, sondern nur ein Symptom von vielen. Das eigentliche Problem war, dass sich das Volk weit von Gott entfernt hatte. Ihre Herzen waren ihm nicht gehorsam, und ihr Umgang mit Frauen war letztlich nur ein Ausdruck davon, dass sie Gott nicht ehrten.“
Und dann sagte er: „Sieh dir auch die Reaktionen darauf an! In fast allen diesen verstörenden Geschichten siehst du, wie gottesfürchtige Menschen aufstehen, um das begangene Unrecht böser Menschen wieder gutzumachen.“
Da war ich wirklich froh, dass ich jemanden um Rat gefragt hatte. Denn ich hatte ja keine Antworten gehabt und war eher selbst von den Fragen beunruhigt gewesen, die die Frauen mir gestellt hatten.
Es ist so wichtig, dass wir nicht denken, wir müssten auf alle Fragen eine Antwort wissen und, was wir sagen, müsste der Weisheit letzter Schluss sein. Es ist völlig in Ordnung, um Hilfe zu bitten.
Kelly: Genau. Es ist wirklich wichtig, dass wir Gottes Wort in Gemeinschaft lesen. Natürlich solltest du deine Bibel auch allein lesen, um diese persönliche, intime Beziehung zu Gott zu pflegen. Aber Gott hat uns auch dazu geschaffen, die Bibel gemeinsam mit anderen Gläubigen zu lesen, mit den Menschen in deiner Ortsgemeinde.
Dafür sind unsere Pastoren ausgebildet. Sie haben das Wort studiert, sie haben sich darin vertieft und hart gearbeitet. Wenn wir also an Stellen kommen, die uns verwirren – wenn wir eine Weile damit ringen, mit dem Herrn darüber reden und trotzdem keine Antwort finden – dann können wir uns an sie wenden.
Unsere Pastoren haben zum Beispiel ihre E-Mail-Adressen auf der Website, so dass wir ihnen schreiben und sagen können: „Damit ringe ich gerade. Kannst du mir helfen?“ Für mich ist das meistens mein erster Schritt – zu Menschen zu gehen, die ausgebildet sind, und zu sagen: „Hilf mir, zu verstehen, was ich nicht sehe. Ich habe das nicht so (tiefgehend) studiert wie du.“
Nancy: Und ich hoffe, dass wir mit der Zeit selbst zu Menschen werden, die anderen helfen können, wenn sie in Gottes Wort eintauchen. Während ihr beide gesprochen habt, dachte ich an ein Ehepaar, das während der Bauphase meines Hauses zum lebendigen Glauben an Jesus kam.
Er war mein Bauunternehmer. Und in dieser Zeit hat Gott Terry und Susan zu sich gezogen. Es war so schön, das zu sehen! Sie waren beide in „christlichen“ Kreisen aufgewachsen, aber sie kannten Jesus nicht. Und eines der ersten Dinge, die dann geschahen, war: Sie entwickelten einen gewaltigen Hunger nach Gottes Wort.
Vor allem Terry war regelrecht ausgehungert! Wir gaben ihm eine Bibel; und er verschlang sie regelrecht. Fast ein Jahr lang luden sie mich jede Woche zu sich nach Hause zum Abendessen ein.
Danach saßen wir zusammen, und Terry überschüttete mich mit Fragen: „Was bedeutet dies? Warum sagt Gott das? Was soll das hier heißen?“ Ehrlich gesagt, ich fühlte mich ganz schön überfordert! Das waren nicht die Fragen, die mich damals bewegten oder auf die ich Antworten gesucht hätte.
Ich fühlte mich schlecht ausgerüstet und dachte: „Ich habe doch kein Theologiestudium gemacht.“ Ich wusste nicht wirklich, wie ich auf diese Fragen antworten sollte. Aber ich liebe Gottes Wort, und ich wollte mit ihnen gemeinsam darin forschen. Also haben wir das getan. Abend für Abend, Woche für Woche saßen wir drei zusammen – und ich ließ mich von ihm mit diesen Fragen löchern.
