Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema vertiefen, indem du über die Fragen unter der Rubrik „Jetzt wird’s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Marie Falk: Nancy DeMoss Wolgemuth stellt eine entscheidende Frage.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Hast du jemals wirklich begriffen, dass du für Christus kostbar bist, dass er große Freude an dir hat … und dass du für ihn schön bist?
Nun, wir alle wissen, dass wir von Natur aus keine Schönheit haben, die wir ihm anbieten könnten. Alles von Wert, das er oder andere in uns sehen, ist die Folge von seiner Barmherzigkeit und Gnade.
Aber wenn du einmal erkannt hast, wie sehr er dich liebt, dann wird dein Leben nie mehr dasselbe sein.
Marie: Hallo und herzlich willkommen! Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
In den letzten Wochen haben wir viel …
Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema vertiefen, indem du über die Fragen unter der Rubrik „Jetzt wird’s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Marie Falk: Nancy DeMoss Wolgemuth stellt eine entscheidende Frage.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Hast du jemals wirklich begriffen, dass du für Christus kostbar bist, dass er große Freude an dir hat … und dass du für ihn schön bist?
Nun, wir alle wissen, dass wir von Natur aus keine Schönheit haben, die wir ihm anbieten könnten. Alles von Wert, das er oder andere in uns sehen, ist die Folge von seiner Barmherzigkeit und Gnade.
Aber wenn du einmal erkannt hast, wie sehr er dich liebt, dann wird dein Leben nie mehr dasselbe sein.
Marie: Hallo und herzlich willkommen! Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
In den letzten Wochen haben wir viel über das Hohelied gelernt. Nancy hat uns zu einer innigeren, engeren Beziehung mit Jesus eingeladen. Das Buch Ort der Stille von ihr wäre dabei eine wertvolle Unterstützung; leider ist es zur Zeit vergriffen. Aber, wir haben heute eine gute Neuigkeiten für dich: Ort der Stille erscheint 2026 in einer neuen überarbeiteten Version. Und ich freu mich selbst schon „tierisch“ darauf.
Heute kommen wir zu einem Abschnitt des Hohelieds, in dem der Bräutigam die äußerliche Schönheit seiner Braut beschreibt.
Falls du also kleine Kinder bei dir hast, entscheide selbst, wie viel sie darüber hören sollen. Hier ist Nancy.
Nancy: Eine Frau erzählte mir, dass sie ihrem Mann während einer Autofahrt das Buch Hohelied vorgelesen habe. Wir hatten ja empfohlen, das Hohelied parallel zu dieser Serie zu lesen. Sie hatten das seit ihren Flitterwochen nicht mehr gemacht. Die Frau sagte: „Das Hohelied ist ehrlich gesagt eines der Bücher, bei denen ich mich frage, warum Gott sie überhaupt in die Bibel aufgenommen hat.“
Mit diesem Gedanken steht sie nicht alleine da. Viele Menschen haben das im Laufe der Jahre gedacht.
Tatsächlich gab es in alten Zeiten Stimmen, die der Meinung waren, das Hohelied solle nicht in den biblischen Kanon aufgenommen werden. Aber es ist in der Bibel. Es ist inspiriert.
Der Abschnitt, den wir heute anschauen wollen, ist so eine Textstelle, wo du dich vielleicht fragst: „Warum steht das nochmal in der Bibel?“ Aber es steht da. Wir werden einige tiefe Erkenntnisse für unser Leben daraus mitnehmen können.
Blicken wir noch einmal kurz zurück. In den letzten Folgen beschäftigten wir uns mit Hohelied 3, wo wir die Hochzeitsprozession und die Hochzeitsfeier des Brautpaares angeschaut haben.
Heute kommen wir zu Kapitel 4; und in dem ganzen Text – bis auf den letzten Vers – spricht der Bräutigam.
In diesem Kapitel bemüht er sich sehr, seine tiefe Liebe zu seiner Braut auszudrücken; er sagt ihr, wie schön er sie findet und wie viel Freude er an ihr hat.
