Lea Köster: Wenn wir essen, stillen wir unseren Hunger, aber beim Lesen der Bibel ist es anders. Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Du fühlst dich vielleicht geistlich nicht besonders hungrig, aber wenn du trotzdem isst, wenn du dich von Gottes Wort ernährst, wirst du bemerken, dass dein Hunger wächst. Er nimmt zu.
Lea: Hallo liebe Freundin, hier ist wieder Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, Autorin von Ort der Stille.
Wir befinden uns in der Reihe „Wir im Wort und das Wort in uns“. Unsere Folge heute heißt: „Hunger entwickeln“. Nancy hat uns bisher hilfreiche Methoden zum Verstehen der Bibel gezeigt. Diese Methoden nützen dir aber gar nichts, wenn wir die Bibel nicht aufschlagen und lesen. Wir werden heute von Nancy hören, wie man Hunger nach Gottes Wort entwickeln kann.
Nancy: Die meisten von uns kennen sicher den Namen …
Lea Köster: Wenn wir essen, stillen wir unseren Hunger, aber beim Lesen der Bibel ist es anders. Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Du fühlst dich vielleicht geistlich nicht besonders hungrig, aber wenn du trotzdem isst, wenn du dich von Gottes Wort ernährst, wirst du bemerken, dass dein Hunger wächst. Er nimmt zu.
Lea: Hallo liebe Freundin, hier ist wieder Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, Autorin von Ort der Stille.
Wir befinden uns in der Reihe „Wir im Wort und das Wort in uns“. Unsere Folge heute heißt: „Hunger entwickeln“. Nancy hat uns bisher hilfreiche Methoden zum Verstehen der Bibel gezeigt. Diese Methoden nützen dir aber gar nichts, wenn wir die Bibel nicht aufschlagen und lesen. Wir werden heute von Nancy hören, wie man Hunger nach Gottes Wort entwickeln kann.
Nancy: Die meisten von uns kennen sicher den Namen Georg Müller. Er war ein Mann des Glaubens und er war ein Mann des Gebets. Gott gebrauchte ihn auf bezeichnende Weise, um im 19. Jahrhundert viele Waisenhäuser in England zu gründen. Aber Georg Müller war auch ein Mann, der Gottes Wort liebte.
In einem seiner Tagebücher schrieb er:
„Ich glaube, der Hauptgrund dafür, dass ich in einem frohen, nützlichen Dienst erhalten wurde, liegt darin, dass ich ein Liebhaber der Heiligen Schrift war. Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, die Bibel viermal im Jahr in einer Haltung des Gebets durchzulesen, sie auf mein Herz anzuwenden und das, was ich darin finde, in die Tat umzusetzen. Ich bin seit neunundsechzig Jahren ein glücklicher Mann, glücklich, glücklich, glücklich.“
Ich liebe das. Und wenn ich eines Tages neunundsechzig Jahre mit dem Herrn gegangen bin, dann möchte ich zurückblicken und sagen: „In diesen neunundsechzig Jahren war ich eine glückliche Frau – glücklich, glücklich, glücklich, für Gott in einem nützlichen Dienst bewahrt.“
Ist das nicht auch dein Wunsch? Du möchtest für Gott nützlich sein. Du möchtest ihm dienen. Du möchtest treu sein. Du möchtest es bis zur Ziellinie schaffen und Freude in deiner Beziehung zum Herrn finden.
Georg Müller sagte: „Der eine Hauptgrund für mein lebenslanges Glück ist, dass ich ein Liebhaber des Wortes Gottes war.“ Das erinnert mich an Psalm 119, den wir in dieser Reihe schon öfter angeschaut haben. Und wenn du deine Bibel griffbereit hast, dann schlag sie doch gerne an dieser Stelle auf.
Ich möchte einige Verse herausgreifen, die genau das ausdrücken, was Georg Müller meinte – Verse, die vom Glück und der Freude sprechen, ein Liebhaber des Wortes Gottes zu sein. Im Psalm 119 beschreibt der Psalmschreiber immer wieder, dass Gottes Wort ihm wertvoller ist als jeder materielle oder finanzielle Gewinn. Das Wort macht ihn wirklich reich, und das Wort macht uns überhaupt erst wirklich reich.
