Lea Köster: Wir lesen ständig irgendetwas – ganz nebenbei, flüchtig, ohne viel darüber nachzudenken. Aber die Bibel fordert mehr von uns als nur ein schnelles Überfliegen. Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Wir haben ja schon darüber gesprochen, welch ein Segen das Wort Gottes in deinem Leben ist. Aber es ist kein wirklicher Segen, wenn du es nur mit dem Kopf aufnimmst und es nicht in der Praxis ankommt. Es wird dann zu einem Segen für dich, wenn du es befolgst, wenn du tust, was es sagt – wenn du nicht nur ein Hörer, sondern auch ein Täter des Wortes bist.
Lea: Hallo liebe Freundin – Du hörst Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, Autorin von Vor Gott zur Ruhe kommen. Ich bin Lea Köster.
Vieles von dem, was wir lesen, bleibt uns nicht lange im Gedächtnis. Aber wenn wir wirklich Gottes Segen …
Lea Köster: Wir lesen ständig irgendetwas – ganz nebenbei, flüchtig, ohne viel darüber nachzudenken. Aber die Bibel fordert mehr von uns als nur ein schnelles Überfliegen. Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Wir haben ja schon darüber gesprochen, welch ein Segen das Wort Gottes in deinem Leben ist. Aber es ist kein wirklicher Segen, wenn du es nur mit dem Kopf aufnimmst und es nicht in der Praxis ankommt. Es wird dann zu einem Segen für dich, wenn du es befolgst, wenn du tust, was es sagt – wenn du nicht nur ein Hörer, sondern auch ein Täter des Wortes bist.
Lea: Hallo liebe Freundin – Du hörst Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, Autorin von Vor Gott zur Ruhe kommen. Ich bin Lea Köster.
Vieles von dem, was wir lesen, bleibt uns nicht lange im Gedächtnis. Aber wenn wir wirklich Gottes Segen erfahren wollen, müssen wir zuerst verstehen und uns daran erinnern, was wir in der Bibel lesen – und es dann auch leben. Hier ist Nancy mit der Fortsetzung einer hilfreichen Serie „Wir im Wort und das Wort in uns“. Es geht darum, wie du dein Bibelstudium vertiefen kannst. Hier ist nun Nancy:
Nancy: Nimmst du dir aktuell bewusst Zeit dafür, ins Wort zu gehen und es in dein Herz aufzunehmen? Ach, wie sehr hoffe und bete ich, dass der Herr während dieser Reihe dein Herz angesprochen hat – und dass du diese Herausforderung angenommen hast: Dich in Gottes Wort zu begeben und Gott zu dir sprechen zu lassen.
Nimm dir jeden Tag ganz bewusst Zeit dafür, Gottes Wort zu lesen. Lies es mit Gebet, lies es mit Bedacht, lies es systematisch. Und dann – um dich besser konzentrieren zu können und mehr aus dem Text herauszuholen – hoffe ich, dass du anfängst, dir Dinge aufzuschreiben, während du in der Bibel liest.
Wir haben ja schon über einige Methoden gesprochen. Ich hoffe sehr, dass du schon die eine oder andere ausprobierst. Vielleicht denkst du: „Ich habe keine Ahnung, wie ich das machen soll.“ Dann möchte ich dich ermutigen: Fang einfach an. Geh den ersten Schritt. Und wenn du Hilfe benötigst, frage jemanden, der das Wort Gottes in deiner Gemeinde lehrt. Vielleicht einen Pastor und seine Frau, einen Ältesten oder Diakon und seine Frau, oder jemanden, der in einer Bibelstunde lehrt. Geh auf die Person zu und sag: „Ich möchte anfangen, selbst die Bibel zu studieren ... Kannst du mir ein paar Tipps geben? Würdest du mir bitte zeigen, wie ich tiefer ins Wort Gottes eintauchen kann?“ Denn das, was wir in diesen Folgen weitergeben, soll nur dazu dienen, dass es dir zur Gewohnheit wird, ins Wort zu gehen – und dem Wort in dir Raum zu geben.
In der letzten Folge haben wir ja begonnen, eine Methode kennenzulernen, die man sich ganz leicht merken kann – die 5F-Methode. Es ist eine einfache, aber wirkungsvolle Art, die Bibel zu lesen und zu studieren. Das erste F steht für fragen. Stell Fragen an den Text. Beim zweiten F ging es darum, etwas zu finden. Finde Schlüsselwörter und zentrale Ausdrücke oder Sätze. Über diese beiden Punkte haben wir gesprochen.
