Lea Köster: Weißt du Gottes Gnade wirklich zu schätzen?
Nancy DeMoss Wolgemuth: Gottes Gnade wirst du erst dann so richtig schätzen, wenn du mit dir selbst, deinen eigenen Ressourcen und deinen eigenen Fähigkeiten am Ende bist. Wenn du an dem Punkt angekommen bist, wo du sagst: „Ich gebe auf! Ich kann so nicht leben! Ich schaffe das einfach nicht! Ich bin ein totaler Versager!“ Gottes Gnade ist für Versager.
Lea: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth mit der Stimme von Annette Schorre.
Erweckung wird Auswirkungen auf dein Verhalten haben. In den letzten Wochen haben wir uns mit ein paar dieser Auswirkungen auseinandergesetzt: Aufrichtigkeit, Demut und Buße. Aber du kannst dir noch so viele Podcasts dazu anhören, diese Eigenschaften kannst du nicht von dir selbst heraus entwickeln. Glaub mir, ich habe es selbst oft genug versucht! Sie entwickeln sich in deinem Leben nur durch die …
Lea Köster: Weißt du Gottes Gnade wirklich zu schätzen?
Nancy DeMoss Wolgemuth: Gottes Gnade wirst du erst dann so richtig schätzen, wenn du mit dir selbst, deinen eigenen Ressourcen und deinen eigenen Fähigkeiten am Ende bist. Wenn du an dem Punkt angekommen bist, wo du sagst: „Ich gebe auf! Ich kann so nicht leben! Ich schaffe das einfach nicht! Ich bin ein totaler Versager!“ Gottes Gnade ist für Versager.
Lea: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth mit der Stimme von Annette Schorre.
Erweckung wird Auswirkungen auf dein Verhalten haben. In den letzten Wochen haben wir uns mit ein paar dieser Auswirkungen auseinandergesetzt: Aufrichtigkeit, Demut und Buße. Aber du kannst dir noch so viele Podcasts dazu anhören, diese Eigenschaften kannst du nicht von dir selbst heraus entwickeln. Glaub mir, ich habe es selbst oft genug versucht! Sie entwickeln sich in deinem Leben nur durch die Gnade Gottes. Deshalb befassen wir uns diese Woche mit Gnade! Und damit herzlich willkommen zu einer weiteren Folge unserer Serie „Seeking Him: - Neu belebt von ihm“. Hier ist jetzt Nancy.
Nancy: Wir sind dabei, den Herrn zu suchen und ihn um persönliche und gemeinschaftliche Erweckung zu bitten.
Einige von euch gehen gerade 12 Wochen lang durch das Kursbuch „Neu belebt von Ihm - Seeking Him“. Andere verfolgen unsere Podcast-Reihe hier. Dies ist die fünfte von 12 Wochen in einer Serie, bei der es darum geht, den Herrn zu suchen und die Freude persönlicher Erweckung zu erfahren.
Wenn du hier in den letzten Wochen dabei gewesen bist, wirst du dich daran erinnern, wie wir zu Beginn der Sendereihe davon gesprochen haben, dass Erweckung ein Prozess ist. Der erste Teil dieses Prozesses ist zeitaufwendig. Er ist schwer. Er ist schmerzhaft. Es ist der Teil, in dem der Boden umgegraben wird. Denk an die Analogie zum Ackerbau; zuerst muss der Boden vorbereitet werden, damit er die Saat aufnehmen kann.
Ich habe euch gewarnt und gesagt, es würde sich nach ein paar Wochen so anfühlen, als würde das Pflügen nie ein Ende haben. Ich habe euch gesagt, dass es schwer und schmerzhaft werden würde, wenn wir Gott den Boden unseres Herzens umgraben lassen. Und wenn du mit uns unterwegs gewesen bist, weißt du, dass das der Fall war.
Wir haben jeweils eine Woche damit verbracht, über Demut, über authentische Aufrichtigkeit und Buße zu sprechen. Du fragst dich vielleicht: „Werden wir jemals aufhören zu pflügen? Wird wirklich irgendwann die Zeit kommen, dass wir endlich Samen säen und uns vom Pflügen erholen können?“
Diese Woche ist nun tatsächlich eine Verschnaufpause vom Pflügen, denn wir werden über etwas sprechen, von dem ich glaube, dass wir endlich bereit sind es wertzuschätzen – vielleicht auf eine ganz neue Weise, nach allem, was Gott uns bisher gezeigt hat.
