Marie Falk: Nancy DeMoss Wolgemuth erinnert uns, dass das Leben nicht immer geradlinig und leicht verläuft.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Gottes Gnade ist so reich und er schenkt uns allgemeine Gnade und wir nehmen davon. Es gibt immer noch Segnungen. Wir erhaschen flüchtige Eindrücke von Gottes Güte und von seinen Segnungen und nicht jeder Tag fühlt sich so an, wie ich es gerade beschrieben habe. Aber wenn du deinen Lebensweg zurückverfolgt, dann gab es da Dinge, die einfach schwer zu bewältigen waren.
Marie: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Wie schön, dass du heute mit dabei bist. Unser Leben ist geprägt von Gottes Güte – und das auch mitten in Herausforderungen. Und obwohl ich dich nicht persönlich kenne, bin ich mir sicher, dass auch du mit Herausforderungen konfrontiert bist. Denn auf dieser Seite der Ewigkeit bleibt keiner davon verschont. Heute zeigt Nancy, …
Marie Falk: Nancy DeMoss Wolgemuth erinnert uns, dass das Leben nicht immer geradlinig und leicht verläuft.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Gottes Gnade ist so reich und er schenkt uns allgemeine Gnade und wir nehmen davon. Es gibt immer noch Segnungen. Wir erhaschen flüchtige Eindrücke von Gottes Güte und von seinen Segnungen und nicht jeder Tag fühlt sich so an, wie ich es gerade beschrieben habe. Aber wenn du deinen Lebensweg zurückverfolgt, dann gab es da Dinge, die einfach schwer zu bewältigen waren.
Marie: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre. Wie schön, dass du heute mit dabei bist. Unser Leben ist geprägt von Gottes Güte – und das auch mitten in Herausforderungen. Und obwohl ich dich nicht persönlich kenne, bin ich mir sicher, dass auch du mit Herausforderungen konfrontiert bist. Denn auf dieser Seite der Ewigkeit bleibt keiner davon verschont. Heute zeigt Nancy, wie Gottes Wahrheit dir hilft, dich nicht von deinen Umständen bestimmen zu lassen. Diese Botschaft stammt ursprünglich von der True Woman - Konferenz 2018 mit dem Motto: Die Wahrheit, die uns frei macht. Hier ist Nancy:
Nancy: Heute Abend wollen wir über die Wahrheit über unsere Umstände sprechen. Nun, es ist nicht möglich, alle Umstände, mit denen wir konfrontiert sind, zu behandeln. Umstände, sagt das Wörterbuch: „sind Ereignisse, die das Leben verändern und über die man keine Kontrolle hat.“
Nun, manchmal ... Ich widerspreche ungern dem Webster-Dictionary, aber manchmal sind die Umstände in unserem Leben Dinge, über die wir Kontrolle haben. Wir treffen Entscheidungen, und dann ändern sich unsere Umstände. Aber oft gibt es Vorfälle, Ereignisse, Probleme, Beziehungen, Dinge, die unser Leben verändern, über die wir keine Kontrolle haben.
Wir mögen unsere Umstände nicht kontrollieren können, aber durch Gottes Gnade können wir kontrollieren, wie wir auf unsere Umstände reagieren und ob wir Gott unsere Umstände nutzen lassen, um uns zu verändern und uns Jesus ähnlicher zu machen.
Wist ihr, diese Sache mit den Umständen, die das Leben schwierig machen und uns das Gefühl geben, dass unser Leben außer Kontrolle gerät, diese Sache geht, wie wir dieses Wochenende schon oft gehört haben, in Wirklichkeit bis zum Garten Eden zurück.
Am Anfang war alles gut. Wenn man die ersten Kapitel des 1. Mose-Buches liest, findet man nur Segnungen und Güte. Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Keine Unfälle. Keine Hirnverletzungen. Es war sehr gut.
Gott kümmerte sich um seine Geschöpfe. Er pflanzte einen Garten. Er ließ Bäume wachsen, die schön anzusehen und gut zu essen waren. Dann schuf Gott einen Fluss, der aus Eden floss, um den Garten zu bewässern. Gott schuf die Umstände schön, gesegnet und gut. Dann schuf Gott Eva für Adam, und Adam freute sich sehr über die Frau, die Gott für ihn geschaffen hatte. Sie waren ein Fleisch, vertraut miteinander, und sie waren nackt und schämten sich nicht.
Ich glaube, wir können uns eine Welt, wie sie Adam und Eva in 1. Mose 1 und 2 erlebten, nicht einmal vorstellen. Aber wir sollten darüber nachdenken, denn Gott erlöst diese zerbrochene Welt. Eines Tages wird er sie neu erschaffen und uns nicht nur zurück zu Eden bringen, sondern in das neue Jerusalem, in diesen neuen Garten, durch den ein Fluss fließt und in dessen Mitte das Lamm Gottes ist. Alle Tränen werden getrocknet. Es gibt keinen Tod, keine Trauer, keinen Kummer, keine Schwachheit und keine Sündhaftigkeit mehr.
Aber in der Zwischenzeit leben wir nicht in 1. Mose 1 und 2, und wir leben auch nicht in der Offenbarung, in den letzten Kapiteln dieses Buches. Wir leben im Hier und Jetzt, in der manchmal hässlichen Zwischenzeit.
In 1. Mose 1 und 2 haben wir also Segen und Güte und Schönheit und einen reich gedeckten Tisch und alle Bedürfnisse werden gestillt, wir haben vertraute Beziehungen – vertikal mit Gott und horizontal mit anderen. Es gibt keine Scham. Es gibt keine Schuld, keine Angst, keine Traumata. Es ist alles Segen.
Dann, 1. Mose 3 – ihr kennt das –, denn dort leben wir. Der Einzug der Sünde. Und wenn ihr nun 1. Mose 3 + 4 und die folgenden Kapitel lest, stellt ihr fest, dass es jetzt Spannungen in der Ehe gibt. Wo einst Intimität und keine Scham herrschte, gibt es nun Scham und Verlegenheit und Schuldzuweisungen, als würde man sich gegenseitig den Löwen zum Fraß vorwerfen. Richtig? Das sind alles Folgen des Sündenfalls.