Der Psalmschreiber sagt zum Beispiel in Vers 14: „Ich freue mich an dem Weg, den deine Zeugnisse weisen, wie über lauter Reichtümer.“
Und dann Vers 72: „Das Gesetz, das aus deinem Mund kommt, ist besser für mich als Tausende von Gold- und Silberstücken.“
Vers 127: „Darum liebe ich deine Gebote mehr als Gold und feines Gold.“
Und Vers 162: „Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute findet.“
Es gibt Schätze zu entdecken in Gottes Wort. Ich ermutige bei Belebe unsere Herzen immer wieder dazu, dass du in Gottes Wort bist und es in dich aufnimmst, weil ich weiß: Sobald du wirklich darin gräbst, wirst du Schätze finden, die wertvoller sind als alles, wonach wir sonst suchen.
Wir suchen Glück in Dingen, Orten, Menschen, Umständen und Beziehungen, aber Freude, Glück und Wonne sind in Gottes Wort zu finden – in einer Fülle, die wir nirgendwo sonst finden können. Denn es ist das Wort Gottes, das uns zu Gott leitet. In seiner Gegenwart finden wir Freude in Fülle. Wenn ich Psalm 119 lese, fällt mir immer wieder auf, wie oft der Psalmist sagt: „Ich freue mich an deinem Wort.“
Diese Freude kommt nicht daher, wenn man nur einen Punkt auf seiner To-Do-Liste abhakt und sich dann sagt: „Ich habe heute in der Bibel gelesen. Ich hatte heute meine Andacht.“ Wie ich schon sagte, kann man Andachtszeiten ohne Andacht haben. Das ist ein großer Unterschied, oder? Ich hatte schon viele Andachtszeiten, aber was ich mir wünsche, ist Andacht: dass ich durch das Wort Gott wirklich begegne und mein Leben in seiner Gegenwart verändert wird.
Der Psalmist sagt: „Es gibt für mich nichts Schöneres, nichts erfreut mich mehr.“
Schau dir Vers 24 an: „Ja, deine Zeugnisse sind meine Freude.“
Vers 35: „Lass mich wandeln auf dem Pfad deiner Gebote, denn ich habe Lust an ihm.“
Vers 47: „Und ich will mich erfreuen an deinen Geboten, die ich liebe.“
Vers 103: „Wie süß ist dein Wort meinem Gaumen, mehr als Honig meinem Mund!“
Vers 111: „Deine Zeugnisse sind mein ewiges Erbe, denn sie sind die Wonne meines Herzens.“
Immer und immer wieder sieht man das in diesem Psalm. Markiere diese Ausdrücke. Apropos wiederholt vorkommende, betonte Worte, hier ist eins – Freude; ich liebe dein Gesetz; es ist ein Segen; es ist meine Freude. Vielleicht denkst du, ich habe einfach nicht so einen Hunger nach Gottes Wort. Es ist keine Freude für mich. Es ist eher Mühe. Ich sage dir: Ich kenne das aus eigener Erfahrung.
Wie entwickelt man Hunger nach Gottes Wort und Freude daran? Ich kann nur sagen, je mehr du dich damit beschäftigst, je mehr du es liest und studierst und darüber nachdenkst und es tust und siehst, wie es dein Leben verändert – und wenn du es dann mit anderen teilst, damit es auch in ihrem Leben Frucht bringt, desto mehr Freude wirst du am Gesetz des Herrn haben.
Es ist eigentlich das Gegenteil davon, wie es mit physischer Nahrung und Appetit funktioniert. Wenn du körperlich hungrig bist – wenn du dich richtig ausgehungert fühlst – sagst du: „Ich muss essen.“ So ging es mir gestern Abend. „Gib mir einfach irgendetwas zu essen.“ Aber sobald ich gegessen hatte, war ich nicht mehr hungrig. Ich wollte nichts mehr essen.
Beim Wort Gottes ist es oft genau umgekehrt. Du fühlst dich vielleicht geistlich nicht besonders hungrig. Aber wenn du trotzdem isst, wenn du dich vom Wort Gottes nährst und das tust, worüber wir in dieser Serie gesprochen haben – im Wort sein und das Wort in dich aufnehmen –, dann wirst du feststellen, dass dein Hunger wächst. Er nimmt zu.
