Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema vertiefen, indem du über die Fragen unter der Rubrik „Jetzt wird’s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Lea Köster: Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Vor ein paar Wochen traf ich eine liebe junge Mutter in meiner Gemeinde; und ich fragte sie, wie es ihr geht. Sie hat drei kleine Kinder, und es ist eine harte Zeit für sie. Es ist einfach diese Phase, in der man immer müde ist und sich irgendwann fragt, ob man für dieses Muttersein überhaupt gemacht ist.
Sie gestand mir: „Ich habe das Gefühl, eine totale Versagerin zu sein.“
Und zu ihrem Mann hatte sie noch vor einigen Tagen gesagt: „Vielleicht wärest du ohne mich besser dran.“
Nun, sie war nicht in Gefahr, sich das Leben zu nehmen, aber sie hatte einfach ständig das …
Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema vertiefen, indem du über die Fragen unter der Rubrik „Jetzt wird’s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Lea Köster: Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Vor ein paar Wochen traf ich eine liebe junge Mutter in meiner Gemeinde; und ich fragte sie, wie es ihr geht. Sie hat drei kleine Kinder, und es ist eine harte Zeit für sie. Es ist einfach diese Phase, in der man immer müde ist und sich irgendwann fragt, ob man für dieses Muttersein überhaupt gemacht ist.
Sie gestand mir: „Ich habe das Gefühl, eine totale Versagerin zu sein.“
Und zu ihrem Mann hatte sie noch vor einigen Tagen gesagt: „Vielleicht wärest du ohne mich besser dran.“
Nun, sie war nicht in Gefahr, sich das Leben zu nehmen, aber sie hatte einfach ständig das Gefühl, ihren Anforderungen nicht gewachsen zu sein. In ihren Reaktionen und in ihrer Haltung erkannte sie Dinge, von denen sie wusste, dass sie nicht richtig waren. Sie war angewidert von sich selbst und war überzeugt, dass ihr Mann von ihr dasselbe dachte. Ich kenne diese junge Frau. Sie liebt den Herrn wirklich, und sie ist eine wunderbare Mama. Aber sie sieht das nicht so. Und ich vermute, sobald man denkt, man sei eine super Mama, ist man es wahrscheinlich nicht.
Bei unserem Gespräch sagte ich zu meiner jungen Freundin: „Ich würde dir raten, sprich die Wahrheit zu deinem Herzen. Der Feind möchte, dass du glaubst, dein Mann wäre ohne dich besser dran. Das sind Lügen, an die du glaubst. Du musst dir selbst die Wahrheit sagen.“
Lea: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, Autorin von Ort der Stille.
Wenn du dich als nicht liebenswert empfindest, hat Nancy gute Neuigkeiten für dich. In unserer Folge heute erklärt sie dir, wieso Christus dich liebt. Manchmal denken wir einfach falsch über uns. Wie diese junge Mama, mit der Nancy in der Gemeinde sprach. Nancy riet dieser jungen Mutter, sie solle ihr Herz in der Wahrheit stärken. Und im Buch Hohelied…
Nancy: …sehen wir die Wahrheit, wenn der Bräutigam in Vers 7 zu seiner Braut sagt: „Schön bist du, meine Freundin, in allem, kein Makel ist an dir!“ (Hohelied 4,7).
Das ist es, was meine Freundin brauchte. Und das ist es auch, was du und ich hören müssen. Nun, wir wissen sehr gut, dass wir aus uns selbst heraus nicht schön sind. Wir sind nicht makellos und nicht lieblich; wir alle haben Flecken. Aber Jesus sieht uns mit Augen der Liebe und schon jetzt als das, wozu er im Begriff ist, uns zu machen. Er sieht sich selbst in uns. Und davon werden wir noch mehr erfahren, wenn wir in Kapitel 4 fortfahren.
