Weiterführendes Material zu dieser Folge
Lea Köster: Nancy DeMoss Wolgemuth weiß, wie es ist, aus eigener Kraft zu leben.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Ich gebe zu, dass ich manchmal versuche, aus eigener Anstrengung heraus Frucht zu bringen, dass ich versuche, ein Wohlgeruch zu sein, eine fruchtbare und gottesfürchtige, eine sanftmütige und liebevolle, Gott wohlgefällige Frau. Und das kann einen total fertig machen!
Lea: Hallo – sei wieder herzlich willkommen, hier bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
In den vergangenen Wochen hat uns Nancy Vers für Vers durch das Hohelied geführt. Es ist eine tiefgehende Bibelarbeit, die uns hilft, uns wieder ganz neu in unseren himmlischen Bräutigam zu verlieben.
Zu unserer aktuellen Serie „Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied“ hat Nancy einige Fragen formuliert. Du findest diese persönlichen Fragen als PDF im Download-Bereich auf unserer Website www.belebeunsereherzen.com …
Weiterführendes Material zu dieser Folge
Lea Köster: Nancy DeMoss Wolgemuth weiß, wie es ist, aus eigener Kraft zu leben.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Ich gebe zu, dass ich manchmal versuche, aus eigener Anstrengung heraus Frucht zu bringen, dass ich versuche, ein Wohlgeruch zu sein, eine fruchtbare und gottesfürchtige, eine sanftmütige und liebevolle, Gott wohlgefällige Frau. Und das kann einen total fertig machen!
Lea: Hallo – sei wieder herzlich willkommen, hier bei Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
In den vergangenen Wochen hat uns Nancy Vers für Vers durch das Hohelied geführt. Es ist eine tiefgehende Bibelarbeit, die uns hilft, uns wieder ganz neu in unseren himmlischen Bräutigam zu verlieben.
Zu unserer aktuellen Serie „Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied“ hat Nancy einige Fragen formuliert. Du findest diese persönlichen Fragen als PDF im Download-Bereich auf unserer Website www.belebeunsereherzen.com.
Und hier ist jetzt Nancy.
Nancy: Wir kommen heute zu den Versen, die ich im gesamten Buch Hohelied vielleicht als meine Lieblingsstelle bezeichnen würde. Ich liebe eigentlich jeden Abschnitt, über den ich gerade lehre – aber durch diese Stelle wurde ich im Laufe der Jahre immer wieder besonders gesegnet. Und so freue ich mich, diesen Abschnitt heute mit euch anzuschauen.
Ab Hohelied 4,12 finden wir ein starkes, wunderschönes Bild dafür, wie Christus seine Gemeinde sieht – und auch dafür, was er sich für unser Leben wünscht. Hier spricht der Bräutigam – wie schon im gesamten bisherigen Kapitel – und vergleicht seine Braut mit einem Garten.
Dies ist das erste Mal von insgesamt neun Stellen, die im Hohelied auf einen Garten Bezug nehmen. Fünf davon befinden sich in dem Abschnitt, den wir heute vor uns haben; die anderen in späteren Kapiteln. Lasst uns also den Abschnitt lesen.
In Kapitel 4,12 sagt Salomo: „Ein verschlossener Garten ist meine Schwester, [meine] Braut; ein verschlossener Born, eine versiegelte Quelle.“ In den Versen 13 und 14 werden dann zwei Motive aufgegriffen, die im Buch Hohelied wiederholt vorkommen: Fruchtbarkeit und Wohlgeruch.
Vers 13: „Du bist wie ein reizvoller Garten mit Granatapfelbäumen voller köstlicher Früchte, mit Hennasträuchern und Lavendel, Narde und Safran, Kalmus und Zimt, Myrrhe und Aloe, Weihrauchsträuchern und anderen kostbaren Gewürzen“ (NLB).