Achte bitte – während du das Buch Hohelied liest – auf die Art und Weise, wie Braut und Bräutigam miteinander und übereinander sprechen; achte vor allem darauf, wie sie miteinander sprechen – sie verwenden eine Sprache der Liebe, der innigen Liebe.
Wie sie miteinander sprechen, bestätigt die Richtigkeit und die Schönheit solcher Unterhaltung zwischen Ehepartnern. In einer Ehe sollte man nie an den Punkt kommen, dass man darüber hinweg ist, sich solche Dinge zu sagen, die man einander vor langer Zeit gesagt hat.
Vielleicht ist es an der Zeit, einige dieser Dinge mit eigenen Worten und auf deine eigene Weise zu sagen, um deine Liebe und deine Freude an der Schönheit deines Ehepartners zum Ausdruck zu bringen.
Nun, wir erinnern uns, dass König Salomo ein Typus von Christus ist. Wir sehen die Liebe Christi zu seiner Braut, gemeinschaftlich, zu seiner Gemeinde, die er erlöst hat, und persönlich, zu jedem Gläubigen, der Teil seiner Braut, der Gemeinde, ist.
Als ich über die ganze Geschichte nachdachte, wie die Braut und der Bräutigam einander ihre Liebe bekunden, fiel mir etwas auf. Es ist erstaunlich, wenn wir an Christus denken, wie herrlich und wunderbar er ist, wie vollkommen und lieblich und makellos; aber unsere Liebe zu ihm schwankt. Sie ist bestenfalls schwach, nicht wahr?
Wir, unsererseits, sind sündig, fehlerhaft und unbeständig. Doch seine Liebe zu uns ist stark, mächtig, endlos und gleichbleibend. Das ist so erstaunlich! Er liebt uns unendlich mehr, als wir ihn je lieben könnten. Seine Liebe steht völlig außer Frage.
Wenn es eine zentrale Erkenntnis im Buch Hohelied gibt – und ich denke, so viele Frauen brauchen sie heute – dann die, dass der Herr Jesus will, dass du an seine Liebe zu dir glaubst und sie annimmst.
Er möchte, dass du weißt, dass du für ihn schön bist, dass er sich an dir erfreut. Und der Grund dafür ist deine Beziehung zu ihm.
Unsere Beziehung zu ihm ist es, die uns schön macht, die uns lieblich macht. Das liegt nicht an uns, wie wir in diesem Abschnitt sehen werden. Aber er will, dass du weißt, dass du schön bist, weil du in ihm bist! Und er liebt dich … er liebt dich … er liebt dich.
Im Buch Hohelied 4,1 macht der Bräutigam zunächst eine allgemeine Aussage darüber, wie schön er seine Braut findet. Er sagt: „Siehe, du bist schön, meine Freundin, siehe, du bist schön.“
Er wiederholt diesen Gedanken in diesem Kapitel zweimal. In Vers 7 sagt er: „Alles an dir ist schön, meine Freundin, und kein Makel ist an dir“ (ELB).
In Vers 10 schwärmt er: „Wie schön ist deine Liebe, meine Schwester, [meine] Braut.“ Es ist offensichtlich, welche Gefühle er für sie hat, und an seiner Liebe besteht kein Zweifel.
In Kapitel 1 sahen wir, dass die Braut sich selbst nicht als schön oder lieblich oder seiner Liebe würdig ansah. Erinnerst du dich? Sie war nur ein schlichtes, unauffälliges Mädchen vom Land, dessen Haut durch die Arbeit auf dem elterlichen Hof von der Sonne gebräunt und ledrig geworden war.
So sah sie sich selbst, und so war es auch. Doch ihr Bräutigam sah sie mit Augen der Liebe – seiner Liebe. Alles, was er in ihr sah, war die Reflektion seiner Gnade und Liebe.
So wie der Mond kein eigenes Licht ausstrahlt und nur das Sonnenlicht reflektiert, so hat auch die Braut keine eigene Schönheit. Der Bräutigam sieht seine Schönheit in ihr gespiegelt.
Und so ist es auch bei uns. Gott verwandelt uns in das Abbild seines Sohnes. Woran können wir erkennen, dass dieser Prozess abgeschlossen ist?