Der englische Schriftsteller John Owen schrieb in seinem Kommentar zum Buch Hohelied: „Die Liebe Christi zu uns ist eine Liebe für Lieblose, mit dem Ziel, sie lieblich zu machen.“
Ich mag das! Er nimmt die nicht Liebenswerten, die Ungeliebten und die Lieblosen. Er schüttet seine Liebe über sie aus und macht sie lieblich und schön. Stell dir nur vor, welche Auswirkungen es auf uns hätte, wenn wir wirklich glauben würden, dass Jesus uns liebt, obwohl wir es – wie wir wissen – nicht verdienen und unwürdig sind. Damit greife ich das auf, was wir in der letzten Folge sagten. Meinst du nicht auch, dass uns das zu fröhlichen und dankbaren Gläubigen machen würde? Dass es uns motivieren würde, dem Herrn gefallen und ihm gehorchen zu wollen?
Ich denke, wir würden keinem Rivalen mehr erlauben wollen, unsere Zuneigung zu ihm zu stehlen. Wenn wir wirklich erfassen würden, wie sehr Jesus uns liebt – unwürdig wie wir sind –, wären wir dann nicht beunruhigt, wenn wir merken würden, dass sich Kälte oder Gleichgültigkeit in unsere Beziehung zu ihm einschleichen? Und würden wir dann nicht wollen, dass auch andere ihn kennenlernen? Weißt du, Jesu Liebe anzunehmen, ist keine Nebensache. Es wirkt sich auf jeden anderen Bereich unseres Lebens aus.
Der Bräutigam sagte zu Beginn dieses Kapitels zu seiner Braut: „Du bist schön.“ Und in Vers 7 sagt er zu ihr: „Schön bist du (...) kein Makel ist an dir!“
Das erinnert an Epheser 5, wo es heißt, dass „Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat“. Uns wozu? Um sie zu reinigen und zu einer strahlend schönen Gemeinde zu machen – ohne Flecken, Runzeln oder irgendeinen Makel. Damit wir eine herrliche Braut für ihn sind (vergleiche Verse 25–27).
Jesus reinigt für sich selbst eine Braut. Er tut dies gemeinschaftlich mit allen wahren Gläubigen, die die Braut Christi bilden. Gleichzeitig tut er das für uns als Einzelne, für uns persönlich – die wir Teil dieser Braut sind.
Nun, wir wissen, dass dieser Prozess erst im Himmel abgeschlossen sein wird. Doch er spricht so zu uns, als wäre er es schon. Er sieht das fertige Ergebnis. Er freut sich darüber, was wir unserer Stellung gemäß in Christus sind und über die Aussicht, was wir sein werden, wenn wir ihn von Angesicht zu Angesicht sehen. Aus seinem Blickwinkel ist beides eins. Deshalb kann er sagen: „Schön bist du, meine Freundin, in allem, und kein Makel ist an dir!“
Nun, die Braut reflektiert die Schönheit ihres Bräutigams wie ein Spiegel, und während sie sich an seiner Schönheit erfreut, findet er Freude daran, sein eigenes Bild in ihr widergespiegelt zu sehen.
Und so kommen wir zu Hohelied 4,8, wo er sie ruft und eine weitere Einladung ausspricht. Erinnerst du dich? Die erste Einladung lautete: „Mach dich auf, meine Freundin, komm her, meine Schöne!“ (Hohelied 2,10) Und nun sagt er wieder „komm“, aber diesmal heißt es „Mit mir vom Libanon herab, meine Braut, mit mir vom Libanon sollst du kommen; vom Gipfel des Amana herab sollst du schauen, vom Gipfel des Senir und Hermon, von den Lagerstätten der Löwen, von den Bergen der Panther“ (ELB).
Nun, was um alles in der Welt soll das bedeuten?
Also, der Schenir – oder Senir, je nach Übersetzung – und Hermon gehören zu den höchsten Erhebungen Israels. Sie befinden sich im Norden des Landes und sind über 2.700 Meter hoch.