In Vers 15 sagt er, seine Braut sei „eine Gartenquelle, ein Brunnen lebendigen Wassers, und Bäche, die vom Libanon fließen“. Ich möchte noch einmal sagen, es ist wichtig, dass wir uns nicht zu sehr in Details verlieren und dadurch das große Ganze aus dem Blick verlieren. Ich ertappe mich manchmal dabei, dass ich mich mit Details aufhalte und in Kommentaren nachschaue, wie sie bestimmte Stellen auslegen und welche Anwendungen sie machen. Doch dann muss ich wieder einen Schritt zurückzutreten und mich fragen: „Was ist eigentlich die zentrale Botschaft hier?“
Was will uns dieses poetische Buch über die Liebesbeziehung in der menschlichen Ehe sagen? Und was versucht es über Christus und seine Braut zu vermitteln? In Vers 12 beschreibt der Bräutigam seine Braut als einen Garten. Ein Garten ist kein Ort, wo alles wild wächst; sondern er wurde für einen bestimmten Zweck geplant.
Vielleicht ist der Zweck einfach, dass man die Schönheit und den Duft der Blumen genießt, die in dem Garten wachsen. Oder es ist ein Obst- oder Gemüsegarten. Jedenfalls wurde er entworfen, um die Absicht zu erfüllen, die sein Besitzer oder Schöpfer damit gehabt hat. Ein Garten wächst nicht einfach so.
Wenn man ein Feld sich selbst überlässt, dann wird es verwildern. Aber wenn man einen Garten besitzt, dann muss er gepflegt werden. Nun habe ich schon mehr über das Gärtnern erzählt, als ich eigentlich davon verstehe. Einige von euch kennen sich mit dem Gärtnern gut aus und fragen sich vielleicht, ob ich überhaupt weiß, wovon ich rede.
Der Bräutigam beschreibt seine Braut als „verschlossenen Garten, verschlossenen Born und eine versiegelte Quelle“. Verschlossen und versiegelt. Das deutet darauf hin, dass ihr Leben ein privater Garten ist … Es ist kein öffentlicher Garten, den jeder betreten kann, um sich darin umzusehen und sich an den Früchten zu bedienen. Dieser Garten besteht dazu, dass der Bräutigam daran Freude hat. Auch unser Leben ist so ein Garten; und er ist dafür da, dass unser himmlischer Bräutigam daran Freude findet.
Dieser Garten ist privat, und er ist auch geschützt. Er hat eine Abgrenzung; es ist ein verschlossener Garten. Ich denke da an Fotos von wunderschönen Gärten, wie es sie in manchen Gegenden gibt. Sie sind von hohen Hecken oder Mauern umgeben, die das Grundstück einfrieden. Sie definieren die Grenzen; sie schützen den Garten vor Dingen oder Menschen, die in dem Garten nichts zu suchen haben.
Das Leben der Braut ist ein privater Garten, und er ist auch ein geschützter Garten. Dieser Schutz erinnert mich an eine Stelle im Buch Hiob, wo Satan zu Gott sagt, er habe Hiob, seine Familie und alles, was er besitzt, mit einer Hecke umgeben (vergleiche Hiob 1,10). Das weist darauf hin, dass Gott uns beschützt. Er umgibt uns mit seinem Segen und mit seiner schützenden Hand; und so kann nichts in diesen Garten, der unter seiner Obhut ist, eindringen, außer wenn er es erlaubt.
Wenn wir noch etwas bei diesem Bild stehen bleiben wollen, wir können uns als den Garten Gottes sehen; und er persönlich ist unser Schutz, unsere Hecke. „Wie Berge Jerusalem rings umgeben“, heißt es in den Psalmen, „so ist der HERR um sein Volk her“ (125,2).
