Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema vertiefen, indem du über die Fragen unter der Rubrik „Jetzt wird’s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Lea Köster: Sehnst du dich danach, dass Jesus wiederkommt? Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Das ist der Wunsch eines jeden wahren Gläubigen: „Komme bald, Herr Jesus! Wir sehnen uns nach Dir. Wir warten auf Dich. Komm schnell von den Balsambergen herunter und nimm mich zu Dir, damit unsere Liebe vollendet wird.“
Lea: Liebe Freundin, hier ist wieder Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Hallo.
Viele Menschen fragen sich insgeheim, warum Gott das Hohelied überhaupt in die Bibel aufgenommen hat. Aber wenn du in den letzten Wochen hier dabei warst, weißt du, dass dieses Buch eine reiche Quelle ist, die deine Leidenschaft für Christus wachsen lässt.
In der …
Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema vertiefen, indem du über die Fragen unter der Rubrik „Jetzt wird’s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Lea Köster: Sehnst du dich danach, dass Jesus wiederkommt? Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Das ist der Wunsch eines jeden wahren Gläubigen: „Komme bald, Herr Jesus! Wir sehnen uns nach Dir. Wir warten auf Dich. Komm schnell von den Balsambergen herunter und nimm mich zu Dir, damit unsere Liebe vollendet wird.“
Lea: Liebe Freundin, hier ist wieder Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Hallo.
Viele Menschen fragen sich insgeheim, warum Gott das Hohelied überhaupt in die Bibel aufgenommen hat. Aber wenn du in den letzten Wochen hier dabei warst, weißt du, dass dieses Buch eine reiche Quelle ist, die deine Leidenschaft für Christus wachsen lässt.
In der Reihe „Der Geliebte meiner Seele – Jesus im Hohelied“ hat Nancy uns Kapitel für Kapitel durch das Hohelied geführt. Heute hörst du nun die letzte Folge dieser Serie. Hier ist jetzt Nancy.
Nancy: Manche von euch haben vermutlich bezweifelt, dass wir je an diesem Punkt ankommen würden, nämlich am Ende des Buches Hohelied, am Ende dieser erstaunlichen Geschichte. Ich habe gerade vor dieser Aufnahme mit einer Frau gesprochen, und sie sagte:
„Diese ganze Sache mit der Liebe Gottes... sie raubt einem den Atem. Es erinnert mich irgendwie daran, wie es ist, hinten in der Kirche zu stehen und vorne den Geliebten zu sehen, auf den man gewartet hat, auf den man gleich zugehen wird, um ihn zu heiraten. Es raubt einem einfach den Atem.“
Und so ist es wirklich. Ich hoffe, dass wir dieses Staunen niemals verlieren. Und so, Vater, warst Du so gut, während dieser Reihe zu uns zu sprechen und uns Deine Wege und Dein Herz zu offenbaren und uns Deine unglaubliche, erstaunliche Liebe zu zeigen. Wenn wir nun die letzten Verse betrachten, bitten wir Dich, Heiliger Geist, wieder unser Lehrer zu sein, uns zu zeigen, was dir am Herzen liegt und uns einen Einblick in das zu geben, was die erwartet, die Dich lieben und Dein Kommen sehnlichst erwarten. Wir bitten in Jesu Namen, Amen.
In der letzten Folge haben wir uns den Abschnitt angesehen, in dem die Braut um die Reife und das Wohlergehen ihrer kleinen Schwester besorgt ist. Es ging darum, was sie und der Bräutigam tun konnten, um ihr beim Erwachsenwerden zu helfen, dabei, sie auf die Ehe vorzubereiten. Und jetzt, in Kapitel 8,11, treffen wir erneut auf dieses wiederkehrende Motiv, das sich durch das ganze Hohelied zieht: Das Motiv der Weinberge und der Fruchtbarkeit.
Die Braut sagt in Vers 11:
„Salomo hatte einen Weinberg in Baal-Hamon [wo dieser Ort liegt und was es damit auf sich hat, wissen wir nicht]; er übergab den Weinberg den Hütern, jeder sollte für seine Frucht tausend Silberlinge bringen.“
Sie spricht hier also von einem Weinberg, den Salomo besaß und den er an Pächter verpachtete, und die Pächter konnten einen Teil der Früchte als Lohn für ihre Arbeit behalten. Aber als Gegenleistung dafür, dass sie von dem Land leben konnten, mussten sie Salomo, dem Besitzer des Weinbergs, 1.000 Silberstücke geben. Ich denke, dieses Bild steht für die Forderung des Gesetzes. Das ist das, was man zu zahlen hat. Das Gesetz fordert, dass Salomo von denen entlohnt wird, die die Früchte seines Weinbergs ernten und davon essen.
