Lea Köster: Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Es ist ein großes Problem in unseren Gemeinden und allgemein unter uns als Christen, dass wir nicht mit dem Heiligen Geist erfüllt sind. Dadurch wird großer Schaden angerichtet. Uneinigkeit, Konflikte, innere Leere, Oberflächlichkeit und Heuchelei sind die Folgen – all die Dinge, wo die Welt auf die Gemeinde zeigt und fragt: „Wer will das schon?“
Lea: Und damit herzlich willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Buße, Aufrichtigkeit, Heiligung, Vergebung, Reinheit: all das zusammen führt zu echter Erweckung. Nancy DeMoss Wolgemuth hat über diese Eigenschaften gelehrt und wird uns nun erklären, welche Rolle der Heilige Geist bei der Erweckung spielt.
Nancy: Vor einigen Tagen sprach ich mit einer Frau, die gerade den Kurs „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“ durchgearbeitet hatte. Sie sagte: „Das Kapitel über den Heiligen …
Lea Köster: Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Es ist ein großes Problem in unseren Gemeinden und allgemein unter uns als Christen, dass wir nicht mit dem Heiligen Geist erfüllt sind. Dadurch wird großer Schaden angerichtet. Uneinigkeit, Konflikte, innere Leere, Oberflächlichkeit und Heuchelei sind die Folgen – all die Dinge, wo die Welt auf die Gemeinde zeigt und fragt: „Wer will das schon?“
Lea: Und damit herzlich willkommen bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Buße, Aufrichtigkeit, Heiligung, Vergebung, Reinheit: all das zusammen führt zu echter Erweckung. Nancy DeMoss Wolgemuth hat über diese Eigenschaften gelehrt und wird uns nun erklären, welche Rolle der Heilige Geist bei der Erweckung spielt.
Nancy: Vor einigen Tagen sprach ich mit einer Frau, die gerade den Kurs „Seeking Him - Neu belebt von Ihm“ durchgearbeitet hatte. Sie sagte: „Das Kapitel über den Heiligen Geist hat mein Leben verändert.“ Den Heiligen Geist kennenzulernen und sein Wirken im eigenen Leben zu erfahren, wird das Leben eines jeden Menschen verändern, glaube ich.
Bist du nicht dankbar für das Wirken des Heiligen Geistes, von dem wir in den letzten Tagen gesprochen haben? Vielleicht gab es neue Gedanken für dich, als wir über das kraftvolle Wirken des Heiligen Geistes sprachen; du hast Neues erkannt; und Gott möchte das in deinem Leben freisetzen und durch dich in diese Welt tragen.
Es ist die Kraft des Heiligen Geistes, die unser Leben in das Bild Christi verwandelt. Es ist die Kraft des Heiligen Geistes, die uns befähigt, Gott zu gehorchen und ihm dann zu dienen – nützlich zu sein. Wir können ihm nur durch die Kraft des Heiligen Geistes dienen.
Ich bin so dankbar für die Kraft des Heiligen Geistes in uns, die uns befähigt, die Anziehungskraft unseres Fleisches mit seinen sündigen Neigungen zu überwinden. Ohne die Kraft des Heiligen Geistes hätten wir, du und ich, keine andere Chance als unter der Anziehungskraft unseres sündigen Fleisches zu leben – unseres verdorbenen Fleisches – der sündigen Natur, die in uns lebt.
Es ist die Kraft des Heiligen Geistes, die diese Anziehungskraft überwindet – diese Macht der Sünde, diese Macht unseres Fleisches. Wenn du das Wirken des Heiligen Geistes erkennst und unter seinem Einfluss lebst, wird das jeden Bereich deines Lebens verändern.
Der Heilige Geist ist eine Person, die in uns wirken will und Dinge für uns und durch uns und in dieser Welt tun möchte. Aber wir müssen auch ansehen, wie wir auf das Wirken und den Dienst des Heiligen Geistes reagieren sollten. Darauf möchte ich heute meinen Fokus legen. Wie sollten wir auf das Wirken des Heiligen Geistes in unserem Leben reagieren und wie nicht?