Wenn er uns anschauen kann und das Bild seines Sohnes in uns gespiegelt sieht – seinen Geist, seinen Charakter, seine Reaktionen, seine Werte –, das bereitet ihm Freude, und es verleiht unserem Leben Schönheit.
Der Bräutigam ruft aus: „Du bist schön, meine Liebe! Siehe, du bist schön!“ Das ist die allgemeine Feststellung.
Dann fährt er fort und beschreibt ausführlicher, was er an ihr sieht. Er hebt sieben Aspekte an ihrer äußerlichen Erscheinung hervor, die er speziell schön findet.
Einige dieser Gedanken mögen für unsere westlichen Ohren seltsam klingen – bestimmt weißt du, was ich meine, wenn du diesen Abschnitt gelesen hast. Wenn man einen Text wie diesen in der Öffentlichkeit liest oder auslegt, kann das ein wenig unangenehm sein. Und ich versichere dir, dass es die Sprache einer intimen Beziehung ist.
Ich möchte einfach daran erinnern, dass dies hier nichts Vulgäres, oder Unangemessenes oder Unanständiges ist. Die Art und Weise, wie die Schrift auch mit physischer Schönheit und sexueller Liebe umgeht, ist völlig angemessen und heilig.
Sie ist zart und schön; und das steht im krassen Gegensatz dazu, wie die Welt über physische Schönheit und Sexualität redet und mit ihr umgeht.
Darum denke ich, dass die Welt eine gute Dosis von Gottes Sicht auf Sexualität braucht, auch auf ganz menschlicher Ebene. Ich lese nun diesen Abschnitt ab Vers 1, und dann gehen wir auf einige Teile daraus näher ein. Der Bräutigam spricht:
„Deine Augen sind [wie] Tauben hinter deinem Schleier; dein Haar gleicht der Ziegenherde, die vom Bergland Gilead herabwallt. Deine Zähne gleichen einer Herde frisch geschorener Schafe, die von der Schwemme kommen, die allesamt Zwillinge tragen, und von denen keines unfruchtbar ist.
Deine Lippen sind wie eine Karmesinschnur, und dein Mund ist lieblich; wie Granatäpfelhälften sind deine Schläfen hinter deinem Schleier. Dein Hals gleicht dem Turm Davids, zum Arsenal erbaut, mit tausend Schildern behängt, allen Schilden der Helden.
Deine beiden Brüste gleichen jungen Gazellen, Gazellenzwillingen, die zwischen den Lilien weiden. Bis der Tag kühl wird und die Schatten fliehen, will ich auf den Myrrhenberg gehen und auf den Weihrauchhügel!“ [Und dann noch einmal Vers 7:] „Schön bist du, meine Freundin, in allem, und kein Makel ist an dir!“ (Verse 1-7).
Nun, zunächst einige allgemeine Beobachtungen vorweg: Es ist nicht zu übersehen, dass der Bräutigam seine Braut lieblich und begehrenswert findet.
Ich denke, dass jede Frau – oder so gut wie jede Frau – begehrt oder herbeigesehnt werden möchte. Das ist ein Verlangen, das in Christus so umfassend erfüllt werden kann, wie es in keiner menschlichen Beziehung je möglich ist.
Die menschliche Ehe ist mächtig, sie ist schön; sie ist kostbar. Sie sollte wertgeschätzt werden. Sie bietet einen Rahmen, in dem eine Frau begehrt und herbeigesehnt sein kann; und ein Mann kann seine Braut lieblich und begehrenswert finden.
Doch selbst die beste menschliche Ehe verblasst gegen das, was in der Beziehung von Christus zu seiner Gemeinde Fakt ist. Wir haben also gesehen, dass der Bräutigam seine Braut lieblich und begehrenswert findet.
Dann sehen wir auch, dass er mit jedem Detail seiner Gemeinde, der Braut – und unseres Lebens – bestens vertraut ist, einschließlich der Dinge, die niemand sonst sieht oder kennt. Das ist Teil der Intimität, die mit einer Ehe einhergeht.