Er sagt ihr, dass sie mit ihm kommen soll. Wir sehen, er möchte, dass sie bei ihm ist. Er will nicht, dass es irgendeinen Abstand zwischen ihnen gibt. Er fordert sie auf, mit ihm vom Libanon zu kommen, der nördlich von Israel gelegen ist, und von den Bergspitzen der Gebirgszüge in Palästina herabzuschauen.
Nun, wir haben in diesem Buch schon von Bergen und Hügeln gehört, nicht wahr? Von den Bergen und Hügeln, über die er – wie wir gelesen haben – wie ein junger Hirsch oder eine Gazelle springt und hüpft. Jetzt möchte er, dass sie mit ihm diese Berge und Hügel erklimmt.
In der letzten Folge sagten wir, dass der Libanon für himmlische Orte steht. Das erinnert mich an Kolosser 3, wo es heißt: „Wenn ihr nun mit Christus auferweckt worden seid, so sucht das, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist; denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott“ (Verse 1-3).
Es ist ein Aufruf, unsere Stellung mit Christus in den himmlischen Regionen zu beziehen, und aus seiner erhabenen Perspektive auf das zu blicken, was auf dieser Erde geschieht.
Nun, natürlich werden wir dieses Leben unseres Herrn, der auferstand und zum Himmel auffuhr, erst im Himmel in seiner ganzen Fülle erfahren. Doch schon jetzt sind wir aufgerufen, uns als mit Christus auferweckt und mit Christus herrschend zu sehen, was die Frage aufwirft: Warum lassen sich so viele Christen – mich selbst eingeschlossen – einen Großteil ihres Lebens von ihren Lebensumständen bestimmen? Warum wälzen wir uns, im Bilde gesprochen, im Staub und Schmutz dieser Welt, wenn wir in Christus in die himmlischen Regionen mitversetzt worden sind (vergleiche Epheser 2,6)?
„Komm mit mir auf die Berggipfel!“ Er ruft sie auf, auf diese Berge zu kommen, so wie auch wir berufen sind, mit Christus in Neuheit des Lebens zu wandeln, mit ihm in den himmlischen Regionen zu leben und mit ihm zu herrschen – so wie wir es eines Tages in vollem Umfang tun werden.
Aber dann erinnert der Bräutigam seine Braut daran, dass es auf diesen Höhen, in diesen Bergen, wohin sie mit ihm gehen soll, Schönheit und Herrlichkeit und diesen wunderbaren Ausblick von einem Gipfel gibt, aber dass das nicht alles ist. Es gibt in diesen Bergen Lagerstätten der Löwen. Es gibt dort Panther (oder auch Leoparden). Das sind wilde, gefährliche Tiere. Worum geht es da?
Nun, lasst uns an Epheser 6 denken. Dort ist die Rede von dem Kampf, der in den himmlischen Regionen stattfindet. Jesus ruft uns dazu auf, an seinem Auferstehungsleben Teil zu haben und mit ihm in den himmlischen Regionen zu leben. Aber in der unsichtbaren Welt findet ein Kampf statt. Es gibt dort Mächte und Gewalten der Finsternis, Dämonen; und sie führen in der unsichtbaren Welt Krieg.
Wenn du also über das Thema des geistlichen Kampfes nachdenkst und was damit verbunden ist, Christus wirklich zu folgen; wenn du seine Einladung annimmst, mit ihm zu den Bergen zu gehen, magst du denken: Ich bin mir da nicht so sicher. Ich weiß nicht, ob ich meinen Platz in den himmlischen Regionen einnehmen möchte. Vielleicht verkrieche ich mich lieber hier unten auf der Erde, wo es wenigstens keine Berglöwen und Panther gibt.