Ich lebe schon seit vielen Jahren mit dem Herrn, lese sein Wort, Tag für Tag, Jahr für Jahr. Und ich merke, dass meine Freude am Gesetz des Herrn wächst. Sie nimmt zu, je mehr ich im Wort bin.
Eines der Probleme ist, dass wir unser Fleisch so sehr mit Dingen dieser Welt füttern, mit Unterhaltung. Wir füllen unsere Zeit mit Büchern und Zeitschriften und Freizeit und Hobbys und Fernsehen und Filmen und Unterhaltung – Dinge, die für unser Fleisch unterhaltsam sind, auch wenn sie an und für sich nicht falsch sein mögen. Wenn du deine Zeit mit diesen Dingen füllst, wirst du wahrscheinlich kaum noch Hunger nach Gottes Wort haben.
Darum habe ich mit zunehmendem Alter versucht, ein ruhigeres, einfacheres Leben zu führen. Ich habe mich von einigem getrennt, das mich ablenkt und mein Herz, meine Aufmerksamkeit und meinen Fokus gefangen nimmt, damit ich mich nach dem Wort des Herrn sehnen kann. Nähre deinen Hunger nach Gott, und du wirst bemerken, dass dein Hunger nach anderen Dingen abnehmen wird.
Ich möchte einen Brief vorlesen, den ich vor einiger Zeit bekommen habe. Er zeigt so schön, welche verwandelnde Kraft Gottes Wort hat und wie es wirklich Freude und Wonne in unsere Herzen bringen kann. Dieser Brief stammt von einer Frau, die gerade mein Buch Ort der Stille gelesen hatte, ein Buch über persönliche Stille Zeit. Sie schrieb mir, wie Gott dieses Buch in ihrem Leben brauchte. Sie ist mit einem Mann verheiratet, der im vollzeitlichen Dienst steht. Damals hatte sie ein Kleinkind und war sehr aktiv in ihrer Gemeinde. Ich lese vor:
Im vergangenen Jahr habe ich die äußeren Zeichen eines Lebens mit Gott beibehalten, aber mein Herz und mein Fokus waren weit entfernt von ihm (Kennst du das? Ich ganz sicher).
Ich weiß, dass er versucht hat, mich zurückzurufen, aber ich war absolut nicht bereit, mich zu ergeben und zu gehorchen. Vor ein paar Monaten bin ich einmal weinend in meiner Küche auf und ab gelaufen, weil ich wusste, dass ich Buße tun und zum Herrn zurückkehren musste.
Ich weinte und schrie zu ihm, dass ich zurückkommen wollte, aber mein Stolz ließ es nicht zu. Ich war nicht bereit. Mein Leben mit Gott existierte nicht. O ja, ich ging jeden Sonntag in die Gemeinde und mittwochs zur Bibelstunde. Ich stand vorne und sang von Gottes Güte (Sie hatte mir erzählt, dass sie im Lobpreisteam der Gemeinde war). Ich habe alle getäuscht, alle außer Jesus.
Ich frage mich, wie viele von uns diesen Sonntag zu Gemeindeveranstaltungen gehen, und das Gleiche könnte von uns gesagt werden. Niemand weiß es, wie es innerlich aussieht. Ich frage mich, wie viele Menschen am kommenden Sonntag in unseren Gemeinden stehen und singen werden, die zwar geistlich aussehen – sie tun all die richtigen Dinge, alle äußeren Zeichen sind da –, aber ihre Herzen sind leer, hohl, gleichgültig und rebellisch, und ihr Wandel mit Gott existiert nicht.
Die Frau schreibt weiter:
Früher verbrachte ich konsequent jeden Morgen Zeit mit Gott, aber seit der Geburt meiner Tochter fühle ich mich überfordert. Ich habe mich von ihren Bedürfnissen ablenken lassen, von Hausarbeit oder von unwichtigen Dingen, die ich tun wollte. Schon bald wurde die Stille Zeit mit dem Herrn sehr an den Rand gedrängt, und ich begann langsam, aber sicher innerlich auszutrocknen.
