Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema gerne vertiefen, indem du über die Fragen unter der Rubrik „Jetzt wird‘s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Marie Falk: Nancy DeMoss Wolgemuth ermutigt uns, Jesus auch dann zu preisen, wenn uns nicht danach ist.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Es ist so wichtig, dass wir uns während geistlicher Dürrezeiten oder dann, wenn wir uns fern von unserem Geliebten fühlen, Zeit nehmen, um uns daran zu erinnern, wie er ist, dass wir seine Eigenschaften in Worte fassen … und ihn im Glauben dafür preisen, was wir in der Vergangenheit schon über ihn erkannt haben, auch wenn wir das im Moment nicht fühlen können.
Marie: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Wir befinden uns mitten in der Podcastreihe „Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied“, in der Nancy uns Vers für …
Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema gerne vertiefen, indem du über die Fragen unter der Rubrik „Jetzt wird‘s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Marie Falk: Nancy DeMoss Wolgemuth ermutigt uns, Jesus auch dann zu preisen, wenn uns nicht danach ist.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Es ist so wichtig, dass wir uns während geistlicher Dürrezeiten oder dann, wenn wir uns fern von unserem Geliebten fühlen, Zeit nehmen, um uns daran zu erinnern, wie er ist, dass wir seine Eigenschaften in Worte fassen … und ihn im Glauben dafür preisen, was wir in der Vergangenheit schon über ihn erkannt haben, auch wenn wir das im Moment nicht fühlen können.
Marie: Hier ist Belebe unsere Herzen mit Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Wir befinden uns mitten in der Podcastreihe „Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied“, in der Nancy uns Vers für Vers durch das Hohelied führt. Ich hoffe, du hast dich in dieser Geschichte des Bräutigams – der ein Bild für Christus ist – und seiner Braut wiedergefunden. Hier ist Nancy:
Nancy: In der letzten Folge haben wir gesehen, dass die Braut auf den Ruf ihres Bräutigams nicht sofort reagiert hat. Sie war langsam, zögerlich – und als sie schließlich aufstand, um ihm die Tür zu öffnen, war er bereits fort. Sie spürt seinen Verlust, und sie macht sich auf, um ihn zu suchen. Aber das ist – wie sich zeigt – keine leichte Aufgabe.
Sie wird missverstanden, es ist ja mitten in der Nacht, und was machen „anständige Frauen“ in dieser Zeit auf der Straße? Und so wendet sie sich schließlich an die Töchter Jerusalems, ihre Freundinnen, und bittet sie um Hilfe bei der Suche. Und falls sie ihn finden, sagt sie: „Könnt ihr ihm bitte etwas von mir ausrichten?“
Hohelied 5,8: „Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, wenn ihr meinen Geliebten findet, was sollt ihr ihm berichten? Dass ich krank bin vor Liebe!“ Und dann antworten die Töchter Jerusalems in Vers 9: „Was ist dein Geliebter vor anderen Geliebten, o du Schönste unter den Frauen? Was ist dein Geliebter vor anderen Geliebten, dass du uns so beschwörst?“
Oder wie es eine andere Übersetzung sagt: „Was hat dein Geliebter einem anderen voraus?“ (NeÜ). Also: „Was ist so besonders an ihm? Es gibt doch viele andere Männer. Wenn du ihn verloren hast, dann such dir doch einen anderen.“
Als Antwort auf diese Frage beginnt die Braut darüber nachzudenken, was ihren Geliebten so einzigartig macht. Was unterscheidet ihn von allen anderen? Sie versucht, den Töchtern Jerusalems zu erklären, warum ihr Geliebter so unvergleichlich ist.
Sie beginnt mit einer allgemeinen Beschreibung in Vers 10: „Mein Geliebter ist weiß und rot, hervorragend unter Zehntausenden!“ Das Wort weiß wird in englischen Übersetzungen auch mit „strahlend“ wiedergegeben. Es beschreibt ein blendendes, reines Licht. Mich erinnert das an die Szene in den Evangelien, wo Jesus auf dem Berg der Verklärung war und seine Kleider „glänzend wurden, sehr weiß wie Schnee“ (vergleiche Markus 9,3). Dieses Weiß lässt die Jünger die Herrlichkeit und Gottheit Christi erkennen. Ich denke, wenn die Braut sagt, dass ihr Geliebter weiß ist, dann bedeutet das: Er ist ausgezeichnet, leuchtend, strahlend. Dieses Weiß ist ein Bild für die Gottheit und Herrlichkeit Christi.