Dies ist also ein verschlossener Garten – doch wer uns umschließt, ist Christus. Es ist Christus mit seiner Liebe, seiner Wesensart, seiner Größe und seiner Vorsehung. Er umgibt sein Volk. Ich bin der Meinung, dass bestimmte Bereiche in unserem Leben und in unseren Herzen beschützt und für ihn versiegelt sein sollten. Dass unsere Herzen in gewisser Weise wie das Allerheiligste sind, das nur unser großer Hohepriester betreten darf. Es gibt einen Teil von uns, der ausschließlich für ihn reserviert sein muss.
Nun, es ist wichtig, dass es auch in der Ehe Exklusivität gibt – eine Ebene der Intimität, die man mit niemand anderem teilt. Diese Exklusivität in der Ehebeziehung ist ein Bild für unsere Beziehung zu unserem geistlichen Bräutigam. Wir sollten ein verschlossener Garten sein – zu seiner Freude, zu seinem Genuss – verschlossen und abgesondert vom Rest der Welt. Ein für ihn geweihter Garten.
Es ist ein privater Garten, und es ist ein geschützter Garten. Und es ist ein fruchtbarer Garten. In den Versen 13 und 14 zählt Salomo einige der exotischen Pflanzen, Früchte und Gewürze auf, die in ihrem Garten wachsen. „Du bist wie ein reizvoller Garten mit Granatapfelbäumen voller köstlicher Früchte, mit Hennasträuchern und Lavendel, Narde und Safran, Kalmus und Zimt, Myrrhe und Aloe, Weihrauchsträuchern und anderen kostbaren Gewürzen“ (NLB).
Man hat den Eindruck, dieser Garten ist ein wahres Füllhorn an Früchten, Düften und Gewürzen, er quillt über. Wir lesen von der Vielfalt, der Fülle, den angenehmen Früchten, die in diesem Garten im Überfluss wachsen. Er ist herrlich anzusehen. Die Früchte schmecken süß, die Gewürze verströmen ihren Duft. Die Sinne werden angesprochen – man sieht, riecht und schmeckt, was in diesem Garten wächst.
Doch wieder ist es das Wichtigste, dass dieser Garten der Freude des Bräutigams dient. Wenn ich lese, wie sehr der Geliebte den Garten seiner Braut, den Garten ihres Lebens, liebt, dann denke ich an die Frucht des Geistes, die Christus in uns hervorbringen möchte, zu seiner Freude, zu seinem Wohlgefallen und damit seine Absichten erfüllt werden.
Wenn man bei uns eine Ähnlichkeit zu Christus feststellen kann, seinen Charakter, seine Tugenden… dann ist das die Frucht des Geistes, sie soll bei uns wachsen. Die möchte er in unserem Leben sehen. Sie hat einen süßen Geschmack, sie duftet angenehm. Wenn ich über diesen Abschnitt nachdenke, frage ich mich automatisch: „Wie sieht die Frucht aus, die in dem Garten meines Lebens wächst?“ Ist es herrliche oder köstliche Frucht, wie es in Vers 15 heißt? Wenn man mein Leben anschaut, gibt es da eine Ähnlichkeit zu Christus? Gibt es süße, gut duftende Frucht?
Stell dir einmal die Frage, wie es um die Frucht in deinem Garten bestellt ist. Und wenn du es nicht weißt, frag jemanden, der mit dir zusammen lebt: „Welche Frucht wächst in dem Garten meines Lebens?“
Sie ist ein Garten, und in ihm befindet sich eine Fülle von Frucht. Es ist ein verschlossener Garten – er ist privat, geschützt und fruchtbar. Dann sagt Salomo in Vers 15, dass sie „eine Gartenquelle“ ist, „ein Brunnen lebendigen Wassers, und Bäche, die vom Libanon fließen“. Hier wird das Motiv des Wassers eingebracht. In einem Garten ist Wasser notwendig, damit er aufblühen und fruchtbar sein kann.