Vor ein paar Wochen haben wir zum Beispiel einen Test zum Thema Stolz durchgeführt, bei dem es um 30 verschiedene Fragen ging. Nachdem sie den Test gemacht hatten, erzählten mir ein paar Frauen, dass sie fast jedes dieser 30 Merkmale von Stolz in ihrem Leben entdeckt hatten und sich damit ein bisschen überfordert fühlten.
Vielleicht ist das ja auch deine Erfahrung. Du bist überwältigt von dem, was Gott dir über dich, deine Sünde und deinen Stolz gezeigt hat. Du hast deine Sündhaftigkeit erkannt und bist vielleicht an dem Punkt, an dem du denkst: „Ich habe völlig versagt!“ Tatsächlich ist dir sogar nach Aufgeben zumute, so nach dem Motto: „Ich werde es nie schaffen. Gott kann unmöglich etwas mit meinem Leben anfangen. Ich werde niemals Erweckung erleben. Ich kann dieses christliche Leben einfach nicht leben!“
Wenn du an diesem Punkt angekommen bist, ist das wunderbar! Denn das, worüber wir diese Woche sprechen, ist für diejenigen bestimmt, die sich für Versager halten. Es ist für Menschen, die das christliche Leben nicht leben können. Und weißt du was? Das können wir alle nicht! Es gibt keinen einzigen Menschen unter uns, der nicht Gottes Gnade braucht!
Gottes Gnade wirst du erst dann so richtig schätzen, wenn du mit dir selbst, deinen eigenen Ressourcen und deinen eigenen Fähigkeiten am Ende bist. Wenn du an dem Punkt angekommen bist, wo du sagst: „Ich gebe auf! Ich kann so nicht leben! Ich schaffe das einfach nicht! Ich bin ein totaler Versager!“ Gottes Gnade ist für Versager.
Deshalb haben wir in dieser Sendereihe bis jetzt gewartet, bevor wir auf die Gnade Gottes zu sprechen kommen. Stattdessen haben wir erst über unseren Stolz und die Notwendigkeit von Demut gesprochen, darüber, wie wir uns selbst und anderen etwas vormachen, was wir alles zu verbergen versuchen und über was wir Buße tun müssen. Jetzt soll endlich die Gnade Gottes im Fokus stehen. Die „Gnade Gottes“ wird allein im Neuen Testament 123 mal erwähnt.
Paulus beginnt alle seine Briefe mit den Worten: „Gnade und Friede sei mit euch, durch unseren Herrn Jesus Christus.“ Übrigens: Es gibt keine andere Möglichkeit, Gnade zu bekommen, außer durch Christus, unseren Erlöser.
Niemand kann das christliche Leben abseits von Gottes Gnade leben. Auch du kannst es nicht. Du kannst es einfach nicht. Die Gnade Gottes ist die einzige Grundlage, auf der man überhaupt eine Beziehung zu Gott haben kann. Darum geht es mir diese Woche. Lasst uns die vielfachen Facetten der Gnade Gottes ansehen, durch die wir in der Lage sind, eine Beziehung zu Gott zu haben.
Das mag euch jetzt völlig klar sein, aber ich will es trotzdem sagen: Außerhalb von Gott gibt es keine andere Quelle höchster Gnade. Er ist die Quelle aller wahren Gnade. Gnade ist ein Geschenk von Gott. Immer, immer, immer – ist Gnade ein Geschenk – ein Geschenk von Gott.
In Psalm 84,12 (ELB) heißt es: „(...) Gnade und Herrlichkeit wird der HERR geben.“ In 1. Petrus 5,10 wird Gott „der Gott aller Gnade“ genannt. Wenn du Gnade brauchst, weißt du, wohin du gehen musst, um sie zu bekommen. Geh zu dem Gott aller Gnade. Niemand gibt sie wie er. Epheser 2,8 sagt uns, dass Gnade eine Gabe Gottes ist.