Dann sagt sie weiter: „… und rot“ – also weiß und rot. Rot steht für Gesundheit, Lebendigkeit, eine männliche Ausstrahlung – kraftvoll, lebendig, stark.
Sie stellt also seine Gottheit, seine Größe und Herrlichkeit und sein erhabenes Menschsein nebeneinander. Er ist Gott und er ist Mensch. Und dann beginnt sie, ein detailliertes Porträt ihres Geliebten zu zeichnen – beginnend bei seinem Haupt und seinem Haar bis hin zu seinen Füßen. Während sie auf die Frage der Töchter Jerusalems antwortet, ruft sie sich all das in Erinnerung, was sie an ihrem Geliebten bewundert und verehrt.
Wenn wir diese Beschreibung lesen, wird der Vorhang ein wenig beiseite geschoben und wir erkennen: Hier wird etwas von der Pracht und der Vorzüglichkeit und Herrlichkeit Christi offenbart. Unser Geliebter ist strahlend; er ist „rötlich“ (wie es eine andere Übersetzung sagt), er ist der Sohn Gottes, er ist der Sohn des Menschen; er ist ohne Makel, ohne Fehler; er ist – wie sie sagt – „hervorragend unter Zehntausenden“. (Das ist eine poetische Art zu sagen: „Es gibt niemand wie ihn.“) Er ist unvergleichlich. Ohne Gleichen.
Aber denk daran: Als er an die Tür klopfte und sagte: „Tu mir auf“, antwortete sie: „Ich will meine Füße nicht beschmutzen“. In dem Moment hatte sie vergessen, wie wunderbar er ist und wie schön. Und so – als Antwort auf die Frage der Töchter Jerusalems: „Was ist an deinem Geliebten so besonders?“ – beginnt sie sich wieder zu erinnern, wer er wirklich ist.
Und dann lesen wir ihre Beschreibung ab Vers 11,
„Sein Haupt ist reines Feingold, seine Locken sind gewellt, schwarz wie ein Rabe. Seine Augen sind wie Tauben an Wasserbächen, gebadet in Milch, sie sitzen [wie Edelsteine] in ihrer Fassung. Seine Wangen sind wie Balsambeete, in denen würzige Pflanzen turmhoch wachsen; seine Lippen wie Lilien, aus denen feinste Myrrhe fließt.
Seine Finger sind wie goldene Stäbchen, mit Tarsisstein besetzt; sein Leib ein Kunstwerk von Elfenbein, mit Saphiren übersät. Seine Schenkel sind Säulen aus weißem Marmor, gegründet auf goldene Sockel; seine Gestalt wie der Libanon, auserlesen wie Zedern. Sein Gaumen ist süß …“ (Verse 11-16).
Wir werden diese Beschreibung jetzt nicht im Detail anschauen, aber sie ist reich an Bedeutung. Wenn sie sein Haupt sieht, denkt sie an seine Würde, sein edles Wesen, seine Autorität.
In seinen Augen sieht sie seine Freundlichkeit, sein Mitgefühl, seine Zartheit und seine Gnade. Auf seinen Wangen liegt der Wohlgeruch seiner Passion, seiner Leiden und seines Todes. Seine Lippen – da sehen wir die Reinheit, die Kraft und die Schönheit seiner Worte. Wir sehen das Werk seiner Hände und Hände, die uns sicher und geborgen halten.
Sein Leib – ein Hinweis auf die Schönheit Christi, auf seine Vollkommenheit und sein Ebenmaß. Seine Beine symbolisieren königliche Kraft und die Fähigkeit, sein Volk zu tragen und zu stützen. Und während wir diese alttestamentliche Beschreibung des Geliebten lesen, kann ich nicht anders als an die Offenbarung des erhöhten Christus zu denken, wie sie Johannes auf der Insel Patmos sah.