Das ging so weit, dass ich überhaupt nicht mehr in der Bibel lesen konnte. Ich konnte mich nicht einmal mehr dazu durchringen, sie zu öffnen. Ich dachte, ich könnte es allein schaffen (das heißt: mein Leben allein auf die Reihe bekommen), und dass ich Gott nicht mehr brauche. Ich war so gut wie weg.
Achte darauf, wie allmählich das geschah. Sie hatte nie geplant, sich einfach vom Herrn zu entfernen. Aber sie ließ die Rettungsleine los – das Mittel, durch das sie Gottes Gnade für ihr Leben als Christ hätte empfangen können: Gottes Wort. Das gab sie auf. Sie vernachlässigte es und stellte eines Tages fest, dass ihr Leben ein einziges Chaos war. Und das beschreibt sie dann.
Sie fährt also fort:
Ich habe viel gelitten. Ich bin ein emotionales Wrack. Ich habe schon immer mit Ängsten zu kämpfen gehabt. Jetzt sind sie überwältigend geworden. Ich bin körperlich krank, unfähig, auch nur die kleinen Dinge des Alltags zu bewältigen, ohne in Tränen auszubrechen.
Seit Monaten hatte ich fast täglich Schmerzen. Ich war freudlos, ungeduldig, wütend, voller Angst, Zweifel und innerer Unruhe. Ich fing an, an meinem Verstand zu zweifeln, weil ich oft das Gefühl hatte, am Rande des Zusammenbruchs zu stehen. (Ich bin überzeugt, dass es viel mehr christliche Frauen in genau diesem Zustand gibt, als sie jemals zugeben würden. Diese Frau war ehrlich genug, dazu zu stehen.)
Und die Frau schreibt weiter:
Gott hatte mir das Kind geschenkt, für das ich lange gebetet hatte; und nun lehnte ich es ab. Ich empfand das kleine Mädchen als Störung. Ich wollte mein altes Leben zurück. Ich besaß sogar die Dreistigkeit, Gott dafür anzuklagen. Ich sagte ihm, er habe doch gewusst, dass ich mit dem Muttersein nicht klar komme, und doch habe er mich zur Mutter gemacht. Ich war wirklich innerlich völlig durcheinander.
Auch meine Ehe litt. Ich verschloss mich vor meinen Freunden und meinem Mann. Wir redeten zwar, aber nicht über tiefe und bedeutungsvolle Dinge. Ich war physisch zwar anwesend, aber nicht emotional.
Gefühle von Bitterkeit und Wut erfüllten mich allmählich. Ich ging immer öfter einkaufen und gab unser Geld für Kleidung und Schuhe aus, die ich nicht brauchte.
Schließlich las ich Psalm 51,14 und betete von Herzen (Und vielleicht ist das ein Gebet, das auch du heute beten solltest): „Gib mir wieder die Freude an deinem Heil, und stärke mich mit einem willigen Geist!“ Ich wollte so gerne diesen Eifer für Gottes Wort zurück haben – diese Freude, die ich einmal gehabt hatte. Ich sehnte mich nach diesem Hunger und Durst nach dem Wort.
Ich vermute, mein Mann wusste, was los war (Ich bin sicher, dass er es wusste), denn eines Tages stand bei uns ein Päckchen von euch vor der Tür, mit dem Buch von dir, Ort der Stille und Vorträgen zu diesem Thema. Ich wusste, dass ich die Bestellung nicht gemacht hatte, also rief ich meinen Mann an. Er sagte, er hätte dein Radioprogramm gehört und gespürt, dass der Herr ihn dazu bewegte, das für mich zu bestellen.
Mein Leben und meine Ehe haben sich seitdem drastisch verändert. Ich stehe jeden Morgen früh auf und verbringe Zeit im Wort und im Gebet. Ich habe Sünden bekannt und den Herrn um geistliche Heilung gebeten; und er hat sie mir geschenkt.