Es ist die Fülle seiner Gnade, die er uns anbietet. Lass mich dir einige Sätze aus den Briefen des Neuen Testaments vorlesen, die die Gnade Gottes beschreiben. Paulus spricht von dem unendlichen Reichtum seiner Gnade. Unendlich – das ist ein großes Wort. Man kann sie nicht messen! Sie hat keine Grenzen: es ist der unendliche Reichtum seiner Gnade (Epheser 2,7, NeÜ).
Mir fallen die Namen einiger Leute ein, die sehr, sehr reich sind. Aber ich kenne niemanden, der unendlichen Reichtum hat. Vielleicht haben diese Leute 50 Milliarden Dollar, aber das ist immer noch messbar. Gottes Gnade hingegen ist unermesslich reich!
Paulus spricht in 2. Korinther 9 von der überragenden Gnade Gottes (Vers 14, ELB). Sie übertrifft alles, was du dir vorstellen kannst. Sie übertrifft deine Bedürfnisse, sie übertrifft dein Versagen. Was auch immer dein Bedürfnis sein mag, Gottes Gnade ist weit größer als dein Bedürfnis.
Im selben Kapitel, 2. Korinther 9, sagt Paulus, dass Gott es vermag, euch jede Gnade im Überfluss zu spenden (Vers 8). Er ist nicht nur der Gott aller Gnade, sondern er ist auch in der Lage, dir all diese Gnade zukommen zu lassen. Du sagst: „Es gibt Tage, da brauche ich alle Gnade, die ich nur bekommen kann!“ Und weißt du was? Es gibt keinen einzigen Tag, an dem du nicht alle Gnade brauchst. Gott ist mächtig, dir alle Gnade im Überfluss zu spenden!
Petrus spricht in 1. Petrus 4 von Gottes „mannigfaltiger“, das heisst vielfältiger und facettenreicher Gnade (Vers 10). Wie ein Diamant, der das Licht in alle Richtungen bricht; die Gnade reflektiert das Licht. Sie strahlt Licht aus. Die facettenreiche, mannigfaltige, vielfältige Gnade Gottes.
Das Wesen der Gnade ist rein und einfach – und ich weiß, dass ich einige Dinge sage, die vielen von euch vertraut sind, aber so manche können sich nicht mehr über das Wunder der Gnade Gottes freuen oder darüber staunen. Während ich diesen Kurs hier lehre, habe ich Gott darum gebeten, dass ich wieder neu staunen kann über das Wunder der Gnade Gottes.
Was macht die Gnade aus? Sie ist ein Geschenk, sie ist umsonst und unverdient, sie ist für die Hilflosen. Gnade ist ein kostenloses Geschenk. Sie ist unverdient. Sie wird von den Hilflosen erfahren.
Im Alten Testament wird die Gnade Gottes nicht oft erwähnt, aber es spricht über die Gunst Gottes und Gottes Wohlwollen für Witwen, für die Waisen und Armen. Es spricht auch davon, dass Gott sich der Hilflosen annimmt – derjenigen, die nichts zu bieten haben – und seine Gnade über die Hilflosen ausgießt. Frei. Du kannst nicht dafür bezahlen. Du kannst sie nicht verdienen, und du hast sie auch nicht verdient. Sie ist ein kostenloses Geschenk. Ein unverdientes Geschenk. Es wird denen gegeben, die keine eigenen Mittel haben, die hilflos sind.
Wenn wir jetzt über Gottes Gnade gesprochen haben, ist mir bewusst, dass bei vielen eine bestimmte Frage aufkommt, nämlich: „Wie bekomme ich mehr von dieser Gnade? Wie bekomme ich diese Gnade, die für alles genügt?“ Ich gebe jetzt eine kurze Antwort, aber im Laufe dieser Woche werden wir den Gedanken noch vertiefen.
Unterm Strich – wir lesen das immer und immer wieder in der Bibel – gibt es einen Weg, mehr von Gottes Gnade zu bekommen. Dafür müssen wir zum Ausgangspunkt dieser Serie zurückgehen. Der Weg dahin ist, sich selbst zu demütigen. Deshalb haben wir mit Demut begonnen, denn du kannst Gottes Gnade nur bekommen, wenn du dich demütigst.