Wir lesen von dieser Offenbarung in Offenbarung 1, ab Vers 13:
„ … und mitten unter den sieben Leuchtern Einen, der einem Sohn des Menschen glich, bekleidet mit einem Gewand, das bis zu den Füßen reichte, und um die Brust gegürtet mit einem goldenen Gürtel. Sein Haupt aber und seine Haare waren weiß, wie weiße Wolle, wie Schnee; und seine Augen waren wie eine Feuerflamme, und seine Füße wie schimmerndes Erz, als glühten sie im Ofen, und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser“ (Verse 13-15).
Sowohl in diesem alttestamentlichen Bild als auch in dieser neutestamentlichen Offenbarung sehen wir: Alles an ihm übertrifft alle anderen. Jedes Detail ist herrlich – und insgesamt ist er überwältigend schön.
Er ist herrlich in den Einzelheiten und herrlich im Ganzen.
So beendet die Braut ihre Beschreibung, wie sie sie auch begonnen hat – mit einer zusammenfassenden Aussage über seine Schönheit. Sie sagt in Vers 16: „alles an ihm ist lieblich.“ – wörtlich heißt es: „alles an ihm ist schön und begehrenswert.“ Alles an ihm ist schön. „So ist mein Geliebter, und so ist mein Freund, ihr Töchter Jerusalems!“
Erinnern wir uns noch einmal an die Szene in der letzten Folge, als der Bräutigam an die Tür klopfte und sagte: „Tu mit auf“. Da war die Braut mit sich selbst beschäftigt. Sie sagte: „Ich habe mein Kleid ausgezogen. Ich habe meine Füße gewaschen, wie sollte ich sie wieder beschmutzen?“ Und diese Selbstbezogenheit führte dazu, dass sie sich ihrem Geliebten entfremdete.
Jetzt aber richtet sie ihren Blick weg von sich selbst und schaut auf ihren Bräutigam. Sie betrachtet seine Herrlichkeit, seine Einzigartigkeit; sie blickt darauf, was ihn ausmacht. Als sie mit dieser Beschreibung fertig ist, erkennt sie, wen sie da abgewiesen hat und wie kostbar und begehrenswert er für sie ist.
Es ist so wichtig, dass wir uns während geistlicher Dürrezeiten oder dann, wenn wir uns fern von unserem Geliebten fühlen, Zeit nehmen, um uns daran zu erinnern, wie er ist, dass wir seine Eigenschaften in Worte fassen … und ihn im Glauben dafür preisen, was wir in der Vergangenheit über ihn erkannt haben, auch wenn wir das im Moment nicht fühlen können.
Wenn wir den Blick von uns selbst abwenden und auf ihn richten – in Lobpreis und Anbetung –, dann erleben wir, wie Gott in unseren Herzen eine neue Wertschätzung für Christus erweckt. Ich denke an den Vers in 1. Petrus 2,8: „Für euch nun, die ihr glaubt, ist er kostbar“. Wenn du dich auf ihn konzentrierst, deinen Blick auf ihn richtest, ihn beschreibst und ihn preist, dann wird er dir kostbar.
Während die Braut ihre Antwort auf diese Frage überdenkt und in Worte fasst („Was ist so besonders an deinem Geliebten?“), geschieht etwas in ihrem Herzen und auch in den Herzen der Töchter Jerusalems. Beginnen wir mit den Töchtern Jerusalems in Kapitel 6,1. Als sie die Beschreibung ihres Geliebten hören, wird in ihren Herzen der Wunsch, ihn zu finden, geweckt.
Sie sagen zu ihr: „Wohin ist dein Geliebter gegangen, du Schönste unter den Frauen? Wohin hat sich dein Geliebter gewandt? Wir wollen ihn mit dir suchen!“ Mit anderen Worten: „Er ist so unglaublich, wir wollen ihn auch kennenlernen. Wie können wir ihn finden?“ Es hat solch eine Wirkung auf die Menschen um uns herum, wenn wir von der Schönheit Christi reden und davon, was er für uns bedeutet. Das kann eine Auswirkung auf Menschen haben, die Christus gar nicht kennen und verloren sind.