Es gibt einige Bereiche, die nur den Augen des jeweils anderen vorbehalten sind. Der Bräutigam kennt alles an seiner Braut gut, so wie Christus mit jedem Aspekt seiner Gemeinde bestens vertraut ist. Er kennt das Äußere und ebenfalls die Bereiche, die nur seinen Blicken vorbehalten sind.
In diesem Abschnitt, den wir gerade lasen, taucht übrigens ein kurzer Satzteil zweimal auf, und zwar: „hinter [dem] Schleier“. Dieser Ausdruck bezieht sich in Vers 1 auf die Augen der Braut und dann in Vers 3 auf ihre Schläfen, sie sind „hinter [ihrem] Schleier“. Zu diesem kleinen Detail möchte ich ein paar Gedanken weitergeben.
Es zeigt uns, dass unser Geliebter sieht, was sich hinter dem Schleier befindet, das, was niemand sonst sieht oder kennt. Das wirft die Frage auf: „Was befindet sich hinter deinem Schleier? Was ist in deinem Herzen?“ Du darfst wissen, dass es für deinen Geliebten eine Rolle spielt und dass er sich dafür interessiert, was hinter dem Schleier ist.
Und dann sehen wir, dass ihre Schönheit zuallererst für ihn bestimmt ist – nicht damit die ganze Welt sie sieht, sondern sie ist in erster Linie für ihn bestimmt. Und wenn bei uns christliche Anmut und Schönheit wachsen, dann ist es nicht das Ziel, dass andere sehen können, wie geistlich wir vielleicht sind.
Wenn wir davon motiviert werden, dass andere uns applaudieren oder bestätigen, dann führt das letztlich in Gefangenschaft. Viele von uns verbringen einen Großteil ihres Lebens damit, sich zu fragen, wie sie aussehen oder auf andere wirken, nicht wahr?
Ich möchte gar nicht davon reden, wie ich oft verschiedene Outfits anprobiert habe, um herauszufinden, was ich bei einem Vortrag anziehen sollte. Ich habe den Herrn um Vergebung gebeten, dass ich so um meine äußere Erscheinung besorgt war, wobei doch der innere Mensch, den nur er sieht, so viel mehr zählt …
Wenn christliche Anmut und Schönheit bei uns zunehmen, dann geschieht das für ihn – und es liegt solch eine Freiheit darin zu erkennen, dass wir für ihn leben – wir leben für sein Lächeln, für seine Zustimmung, damit er Freude an uns hat. Das befreit uns von der Falle der Menschenfurcht.
Dann weist der Punkt, dass sich die Augen und Schläfen der Braut hinter einem Schleier befanden, denke ich, auch auf angemessenen Anstand hin. Und dabei meine ich nicht nur die Kleidung, obwohl sie nicht unwichtig ist. Aber auf einer tieferen Ebene ist es angebracht, einige Dinge für ihn „hinter dem Schleier“ zu bewahren. Wir sollten in unserem Leben nicht alles jedem bereitwillig zeigen.
Manches ist eben nur ihm vorbehalten und damit er sich daran freut. Du weißt, dies ist eine Welt, in der TikTok und Co. sehr präsent sind; alles ist „offenbar“. Wenn ich mir manches ansehe, was diese jungen Leute posten – christliche Kinder, Kinder von Leuten, die ich kenne –, dann frage ich mich: Seid ihr sicher, dass das jeder wissen soll?
Da gibt es nicht viel Zurückhaltung oder Sittsamkeit. Aber in dieser Situation im Text, sind die Augen der Braut vor den Blicken anderer verhüllt, und sie sind nur ihrem Bräutigam vorbehalten. Das zeigt mir, dass es in unserem Herzen und in unserer Nachfolge Dinge gibt, die wir nicht jedem erzählen müssen, die nur er sehen und genießen soll.
Wenn es in deiner Beziehung zu deinem Partner nichts Privates gibt, dann stimmt etwas nicht. Wenn es in deiner Beziehung zum Herrn keine persönlichen Dinge gibt, die nur er kennt, dann musst du dich vielleicht fragen, ob es in dieser Beziehung an etwas mangelt.