In Sprüche 3 (ELB) heißt es: „Den Spöttern gegenüber spottet er, den Demütigen aber gibt er Gnade.“ Jakobus 4,6 und 1. Petrus 5,5 sagen uns das gleiche: „Gott widersteht den Hochmütigen.“ Über diesen Teil des Verses haben wir schon gesprochen. „Gott widersteht den Hochmütigen; den Demütigen aber gibt er Gnade.“ Die Demütigen sind jene, die ihm nichts zu bieten haben – die, die nichts zurückzahlen können.
„Da ich selbst nichts bringen kann, fliehe ich zum Kreuze dann.“ („Fels des Heils“, Originaltitel „Rock of Ages, Cleft for Me“ von Augustus Montague Toplady, 1740-1778, dt. Übersetzung: Ernst Gebhardt) Das ist eine Zeile aus dem Lied „Rock of Ages, Cleft for Me“, zu deutsch „Fels des Heils, geöffnet mir“. Herr, ich verdiene Deine Güte nicht. Ich verdiene Deine Gunst nicht. Ich verdiene Deine Hilfe nicht. Ich verdiene Deine Barmherzigkeit nicht. Ich verdiene Deine Güte nicht. Ich verdiene nichts von Dir, außer das Gericht. Ich habe Dir nichts zu bieten, außer dass Jesus für mich gestorben ist, und ich nehme dieses Geschenk Deiner Gnade an, damit es all meinen Mangel ausfüllt.
Ich demütige mich. Ich sage: „Herr, ich brauche Dich. Ich kann dieses christliche Leben nicht ohne Dich führen. Ich kann diese Situation nicht ohne Dich meistern. Ich brauche Dich.“
Ich glaube, es gibt nur wenige Worte, die wir sagen können, die für das Herz unseres Vaters kostbarer sind, als wenn er seine Kinder sagen hört: „Vater, ich brauche Dich. Ich brauche Dich!“ Du liebst es, wenn deine Kinder das zu dir sagen. Du liebst es, wenn sie zu dir kommen und dich bitten, ihre Bedürfnisse zu stillen, und wenn sie dir genug vertrauen, dass sie sagen: „Ich kann das nicht. Würdest du mir bitte helfen?“
Gott liebt es, wenn wir ihm so vertrauen, dass wir uns demütigen und sagen: „Herr, ich kann das nicht. Ich kann diese Person nicht lieben. Ich kann mit diesen Kindern nicht umgehen. Ich kann mit diesem Umstand nicht umgehen. Ich kann mit dieser Versuchung nicht umgehen. Aber du kannst es. Ich brauche Deine Gnade.“
Ich habe einen roten Ahornbaum vor dem Fenster meines Schlafzimmers. Heute Morgen bin ich rausgegangen und habe festgestellt, dass einige Äste des Baumes sehr grün und lebendig sind. Es ist ein wunderschöner Baum; ich mag ihn sehr. Dann bemerkte ich, dass andere Äste an diesem Baum so aussehen, wie das, was ich gerade hier hochhalte. Für die, die es nicht sehen können: Es ist ein sehr toter, trockener Ast.
Als ich mir den toten Ast ansah, wurde ich an eine Stelle in der Bibel erinnert, die von der Gnade Gottes spricht. Ich möchte euch bitten, in euren Bibeln den Epheserbrief aufzuschlagen, Epheser 2. Bevor wir uns Kapitel 2 ansehen, lasst uns kurz zu Kapitel 1 gehen, um zu sehen, dass die Gnade Gottes ein wichtiges Thema im Epheserbrief ist.
Paulus beginnt den Brief mit den Worten: „Gnade sei mit euch und Friede“ (Epheser 1,2). Er spricht über den Reichtum der Gnade Gottes, durch die wir Vergebung unserer Sünden haben (Verse 6-7). Aber dann heißt es in Kapitel 2, dass wir tot waren. „Die ihr tot wart durch Übertretungen und Sünden, in denen ihr einst gelebt habt nach dem Lauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten, der in der Luft herrscht, dem Geist, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt; unter ihnen führten auch wir alle einst unser Leben in den Begierden unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten; und wir waren von Natur Kinder des Zorns, wie auch die anderen“ (Verse 1-3).