Heute wollen wir uns die drei weiteren Punkte anschauen. Das dritte F steht für: Formulieren. Einen Abschnitt mit eigenen Worten zu formulieren. Versuche, eine kurze Zusammenfassung oder eine Überschrift dazu zu schreiben, was du gerade gelesen hast – ob es nun ein Abschnitt, ein Kapitel oder sogar ein ganzes biblisches Buch ist. Formuliere in deinen eigenen Worten, worum es geht. Was ist das Hauptthema? Welche wichtigen Punkte siehst du?
Diese Übung hilft dir bestimmt, wach zu bleiben – besonders, wenn du früh morgens oder spät abends die Zeit mit dem Herrn verbringst. Es wird dich fokussierter machen und dir helfen, mehr aus dem Wort Gottes aufzunehmen. Formuliere also eine kurze Zusammenfassung.
Versuche, einen Bibeltext oder Absatz sinngemäß mit deinen eigenen Worten wiederzugeben. Paraphrasiere ihn.
Aber denk bitte daran: Deine Worte sind nicht inspiriert. Nur Gottes Wort ist inspiriert. Deshalb – wenn du einen Abschnitt in deinen eigenen Worten zusammenfasst – denk nicht, dass sei dasselbe wie die Heilige Schrift. Aber es ist eine Hilfe, über die Schrift nachzudenken und nachzusinnen. Während du liest, formuliere etwas: Was ist der Inhalt dieses Abschnitts?
Übrigens wirst du bemerken, dass diese Methode auch bei schwierigeren Passagen hilfreich sein kann. Manchmal stoße ich auf Abschnitte, die sehr viel Lehre enthalten und konzentriert sind, und ich frage mich: „Um was in aller Welt geht es hier nur?“. Wenn ich dann versuche, das Gelesene in meinen eigenen Worten aufzuschreiben, verstehe ich zwar vielleicht immer noch nicht alles – aber ich begreife mehr, als wenn ich es nicht zusammenzufasse und in eigenen Worten ausdrücke. Das also ist das dritte F – in eigenen Worten etwas zu formulieren.
Nun zu dem vierten F – forschen. Forsche in der Schrift nach verwandten Bibelstellen. Wenn du einmal in meine Bibel schauen würdest – egal in welche, die ich im Laufe der Jahre gelesen habe – dann sind da überall kleine Versangaben. Am Rand, im Bibeltext – die Bibel, die ich gerade benutze, hat einen sehr schmalen Rand, und entsprechend klein sind meine Anmerkungen.
Aber ganz gleich, wo ich lese, ich frage mich immer: „Welche Abschnitte in der Schrift kenne ich, die über dieses Thema etwas aussagen?“
Ich habe gerade in der Bibel vor mir Jesaja 50,7 aufgeschlagen. Dort heißt es: „Aber Gott, der Herr, wird mir helfen, darum muss ich mich nicht schämen; darum machte ich mein Angesicht wie einen Kieselstein.“ Bei dem Vers habe ich einmal an den Rand Lukas 9,51 geschrieben.
Nun, damals erinnerte ich mich an eine Stelle im Neuen Testament, die besagt, dass Jesus – wissend, dass er bald sterben würde – sein Angesicht fest darauf richtete, nach Jerusalem zu gehen. Das ist eine Parallelstelle, eine andere Bibelstelle, die etwas Ähnliches sagt. Also habe ich diesen Querverweis in meiner Bibel notiert.
Kurz zuvor, bei Jesaja 49,14 habe ich an den Rand 2. Mose 17,7 geschrieben. Dort steht etwas, das inhaltlich zu der ersten Stelle passt.
Wenn du mit der Bibel vertrauter wirst – je mehr du darin liest – wirst du feststellen, dass dir der Heilige Geist andere Verse in den Sinn bringt, Verse, die mit dem zu tun haben, was du gerade liest, die es bestätigen oder ein anderes Licht darauf werfen.
Nun, wenn du in der Bibel noch nicht so zuhause bist – oder auch sonst – gibt es zwei wichtige Hilfsmittel zum Bibelstudium. Das erste ist eine Konkordanz. Sie ist unentbehrlich, wenn du die Bibel gründlich lesen möchtest. Es ist ein ziemlich umfangreiches Buch. Es gibt verschiedene Konkordanzen, je nach Bibelübersetzung. Man findet darin jedes Wort der Bibel – Worte wie „Gnade“ und „Jesus“, aber auch weniger zentrale Worte. Es ist ein Wörter-, Zahlen- und Namensregister.