Jetzt gibt es zerbrochene Beziehungen. Es gibt Feindschaft und Gewalt. „Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen“, sagte Gott zu der Schlange (1. Mose 3,15). Die Beziehungen sind angespannt. Zwischen den ersten beiden Söhnen, die Adam und Eva geboren wurden, herrscht Spannung und Entfremdung. Kain tötet seinen Bruder Abel.
Die ersten Eltern, die ersten Kinder, und plötzlich gehen sie von Segen und Freude, von Güte und Fülle, zu Entbehrung und Not, zu Feindseligkeit und Gewalt über. Wie schnell änderten sich die Umstände.
Nun gibt es Schmerz. „Ich [werde] die Mühen deiner Schwangerschaft sehr groß machen“, sagte Gott zu der Frau. „[Unter] Schmerzen wirst du Kinder gebären“ (1. Mose 3,16) (NeÜ). Und seitdem hat jede Mutter, die ein Kind zur Welt gebracht hat, das bestätigt. „Wie wahr!“ Amen! Was Gott gesagt hat, was kommen würde, ist eingetroffen.
Es gibt jetzt Konkurrenz in der Ehe. „Dein Verlangen wird auf deinen Mann gerichtet sein, und er wird über dich herrschen“ (1. Mose 3,16).
Zum Mann sagt Gott: „Der Ackerboden wird verflucht sein; mit Mühe wirst du dich davon ernähren; im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen“ (vergleiche 1. Mose 3,17+19). Es ist schwer, schwer, schwer geworden.
Nun ist der Tod in die Welt gekommen. „Du bist Staub und zum Staub wirst du wieder zurückkehren“, sagt Gott zu Adam und Eva (1. Mose 3,19).
Es gibt Verbannung. „Da schickte Gott, der Herr, den Menschen aus dem Garten Eden hinaus. Er vertrieb den Menschen und ließ östlich vom Garten Eden … die Flamme des blitzenden Schwertes lagern, um den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen.“ (vergleiche 1. Mose 3,24).
Und hier sind wir nun, in einer zerbrochenen Welt. Einer Welt, die stöhnt und sich unter Schmerzen abmüht. Es gibt Korruption und Zerbrochenheit, Verrat und Enttäuschung, Gewalt und Verletzungen, Unterdrückung, betrunkene Autofahrer und Hirnverletzungen.
Das Leben funktioniert heute nicht so, wie Gott es ursprünglich gedacht hatte. Und zwar deshalb, weil der Mann und die Frau, die Menschheit, sich entschieden haben, ihren eigenen Weg zu gehen, anstatt Gottes Weg.
Und so stehst du vor bestimmten Lebensumständen. Oder du bist kürzlich durch solche Umstände gegangen. Oder vielleicht scheint dein Leben gerade wirklich gut zu laufen, aber ich kann dir sagen, dass du bald mit Umständen konfrontiert sein wirst, mit Ereignissen, die dein Leben verändern und über die du keine Kontrolle hast.
Wir wissen von einer Frau, die sehr gerne an dieser Konferenz teilnehmen wollte. Sie hatte sich angemeldet und registriert. Und dann schrieb sie uns kürzlich, dass ihr Mann die Scheidung eingereicht hätte. Sie sagte, er habe sich mit einer anderen Frau eingelassen und beschlossen, die gemeinsame Ehe aufzugeben. Sie fügte hinzu, sie könne nicht kommen, weil sie Angst habe, dass er sie während ihrer Abwesenheit auf die Straße setzen und die Schlösser austauschen würde.
Da sind Frauen in diesem Raum, die es zur Konferenz geschafft haben, aber es gibt stressige und schmerzhafte Umstände in ihrem Leben, in ihrer Ehe, mit ihren Kindern, in ihrer Gesundheit, in ihren Finanzen, an ihrem Arbeitsplatz, in ihrer Gemeinde. Da gibt es sehr schwere Umstände.
Nun, Gottes Gnade ist so reich, und er schenkt uns allgemeine Gnade, und wir nehmen davon. Es gibt immer noch Segnungen. Wir erhaschen flüchtige Eindrücke von Gottes Güte und von seinen Segnungen. Und nicht jeder Tag fühlt sich so an, wie ich es gerade beschrieben habe. Aber wenn du deinen Lebensweg zurückverfolgst, dann gab es da Dinge, die einfach schwer zu bewältigen waren; es gibt sie vielleicht gerade jetzt und wird sie in Zukunft geben.
Um an dieser Stelle eine breitere Perspektive zu bekommen, möchte ich euch bitten, in euren Bibeln den 2. Timotheusbrief, Kapitel 4 aufzuschlagen. Nehmt gerne entweder eure Bibeln zur Hand oder öffnet eure Bibel-App auf eurem Handy.
Der zweite Timotheusbrief ist der letzte Brief, den der Apostel Paulus geschrieben hat. Er schrieb ihn ungefähr 67 n. Chr. während der Verfolgung der Gemeinde durch Kaiser Nero. Paulus befindet sich im Gefängnis in Rom. Übrigens verbrachte er etwa ein Viertel der Zeit seines missionarischen Wirkens im Gefängnis. Nicht sehr glamourös. Viele schmerzhafte Umstände.
Ich möchte gerne vorlesen, was das Christian History Magazine, das ist eine Zeitschrift über Kirchengeschichte, über die Gefangenschaft in römischen Gefängnissen schreibt. Dort heißt es:
Voraus ging, dass die Inhaftierten nackt ausgezogen und ausgepeitscht wurden – eine demütigende, schmerzhafte und blutige Tortur. Die blutenden Wunden wurden nicht versorgt, während die Gefangenen in schmerzhaften Fuß- oder Handfesseln saßen. Die blutbefleckten, zerfetzten Kleider wurden selbst im kalten Winter nicht ersetzt. Die meisten Zellen waren dunkel. Unerträgliche Kälte, Wassermangel, beengte Verhältnisse und der widerliche Gestank aus den wenigen Toiletten machten das Schlafen schwierig und die Wachzeiten qualvoll. Aufgrund der miserablen Bedingungen flehten viele Gefangene um einen schnellen Tod. Andere begingen einfach Selbstmord.