Wenn wir auf die Einzelheiten dieser Beschreibung zu sprechen kommen, möchte ich nur sagen, dass sich viele Ausleger des Buches Hohelied völlig verzettelt haben; ich habe in meinem Arbeitszimmer derzeit mehr als ein Dutzend Kommentare vor mir – und doch bleibt mir am Ende nur, über diese Stelle nachzudenken und zu beten: „Herr, hilf mir bitte, das zu verstehen!“
Ich denke, dass manche Auslegungen all dieser Details extrem allegorisch sind, d.h. es werden Anwendungen hineingelesen, die der Text nicht rechtfertigt. Wir müssen diesen Abschnitt als Ganzes sehen und dürfen den Schwerpunkt nicht verpassen. Es geht hier – geistlich gesprochen – um ein Bild davon, wie Christus seine Braut sieht.
Diese Beschreibung richtet den Blick auf die christliche Anmut, die seine Schönheit widerspiegelt – es sind Eigenschaften, die Jesus an uns lieblich oder anziehend findet. Es ist diese Art geistlicher Schönheit, die wir anstreben sollten.
Was sind diese Eigenschaften? Schauen wir uns einige genauer an. Ich gehe dabei nicht so sehr ins Detail, denn ich möchte nicht, dass wir das große Ganze aus den Augen verlieren. Hier sind also ein paar Beispiele:
Der Bräutigam sagt: „Deine Augen sind [wie] Tauben hinter deinem Schleier.“ Tauben sprechen von Sanftmut, Freundlichkeit und Zartheit. Ich erwähnte bereits vorher schon diese Stelle aus dem Matthäus-Evangelium, wo Jesus seine Jünger ermahnt, „ohne Falsch“ oder ohne Hinterlist, wie die Tauben zu sein (vergleiche Matthäus 10,16). Vielleicht denkt der Bräutigam, dass seine Braut keusch und treu oder demütig ist – Eigenschaften, die gut zu den Augen einer Taube passen.
Das Gegenteil von diesen Augen können wir woanders in der Schrift sehen. Matthäus spricht davon, dass man ein „ein böses Auge“ (vergleiche Matthäus 6,23 ELB) haben kann; im 2. Petrusbrief ist die Rede von „Augen voller Ehebruch“ (2. Petrus 2,14), und in Psalm 101,5 kommen „stolze Augen“ vor. Oder denken wir an „Adleraugen“, die ständig die Gegend nach Beute absuchen.
Die Augen der Braut haben genau den gegenteiligen Ausdruck … Sie erinnern an Tauben. Sie sind freundlich und sanft. Dann gibt es noch ein Merkmal von Taubenaugen, das ich faszinierend finde. Taubenaugen sprechen auch von der Eigenschaft, nicht gleichzeitig auf Mehreres fokussiert zu sein, sondern nur auf eine Sache.
Ich habe gehört, dass Tauben so sind. Sie haben immer nur eine Sache im Fokus. Es ist nicht so, dass sie nicht mehr sehen könnten, aber sie sind nicht leicht abzulenken. Darum werden sie oft auch als „Turteltauben“ bezeichnet. Richten sie ihre Aufmerksamkeit auf ihren Partner, lassen sie sich nicht von anderen Dingen um sie herum ablenken. Ihre Augen sind nur auf eins konzentriert.
Vergleiche dies nun einmal mit dem Pferd, von dem in Psalm 32 die Rede ist. Es wird durch das, was es seitlich sieht, abgelenkt; und es braucht Scheuklappen an seinen Augen, damit es auf dem richtigen Weg bleibt (vergleiche Psalm 32,9).
Das ist wiederum das Gegenteil von Taubenaugen. Jesus spricht in Lukas 11,34 davon, ein lauteres Augen zu haben, oder wie andere Übersetzungen sagen, ein einfältiges oder aufrichtiges Auge. Damit ist die Fähigkeit gemeint, unsere Gefühle, unsere Gedanken und unser Herz klar auf seine Werte auszurichten.
Dieser Gedanke findet sich überall in der Schrift. Psalm 27,4: „Eines bitte ich vom HERRN, das hätte ich gerne …“ (LUT). Matthäus 6,33: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit“ (LUT). Und Lukas 10, als Jesus zu Martha sagt: „(...) Du machst dir Sorge und Unruhe um vieles [Sie ist von einer Menge Sachen um sie herum abgelenkt]; eines aber ist Not. Maria aber hat das gute Teil erwählt (...)“ (Verse 41-42).