Jedes Wort ist dort aufgeführt. Und unter jedem dieser Wörter findet man eine Liste mit allen Stellen, in denen dieses Wort in der Bibel erwähnt wird. Wenn ich also einen Vers lese, in dem es um Hoffnung geht, und ich möchte mehr darüber erfahren … Ich versuche das zuerst ohne Konkordanz, denn ich möchte mich an die Stellen erinnern, die ich selbst im Gedächtnis abgespeichert habe.
Aber wenn ich keine Ideen mehr habe, schlage ich die Konkordanz auf und suche nach dem Wort „Hoffnung“. Dann sehe ich – im Alten und im Neuen Testament – wo dieses Wort überall vorkommt. Wenn man dann diese Verse zusammenbringt, entdeckt man, dass sie in einem inneren Zusammenhang stehen.
Das ist in der Tat etwas, was ich an der Schrift so liebe – dass es all diese Verknüpfungen im Wort Gottes gibt. Alles passt zusammen. Wenn man zum Beispiel im 3. Buch Mose von den blutigen Opfern liest – von dem Vergießen von Blut zur Vergebung von Sünden, von dem Zudecken von Sünden und dem Darbringen von Opfern – und dann kommt man im Neuen Testament zum Hebräerbrief und erkennt, dass es um dieselbe Sache geht.
Doch wo ist der Unterschied? Da gibt es ein Kreuz in der Mitte zwischen den beiden – und das macht den großen Unterschied.
3. Mose blickt auf das Kreuz hin. Der Hebräerbrief blickt zurück auf das Kreuz. Und in beiden Fällen geht es um die Frage, wie wir heilig sein können, wie unsere Sünden vergeben werden können und wie wir von Schuld und Scham frei sein können.
So bringe ich diese beiden Bibelbücher in Bezug zueinander.
Nun, ich sagte, dass eine Konkordanz ein gutes Hilfsmittel ist. Ein anderes sehr hilfreiches Werkzeug ist der Band „The Treasury of Scripture Knowledge“, zu deutsch etwa „Die Schatzkammer des Bibelwissens“. Das ist ein Nachschlagewerk, das durch die ganze Bibel führt. Neben jedem Vers, neben jeder Parallelstelle werden andere Querverweise angegeben, die thematisch mit dem Vers in Verbindung stehen.
Wenn du also zum Beispiel Psalm 40 liest und dich fragst: „Gibt es in der Bibel eine andere Stelle, wo von demselben Thema die Rede ist?“ – dann kann man in diesem Band nachschlagen, und man findet verwandte Bibelabschnitte. Es ist ein bisschen so wie ein unterirdischer Maulwurfsbau. Alle Gänge sind miteinander verbunden. Und ich meine das nicht respektlos gegenüber dem Wort Gottes, denn du magst die Maulwürfe in deinem Garten vermutlich nicht. Aber all diese Gänge sind netzartig miteinander verbunden. Und das ist eines der schönsten Dinge, wenn man das Wort Gottes liest: Zu sehen, wie alles miteinander zusammenhängt. Also – halte Ausschau nach Bibelstellen, die in Bezug zu dem stehen, was du liest.
Das erste F – fragen. Stelle Fragen an den Text. Das zweite F – finden. Finde Schlüsselwörter und -sätze. Das dritte F – formulieren. Formuliere den Abschnitt in deinen eigenen Worten. Das vierte F – forschen. Forsche in der Bibel nach anderen passenden Bibelstellen. Und dann kommt das letzte F – folge. Es geht darum, dem zu folgen, was wir in der Schrift gelesen haben, es anzuwenden und umzusetzen.
Das ist der Punkt, an dem wir fragen: „Was nun? Was soll ich mit dem tun, was ich gerade gelesen habe?“ Mit anderen Worten: „Was kommt jetzt?“
In dieser Reihe haben wir Psalm 119 angeschaut. Lasst uns ihn noch einmal aufschlagen. Ich möchte dir zeigen, wie dieses Thema – das Wort Gottes anzuwenden und umzusetzen – sich durch den gesamten Psalm hindurchzieht wie auch durch die gesamte Schrift.