Beginnen wir damit, was wir nicht tun sollten. Die Schrift sagt unmissverständlich, wie wir auf das Wirken des Heiligen Geistes nicht reagieren sollten. Zuallererst werden wir davor gewarnt, den Heiligen Geist Gottes zu betrüben. Der Heilige Geist ist eine reale Person. Er ist kein Ding. Er ist kein „Es“. Er ist nicht „Casper, der freundliche Geist“. Er ist nichts Ätherisches oder Abstraktes irgendwo da draußen. Er ist eine Person, die Gefühle hat und gekränkt werden kann.
In der Schrift werden wir davor gewarnt, den Heiligen Geist zu betrüben – ihm Kummer zu bereiten. Ich glaube, einer der traurigsten Verse im Alten Testament steht in Jesaja 63; dort geht es um Gottes Volk. Es heißt dort: „Sie aber waren widerspenstig und betrübten seinen heiligen Geist“ (Vers 10). Sie rebellierten gegen Gott. Sie widersetzten sich seiner Autorität.
Wenn du eine Mutter bist, weißt du, wie es dich betrübt, wenn deine Kinder sich gegen Gottes Autorität oder gegen deine Autorität auflehnen und törichte Entscheidungen treffen, wenn sie sagen: „Nein, ich mache das so, wie ich will!“ Nicht nur, weil sich die Kinder deiner Autorität widersetzen, sondern vor allem, weil du ihnen ein gesegnetes Leben wünschst.
Als Mutter möchtest du, dass deine Kinder das Beste erleben, was Gott für sie vorgesehen hat. Es schmerzt dich, wenn deine Kinder rebellische Entscheidungen treffen, weil du weißt, dass sie mit den Konsequenzen leben müssen. Du weißt, dass Gott in ihrem Leben nicht verherrlicht wird, wenn sie rebellisch sind. Im Alten Testament rebellierten die Juden; sie kamen vom Weg ab. Sie liefen falschen Göttern hinterher. Sie verließen den Herrn, Jahwe. Dabei betrübten sie den Heiligen Geist.
Paulus sagt den Gläubigen in Epheser 4: „Betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes“ (Vers 30). Im ersten Brief an die Thessalonicher schreibt er den dortigen Gläubigen in Kapitel 5,19: „Den Geist dämpft nicht!“
„Ihr sollt den Geist nicht dämpfen!“ Das Wort „dämpfen“ bedeutet, die Kraft oder Energie von etwas zu ersticken oder zu unterdrücken.
Wenn du ein Kind Gottes bist, lebt der Heilige Geist in dir. Wenn du den Heiligen Geist nicht in dir hast, bist du kein Kind Gottes. Du bekommst den Heiligen Geist nicht als zweiten zusätzlichen Segen irgendwann nach deiner Errettung. In dem Moment, in dem du in die Familie Gottes – in den Leib Christi – hineingeboren wurdest, bekamst du den Heiligen Geist.
Dieser Heilige Geist wirkt in dir, um dich Jesus ähnlicher zu machen, dich zu heiligen, dich zu gebrauchen und durch dein Leben zu wirken, damit du ein Segen für andere bist. Paulus meint: „Unterdrücke sein Werk nicht! Lass den Heiligen Geist wirken, wie er es will. Lass ihn tun, was er in dir tun will. Lass ihn in dir wirken. Dämpfe den Heiligen Geist nicht.“
Dann lasst uns zu Apostelgeschichte 7 gehen. Als Stephanus für seinen Glauben gemartert wurde, sah er denen, die ihn hinrichteten, direkt in die Augen und sagte: „Ihr Halsstarrigen (…)! Ihr widerstrebt allezeit dem Heiligen Geist“ (Vers 51).