Taubenaugen … Augen nur für ihn. Die Braut bleibt auf ihren Geliebten konzentriert, und das liebt er an ihr. Ich denke an das Lied Dove’s Eyes - Taubenaugen von Misty Edwards (Taubenaugen - nicht auf Deutsch erschienen).[mfn]Misty Edwards. “Dove's Eyes.“ Relentless. Forerunner Music, 2007.[/mfn] Darin sagt sie: „Gib mir Taubenaugen, gib mir ungeteilte Hingabe nur für dich.“ Vielleicht möchtest du das zu deinem Gebet machen. Ich habe es gebetet: „Gib mir Taubenaugen, gib mir ungeteilte Hingabe nur für dich.“
Dann spricht der Bräutigam über ihr Haar. Er sagt, es gleicht einer Ziegenherde, die vom Berg Gilead herunterkommt.
Wahrscheinlich hat sie dunkle, wallende Haare, die ihn an das Bergland von Gilead denken lassen, eine Hochebene mit steilen Felsabhängen. Vielleicht war er mit seiner Braut einmal dort gewesen, und sie hatten die Bergziegen mit ihrem langen, glänzenden, schwarzen Fell beobachtet … eine Herde dieser Ziegen, die über die Abhänge „herabwallte“.
Er sagt: „Wenn ich dein Haar sehe, erinnert mich das an den schönen Anblick, den wir damals hatten.“ In der Schrift wird das Haar oft damit in Verbindung gebracht, sich dem Herrn zu weihen oder mit dem Gedanken der Unterordnung.
Weißt du, dass 1. Korinther 11 über das Haar der Frau als ihrer Bedeckung spricht? Dass es ein Zeichen ihrer Unterordnung unter Gott ist? Da stellt sich die Frage: „Können andere erkennen, dass wir Christus geweiht sind? Dass wir ihn als unser Haupt ehren?“ Das Wort „Haar“ erinnert uns daran.
Dann in Vers 2, die Zähne: „Deine Zähne gleichen einer Herde frisch geschorener Schafe, die von der Schwemme kommen, die allesamt Zwillinge tragen, und von denen keines unfruchtbar ist.“
In der damaligen Kultur ohne zahnärztliche Versorgung muss das ganz besonders erstaunlich gewesen sein. Die Zähne der Menschen fielen rasch aus oder wurden mit dem Alter gelb.
„Nein“, sagt er, „im Gegenteil! Ihre Zähne sind rein, weiß und sauber. Sie sind symmetrisch, kein Zahn fehlt. Meine Braut ist lieblich; sie ist schön.“
Nun, was tun wir mit Zähnen? Unter anderem sind zum Abbeißen und Kauen von Nahrung da. Vielleicht spricht das von unserer Fähigkeit, geistliche Nahrung aufzunehmen, sie zu kauen und zu verdauen. Wir müssen das Wort Gottes uns zu eigen machen, es muss Teil von uns werden, indem wir darüber nachsinnen und beten.
Vers 3: „Deine Lippen sind wie eine Karmesinschnur, und dein Mund [oder deine Rede] ist lieblich.“ Die Lippen sind ein Mittel, um sich auszudrücken, nicht wahr? Mit ihnen kann man kommunizieren. Und er sagt: „Ihre Rede ist lieblich.“ Das steht im Gegensatz zu so vielem, was Frauen heute so von sich geben, auch – es tut mir leid, das sagen zu müssen – christliche Frauen.
So vieles davon ist geschmacklos und unangemessen, dreist und arrogant – Facebook, Instagram, TikTok. Ich weiß, ich habe die sozialen Medien schon mehrfach in dieser Serie genannt. Was man dort so schreibt, drückt eben das aus, was aus dem Herzen kommt.
Es macht mich traurig.
Kürzlich las ich den Kommentar einer Frau, die ich schon seit ihrer Kindheit kenne. Ich weiß, dass sie ein Herz für den Herrn hat. Sie fand ihren Kommentar lustig, aber er war grob und profan. Es ist unpassend, so etwas zu schreiben, wenn man zur Braut Christi gehört.