Psalm 119, Vers 32: „Ich laufe den Weg deiner Gebote.“ Herr, was immer Du sagst – ich will mich beeilen, es zu tun. Ich will eilig Deinem Wort gehorchen.
Und dann Vers 33: „Lehre mich, HERR, den Weg deiner Anweisung, dass ich ihn einhalte bis ans Ende!“ Hier ist eine kleine Übung für dich – wo wir darüber gesprochen haben, auf wiederholte Worte zu achten. Geh einmal durch Psalm 119 und markiere jedes Mal, wo das Wort „bewahren“, „befolgen“ oder „ich will dein Wort halten“ vorkommt. „Ich will dein Wort bewahren.“
Ich möchte einige dieser Verse vorlesen. Vers 34: „Gib mir Verständnis, so will ich dein Gesetz bewahren und es befolgen von ganzem Herzen!“.
Vers 44: „Ich will dein Gesetz stets bewahren, immer und ewiglich.“
Vers 56: „Das ist mir zuteilgeworden, dass ich deine Befehle befolgen darf.“
Wir haben ja darüber gesprochen, was für ein Segen das Wort Gottes in unserem Leben ist. Aber es ist kein wirklicher Segen, wenn wir es nur mit dem Kopf aufnehmen und es nicht in der Praxis ankommt. Es wird dann zu einem Segen für uns, wenn wir es bewahren, wenn wir ihm folgen, wenn wir tun, was es sagt – wenn wir nicht nur Hörer, sondern auch Täter des Wortes sind.
Vers 57: „Mein Teil ist der HERR! Ich habe versprochen, deine Worte zu bewahren.“ (ELB). Siehst du, wie das betont wird?
Vers 60: „Ich eile und säume nicht, deine Gebote zu befolgen.“
Vers 67: „Ehe ich gedemütigt wurde, irrte ich; nun aber befolge ich dein Wort.“
Vers 101: „Ich halte meine Füße fern von jedem bösen Weg, damit ich dein Wort befolge.“
Vers 112: „Ich habe mein Herz geneigt, deine Anweisungen zu erfüllen, auf ewig, bis ans Ende.“
Dieser Satz hat mich getroffen, als ich heute Psalm 119 gelesen habe: „O Herr, ich will deinem Wort gehorchen – nicht nur heute, sondern immer, bis ans Ende. Bis ich am Ziel bin, will ich dein Wort bewahren und deine Gebote halten.“
Vers 129: „Wunderbar sind deine Zeugnisse; darum bewahrt sie meine Seele.“
Vers 145: „Ich rufe von ganzem Herzen: HERR, erhöre mich; ich will deine Anweisungen befolgen!“
Und Vers 167: „Meine Seele bewahrt deine Zeugnisse und liebt sie sehr.“
Jesus sagte: „Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote.“ (Johannes 14,15). Wenn du Gottes Wort liest, dann tue es mit dem Ziel, es umzusetzen. Nimm es nicht nur mit dem Verstand auf. Sammle nicht einfach nur Fakten, Zahlen und Daten, Übersichten, Notizen und Zitate aus der Bibel.
Denn du könntest die ganze Bibel auswendig lernen und niemals erleben, dass sie dein Leben verändert. Nun, ich glaube, das wäre fast nicht möglich – denn das Wort Gottes hat so viel Kraft, und es wird dein Leben verändern. Aber genau das ist der Punkt: Es muss dein Leben verändern. Es ist dafür bestimmt, uns zu verwandeln. Gott wollte nicht nur, dass wir uns in sein Wort hinein begeben – er wollte, dass sein Wort in uns hineinkommt.
Eines der größten Anliegen, das ich heute für Frauen habe, ist dieses: Wir haben eine Vielzahl von Angeboten und Methoden, wie wir die Bibel studieren können. Es gibt so viele Gruppen, Kurse und Seminare. Wir können sie im Internet wahrnehmen, per Video oder Audio, in unseren Gemeinden – es gibt eine Menge Gelegenheiten, das Wort Gottes zu studieren.
Aber es gibt heute in unseren Gemeinden viel mehr Frauen, die das Wort Gottes studieren, als solche, die es halten. Und dazwischen liegt ein gewaltiger Unterschied.