Und für uns ist es ein Bild dafür, was es bedeutet, sich unter dem Gesetz abzumühen, motiviert durch Pflichtgefühl oder Zwang oder Angst vor dem, was passiert, wenn wir keine Leistung bringen – die Forderung des Gesetzes. Diese Menschen arbeiteten als Pächter in dem Weinberg. Sie waren Hüter. Sie hatten eine Verpflichtung. Das Gesetz verlangte, dass sie dem Besitzer des Weinbergs diese tausend Silberstücke geben sollten. Nicht, dass er es nicht verdient hätte – sie waren einfach dazu verpflichtet. Die Zahlung war eine Pflicht.
Die Beziehung der Braut zu ihrem Geliebten ist jedoch völlig anders als die der Pächter, die wegen der Forderungen des Gesetzes arbeiten; und sie beschreibt das im nächsten Vers, Vers 12. Sie sagt: „Mein eigener Weinberg liegt vor mir.“ Vorher hatte sie gesagt, dass Salomo einen Weinberg hatte. Jetzt sagt sie: „Mein eigener Weinberg liegt vor mir“ [das heißt, er gehört mir]; und dann fährt sie fort: „Die tausend gehören dir, o Salomo, und zweihundert den Hütern seiner Frucht!“
Sie sagt also: „Ich habe einen Weinberg und er gehört mir.“ Aber sie erkennt auch, dass sie ohne Salomo nichts hätte. Er ist es, der ihr den Weinberg gegeben hat, der ihn bepflanzt, gepflegt und erhalten hat; und sie möchte, dass er den Ertrag und den Gewinn aus diesem Weinberg erhält.
Also sagt sie: „Es ist mein Weinberg, aber ich möchte, dass du, Salomo, die tausend hast.“ Ich denke, je nach Übersetzung deutet das an, dass sie den gesamten Ertrag ihres Weinbergs Salomo geben will. Es soll alles ihm gehören. Es ist sein Weinberg. Er hat ihn ihr zwar gegeben, also gehört er ihr, aber sie sagt: „Er gehört dir. Ich möchte, dass du alles bekommst.“ Sie behält nichts davon für sich zurück.
Und sie sagt damit: „Obwohl ich dir für diesen Weinberg nichts geben bräuchte, will ich es gerne tun. Warum sollte ich dir weniger geben, als das Gesetz verlangt?“ Was sie hier veranschaulicht, ist die Freude der Liebe. Und so ist es auch bei uns: Du gibst ihm etwas zurück, nicht weil du es musst, nicht weil du dazu verpflichtet bist, sondern weil du es willst. Du tust es aus freien Stücken. Ihr Weinberg steht für ihr Leben; und sie will Salomo alles geben, was sie hat, alles, was sie ist. Nicht weil sie es tun muss, sondern freiwillig. Es ist ein Geschenk, das von Liebe, Gnade und Dankbarkeit motiviert ist.
Und sie gibt Salomo nicht nur tausend, sie gibt ihm den Ertrag dieses Weinbergs; und sie gibt auch den doppelten Zehnten an diejenigen, die im Weinberg mitgeholfen haben. „[...] zweihundert den Hütern seiner Frucht!“ sagt sie. Und auch hier ist die Motivation dieselbe. Sie tut es nicht aus Zwang, oder weil sie dazu verpflichtet wäre. Es ist keine Forderung des Gesetzes. Nein, sie gibt freiwillig. Das ist die Freude der Liebe.
Sie erkennt die Arbeit der Arbeiter an und ihren Beitrag dazu, dass ihr Weinberg fruchtbar und ertragreich ist; und sie möchte, dass sie den Lohn für ihre Bemühungen ernten. Also sagt sie: „Ich möchte euch großzügig bezahlen. Ich möchte euch ein großzügiges Trinkgeld geben.“ Das ist mehr als ein Trinkgeld. Es ist eine sehr großzügige Reaktion gegenüber denen, die den Weinberg gepflegt haben.