Ich sagte zu ihnen: „Ich bin nicht die Frau, die all die Antworten hat. Aber wir wollen gemeinsam den Herrn suchen und ihn um Verständnis bitten.“ Und unser Glaube ist gewachsen. Heute wohnen sie woanders; und wir haben kürzlich telefoniert. Und wisst ihr, was ich liebe? Sie stellen immer noch Fragen! Aber inzwischen sind sie selbst zu Mentoren geworden. Heute stellen andere ihnen Fragen, und sie leiten sie in der Jüngerschaft an.
Und das zeigt mir: Mit anderen zusammen Antworten in Gottes Wort zu suchen, ist nicht nur etwas für Menschen mit einem theologischen Abschluss. (Sie können einem natürlich weiterhelfen, und ich habe sie schon oft in Anspruch genommen!) Aber wir können gemeinsam wachsen und lernen. Und wir dürfen bekennen: „Ich weiß nicht alle Antworten.“ (Wenn wir alle Antworten wüssten, wären wir Gott, oder?) Aber wir können sagen: „Ich möchte mit dir wachsen; ich bin selber in einem Prozess. Ich grabe in Gottes Wort und lerne dabei, was das hier heißt.“
Und mir ist auch bewusst: Manche Fragen bleiben hier – diesseits der Ewigkeit – offen. Aber je mehr du den Autor dieses Buches kennst, je mehr du seinem Wesen und seinen Eigenschaften vertraust, desto besser kannst du mit einem Spannungsfeld oder Geheimnis, das hier nicht vollständig aufgelöst wird, umgehen.
Kelly: Ja, ich denke, wir müssen uns mit dem Geheimnisvollen abfinden und bereit sein, es einfach stehen zu lassen. Das heißt nicht, dass wir aufhören, zu suchen und zu forschen. Aber manches bleibt geheimnisvoll – besonders, wenn du gerade erst anfängst, deine Bibel zu lesen. Du betrittst sozusagen ein neues Zuhause, ein neues Haus.
Wenn du mein Haus zum ersten Mal betreten würdest, wäre alles neu für dich. Wir müssen also erst einmal all die Informationen aufnehmen. Wir würden uns zuerst einen Überblick verschaffen: „Okay, das ist das Wohnzimmer, das ist die Küche, hier gehört das hin.“
Beim zweiten Besuch fallen dir Details auf: „Hier stehen die Tassen. Da sind die Teller. Ah, da ist das Bad, und ich erinnere mich an die Wandfarbe.“ Aber beim ersten Mal bist du einfach überwältigt. Genauso ist es beim (ersten) Lesen der Bibel: Es gibt viel, das verwirrend ist.
Darum ist es gut, sich am Anfang auf das Wesentliche zu konzentrieren. Lerne die großen Zusammenhänge kennen. Und erlaube dir, Geheimnisse stehen zu lassen. Mit den Jahren wird vieles klarer werden – auch wenn nicht alle Fragen geklärt werden können.
Nancy: So ist es ja mit jedem Fachgebiet. Ich bin überhaupt kein Mathe-Mensch. Wenn ich ein Geometriebuch aufschlage, schüchtert mich das irgendwie ein. Irgendein Geometrie-Schulbuch – es überfordert mich, wenn ich es nur durchblättere! Ich würde sagen: „Ich habe keine Ahnung davon, worum es da geht!“
Aber ich glaube, wenn ich in das Fach wirklich eindringen wollte, wenn ich mich wirklich in dieses Geometriebuch vertiefen und andere bitten würde, mir zu helfen – dann würde ich mit der Zeit die Grundlagen verstehen, und es wäre mir nicht mehr so fremd.