„Kein schlechtes Wort soll aus eurem Mund kommen,“ heißt es in Epheser 4, „sondern was gut ist zur Erbauung, (...) damit es den Hörern Gnade bringe“ (Vers 29). Und Hebräer 13,15 „[Wir wollen Gott jederzeit ein Dankopfer bringen. Und dann heißt es], das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen!“ Solches Reden ist für die Braut Christi angemessen.
Und der Bräutigam fährt fort, seine Braut zu beschreiben. Er lobt ihre Schönheit, und wir lesen verschiedene Details, die von Sittsamkeit, Demut, Mut, Charakterstärke, Zartheit und Wärme sprechen. Der Punkt hier ist, dass der Bräutigam seine Braut mit den Augen der Liebe sieht, und in seinen Augen ist alles an ihr schön. Er ist ergriffen und verzückt von ihrer Schönheit. Er erfreut sich an ihr.
Und so sagt er in Vers 7: „Schön bist du, meine Freundin, in allem, und kein Makel ist an dir!“ Das ist die Kraft erlösender Liebe – wenn unser Salomo, unser König Jesus, unser Bräutigam zu uns sagen kann: „Schön bist du, meine Freundin, in allem, und kein Makel ist an dir!“
Weißt du, es gab ja tatsächlich eine Zeit, in der man über uns hätte sagen können, was in Jesaja 1,6 festgehalten ist: „Von der Fußsohle bis zum Scheitel ist nichts Unversehrtes an ihm, sondern klaffende Wunden und Striemen und frische Verletzungen, die nicht ausgedrückt, noch verbunden, noch mit Öl gelindert sind.“
So war unser Zustand, als wir noch nicht in Christus waren. Aber wegen seiner erstaunlichen Liebe, seiner Gnade, Barmherzigkeit und Vergebung kann er uns jetzt ansehen und sagen: „Schön bist du, meine Freundin, in allem, und kein Makel ist an dir!“
Gott ist reich an Gnade. Er hat uns gereinigt, vergeben und wiederhergestellt. Er sagt, dass kein Makel an uns ist. Hast du jemals wirklich begriffen, dass du für Christus kostbar bist, dass er große Freude an dir hat und dass er dich schön findet?
Nun, wir alle wissen, dass wir von Natur aus keine Schönheit haben, die wir ihm anbieten könnten. Alles von Wert, was er oder andere in uns sehen, ist die Folge seiner Barmherzigkeit und Gnade.
Aber wenn du einmal erkannt hast, wie sehr er dich liebt, dann wird dein Leben nie mehr dasselbe sein. Du wirst von Angst befreit sein, von dem Vergleichen mit anderen und vom Streben, etwas leisten und dich mit anderen messen zu müssen. Du wirst fähig sein, dich an Christus zu freuen, du kannst in seiner Liebe sicher sein und ihn und andere wirklich lieben.
So spricht dieser Abschnitt, in dem der Bräutigam die Schönheit seiner Braut beschreibt, denke ich, zu Frauen, die sich selbst nicht als schön empfinden.
Du bist dir deiner Fehler und Schwachstellen bewusst. Du glaubst nicht, dass du schön bist, weder innerlich noch äußerlich. Vielleicht haben dich Menschen, die dich lieben sollten, zurückgewiesen: deine Eltern, dein Ehepartner oder dein Kind. Deshalb lebst du mit dem Gefühl unwürdig zu sein. Dieser Abschnitt ist für dich.
Doch dieser Abschnitt spricht nicht nur zu Frauen, die sich unattraktiv oder nicht schön fühlen, sondern auch zu denen, die ungeliebt sind. Vielleicht sind es Single Frauen, die den Schmerz verspüren, dass kein Mann sie je begehrenswert genug fand, um ihr Ehemann werden zu wollen. Oder sie sind wieder alleinstehend. Du befindest dich vielleicht in der Lebensphase, in der dir kaum, wenn überhaupt, jemand sagt, dass du schön bist. Einige verheiratete Frauen kennen das auch.
Vielleicht bist du verheiratet, und du wünschst dir, dass dein Ehemann dir seine Liebe ähnlich ausdrückt, wie dieser Bräutigam es für seine Braut tat – mit so einer Intensität und Zärtlichkeit und Freude. Wenn du sagst: „So ein Gespräch haben wir schon lange nicht mehr geführt …“,
dann gilt für dich: Jesus möchte, dass du weißt und glaubst, dass er dich schön findet. Er freut sich an dir. Es ist alles Gnade, seine Gnade. Es ist eine Geschichte von erstaunlicher Gnade. Amazing Grace.
Liedtext von Misty Edwards:
Ich glaube, du hörst zu. Ich glaube, der Klang meiner Stimme bewegt dich. Ich glaube, du hörst zu. Ich glaube, der Klang meiner Stimme bewegt dich.
Schenke mir die Augen einer Taube. Schenke mir ungeteilte Hingabe nur an dich.
Schenke mir die Augen einer Taube. Schenke mir die Augen einer Taube.
Marie: Dieses Lied wurde von Misty Edwards komponiert. Davor hat uns Nancy DeMoss Wolgemuth einen Einblick in das Hohelied gegeben. Wir haben uns einen Bibeltext angeschaut, der überrascht: Die Beschreibung körperlicher Liebe in der Ehe.
Wir haben gesehen, wie schön diese Verse sind und wie wir sie auf unser Leben zutreffen.
Nancy hat einige Folgefragen aufgeschrieben, die dir helfen sollen, zu verstehen, wie diese Passagen in deinem Alltag Anwendung finden können.
Wir haben sie in einer Broschüre bzw. einer PDF mit dem Titel: Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied zusammengestellt. Heute sind da zum Beispiel Fragen wie:
- Woher kommt all die Schönheit, all das Gute, das er in uns sieht?
- Was hat dieser Abschnitt Frauen zu sagen, die sich unattraktiv und/oder ungeliebt fühlen?
Meinst du manchmal nicht liebenswert zu sein? Oder hast das Gefühl, deine Familie wäre ohne dich besser dran? Nächste Woche wird Nancy DeMoss Wolgemuth ihre Bibelarbeit über das Hohelied fortsetzen. Da wirst du sehen, wie liebenswert du dank Jesus bist.
Nancy: Wenn wir erst einmal für uns geklärt haben, dass der Sinn unseres Lebens darin besteht, ihn glücklich zu machen, ihm Freude zu bereiten, zu seinem Wohlgefallen zu leben, dann können wir selbst glücklich sein. Weil wir dann alle unsere Lebensumstände in einem anderen Licht sehen.
Marie: Ich freu mich, wenn du nächste Woche wieder dabei bist, hier bei Belebe unsere Herzen!
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
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Jetzt wird’s persönlich!
Tag 12 - Wachsende Liebe 2: Die Schönheit der Braut (Hohelied 4,1-7)
- Inwiefern hat die Braut eine andere Wahrnehmung von sich selbst als ihr Geliebter?
- „Schön bist du, meine Freundin, in allem, und kein Makel ist an dir!“ (Hohelied 4,7). Wie ist es möglich, dass der Herr Jesus seine Braut so sieht? Woher kommt all die Schönheit, all das Gute, das er in uns sieht? Was hat dieser Abschnitt Frauen zu sagen, die sich unattraktiv und/oder ungeliebt fühlen?
- Welche Auswirkungen hätte es auf unser Leben, wenn wir wirklich daran glaubten, dass er uns liebt und dass wir für ihn wertvoll, rein und schön sind, trotz unserer Unwürdigkeit und obwohl wir seine Liebe nicht verdienen?
- Welche Aspekte der Anmut und Schönheit Christi möchtest du in deinem Leben widerspiegeln?
- „Deine Augen sind [wie] Tauben …“ (Hohelied 4,1). Wofür stehen die Augen einer Taube? Hast du Taubenaugen für Jesus? Wie könnte bei dir „ungeteilte Hingabe“ an ihn aussehen?
- Wenn du verheiratet bist: Was würde es für dich bedeuten, die Augen einer Taube für deinen Ehemann zu haben?