Die Sache ist die: Wir wissen, dass Jesus sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat. Es ist ein Platz hoch über allen Mächten und Gewalten. Ohne seine Erlaubnis können sie nichts hier auf der Erde tun. Diese Gewalten – diese Löwen, diese Panther, diese Mächte des Bösen und der Finsternis – sie sind an die Kette gelegt. Ihre Macht ist begrenzt. Die Zeit und Dauer ihres Wirkens ist begrenzt. Ohne seine Erlaubnis können sie unser Leben nicht antasten. Solange wir in Gemeinschaft mit ihm sind, sind wir selbst mitten im Kampf sicher.
Weißt du, als Frau würde ich das Kämpfen am liebsten den Männern überlassen. Ich selbst bin keine große Kämpferin. Ich würde am liebsten zuhause sitzen und ein friedliches Leben genießen. Ich bin mir da nicht so sicher, ob ich in diesen Krieg ziehen möchte. Aber er ruft uns auf, mit ihm in den Kampf zu ziehen, gerüstet mit dem Schild des Glaubens und gegürtet mit dem Schwert des Geistes, während wir die Waffenrüstung Gottes ergreifen.
In Gemeinschaft mit ihm kannst du über den Feind siegreich sein. Wenn der Löwe von Juda mit dir ist und du mit ihm, bist du sicher. „So fürchte ich kein Unglück“ – nicht einen bösen Menschen, nicht eine böse Sache, nicht eine böse Macht, nicht einmal den Bösen selbst – „denn du bist bei mir“ (vergleiche Psalm 23,4).
In Vers 9 fährt er fort: „Du hast mir das Herz geraubt, meine Schwester, [meine] Braut; mit einem einzigen deiner Blicke hast du mir das Herz geraubt, mit einem Kettchen von deinem Halsschmuck. Wie schön ist deine Liebe, meine Schwester, [meine] Braut; wie viel besser ist deine Liebe als Wein, und der Duft deiner Salben als alle Wohlgerüche!“ (Verse 9-10).
Er nennt sie hier das erste Mal „meine Schwester, meine Braut“. In der Literatur des alten Vorderen Orients war Schwester ein Ausdruck der Zuneigung und Vertrautheit zwischen Liebenden. Und dieser Ausdruck erinnert an die familiäre Beziehung, die wir mit Christus haben dürfen.
Und dann nennt er sie nicht nur „meine Schwester“, sondern auch „meine Braut“. Er verwendet diesen Begriff hier in den Versen 8 bis 12 allein fünfmal und dann noch einmal anfangs des nächsten Kapitels. „Meine Braut“, nennt er sie. Das ist eine Erinnerung an den Ehebund, der sie vereint, so wie auch Christus und seine Gemeinde durch einen ewigen Bund vereint sind.
Weißt du, eine Beziehung mit Christus zu haben, ist nicht einfach etwas Flüchtiges oder Romantisches. Die Basis ist ein Bund. So wie du mit deinem Ehepartner in einem Bund stehst, so hat Christus einen ewigen Bund mit uns geschlossen. Darum kann er uns seine Braut nennen. Die Beziehung, die wir zu ihm haben, bleibt für immer bestehen.
Er sagt zu ihr, dass sie ihm das Herz geraubt hat. Andere Übersetzungen sagen: „Du hast mir das Herz genommen“ (LUT). Oder „Du hast mich betört, meine Schwester“ (Zürcher). Sein Herz schlägt schneller, wenn er an sie denkt. Er ist fasziniert von ihrer Schönheit und Liebe, und er findet sie unwiderstehlich.
Meine Lieben, dies gibt uns eine Vorstellung davon, wie Christus seine Braut, die Gemeinde, sieht. Es ist nicht erstaunlich, dass wir ihn lieben, so wunderbar, wie er ist; aber es ist ein Wunder, dass er uns liebt, dass er sich an uns erfreut und uns herbeisehnt, so bedürftig und sündig, wie wir sind.