Aber es gibt keine Abkürzungen dafür. Du wirst nicht einfach das Geometriebuch nachts unter dein Kopfkissen legen und am nächsten Morgen aufwachen und ein Mathe-Experte sein! Es wird Zeit und Mühe kosten. So ist es auch mit Gottes Wort. Es lohnt sich so sehr, das Wort zu studieren; und mit der Zeit wird einem alles immer klarer!
Dannah: Ich hab da mal ne schwierige Frage. Wisst ihr, was mir gerade durch den Kopf geht? Ich muss an die Bibelstunden denken, die ich mitbekommen habe … Ich war schon als kleines Kind gläubig, das ist also nichts Neues für mich. Ich war in diesen Bibelkreisen, wo alle den Text lesen, und dann heißt es: „Also, ich denke, es bedeutet das.“ „Aber ich denke, es bedeutet das.“ „Und ich denke, es bedeutet etwas ganz anderes.“
Aber niemand von uns hat die Ärmel hochgekrempelt, um tiefer zu graben, um sicherer zu wissen, was die Stelle wirklich bedeutet – so wie es ausgebildete Theologen tun (Um bei Nancys Mathe-Beispiel zu bleiben: Manchmal muss man eben jemanden fragen, der sich damit auskennt, mit Geometrie zum Beispiel). Gibt es also Werkzeuge oder Hilfsmittel, die wir nutzen sollten, wenn wir die Bibel studieren?
Kelly: Ja, es ist wirklich wichtig, dass wir solche Werkzeuge haben. Sonst bleiben wir bei der Frage: was es für mich bedeutet, stehen, ohne zu Prüfen ob diese Bedeutung denn auch stimmt.
Stell dir vor, jemand liest einen Artikel von dir und sagt einfach: „Ich finde, es bedeutet das.“ – Ohne sich Mühe zu geben, dich wirklich zu verstehen. Das würdest du auch nicht wollen. Darum müssen wir fragen: Wie kommen wir dem wirklichen Sinn näher? Eins meiner liebsten Hilfsmittel – und das überrascht viele oft – ist ein ganz normales Wörterbuch!
Lade dir einfach eine Wörterbuch-App auf dein Handy. Du wirst erstaunt sein, wie viel Einsicht das bringt. Die Übersetzer unserer Bibeln haben gründlich gearbeitet. Sie haben die hebräischen und griechischen Begriffe studiert und mit Bedacht die treffendsten deutschen Worte gewählt.
Wenn du dann über Wörter stolperst wie „Sühne“ oder „Fürbitte“, und du weißt nicht genau, was sie bedeuten, dann schlag sie nach! Das bringt sofort Klarheit. Ich habe das erst heute Morgen so gemacht – mit einem Wort, das ich eigentlich kenne.
Da habe ich in 2. Mose gelesen, dass Gott ein eifersüchtiger Gott ist. Und ich dachte: „Ich schaue mal nach, was das Wörterbuch dazu sagt.“ Natürlich gibt es ein paar verschiedene Definitionen. Aber zu diesem Kontext passte gut: „intolerant gegenüber Untreue oder Rivalität“.
Und genau das sagt Gott: „Ich dulde keine Rivalen in deinem Leben. Nichts, was in deinem Leben Gott sein will. Ich allein will dein Gott sein.“ Darum: Ein Wörterbuch ist eines meiner Lieblingshilfsmittel.
Und dann: Eine gute Studienbibel. Ich persönlich mag es, wenn ich eine Bibel ohne viele Anmerkungen habe, weil ich mehr Platz für eigene Notizen habe. Es gibt noch viele andere gute. Wenn du an einer Stelle festhängst und nicht weiterkommst, dann kannst du in die Anmerkungen schauen.
Schau dir die Tabellen und Karten an. Manchmal gibt es auch Stammbäume und wirklich hilfreiche Dinge auf diesen Seiten, um die Lücken zu füllen. Das sind also ein paar wirklich großartige Hilfen, die ich in meinem Leben immer wieder genutzt habe.