Wir sollen den Heiligen Geist nicht betrüben; wir sollen den Heiligen Geist nicht dämpfen; wir sollen uns dem Heiligen Geist nicht widersetzen. Wie kommen wir überhaupt auf den Gedanken, Gott widerstehen zu können? Wie ein Redner aus vergangener Zeit einmal sagte: „Deine Arme sind nicht lang genug, um mit Gott zu boxen. Er wird gewinnen.“
Aber manchmal sind wir töricht genug, es zu versuchen und sagen: „Herr, ich will es auf meine Art machen, nicht auf Deine!“ Gott überführt uns also von etwas, und wir versuchen, diese Überführung durch Geschwätz, durch Essen, durch Shoppen oder Schlafen zu unterdrücken. Wir widerstehen so dem Heiligen Geist, wir ignorieren sein Drängen, wir ignorieren, wo er uns von Sünde überführt.
Der Heilige Geist spricht in deinem Herzen: „Sag das nicht!“, aber du erwiderst: „Ich will es trotzdem sagen.“ Oder er sagt: „Geh da nicht hin.“ Und du entgegnest: „Ich mache es trotzdem.“ Wenn wir das tun, sind wir halsstarrig. Wir sind widerspenstig. Wir widerstreben dem Heiligen Geist.
Wenn wir den Heiligen Geist betrüben, ihn dämpfen oder ihm widerstreben, merken wir, dass wir seine Kraft verlieren. Seine Stärke weicht von uns. Wir verlieren den Segen – die Fülle Gottes in unserem Leben. Wir können es uns nicht leisten, ohne die Kraft, ohne den Segen und die Fülle Gottes zu sein. Deshalb warnt uns die Schrift davor, den Heiligen Geist zu unterdrücken, zu betrüben oder ihm zu widerstreben.
Wie sollen denn wir auf den Heiligen Geist reagieren? Ich möchte aus dem Neuen Testament aufzeigen, wie wir das tun sollten.
Erstens: Wir sollen uns vom Geist Gottes leiten lassen. Galater 5,18: „Wenn ihr aber vom Geist geleitet werdet (...)“. Uns leiten zu lassen bedeutet, dass wir uns ihm unterordnen, dass wir ihm folgen – dass wir „Ja“ sagen. Wir stimmen allem zu, was er uns auch sagt.
- Der Heilige Geist leitet uns durch Gottes Wort.
- Der Heilige Geist hat die Schrift inspiriert.
- Er öffnet uns die Augen für ihre Bedeutung.
- Er spricht uns persönlich durch sie an.
Wenn ich Gottes Wort lese – und es wurde vor vielen Hunderten von Jahren geschrieben – erhellt mir der Heilige Geist plötzlich einen Vers, einen Abschnitt, ein Prinzip oder eine Wahrheit und spricht zu mir: „Das ist für dich. Das hat damit zu tun, was du eben zu dieser Person gesagt hast, oder damit, was du gerade tun willst. Das betrifft die Entscheidung, vor der du gerade stehst.“
Der Heilige Geist leitet mich durch Gottes Wort, also muss ich lernen zu verstehen, wann der Heilige Geist mich persönlich durch die Schrift anspricht, wann er sie auf mein Leben anwendet. Meine Reaktion sollte sein: „Ja, Herr. Ich tue, was Du sagst. Ich folge Dir.“ Lass dich vom Geist leiten.
Und dann sollen wir uns nach Epheser 5,18 (NeÜ) vom Geist Gottes erfüllen lassen – ihr kennt diesen Vers. ‚Sich vom Geist erfüllen zu lassen‘ oder ‚voll Geistes zu werden‘ bedeutet einfach, dass ich unter der Kontrolle des Heiligen Geistes stehe; dass jeder Teil meines Lebens vom Heiligen Geist bestimmt wird und unter seinem Einfluss steht.
Es bedeutet, dass der Heilige Geist jeden Bereich meines Lebens erfüllt, nicht nur einen Teilbereich wie den Sonntag, den Gemeindebesuch oder den Dienst. Er erfüllt mich auch, wenn ich an meinem Arbeitsplatz bin, wenn ich am PC arbeite, wenn ich Zeit mit meiner Familie verbringe, wenn ich Urlaub mache, wenn ich spiele oder lese.