Nun, wir müssen das Wort studieren. Wie sollten es studieren. Und ich hoffe, dass du in irgendeiner Form an einem Bibelstudium mit anderen teilnimmst. Ich hoffe, dass du Belebe unsere Herzen hörst – und dass dich das motiviert, tiefer ins Wort Gottes zu gehen.
Aber – nachdem du es studiert hast, nachdem du es gelesen, darüber nachgedacht und es vielleicht sogar auswendig gelernt hast – musst du es tun.
Schreibe dir also einige konkrete Anwendungen auf.
- Wie spricht dieser Abschnitt zu mir?
- Was möchte Gott, dass ich tue, als Antwort darauf, was ich gelesen habe?
Ich glaube, dieser Punkt ist so wichtig, dass ich darüber noch weiter sprechen möchte – wie wir Gottes Wort ganz praktisch auf unser Leben anwenden können und warum das so entscheidend ist.
Aber ich möchte dich ermutigen – schon jetzt, während du Gottes Wort liest, dir immer wieder diese Fragen zu stellen und deine Antwort zu notieren: Wie soll ich darauf reagieren, was ich gerade gelesen habe? Was bedeutet dieser Abschnitt ganz praktisch für mein Leben?
Lea: Nancy wird gleich mit dem zweiten Teil der heutigen Sendung fortsetzen. Wenn du ihrem Rat folgst und Gottes Wort jeden Tag ganz bewusst anwendest – stell dir mal vor, welche Veränderungen du in deinem Leben sehen könntest!
Kennst du unsere 30-Tage-Challenges? Das Team von Revive Our Hearts hat diese verfasst, weil sie Gelerntes in die Praxis kommen lassen wollen. Es soll nicht beim Wissen und beim Hören bleiben, sondern dabei Gelerntes zu tun. Ein neues, verändertes Denken bringt auch ein neues, verändertes Handeln hervor. Erst durch das praktische Umsetzen wirst du zu einer Täterin des Wortes.
Zum Beispiel, wenn du liest, dass eine Ehefrau den Mann lieben und ehren soll – und du davon überzeugt bist, dass das richtig ist, aber etwas Übung brauchst, dann sieh dir die „Ermutige deinen Ehemann-Challenge“ auf unserer Website an.
Nancy hat uns in dieser aktuellen Reihe, „Wir im Wort und das Wort in uns“, schon viele hilfreiche Wege gezeigt, wie wir die Bibel besser verstehen und tiefer verinnerlichen können. Wenn du eine der vorherigen Sendungen verpasst hast, kannst du sie jederzeit auf unserer Website nachhören. Und jetzt lass uns weitermachen mit diesem wichtigen Thema.
Nancy: Wir haben darüber gesprochen, wie wunderbar das Wort Gottes ist und wieviel Segen es in unser Leben bringt. Gestern Abend sandte mir jemand eine E-Mail mit einem Text eines alten Kirchenlieds aus dem 19. Jahrhundert, das zu diesem Thema passt. Ich dachte, bevor wir mit diesem Podcast fortfahren, halten wir kurz inne, und ich lese einfach dieses Lied vor. Denn es enthält einige wunderbare Wortbilder, die beschreiben, wie das Wort Gottes ist und was es in unserem Leben tut.
„Dein Wort ist wie ein Garten, Herr,
mit schönen Blumen, wunderbar.
Jeder, der nach ihnen trachtet,
pflücke dort einen lieblichen Strauß.
Dein Wort ist wie ein Bergwerk.
In seinen mächtigen Tiefen verborgen
sind kostbare und seltene Juwelen.
O, forsche dort nach ihnen.“
Fällt dir auch auf, wie das Suchen und Forschen betont wird? Diese Blumen, diese Reichtümer in der Mine – man muss sie suchen, man muss nach ihnen forschen. Wir haben darüber gesprochen, wie wir eifrig suchen und danach streben können, Gott durch sein Wort zu erkennen.
Die zweite Strophe lautet:
„Dein Wort ist wie ein Sternenheer,
das uns’ren Weg erhellt.