Ich habe einige schöne Kübelpflanzen und Blumen auf meiner Terrasse. Kürzlich ging ich raus, um nach meinem kleinen Garten zu schauen – und eine Pflanze sah ziemlich mitgenommen aus, obwohl es hin und wieder geregnet hatte. Der Erdboden war wirklich trocken. Die Pflanze brauchte Wasser, und durch Wasser richtete sie sich wieder auf. Wasser ließ sie aufblühen und gedeihen.
Jesaja 58 malt folgendes Bild. Dort heißt es: „(...) du wirst sein wie ein wohlbewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, deren Wasser niemals versiegen“ (Vers 11). Wenn der Garten der Braut bewässert wird, bringt er nicht nur schöne Frucht für ihn hervor – er wird schließlich überströmen und ein Segen für andere werden. Und das wird Menschen zu ihm hinziehen. Ich denke, dies liefert uns ein Bild für die Fülle des Heiligen Geistes: Sie ist eine Gartenquelle, ein Brunnen lebendigen Wassers und Bäche, die vom Libanon kommen. Nicht nur ein verschlossener Garten, sondern jetzt auch einer, der überströmt – zum Segen für andere.
Das neutestamentliche Gegenstück zu diesem Abschnitt ist, denke ich, Johannes 7, wo Jesus selbst sagt: „Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, welche an ihn glauben“ (Verse 37–39).
Hier wird nicht das Bild eines kleinen Rinnsals verwendet, sondern es heißt Ströme lebendigen Wassers. Wenn wir mit dem Geist Gottes erfüllt sind, fließt ein gewaltiger, ungeheurer, unglaublich großer Segen aus unserem Leben zu anderen. Das Motto von Belebe unsere Herzen ist, Frauen zu „Freiheit, Fülle und Frucht in Christus“ zu rufen. Das passt gut zu dem Gedanken, dass die Frucht, die der Geist Gottes in unserem Leben bewirkt, nicht einfach nur zu unserem eigenen Genuss da ist.
Die Freiheit und Fülle, die er uns schenkt, sind nicht in erster Linie für uns, zu unserem Segen da. Freiheit und Fülle, die wir erfahren, sollen uns befähigen, ein Segen für andere zu sein. Wir wollen, dass durch uns im Leben anderer Frucht entsteht. Ich liebe es, diese „wahren Frauen“ zu sehen, die das Wort Gottes lieben, die den Herrn lieben, die ihn mehr und mehr kennenlernen, die in ihrer Christus-Ähnlichkeit wachsen und dann miterleben, wie im Leben anderer Frucht entsteht ... bei ihren Kindern, bei ihren Enkeln, Freundinnen und in ihren Gemeinden. Diese älteren Frauen an der Seite von Jüngeren; Frauen, die reichlich Frucht bringen – zum Segen und zur Ermutigung anderer.
Wir sollen nicht geschlossene Gefäße des Segens sein, sondern Kanäle des Segens. Gott möchte, dass sein Segen durch uns zu anderen fließt. Alles, was er für uns getan hat, soll in erfrischenden, lebensspendenden Strömen der Gnade zu den Menschen um uns herum fließen.
Denk daran, wer das lebendige Wasser ist. Wer tränkt unsere Seelen? Wer füllt uns, damit wir fruchtbar sein können? Es ist Jesus. Wir trinken von ihm. Er füllt uns mit sich selbst, und dann ist es Christus, der durch uns fließt. Nicht ich, nicht meine Energie, nicht mein Bemühen, Frucht bringen zu wollen oder ein Wohlgeruch zu sein. Sondern sein Leben, Jesu Schönheit, sein Wohlgeruch, der durch uns zu anderen strömt.
Ich gebe zu, dass ich manchmal versuche, aus eigener Anstrengung heraus, Frucht zu bringen, dass ich versuche, ein Wohlgeruch zu sein, eine fruchtbare, gottesfürchtige, sanftmütige, liebevolle und Gott wohlgefällige Frau. Und das kann einen total fertig machen! Man denkt: „Das ist so schwer!“ Aber wenn wir vom Herrn erfüllt sind, dann ist Fruchtbringen kein Krampf mehr – dann quillt dieses Fruchtbringen aus dem, was er in uns tut, und es wird zur Freude.