Das ist eine Beschreibung der Person, die nie die Gnade Gottes durch Jesus Christus geschmeckt und erfahren hat. Paulus sagte: „Du warst so leblos wie dieser Zweig.“
Jetzt könnte ich diesen toten Zweig in eine Vase stellen. Ich könnte Wasser hineingießen. Ich könnte Dünger hineintun. Ich könnte den Zweig mit hübschen Lichtern beleuchten, Musik für ihn spielen und für ihn beten, aber was würde mit ihm passieren? Ich könnte sagen: „Zweig, lebe wieder!“ Aber er hat in sich selbst keine Fähigkeit, zum Leben zu kommen. Ich könnte sagen: „Zweig, lass grüne Blätter wachsen!“ Aber er kann keine grünen Blätter wachsen lassen.
Warum nicht? Weil er tot ist. Es gibt kein Leben in diesem Zweig, in diesem Ast. Er ist nicht in der Lage, Leben hervorzubringen. Paulus sagt: „So war es auch mit uns. Bis die Gnade Gottes durch Jesus Christus zu uns kam, waren wir tot!“
Einer der Heiligen früherer Zeiten, Samuel Rutherford, hat es so ausgedrückt: „Ich bin ein trockener und verdorrter Zweig, ein Stück toter Kadaver, ein Haufen vertrockneter Knochen und kann nicht mal über einen Strohhalm steigen.“
Wenn du einer Person, die geistlich tot ist, sagst: „Gehorche Gott. Halte die Zehn Gebote. Liebe Gott mit deinem ganzen Herzen. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, dann kann diese Person, die nicht einmal über einen Strohhalm steigen kann, Gott genauso wenig gehorchen, wie dieser Zweig Blätter tragen kann.
Aber dann kommt Paulus zu Vers 4, nachdem er uns unseren erbärmlichen Zustand gezeigt hat. Wir waren tot. Wir folgten den Begierden, den Leidenschaften, den natürlichen Leidenschaften unseres Körpers und unseres Geistes. Wir waren von Natur aus Kinder des Zorns, Kinder unter Gottes Gericht.
„Gott aber“, Vers 4. Sind wir nicht dankbar für die Stellen, die so beginnen: „Gott aber“? „Gott aber, der reich ist an Erbarmen, hat um seiner großen Liebe willen, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren (hilflos, leblos, wir konnten selbst nicht über einen Strohhalm steigen) auch uns, die wir tot waren durch die Übertretungen, mit dem Christus lebendig gemacht — aus Gnade seid ihr errettet!“ (und Vers 5).
Wir haben gesagt, dass Gottes Gnade für hilflose Menschen ist, für Menschen, die sich selbst nicht helfen können. Und als wir tot waren, konnten wir keine Frucht bringen; wir konnten Gott nicht gehorchen. Gott hauchte diesen toten Kadavern, diesen trockenen Knochen, diesen vertrockneten und verdorrten Zweigen auf übernatürliche Weise Leben ein. Übernatürlich. Bekehrung, Errettung, eine Neugeburt. Neues Leben ist ein Wunder. Es ist ein Geschenk Gottes. „Aus Gnade seid ihr gerettet!“
Vers 7: „Damit er in den kommenden Weltzeiten den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erweise in Christus Jesus. Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch“ (und Vers 8).
Du hast nicht gesagt: „Ich denke, bei dem Aufruf werde ich nach vorne gehen.“ Nun, vielleicht hast du es gesagt. Aber du bist nicht nach vorne gegangen und hast gesagt: „Ich glaube, ich werde Christ“, ohne dass Gott dein Herz berührt und dir durch die Kraft des Heiligen Geistes gesagt hat: „Du brauchst einen Retter!“ Er überführte dich deiner Sünde, zeigte dir Jesus und gab dir Buße und Glauben ins Herz, so dass du an Jesus glaubtest.
Gott initiierte das alles. Gott warb um dich durch die Kraft seines Heiligen Geistes. Er zog dich. Du kannst nicht sagen: „Ich habe etwas getan, um Gottes Gnade zu erlangen.“
„Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme“ (vgl. Epheser 2,8-9).