Dass sie so bereitwillig auf seine Liebe reagiert, erfüllt ihn mit großer Freude; er sagt, dass ihre Liebe schön für ihn ist. Und Christus liebt es, wenn wir „Ja“ zu ihm sagen, wenn wir uns ihm hingeben und seine Liebe annehmen. Er sagt: „Du hast mir das Herz geraubt.“
Wie schon gesagt, im Herzen von uns Frauen steckt die Sehnsucht, ja, eine ganz tiefe Sehnsucht, für jemand anderen hinreißend zu sein. Viele von euch haben das – dankenswerterweise – zu einem gewissen Grad in ihrer Ehe erlebt. Und das ist wunderschön. Aber es gibt eine tiefere Dimension, die wir in unserer Beziehung zu Christus erfahren können, wenn wir seine Liebe empfangen.
Er sagt zu ihr: „Wie viel besser ist deine Liebe als Wein, und der Duft deiner Salben als alle Wohlgerüche!“
In Kapitel 1 hatte sie zu ihm gesagt: „Deine Liebe ist besser als Wein“ (Vers 2). Aber hier sagt er zu ihr, dass ihre Liebe für ihn besser als Wein ist. Er sagt ihr: „Du stellst mich völlig zufrieden. Ich begehre nichts so sehr wie deine Liebe.“ Hast du dir jemals klargemacht, dass Christus so über dich denkt? Er tut es. Wir leben, um ihm Freude zu bereiten.
Wir wurden für ihn geschaffen, dafür, ihm Freude zu bereiten und ihm wohlzugefallen (vergleiche Offenbarung 4,11 nach der King James Übersetzung; Kol. 1,16). Warum sind wir nur oft so unglücklich? Nun, ich denke, es liegt teilweise daran, dass wir vergessen, wozu wir geschaffen wurden. Weißt du, wenn wir erst einmal für uns geklärt haben, dass unser Lebensziel letztlich nicht ist, glücklich zu sein, sondern glücklich zu machen – Gott glücklich zu machen; zu seiner Freude und zu seinem Wohlgefallen da zu sein, dann können wir glücklich sein, weil wir alle Lebensumstände in einem anderen Licht sehen.
Er spricht vom Duft ihrer Salben, der ihn beglückt, der ihm Freude macht. Das erinnert noch einmal daran, dass sie seinen Duft, seinen Wohlgeruch, an sich trägt. „Dein Name ist wie ausgegossenes Salböl“, lasen wir in Kapitel 1 (Vers 3). Er hat sie gesalbt, damit sie ihn wiederum erfreut.
Nun, in Vers 11 erwähnt der Bräutigam wieder die Lippen der Braut und vergleicht die Worte, die aus ihrem Mund kommen, mit Honig. Er sagt: „Honigseim träufeln deine Lippen, [meine] Braut, Honig und Milch sind unter deiner Zunge (...).“
Honig und Milch – ihre Worte träufeln wie die Honigwabe. Stell dir vor, wie Honig aus der Wabe kommt. Strömt er hervor? Nein. Ist er schnellfließend wie ein Bach? Nein. Ihre Lippen sind nicht wie ein plätschernder Bach, nicht wie ein Schwall Wasser. Der Honig kommt sehr langsam heraus, tropfenweise. Und der Bräutigam verwendet diese Analogie, um sie dafür zu loben, wie sie redet. Ihre Worte quellen nicht hervor. Sie platzt nicht mit allem heraus, was sie denkt, was wieder so konträr ist zu dem unabhängigen Geist, der uns heute anerzogen wird und der uns glauben lässt, wir sollten jederzeit alles sagen dürfen, was wir denken und wollen. Im Gegensatz dazu sind ihre Worte wohl überlegt und bedacht.
Die Sprüche haben viel zu diesem Thema zu sagen. In Sprüche 10 heißt es: „Wo viele Worte sind, da geht es ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen im Zaum hält, der ist klug“ (Vers 19).
Du hast vielleicht schon von Studien gehört, die zeigen, dass Frauen im Durchschnitt einen viel höheren Redebedarf haben als Männer. Das kann ein Segen sein, wenn Frauen das aussprechen, was in ihrem Herzen ist, aber auch eine Gefahr. Es kann großen Schaden anrichten, wenn unsere Zunge nicht unter der Kontrolle des Heiligen Geistes steht und nicht das ausspricht, was er möchte.
Das ist eine Gefahr für mich als Rednerin und Bibellehrerin. Ich bin ständig darauf angewiesen, dass der Herr meine Zunge bewacht. Einer der Gründe, warum ich mit Notizen arbeite, ist, dass ich weiß: Wenn ich frei spreche, tendiere ich dazu, viele Worte zu machen, und Sprüche 10 lehrt uns „wo viele Worte sind, da geht es ohne Sünde nicht ab (...)“ (Sprüche 10,19). Deshalb muss ich den Herrn bitten, mich nichts sagen zu lassen, was ihn entehrt, was vielleicht nicht ganz der Wahrheit entspricht, was verletzt oder zerstört, statt aufzubauen und zu stärken.
Es ist so wichtig, dass wir unser Denken und unser Herz mit Gottes Wort füllen, damit dann auch unser Reden von seinem Wort und seiner Wesensart geprägt ist.
Sprüche 24,13 sagt, dass Honig gut ist und Honigseim süß für den Gaumen. Unsere Worte sind lieblich und freundlich, wenn sie wie Honig sind.
In Sprüche 18,21 (NeÜ) heißt es: „Die Zunge hat Macht über Leben und Tod (...).“ Wir können mit unserer Zunge aufbauen oder niederreißen.
Und Sprüche 31,26: „Ihren Mund öffnet sie mit Weisheit, und freundliche Unterweisung ist auf ihrer Zunge.“ Denk einmal über die Worte nach, die du in der vergangenen Woche, gestern oder heute gesprochen hast. Waren sie süß? Waren sie lieblich? Weise? Waren sie freundlich?
In der Öffentlichkeit, etwa in der Gemeinde, sind wir meistens freundlich, nett und zurückhaltend. Aber ich denke mehr an die Worte, die wir in unseren eigenen vier Wänden reden, und an die Worte, die wir sprechen, wenn wir unsere Zunge nicht bewachen; oder an die Worte, die wir sprechen, wenn wir unter Druck stehen und die Dinge anders laufen als geplant oder erhofft. Sind unsere Worte dann süß wie eine Honigwabe?
Manchmal habe ich so etwas wie einen Höhenflug, und meine Worte sprudeln nur so hervor wie ein plätschernder Bach oder wie ein Wasserschwall. Dann muss ich mir selbst sagen: „Stopp!“ Und ich gehe – wenn möglich – von den Menschen weg. Ich gehe im Gebet ins Heiligtum und sage zum Herrn: „Herr, ich kann meine Zunge nicht kontrollieren. Ich brauche dich. Ich möchte, dass meine Worte süß, dass sie lieblich, freundlich, gütig sind und ein Segen für andere, dass sie anderen nützen und sie aufbauen.“
Ist es nicht so, dass wir das besonders im Umgang mit den Menschen, mit denen wir am meisten zu tun haben, brauchen? Bei uns zuhause. An unserem Arbeitsplatz. Es sind die Menschen, die wir als selbstverständlich erachten und bei denen wir uns frei fühlen zu sagen, was uns gerade in den Sinn kommt. Nun, achte darauf, dass du Gott gemäß denkst, und dann denke nach, bevor du etwas sagst. Oh, wieviel würde es in unseren Familien und Beziehungen ausmachen, wenn unsere Worte süß, freundlich, bedacht und sanft wären!