Ich denke, dass ich zum ersten Mal verstehe, warum die tägliche Andacht so entscheidend ist. Ich verstehe, warum ich das Wort jeden Tag in mir brauche, besonders früh am Morgen und spät am Abend. Ich spüre, wie Freude und Frieden in mein Leben zurückkehren. Und ich habe den Eindruck, dass ich nun mit Gottes Hilfe durch den Tag kommen kann.
Ich habe jetzt Hunger und Durst nach dem Wort. Ich lese das Wort, während mein Kind mittags schläft, abends und morgens. Ich kann einfach nicht genug davon bekommen. Ich kann nicht mit Worten beschreiben, wie ich dem Herrn vor Freude singen will und ihn für seine Güte und sein Erbarmen preise.
Ich habe viele Monate im Lobpreisteam gesungen, aber ich sang nur äußerlich und oft widerwillig. Jetzt möchte ich am liebsten den ganzen Tag singen. Er hat mir meine erste Liebe zurückgegeben.
Er begegnete mir dort, wo ich war – ganz persönlich. Sanft und liebevoll hat er mich aus der schlammigen Grube herausgezogen, in die ich mich selbst hinein manövriert hatte. Er hat meine Füße auf festen Grund gestellt, und ich kann nur sagen: „Danke, Herr. Amen.“
Möge es so sein – nicht nur bei dieser Frau, sondern auch bei mir und bei den Frauen, die heute diese Sendung hören –, dann kommt Gott die Ehre zu, wenn unser Leben beginnt, die Schönheit des Herrn Jesus widerzuspiegeln, die wir in seinem Wort gesehen haben.
Ich bete, dass Gott dir einen neuen Hunger und einen neuen Durst schenkt, ihn durch sein Wort kennenzulernen – gerade jetzt, wenn wir über die Freude und die Verwandlung sprechen, die Gottes Wort in unser Leben bringen kann.
Ich möchte dich an die 30-Tage-Challenge erinnern, die wir hier schon öfters erwähnt haben. Es ist nicht zu spät, heute damit zu beginnen. Wenn du diese Gewohnheit noch nicht hast, dann sag: „Mit Gottes Gnade werde ich mir für die nächsten dreißig Tage vornehmen, jeden Tag Zeit allein mit dem Herrn im Wort und im Gebet zu verbringen.“ Ich vermute, wenn du das in den nächsten dreißig Tagen tust, wirst du danach nicht aufhören wollen. Du wirst daraus eine lebenslange Gewohnheit machen wollen, um Gott durch sein Wort kennenzulernen.
Lea: Das war Nancy DeMoss Wolgemuth, die dich einlädt, den Reichtum von Gottes Wort zu genießen. Sie ist gleich wieder da.
Nach dieser Botschaft bin ich auf jeden Fall motiviert, in die Bibel einzutauchen. Und du? Eine solche Botschaft zu hören ist wirklich hilfreich, aber wir brauchen auch Beständigkeit. Und deshalb hier ein paar Vorschläge: Wenn du es noch nicht getan hast, möchte ich dich einladen, an der 30-Tage-Challenge teilzunehmen, über die Nancy gerade gesprochen hat. Es geht darum, dreißig Tage am Stück Gottes Wort zu lesen. Das ist eine großartige Möglichkeit, diesen Hunger nach Gottes Wort zu entwickeln. Den Link zum Leseplan findest du unter der Textversion der heutigen Sendung auf belebeunsereherzen.com. Die Challenge besteht darin, sich 30 Tage lang jeden Tag Zeit für Gottes Wort zu nehmen.