Die Gnade Gottes ist das einzige Mittel, durch das sündige, gefallene Menschen jemals eine Beziehung zu Gott haben können. Ich spreche nicht nur von irgendwelchen bösen Menschen da draußen, die böse Dinge tun. Ich spreche von Menschen wie mir, die in der Gemeinde aufgewachsen sind und nie etwas anderes kennengelernt haben.
Gottes Gnade ist absolut nötig für Menschen wie mich, die damit aufgewachsen sind, viele richtige Dinge zu tun und viele richtige Dinge zu kennen. Aber ich war hilflos, wenn es darum ging, eine Beziehung zu Gott zu haben, wäre da nicht die Gnade Gottes gewesen, die sich meiner erbarmt hat.
Wie können wir eine Beziehung zu Gott haben? Nur durch seine Gnade. Darf ich anmerken, dass sich der christliche Glaube dadurch von jeder anderen Religion in der Weltgeschichte unterscheidet? Die entscheidende Frage ist: „Wie kann ein Mensch in einer rechten Beziehung zu Gott stehen?“ Die Antwort ist einfach: „Nur durch die Gnade Gottes.“ Du kannst jede beliebige Religion mit der Gnade Gottes vergleichen, und du wirst den Unterschied feststellen.
Andere Religionen erklären den Menschen grundsätzlich für gut. Sie behaupten, dass er in der Lage sei, etwas zu tun, um seinem jeweiligen Gott zu gefallen.
Die „Gnaden-Denkweise“ besagt, dass der Mensch von Natur aus sündig ist und dass er Gott nicht gefallen kann. Er ist absolut, äußerst hilflos.
Religion ist ein Weg des Gesetzes, von Werken und Verpflichtung. Der Weg der Gnade ist ein Weg des Geschenks und des Glaubens an Gottes Barmherzigkeit gegenüber hilflosen Menschen. Worauf setzen die Menschen in den Religionen der Welt ihr Vertrauen? Auf sich selbst. Das ist Selbstvertrauen, Selbständigkeit: „Was kann ich tun, um Gott zu gefallen?“
In der Denkweise der Gnade setzen wir unser Vertrauen worauf? Auf Christus. Er allein ist unsere Hoffnung auf das ewige Leben.
Wohin führt die menschliche Religion? Sie führt zur Verdammnis. Sie führt zum Tod. Sie führt zur Knechtschaft der Sünde – und sie führt zur Prahlerei, zum Rühmen.
Du sagst: „Wie kann man sich rühmen, wenn man ein gefallener Sünder ist?“ Weil die Menschen Gutes tun und dann denken, sie könnten Gott damit gefallen. So rühmen sie sich ihrer Werke, wie Paulus in Epheser 2 (Vers 9) sagt.
Aber was passiert bei der Denkweise der Gnade? Sie führt zu Vergebung und Leben und Gerechtigkeit, zur Demut, statt zur Prahlerei. Wir erkennen: „Ich hatte Gott nichts anzubieten. Ich war nicht daran beteiligt, als ich zur Buße, zum Glauben und zur Bekehrung kam. Ich habe diese Beziehung zu Gott nicht herbeigeführt. Es war sein Geschenk – schlichtweg unverdient, von Anfang bis Ende.“
Einige von euch haben das schon ihr ganzes Leben lang gehört. Aber hast du vergessen, wie kostbar die Gnade Gottes ist, die dich gerettet hat? Es ist diese Gnade, die deinen Glauben von jedem anderen Glauben unterscheidet. Die Definition von Religion ist im Wesentlichen Anstrengung und Selbstvertrauen – das Bemühen des Menschen, sich das Heil als Belohnung für sein Verhalten und seine guten Werke zu verdienen. Es hängt von seinen eigenen Verdiensten ab.
Die Definition von Gottes Weg der Gnade ist, dass es ein freies Werk Gottes ist – ein Geschenk Gottes. Es basiert auf dem Tod Jesu. Es basiert auf den Verdiensten Jesu, der alle erlöst und rettet, die glauben.