Leider muss ich sagen, dass Gemeinden durch das Reden von Frauen oft großen Schaden erleiden. Das heißt nicht, dass Männer mit ihrer Zunge nie Schaden anrichten, aber das kritische, schwatzhafte, kontrollsüchtige und negative Reden von uns Frauen kann im Leib Christi so viel Chaos anrichten. Ich wünsche mir Lippen, die träufeln wie eine Honigwabe.
„Honig und Milch sind unter deiner Zunge“, sagt er zu ihr. Honig steht für Süße. Er stärkt das, was schwach ist. Milch nährt und fördert das Wachstum von dem, was jung und zart ist. Wir sprechen davon, dass Kinder Milch brauchen, um starke Knochen zu entwickeln. Bauen unsere Worte also die um uns herum auf, die jung im Glauben und verletzlich sind? Stärken sie die Schwachen und Gebrechlichen?
Diese Braut steht sinnbildlich für eine Frau, die nicht durch leeres Gerede, abfällige Bemerkungen oder Schwatzhaftigkeit auffällt, sondern durch süße, aufbauende Rede.
Wir müssen Gott darum bitten, uns für die Macht unserer Worte zu sensibilisieren – unsere Worte können zerstören, aber auch heilen und die Wunden der Schwachen und Verletzten verbinden.
Nun in Vers 10 heißt es: „Der Duft deiner Salben [ist besser] als alle Wohlgerüche.“ Und in Vers 11: „Der Duft deiner Kleider ist wie der Duft des Libanon.“
Damit sind wir wieder bei einem Motiv im Buch Hohelied, das wiederholt vorkommt, dem Wohlgeruch. Gott möchte, dass unser Leben ein Wohlgeruch ist – dass es erfüllt ist vom Wohlgeruch Christi und andere ihn wahrnehmen. Während des Studiums dieses Buches bemerkte ich, dass mein Wunsch stärker wurde, dass mein Leben einen Wohlgeruch verströmt – der andere an Christus denken lässt.
Heutzutage mag es nicht ganz im Trend liegen, Parfüm zu tragen, da viele Menschen allergisch darauf reagieren. Aber wenn eine Frau, die ein Parfüm trägt, einen Raum betritt, merkt man sofort: sie ist da. Das Parfüm weckt die Aufmerksamkeit. Es lässt einen innehalten. Und ich frage mich: Welcher „Duft“ geht von mir aus, wenn ich einen Raum betrete? Ist es überhaupt ein Duft oder eher ein unangenehmer Geruch? Segnet er andere? Ist er eine Hilfe? Vermittelt er Gnade?
Kürzlich las ich in einem Andachtsbuch von Andrew Bonar, einem Mann, der einer früheren Generation angehörte. Hier ist ein Tagebucheintrag von ihm: „Ich verspürte das Bedürfnis, um diesen besonderen Wohlgeruch zu beten, den jene Gläubige an sich tragen, die in tiefer Gemeinschaft mit Gott leben. Es ist ein Wohlgeruch wie ein unsichtbares und doch spürbares Aroma.“
Ich wünsche mir diese Art von Beziehung zu Christus… dass, wenn ich einen Raum betrete oder ein Gespräch habe, wenn ich in einem Meeting bin, wenn ich im Hintergrund, unter Stress oder enttäuscht und frustriert bin, dass das, was von mir bemerkt wird, der Wohlgeruch Christi ist – nicht zu sehen, aber deutlich wahrzunehmen.
O Herr, wir bitten Dich von Herzen: Mach unser Leben zum Aroma, zum Wohlgeruch Christi in einer Welt, die dringend erkennen muss, wie Du bist. Ich bete in Jesu Namen. Amen.
Lea: Die Wahrheiten, die wir heute im Hohelied entdeckt haben, können alles, was du heute tust, in einem neuen Licht erscheinen lassen. Nancy DeMoss Wolgemuth hat gezeigt, wie dich dieses Buch dazu inspirieren kann, den Wohlgeruch Christi überall mit hinzutragen.