Wir müssen nicht „die 4 Schritte zu xy …“ oder den „8-Schritte-Plan zu sowieso …“ kennen, um ein wirksames Zeugnis für Christus zu sein. Mir fällt da meine Freundin Valerie ein. Es ist lange her, da nahm sie an einem Bibelkreis teil, den ich bei mir zu Hause anbot – und, um es kurz zu machen – sie kam dabei zum Glauben an Jesus Christus.
Sie war eine Frau, die auf der Suche war – Gott hatte sie zu sich gezogen und sie übergab ihr Leben Christus. Jesus übernahm die Kontrolle in ihrem Leben, und sie wurde tiefgreifend verändert. Damals war Valerie von Beruf Friseurin, und sie hatte viele Kunden, mit denen sie täglich ins Gespräch kam.
Bevor sie theologisch mehr geschult wurde und viele Bibelstunden besuchte, begann sie einfach, von Christus zu erzählen – denn er hatte ihr Leben verändert. Ich erinnere mich noch, wie sie damals sagte: „Ich muss sagen, ich kenne mich in vielen Fragen nicht aus. Ich weiß vieles einfach noch nicht.“
Doch sie war – und ist – eine unglaublich überzeugende Zeugin für Christus, weil sie anderen einfach von ihrem Geliebten erzählt: „So ist Jesus, und das bedeutet er für mich.“
Aber es geht nicht nur darum, mit Ungläubigen über ihn zu sprechen, es ist ebenso wichtig, mit anderen Gläubigen über Christus zu sprechen. Was geschieht, wenn wir das tun? Unser eigener Glaube wird gestärkt, die Liebe und Leidenschaft anderer für Christus wird neu entfacht. Und am wichtigsten: Es ehrt und erfreut den Herrn, wenn wir seinen Namen preisen.
In Maleachi 3,16 heißt es: „Da besprachen sich die miteinander, welche den HERRN fürchteten, und der HERR achtete darauf und hörte es, und ein Gedenkbuch wurde vor ihm geschrieben für die, welche den HERRN fürchten und seinen Namen hoch achten“.
Diese Töchter Jerusalems – sie sind innerlich bewegt. Sie hören, wie die Braut von der Schönheit ihres Bräutigams spricht, von dem, was er ihr bedeutet; und in ihnen wächst der Wunsch, ihn selbst kennenzulernen, ihn zu lieben, ihm zu begegnen. Aber dann geschieht noch etwas – und zwar im Herzen der Braut selbst.
Während sie die Schönheit ihres Geliebten bezeugt, während sie ihn beschreibt, während sie anderen sagt, wie wunderbar er ist, wird etwas in ihr selbst lebendig. Etwas wird wach. Sie erkennt plötzlich: „Er hat mich gar nicht wirklich verlassen. Ich habe ihn nur nicht mehr wahrgenommen.“ Während sie ihn preist, wird dieses Bewusstsein in ihr erneuert.
Sie sagt in Kapitel 6,2: „Mein Geliebter ist in seinen Garten hinabgegangen …“. Was ist sein Garten? Der Garten ist ihr Herz, ihr Leben, nicht wahr? „Mein Geliebter ist in seinen Garten hinabgegangen, zu den Balsambeeten, um in den Gärten zu weiden und Lilien zu pflücken“ (ELB). Sie sagt: „Er ist genau da, wo er gerne ist, wo er mit seiner Herde weidet.“ Sie hatte seine Gegenwart einfach nicht mehr wahrgenommen und genossen. Ihre Selbstgefälligkeit hatte sie dahin gebracht, dass sie seinem Aufruf nicht folgte.
Dann sagt sie in Vers 3: „Ich bin meines Geliebten, und mein Geliebter ist mein, der unter den Lilien weidet.“ An dieser Stelle sehen wir, dass ihre Liebe reift. Zuvor haben wir bereits einen ähnlichen Vers gelesen, aber hier ist er leicht verändert. Das erste Mal hatte sie gesagt: „Mein Geliebter ist mein, und ich bin sein.“ Jetzt ist die Reihenfolge umgekehrt: „Ich bin meines Geliebten ...“
Mit anderen Worten – sie kommt an einen Punkt in ihrem Leben, an dem nichts anderes zählt, außer dass sie zu ihm gehört. Nun genießt sie die Gemeinschaft mit ihm nicht einfach deshalb, weil er ihre Bedürfnisse stillt und sie segnet. Sie liebt ihn nun nicht nur deswegen, was er für sie ist, sondern sie fragt vielmehr, wie sie ein Segen für ihn sein kann. Das ist ein Unterschied.
Nun, Gott beschenkt uns mit seinen guten und gnädigen Gaben, damit wir sie genießen: seine Gegenwart, seinen Frieden, seine Freude. Bei alledem möchte er aber, dass wir ihn über alles andere stellen. In diesem Zusammenhang möchte ich kurz etwas sagen zum Thema Gefühle und Emotionen in unserer Beziehung zum Herrn.
Es gibt Zeiten in unserem Leben als Gläubige, in denen allein der Gedanke an Christus und seine Liebe zu uns uns tief bewegt. Ich habe einige Freunde, bei denen scheint das sehr oft der Fall zu sein. Und manchmal fühle ich mich in ihrer Gegenwart etwas unwohl, weil ich selbst oft nicht so empfinde. Dinge, die ich mit meinem Verstand verstehe, bewegen mein Herz nicht. Ich fühle mich kalt und leer. Bin ich die einzige, der es manchmal so geht? Ich glaube nicht.
Lasst mich uns daran erinnern, dass Gefühle nur sehr wenig mit der Realität zu tun haben. Gefühle sind nicht unbedingt schlecht. Aber wenn wir zulassen, dass sie unser Leben bestimmen, dann wird es schwierig. Wir müssen lernen, im Glauben zu leben, wenn wir Gott nicht spüren können, und lernen zu vertrauen, wenn wir seine Nähe nicht spüren.
Es wird geistliche Dürrezeiten in unserem Leben geben. Zeiten, in denen wir keine warmen, innigen und wunderbaren Gefühle gegenüber unserem Herrn haben. Manchmal liegt das vielleicht daran, dass wir in der Vergangenheit zögerlich auf sein Reden reagiert haben; und er möchte jetzt unser Herz zurückgewinnen, damit wir erkennen, wie kostbar er ist.
Und manchmal hat es auch gar nichts mit uns zu tun. Aber ganz gleich, warum wir durch so eine geistliche Dürreperiode gehen, möchte ich dich ermutigen, daran zu denken, dass Gott sich dem Lobpreis seines Volkes naht. In Psalm 22 steht, dass Gott unter den Lobgesängen seines Volkes wohnt. Wenn du beginnst, Christus zu preisen und zu bewundern und ihm für seine Eigenschaften und seine Gnade zu danken – wie diese Braut es gerade bei ihrem Geliebten getan hat –, dann wirst du erleben, wie dir Gottes Gegenwart mehr als zuvor und ganz neu bewusst wird.
Übrigens hat Gott nicht beabsichtigt, dass wir ständig von Gefühlen der Ekstase für unseren himmlischen Geliebten erfüllt sind – genauso wenig wie man in einer Ehe ununterbrochen romantische Höhenflüge erlebt. Jedenfalls nicht, wenn man länger als ein oder zwei Wochen verheiratet ist.
Wenn du nie solche Gefühle hast, dann sollte dir das zu denken geben. Doch Gott hat es nicht vorgesehen, dass wir dauerhaft auf dieser gefühlsmäßigen Höhe leben können – weder physisch noch emotional noch sonst irgendwie. Wenn du diese Gefühle ständig hättest, würdest du sie nicht mehr zu schätzen wissen, oder?
In Wirklichkeit wäre unsere Liebe egoistisch, wenn wir in unserer Beziehung zum Herrn nie Dürrezeiten hätten. Es wäre überhaupt keine Liebe, denn es würde nur um das gehen, was er für uns tut. Aber wenn wir lernen, ihn zu lieben und ihm zu vertrauen, auch wenn wir seine Gegenwart nicht spüren und ihn auch dann loben, wenn unsere Augen voller Tränen sind, dann ist das ein wirklich kostbares Opfer für den Herrn.