Sie hält also offensichtlich nichts für sich selbst zurück. Sie gibt den gesamten Erlös Salomo, der ihr den Weinberg geschenkt hat, aber sie behält gerade so viel zurück, dass sie denen etwas gegen kann, die bei der Pflege des Weinbergs geholfen haben.
Das ist eine Frau, die nicht durch Pflicht oder Angst motiviert wird, sondern von der puren Freude an der Beziehung zu diesem König, der ihr diesen Weinberg überlässt. Sie hat sich ihm freiwillig hingegeben, alles, was sie hat, alles, was sie ist; und sie will, dass er die Früchte erntet, die sie für ihn getragen hat.
Wir sehen hier ein Bild dafür, wie unsere Liebe zu Christus reift. Wir dienen ihm, wir geben ihm unsere Opfergaben, unseren Zehnten, unsere Gaben, unsere Zeit und uns selbst – nicht weil wir es müssten, nicht weil wir dazu verpflichtet wären, sondern weil wir ihn lieben, weil er uns geliebt hat, weil er so großzügig zu uns war, weil wir wollen, dass er dadurch verherrlicht wird.
In den Versen 13 und 14 finden wir die letzte Strophe des Hohelieds; und die Braut und ihr Geliebter richten jeweils ein letztes Wort aneinander.
Vielleicht kennst du das von romantischen Filmen, dass am Ende die Liebenden Hand in Hand in den Sonnenuntergang gehen. Diese Geschichte endet ein wenig anders. Sie endet damit, dass die beiden Liebenden sich bewusst sind, dass sie immer noch getrennt sind und sich nach dem Tag sehnen, an dem sie für immer vereint sein werden, ohne jemals wieder getrennt zu werden.
Wir haben in den letzten Wochen im Buch Hohelied die Geschichte von Christus und seiner Braut gesehen. Christus, der auf diese Erde kam, der eine Braut suchte und für sich erkaufte, der sich uns zu erkennen gab. Aber dann ging er weg, kehrte in den Himmel zurück und hat uns hier auf der Erde zurückgelassen. Wo sind wir also heute? Wir sitzen hier auf der Erde. Und wo ist Christus heute? Er ist im Himmel, er sitzt zur Rechten des Vaters.
Er hat versprochen, dass er wiederkommen wird, dass er einen Ort für uns vorbereitet, dass er kommen und uns zu sich nehmen wird. Aber im Moment sind wir getrennt. Wir sind getrennt, aber irgendwie auch nicht. Wir haben ihn. Er hat uns einen Verlobungsring gegeben. Das Siegel, die Garantie für unser zukünftiges Erbe – es ist der Heilige Geist, nicht wahr? Wir haben also dieses Versprechen. Wir haben den Heiligen Geist, der uns gegeben wurde. Aber solange wir hier auf der Erde in diesen Körpern sind, sind wir fern von dem Herrn, den wir lieben.
Wir lieben den Einen, wir beten den Einen an; wir dienen dem Einen, den wir nicht sehen, nicht berühren und nicht spüren können. Wir kennen ihn durch den Glauben, aber wir sind immer noch von ihm getrennt. Und unsere Herzen sehnen sich nach dem Tag, an dem wir für immer mit ihm im Himmel zusammen sein werden, von Angesicht zu Angesicht. Das ist die Sehnsucht, die in den letzten beiden Versen des Hohelieds zum Ausdruck kommt. Ich lese sie vor, und dann sprechen wir darüber.
In Vers 13 sagt der Geliebte zu seiner Braut: „Die du in den Gärten wohnst, die Gefährten lauschen deiner Stimme; lass mich sie hören!“
Und dann sagt die Braut: „Eile dahin, mein Geliebter, und sei der Gazelle gleich oder dem jungen Hirsch auf den Balsambergen!“ (Vers 14).
Gehen wir noch einmal zu Vers 13 zurück. Der Geliebte sagt zu seiner Braut: „Die du in den Gärten wohnst, die Gefährten lauschen deiner Stimme; lass mich sie hören!“ Die du in den Gärten wohnst – also, wo ist der Geliebte? Er ist nicht da.
Unser Geliebter ist im Himmel. Und wo sind wir? Wir sind hier auf dieser Erde und leben in den Gärten dieser Erde – manche schöner als andere. Wir bebauen diese Erde, wie es uns von Anfang an im 1. Buch Mose aufgetragen wurde; und wir warten auf den Tag, an dem wir im letzten großen Garten sein werden, im wiederhergestellten Paradies. Aber bis dahin leben wir im gefallenen, zerstörten Paradies. Es ist ein beschädigter Garten. Es ist ein Garten mit Dornen und Disteln. Wir pflegen ihn, wir arbeiten darin, wir werden entmutigt; aber das ist der Ort, wo wir leben. Wir wohnen in den Gärten dieser Erde.
Und er sagt: „Die du auf der Erde wohnst, hier in diesen Gärten, die Gefährten lauschen deiner Stimme. Lass mich sie hören.“ Ich denke, diese Gefährten sind andere Gläubige; und wir sind ihnen schon öfter begegnet. Manchmal wurden sie auch Töchter Jerusalems genannt. Sie waren Beobachter. Sie waren Zuschauer. Und wir reden mit den anderen Gläubigen, mit diesen Gefährten, die wir haben, während wir in den Gärten wohnen. Wir hören einander zu. Wir genießen es, uns miteinander zu unterhalten.
Als Gläubige, als Gefährten im Glauben, suchen wir die Nähe zueinander; und wir wollen einander hören. Ich werde gefragt: „Kannst du bei unserer Konferenz sprechen? Kannst du ein Buch über dieses Thema schreiben? Wir möchten deine Stimme hören.“ Ich habe Glaubensgefährten, die sagen: „Ich möchte deine Stimme hören.“ Und ich möchte die Stimme meiner Glaubensgeschwister hören. Ich möchte andere über den Herrn sprechen hören. Ich möchte dich über den Herrn sprechen hören.
Das erinnert mich an den Vers in Maleachi, wo es heißt: „Da besprachen sich die miteinander, welche den Herrn fürchteten [...].“ Es ist etwas Kostbares, wenn wir uns über die Dinge Gottes unterhalten.
Und so sagt er: „Die Gefährten hören auf deine Stimme. Ihr sprecht miteinander. Ihr genießt das.“ Aber was sagt er dann? „Lass mich [deine Stimme] hören.“ Er will ihre Stimme hören. Wir haben das schon früher in diesem Lied gesehen, in Kapitel 2,14, wo er sagte: „Meine Taube in den Felsenklüften, im Versteck der Felsenwand; lass mich deine Gestalt sehen, lass mich deine Stimme hören! Denn deine Stimme ist süß, und lieblich ist deine Gestalt.“ Und wir haben darüber gesprochen, wie großartig es ist, dass er unser Gesicht sehen und unsere Stimme hören will.
Und jetzt sagt er es noch einmal. Es ist sein allerletztes Wort an sie: „Lass mich [deine Stimme] hören.“ Für mich ist das einfach erstaunlich. Ich komme aus dem Staunen nicht heraus, dass ausgerechnet das ihm am Herzen liegt – besonders wenn man darüber nachdenkt, worüber wir normalerweise mit dem Herrn reden, wie oft wir jammern, wie oft wir zu ihm zurückkehren und um Vergebung bitten müssen, weil wir es wieder vermasselt haben, wie oft wir zu ihm kommen und sagen: „Ich brauche dies, ich brauche das“, wie oft wir dumme, kindische Fragen stellen.
Aber bist du frustriert (na ja, manchmal vielleicht), wenn dein Dreijähriger dich mit Fragen löchert? Ja, manchmal schon, aber als Mutter liebst du es, die Stimme deines Kindes zu hören, oder? Als Vater liebt er es, unsere Stimme zu hören. Als Bräutigam liebt er es, die Stimme seiner Braut zu hören. Man sollte meinen, dass er es leid ist, unsere Stimme zu hören.
Im Himmel singen Engel für ihn. Warum sollte er uns singen hören wollen? Je älter ich werde, desto brüchiger wird meine Stimme, und ich frage Gott: „Warum solltest Du meine Stimme hören wollen?“ Meine Gebete sind so schwach und kraftlos und armselig. Sie sind elend. Warum sollte er sie hören wollen? Aber er will sie hören.
Ich wurde überführt, als ich mich in den letzten Wochen mit diesem Abschnitt beschäftigte und darüber nachdachte, wie viel Zeit ich damit verbringe, mit anderen über alles Mögliche zu reden – auch über den Herrn – doch wie wenig ich mit ihm rede.
Mein guter Freund Charles Spurgeon hat zu diesem Vers Folgendes gesagt:
„Was würde ein Ehemann sagen, wenn seine Frau zu allen anderen gesprächig und freundlich wäre, aber nie mit ihm spräche? Oh Gläubiger, möchtest du es zulassen, dass der Herr Jesus mit Tränen in den Augen zu dir sagt: ‚Du sprichst mit allen, nur nicht mit mir; du gibst dich allen hin, um allen zu gefallen, nur nicht mir; du bist allen eine reizende Gefährtin, nur nicht mir?‘ Oh, unser Geliebter, wie schlecht haben wir Dich behandelt! Wie sehr haben wir Dich vernachlässigt! Das Wort durchbohrt meine Seele wie ein Dolch, denn ich habe den ganzen Tag zu anderen gesprochen und hatte kaum ein Wort für den, den meine Seele liebt.“
Ein anderer Autor hat es so ausgedrückt: „Er möchte, dass wir oft mit ihm reden, in Lobpreis und Gebet. Wollen wir viel Zeit mit anderen verbringen, aber wenig mit ihm? Wollen wir alles Mögliche zu unseren Glaubensgeschwistern sagen, aber es unterlassen, unser Herz vor ihm auszuschütten?“
Er sagt: „Die du in den Gärten wohnst, die Gefährten lauschen deiner Stimme; lass mich sie hören!“
Und dann, in Vers 14, dem letzten Vers des Liedes, antwortet die Braut ihrem Geliebten; und sie drückt ihre Sehnsucht danach aus, dass er zu ihr zurückkommt, damit sie für immer vereint sein können. Sie sagt: „Eile dahin, mein Geliebter, und sei der Gazelle gleich und dem jungen Hirsch auf den Balsambergen!“
Und wir haben diesen Ausdruck liebgewonnen „mein Geliebter“, nicht wahr? Denn so hat sie ihn das ganze Buch hindurch genannt. Das ist ihr Name für ihn. Es ist ein Ausdruck der Zuneigung, ein Ausdruck der innigen Vertrautheit. Am Ende dieses Buches komme ich nicht umhin, noch einmal zu fragen: Kennst du Christus als deinen Geliebten? Kennst du ihn? Oder weißt du nur von ihm? Du gehst in die Gemeinde. Du redest über ihn. Du singst über ihn. Du hörst von ihm. Du kennst andere, die ihn kennen. Aber kennst du ihn auch selbst?
Das ist der Unterschied zwischen Religion und echtem Christsein. Wenn du Christ bist, dann ist Christus „dein Geliebter“. Aber ich fürchte, dass so viele nur von ihm wissen. Sie haben eine Religion, aber sie haben nicht Jesus.
Noch einmal nennt sie ihn „mein Geliebter“. Und dann spricht sie über diese Balsamberge. „[...] sei der Gazelle gleich oder dem jungen Hirsch auf den Balsambergen!“ Im Hohelied tauchen immer wieder Berge auf – mindestens viermal.
In Kapitel 2 sahen wir die Berge von Bether – die Berge der Trennung. Aber jetzt gibt es innerlich keine Trennung mehr zwischen ihnen – und danach sehnt sie sich: nach dem Tag, an dem sie auch äußerlich nie mehr getrennt sein werden.
In Kapitel 4 sahen wir die Berge der Leoparden oder Panther – ein Bild für große Hindernisse, die er durch seine Kraft überwindet.
In Kapitel 4 sahen wir auch den Myrrheberg – ein Bild für den Tod und das Begräbnis Christi vor seiner Auferstehung.
Und jetzt spricht sie von den Balsambergen. Ich denke, das ist ein Hinweis auf den Himmel, wo Christus zur Rechten des Vaters ist und für uns eintritt – ein Hinweis auf den Weihrauch und das Gebet, das zum Thron des Vaters aufsteigt. Nicht nur die Gebete der Gläubigen hier auf der Erde, die Gebete der Heiligen, sondern auch die Gebete Christi – dies sind die Balsamberge, sie sind ein Bild des Himmels.
Sie sagt: „Du bist im Himmel. Ich bin auf der Erde. Eile dahin, mein Geliebter.“
Nun, Christus kommt auf viele verschiedene Arten zu seinem Volk. Er kommt durch das Gebet zu uns. Er kommt und kümmert sich um uns, wenn wir Fürbitte tun, indem er für uns eintritt. Er kommt zu uns durch das Wirken seines Geistes. Er kommt zu uns durch den Dienst seiner Engel. In Zeiten der Erweckung in der Gemeinde offenbart er seine Gegenwart auf außergewöhnliche Weise.