Schmerz. Not. Paulus befand sich wahrscheinlich im Mamertinischen Gefängnis, einem riesigen Netz von Kerkern unter dem größten Abwasserkanal der Stadt. Das Mamertinische Gefängnis wurde in der Regel für hochrangige Gefangene benutzt, die auf ihre Hinrichtung warteten.
Es war bekannt für seine beengten, elenden Verhältnisse. Es wurde von der städtischen Kanalisation durchzogen. Verurteilte Straftäter wurden durch ein Loch in diese unterirdische Grube hinab gelassen. Es gab kein Entkommen. Es gab keine Hoffnung, lebend da herauszukommen.
Nun, ich habe das vorgelesen, weil man manchmal leichthin denkt: „Ach ja, Paulus war im Gefängnis in Rom“, und man sich selten vor Augen führt, was er durchmachte. Paulus wurde als Verbrecher betrachtet und er wurde wie einer behandelt. Er wusste, dass er nicht herauskommen würde, dass er bald sterben würde.
Tatsächlich sagt Paulus in Kapitel 4, Vers 6, kurz vor dem Abschnitt, den wir uns heute anschauen werden: „Denn ich werde schon als Trankopfer gesprengt, und die Zeit meines Abscheidens steht nahe bevor.“ (2. Timotheus 4,6) (ELB). Der Überlieferung zufolge wurde Paulus kurz nach dem Verfassen des 2. Timotheusbriefes enthauptet.
Nun, hier ist ein Brief, den Paulus an Timotheus, seinen Sohn im Glauben, schrieb, um ihn in seiner Berufung und in seiner Rolle als Pastor in Ephesus zu ermutigen. Und ich staune einfach, wenn ich diesen Brief lese und mir den Hintergrund vorstelle. Ich denke an die Umstände, in denen Paulus sich befand, und mir wird klar, dass es in diesem ganzen Buch kein einziges Wort der Klage gibt. Kein einziges Wort, das von Entmutigung zeugt. Kein Hinweis auf Angst in diesem Brief. Im Gegenteil, der Ton ist ermutigend und freudig und Christus-zentriert.
Und ich lese das und denke: Wie wenig braucht es, um mich aus der Bahn zu werfen und mir einen wirklich schlechten Tag zu bereiten – oder mich glauben zu lassen, dass ich einen wirklich schlechten Tag habe – und mich aus der Fassung zu bringen, in eine kritische, negative oder schlechte Stimmung zu versetzen, mich zu entmutigen, mir Angst zu machen, mich unsicher zu fühlen.
Umstände. So oft lasse ich sie mein Leben kontrollieren, anstatt auf die Schönheit Christi zu sehen und auf seine Kontrolle über meine Umstände zu vertrauen, was mir dann die Gnade schenkt, nicht nur selbst ermutigt zu werden, sondern auch ein Mittel der Gnade und Ermutigung für andere zu sein – so wie Paulus es war, nicht nur für Timotheus, sondern auch für uns heute Abend. Er schrieb diesen Brief unter diesen schwierigen Bedingungen, so dass wir ermutigt werden können.
Ich frage mich, wer von uns heute einen Brief, eine E-Mail, einen Text oder einen Instagram-Beitrag unter widrigen Lebensumständen verfasst, und andere würden noch in 2000 Jahren – sollte der Herr verziehen zu kommen – Hoffnung und Ermutigung und Gnade darin finden.
Lassen wir die 2000 Jahre. Wie wäre es mit zwei Tagen? Oder zwei Monaten? Die Art und Weise, wie wir auf unsere Umstände reagieren, weist entweder andere auf Christus hin oder auf uns selbst und unsere entmutigenden Umstände.
Die letzten Absätze dieses Briefes sind so persönlich, warm und menschlich geschrieben. Und man denkt an den Apostel Paulus, der das erstaunliche Kapitel Römer 8 geschrieben hat, man denkt an Paulus, den großen Theologen und Gemeindegründer. Aber in diesen letzten Absätzen von 2. Timotheus 4 sieht man einen sehr menschlichen Paulus. Einen Paulus, der sich in kräftezehrenden Umständen befindet. Er gibt uns einen Einblick in einige der Umstände, mit denen er konfrontiert war und wie er darauf reagierte.
Ich möchte nun aus 2. Timotheus 4 vorlesen, beginnend mit Vers 9. Er sagt: „Beeile dich, bald zu mir zu kommen.“ Nun, wir werden den gesamten Abschnitt lesen, aber ich möchte kurz von Vers 9 zu Vers 21 springen, wo Paulus sagt: „Beeile dich, vor dem Winter zu kommen.“ Er beginnt und beendet diesen Abschnitt also mit den Worten an Timotheus: „Beeile dich! Ich brauche dich! Komm nach Rom!“
Paulus wusste, dass er nicht mehr lange zu leben hatte, und er vermisste seinen lieben Freund und Jünger. Es war wunderbar, dass sie Briefe hin und her schreiben konnten, aber für Paulus war das nicht genug. Er wollte Timotheus sehen. Er wollte mit ihm zusammen sein. Und da der Winter nahte, wusste er, dass es für Timotheus bald unmöglich sein würde, mit dem Schiff nach Rom zu kommen. Deshalb sagte er: „Beeile dich, vor dem Winter zu kommen. Tue dein Bestes.“
Dann heißt es ab Vers 10:
„Denn Demas hat mich verlassen, weil er die jetzige Weltzeit lieb gewonnen hat, und ist nach Thessalonich gezogen, Crescens nach Galatien, Titus nach Dalmatien. Nur Lukas ist bei mir. Nimm Markus zu dir und bringe ihn mit; denn er ist mir sehr nützlich zum Dienst. Tychikus aber habe ich nach Ephesus gesandt. Den Reisemantel, den ich in Troas bei Karpus ließ, bringe mit, wenn du kommst; auch die Bücher, besonders die Pergamente. Alexander, der Schmied, hat mir viel Böses erwiesen; der Herr vergelte ihm nach seinen Werken! Vor ihm hüte auch du dich; denn er hat unseren Worten sehr widerstanden.