Nancy: Dannah, gibt es Studienbibeln oder Werkzeuge, die dir beim Studium geholfen haben?
Dannah: Nun, ich arbeite viel mit Online-Software. Ich finde es super, dass ich damit alles direkt zur Hand habe – egal, wo ich gerade bin. Selbst im Urlaub habe ich so meine Studienhilfen dabei. Am liebsten nutze ich Logos. Es gibt aber auch viele andere kostenlose Studienhilfen online: Kommentare und Lexika, auf die man ganz einfach zugreifen kann.
Zuhause habe ich zwar auch eine richtig tolle Büchersammlung in meiner Bibliothek, aber diese digitalen Werkzeuge finde ich wirklich gut.
Nancy: Ja, so geht es mir auch. Ich selbst habe viel mit der MacArthur-Studienbibel gearbeitet, der die Schlachter Übersetzung zugrunde liegt. Der Thompson-Studienbibel liegt die Luther Übersetzung zugrunde; und eine neuere Studienbibel, „Sein Wort - meine Welt“ – basiert auf der Elberfelder Übersetzung. Sie enthalten viele gute Anmerkungen. Ich habe gerne Bücher zur Hand. Auf Reisen bin ich da etwas im Nachteil. Doch manches kann man ja mittlerweile auch in einer App anschlagen.
Aber wenn ich bei meiner Stillen Zeit einfach zuhause im Sessel sitze, mag ich gerne meine Bücher in Papierform um mich haben. Du hast das Wörterbuch als Hilfe erwähnt, Kelly. In deutsch gibt es zum Beispiel den Duden oder die Wahrig Wörterbücher, beide auch als Online-Version erhältlich. Interessant ist es, wenn man ein Wort wie „eifersüchtig“ oder ein anderes Wort nachschlägt und wenn man dann sehr alte Bedeutungen findet. Sie sind häufig vom Sprachgebrauch her in der Heiligen Schrift verwurzelt; manchmal werden Bibelverse, die da anklingen, angeführt.
Und Kelly, ich erinnere mich, dass du einmal auf Instagram ein wunderbares Tutorial geteilt hast, wo du ein Hilfsmittel vorgestellt hast, das dir besonders geholfen hat. Erzähl uns doch davon.
Kelly: Ja, das ist die Die Neue Induktive Studienbibel; so heißt eine spezielle Studienbibel, und du kannst sie in der Schlachter Übersetzung oder der Neuen evangelistischen Übersetzung bekommen. Sie wurde von Precept Ministries herausgegeben, falls du die kennst.
Das Besondere ist: Sie enthält keinen Kommentar. Aber sie gibt dir viele Hilfen, wie du die Schrift selbst durcharbeiten kannst. Zum Beispiel bei 1. oder 2. Könige findest du ein Diagramm mit allen Königen. Wer war jeweils der Vater? Von wann bis wann haben sie regiert? Und es gibt auch Raum für deine eigenen Notizen über ihr Leben.
Das gibt dir also genügend Anhaltspunkte, um zu wissen: „Oh, es gab einen König, der der Sohn von Josia war. Den suche ich und trage ihn hier in meinem Diagramm ein.“ Und ich hatte etwas zu tun, während ich die Bibel gelesen habe. Das war unglaublich hilfreich! Ich hatte also Orientierung, um mich nicht völlig zu verirren und zu verwirren, ohne dass mir jemand die Antworten einfach vorgesetzt hätte.
Ich erinnere mich an den Moment, als mir klar wurde, wie hilfreich diese Bibel ist! Ich las gerade das 3. Buch Mose durch. Und hinten im Buch gab es eine Übersicht über die verschiedenen Arten von Opfern. Es war faszinierend, was mir in diesem Buch alles auffiel. Ich musste es aufschreiben.