Und ja, es erfordert andererseits Anstrengung und Ausdauer. Das ist das Spannungsfeld, in dem wir stehen. Da sind diese zwei Seiten. Aber wenn du mit der Quelle verbunden bist, wenn du in ihm bleibst, wird die Frucht kommen – zur rechten Zeit und zu seiner Zeit. Und sie wird viel köstlicher und reichlicher sein als alles, was du je aus eigener Kraft bewirken könntest.
Das Wort, das mir beim Lesen dieses Abschnitts in den Sinn kommt, ist „Überfülle“, ein Übermaß an Frucht, überquellende Frucht. Das ist das Leben Christi in uns.
Ich möchte, dass ihr die Klammer in diesem Abschnitt erkennt. Vers 12 und Vers 15 zeigen zwei Seiten, zwei Aspekte unseres Lebens in Christus. In Vers 12 heißt es: „Ein verschlossener Garten ist meine Schwester, [meine] Braut; ein verschlossener Born, eine versiegelte Quelle.“ Hier sehen wir, denke ich, das innere, verborgene Leben eines Gläubigen – die vertraute, persönliche Beziehung mit Christus. Es ist die Seite, die nur er sieht und kennt.
In Kolosser 3 heißt es: „(...) euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott“ (Vers 3). Und in Epheser 1 lesen wir: „Wir sind versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung“ (Vers 13). Wir sind also ein verschlossener Garten, ein verschlossener Born, eine versiegelte Quelle – das ist das innere, verborgene Leben.
Aber dann heißt es in Vers 15, sie ist „eine Gartenquelle, ein Brunnen lebendigen Wassers, und Bäche die vom Libanon fließen“. Ich denke, das ist ein Sinnbild für das äußere, aktive Leben des Gläubigen. Das innere Leben quillt über, und andere erkennen es. Weißt du, wir sind nicht dazu bestimmt, ein zurückgezogenes klösterliches Leben zu führen.
Gottes Absicht ist, dass das Leben Christi in uns zu anderen fließt und dort wirksam wird. Er möchte, dass seine Braut aufblüht, gedeiht und noch weitergibt. Diese Fülle, diese Fruchtbarkeit, dieser Duft, sind alle das Ergebnis unserer Verbindung und unserer Gemeinschaft mit Christus… dieser engen Beziehung zu ihm.
Die Früchte, die in diesem stillen, verschlossenen inneren Garten heranreifen, sind es, die aus uns fließen, um andere reichlich zu segnen. Siehst du die Verbindung zwischen diesen Versen? Wir müssen uns um unser innerliches Leben kümmern, damit da etwas ist, das überfließen und andere mit göttlicher Frucht segnen kann.
Ich möchte wieder meinen Freund Charles Spurgeon zitieren, der die Dinge immer besser ausdrückt als ich es kann: „Wenn man auf die Quelle, die verborgene Quelle, besser Acht geben würde, dann sähe man mehr von diesen ausgehenden Strömen. Wenn deine Seele nicht durch Gnade erneuert wird, kannst du nicht Gutes tun.“ Du kannst es versuchen, aber es wird dich auslaugen.
Deshalb müssen wir unser verborgenes Leben pflegen, unsere Beziehung zum Herrn. Denn wenn wir mit unseren Kindern reden, wenn wir es mit einem schwierigen Chef zu tun haben, mit dem Verlust eines geliebten Menschen, mit einer belastenden Beziehung, einem herausfordernden Familienmitglied oder mit Krankheit – in diesen Momenten fließt das aus dir heraus, was du hast heranreifen lassen. Die Frucht, die in diesem verschlossenen, inneren Garten gepflegt worden ist.
In Vers 16 spricht die Braut dann zum ersten Mal in diesem Kapitel. Sie reagiert auf die Worte ihres Bräutigams; und sie drückt ihren Wunsch aus, ein fruchtbares Leben führen zu wollen, sie möchte ein Wohlgeruch sein. Ich liebe diesen Vers. Sie sagt in Kapitel 4,16: „Erwache, du Nordwind, und komm, du Südwind, durchwehe meinen Garten, dass sein Balsam träufle! Mein Geliebter komme in seinen Garten und esse seine herrliche Frucht!“
In diesem Vers steckt so viel – ich wünschte, wir hätten die Zeit, eine ganze Folge darüber zu machen. Aber lasst uns einen kurzen Blick darauf werfen. Die Braut spricht von dem Südwind, der ihr Leben durchwehen soll. Der Südwind ist warm, wohltuend und sanft. Diesen Wind lieben wir, nicht wahr?
Es ist nicht schwer zu beten: „Herr, lass den warmen, sanften Südwind in meinem Garten wehen.“ Aber sie bittet nicht nur um diesen warmen Südwind, sondern sie sagt auch: „Wach auf, du Nordwind.“ Wie ist der Nordwind? Wer in kälteren Gegenden wohnt, weiß, dass es ein kalter und scharfer und rauer Wind ist.
Wenn wir den Wind in der Heiligen Schrift als Sinnbild für den Heiligen Geist verstehen, dann ist das Wirken des Geistes Gottes manchmal wie der Südwind, es ist ermutigend und tröstend. Aber manchmal muss der Herr unser Leben auch mit dem Nordwind durchwehen, der aufdeckt, züchtigt und überführt. Vielleicht braucht der Herr schwierige Umstände oder leidvolle Erfahrungen als so einen Nordwind, der über unser Leben fegt.
Aber Fakt ist: Wir brauchen beides – den Nord- und den Südwind. Und beide sind Ausdruck seiner Liebe. Deshalb konnte die Braut sagen: „Erwache, du Nordwind, und komm, du Südwind.“ Sie heißt sie in ihrem Garten willkommen. Und – das möchte ich noch sagen – der Nordwind wird so oder so kommen, ob wir ihn einladen oder nicht. Die Frage ist: Werden wir ihn abwehren, Mauern und Barrieren hochziehen und so den Nutzen verlieren, den er bringen soll? Oder werden wir ihn willkommen heißen – diesen kalten, schneidenden, scharfen Wind – als einen Segen, von Gott, dem Meistergärtner gesandt, damit wir mehr Frucht bringen und mehr dieses Aroma Christi verströmen?
Man sieht das im Zyklus der Jahreszeiten. Das neue Leben, das im Frühling entsteht, wird im Winter vorbereitet. Der kalte Wind ist wirklich wichtig, in der Natur und auch in unserem Leben; und er ist dazu da, um uns fruchtbarer und zu einem Wohlgeruch zu machen.
So sagt die Braut also zum Nord- und Südwind: „Wehe durch meinen Garten, und lass seine Düfte verströmen!“ (NeÜ). Es gibt einen Duft, der erst dann in unserem Leben freigesetzt wird, wenn wir sowohl den einen als auch den anderen Wind erfahren haben. Und das ist der Punkt: Wir alle wollen das Ergebnis, oder? Wir wollen dieses sehr duftende, fruchtbare Leben, aus dem der Wohlgeruch all dieser Gewürze strömt. Aber die Frage ist: Sind wir bereit, den Prozess zuzulassen, der das in unserem Leben bewirkt?
Denn wir verbringen viel Zeit damit, den Nordwind abzuwehren, oder? Wir wollen den Schmerz nicht, nicht die Schwierigkeiten und das Leid; wir wollen die Überführung nicht. Wir wollen einfach da leben, wo es nur diesen Südwind gibt – wie wär’s zum Beispiel mit Tahiti?