Bei meiner ersten Verteidigung stand mir niemand bei, sondern alle verließen mich; es werde ihnen nicht angerechnet! Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich, damit durch mich die Verkündigung völlig ausgerichtet würde und alle Heiden sie hören könnten; und so wurde ich erlöst aus dem Rachen des Löwen. Der Herr wird mich auch von jedem boshaften Werk erlösen und mich in sein himmlisches Reich retten. Ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
Grüße Prisca und Aquila und das Haus des Onesiphorus. Erastus blieb in Korinth, Trophimus aber ließ ich in Milet krank zurück. Beeile dich, vor dem Winter zu kommen! Es grüßen dich Eubulus und Pudens und Linus und Claudia und alle Brüder. Der Herr Jesus Christus sei mit deinem Geist! Die Gnade sei mit euch! Amen.“ (2. Timotheus 4,10-22).
Ich sehe in diesem Abschnitt drei Kategorien von Bedürfnissen, von Arten von Umständen, mit denen der Apostel Paulus konfrontiert war.
Erstens waren da persönliche und praktische Bedürfnisse.
„Den Reisemantel, den ich in Troas bei Karpus ließ, bringe mit, wenn du kommst; auch die Bücher, besonders die Pergamente.“ (Vers 13).
Paulus hatte Troas vielleicht schnell verlassen müssen. Es scheint, dass er alles zurücklassen musste. Der Winter stand vor der Tür, und dieser Mantel würde ihm in der Kälte Roms als Decke dienen.
Und er verlangte nach seinen Büchern – also Papyrusrollen, vermutlich die alttestamentlichen Schriften – und nach den Pergamenten, das waren wohl Tierhäute, die vielleicht als Material dienten, um darauf zu schreiben. Der Apostel Paulus wollte seine Zeit im Gefängnis gerne nutzen. Er wusste, dass die Zeit knapp war, und er wollte lesen, studieren und schreiben können. „Und vergiss den Mantel nicht. Ich möchte mich wärmen.“
Er hatte also persönliche und praktische Bedürfnisse. Und dann hatte er zwischenmenschliche Bedürfnisse.
Aus verschiedenen Gründen waren die meisten Menschen, die Paulus hätten helfen und unterstützen können, nicht mehr da. Sie waren fort. Dafür gab es viele verschiedene Gründe. „Denn Demas“, Vers 10, „hat mich verlassen, weil er die jetzige Weltzeit lieb gewonnen hat, und ist nach Thessalonich gezogen.“
Nun, im Brief an Philemon bezeichnet Paulus Demas als Mitarbeiter. Demas war einst ein vertrauter Freund und Teilhaber im Dienst gewesen. Aber Demas' Herz war von dieser gegenwärtigen Welt angezogen worden, wörtlich von der Jetzt-Zeit. Vielleicht war Demas in Verlegenheit. Er wollte nicht mit Paulus in dieser schändlichen, kriminellen Umgebung in Verbindung gebracht werden. Aus welchem Grund auch immer, er war abtrünnig geworden. Er hatte sich von Paulus abgewandt, da sein Herz und seine Zuneigung sich dieser Jetzt-Zeit zugewandt hatten.
Aber da waren noch andere, auf die Paulus zählen konnte. Einige musste er an andere Orte schicken, weil sie dort für den Dienst gebraucht wurden. „Crescens ist nach Galatien gezogen, Titus nach Dalmatien. Nur Lukas ist bei mir. Tychikus habe ich nach Ephesus gesandt.“
Paulus musste allein durch schwere Zeiten gehen. Vers 16: „Bei meiner ersten Verteidigung“ – das war wohl, als er in Rom in diesem Scheinprozess angeklagt wurde – „stand niemand mir bei.“
Ihr kennt diese berühmten, öffentlich ausgetragenen Prozesse; und oft sieht man, dass der Ehepartner, ein Elternteil oder enge Freunde des Angeklagten ihm zur Seite stehen, um ihn zu ermutigen oder zu unterstützen, und das ist selbst bei schuldigen Verbrechern so. Aber Paulus sagt: „Niemand stand mir bei. Alle verließen mich.“
Stell dir das vor, keinen zu haben, der einem beisteht. Keinen, der einen ermutigt. Wie es ist, wenn man keinen hat, der für einen betet, der einen umarmt und sagt: „Gott geht mit uns da hindurch.“ Niemand.
Paulus war ein gottesfürchtiger Mann. Denkt ihr das nicht auch? Aber er war ein Mensch. Er war menschlich. Gott hat uns für Beziehungen geschaffen. Er war einsam. Er sehnte sich nach Freundschaft, nach Gemeinschaft. Er hatte also persönliche und praktische Bedürfnisse. Er hatte zwischenmenschliche Bedürfnisse. Und dann gab es Widerstand gegen seinen Dienst.
Vers 14: „Alexander, der Kupferschmied, hat mir viel Böses erwiesen.“ Vers 15: „Er hat unseren Worten sehr widerstanden.“
Es wird immer Menschen geben, egal was Gott tut, egal wie groß das Werk Gottes ist, es gibt immer Menschen, die feindlich gesinnt sind. Sie halten dagegen. Sie widersetzen sich. Sie widerstehen dir. Du gibst alles, um dem Herrn zu dienen und deiner Familie zu dienen oder anderen zu dienen, und dann gibt es diejenigen mit einem kritischen Geist, die versuchen, dich zu untergraben, dich zu sabotieren. Paulus erfuhr solchen Widerstand.
Darf ich hier eine Anmerkung machen? Ich möchte uns daran erinnern, dass wir wirklich, wirklich gottesfürchtig sein können, und dennoch sind unsere Umstände miserabel. Manchmal sind unsere Umstände einfach die natürliche Konsequenz unserer miesen Entscheidungen. Aber manchmal bist du dem Herrn nachgefolgt, hast auf ihn gewartet, hast ihm vertraut, hast versucht, ihm zu dienen, hast versucht, ihm treu zu sein, und dennoch befindest du dich in diesen wirklich miserablen Umständen.