Solche Zeiten, in denen uns das bewusste Empfinden seiner Gegenwart fehlt, zwingen uns, uns daran zu erinnern, was Christus so liebenswert macht. Wie würdest du die Frage beantworten, die der Braut gestellt wurde? „Was ist dein Geliebter vor anderen Geliebten, o du Schönste unter den Frauen? Was macht deinen Geliebten so besonders?“
Und übrigens, wenn es in deinem Leben einen anderen „Geliebten“ gibt – etwas oder jemanden, das die Stelle von Jesus eingenommen hat oder dem du mehr Raum in deinem Herzen gegeben hast als ihm, dann nennt das die Bibel ganz klar: Götze. Wenn du also an deinen Geliebten denkst, was ist er vor anderen Geliebten? Was macht ihn kostbarer, wunderbarer, großartiger als alle und alles andere, das dir wertvoll ist?
Ich möchte dich ermutigen, eine Liste mit einigen Merkmalen und Eigenschaften zu erstellen, die du besonders an ihm bewunderst. Vielleicht möchtest du sie jemandem weitergeben und sagen: „Das bedeutet mir mein Geliebter.“ Oder du nimmst dir heute Zeit, einen Liebesbrief an Jesus zu schreiben und ihm zu sagen: „Das bist du für mich“. Aber fang an, schreibe es auf, zähle es auf, benenne es – was du an deinem Geliebten Jesus Christus bewunderst.
Ich möchte jetzt etwas tun, das ein bisschen gewagt ist, weil ich es vorher nicht wirklich sorgfältig durchdacht habe. Aber als ich gestern Abend mit meinen Vorbereitungen fertig war, habe ich mir Zeit genommen, für den Herrn etwas aufzuschreiben. Ich fand eine Karte, die mir jemand geschenkt hatte, und auf der Vorderseite stand einfach nur: „Für dich.“ Da dachte ich: „Wie passend. Diese Karte möchte ich jetzt für Jesus schreiben.“
Ich werde nicht alles vorlesen, was ich aufgeschrieben habe, aber einiges schon. Es ist meine Antwort auf die Frage: „Was ist dein Geliebter vor anderen Geliebten?“
Ich erinnerte mich daran:
- Ich war ein Feind Gottes, aber Christus hat mich mit Gott versöhnt.
- Ich war voller Sünde, aber Christus nahm meine Sünde und bekleidete mich mit seiner Gerechtigkeit. Sein vollkommenes, gehorsames Leben hat er mir angerechnet.
- Ich lebte in Dunkelheit und Tod – und mein Geliebter brachte mir Leben und Licht.
- Ich hasste Gott und alles, was gut ist, so wie die Schrift es sagt. Aber er gewann mein Herz mit seiner Liebe.
- Ich war leer und er hat mich gefüllt.
- Er hat mich von der Sklaverei des Bösen befreit und machte mich zu seinem freudigen Knecht.
- Ich suchte ihn nicht, aber er suchte mich.
- Er ist die Quelle allen Segens, und sein Blut hat mich von aller Schuld reingewaschen.
- Er ist Brot für meine hungrige Seele.
- Er ist das lebendige Wasser, das meinen Durst stillt.
- Er ist der Reichtum Gottes für meine Armut.
- Er ist Kraft für meine Schwachheit.
- Er ist mein guter Hirte; er ist der große Hirte; er ist der oberste Hirte – er führt, beschützt und sorgt für alles, was ich brauche.
- Er ist der Abglanz der Herrlichkeit Gottes, doch er nahm menschliche Gestalt an, um Sünder vor dem Zorn Gottes zu retten.
- Er ist ganz Gott und ganz Mensch.
Ich erinnerte mich daran und dankte ihm, denn:
- Er ist das Opferlamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Er hat sein Leben niedergelegt, damit wir ewiges Leben haben können.
- Er ist ohne Sünde und ohne Makel – tadellos. Und doch nahm er alle meine Sünde und meine Schuld auf sich und trug die volle Strafe des göttlichen Zorns gegen meine Sünde.