Wie fängt man an, auf diese Weise zu leben? Was sind die nächsten Schritte? Zu dieser Podcast-Reihe hat Nancy ein Begleitheft mit demselben Titel geschrieben: „Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied“. Du findest das Begleitheft als PDF im Downloadbereich unserer Website. Darin findest du sehr hilfreiche Reflexionsfragen. Hier sind jetzt zwei Fragen, die gut zu den heutigen Versen passen:
- Ist die Liebe Jesu wirklich erfüllend für dich
- Gibt es etwas, was dir wertvoller ist als die Liebe Christi? Oder gibt es eine Person, deren Liebe dir wichtiger ist als die Liebe Christi?
Du wirst bestimmt viel aus dieser Bibelarbeit für dich mitnehmen. Du kannst den genannten Absatz aus dem Hohelied lesen und dann die Fragen beantworten. Wenn du möchtest, höre dir doch Nancys Vorträge noch einmal auf www.belebeunsereherzen.com an.
Wenn du versuchst, aus eigener Kraft gute Früchte für den Herrn hervorzubringen, wirst du am Ende entmutigt und völlig ausgelaugt sein. In der nächsten Folge zeigt uns Nancy, wie wir durch Gottes Kraft ein Leben voller Frucht führen können. Ich bin gespannt auf die nächste Folge und ich hoffe du auch. Bis zum nächsten Mal.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries und ruft dich zur Freiheit, Fülle und Frucht in Christus.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.
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Jetzt wird’s persönlich!
Tag 13 – Wachsende Liebe 3: Schön bist du, meine Freundin (Hohelied 4,7–11)
- „Mit mir vom Libanon herab, meine Braut (...) sollst du kommen; vom Gipfel des Amana herab sollst du schauen (...)“ (Vers 8 ELB). So lautet die Einladung des Geliebten an seine Braut. Wozu ruft Christus seine Braut auf? (siehe Kolosser 3,1–3) Richtest du deine Gedanken darauf, welche Stellung du in Christus hast, oder bewegst du dich mehr im Staub und Schmutz der Erde? Denke darüber nach, was es heißt, mit Christus auferweckt zu sein, mit ihm in die himmlischen Regionen versetzt zu sein und mit ihm zu herrschen. Welche Auswirkungen sollte das auf dein Leben hier auf der Erde haben?
- In den „Bergen“ gibt es auch Gefahren und Herausforderungen (zumindest noch)! In den himmlischen Regionen geht ein Kampf vor sich, an dem wir auch beteiligt sind. Was gibt dir Mut, dich Jesus in diesen Herausforderungen und in dem Kampf anzuschließen? Und wie können wir sicher sein, dass wir Schutz und Sieg haben? Ziehe dabei Epheser 6,10-18 in Betracht.
- „Du hast mir das Herz geraubt, meine Schwester, [meine] Braut (...) Wie schön ist deine Liebe“ (Verse 9-10). Welchen Eindruck vermittelt uns diese Stelle davon, wie Christus seine Braut sieht? Warum ist es so erstaunlich, dass unsere Liebe ihm Freude bereitet?
- Der Bräutigam sagt zur Braut: „Wie viel besser ist deine Liebe als Wein, und der Duft deiner Salben als alle Wohlgerüche!“ (Vers 10). Ist die Liebe Jesu wirklich erfüllend für dich? Gibt es etwas, das dir wertvoller ist als die Liebe Christi? Gibt es eine Person, deren Liebe dir wichtiger ist als die Liebe Christi?
- „Honigseim träufeln deine Lippen (...), Honig und Milch sind unter deiner Zunge“ (Vers 11). Gleichen deine Worte eher dem langsam tröpfelnden Honig oder einem plätschernden Bach? Stärken und ermutigen sie andere oder entmutigen sie und machen sie nieder? Bitte Gott, dich für das Potential, das in deinen Worten liegt, zu sensibilisieren.