Paulus war ein treuer Diener des Herrn gewesen. Jetzt war er am Ende seines Lebens und seines Wirkens; und man könnte meinen, dass er hier auf Erden vielleicht noch etwas Lohn für seinen Dienst erhalten sollte. Aber er verstand, dass die Belohnung nicht im Hier und Jetzt stattfindet. Die Belohnung geschieht dort und dann, wenn wir bei ihm, dem Herrn sind. In der Zwischenzeit würde Paulus Gottes Sicht auf seine Umstände und sein Leben haben. Er war ein Diener des Herrn. Was immer Gott für ihn vorgesehen hatte, er würde es annehmen.
Nun möchte ich kurz auf unseren Abschnitt im 2. Timotheusbrief zurückkommen und ... (Soll ich sagen, wie viele Punkte ich habe? Ja, doch ihr könnt euch entspannen, denn ich werde mich nicht lange mit den einzelnen Punkten aufhalten.) Es sind zehn kurze Beobachtungen, und ihr könnt dann selbst tiefer in den Text einsteigen, wenn ihr mögt.
Okay, wenn ich nicht gesagt hätte, dass ich zehn Punkte habe, dann wäre ich bei Nummer drei und ihr fragt euch, wann ich endlich fertig bin. Deshalb sage ich es einfach direkt, dass es zehn Punkte, zehn Beobachtungen sind.
Es geht darum, wie Paulus auf Druck reagierte, wie er überlebte. Ja, noch mehr: nicht nur wie er überlebte, sondern wie er in den Umständen reifen und leben konnte. Und die Frage ist, wie wir unter schwierigen Bedingungen dasselbe tun können.
Nummer eins: Es fällt auf, wenn ich den gesamten Abschnitt anschaue, wie einfach die Bedürfnisse von Paulus waren. Wie einfach. Er brauchte nicht viel, um zufrieden zu sein. Nur einen Mantel und ein paar Bücher. Seht ihr, er hatte gelernt, in welcher Situation er auch war, zufrieden zu sein.
Ist es nicht oft so, dass unsere Wünsche ... Wir sagen, es sind unsere Bedürfnisse, und dann werden es unsere Ansprüche.
Paulus sagte: „Bring mir einfach meinen Mantel und ein paar Bücher, damit ich weiter in der Schrift studieren und Briefe schreiben kann.“ Einfache Bedürfnisse. Zufriedenheit.
Nummer zwei: Paulus war dankbar für die Menschen, die Gott in sein Leben gestellt hatte. (Das sind Beobachtungen, die ich gemacht habe, als ich in den letzten Tagen über diesen Abschnitt nachdachte.) Paulus war dankbar für Menschen, die Gott in sein Leben gestellt hatte; und er blieb so eng wie möglich mit ihnen in Verbindung. Selbst wenn es schwierig war, versuchte er, den Kontakt aufrechtzuerhalten.
Wie heißt es in Vers 19? Paulus sagt: „Grüße Priska und Aquila und das Haus (oder die Familie) des Onesiphorus.“ Außerdem erwähnt er Erastus und Trophimus. Er richtet Grüße von Eubulus, Pudens, Linus, Claudia und von all den Brüdern an Timotheus aus. Sie waren nicht bei ihm, aber er wusste, dass sie Teil seiner himmlischen Familie waren, und er war dankbar für diese Menschen. Auch wenn sie nicht bei ihm waren, blieb er unter den gegebenen Umständen so eng mit ihnen verbunden, wie es ihm möglich war.
Wenn man sich auf das konzentriert, was man nicht hat, auf diejenigen, die einem Unrecht getan haben, auf diejenigen, die einen verlassen haben, wird man bitter. Und wie zerstörerisch ist das! Es raubt einem die Freude.
Aber beim Apostel Paulus sehen wir diese Bitterkeit nicht. Wir sehen nicht, dass er sich die Freude rauben ließ. Wir sehen, dass er dankbar ist für die Menschen, die Gott in sein Leben gestellt hat.
Und manchmal sind die Menschen, die Gott in unser Leben stellt, nicht diejenigen, von denen wir denken, dass sie so ein großer Segen für uns sind – nicht wahr. Lesen wir Vers 11. (Ich bin immer noch bei Punkt zwei.) „Nimm Markus zu dir und bringe ihn mit; denn er ist mir sehr nützlich zum Dienst.“
In der Apostelgeschichte wird berichtet – ihr erinnert euch bestimmt – dass Markus zwanzig Jahre zuvor in den Anfängen des Dienstes des Paulus versagt hatte. Markus hatte sich in den Jahren seitdem zweifellos verändert, aber ich glaube, dass auch Paulus wahrscheinlich großzügiger und gnädiger geworden war. Und jetzt also auch Markus ... Man könnte meinen, er hätte gesagt: „Ich brauche Markus nicht. Er hat es vermasselt.“ Aber er sagte: „Bring Markus mit. Er ist mir sehr nützlich für den Dienst.“ Er war gereift, und er war willkommen. Paulus war dankbar für die Menschen, die Gott in sein Leben stellte.
Nummer drei: Paulus lehnte es ab, an seinen Gegnern Rache zu üben.
„Alexander, der Schmied, hat mir viel Böses erwiesen; der Herr wird ihm vergelten nach seinen Werken! Er hat unseren Worten sehr widerstanden.“ (Verse 14 + 15b).
Paulus ließ seine Gegner in Gottes Hand. Dieser Kupferschmied hatte nicht nur Paulus persönlich großen Schaden zugefügt, sondern auch dem Evangelium, der Botschaft, dem Dienst. Aber Paulus sagte: „Es ist nicht meine Sache, mich darum zu kümmern. Der Herr wird ihm vergelten nach seinen Werken.“
Und wenn wir über das nachdenken, worüber wir heute schon gesprochen haben, nämlich über die Sünden, die gegen uns begangen wurden, wie wichtig es ist, das wir, wenn wir damit umgehen, die Rache Gott zu überlassen… Wir überlassen die Beurteilung Gott, der barmherzig und gnädig ist und will, dass sogar diese Täter Buße tun. Aber wenn sie es nicht tun, wird Gott ihnen vergelten. Wir müssen das nicht tun.
Und dann, Nummer vier: Paulus ließ nicht nur die Vergeltung in Gottes Händen, sondern er gewährte auch Vergebung.
Vers 16: „Bei meiner ersten Verteidigung stand mir niemand bei, sondern alle verließen mich; es werde ihnen nicht angerechnet!“
Wisst ihr, das ist der Kern der Vergebung. Es bedeutet, das Recht auf exakte Vergeltung aufzugeben. Das haben Jen und Linda mit dem jungen Mann getan, der in der Nacht das Auto fuhr, als das Leben ihrer Familie sich von einem Moment auf den anderen so drastisch veränderte.
Genau das tat auch Stephanus, als er gesteinigt wurde.
Das tat Jesus, als er am Kreuz starb. „Vater, vergib ihnen.“
Als Paulus verlassen war, als er misshandelt wurde, lehnte er es ab, ein Schuldeneintreiber zu werden. Er lehnte es ab, den anderen diese Sünde vorzuhalten. „Es werde ihnen nicht angerechnet. Ich werde kein Schuldeneintreiber sein. Ich werde das ihm, diesem Mann, nicht vorwerfen, und auch nicht diesen Männern, die mich vernachlässigt haben, die mich verlassen und im Stich gelassen haben.“
Seht ihr, wir haben heute über Menschen gesprochen, die uns Unrecht getan haben. Und ich spüre heute Abend, während wir die Lieder singen, bei den Geschichten, die ich gehört habe und in den Gesprächen, die ich hatte, dass Gott dabei ist, Gefangene zu befreien. Das ist etwas sehr Schönes. Und ich möchte euch sagen: Wenn ihr auch in Zukunft in Freiheit leben wollt, müsst ihr weiterhin in der Vergebung leben und diese Dinge in Gottes Händen lassen.
Nun, vielleicht müssen aus Sicherheitsgründen oder um das Gesetz mit einzubinden, bestimmte Schritte unternommen werden. Ich sage nicht, ihr sollt einfach dasitzen und alles hinnehmen und nichts tun. Aber ich sage, dass ihr in euren Herzen das Recht auf Rache oder genaue Vergeltung loslassen müsst. Das ist es, was Paulus tat. „Es werde ihnen nicht angerechnet.“
Nummer fünf: Als alle anderen ihn enttäuschten, wusste Paulus, dass Gott immer noch treu ist. In Vers 16 sagt er, dass ihm niemand beistand und ihn alle verließen – doch Vers 17, „aber der Herr stand mir bei und stärkte mich.“
„Ob jede and’re Stütze bricht, der ew’ge Fels betrügt mich nicht … Gott stand mir bei. Als niemand sonst mir beistand, stand Gott mir bei; und er stärkte mich für die Gerichtsverhandlung.“
Der Herr gibt die Seinen nie, nie auf und verlässt sie nie, nie. Darf ich euch daran erinnern? Einige von euch gehen nach dieser Konferenz in verzweifelt, schwierige Situationen und Lebensumstände zurück. Der Herr gibt die Seinen niemals auf und verlässt sie niemals. Er wird euch beistehen, und er wird euch stärken.
Nummer 6: Paulus teilte Gottes Prioritäten. Gottes Mission war sein Auftrag. Was für Gott wichtig war, dasselbe war für Paulus wichtig.
Wie heißt es in Vers 17? Paulus sagt: „Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich, damit durch mich die Verkündigung völlig ausgerichtet würde und alle Heiden sie hören könnten.“
Stellen wir uns Paulus vor: Er stand am Ende seines Lebens. Er wusste, dass er hingerichtet werden würde. Denken wir nicht, dass er sich über etwas Mitleid gefreut hätte? Dass er gern etwas im Mittelpunkt stehen würde? Dass es jetzt einmal um ihn gehen sollte? Dass er gerne seine Geschichte verbreitet hätte? Dass er Leute suchen würde, die ihm zu seinem Recht verhalfen?
Nein, sagt Paulus: „Alles, was zählt, ist, dass durch mich die Botschaft (die Botschaft, welche Botschaft? Das Evangelium.), dass das Evangelium Christi, ausgebreitet wird und alle Heiden es hören.“
Die meisten von uns hier sind Heiden, und wir hören diese Botschaft an diesem Wochenende, weil Paulus in diesem Gefängnis geblieben ist. Er hatte keine Wahl. Aber anstatt sich selbst zu bemitleiden, schrieb er seinen Brief und erzählte, wie der Herr ihm beigestanden und ihn gestärkt hatte. Er erzählte, dass es sein Ziel war, dass die Botschaft verbreitet und dass Gottes Auftrag für sein Leben erfüllt würde.
Siehst du, Gottes Absichten und sein Plan für dein Leben können niemals vereitelt werden. Er hat einen Plan für dein Leben, unabhängig davon, in welch schwierigen Umständen du dich gerade befindest. Gott wird alles tun, was nötig ist, um seine Erlösungspläne in dieser Welt zu erfüllen, auch wenn dies für eine gewisse Zeit Leiden für das Volk Gottes einschließen mag.
Unsere Brüder und Schwestern in anderen Teilen der Welt sind sich dessen bewusst. Und sie leiden bereitwillig um Christi willen, damit durch sie die Botschaft völlig verkündet wird und andere zum Glauben kommen können.
Wenn es dir schwer fällt, deine Umstände anzunehmen, ist dein Plan dann derselbe wie Gottes Plan? Ist es dein Ziel, in erster Linie einfach aus der Situation herauszukommen, Recht zu erhalten oder dass anderen vergolten wird? Oder ist deine Mission, Gottes Mission, dass er dich als Werkzeug der Gnade und des Evangeliums im Leben anderer Menschen gebrauchen kann?
Als Jen an Schilddrüsenkrebs erkrankte, sagte sie: „Jetzt kann ich mehr Menschen vom Herrn erzählen. Gott gibt mir noch mehr Dienstmöglichkeiten.“
Ich meine, wenn eine Hirnverletzung das bewirkt, dann brauchen wir alle Hirnverletzungen, denn die meisten von uns ... Ich glaube, sie ist diejenige, deren Gehirn am besten funktioniert, wirklich; denn unser Gehirn ist geschädigt, wenn wir sagen: „Es geht nur um mich.“ Wenn wir dem Selbstmitleid erlauben, in unserem Leben die Oberhand zu gewinnen.
Jen sagte: „Gott gibt mir durch diese Umstände noch mehr Dienstmöglichkeiten, er weitet meinen Auftrag aus.“ Und er möchte auch deinen Dienst durch deine Lebensumstände erweitern.
Nummer sieben: Letztendlich kann kein Feind, wie mächtig er auch sein mag, sich gegen uns durchsetzen.
Paulus erkannte das. Vers 17: „Und ich bin gerettet worden aus dem Rachen des Löwen.“ (ELB).
Seht ihr, Paulus hatte gegen einen Löwen keine Chance. Wir wissen nicht genau, was dieser Löwe war. Vielleicht war es der Kaiser Nero. Oder die römische Regierung. Es waren diese schwerwiegenden Umstände, was sie auch immer waren. Paulus fühlte sich so, als sei er im Rachen des Löwen! So machtlos fühlte er sich! Doch er sagte: „Ich wurde gerettet.“
Letztlich kann kein Feind, egal wie mächtig er ist, über das Volk Gottes die Oberhand gewinnen.
Paulus war in Lebensgefahr. Satan versucht, die Kinder Gottes zu zerstören. „Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.“ Aber Paulus sagt: „Ich wurde aus dem Rachen des Löwen gerettet.“
Und auf Gottes Weise und zu seiner Zeit wird Gott dich aus jeder tödlichen Gefahr retten.
Und das steht im Zusammenhang mit Nummer 8. Dabei geht es darum, dass unsere letztendliche Befreiung sicher ist. Sie ist garantiert. Sie ist nicht davon abhängig, was irgendjemand anderes tut, sondern nur davon, was Gott tut.
Vers 18: „Der Herr wird mich retten. Der Herr wird mich retten. Ich wurde aus dem Rachen des Löwen gerettet. Und nun wird der Herr mich letztlich von jedem bösen Werk retten und mich sicher in sein himmlisches Reich bringen.“ (paraphrasiert, vergleiche ELB u. NLB).
Das Beste kommt noch. Das ist ein Versprechen. Gott wird seine Kinder retten. Das ist garantiert. Und das ist nicht davon abhängig, was irgendjemand sonst tut.
Seht ihr, Kaiser Nero dachte, er sei der Herrscher der Welt, und in gewissem zeitlichem Sinn war er es auch. Aber mit Blick auf die Ewigkeit war Nero nur eine Schachfigur in Gottes Hand. Gott würde zu seiner Zeit und auf seine Weise zu Nero sagen: „Schachmatt. Es ist um dich geschehen. Vorbei!“ Gott gewinnt. Der wahre König gewinnt, und er wird uns von jedem bösen Werk retten und uns sicher in sein himmlisches Reich bringen.
Halte dich an diesen Verheißungen fest. Sie sind so kostbar. Aber das bedeutete in Paulus Fall nicht, dass ihm eine schmerzhafte Gefangenschaft oder ein grausamer Tod erspart blieben. Und es bedeutet auch für uns nicht, dass uns schmerzhafte oder schwierige Lebensumstände erspart bleiben.
Aber anstatt seinen Tod als Sieg für Nero zu betrachten, sah er ihn als Sieg für Jesus. Er sagte: „Er wird mich retten.“ Wie würde er gerettet werden? Indem er enthauptet wird! Das hört sich nicht nach einer Rettung an, oder? Aber er erkannte: „Wenn Nero glaubt, er löscht mein Leben aus, er löscht das Volk Gottes aus, dann ist das in Wirklichkeit ein Sieg für Jesu. Es ist sein Sieg und es ist meine Rettung und mein Übergang in das große ewige, himmlische Reich.“ Gott sei gelobt für diese größte, ultimative Verheißung.
Nummer 9: Paulus erkannte, was letztendlich zählt, ist, dass Gott verherrlicht wird. Es kommt nur darauf an, dass er die Ehre bekommt.
Es ging Paulus nicht darum, dass ihm jemand glaubte, dass seine Geschichte bekannt wurde, oder dass jemand kam, um ihn da rauszuholen, ihm half, dass er aus diesen miserablen Umständen befreit würde. Worauf es ihm letztendlich ankam, sagt Paulus in Vers 18, ist dies: „Ihm (Gott) sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit!“
Im Endeffekt zählt nichts anderes wirklich, wenn nur er, Gott, verherrlicht wird und sein Reich sich ausbreitet und der Ruhm seines Namens in die Welt hinausgeht.
Und dann, Nummer 10, war Paulus bis zum Ende, unter den schlimmsten Bedingungen, auf Christus fokussiert und auf andere Menschen.
Ich kenne leider das Gegenteil aus meiner eigenen Erfahrung. Wenn ich schmerzliche Erfahrungen mache und durch schwierige Umstände gehe ... Umstände, die weit weniger schlimm sind als die, in denen Paulus sich befand, weit weniger schlimm als das, wodurch einige von euch gehen ... Wisst ihr, es sind winzige Kleinigkeiten, die mir den Tag verderben können, und ich drehe mich dann nur um mich.
Aber hier begegnen wir einem Paulus, der unerträgliche Qualen und Verfolgungen erleidet und darin auf Jesus und andere ausgerichtet ist.
Lasst uns zu Vers 22 gehen. Paulus wendet sich persönlich an Timotheus. „Der Herr sei mit dir!“ (NeÜ). „Der Herr sei dir nahe!“ (NGÜ). „Der Herr Jesus Christus sei mit deinem Geist.“ Er wünscht seinem Kind im Glauben Gnade.
Man würde vielleicht eher erwarten, dass er sagt: „Kannst du kommen und mich durch Gottes Gnade aufbauen?“ Aber nein, er sagt: „Der Herr Jesus Christus sei mit deinem Geist.“ Und dann: „Die Gnade sei mit euch!“ Das ist Plural. An wen wendet er sich, wenn er sagt: „mit euch“? Damit sind alle gemeint, die diesen Brief lesen werden, also auch wir. „Gnade sei mit euch!“
Dein Gefängnis bietet dir eine Chance, andere durch die Gegenwart Christi in deiner Situation zu ermutigen, so wie Paulus sagt: „der Herr sei mit deinem Geist“. Dein Gefängnis bietet eine Chance, ein Kanal der Gnade für andere zu sein.