Zweitens: Belebe unsere Herzen hat einige Materialien, die Frauen ins Wort Gottes führen. Wir haben zum Beispiel eine PDF gestaltet mit dem Titel Bibelstudium – warum, was, wie und wer?. Sie steckt voller zuverlässiger Werkzeuge und Methoden, die dir helfen, Gottes Wort wirklich zu genießen. Du findest die PDF im Downloadbereich von unserer Website. Als Nancy diese Folgen im Original aufgenommen hat, waren einige Frauen bei der Aufnahme dabei. Sie haben ihre eigene Reise mit Gottes Wort erlebt. Während sie zuhörten, haben sie überlegt, wie sie selbst mit der Bibel in Verbindung gekommen sind. Hört nun, was sie gesagt haben:
Elizabeth: Ich möchte der jungen Frau danken, die mich zum Herrn geführt hat. Damals hieß sie noch Lisa Pertusi, heute Lisa Tatch, aber sie hat mich zum Herrn geführt. Sie war meine Lehrerin. Und sie brachte mir bei, im Wort Gottes zu sein, indem wir das Johannes-Evangelium lasen. Sie sagte: „Lies ein Kapitel, und dann schreibe einen Vers daraus auf – vielleicht einen, der dich besonders anspricht. Und danach umschreibe diesen Vers in deinen eigenen Worten.“
Wir trafen uns einmal pro Woche, und sie sagte: „Okay, zeig mir dein Notizbuch. Was hast du aufgeschrieben?“ Sie machte dann ein kleines Häkchen daran. Ich bin ihr einfach dankbar, dass sie mir beibrachte, regelmäßig im Wort zu sein. Das war 1988, und ich betrachte es wirklich als Geschenk Gottes, dass ich einen Hunger nach seinem Wort habe.
Die meiste Zeit meines Lebens war es für mich eine Freude, in der Bibel zu lesen. Aber in letzter Zeit – ich habe damit gerungen, meine Stille Zeit zu haben. Es fühlt sich fast so an, als wäre es eine Pflichtübung, das Wort zu lesen. Ich bin dann so mit meinen täglichen Aufgaben beschäftigt, die der Herr mir anvertraut hat, und nehme mir nicht die Zeit, tagsüber empfänglich für den Heiligen Geist zu sein, auf ihn zu hören. Ich will nicht einfach nur die Bibel lesen und dann den ganzen Tag ohne ihn leben.
Nancy: Das ist ein Hinweis darauf, dass es nicht nur wichtig ist, dass wir selbst ins Wort gehen – Gott möchte dich auch gebrauchen, um andere dazu zu ermutigen, ins Wort zu gehen. Einige von euch haben eine gewinnbringende, beständige, tägliche Zeit mit dem Herrn. Gibt es jemanden in deinem Umfeld – jemand in deiner Gemeinde, in deiner Kleingruppe, in deiner Familie, vielleicht deine Kinder – den du ermutigen kannst, diese Gewohnheit zu entwickeln?
Ich habe heute die Gewohnheit einer Stillen Zeit wegen meiner Eltern – weil sie es mir vorgelebt und mich dazu ermutigt haben. Sie begannen jeden Tag damit, den Herrn im Wort und im Gebet zu suchen, und wollten, dass wir dasselbe tun. Werde also zu einer geistlichen Multiplikatorin. Behalte die Freude, den Nutzen und den Segen nicht für dich selbst. Vielleicht musst du für jemand anderen das sein, was die Freundin im Leben dieser Frau war, von der wir eben gehört haben. Wir müssen jemandem helfen, den Anfang zu finden.
Gib der Person eine Aufgabe. Geh nicht davon aus, dass Menschen wissen, wie sie Zeit im Wort verbringen können. Erinnere dich, wie es war, als du angefangen hast, die Bibel zu lesen, und wie du jemanden an deiner Seite brauchtest, der dir zeigt, wie es geht. Die Bibel ist ein dickes Buch. Wenn du jemandem nur sagst: „Hier, lies das, und nimm etwas daraus für dich mit.“, wirkt das entmutigend.
Oft wissen die Menschen nicht, wie sie etwas für sich mitnehmen können. Sie wissen nicht, wie man isst, wie man sich selbst in geistlicher Hinsicht ernährt. Deshalb muss man damit anfangen, sie zu füttern, bis sie lernen, sich selbst zu ernähren. Wen bringt dir Gott vielleicht gerade in den Sinn, den du kontaktieren könntest, um zu sagen: „Ich möchte dich zu etwas ermutigen, das in meinem Glaubensleben sehr bedeutungsvoll und hilfreich gewesen ist. Ich möchte dir gerne helfen, ebenfalls mit dieser Gewohnheit zu beginnen.“ Vielleicht ist das eine junge gläubige Frau, eins deiner Kinder, jemand, der erst vor kurzem zum Glauben gekommen ist? Hilf dieser Person, damit anzufangen – es wird ein wunderbares Fundament für ihr ganzes Christenleben sein.