Ich habe Verwandte, die im Süden leben; die Temperaturen sind höher und das Wetter gemäßigter als da, wo ich lebe; und ich habe ihnen gesagt: „Es erfordert mehr Charakter, hier oben im Norden zu leben.“ Wir brauchen den Nordwind, wenn diese Gewürze ihren Duft in unserem Leben verströmen sollen.
Sie sagt: „Nordwind wach auf! Du, Südwind, komm! Wehe durch meinen Garten und lass seine Düfte verströmen!“ (NeÜ). Erst nennt sie ihn ihren Garten. Dann sagt sie: „Mein Geliebter komme in seinen Garten und esse seine herrliche Frucht.“ Sie sagt also: „Mein Garten ist sein Garten.“ Sie sagt: „Ich möchte, dass du in mein Leben kommst. Dass dies dein Zuhause ist, dass du hierher gehörst. Ich möchte, dass du dir nimmst, was du magst, und dass du mit der Frucht, die du bei mir findest, völlig zufrieden bist.“
Das erinnert daran, dass unser Leben nicht uns gehört, sondern ihm. Es ist sein Garten. Unser Leben gehört ihm. Wir möchten, dass er hineinkommt und herrliche Früchte findet; und unser Gebet ist: „Herr, was immer in meinem Leben durch deinen Geist bewirkt wird, es ist alles für dich. Zu deinem Genuss und zu deiner Freude.“
Letztlich lebe ich nicht für die Frauen, die diese Podcasts hören. Ich mache das letztlich nicht für euch. Ich liebe euch, und es ist mein Vorrecht, verbunden mit Christus, euch dienen zu dürfen. Aber letztlich lebe ich für ihn. Wenn niemand sonst zuhören und es keinen interessieren würde, wenn niemandem meine Arbeit gefallen würde, wenn keiner dadurch gesegnet wäre – dann sollte es mir genug sein, dass er alles weiß und dass meine Arbeit für ihn ist, dass er zufrieden ist.
Ich denke oft darüber nach, denn so vieles von dem, wozu Gott uns beruft – unabhängig von unserem Beruf – ist die unspektakuläre Arbeit, die im Hintergrund getan wird, für die man wenig Anerkennung bekommt. Vergiss nicht, dass wir sie für ihn tun. Es ist sein Garten.
Nun, der Bräutigam antwortet dann in Kapitel 5,1: „Ich komme in meinen Garten, meine Schwester, [meine] Braut; ich pflücke meine Myrrhe samt meinem Balsam; ich esse meine Wabe samt meinem Honig, ich trinke meinen Wein samt meiner Milch. Esst, [meine] Freunde, trinkt und berauscht euch an der Liebe.“
Sie hat ihn eingeladen, in seinen Garten zu kommen, in ihr Leben, und die Früchte zu essen; und er möchte es sehr gerne tun. So wie Christus sehr gerne zu den Herzen derer kommt, die sich nach Gemeinschaft mit ihm und nach seiner Gegenwart sehnen. Und dann sagt der Bräutigam: „Esst, meine Freunde! Trinkt…!“ Hier klingt die Mahlgemeinschaft der Heiligen, der Braut Christi an. Sie haben untereinander und mit ihm Gemeinschaft, sie trinken von ihm und werden gesättigt.
Noch einige Fragen zum Schluss, um diese Folge abzurunden. Wir wollen Gott unsere Herzen erforschen lassen. Wie sieht es in deinem Garten aus? Ich meine nicht den Garten hinter deinem Haus, sondern den Garten deines Herzens. Ich frage dich: In welchem Zustand ist er? Ich frage nicht, wie es mal war oder wie du es dir wünschst – sondern wie der Zustand deines Gartens gerade jetzt ist.