Unzählige Lichtstrahlen der Wanderer erkennt
auf seinem Pfad, sie leiten ihn.“
Das erinnert an Psalm 119, wo das Wort als Licht beschrieben wird, das auf unseren Weg fällt. Vers 105: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“. Dann heißt es weiter in dem Lied:
„Dein Wort ist wie ein Waffenhaus,
wo Kämpfer sicher geh’n
und alle Rüstung finden dort
für Kampf und Widersteh’n.“
Jede Waffe, die ich im geistlichen Kampf des Lebens brauche, ist im Wort Gottes zu finden. Dort geht der Kämpfer hin, um die Waffen, den Schutz, die Rüstung zu finden – alles, was er braucht, um für den Kampf bereit zu sein. Und dann die letzte Strophe … Sie besagt: Ich möchte auf dieses Wort reagieren – nicht nur vom Verstand her wissen, wie wunderbar es ist. Es heißt dort:
„Lass mich die Rüstung dort
aus deinem Worte nehm’n.
Dein Wort, ich nutz’ das treue Schwert,
dem Feind zu widersteh’n.O mög’ ich lieben dies kostbar’ Wort,
Gern sammeln Blüten, duftend, schön.
Es soll Leuchte für meinen Fuß
und Licht auf meinem Wege sein.“
Ich mag die letzte Strophe, denn sie betont, dass es nicht genug ist, das Wort nur zu kennen und über es Bescheid zu wissen, sondern dass wir es in unserem Leben anwenden müssen.
Lon Solomon ist Pastor der McLeam Bible Church in Virginia. Wenn er predigt, legt er zuerst einen Abschnitt der Bibel sorgfältig aus, und nach ungefähr zwei Dritteln seiner Predigt sagt er dann: „Bis hierhin haben wir über das ‚Was‘ gesprochen. Jetzt kommt das ‚Was nun?‘!“
„Was nun?“ – Wir müssen immer zu dem „Was nun?“ kommen, wenn wir das Wort Gottes lesen und studieren. Dabei können wir folgende Fragen stellen:
- Gibt es in diesem Abschnitt eine Verheißung, die ich ergreifen soll?
- Ein Gebot, dem ich gehorchen muss?
- Gibt es ein Beispiel, das ich nachahmen soll?
- Oder ein schlechtes Vorbild, das ich vermeiden soll
Vor Kurzem las ich die Geschichte von König Amazja – ich glaube, es ist 2. Könige,14. Dort heißt es, dass er auf das Wort des Herrn nicht hörte. Und wir sehen die Konsequenzen, die das im Leben dieses Mannes nach sich zog. Das ist ein negatives Beispiel, dem man nicht folgen soll.
Ich möchte auf Gott hören – und nicht darin versagen, auf ihn zu hören. Wenn es um die Umsetzung in die Praxis geht, frage ich:
- Gibt es in diesem Abschnitt Sünden, die ich meiden soll?
- Gibt es Sünden, die ich bekennen muss, während ich diesen Text lese?
- Gibt es Ermahnungen, die ich beherzigen soll?
- Gibt es etwas, das ich glauben soll? Etwas, das Gott über sich offenbart hat, dem ich vertrauen soll
Wir haben so viel Wissen, das die Art, wie wir leben, nicht beeinflusst. Warum? Weil es sich nicht von unserem Kopf in unser Herz bewegt hat. Wenn es erst einmal im Herzen angekommen ist, dann wird es sich darauf auswirken, wie wir leben.
Und für die von uns, die wir so viel Zugang zum Wort Gottes haben – wir hören so viel aus dem Wort; wir sind in Gemeinden, in denen uns das Wort gepredigt wird; wir sind in Bibelkreisen, wir haben christliches Radio und vielleicht Fernsehen, hören christliche Podcasts – eine der Gefahren ist, dass wir mehr hören als wir tun.
Ich denke oft an den Abschnitt in Hesekiel 33, wo Gott das jüdische Volk zu alttestamentlicher Zeit beschreibt. Aber ich denke, es ist auch eine zutreffende Beschreibung von vielen von uns evangelikalen Christen heute.
Gott sagt zu Hesekiel in Kapitel 33: „Und sie werden zu dir kommen, wie das Volk zusammenkommt, und werden als mein Volk vor dir sitzen und deine Worte hören, aber nicht danach handeln. Denn wenn sie auch mit dem Mund ihre Liebe bekunden, so läuft ihr Herz doch hinter dem Gewinn her.“ (Vers 31).
Sie sagen: „Ich liebe dich. Ich gehöre dir. Ich bin bereit, dir zu dienen und dir alles hinzugeben.“ Aber in ihrem Herzen wollen sie in Wirklichkeit das, was ihnen nützt. Sie tun nicht, was sie sagen.