Frau 1: Niemand hat mir wirklich beigebracht, eine tägliche Stille Zeit zu haben. Aber einfach weil ich das Wort lesen und verstehen wollte, habe ich schon als junges Mädchen damit begonnen. Meine Tochter hat es genauso gemacht. Ich habe nicht gesagt: „Okay, du musst das jeden Tag tun“, deshalb kam ich gar nicht auf die Idee, dass mein Sohn vielleicht Unterstützung braucht, um diese Gewohnheit zu entwickeln.
Ich dachte einfach: „Das wird schon noch kommen, genau wie es bei uns war. Ich unterrichte ihn zuhause; wir werden gemeinsam in der Bibel lesen, und ich werde ihm vieles erklären.“ Aber ich habe nie darüber nachgedacht, dass es Teil seiner täglichen Routine sein sollte und dass ich ihm dabei helfen muss, das einzuüben.
Ich dachte: „Nein, der Heilige Geist wird es ihm zeigen; und er wird irgendwann damit anfangen, wie er es bei Rahel und mir getan hat.“ Der Herr hat mich neulich wirklich überführt, so dass ich andere tägliche Abläufe in seinem Leben eingeführt habe. Ich erwarte, dass er sich die Zähne putzt, ob er sich danach fühlt oder nicht. Ich erwarte, dass er etwas isst; und so musste ich ihm helfen, das in seinem Leben zu verankern.
Anfang des Jahres habe ich gesagt: „Kaleb, sobald du gefrühstückt hast, gehst du ab jetzt und machst deine Stille Zeit, so wie Rahel und Mama das machen. Du gehst in dein Zimmer und machst deine eigene Stille Zeit.“ Es war so toll zu sehen, wie Gott das in seinem Leben genutzt hat. Ich hatte befürchtet, dass es gesetzlich werden könnte, wenn ich ihm das aufdränge, dass er nicht denselben Hunger und dasselbe Verlangen entwickeln würde, wie Rahel und ich es haben, weil wir es aus eigenem Wunsch tun.
Ich dachte, ich würde ihm etwas aufdrängen, das er dann nur als Ritual tut, aber das Wort ist lebendig. Das Wort hat diesen Hunger in ihm entwickelt. Neulich waren wir verreist. Als ich nach Hause kam, sagte Kaleb: „Mama, ich wollte dir nur sagen, dass ich meine Stille Zeit gemacht habe, obwohl du nicht zuhause warst. Es gefällt mir einfach so gut.“
Er sagte: „Weißt du, das war wirklich richtig schön.“ Er kommt zu mir und stellt mir Fragen über das, was er liest. Gott hat diese Zeit wirklich in seinem Leben gebraucht. Ich finde, Gott ist so treu, und ich bin so dankbar, dass er mich überführt hat, das mit ihm zu tun. Denn was würde er jetzt verpassen, wenn ich ihn nicht ermutigt hätte, das zu einer festen Gewohnheit in seinem Leben zu machen.
Manchmal müssen wir das Bibellesen vielleicht als eine Gewohnheit fördern, aber weil der Heilige Geist mächtig ist und das Wort mächtig und lebendig ist, bewirkt Gott dann auch die Freude daran.
Frau 2: Vor etwa sechs Jahren wurde ich von der Kraft des Wortes Gottes getroffen – von seiner Fähigkeit, Leben zu verändern. Damals forderte mich eine Mentorin heraus, ein induktives Bibelstudium zu machen. Ich habe es geliebt, Schätze in Gottes Wort zu bergen. Aber was mich wirklich erstaunte, war, dass ich ein paar Jahre später – in vielerlei Hinsicht – die Frucht davon in meinem Leben sehen konnte. Was ich damals in Gottes Wort gefunden hatte, trug mich durch schwierige Situationen und gab mir Weisheit im Umgang mit anderen Menschen, von der ich gar nicht wusste, dass ich sie hatte.
Als ich dir zuhörte, wurde ich gerade daran erinnert, wie leicht es passiert, dass das Wort Gottes nicht im Mittelpunkt steht. Gott hat mich überführt, dass ich dazu beitragen muss, dass in unserem Zuhause Gottes Wort im Mittelpunkt steht. Ich muss meine Kinder dazu ermutigen. Und Gottes Wort muss auch in meinem eigenen Leben im Mittelpunkt stehen. Ich weiß, dass ich in diesem Punkt wachsen muss. Es ist so leicht, sich davon wegzubewegen. Aber genau dort liegt die Kraft – darin, Gott zu kennen und in seinem Wort zu sein.
Lea: Es wäre echt tragisch, einen vollen Kühlschrank zu haben und ihn nie zu öffnen. Wir alle driften hin und wieder von Gottes Wort weg, doch wir dürfen jederzeit dazu zurückkehren. Einige Zuhörerinnen haben von ihren eigenen Schwierigkeiten berichtet, sich das Bibellesen zur Gewohnheit zu machen. Und ich kenne das so gut von mir. Aber ich finde solche persönlichen Berichte wirklich ermutigend!
Wir sind nun fast am Ende unserer hilfreichen, praktischen Podcast-Reihe mit dem Titel „Wir im Wort und das Wort in uns“ angekommen. Wenn du einen Teil dieser Reihe verpasst hast, kannst du sie komplett auf unserer Website anhören. Und zur Erinnerung: Du findest den Link zur 30-Tage-Bibellese-Challenge und zu den Ressourcen zum Bibelstudium unter der Textversion von heute. Schau einfach auf unsere Website. Und mach dir das Bibellesen zur Gewohnheit!
Nächstes Mal schließen wir diese Reihe ab. Dann hören wir von einer Begebenheit aus Nancy's Leben, als Fast Food und schnelle Andachten ihr echt eine Menge Probleme bereiteten.
Nancy: Mein Zeitplan war zu dieser Zeit zermürbend. Meine gewohnten Abläufe schienen nicht mehr da zu sein. Etwa achtzehn Monate war ich überwiegend unterwegs – es war eine schnelle, intensive Zeit – ständig auf Reisen – und ich arbeitete an einem größeren Projekt.
Ich diente dem Herrn – ich tat viele Dinge für ihn – aber irgendwann wurde mir bewusst, dass ich mich von dieser innigen Beziehung zum Herrn wegbewegt hatte, nach der ich mich immer gesehnt und die ich in anderen Phasen meines Lebens schon erfahren hatte. Als ich genau wissen wollte, was in dieser Zeit eigentlich geschehen war, erkannte ich, dass ich angefangen hatte, bei meiner Stillen Zeit mit dem Herrn Abkürzungen zu nehmen.
Ich bin in einem Zuhause aufgewachsen, in dem großer Wert auf die tägliche Andachtszeit mit Gott gelegt wurde. Es war überhaupt nicht etwas, was uns aufgezwungen wurde, aber es wurde uns vorgelebt – mit solcher Überzeugung, dass ich wusste: Das ist wichtig.
Also habe ich meine Andachtszeit nicht völlig vernachlässigt – aber das war auch alles, was ich tat. Ich habe es später so beschrieben: Es war, als wäre ich immer nur durch ein „Drive-through“- Fast-Food-Restaurant gefahren. So hatte ich auch in meinen Zwanzigern gelebt – was das Essen anging.
Aber als ich dreißig wurde, merkte ich, dass ich mich, rein körperlich, nicht wohl fühlte. Ich musste meine Ernährung umstellen, bewusster und gesünder essen – und das tat ich dann auch.
Nun, geistlich gesehen, stellte ich am Ende dieser langen, geschäftigen Phase fest, dass ich in demselben Modus gelebt hatte – ich ernährte mich immer auf die Schnelle und nicht gesund. Ich tat äußerlich einige Dinge, die nach „Gemeinschaft mit dem Herrn“ aussahen – aber in Wirklichkeit hatte ich keine Gemeinschaft mit ihm.
Lea: Ich hoffe, du bist nächstes Mal wieder dabei, bei Belebe unsere Herzen. Bis nächste Woche.
Podcasts wie dieser werden durch die Großzügigkeit unserer Hörerinnen getragen. Danke für deine Unterstützung.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung
© 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.