Den ganzen Tag über soll jeder Bereich meines Lebens vom Einfluss, vom Wohlgeruch, von der Wirkung und vom Wirken des Heiligen Geistes durchdrungen sein.
Vom Heiligen Geist erfüllt sein … Stell dir jemanden vor, der wegen Alkohol am Steuer aufgegriffen wird. Was trifft auf diese Person zu? Sie steht unter Alkoholeinfluss und wird vom Alkohol gesteuert.
Wenn sie vom Alkohol gesteuert wird, wird sie zu einer anderen Person. Sie beginnt, Dinge zu tun, die sie im nüchternen Zustand nicht tun würde. Der Alkohol bringt sie dazu, Dinge zu tun, die nicht ihrem gewohnten Verhalten entsprechen. Sie steht unter dem Einfluss von Alkohol.
Vom Heiligen Geist erfüllt zu sein bedeutet, von ihm gesteuert zu sein – nicht von einem schädlichen Mittel wie Alkohol, sondern vom Geist Gottes.
Deshalb verwendet Paulus dieses Bild – eigentlich ist es ein Bild für Trunkenheit, wenn er in Epheser 5 vom Erfülltsein mit dem Geist spricht. Er sagt: „(...) Und berauscht euch nicht mit Wein, was Ausschweifung ist, sondern werdet voll Geistes [seid trunken davon, seid unter seinem Einfluss, lasst euch von ihm beherrschen könnte man auch sagen].“
Ich fürchte, wenn wir heute über diesen Vers sprechen oder in der Gemeinde darüber nachdenken, neigen wir dazu, den ersten Teil zu betonen. „Berauscht euch nicht mit Wein.“ Trunkenheit – das ist schlecht, das ist falsch, schwerwiegend, sündhaft. Da würde jeder zustimmen.
Und dann behandeln wir den zweiten Teil wie einen Zusatz: „Sondern werdet voll Geistes.“ Ich muss sagen, ich habe in der Gemeinde Jesu viel Schaden gesehen, der durch nicht vom Geist erfüllte Christen angerichtet wurde, weit mehr, als jemals betrunkene Menschen in der Gemeinde Schaden angerichtet haben.
Betrunkene richten in den meisten unserer Gemeinden keinen großen Schaden an. Natürlich gibt es Menschen, die mit Alkohol zu kämpfen haben, und ich will die Bedeutung dieses Problems nicht kleinreden, aber ein großes Problem in unseren Gemeinden und allgemein unter uns als Christen ist, dass wir nicht mit dem Heiligen Geist erfüllt sind.
Dadurch wird großer Schaden angerichtet. Uneinigkeit, Konflikte, innere Leere, Oberflächlichkeit, Heuchelei sind die Folge – all die Dinge, wo die Welt auf die Gemeinde zeigt und fragt: „Wer will das schon?“
Wenn du nicht mit dem Heiligen Geist erfüllt bist, wenn du dieses Gebot auf die leichte Schulter nimmst, es ignorierst, es wegdeutest; wenn du nicht darüber nachdenkst und es nicht befolgst, wenn du nicht mit dem Heiligen Geist erfüllt bist, dann fügst du der Gemeinde Jesu Christi großen Schaden zu.
Es geht nicht nur um dein Leben, sondern auch um die Auswirkungen auf den ganzen Leib Christi. Es ist ein Gebot: „Werdet voll Heiligen Geistes!“
Mit dem Geist Gottes erfüllt zu sein, ist nicht so, wie manch einer meint. Es ist keine ekstatische, mystische Erfahrung. Es ist keine einmalige Sache. Nichts nach dem Motto: „Ach ja, damals, vor zwanzig Jahren, wurde ich vom Heiligen Geist erfüllt, aber seitdem habe ich wie ein Heide gelebt.“
„Voll Heiligen Geistes“ zu sein bedeutet, ständig, andauernd erfüllt zu sein; das ganze Leben lang, rund um die Uhr unter dem Einfluss des Heiligen Geist zu stehen. Es ist ein Lebensstil – immer von ihm bestimmt zu sein und unter seinem Einfluss zu stehen.
Wenn ich dich jetzt fragen würde: „Bist du mit dem Heiligen Geist erfüllt?“, sagst du vielleicht: „Ich spüre nichts.“ Mit dem Heiligen Geist erfüllt zu sein, ist nicht eine Frage der Gefühle, sondern des Glaubens. Lässt du zu, dass der Heilige Geist dich durchdringt und leitet? Sagst du „Ja“ zu ihm? Lebst du unter seiner Führung? Bist du mit dem Heiligen Geist erfüllt?
Du sagst: „Nun, ja, es ist auch nicht so schwer, solange ich hier sitze und dir zuhöre, wie du Gottes Wort lehrst.“
Lass mich dich fragen:
- Warst du vom Heiligen Geist erfüllt, als du heute Morgen aus dem Haus gingst?
- Warst du vom Heiligen Geist erfüllt, als du heute Morgen mit deinem Mann gesprochen hast?
- Warst du gestern Abend mit dem Heiligen Geist erfüllt, als du dich um diese Angelegenheit mit deinen Kindern gekümmert hast?
- Bist du an deinem Arbeitsplatz mit dem Heiligen Geist erfüllt?
- In deiner Gemeinde?
- In deinen Beziehungen?
- In deiner Freizeit?
- In dem, was du isst?
- In dem, was du trinkst?
- In dem, was du sagst?
- Bist du mit dem Heiligen Geist erfüllt?
Das ist etwas, dessen wir uns immer bewusst sein müssen. Wir müssen bewusst, dauerhaft und beständig „voll Heiligen Geistes“ werden.
Und dann. Wir sollen im Geist wandeln. Lass dich vom Geist leiten, lass dich vom Geist Gottes erfüllen und dann wandle im Geist. Im Geist zu wandeln, ist ähnlich wie die beiden ersten Punkte. Paulus verwendet in Galater 5 einfach eine etwas andere Formulierung.
Er sagt dort in Vers 16: „Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen“. Dann in Vers 25: „Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln“.
Ich denke, im Geist zu wandeln bedeutet – ähnlich wie vom Geist geleitet zu werden –, dass man auf die Führung des Heiligen Geistes reagiert. Es bedeutet, sich dessen bewusst zu sein, wenn er uns drängt und bewegt und leitet, und dass wir in Übereinstimmung mit seinen Impulsen handeln.
Viele Menschen kommen hier vom Weg ab. Sie geben Gott die Verantwortung dafür, dass sie ungehorsam sind und sich unbiblisch verhalten. Sie sagen: „Ich folge ja nur dem Geist. Ich folge einfach dem, wie der Herr mich führt.“ Und dann tun sie Dinge, die völlig unvereinbar mit Gottes Wort sind oder sogar im Gegensatz zu ihm stehen.
Ich kann dir versichern, dass alles, wozu der Heilige Geist dich veranlasst, in Übereinstimmung mit Gottes Wort ist. Der Geist Gottes wird dich niemals zu etwas leiten oder veranlassen, das Gottes Wort widerspricht.
Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen, wenn du dich nicht mit Gottes Wort beschäftigst, wirst du auch keine Anstöße des Geistes bekommen. Du wirst sie nicht erkennen können, denn der Heilige Geist leitet und bewegt uns durch Gottes Wort.
Ich habe gehört, wie Menschen sagten, Gott habe sie geleitet, sich von ihrem Ehepartner scheiden zu lassen. Gott wird dich niemals zu etwas bewegen, das seinem Wort widerspricht. Gott wird euch jüngere Frauen nicht in eine Ehe mit einem Ungläubigen führen. Deshalb wird Gott dich wahrscheinlich auch nicht dazu bewegen, mit einem Ungläubigen auszugehen.
Du sagst also: „Gott bewegt mich dazu, mit diesem Mann auszugehen. Er liebt zwar den Herrn nicht und er unterstellt sich nicht Gottes Autorität. Er lebt nicht mit dem Herrn.“ Das ist nicht das Drängen des Heiligen Geistes. Das ist dein Fleisch. Das sind deine eigenen Wünsche. Eigentlich sagst du: „Ich will das tun, was ich will.“ Gott wird dich niemals zu etwas auffordern, das im Widerspruch zu seinem Wort steht.
Wir rechtfertigen so viele Dinge, indem wir sagen: „Der Geist Gottes hat mich so geführt.“ Gottes Wort steht immer über unseren Gefühlen, unserer Einbildung oder anderen Stimmen in uns; und der Geist wirkt durch Gottes Wort.
Paulus sagt: „Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen“ (Galater 5,16).
Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich brauche diesen Vers jeden Tag, den ganzen Tag über. Mein Fleisch drängt mich zu so vielem, es hat so viele Leidenschaften, so viele Wünsche, die nicht von Gott kommen.
Viele Frauen, die ich treffe, viele Frauen, die gerne meine Bücher lesen und die Bibelkurse machen, die ich geschrieben habe, kommen auf mich zu und sagen mir, dass sie unseren Dienst lieben. Ich merke, dass viele dieser Frauen die Wahrheit kennen; sie kennen Gottes Wort; sie wollen einfach alles „richtig“ machen.
Sie kleiden sich zurückhaltend, sie sind nicht in sexuelle Unmoral verstrickt, sie geben ihrer Familie Priorität und schützen ihre Kinder vor gottlosen Einflüssen. Sie studieren die Bibel und nehmen am Gemeindeleben teil. Sie dienen gerne anderen, und es ist ihnen wichtig, sich um ihren Haushalt zu kümmern.
Aber oft strahlen sie nicht die Fülle, den Wohlgeruch des Geistes Christi aus. Was meine ich damit? Einige dieser Frauen sind steif, irgendwie verkrampft und unflexibel. Sie urteilen schnell über andere. Natürlich trifft das nicht auf alle zu; aber man erkennt Dinge oft, wenn man sie aus eigener Erfahrung kennt. Das ist etwas, womit ich selbst zu kämpfen habe.
Ich merke, dass es mir manchmal so leicht fällt, andere zu kritisieren und perfektionistisch zu sein, dass ich mich leicht über andere erhebe, die Dinge anders sehen als ich. Solche Frauen sind nicht fröhlich und auch nicht frei. Da ist keine Fülle. Sie sind kritisch gegenüber denen, die ihrem Maßstab nicht entsprechen. Dazu neige ich auch. Diese Frauen achten peinlich genau auf jedes Detail, doch ihnen fehlt die Fülle der Kraft des Heiligen Geistes.
Ich sehe einige dieser Frauen und denke, dass das Leben als Christ für sie eher eine Routine als eine Freude ist. Sie sehen so aus, als würden sie das Christsein nur ertragen, anstatt an Jesus, dem Urheber des Glaubens, wirklich Freude zu haben und ihn zu genießen. Sie machen alles aus Pflicht.
Deine Kinder erkennen das. Sie sehen es. Sie sind nicht so beeindruckt davon, dass deine Theologie korrekt ist und dass dein Verhalten äußerlich stimmt. Was sie wahrnehmen, ist deine innere Haltung. Manche Kinder wenden sich vom Evangelium ab, von Christus und von der Gemeinde, weil sie zu Hause oder in der Gemeinde so eine verkrampfte, steife, freudlose Art von Christsein erleben, der die Fülle fehlt.
Ich glaube, wir tragen Mitschuld daran, was in der nächsten Generation passiert, wenn Kinder sagen: „Das will ich nicht“, wenn sie von weltlichen Dingen angezogen werden – von Dingen, die nicht gottgefällig sind, weil sie dort eine vermeintliche Fülle sehen. Es ist keine wirkliche Fülle. Aber gerade deshalb wollen wir gewinnend sein, fröhlich, erfüllt vom Geist Gottes.