Und dann spricht Gott zu Hesekiel in Vers 32: „Und siehe, du bist für sie wie ein liebliches Lied, wie einer, der eine schöne Stimme hat und gut die Saiten spielen kann.“ War es nicht eine angenehme – eine wunderbare – Botschaft?
Aber Gott sagt: „Sie werden deine Worte hören, aber sie nicht tun“ (Hesekiel 33,32).
Wir haben heute einige großartige Prediger in unserem Land. Manchmal werden wir durch diese Lehre und die Predigten vielleicht unterhalten oder aufgerüttelt oder gesegnet sein; aber dann gehen wir weg und sagen all die richtigen Dinge, aber wir tun nicht, was wir gehört haben.
Darum sagt Jakobus: „Seid nicht vergessliche Hörer des Wortes. Hört nicht nur zu. Wenn ihr das tut, betrügt ihr euch selbst.“ (vergleiche Jakobus 1,22).
Wie betrügt man sich selbst? Indem man denkt: „Weil ich es weiß, weil ich es kenne – darum ist es auch in meinem Leben Wirklichkeit.“ Doch nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein.
Deshalb sagt Jakobus: „Hört das Wort nicht nur. Tut, was es sagt.“
Wenn du also die Schrift liest und darüber nachsinnst, frage dich immer:
- Wie lässt sich diese Wahrheit auf mein Leben anwenden?
- Was bedeutet sie für meine Situation?
- Mit Blick auf das, was ich gerade gelesen habe – was muss sich in meinem Leben ändern?
- Welche praktischen Schritte kann ich gehen, um diese Wahrheit in meinem Leben umzusetzen
Ich möchte behaupten, dass alles, was wir in Gottes Wort lesen, nach einer Reaktion ruft, irgendeiner Art – alles. Vielleicht schließt das ein, dass wir im Glauben an Gottes Verheißungen und an seinem Charakter festhalten, dass wir uns demütigen, unsere Bedürftigkeit anerkennen, eine Sünde bekennen oder uns von falschem Denken abwenden.
Oder es heißt, den Gott zu preisen und anzubeten, der sich in der Schrift offenbart hat, jemandem zu vergeben, der uns Unrecht getan hat, oder zu jemandem zu gehen und um Vergebung zu bitten, den wir verletzt haben.
Ich bin verwundert darüber, wie viele Menschen Woche für Woche in den Gemeindeveranstaltungen sind und dabei ungelöste Konflikte mit anderen Gemeindemitgliedern mit sich herumtragen. Sie wissen, dass die Schrift sagt: „Wenn du [...] dich [...] erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so [...] geh [...] hin und versöhne dich mit deinem Bruder…“ (vergleiche Matthäus 5,23-24).
Sie kennen die Schriftstelle, die sagt: „Wenn dein Bruder gegen dich gesündigt hat, dann geh zu ihm.“ Doch sie tun es nicht. Sie wissen es – aber sie tun es nicht.
Weißt du, ich glaube, sie wären besser dran, wenn sie niemals die Wahrheit gehört hätten, als sie immer wieder zu hören – wie viele von uns es getan haben – und ihr nicht zu gehorchen. Jedes Mal, wenn ich dem Wort Gottes ausgesetzt bin, steigt mein Verantwortungsgrad vor Gott ein Stück weiter an.
Ich bin verantwortlich für das, was ich gehört habe. Und mein Urteil wird schwerer sein, wenn ich dem, was ich gehört habe, nicht gehorcht habe.
Du kennst die Wahrheit. Gehorchst du ihr? Manche hören die Sendungen von Belebe unsere Herzen schon seit langer Zeit. Du hast die Wahrheit aus Gottes Wort immer und immer wieder gehört. Du hast auch mir zugehört und genickt. Vielleicht hast du gedacht: „Ja, das stimmt. Ich mag dieses Programm. Ich mag das, was ihr sagt. Es ist so wahr.“
Die Frage ist: „Tust du, was du gehört hast?“ Bist du auf dem Weg, durch das, was du gehört hast, mehr und mehr eine gottesfürchtige Frau zu werden? Praktizierst du Vergebung? Liebst du deine Feinde? Betest du für die, die dich schlecht behandeln? Sprichst du nur Worte, die andere aufbauen und ihnen dienen?
Verhältst du dich respektvoll gegenüber deinem Mann? Was würdest du sagen – wo stehst du heute, wenn es um die Anwendung der Wahrheit von Gottes Wort auf dein eigenes Herz geht?