Vielleicht ist dort Unkraut gewachsen, weil du es an Pflege und Sorgfalt in deinem Garten hast fehlen lassen. Haben Sorgen, Reichtümer oder Vergnügungen des Lebens – wie Jesus es im Lukasevangelium sagt – die Frucht in deinem Garten erstickt? Lebst du wirklich mit dem Ziel, den Herrn zu ehren und ihn zu erfreuen?
Lebst du, um ihm Freude zu bereiten oder lebst du für dich selbst? Lebst du, um ihm zu gefallen oder dir selbst? Und vertraust du ihm genug, dass du ihn nicht nur um den warmen, wohltuenden Südwind für dein Leben bittest, sondern auch, wenn er es für nötig hält, um den scharfen, frostigen Nordwind?
Wenn du dem Herrn Jesus vertraust, dann weißt du, wenn er es tut, dann um bei dir mehr Wohlgeruch und Fruchtbarkeit zu bewirken und du kannst sagen: „Mein Geliebter komme …!“ Hab Mut! Du kannst den Herrn bitten, diesen Nord- und Südwind zu senden, dass sie deinen Garten durchwehen, damit seine Aromen verströmt werden.
Und dann wirst du beten: „Mein Geliebter komme in seinen Garten und esse seine herrliche Frucht!“
Lea: Das war Nancy, die mit uns in unserer aktuellen Serie das Hohelied Vers für Vers betrachtet. Eine wichtige Möglichkeit, in Jesus zu bleiben, ist, jeden Tag Zeit mit ihm in seinem Wort zu verbringen. Ich möchte dich ermutigen, das Hohelied selbst zu studieren und die persönlichen Fragen aus Nancy's gleichnamigen PDF Jesus im Hohelied zu beantworten.
Meine Liebe, wenn der Herr dich ruft und du nicht antwortest, befindest du dich in einer gefährlichen Lage. Warum das so ist, erfährst du nächste Woche in der Folge 15, wenn Nancy uns wieder ins Hohelied mitnimmt. Solltest du heute das erste Mal zuhören, findest du alle vorherigen Folgen auf unserer Website zum Nachhören.
Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.
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Jetzt wird’s persönlich!
Tag 14 - Wachsende Liebe, Teil 4 : Er möchte, dass seine Braut aufblüht (Hohelied 4,12-5,1)
- „Ein verschlossener Garten ist meine Schwester, [meine] Braut“ (Vers 12). Wie sieht es im „Garten“ deines Herzens und deines Lebens aus? Ist er gut gepflegt? Hat sich Unkraut breit gemacht? Trägt er köstliche, reichliche Frucht, an denen sich dein Geliebter erfreuen kann? Welche Frucht bringst du hervor? (Wenn du dir nicht sicher bist, kannst du jemanden fragen, der dir nahe steht!)
- Ertappst du dich dabei, dass du dich anstrengst, Frucht hervorzubringen? Was verändert sich, wenn du mit der „Quelle des lebendigen Wassers“ verbunden bleibst?
- „Erwache, du Nordwind, und komm, du Südwind, durchwehe meinen Garten“ (Vers 16). Vertraust du dem Herrn Jesus genug, um ihn zu bitten, nicht nur den warmen, wohltuenden Südwind in dein Leben zu senden, sondern auch, wenn er es für nötig hält, den scharfen, frostigen Nordwind?
- „(…) durchwehe meinen Garten, dass sein Balsam träufle!“ (Vers 16). Führst du ein zurückgezogenes Leben oder lebst du so, dass Christi Leben in dir zu anderen überfließen kann?
- „Mein Geliebter komme in seinen Garten und esse seine herrliche Frucht.“ (Vers 16) Lebst du wirklich mit dem Ziel, den Herrn zu ehren und ihn zu erfreuen? Lebst du, um ihm Freude zu bereiten, oder lebst du für dich selbst? Lebst du, um ihm zu gefallen oder dir selbst?