Als Paulus selbst am meisten Gnade brauchte, war er ein Kanal der Gnade und Ermutigung für andere. Wenn du Gnade am meisten brauchst, möchte Gott dich als Kanal der Gnade und Ermutigung für andere gebrauchen.
Wir haben die Gegenwart Christi und die Gnade Christi. Was können wir noch mehr brauchen? Ist das nicht genug? Für Paulus war es genug.
Robert und ich haben gerade unser erstes gemeinsames Buch fertiggestellt, das, so Gott will, irgendwann im nächsten Jahr erscheinen wird. Es heißt „You Can Trust God to Write Your Story“ (Du kannst Gott vertrauen, dass er deine Geschichte schreibt). Für dieses Buch haben wir mit vielen lieben Freunden gesprochen, die sich in wirklich schwierigen und leidvollen und schlimmen Lebensumständen befinden.
- Menschen, die eine problematische Ehe, eine ungewollte Scheidung oder Einsamkeit in ihrer Ehe erfahren.
- Menschen, deren Wunsch zu heiraten, unerfüllt bleibt, die tiefe Einsamkeit erleben.
- Menschen, deren erwachsene Kinder sündige Entscheidungen treffen.
- Menschen, die chronische gesundheitliche Probleme haben.
- Die mit dem Tod eines Kindes oder des Ehepartners umgehen müssen.
- Oder mit der Pornographiesucht des Ehemanns.
Dann hatten wir das süße, bittersüße Vorrecht und die Ehre, John und Tammy Wreford zu interviewen, langjährige Freunde und Mitstreiter unseres Dienstes, genau drei Wochen bevor John nach längerer Krebserkrankung zu Jesus heimgerufen wurde. Wir haben im Wohnzimmer dieses Ehepaares gesessen.
Wir führten Telefongespräche mit anderen. Wir standen im E-Mail-Austausch. Und immer und immer wieder hörten wir Menschen sagen: „Die Gegenwart und die Gnade Jesu sind genug. Sie sind mehr als genug.“
Wir erlebten Freude, Zufriedenheit und Interesse daran, was im Reich Gottes vor sich geht. Manche Menschen waren mehr um uns besorgt als um sich selbst. In der Tat war das so auffällig und so beeindruckend, dass wir uns oft nach solchen Gesprächen anschauten und sagten: „Ist es nicht so? Wir wollen das, was diese Menschen haben, aber wir wollen nicht da durchgehen, was sie durchgemacht haben, um das zu bekommen, was sie haben – dieses tiefe Vertrauen auf den Herrn, diese Freude, diese Sanftmut und Hingabe und diesen Glauben, dass Gott mit ihnen alles gut machen wird.“
Aber wisst ihr, wie sie zu diesem Vertrauen und zu dieser Gnade und dieser Ruhe gekommen sind? Sie sind dorthin gekommen, weil sie Gott vertraut haben, dass er ihre Geschichte schreibt, dass er sie durch die Umstände, die Autounfälle, den Tod, den Verlust, den Kummer, die Nöte wegen Kindern auf falschen Wegen und durch die Gesundheitsprobleme hindurch bringt. Sie haben Gott vertraut, dass er ihre Geschichte schreibt.
Deshalb sagt Paulus: „Der Herr Jesus Christus sei mit euch. Die Gnade sei mit euch.“
Paulus wusste, dass der Herr mit ihm war und dass die Gnade Christi mit ihm war, und deshalb konnte er einen solchen Brief schreiben und ein Werkzeug des Dienstes und der Gnade für unser Leben heute Abend sein.
Möchtet ihr euch mit mir zum Gebet beugen? Lasst uns einen Moment Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, was Gott uns heute gesagt hat. Vielleicht gibt es einen Punkt, wo du sagst: „Das ist genau das, was ich hören musste.“
Was ist der schwierigste Umstand, mit dem du zur Zeit umgehen musst? Benenne ihn in deinem Herzen vor dem Herrn. Du weißt, was es ist. Du hast darüber nachgedacht, während ich gesprochen habe. Möchtest du vielleicht einfach sagen: „Herr, ich vertraue dir, dass du meine Geschichte schreibst. Danke, dass du mir zur Seite stehst, wenn alle anderen mich enttäuschen, dass du mich stärkst und mir Gnade schenkst.“
Gibt es jemanden, dem du etwas vergeben musst? Du wirfst dieser Person diese eine Sache vor. Eigentlich willst du, dass ihr das vergolten wird. Wie wäre es, wenn du diese Person oder diese Situation jetzt vor den Herrn bringst und sagst: „Herr, ich lasse das jetzt los in deine Hände. Ich gebe diese Person, diese Situation, dir ab. Ich will nicht länger durch sie definiert werden. Ich möchte durch deine Gnade und durch deinen Frieden und durch deine Gegenwart definiert werden.“
Herr, ich bete, dass du in jedem unserer Herzen weiter wirkst, auch während des restlichen Abends und dann, wenn wir diese Konferenz verlassen und in unsere realen Lebensumstände zurückkehren. Wir beten, dass wir die Gegenwart Christi und den Frieden Christi und die Gnade Gottes in jedem Moment und in jedem Umstand erfahren, damit wir sagen können: „Gott ist gut. Man kann ihm vertrauen, und alles, was zählt, ist, dass ihm die Ehre zukommt. Für immer und ewig. Amen.“
Marie: Nancys Einladung an dich heute ist: Übergib deine Geschichte dem Herrn und vertraue darauf, dass er deinen Weg lenkt. Wenn du tiefer einsteigen möchtest, kann ich dir ihr Buch Lügen, die wir Frauen glauben und die Wahrheit, die uns frei macht, empfehlen. Der CLV bringt schon ganz bald die überarbeitete Neuauflage heraus, die auch 30% neuen Inhalt aufweist. Nancy widmet den Lügen über Umstände dort ein ganzes Kapitel.
Emotionen. Sind sie gut? Schlecht? Verlässlich? Können wir sie beherrschen? Sei das nächste Mal wieder dabei, wenn Dannah Gresh diesen und weiteren Fragen über unsere oft unberechenbaren Emotionen nachgeht.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.