Lea Köster: Achtung Eilmeldung: Du bist nicht perfekt. Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Du liest das Wort Gottes. Du liest die Gebote Gottes. Du hörst, was wir bei Belebe unsere Herzen lehren. Und du denkst: „Okay, das klingt ja alles toll. Ich möchte gerne diese Sprüche 31-Frau sein, diese Frau, die oft Gäste bei sich hat, die gütig, sanftmütig, freundlich und liebevoll ist, die sich unterordnet und immer lieb mit ihren Kindern spricht.“
Ja, wäre das nicht wundervoll? Aber du sagst: „So bin ich nicht. Das kann ich nicht.“ So mancher Tag geht zu Ende, wo du dir die Haare raufst und sagst: „Ich schaffe es einfach nicht, so zu leben!“ Und ich stimme dir zu: „So ist es! Ausgezeichnete Erkenntnis!“ Es ist ganz, ganz wichtig, dass wir begreifen, dass wir Gott abseits von seiner Gnade nicht gefallen können.
Lea: Hier ist wieder …
Lea Köster: Achtung Eilmeldung: Du bist nicht perfekt. Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Du liest das Wort Gottes. Du liest die Gebote Gottes. Du hörst, was wir bei Belebe unsere Herzen lehren. Und du denkst: „Okay, das klingt ja alles toll. Ich möchte gerne diese Sprüche 31-Frau sein, diese Frau, die oft Gäste bei sich hat, die gütig, sanftmütig, freundlich und liebevoll ist, die sich unterordnet und immer lieb mit ihren Kindern spricht.“
Ja, wäre das nicht wundervoll? Aber du sagst: „So bin ich nicht. Das kann ich nicht.“ So mancher Tag geht zu Ende, wo du dir die Haare raufst und sagst: „Ich schaffe es einfach nicht, so zu leben!“ Und ich stimme dir zu: „So ist es! Ausgezeichnete Erkenntnis!“ Es ist ganz, ganz wichtig, dass wir begreifen, dass wir Gott abseits von seiner Gnade nicht gefallen können.
Lea: Hier ist wieder Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. In der Podcastreihe „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“ haben wir bereits von den Kennzeichen wahrer Erweckung gehört: Demut, Aufrichtigkeit und Buße. Vielleicht denkst du jetzt, das sind alles tolle Eigenschaften, aber deine Willensschwäche ist viel größer als deine Willenskraft. Nun, da habe ich eine echt gute Nachricht für dich. Eine demütige, aufrichtige und bußfertige Haltung zu entwickeln, hat nichts mit Willenskraft zu tun, sondern mit Gnade. Darüber spricht Nancy heute.
Nancy: Vor nicht allzu langer Zeit erhielt ich eine E-Mail von einer Zuhörerin, die mich wirklich betroffen gemacht hat. Ich hatte den Eindruck, dass sie leider das beschreibt, was viele Gläubige heutzutage empfinden. Diese Frau sagte Folgendes:
„Ich habe ein aktives Gebetsleben. Ich höre christliche Podcasts, studiere die Bibel, gehe regelmäßig zur Gemeinde, diene anderen, bin freigebig und sage dem Herrn jeden Morgen, dass ich lebe, um ihn zu verherrlichen. Ich mache und tue und lebe, so gut ich kann. Und doch belasten mich schwere Schuldgefühle, dass ich nie genug bin, dass mein christliches Leben nie ausreicht und dass ich nie genug an Gott glaube.“
„Manchmal, wenn du sprichst,“ schrieb sie mir, „verstärkt das in mir noch diese Schuldgefühle. Du kommst so rüber, als sei bei dir alles in Ordnung!“ Wenn sie nur wüsste! Sie fuhr fort: „Dann habe ich das Gefühl, dass ich nie, nie genug tue, genug lieben oder genug sein kann, um Gott zu gefallen, dass ich seinen Ansprüchen nie gerecht werden kann.“
Und dann sprach sie davon – und darin hat sie recht – dass uns das ganze Vergleichen und der Versuch, alles richtig zu machen, manchmal so weit führen, dass wir in der Tat zu Pharisäern werden. Und das ist eine sehr gute Einsicht. Wenn du versuchst, das christliche Leben aus eigener Kraft zu leben, aus eigener Anstrengung, im Vertrauen auf dich selbst, wenn du versuchst, Gott außerhalb seiner Gnade zu gefallen, dann wirst du genau das werden: ein Pharisäer. Das ist ein treffender theologischer Ausdruck für ein weiß getünchtes Grab, wie Jesus es sagte. Von außen sieht das Grab gut aus, von innen aber ist es voller Totengebeine.
Ich habe diese E-Mail mit euch geteilt, weil ich glaube, dass sich viele von uns da wiederfinden – jede auf unterschiedliche Weise. Wir kennen diesen Kampf und die Anstrengung, das christliche Leben zu leben und haben dabei das Gefühl, nie zu genügen. In Wirklichkeit ringt diese Frau nicht damit, sich mit mir messen oder mit einer anderen Person, die sie kennt. Sie ringt damit, sich mit dem Standard der Heiligkeit Gottes zu messen. Und der ist unerreichbar hoch für uns.
Du liest das Wort Gottes. Du liest Gottes Gebote. Du hörst, was wir bei Belebe unsere Herzen lehren. Und du denkst: „Ja, das klingt alles toll. Ich möchte gerne diese Sprüche 31-Frau sein, diese Frau, die oft Gäste bei sich hat, die gütig, sanftmütig, freundlich und liebevoll ist, die sich unterordnet und immer lieb mit ihren Kindern spricht. Ja, wäre das nicht wundervoll? Aber das bin ich nicht. Ich kann das nicht.“
Am Ende mancher Tage raufst du dir die Haare und kapitulierst. Du sagst: „Ich schaffe es einfach nicht, so zu leben!“ Und ich antworte: „So ist es! Ausgezeichnete Erkenntnis!“ Es ist enorm wichtig, dass wir begreifen, dass wir Gott abseits von seiner Gnade nicht gefallen können.
Gott legt sein Wort als Maßstab an unser Leben. Du hörst etwas bei Belebe unsere Herzen. Du liest etwas in der Bibel und merkst, dass dein Leben dem nicht entspricht. Du willst eine gute Ehefrau und Mutter sein. Du willst als alleinstehende Frau zufrieden sein, auch dann, wenn dein Herz sich nach der Ehe sehnt, und Gott überführt dich. Da ist eine Spur der Unzufriedenheit hier, eine Wurzel der Bitterkeit dort. Und Gott überführt dich von Sünde.
Jedesmal, wenn Gott dich der Sünde überführt, hast du die Wahl, zu einem von zwei Orten zu gehen. Du kannst zum Berg Sinai oder zum Hügel Golgatha gehen. Du fragst: „Was heißt das?“
Nun, was ist der Berg Sinai? Was geschah dort im 2. Buch Mose? In Kapitel 20 kannst du es nachlesen. Was geschah am Berg Sinai? Dort wurde das Gesetz gegeben. Erinnere dich daran, dass es dabei donnerte und blitzte und Stimmen ertönten und die Menschen den Berg nicht berühren durften, weil sie sonst gestorben wären.
Gott gab Mose die Zehn Gebote; er sollte sie dem Volk weitergeben, und das Volk war voll Furcht und Zittern. Sie wussten, dass sie Gott nicht gehorchen konnten, und das bewiesen sie auch innerhalb weniger Tage, als sie ein goldenes Kalb machten, es anbeteten und feierten. Dadurch hatten sie bereits das erste dieser Gebote gebrochen: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir!“ (Vers 3).
Wir wurden so geboren, dass wir früher oder später das Gesetz brechen. Wenn du zum Berg Sinai läufst, nachdem Gott dich der Sünde überführt hat, dann läufst du zu dem Ort, an dem du versuchst, aus eigener Kraft ein Gesetz zu halten, das du nicht halten kannst. Du reagierst mit Stolz und eigener Anstrengung.
Der andere Ort, zu dem du laufen kannst, ist der Hügel Golgatha. Das ist der Ort, an dem du dich demütigst, es ist der schmale Weg der Demut, und du sagst: „Herr, ich kann Dein Gesetz nicht halten. Ich bin ein Gesetzesbrecher. Ich bin hilflos und hoffnungslos ohne Deine Gnade.“
Was tust du, wenn du zum Berg Sinai läufst, dem Ort des Stolzes? Du verteidigst dich. Du versuchst zu rechtfertigen, was du getan hast. Vielleicht schiebst du jemand anderem die Schuld zu. Du versuchst, dich herauszureden. „Es war doch nicht so schlimm im Vergleich zu dem, was der oder die getan hat. Es war nur etwas in meinem Herzen, nur eine Kleinigkeit. Schließlich habe ich ja keinen Ehebruch begangen. Ich hatte nur diese Begierde in meinem Herzen.“
Du versuchst, es zu vertuschen. Gott fragte Adam: „Warum hast du das getan?“ Adam sagt: „Nun, die Frau, die du mir gegeben hast.“ Wir geben jemand anderem die Schuld. Gott fragt: „Warum hast du das getan?“ Wir laufen zum Berg Sinai. Wir sind stolz. Wir verteidigen uns. Wir sagen: „Ich kann das. Ich kann dieses Leben leben. So schlecht bin ich gar nicht.“
Und noch etwas tun wir am Berg Sinai, dem Ort, wo das Gesetz gegeben wurde: Wir kämpfen, wir mühen uns ab, noch mehr als zuvor, wir strengen uns an. Ich lebe dieses christliche Leben, koste es, was es wolle. Ich ordne mich als Ehefrau unter, und wenn es mich umbringt. Und vielleicht wird es dich umbringen, denn du kannst das christliche Leben nicht leben.
So ist es, wenn wir dahin gehen, wo das Gesetz gegeben wurde. Es ist der Ort des Stolzes. Was passiert, wenn wir stolz sind? Was macht Gott mit stolzen Menschen? Gott widersteht den Stolzen. Gott widersetzt sich den Stolzen. Gott rüstet sich zum Kampf gegen stolze Menschen.
Wenn Gott sich also gegen dich stellt, hast du keine Gnade. Du kannst Gott dann nicht gehorchen. Was tust du also? Du bist ungehorsam. Du sündigst weiter. Du bist ungehorsam, und der Ungehorsam zieht Konflikte nach sich. Er bringt Fluch und Verdammnis. Er bringt Schuld, Knechtschaft und Angst. Letztlich führt Ungehorsam zum Tod.
Das Gesetz ist nicht schlecht, aber es wurde gegeben, um uns zu zeigen, dass wir es nicht halten können. Wir können Gott nicht gehorchen. Als Folge davon werden wir zu modernen Pharisäern, die nach außen hin gut aussehen. Wir versuchen uns zu bessern, schaffen es aber nicht. Warum? Weil wir mit Stolz reagieren. Und was macht Gott mit stolzen Menschen? Gott widersetzt sich ihnen.
Nun, und was passiert, wenn Gott mich der Sünde überführt, und ich, anstelle zum Berg Sinai zu laufen, zum Ort des Stolzes, wo das Gesetz gegeben wurde, ich zum Hügel Golgatha, wo die Gnade durch Jesus Christus gegeben wurde, laufe? Ich demütige mich. „Herr, Du hast recht. Ich habe gesündigt.“ Ich stimme Gott zu. Das sind wichtige Worte. Gott zustimmen. Das ist die Antwort der Demut, wenn uns Gottes Geist in unseren Herzen überführt.
Gott zustimmen. Keine Verteidigung. Keine Schuldzuweisungen. Kein Wegdiskutieren. Kein Versuch, etwas zu vertuschen, um besser dazustehen. Kein Versuch, etwas zu beschönigen. Nicht in die Gemeinde gehen und sagen: „Oh, bei mir ist alles in bester Ordnung.“ Das ist Stolz. Stattdessen demütigen wir uns einfach und sagen: „Herr, Du hast Recht. Ich bin egoistisch. Ich bin rebellisch. Ich habe ein Problem mit Autoritäten in meinem Leben. Ich bin kein liebevoller Mensch. Ich liebe mich selbst, aber meinen Mann liebe ich nicht. Ich liebe meine Kinder nicht so, wie ich es sollte.“
Du sagst: „Das ist deprimierend. Dann gebe ich ja ständig zu, was für ein Sünder ich bin.“ Nein!, das ist deine einzige Hoffnung, denn Golgatha ist für Sünder. Gnade ist für Sünder. Was tut Gott, wenn wir uns demütigen, ihm zustimmen, wenn wir unsere Sünde bekennen? Was tut Gott mit den Demütigen? Gott schenkt den Demütigen Gnade, den unermesslichen Reichtum der Gnade Gottes in Christus Jesus.
Was bewirkt die Gnade Gottes? Philipper 2 sagt es uns. Philipper 2,13: „Denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen.“ Gottes Gnade ist Gottes übernatürliches Leben, das durch die Kraft des Heiligen Geistes in mir wohnt. Diese Kraft befähigt mich, das zu wollen und das zu tun, danach zu trachten und das zu vollbringen, was ihm gefällt.
Ist es nicht so? Ohne Gottes Gnade habe ich nicht den Wunsch, Gott zu gehorchen. Ich mag erkannt haben, dass ich Gott nicht gehorche, aber ich habe nicht den Wunsch, gehorsam zu sein. Ich tue lieber das, was mein Fleisch will als das, was Gottes Geist will, dass ich tue. Mir fehlt das Wollen. Ich brauche es, dass Gott mir seine Gnade gibt; und genau das tut er, wenn ich meine Sünde bekenne.
Ich stimme ihm zu. Ich bin ein faulig stinkender, schmutziger Sünder. Ja, um von geringem Selbstwertgefühl zu sprechen! Das ist es, was wir alle verdient haben. Gott sagt: „Jetzt bist du soweit, und ich kann in dir wirken und dir das Verlangen geben, mir zu gehorchen.“ „Kannst du? Wirst du es tun? Ich möchte es.“ Gott sagt: „Ich habe nur gewartet, dass du danach fragst.“
Er schenkt dir das Wollen. Aber dann habe ich manchmal das Wollen zu gehorchen, aber ich weiß nicht wie. Ich habe das Wollen, aber nicht das Können. Ich habe nicht die Kraft, „Nein“ zu meinem Fleisch zu sagen, wenn es unersättlich ist, wenn es stänkern und verletzende oder unüberlegte Dinge sagen will, oder wenn es die Wahrheit verdrehen will, damit ich besser dastehe. Ich ertappe mich einfach dabei, dass ich sowas mache.
Gott lebt in uns. Gott bewirkt in dir, wenn du ein Kind Gottes bist, sowohl das Wollen als auch das Vollbringen seines Wohlgefallens. Dann, wenn Gott dir seine Gnade schenkt, hast du den Wunsch und die Kraft zu gehorchen. Du gehorchst. Wozu führt Gehorsam? Zu Segen, Freiheit, Befreiung und Leben, und schließlich wirst du verwandelt werden – nicht in einen Pharisäer, sondern in das Ebenbild des Herrn Jesus.
Wenn Gott dich also der Sünde überführt, wohin läufst du dann? Zum Stolz? Zum Berg Sinai? Ich werde kämpfen. Ich strenge mich noch mehr an. Ich verberge etwas; ich täusche vor, dass es nicht so schlimm ist. Oder läufst du nach Golgatha?
Wir brauchen Gottes Gnade, wenn er uns der Sünde überführt; aber wir brauchen auch Gottes Gnade, wenn er Umstände in unserem Leben schafft, mit denen wir nicht umgehen können, die uns überfordern und die wir nicht in den Griff bekommen. Für dich ist dieser Umstand vielleicht gerade jetzt das vierte Kind.
Du kamst mit dem ersten oder zweiten oder dritten Kind soweit klar, aber dann schickte Gott dieses sehr besondere Kind. Dieses Kind, das dich unglaublich provoziert, dieses Kind, das in kein Schema passt. Du denkst: „Herr, ich habe das ziemlich gut hinbekommen.“ (Was du nicht sagst, ist ‚ohne Dich‘), und Gott sagt: „Ich weiß, aber ich will, dass du mich brauchst, deshalb habe ich dir noch ein weiteres Kind gegeben.“
Wenn Gott Umstände schafft, die wir nicht in den Griff bekommen, mit denen wir nicht umgehen können, können wir auf zweierlei Weise reagieren. Genauso wie, wenn Gott uns der Sünde überführt. Wir können mit Stolz oder mit Demut reagieren.
Wenn wir mit Stolz reagieren, sagen wir damit: „Ich kriege das hin.“ Wir sind autark. Oder wir laufen einfach von der Situation weg, sträuben uns gegen die Situation und ärgern uns über sie. Entweder sagen wir also: „Ich will diese Umstände nicht. Ich tue alles, um sie loszuwerden.“ Oder wir fangen an zu manipulieren, um uns aus der Situation herauszuwinden. Oder wir sagen: „Ich strenge mich einfach noch mehr an. Ich werde das schaffen.“
Wir leben in einer Kultur, in der man sich gerne an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zieht. Ich kann das. Ich bin eine Frau. Ich kriege das hin. Wir versuchen es, und wir kämpfen. Was passiert, wenn wir Gott mit Stolz antworten? Was macht Gott mit stolzen Menschen? Gott widersteht den Stolzen. Und was passiert, wenn Gott uns widersteht? Wir können ihm nicht gehorchen. Du wirst entdecken, dass du nicht in der Lage bist, jenen Umständen zu begegnen, wenn Gott dir widersteht.
Manchmal ist es so, dass wir die Hand Gottes nicht sehen. „Es sind diese Kinder! Wenn ich sie nur eine Weile abgeben könnte! Oder wenn ich nur einen anderen Mann hätte!“ Deine Kinder sind nicht das Problem. Dein Mann ist nicht das Problem. Dass du alleinstehend bist, ist nicht das Problem. Deine Mitbewohnerin ist nicht das Problem. Dein Chef ist nicht das Problem.
Dein Problem ist vielleicht, dass Gott dir widersteht und du diesem Druck und diesen Umständen nicht gewachsen bist, weil du aus Stolz heraus reagiert hast. Gott widersteht dir, wenn du mit Stolz reagierst.
Nun, wir wissen alle, wie es ist, wenn man stolz auf Umstände reagiert, weil das unsere natürliche Reaktion ist. Aber es gibt eine übernatürliche Art, auf Umstände zu reagieren, die wir als neue Geschöpfe in Christus lernen müssen – und zwar, demütig zu reagieren. Auf jene Umstände zu reagieren, indem wir uns demütigen.
Was tun wir, wenn wir uns demütigen? Wir erkennen unsere Not an. Wir sagen: „Herr, ich brauche Dich.“ Wir rufen zu Gott. „Herr, hilf!“ Gott liebt es, wenn wir sagen: „Ich brauche Dich. Ich schaffe es nicht ohne Dich.“
Stellen wir uns mal kurz Folgendes vor. Dieser Vergleich ist nicht von mir, aber er ist für mich eine hilfreiche Illustration. Stellen wir uns kurz vor, wir sind eines Tages im Himmel und sehen dort eine Menge Garagentore, eine sehr lange Reihe von Garagentoren. Plötzlich ertönt ein Martinshorn.
Wir sehen einen Rettungswagen aus einem Tor rasen, und auf seiner Seite steht: „Rettungswagen der Gnade“. Wir fragen: „Herr, was hat das zu bedeuten mit dem ‚Rettungswagen der Gnade‘?“ Und der Herr sagt: „Jemand auf der Erde hat gerade um Hilfe gerufen; und ich schicke meine Gnade, um ihn zu retten. Er hat seine Not erkannt. Er hat sich gedemütigt. Er hat zu mir geschrien, und ich sende ihm meine Gnade in seine Not.“
Es kommt nicht jeden Tag vor, dass ein Rettungswagen vor deinem Haus steht, oder? Wann kommt ein RTW normalerweise? Wenn du ihn brauchst. Woher wissen die Rettungssanitäter, dass man sie braucht? Ganz einfach, du denkst: „Ich habe eben mein Bein gebrochen! Ich brauche wirklich einen Rettungswagen.“
Wird ein Rettungswagen einfach so zu dir nach Hause kommen? Was musst du dafür tun? Du musst zum Telefon greifen, den Notruf wählen und sagen: „Ich brauche einen Rettungswagen.“ Du musst dich in gewisser Weise demütigen und zugeben, dass du Hilfe brauchst. Der Rettungswagen rast zum Einsatzort.
Gott sagt: „Ich wirke in dir das Wollen. Ich werde dir die Kraft geben, auf diese Umstände zu reagieren. Du kannst es nicht von dir aus tun, aber ich kann es in dir und durch dich tun.“
Kennst du solche Tage, an denen du das Gefühl hast, dass du jeden einzelnen Moment einen Rettungswagen der Gnade brauchst? Das beschreibt ziemlich genau mein Leben. Ich hoffe, bei dir ist es auch so. Es ist eine gute Situation. Aber es ist auch oft hart und beängstigend.
Jemand fragte mich: „Wie schaffst du es, bei deinem vollen Terminkalender, bei all den Dingen, die du zu tun hast, und den Anforderungen, die an dich gestellt werden, deine Beziehung zu Gott lebendig zu halten?“ Das war kurz vor diesem Vortrag, und ich antwortete: „Gott hält mich immer da, wo ich ihn brauche. Wo ich ihn verzweifelt brauche.“ Und das ist gut so.
Einige von euch haben mich sagen hören, dass ich den Herrn vor Jahren gebeten habe, mich nie an den Punkt kommen zu lassen, wo ich den Dienst ohne ihn tun könnte. Wisst ihr, Gott hat diese Bitte über die Jahre hinweg so treu erhört. Er hat mich immer wieder in Situationen gebracht, in denen ich Abgabefristen hatte, die ich ohne seine Gnade nicht einhalten konnte. Es waren Umstände im Dienst, mit denen ich ohne seine Gnade nicht umgehen konnte und in denen ich immer wieder zu ihm schreien musste: „Herr, ich brauche Dich!“
Und dann kommt der Rettungswagen der Gnade zur Hilfe und bringt eine LKW-Ladung voller Gnade, maßgeschneiderter Gnade, individuell zugeschnittener Gnade – Gnade, die genau darauf abgestimmt ist, was ich brauche.
Dein Mann hat dich also öfter enttäuscht, als du zählen kannst. Du denkst nicht, dass du ihn noch lieben und respektieren kannst. Du kannst es auch nicht von dir aus. Aber du schreist zu Gott um Gnade. Und schon kommt der Rettungswagen der Gnade und rast zu dem Ort deiner Not mit der Botschaft: „Du kannst ihn nicht lieben. Du kannst ihn nicht ehren, aber ich kann es durch dich tun.“
Gott hält Gnade für jeden einzelnen Moment und Umstand deines Lebens bereit. Jeden. Es gibt keine Situation, in der du dich jemals befandest; und es wird auch heute Abend, wenn du nach Hause kommst, keine Situation geben; und es wird auch, solange du lebst, keine Situation, keinen Moment geben – bis du Jesus siehst –, in der Gottes Gnade nicht zu haben und mehr als reichlich für deine Not da wäre.
Gott hat Gnade für meine liebe Freundin, die in ihrer Ehe kämpft, wo ihr Mann ihr untreu war; und nun versuchen sie neu, Vertrauen zueinander zu fassen und ihr gemeinsames Leben wieder aufzubauen. Es war sehr schwer. Eine sehr lange Strecke. Es gab viele, viele Tage, an denen sie mir sagte: „Nancy, ich weiß nicht, wie ich das körperlich, emotional und geistlich ohne Gottes Gnade schaffen soll.“
Sie konnte es nicht. Es ist schwer gewesen, und es ist schwer. Aber Gottes Gnade ist da. Sie ist nicht zu stolz, darum zu bitten. Sie fleht jeden einzelnen Tag darum, Augenblick für Augenblick.
Ich denke an eine Mitarbeiterin in einem unserer Partnerdienste, die erst vor ein paar Wochen ihre Schwester, ihre Nichte und ihre 16-jährige Tochter bei einem tragischen Autounfall verloren hat. Eine dreifache Beerdigung. Gott hält für diese Frau maßgeschneiderte Gnade bereit. Ich meine damit nicht, dass es leicht sein wird. Ihr stehen viele lange, harte Stunden und Jahre bevor, aber bei Gott ist Gnade.
Gott gibt meinen Freunden Gnade, deren Tochter mit einer Alkoholabhängigkeit kämpft; und die Eltern wissen einfach nicht, wie sie mit dieser Situation umgehen sollen. Gott hält für die Tochter Gnade bereit, die gegen die Alkoholsucht ankämpft. Gnade von Augenblick zu Augenblick, nicht Gnade für später. Nicht Gnade für das, was sein könnte, sondern Gnade für das, was in diesem Augenblick ist.
Wie bekommst du sie? Du schreist zu Gott. Du betest: „Herr, ich brauche Dich. Ich kann das nicht von mir aus.“ Gnade, um auf Kränkungen zu reagieren. Gnade, um auf Missverständnisse zu reagieren. Gnade, um zu reagieren, wenn dir Unrecht getan wird. Gnade, um zu reagieren, wenn du in Versuchung gerätst, wenn du Verlust erlebst oder Trauer oder Herzschmerz oder Not oder Druck oder Fristen einzuhalten sind.
Gnade für praktische, kleine Sachen! Als ich an diesem Vortrag arbeitete, notierte ich: „Gnade, spät abends nicht mehr in die Küche zu gehen, wenn ich keinen Hunger habe und einfach etwas essen will!“ Du sagst, das ist albern. Nun, so ist mein Leben. Einige von euch kennen das auch.
Es war spät in der Nacht, als ich an diesem Vortrag arbeitete, und ich dankte Gott in diesem Moment für seine Gnade und rief: „Herr, ich brauche Dich. Ich kann von mir aus nicht diszipliniert sein. Ich kann mich nicht beherrschen. Ich brauche Dich, dass Du in mir bewirkst, was Dir gefällt.“
Gnade, Gnade, unendliche, wunderbare, einzigartige Gnade. Gott widersteht den Stolzen, aber auf die Demütigen gießt er seine Gnade aus, ja, er überschüttet sie geradezu mit Gnade.
Lea: Nancy wird gleich für uns beten, dass Gottes Gnade uns heute befähigt.
Vielleicht geht es dir wie Nancy's Freundin, die in ihrer Ehe mit seelischem Schmerz zu kämpfen hat, oder wie der Frau, die ihre Familienmitglieder bei einem tragischen Unfall verloren hat und jetzt um Verlust trauert. Für Sünde, Krankheit und Tod brauchen wir Gnade. Im YouTube-Kanal von Belebe unsere Herzen oder auf www.belebeunsereherzen.com findest du ein paar Materialien, die hilfreich für dich sein können. Zum Beispiel kannst du dir das Interview mit Gabi Fett ansehen. Es heißt Heaven Rules über meinem Leben - Gabi Fett.
Wir alle brauchen Gnade, aber wir sollen diese Gnade nicht nur für uns behalten. Sie ist zum Teilen da. Nancy wird das in der nächsten Folge erläutern. Jetzt hat sie eine letzte Botschaft für heute.
Nancy: Was beschäftigt dich gerade jetzt? Welcher Umstand, welche Situation ist es, für die du Gottes Gnade brauchst? Was kannst du ohne Gottes Gnade nicht schaffen? Lass dir sagen, dass Gott einen Himmel voll maßgeschneiderter, individuell auf dich abgestimmter Gnade hat, die auf dich wartet. Die darauf wartet, losgeschickt zu werden, gesandt zu deiner Rettung, an deine Seite, in deine Not.
Er wartet nur darauf, dass du zu ihm schreist und sagst: „Herr, ich weiß um meine Not. Hilf mir! Ich schaffe das nicht ohne Dich.“ Wenn du zu ihm rufst, sogar in diesem Augenblick, hör, wie jener Rettungswagen kommt, um Gottes Gnade an den Ort deiner Not zu bringen.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
© 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.