Die Bibel sagt: „Sorgt euch um nichts; sondern in allem lasst durch Gebet [...] eure Anliegen vor Gott kundwerden!“ (Philipper 4,6). Und ich denke daran, wie oft ich – obwohl ich diese Wahrheit kenne und sie andere lehre – in meinem Arbeitszimmer sitze und mich sorge … obwohl Gottes Wort sagt: „Sorgt euch um nichts.“
Oder wenn ich an eine Reihe von Umständen in meinem Leben denke, die mich stressen. Gottes Wort sagt: „Sorgt euch um nichts.“ Ich kenne die Wahrheit. Gehorche ich ihr?
Du kennst die Wahrheit. Gehorchst du ihr?
Wie ich schon zuvor sagte – ich möchte es hier noch einmal sagen: So viele von uns als Frauen, die Bibelkurse machen – wir können vor anderen Frauen die Bibel lehren und tun doch nicht, was sie sagt. Das Wort Gottes wird niemals in deinem Leben seine volle Kraft entfalten – das tun, was es könnte – bis du aufhörst, die Wahrheit nur zu kennen und endlich sagst: „Herr, ich unterstelle mich der Wahrheit. Ich werde dem gehorchen, was immer Du mir durch Dein Wort zeigst – durch deine Gnade.“
Ich möchte gerne mit den Worten von Charles Spurgeon beten – es ist ein Gebet, das er vor 150 Jahren betete. Er sagte:
„Herr, möge Dein Wort der höchste Herrscher unseres ganzen Seins sein. Mögen wir uns Deinem heiligen Gesetz hingeben, um jedem seiner Hinweise gehorsam zu sein, und in allem – selbst im Kleinsten – den Willen Gottes von Herzen zu tun und jeden Gedanken gefangen zu nehmen unter den Gehorsam des Geistes Gottes. Segne Dein Volk; segne es auf diese Weise, indem Du es sättigst mit dem Wort Deiner Wahrheit.“¹
Amen.
Lea: Veränderung kann sehr schwierig sein. Aber oft ist Veränderung notwendig, wenn du das Wort Gottes mit deinem Leben vergleichst. Nancy DeMoss Wolgemuth hat uns gezeigt, wie wahre Veränderung geschehen sollte, während wir die Bibel lesen. Veränderung braucht praktisches Training. Nancy hat dich heute mehrmals gefragt: „Du kennst die Wahrheit. Gehorchst du ihr?“
Beständig in der Bibel zu sein, ist etwas, was jede von uns braucht – und womit jede von uns kämpft. Deshalb hat unser Team bei Belebe unsere Herzen ein paar Ressourcen zu diesem Thema für dich zusammengestellt. Wir haben sie für dich auf einer Seite unserer Website gesammelt unter dem Titel: „Bibelstudium – warum, was, wie und wer?“. In dieser Liste findest du eine Auswahl an Podcasts, Artikeln, Büchern und noch mehr – alles voller Ermutigung, Hilfen und bewährten Werkzeugen, die dir helfen sollen, im Studium von Gottes Wort zu wachsen. Du findest einen Link zu dieser Seite unter der Textversion der heutigen Sendung auf BelebeunsereHerzen.com.
Nancy: Gefallen dir Podcasts wie diese? Wenn du Teil an diesem Dienst haben möchtest, schätzen wir es sehr, wenn du für uns betest. Empfehle unsere Inhalte gerne weiter. Und wenn der Herr es dir aufs Herz legt, ist es auch möglich, uns finanziell zu unterstützen. Damit trägst du dazu bei, dass solche Inhalte weiterhin auf Deutsch produziert werden können. Schau einfach auf unserer Website www.BelebeunsereHerzen.com vorbei. Im Bereich „Spende“ findest du alle nötigen Informationen.
Lea: Je mehr du isst, desto satter wirst du, richtig? Naja, bei der Bibel ist es genau umgekehrt. Je mehr du liest, desto hungriger wirst du. Darüber sprechen wir nächste Woche bei Belebe unsere Herzen in unserer Podcastserie „Wir im Wort und das Wort in uns“. Sei gerne wieder mit dabei.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
© 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.
1 Charles H. Spurgeon. Spurgeon zitieren. Baker, 1993, 117.
Das Nachschlagewerk „The Treasury of Scripture Knowledge“ ist verlinkt bzw. erhältlich bei: