Marie Falk: Manchmal muss man kreativ sein, um Zeit alleine mit dem Herrn zu verbringen.
Frau: Als unsere Tochter zwei oder drei Jahre alt war, hatten wir eine Kuckucksuhr, die jede halbe Stunde schlug. Ich erklärte ihr, dass ich jetzt meine Zeit mit Jesus verbringen wollte. Sie saß dann mit ihrem Buch da – manchmal hielt sie es verkehrt herum – und hatte ihre eigene Stille Zeit. Wenn der Kuckuck rief, verbrachten wir die nächsten 30 Minuten als Mama und Tochter gemeinsam. Meiner Tochter war klar, dass diese Zeit zwischen den Kuckucksrufen für mich reserviert war.
Marie: Und damit herzlich willkommen hier bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Gott schenkt uns so viel Gutes. Er gibt uns Familien und Freunde, Möglichkeiten und auch Mittel, ihm zu dienen. Aber all diese Dinge können auch zur Gefahr werden. Zur Gefahr dahingehend, dass sie Jesus …
Marie Falk: Manchmal muss man kreativ sein, um Zeit alleine mit dem Herrn zu verbringen.
Frau: Als unsere Tochter zwei oder drei Jahre alt war, hatten wir eine Kuckucksuhr, die jede halbe Stunde schlug. Ich erklärte ihr, dass ich jetzt meine Zeit mit Jesus verbringen wollte. Sie saß dann mit ihrem Buch da – manchmal hielt sie es verkehrt herum – und hatte ihre eigene Stille Zeit. Wenn der Kuckuck rief, verbrachten wir die nächsten 30 Minuten als Mama und Tochter gemeinsam. Meiner Tochter war klar, dass diese Zeit zwischen den Kuckucksrufen für mich reserviert war.
Marie: Und damit herzlich willkommen hier bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Gott schenkt uns so viel Gutes. Er gibt uns Familien und Freunde, Möglichkeiten und auch Mittel, ihm zu dienen. Aber all diese Dinge können auch zur Gefahr werden. Zur Gefahr dahingehend, dass sie Jesus verdrängen. Kennst du das auch? To-do's, Anforderungen des Alltags türmen sich auf und dann meint man, man habe keine Zeit, die man sich für ihn nehmen könnte. Dabei ist es gerade diese Zeit die wir täglich nötig haben. Wir brauchen die Stille mit Jesus. Hier ist Nancy um uns in das Thema dieser Woche einzuführen.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Wir sind nun in der letzten Woche der Reihe angekommen, die wir „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“ genannt haben. Wenn du Gott in den letzten Wochen ernstlich gesucht hast, dann hat er dein Herz sicher neu belebt.
Psalm 69,33 ist so etwas wie ein Leitvers geworden, nicht nur für diese Podcast-Reihe, sondern auch für Belebe unsere Herzen. „(...) Ihr, die ihr Gott sucht, euer Herz soll aufleben!“
Wir würden gerne hören, wie Gott diese Reihe in deinem Leben gebraucht hat. Vielleicht hast du allein oder mit einer Kleingruppe den Kurs „Neu belebt von Ihm“ durchgearbeitet, oder du hast die Reihe bei Belebe unsere Herzen gehört – dann würde ich mich sehr freuen, wenn du uns schreibst und berichtest, wie Gott in deinem Leben gewirkt und dich durch die „Seeking Him“-Reihe neu belebt hat.
In den nächsten Folgen möchte ich mit dir teilen, was meiner Meinung nach die wichtigste Voraussetzung ist, um anhaltend innerlich neu belebt zu werden. Nicht nur während 12 Wochen, während dieses Kurses, nicht nur als einmalige Erfahrung, sondern im Sinne einer anhaltenden Erweckung oder Erneuerung. Zum Abschluss dieser Reihe möchte ich dann einige zusätzliche praktische Erkenntnisse zum Prozess der fortlaufenden geistlichen Erneuerung weitergeben.
Heute möchte ich dich bitten, in deiner Bibel 2. Mose 33 aufzuschlagen. Wir wollen uns hauptsächlich die Verse 7–11 anschauen. Dieser Abschnitt beschreibt eine Momentaufnahme aus Moses Leben. Du erinnerst dich bestimmt, dass Mose Gott so gut kannte wie niemand anders zu seiner Zeit. Lasst uns gemeinsam diese Momentaufnahme aus seinem Leben betrachten.
Ich möchte den Abschnitt vorlesen und dann einige Schlüsse daraus ziehen, die sich auf das persönliche Gebetsleben beziehen. Damit habe ich schon gesagt, was meiner Meinung nach die wichtigste Voraussetzung dafür ist, anhaltende geistliche Erneuerung zu erleben. Der Schlüssel ist, regelmäßig Zeit allein mit dem Herrn in seinem Wort und im Gebet zu verbringen.
Wir finden das beispielhaft im alttestamentlichen Sinne im Leben von Mose. Wir lesen ab 2. Mose 33,7. „Mose aber nahm das Zelt und schlug es sich außerhalb des Lagers auf, fern von dem Lager, und er nannte es ‚Zelt der Zusammenkunft‘.“ Das war nicht die Stiftshütte, denn sie war bekanntlich zu diesem Zeitpunkt noch nicht errichtet worden. Dieses Zelt der Zusammenkunft hatte nur einen vorläufigen Zweck. Es diente Mose als Ort, wo er dem Herrn begegnete.
Mose nahm also dieses Zelt, schlug es außerhalb des Lagers auf und nannte es das Zelt der Zusammenkunft. „Und so geschah es, dass jeder, der den HERRN suchte, [das haben wir auch gemacht, stimmt’s?] zum Zelt der Zusammenkunft hinausgehen musste, das außerhalb des Lagers war. Und (…) wenn Mose hinausging zu dem Zelt, dann stand das ganze Volk auf, und jedermann blieb stehen am Eingang seines Zeltes und sah Mose nach, bis er in das Zelt hineingegangen war“ (Verse 7-8).
„Wenn Mose in das Zelt hineinging, so kam die Wolkensäule herab (...)“ (Vers 9). Weißt du noch, was das war? Es war der sichtbare Ausdruck der Gegenwart Gottes, der Schechina-Herrlichkeit Gottes. „Wenn Mose in das Zelt hineinging, so kam die Wolkensäule herab und stand am Eingang des Zeltes, und Er redete mit Mose. Und wenn das ganze Volk die Wolkensäule am Eingang des Zeltes stehen sah, dann standen sie alle auf und verneigten sich, jeder am Eingang seines Zeltes. Und der HERR redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freund redet; und er kehrte wieder ins Lager zurück. Aber sein Diener Josua, der Sohn Nuns, der junge Mann, wich nicht aus dem Inneren des Zeltes“ (Verse 9-11).
Vers 7 noch einmal: „Mose aber nahm das Zelt und schlug es sich außerhalb des Lagers auf, fern von dem Lager, und er nannte es ‚Zelt der Zusammenkunft‘.“ Wir wollen einige Grundsätze daraus ableiten, doch als Erstes kommt die Frage auf: Warum war das Zelt außerhalb des Lagers?
Man muss den Kontext dieser Stelle verstehen. Dieser Bericht steht direkt nach dem Vorfall mit dem goldenen Kalb, als die Kinder Israels sich gegen Gott auflehnten. Sie brachen seine Gebote. Sie dienten Götzen. Sie feierten eine riesige, schreckliche Orgie, bei der sexuelle und religiöse Praktiken miteinander vermischt wurden, was sehr heidnisch war.
Daraufhin richtete Gott das Volk. Er bestrafte es. Als Konsequenz daraus, was das Volk getan hatte, sagte Gott zu Mose, dass er nicht weiter mit ihm ziehen wolle. Gott distanzierte sich vom Volk. Sünde trennt von Gott.
Dennoch war Mose so sehr darauf bedacht, Gott zu begegnen und Gemeinschaft mit ihm zu haben, dass er entschlossen war: „Wohin ich auch gehen muss, um in Gottes Gegenwart zu sein, da gehe ich hin.“ Das ist also der erste Grundsatz, den wir sehen: Mose nahm sich fest vor, Gott zu begegnen. Obgleich Gott zu diesem Zeitpunkt nicht in das Lager kam, nahm Mose das Zelt und schlug es außerhalb des Lagers auf, in der Absicht, Gott dort zu begegnen. Er war entschlossen. Es war eine Priorität für Mose. Er entschied sich bewusst dafür.
Dabei war Mose ein vielbeschäftigter Mann. Er musste sich um zwei Millionen Menschen kümmern. Er musste sie anführen. Er musste für sie sorgen. Er musste dafür Sorge tragen, dass sie genug zu essen hatten. Gut, eigentlich war es Gott, der das tat, aber Mose war der menschliche Anführer. Er hätte leicht sagen können: „Heute habe ich einfach keine Zeit dafür.“ Und doch nahm er sich die Zeit. Er nahm es sich fest vor, Gott zu begegnen.
Wie ist es bei dir? Nimmst du dir aus einem vollen Alltag heraus bewusst Zeit, um mit Gott allein zu sein und auf ihn zu hören? Nicht nur ab und zu oder wenn du in Not bist, sondern als eine tägliche Gewohnheit? Nimmst du dir Zeit dafür? Bei Mose war es so. Er machte es regelmäßig. Es war keine einmalige Sache. Er tat es nicht nur gelegentlich. Es war seine Lebensweise. Und wie ist das bei dir? Auch bei uns sollte es so sein.
Dann wird deutlich, dass Mose das Beisammensein mit anderen verließ, um Gott zu begegnen. Er entfernte sich weit vom Lager. Nun zum Teil, weil Gott gerade dort war. Denn zu diesem Zeitpunkt kam Gott nicht ins Lager. Doch erforderte das Hinausgehen zum Zelt der Zusammenkunft auch, dass Mose die Gesellschaft der anderen verließ, um mit Gott allein zu sein.
Dies steht im Kontrast zum Verhalten der Menschen, die den Herrn nicht suchten. Wir lesen von ihnen in 2. Mose 32: Sie waren rebellisch, sie trieben Götzendienst. Sie suchten Gott nicht, aber Mose sagte: „Selbst wenn niemand sonst Gott sucht, muss ich ihm begegnen.“ Das war nicht das, was die Allgemeinheit tat, es lag nicht im Trend. Es erinnert an einen Lachs, der gegen den Strom schwimmt, wenn man so will.
Genau dazu fordern wir Frauen auf, die Belebe unsere Herzen hören, nämlich dazu, gegen den Strom der Zeit zu schwimmen. Manchmal muss man sich der evangelikalen Kultur entgegenstellen. Denn in der evangelikalen Kultur steht es im Großen und Ganzen leider nicht an oberster Stelle, Gott zu suchen. Wenn du dich einfach von der Menge mitziehen lässt, wenn du dich einfach danach richtest, was deine Freunde tun, wirst du den Herrn wahrscheinlich nicht suchen.
Willst du dich der Masse entgegenstellen, dem Flow, dem, was alle anderen tun? Bist du treu, wenn andere es nicht sind? Bist du wie Mose und – noch viel entscheidender – wie Jesus? Von ihm lesen wir in Markus 1,35: „Und am Morgen, als es noch sehr dunkel war, stand er auf, ging hinaus an einen einsamen Ort und betete dort.“ Du musst die Menge verlassen.
Die Israeliten brauchten Mose und wahrscheinlich dachten sie, sie könnten keine Stunde oder zwei ohne ihn auskommen, während er weg war. Genauso wie die Jünger in Markus 1 dachten, weil sie Jesus brauchten. Direkt nach der Stelle, in der es heißt, dass Jesus sich zurückzog, lesen wir: Und als die Jünger ihn gefunden hatten, sagten sie: „Alle suchen dich“ (vergleiche Markus 1,36-37).
Die Jünger brauchten Jesus. Die Israeliten brauchten Mose. Es gibt Menschen, die dich brauchen und lautstark deine Aufmerksamkeit fordern. Aber was die Menschen damals am meisten brauchten und was die Menschen in deinem Leben, in deinem Umfeld heute am meisten brauchen, ist jemand, der Gott begegnet ist.
Deine Kinder brauchen eine Mutter, die Zeit mit Gott verbracht hat. Sie müssen sehen, dass dir die Begegnung mit Gott so viel bedeutet, dass du bereit bist, dich von anderen zurückzuziehen, um Zeit mit Gott allein zu verbringen.
In Vers 7 heißt es dann: „Jeder, der den HERRN suchte, [musste] zum Zelt der Zusammenkunft hinausgehen [...], das außerhalb des Lagers war.“ Das zeigt mir, dass das beispielhafte Gebetslebens von Mose andere dazu motivierte, es ihm gleich zu tun.
Ich kenne einige Menschen, bei denen ich denke, wenn ich sie treffe: „Diese Person hat Zeit mit Gott verbracht.“ Sie wecken in mir das Verlangen, selbst Gottes Nähe zu suchen. Ist deine Stille Zeit so, dass sie andere motiviert, Gott zu suchen? Denken Menschen, die mit dir zusammen sind: „Ich möchte so wie sie Zeit mit Gott im Gebet verbringen. Man kann ja sehen, was das in ihrem Leben bewirkt.“ Denken sie das, und wollen sie dich nachahmen?
In Vers 8 heißt es: „Wenn Mose hinausging zu dem Zelt, dann stand das ganze Volk auf, und jedermann blieb stehen am Eingang seines Zeltes und sah Mose nach, bis er in das Zelt hineingegangen war.“ Zwei Dinge fallen mir hier auf. Erstens: Die Menschen um Mose herum beobachteten ihn genau. Sie wussten, was er tat. Sie wussten, worauf er am meisten Wert legte. Und ich möchte dir sagen, dass deine Mitmenschen dich auch beobachten. Sie wissen ebenfalls, worauf du Wert legst. Sie wissen, was du tust. Sie wissen, was dir wichtig ist, besonders deine Familie.
Und noch etwas: Viele Menschen schauten Mose nur dabei zu, wenn er zum Zelt der Zusammenkunft ging, um Gott zu begegnen. Andere wiederum gingen selbst hinaus, um Gott zu begegnen. Davon lesen wir in den Versen 7 und 8: „Und es geschah, jeder, der den HERRN suchte, ging zum Zelt der Begegnung außerhalb des Lagers hinaus [...]“ (Vers 7, ELB). Mose ging und dann folgten andere. Aber nicht alle. Es heißt: Das ganze Volk stand auf, „und jedermann blieb stehen am Eingang seines Zeltes und sah Mose nach, bis er in das Zelt hineingegangen war.“
Was ist hier der Punkt? Ich möchte es so sagen: Du wirst nicht geistlich, indem du nur geistlichen Menschen zusiehst oder gottesfürchtige Menschen kennst. Du lernst Gott nur kennen, indem du dein Zelt verlässt und zum Zelt der Zusammenkunft gehst, indem du dich selbst auf den Weg machst, um den Herrn zu suchen.
In Vers 9 heißt es dann: „Wenn Mose in das Zelt hineinging, so kam die Wolkensäule herab und stand am Eingang des Zeltes, und Er redete mit Mose.“ Vers 11 betont dasselbe: „Und der HERR redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freund redet.“
Das ist der Punkt, den ich in Vers 9 erkenne: Als Mose die Menge verließ, um den Herrn zu suchen, begegnete ihm der Herr. Seine Suche wurde belohnt. Und der Herr redete zu Mose. Wenn Gott weiß, dass wir zuhören wollen, dann wird er reden. Wenn Gott weiß, dass wir ihm begegnen wollen, dann wird er uns begegnen.
Die Wolkensäule war für das alttestamentliche Volk Israel ein sichtbares Symbol der Gegenwart Gottes. Wusstest du, dass du etwas hast, das noch wertvoller und vertrauter ist, als Mose es jemals erleben konnte? Es ist Gottes Geist, der in dir lebt, wenn du Gottes Kind bist.
Du musst also nirgendwo buchstäblich oder physisch hingehen. Natürlich kann es hilfreich sein, einen Ort aufzusuchen, der sich gut eignet, um dem Herrn zu begegnen. Aber der Herr ist bei dir, in dir, über dir, er umgibt dich, er durchströmt dich, du kannst ihm jederzeit begegnen. Gott wird sich Zeit für dich nehmen, wenn du dir die Zeit nimmst, ihn zu suchen. Er wird zu dir reden, wenn er weiß, dass du aufmerksam zuhörst.
In Vers 10 heißt es dann: „Wenn das ganze Volk die Wolkensäule am Eingang des Zeltes stehen sah, dann standen sie alle auf und verneigten sich, jeder am Eingang seines Zeltes.“ Ich erkenne in diesem Vers, dass als Folge davon, dass Mose in Gemeinschaft mit Gott lebte, andere Menschen anfingen, Gott anzubeten.
Beachte, dass diese Menschen nicht als Anbeter Gottes geboren wurden. Sie wurden als Heiden und Götzendiener geboren. Das war ihre natürliche Neigung. Eben noch hatten sie sich durch die Geschichte mit dem goldenen Kalb schuldig gemacht. Das war Götzenverehrung im großen Stil. Aber durch das Beispiel von Mose wurde ihr Herz zur Anbetung des wahren und lebendigen Gottes bewegt.
Wir leben unter Götzendienern. Allgemein gesprochen, verehren die Menschen in unserem Land nicht Gott. Tatsächlich beten sogar die meisten Menschen in unseren Kirchen ihn heute nicht wahrhaftig an.
- Sie beten sich selbst an.
- Sie beten das Geld an.
- Sie verehren ihre Sünden.
- Sie verehren falsche Götter.
- Gott beten sie nicht an.
- Vielleicht vollziehen sie religiöse Rituale, aber sie suchen Gott nicht.
Wenn Menschen sehen, dass wir in echter Gemeinschaft mit Gott leben, dass wir aufrichtig, offen und ehrlich mit dem lebendigen Gott sprechen, was passiert dann? Einige dieser Götzendiener werden Buße tun. Sie werden sich von ihren bösen Wegen abwenden und den Gott anbeten wollen, dem wir dienen. Darf ich dich fragen: Motiviert dein Lebensstil andere dazu, den wahren Gott anzubeten?
Dann kommen wir zu Vers 11, der den meisten von uns bekannt ist. „Und der HERR redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freund redet.“ Weil Mose Gott suchte, genoss er eine Vertrautheit mit Gott, die nur wenige andere jemals so erfahren haben. Was nicht heißt, dass es für sie unmöglich gewesen wäre. Doch sie suchten Gott nicht so, wie Mose es tat. Der Herr redete zu Mose von Angesicht zu Angesicht.
Der Vers 20 dieses Abschnitts scheint im Widerspruch dazu zu stehen, was wir gerade gelesen haben, denn dort sagt Gott, dass kein Mensch sein Angesicht sehen und leben kann. Wenn Vers 11 jedoch davon spricht, dass Gott mit Mose von Angesicht zu Angesicht redete, dann ist das bildlich gemeint. Der Vers beschreibt eine offene, transparente Beziehung, eine enge Freundschaft. Mose deckte nichts zu. Er hatte nichts zu verbergen, und so teilte Gott sich Mose mit.
Denk mal daran, wie du mit deinen engsten Freundinnen sprichst. Du erzählst ihnen etwas, was du sonst niemandem anvertrauen würdest. Ich liebe den Vers in Psalm 25, wo es heißt: „Das Geheimnis des HERRN ist für die, welche ihn fürchten, und seinen Bund lässt er sie erkennen“ (Vers 14).
Oder Sprüche 3,32: „(...) mit den Aufrichtigen hat er vertrauten Umgang.“ Willst du die Geheimnisse in Gottes Herzen kennen? Willst du wissen, was für ihn zählt? Willst du wissen, was er denkt, wie er fühlt? In Jakobus 4,8 heißt es: „Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch!“ Oder in Psalm 25,14: „Das Geheimnis des HERRN ist für die, welche ihn fürchten.“
Wenn du den Herrn suchst, wird sich Gott dir zu erkennen geben. Du darfst innige Nähe, Gemeinschaft und Freundschaft mit Gott erleben. Das ist nicht etwas, das einigen super frommen Heiligen vorbehalten ist. Es ist dir möglich, wenn du ein Kind Gottes bist.
Dann sehen wir an Moses Gebetsleben, wie wichtig ihm Gottes Herrlichkeit und sein Reich waren. Das steht zwar nicht direkt in diesem Abschnitt, aber in den folgenden Versen 12 bis 23 erfahren wir, worüber Gott und Mose miteinander redeten.
Wir werden hier nicht alles lesen, aber sie kommunizierten wirklich in einem Dialog miteinander. Mose brachte seine Anliegen vor Gott, und Gott antwortete ihm. Gott offenbarte sich Mose und Mose reagierte darauf.
In diesem Gespräch bat Mose um drei Dinge. Das erste war: Gott, zeige mir deine Wege, damit ich Gnade finde vor deinen Augen (vergleiche 2. Mose 33,13). Gott erhörte dieses Gebet. In Psalm 103,7 heißt es: „Er hat seine Wege Mose wissen lassen.“ Ich liebe diesen Vers. Gott zeigte Mose seine Wege, weil Mose darum bat. Ich frage mich manchmal, ob wir die Wege Gottes nicht erkennen, weil wir Gott nicht darum bitten.
Dann legte Mose Fürbitte für das Volk ein. Nach dem Vorfall mit dem goldenen Kalb hatte Gott gesagt, dass er nicht mit dem Volk hinaufziehen würde. Mose trat nun vor Gott und rief: „O Gott, vergib diesem Volk und geh mit uns. Wenn deine Gegenwart nicht mit uns geht, wollen wir nicht weiterziehen“ (vergleiche 2. Mose 33, 15; 34,9). Was für ein Gebet! Das bete ich für diesen Dienst. Ich hoffe, du betest das auch für deine Familie und für deine Gemeinde.
„Herr, wenn Du nicht selbst mitgehst, dann sende uns nicht aus! Es reicht nicht, dass wir nur Deine Verheißungen, Deine Versorgung und Deinen Schutz haben. Herr, wir benötigen Deine Gegenwart. Wir brauchen sie in unseren Gemeinden. Wir brauchen sie in unseren Familien. Ich brauche sie in meinem Leben. Herr, sei mit Deiner Gegenwart bei meinem Mann, wenn er zur Arbeit geht. Herr, sei mit Deiner Gegenwart bei meinen Kindern, wenn sie zur Schule gehen. Möge die Gottesfurcht sie leiten, wohin sie auch gehen.“
Obwohl Gott zuvor gesagt hatte, dass er nicht mit dem Volk ausziehen würde, sagte er nun: „Was du gesagt hast, will ich tun. Ich werde mit euch gehen (...)“ (vergleiche 2. Mose 33, 17).
Mose trat für das Volk ein, Gott hörte es und antwortete. Dann betete Mose: „Herr, lass mich doch deine Herrlichkeit sehen! Zeige mir Deine Herrlichkeit. Ich möchte Dich erkennen. Ich möchte Dich sehen“ (vergleiche Vers 18). Gott sagte: „Ich kann dir nicht alles zeigen, denn es würde dich umbringen, aber ich werde all meine Güte vor dir vorüberziehen lassen und den Namen des Herrn vor dir ausrufen“ (vergleiche Vers 19).
Mose bekam Einblicke in die Herrlichkeit Gottes, von denen die Kinder Israels nur träumen konnten. Warum? Weil sein Gebetsleben nicht von solchen Fragen bestimmt war, wie: „Warum gibt es heute nichts anderes zu essen?“ Darum beteten die Israeliten damals in der Wüste. „Wir sind dieses Essen leid. Wir sind es alles leid. Wir haben kein Wasser zu trinken.“ Jammern, heulen, klagen.
Aber wie betete Mose?
- Herr, zeige mir deine Wege.
- Gehe bitte mit uns.
- Zeige mir Deine Herrlichkeit.
Das Gebetsleben Moses offenbarte, dass er auf Gottes Reich ausgerichtet war und Gottes Herrlichkeit liebte. Übrigens, welche Prioritäten zeigt dein Gebetsleben?
Dann lesen wir schließlich in Vers 11: „Er kehrte wieder ins Lager zurück. Aber sein Diener Josua, der Sohn Nuns, der junge Mann, wich nicht aus dem Inneren des Zeltes.“ Es ist wunderbar zu sehen, welchen Einfluss Moses Gebetsleben auf die nächste Generation hatte. Josua wollte dort sein, wo sein Leiter und Vorbild Mose Zeit mit Gott verbrachte. Er blieb dort noch lange, nachdem Mose gegangen war. Er wollte gar nicht weggehen.