Ich war damals auf Tournee (ich habe schon erwähnt, dass das zu unserem Leben gehört hat), und mein Mann Jimmy und die Band wollten irgendein Spiel spielen oder etwas Lustiges machen. Und ich erinnere mich, dass ich sagte: „Ich glaube, ich komme später dazu. Ich möchte noch 3. Mose weiterlesen.“
Jimmy hat gelacht und den Kopf geschüttelt. Aber ich meinte es ernst: Es war faszinierend! Diese Bibel hat mir wirklich geholfen, Neues zu entdecken und sie ist sehr benutzerfreundlich. Ich kann sie nur wärmstens empfehlen! Sie war eine große Hilfe für mich!
Nancy: Und du nutzt sie seit Jahren. Dein Exemplar sieht richtig gebraucht aus.
Kelly: Ja, schon viele Jahre. Es war meine erste, und ich habe sieben Jahre gebraucht, um sie ganz durchzulesen. Dann habe ich mir eine andere Übersetzung gekauft und bin wieder dabei. In unserem Haus haben wir inzwischen vier Ausgaben davon! Mein Mann liest auch darin. Wir lieben sie!
Nancy: Also gut, das Wort „induktiv“ ist vielleicht manchen nicht bekannt. Was bedeutet „induktives Bibelstudium“?
Kelly: Es beschreibt einen einfachen Prozess: Zuerst beobachten – sehen, was da steht. Dann deuten – richtig verstehen, was es bedeutet. Und schließlich anwenden – auf dein Leben übertragen.
Es ist ein Prinzip, um Dinge zu bemerken, zu sehen, zu interpretieren und sie dann auf das eigene Leben anzuwenden.
Nancy: Also starten wir nicht gleich mit der Frage: „Was bedeutet das für mich? Was soll ich jetzt tun?“ Da werden wir schon noch hinkommen; aber wir fragen zuerst: „Was besagt der Text?“, nicht wahr?
Kelly: Richtig.
Nancy: Mache also Beobachtungen, ...
- was wiederholt wird
- was die Definitionen sind
- was die Wörter bedeuten
- was für eine Art von Literatur du gerade liest – Ist es Poesie? Ist es ein Geschichtsbuch?
Es ist wichtig, die Bibel als Literatur zu verstehen und den Kontext zu beachten, in dem ein Abschnitt oder ein Vers steht.
Und dann nicht nur, was der Text besagt – also die Beobachtung – sondern auch, was er bedeutet. Wie ist der Abschnitt zu interpretieren? Viele Irrlehren sind entstanden, weil Menschen die Bibel nicht sorgfältig beobachtet und ausgelegt haben. Sie sprangen direkt zur Anwendung und landeten in einigen ganz verrückten Lehren.
Wenn du dich vor Irrlehren schützen willst, solltest du diesen induktiven Prozess durchlaufen. So etwas wie die Neue Induktive Studienbibel ist ein wunderbares Hilfsmittel, um zu wissen, wie man an die Schrift herangehen soll.
Und das Schöne ist: Es muss nicht kompliziert sein. Es gibt einfache Einstiege. Wenn du dich für Geometrie interessierst, aber erst sieben Jahre alt bist, wirst du anders vorgehen, als wenn du nach dem Abi Mathe studierst.
Es gibt ganz einfache Möglichkeiten anzufangen. Manche meiner Freunde schreiben Bibeltexte von Hand ab. Es werden heute dafür richtig schöne Hilfsmittel angeboten, die einem dabei helfen können.
Einfach nur die Schrift abschreiben ... Das verändert die Art, wie man sie liest. Man denkt ganz anders über den Text nach. Gerade für die, die so viel am Computer sitzen – es ist etwas Besonderes, die Schrift mit der Hand abzuschreiben und dabei darüber nachzusinnen.