Aber sie wünscht sich, dass er so kommt, dass es nie wieder eine Barriere oder eine Distanz zwischen ihnen gibt. Diese Sehnsucht finden wir in der ganzen Schrift.
In den Psalmen heißt es: „Meine Seele verlangte und sehnte sich nach den Vorhöfen des Herrn (...)“ (84,2).
Und er kommt zu uns. Er begegnet uns schon jetzt auf wunderbare Weise. Er hat uns heute seine Gegenwart geschenkt, nicht wahr? Es war wundervoll. Aber wir halten Ausschau und sehnen uns nach dem Tag, an dem wir für immer bei dem Herrn sein werden, mit ihm vereint, in seiner Gegenwart, entfernt von der Gegenwart der Sünde, ohne dass irdische Dinge uns niederhalten und unser Fleisch uns bindet, ohne eine Trennung zwischen dem Herrn und uns – nur Er und wir, auf ewig zusammen.
Und so sagt sie zu ihm: „Eile dahin, mein Geliebter, zögere deine Rückkehr nicht hinaus.“ Das ist der Wunsch eines jeden wahren Gläubigen: „Komme bald, Herr Jesus! Wir sehnen uns nach Dir. Wir warten auf Dich.“ Sie sehnt sich nach diesem Tag. „Komm schnell von den Balsambergen herunter und nimm mich zu Dir, damit unsere Liebe vollendet wird.“
Wir singen darüber. „O eile, mein Herr, und lass kommen den Tag; mein Glaube sieht ihn schon von fern. Die Wolken vergeh’n, die Trompete erschallt. Halleluja, ich bin bei dem Herrn.“ Warum kann es unserer Seele gut gehen? Weil wir eine Hoffnung auf das Zukünftige haben, auf Dinge, die noch eintreten werden. Wir sehen sie jetzt im Glauben. Der Glaube wird eines Tages zum Schauen werden.
Johannes vom Kreuz, der im 16. Jahrhundert in Spanien lebte, sagte einmal: „Ich kann es kaum erwarten, dass Alter und Jahre mich in deine Gegenwart eintreten lassen; denn ich sehne mich nach dem Tag, an dem ich dich vollkommen lieben kann, mit größerer Freude, ohne Ende und für immer.“
Das ist die herrliche Hoffnung der Braut. Das ist meine Hoffnung. Das ist deine Hoffnung. Das ist unsere Hoffnung. Das ist die Hoffnung, von der Petrus sprach, als er sagte: „Ihn liebt ihr, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt“. Obgleich ihr ihn jetzt nicht seht, glaubt ihr an ihn; und ihr freut euch jubelnd mit unaussprechlicher und herrlicher Freude. Warum? Weil ihr wisst, dass er kommen wird. Ihr wisst, dass ihr ihn sehen werdet. Ihr wisst, dass die Wolken sich teilen werden und ihr für immer beim Herrn sein werdet.
Das ist die Hoffnung, die uns trägt, während wir hier auf der Erde leben und die finale Vollendung unserer Ehe mit dem Herrn Jesus, unserem himmlischen Bräutigam, erwarten.
Ein Autor hat beschrieben, was an diesem Zeitpunkt im Herzen der Braut vor sich geht; und ich möchte zum Abschluss dieser Reihe einige Absätze von ihm lesen. Er sagt:
„An diesem Punkt war ihre Erfahrung wie ein Wassertropfen, der sich im Ozean verliert und sich immer tiefer und tiefer mit der Liebe Christi vermengt. Es scheint kaum etwas von ihr in dieser irdischen Welt zurückgeblieben zu sein – außer ihrem Leib. Die Zuneigung ihres Herzens ist in einer anderen Welt.
Da muss man sich nicht wundern, dass sie eindringlich ruft: ‚Eile dahin, mein Geliebter, und sei der Gazelle gleich oder dem jungen Hirsch auf den Balsambergen!‘ So komm auch du herab in dein herrliches Reich. Wenn auch meine Liebe zu dir voll und reif geworden ist, steht doch noch etwas aus, das erst dann erfüllt werden kann, wenn du kommst.