Das lag vielleicht daran, dass Josua auch das wollte, was er bei Mose beobachtete. Mose sah Gottes Herrlichkeit und Josua sagte: „Ich will sie auch sehen. Ich möchte auch so ein Gebetsleben haben.“ Diesem jungen Mann war nicht bewusst, dass Gott ihn gerade darauf vorbereitete, Anführer der nächsten Generation zu sein. Es war Moses Gebetsleben, es war Moses Zeit mit Gott, die diesen jungen Mann dazu bewegte, dort in der Gegenwart Gottes zu bleiben.
Wie anders ist das im Vergleich zu der traurigen Realität, dass 80% der jungen Leute aus christlichen Familien und Gemeinden nach dem College nie wieder in die Gemeinde zurückkehren. Was läuft da falsch? Warum bleiben sie nicht? Vielleicht, weil sie an uns nicht etwas wahrgenommen haben, das in ihnen den Wunsch weckte, in Gottes Gegenwart und bei seinem Volk zu bleiben. Jesus sagte: [...] wer alles gelernt hat, der ist wie sein Meister (vergleiche Lukas 6,40 LUT).
Die Frage stellt sich also: Wenn die jungen Leute sich dort aufhalten, wo du Zeit verbringst, wenn sie sehen, woran dein Herz hängt – wie werden sie dann ihr Leben verbringen?
- Vereinnahmt von Arbeit?
- Vereinnahmt von Unterhaltung?
- Vereinnahmt von Hobbys?
- Vereinnahmt von Freizeitaktivitäten?
Wo werden sie ihr Leben verbringen, wenn sie sich dort aufhalten, wo du es liebst zu sein? Wird es in Gottes Gegenwart sein?
Marie: Nancy wird gleich noch mit uns beten. Wenn du bereit bist, mehr Zeit in der Gegenwart Gottes zu verbringen, möchte ich dir unterstützend zwei Bücher vorstellen. Zum einen Nancy’s Buch Ort der Stille, in dem sie beschreibt, wie eine tiefgehende Stille Zeit aussehen kann. Leider ist es im Deutschen tatsächlich zur Zeit nicht verfügbar, aber vielleicht kannst du es gebraucht ergattern. Und falls du dem Englischen mächtig bist, möchte ich es dir wirklich ans Herz legen A Place of Quiet Rest zu besorgen. Ich habe es mir tatsächlich selbst Anfang Mai grad zugelegt.
Und für alle anderen habe ich natürlich auch noch eine Buchempfehlung und zwar das Andachtsbuch Vor Gott zur Ruhe kommen. Das hat Nancy geschrieben und der CLV hat es rausgegeben und es enthält Andachten für jeden Tag und auch Fragen, die dir dabei helfen dich mehr mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Für weitere Informationen schau doch mal auf unserer Website unter www.belebeunsereherzen.com. vorbei.
Was erwartet uns diese Woche noch?
Morgen hören wir erstmal Bobby Moore und am Mittwoch Henry Blackaby. Zwei Männer, die gelernt haben, wie man eine enge Beziehung zu Gott pflegen kann und uns mit diesem Wissen bereichern.
Ich freue mich, dich dann wieder hier bei Belebe unsere Herzen begrüßen zu dürfen.
Lasst uns zum Abschluss noch beten.
Nancy: Herr, wenn wir lesen, wie Mose mit Dir sprach, wie er auf Dich hörte, Dir begegnete und Deine Herrlichkeit sah, dann rufen wir zu Dir: Herr, zeige uns Deine Herrlichkeit! Wir wollen Dich kennen. Wir möchten deine Wege verstehen. Wir sehnen uns nach einer tiefen Gemeinschaft und nach einer innigen Verbindung mit Dir.
Herr, vergib uns, dass wir so oft beschäftigt und abgelenkt sind, so vertieft in andere Dinge, dass wir keine Zeit mit Dir verbringen. Vergib uns, dass wir oft so mit religiösen Aktivitäten beschäftigt sind, dass wir die Gemeinschaft mit Dir verpassen.
Herr, wir bitten Dich um Dein gnädiges Wirken in unseren Herzen, damit die nächste Generation an uns etwas bemerkt, was sie will, was sie braucht und wonach sie sich sehnt. Herr, lass viele junge Josuas heranwachsen, die dem Vorbild unseres gottesfürchtigen Lebens folgen und selbst zu Vorbildern der nächsten Generation werden, damit auch sie Dich sucht. Ich bete in Jesu Namen, Amen.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive our Hearts.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.