Als ich heute Morgen über die Gnade nachdachte, stieß ich in einem kleinen Buch von Charles Spurgeon, Morning and Evening Daily Readings, auf die Lesungen für heute. Sowohl in der Morgen- als auch in der Abendlesung geht es um Mephiboseth, diese Person aus dem Alten Testament. Mir fiel sofort auf, wie perfekt seine Geschichte zu unserem Thema passt.
Mephiboseth war ja ein Sohn von Jonathan, Davids engem Freund, ein Enkel von König Saul. Als König Saul und Jonathan im Kampf getötet wurden, war Mephiboseth fünf Jahre alt. Als seine Amme ihn auf der Flucht trug, stolperte sie und fiel hin. Infolgedessen war er an beiden Beinen gelähmt.
David hatte, noch bevor er den Thron bestieg, einen Bund mit Jonathan geschlossen und ihm gesagt: „Ich werde mich um deine Kinder und deine Familie kümmern.“ Dann erkundigte sich David nach der Familie von Jonathan und fragte: „Gibt es noch jemanden aus seiner Familie?“
Jemand kam zu ihm und sagte: „Ja, da ist Mephiboset, aber er ist ein Krüppel. Du bist bestimmt nicht an ihm interessiert!“ Entgegen den Erwartungen, fand David Mephiboseth. Er brachte ihn in seinen Palast. Er sagte: „Ich möchte, dass du an meinem Tisch – dem Königstisch – im Palast sitzt, von meinen Speisen isst und von nun an zu meiner Familie gehörst.“
Charles Spurgeon schreibt dazu:
Mephiboseth war keine große Zierde für eine königliche Tafel, aber er hatte einen ständigen Platz an Davids Tisch, weil der König in seinem Gesicht die Züge des geliebten Jonathan sehen konnte… So groß ist die Liebe, die der Vater zu seinem einzigen Sohn hegt, dass er um seinetwillen seine niederen Brüder aus Armut und Verbannung [das ist es, wo Mephiboseth war: „in Armut und Verbannung“], dass er uns um seinetwillen aus Armut und Verbannung zu vornehmer Gesellschaft, edlem Rang und königlicher Versorgung erhebt (Morgen für Morgen, 27. Mai).
Und er schließt mit den Worten: „Es soll im Himmel als Wunder verkündet werden, dass der Herr Jesus die Liebe seines Herzens auf solche wie uns richtete“ (Abend für Abend, 27. Mai).
Möge es im Himmel als ein Wunder – ein Wunder – verkündet werden, dass der Herr Jesus die Liebe seines Herzens auf solche wie uns richtete! Das ist Gottes Gnade!
Lea: So viele benutzen das Wort Gnade schon ihr ganzes Leben lang, wissen aber nicht wirklich, was es bedeutet. Nancy hat mir persönlich geholfen, Gnade in einem neuen Licht zu sehen und das habe ich gerade wirklich gebraucht. Ich hoffe, die heutige Lektion hat das auch bei dir bewirkt. Besonders ermutigend finde ich die Stelle aus 1 Petrus 5,10, dass Gott, der Gott aller Gnade ist! Wow!
An dieser Stelle möchte ich dir gerne nochmal das zugehörige Kursbuch „Neu belebt von Ihm - Seeking Him“ empfehlen.
Eine Frau schrieb darüber: „Neu belebt von Ihm war eine lebensverändernde Erfahrung für mich.“ Sie schätzte die Art und Weise, wie Nancy Gott sucht und sagte: „Das ist ansteckend.“
Und das ist unser Ziel mit den Materialien, die wir bei Belebe unsere Herzen empfehlen und herausgeben: Frauen mit der Leidenschaft für die Suche nach dem Herrn anstecken! Denn wenn wir ihn finden, finden wir alles, was wir zum Leben brauchen.
Doch es gibt leider Dinge, die uns auf der Suche nach dem Herrn den Weg blockieren:
Ertappst du dich auch manchmal dabei, perfekt sein zu wollen? Ist das überhaupt ein erstrebenswertes Ziel? Ist es überhaupt realistisch? Mit diesen Fragen werden wir uns morgen auseinandersetzen und damit dem Thema Gnade weiter auf den Grund gehen.
Also, wir freuen uns, wenn du morgen wieder hier bei Belebe unsere Herzen rein hörst! Bis dann!
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.