Dann wird der Glaube zum Schauen; und Gebete werden zum Lobpreis. Gebete werden für immer Lobpreis sein. Die Liebe wird dann ihren Höhepunkt erreichen und frei sein von den Schatten der Wolken. Dann werde ich in einem sündlosen Zustand vor dir dienen und anbeten.
Was für ein Tag wird das sein! Darum, Herr Jesus, eile dahin. Komme bald. Ja, komm, Herr Jesus! Und bis zu jenem herrlichen Tag möge mein Garten beständig seine Frucht zur Freude Deines Herzens hervorbringen.“ (Watchman Nee)
Und, Herr, wir stimmen mit diesem Autor überein, mit anderen und mit der sulamitischen Braut und beten, dass Du eilst, dass Du schnell kommst, dass Deine Braut nur bereit ist und dass wir vor Dir stehen dürfen als eine strahlende, heilige Braut. Möge unser Weg uns immer höher führen bis zu jenem vollkommenen Tag, an dem wir Dich von Angesicht zu Angesicht sehen, wenn die Ehe vollzogen wird. Und in dieser Umarmung für alle Ewigkeit eingeschlossen, werden wir singen: „Wenn je ich dich liebte, mein Jesus, ist’s jetzt.“ Amen.
Lea: Nancy hat gerade die Sehnsucht beschrieben, die Gläubige nach der Rückkehr von Jesus haben. Diese Botschaft bildet heute den Abschluss unserer Serie mit dem Titel „Der Geliebte meiner Seele – Jesus im Hohelied“.
Falls du jetzt erst auf unseren Podcast aufmerksam geworden bist, findest du auf unserer Website alle Folgen dieser Reihe. Schau dich auch sonst immer wieder gerne auf belebeunsereherzen.com um.
Vielleicht wünschst du dir auch diese tiefere, intimere Beziehung zu Christus, von der du heute gehört hast.
Dann ist unsere neue Podcast-Reihe sicherlich hilfreich für dich.
Nächste Woche Mittwoch, am 18.03.2026, startet unsere Serie mit dem Titel „Die Liebe zu Gottes Wort“ mit Kelly Needham.
Vielen Dank auch dir, liebe Freundin, dass du uns in dieser Reihe begleitet hast. Sei doch auch nächste Woche gerne wieder dabei! Ich würde mich freuen. Bis bald.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.
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Jetzt wird’s persönlich!
Tag 25 – Reife Liebe 6: Lass mich deine Stimme hören (Hohelied 8,11-14)
- Was motiviert dich zu deinem Dienst für den Herrn? Ist es Angst, Pflichtgefühl, Liebe oder etwas anderes?
- Ist es dein Herzenswunsch, ein fruchtbares Leben zur Freude und Zufriedenheit deines himmlischen Bräutigams zu führen? Bringe diese Sehnsucht vor ihm zum Ausdruck.
- Der Geliebte sagt zu seiner Braut: „Die du in den Gärten wohnst, die Gefährten lauschen deiner Stimme; Lass mich sie hören!“ (8,13). Bist du zufrieden damit, wie viel Zeit du regelmäßig damit verbringst, dem Herrn zuzuhören und zu ihm zu sprechen (durch sein Wort und Gebet)? Wenn nicht: Was könntest du ändern, damit du mehr Zeit hast, deine Beziehung zu ihm zu intensivieren?
- Die Braut im Hohelied wartet sehnsüchtig auf die Rückkehr ihres Geliebten: „Eile dahin, mein Geliebter [...]“ (8,14). Erwartest du von Herzen, dass Jesus zu seiner Braut zurückkehrt? Welche Auswirkungen könnte so eine Erwartung und Sehnsucht auf dein Leben und deinen Dienst haben, bis er kommt? Bist du als Braut vorbereitet?
- Es würde uns als Team bei Belebe unsere Herzen sehr freuen, wenn du dir ein paar Minuten Zeit nehmen würdest, um eine kurze Ermutigung zu schreiben und mit uns zu teilen, wie Gott dieses Bibelstudium in deinem Leben gebraucht hat. Zum Beispiel:
- Wie hat diese Reihe über das Buch Hohelied deine Liebe zu Christus vertieft?
- Welches sind die wichtigsten Erkenntnisse, die du aus diesem Bibelstudium gewonnen hast?
- Wie hat sich dieses Bibelstudium auf dein Verständnis von menschlicher Liebe, Sex und Ehe ausgewirkt? Hat sie deine Beziehung zu deinem Partner verändert?