Oder: Fasse jedes Kapitel mit einem Satz zusammen. „Worum geht es hier?“ Ich habe Freunde, die ich schon lange kenne. Als ihre Kinder ins Teenageralter kamen, habe ich sie herausgefordert. Ich sagte: „Von jetzt an bis ihr aufs College geht – wenn ihr in dieser Zeit die ganze Bibel durchlest und zu jedem Kapitel einen Satz aufschreibt, der das Kapitel zusammenfasst (Worum geht es in diesem Kapitel?) und dann noch einen Satz darüber, was euch in diesem Abschnitt persönlich anspricht – wenn ihr das macht – also zwei Sätze zu jedem Kapitel der Bibel …“
Und dann habe ich sie geködert! Ich habe ihnen gesagt, dass sie eine Belohnung bekommen, wenn es dann Zeit ist, dass sie aufs College gehen.
Dannah: Eine Belohnung! Das gefällt mir!
Nancy: Ja! Ich wollte, dass sie sich in Gottes Wort verlieben. Und man kann dieses Studium kaum einfacher beginnen, als mit eigenen Worten eine Zusammenfassung von einem Kapitel zu schreiben. Man muss wirklich über den Text nachdenken.
Wenn ich keinen Stift zur Hand habe oder ein Tagebuch oder einen Laptop, irgendwas, worauf ich Notizen machen kann – dann lese ich schon mal eine Seite oder ein Kapitel der Schrift, und am Ende habe ich keine Ahnung, was ich gelesen habe!
Dannah: Du warst ganz woanders!
Nancy: Ja, ich war nicht bei der Sache. Ich dachte an etwas anderes. Ich war abgelenkt.
Dannah: An deine To-Do-Liste.
Nancy: Manchmal, wenn ich mich eigentlich in Gottes Wort vertiefen will, fallen mir plötzlich Sachen ein, die ich im Haushalt erledigen muss! Da hilft mir eine Studienbibel oder die induktive Studienbibel oder ein Tagebuch – irgendetwas, was mich innerlich bei der Sache hält, wenn ich lese.
Kelly: Ja, und ich glaube auch, Nancy, es ist wichtig, dass jede von uns dort anfängt, wo sie ist. Wenn du zuhörst und denkst: „Das ist mir alles zu viel!“ – dann fang klein an. Hauptsache, es hält deine Gedanken beim Wort Gottes. Und wenn es das nicht tut, ändere deine Strategie.
Führe ein Tagebuch und schreibe deine Fragen auf. Das kann jeder tun. Ich kenne niemanden, der die Bibel liest, ohne Fragen zurückzubehalten. Sogar das wird deine Gedanken bei der Sache halten.
Lies also einfach und schreibe dir jede Frage, die du hast, in ein Tagebuch. Oder notiere dir, was du über Gott gelernt hast. Das ist überschaubar. Wenn du dir zu große Ziele setzt, wirst du vielleicht gar nicht anfangen. Denn unser Ziel ist nicht, einen Plan abzuhaken. Unser Ziel ist, Gott im Wort zu begegnen.
Dannah: Wie Kelly gesagt hat, ist unsere Hoffnung, Gott in seinem Wort zu begegnen. Und ich wünsche mir, dass du aus unserem Gespräch ein paar Ideen für den Anfang mitnimmst.
Wir freuen uns, wenn wir Sendungen wie diese für dich machen können, weil wir selbst so von den Materialien von Revive Our Hearts profitiert haben. Und für uns ist es auch sehr wertvoll, wenn du für unsere Arbeit betest.
Warum lesen wir die Bibel eigentlich? Darum geht es nächste Woche in der letzten Folge unserer Serie „Die Liebe zu Gottes Wort“. Kelly wird wieder mit dabei sein und darüber sprechen, wie wichtig es ist, die ganze Bibel zu lesen und der Zeit in Gottes Wort Priorität zu geben. Sei also unbedingt nächste Woche wieder hier bei Belebe unsere Herzen mit dabei!
Wir wünschen dir, dass du mehr Freude am Bibellesen bekommst und echte Erweckung erlebst!
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.