Wir wollen ein Leben führen, das unsere Familie, die Menschen an unserem Arbeitsplatz und die Menschen in unserer Gemeinde zu Jesus hinzieht, damit sie sagen: „So will ich auch sein“, wenn sie die Fülle Christi in uns sehen.
Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Frieden und Sanftmut. Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. Vielleicht setzt du deinen Mann unter Druck, indem du alles richtig machst, aber euer Leben wird dadurch steif und verkrampft. „Wir wollen eine gute christliche Familie sein. Wir halten uns an diese Regeln. Du sollst ein geistlicher Leiter sein. Wir machen Familienandachten. Wir führen unser Leben innerhalb dieser Richtlinien.“ Wer will schon so ein Christsein?
Ich sage nicht, dass du deine Maßstäbe und Grundsätze, deine Theologie und dein richtiges Verhalten über Bord werfen solltest. Ich sage lediglich: „Stelle sicher, dass all das vom Geist Gottes geleitet und motiviert ist.“
Jesus sagte: „Wenn ihr an mich glaubt, werden aus eurem inneren Wesen Ströme lebendigen Wassers fließen“ (Vers 38 sinngemäß). Und weiter heißt es dann wörtlich: „Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, welche an ihn glauben“ (Vers 39).
Geht eine Fülle von dir aus? Fülle. Ströme lebendigen Wassers. Oder schleppst du dich nur so dahin? Gottes Absicht ist nicht, dass du dich in deinem Christsein nur irgendwie durchkämpfst. Er möchte, dass es ein Ausdruck seiner Fülle in dir und durch dich ist.
Mir ist es nicht nur wichtig, dass wir selber vom Heiligen Geist erfüllt sind. Mein Herzenswunsch ist, dass auch unsere Gemeinden die Fülle des Geistes Gottes erfahren. Es ist der Heilige Geist, der die Gegenwart Christi in unseren Gemeinden spürbar macht. Wir müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.
Ich habe festgestellt, dass Gemeinden entweder zu der einen oder zu der anderen Seite tendieren. Es gibt Gemeinden, die den Heiligen Geist sehr stark betonen, die voller Begeisterung und Emotionalität sind. Doch diese Gemeinden sind oft nicht fest in der Bibel verwurzelt. In einigen dieser Gemeinden wird die Schrift missachtet – es gibt lehrmäßigen Irrtum. Das gefällt dem Herrn nicht.
Dann sehe ich andere Gemeinden, die entgegnen: „Wir lassen uns nicht von all den Gefühlen und der Begeisterung mitreißen. Wir stehen fest. Wir sind eine Gemeinde, die auf der Bibel gegründet ist. Wir gründen uns auf die Wahrheit.“ Sie sind theologisch korrekt. Sie sind geradlinig. Aber in einigen dieser Gemeinden fehlt der Geist und damit die Kraft, die Gegenwart, das Leben, die Freude und die Fülle Gottes.
Satan liebt es, uns entweder in das eine oder das andere Extrem zu treiben – sowohl persönlich als auch als Gemeinde. Wir brauchen beides. Vielleicht hörst du das und sagst: „Meine Gemeinde ist da nicht ausgewogen. Sie neigt zu sehr in eine dieser Richtungen.“ Das ist kein Freibrief für Kritik.
Wandle im Geist. Bete im Geist. Tritt im Gebet für deine Gemeinde ein. Bete: „Herr, in meiner Gemeinde gibt es viel Wahrheit, und dafür danke ich Dir“ oder: „Es wird viel Wert auf den Geist gelegt, und es gibt viel Freiheit, und dafür danke ich Dir. Aber Herr, bitte schenke uns Ausgewogenheit. Lass uns Dich im Geist und in der Wahrheit anbeten.“
In Gottes Wort heißt es in Jesaja 44,3: „Denn ich werde Wasser auf das Durstige gießen und Ströme auf das Dürre“. Das ist ein Bild für den Heiligen Geist Gottes – die Fülle des Geistes Gottes.
Ich weiß nicht, wie es dir damit geht, aber ich bemerke in meinem eigenen Leben oft Fruchtlosigkeit – eine Trockenheit, das Bedürfnis, mit dem Heiligen Geist erfüllt zu werden. Ich brauche das. Du brauchst das. Unsere Gemeinden brauchen das. Wir brauchen die Ausgießung – die Fülle des Geistes Gottes über sein Volk in unserer Zeit.
Ich glaube, dass wir sie erleben werden, wenn wir im Glauben bereit sind, uns vom Geist leiten zu lassen, mit dem Geist erfüllt zu werden und im Geist zu wandeln.
Herr, wie sehr bete ich, dass wir Deinen Heiligen Geist nicht betrüben, dass wir ihn nicht dämpfen und ihm in keiner Weise widerstreben, sondern dass wir von ihm erfüllt werden. Herr Gott, möge mein Leben ein Wohlgeruch sein. Herr, ich möchte aus dieser Fülle leben, die von Dir kommt. Herr, und wenn die Welt das an uns sieht, mögen die Menschen sagen: „Das will ich auch. Ich möchte diese Fülle Jesu.“ Lass es doch so sein, darum beten wir um Jesu willen. Amen.
Lea: Hast du schon mal davon gehört, dass man den Heiligen Geist nicht betrüben oder ihm nicht widerstehen soll? Wenn du so bist wie ich, hoffst du natürlich, dass du das nicht tust. Aber du fragst dich vielleicht, was es eigentlich bedeutet, den Heiligen Geist zu betrüben.
Nancy DeMoss Wolgemuth hat uns heute viele Anregungen gegeben, wie wir uns dem Heiligen Geist hingeben können.
Hingabe kann eine der schwierigsten, aber auch wichtigsten Aufgaben sein, zu denen wir berufen sind. Nancy bietet in ihrem Buch Hingabe - Regiert von Gott wertvolle Hilfe dazu an. Über dieses wichtige Thema wird viel zu wenig gesprochen, dabei ist es etwas, das wir alle besser verstehen sollten.
In diesem Buch zeigt dir Nancy, wie ein Leben aussieht, das Gott ganz gewidmet ist. Sie führt dich durch die Schrift, um dir ein tieferes Verständnis von Hingabe zu vermitteln. Mit praktischen Beispielen aus dem Alltag, veranschaulicht sie, wie ein Leben in Hingabe an Gottes Willen aussieht.
Das Buch Hingabe findest du auf unserer Website belebeunsereherzen.com.
Ich hoffe, dass du dich für die täglichen „Seeking Him – Kurzandachten“ anmeldest, damit du verstehst, wie du dich täglich Gott in allen möglichen Lebenssituationen hingeben kannst. Die tägliche Andacht kannst du sowohl lesen als auch anhören und sie erinnert dich an das, was du bei Belebe unsere Herzen lernst.
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Morgen beten Shirley Dobson, Tom Elliff und viele andere weise, gottesfürchtige christliche Leiter mit Nancy für die Erweckung von Menschen, die vom Heiligen Geist geleitet werden. Sei dann doch gerne wieder dabei bei Belebe unsere Herzen.
Esther: Hallo, Ich bin Esther aus der Schweiz, aus dem Team von Belebe unsere Herzen.
Sag mal, wann hast du das letzte Mal so richtig über Gottes Wort gestaunt?
Ich möchte dich einladen zur True Woman 25 - Konferenz vom 2.-4. Oktober zum Thema „Das Wort- Bestaune das Wunder!“
Auf unserer Webseite www.belebeunsereherzen.com kannst du dich kostenlos für den deutschen Livestream anmelden und erfährst alle weiteren Informationen. Wir freuen uns auf dich …
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
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