- Seine Worte sind Wahrheit; sie sind rein.
- Er ist ein barmherziger Hohepriester – er ist mein Anwalt und mein Fürsprecher.
- Er ist gnädig und freundlich und gut.
- Er ist mein Schutzschild gegen die Angriffe und die Anschuldigungen des Bösen.
- Er ist mein Friede.
- Er ist meine ewige Hoffnung.
- Er ist meine Freude.
- Er ist mein Erhalter, meine Erfüllung, meine Zufriedenheit, meine Kraft.
- Er ist mein König, mein geliebter Bräutigam.
Weißt du, als ich mit dem Schreiben fertig war, waren meine Augen überhaupt nicht mehr auf mich selbst gerichtet. Mein Herz war erfüllt von Gedanken an Christus.
Ich möchte dich ermutigen: Schreibe deinen eigenen Text – schreibe etwas über ihn oder direkt an ihn. Drücke es aus, was du vielleicht schon lange weißt, aber vergessen hattest oder einfach lange nicht mehr ausgesprochen hast. Und dann beobachte, wie Gott dein Herz erneuert, wiederherstellt und belebt, während du dir bewusst Zeit nimmst, deinen Geliebten zu loben und zu preisen.
John Piper hat kürzlich etwas getwittert, an das ich in diesem Zusammenhang dachte. Er schrieb: „In geistlicher Hinsicht leben Gläubige dadurch, dass sie die Schönheit Jesus Christi betrachten – genauso wie der Körper Essen braucht.“ Hast du das verstanden? Ich denke, auch das Gegenteil trifft zu. Wenn wir uns keine Zeit nehmen, seine Schönheit zu betrachten, werden wir geistlich unterernährt sein. Dann verhungern wir in geistlicher Hinsicht.
Es geht um die Schönheit Christi. Er ist das Brot des Lebens, er ist derjenige, der uns erfüllt. Wenn wir die Schönheit Christi sehen, werden unsere Seelen genährt.
Wir sind gemeinsam mit dieser Braut durch verschiedene Phasen gegangen – von anfänglicher Liebe zu unbeachteter Liebe, dann von wachsender Liebe, jetzt hin zu schwankender Liebe. Aber – Gott sei Dank ist Gott ein Gott der Wiederherstellung und der Erneuerung. Im nächsten Abschnitt werden wir sehen, wie reife Liebe aussieht. Wir werden sehen, dass es auch da einen Prozess gibt – Liebe, die ständig weiter wächst und schöner wird.
O Herr, während wir zum Ende dieser gemeinsamen Zeit kommen, möchte ich dir danken, dass, auch wenn unsere Liebe zu dir schwanken mag, du dich gerne finden lässt, wenn wir dich von ganzem Herzen suchen. Herr Jesus, wir möchten dir sagen, dass du hervorragend unter Zehntausenden bist, und alles an dir ist lieblich. Du bist mein Geliebter. Du bist mein Freund und ich liebe dich. Wir beten in Jesu Namen, Amen.
Marie: Das war schon Folge 16 der Podcastreihe „Der Geliebte meiner Seele - Jesus im Hohelied.“ Wenn du eine der vorherigen Folgen verpasst hast, kannst du sie auf unserer Website www.belebeunsereherzen.com nachhören. Außerdem findest du dort auch die Broschüre zu dieser Reihe, die dir mit tiefgehenden Fragen helfen möchte, die Inhalte in deinem Leben zu verankern.
Bewegt dich diese Reihe? Erzähl uns doch gern mal davon, entweder per Mail an contact@belebeunsereherzen.com, über das Kontaktformular auf unserer Website oder direkt bei Instagram. Wir freuen uns auf jeden Fall von dir zu hören!
Wusstest du, dass der Mond kein eigenes Licht hat? Er kann nur deshalb so schön leuchten, weil er das Licht der Sonne reflektiert. So sind auch wir, wenn wir im Licht Christi leben.
Nancy wird das das nächste Mal mehr ausführen. Also schalte wieder ein, hier bei Belebe unsere Herzen.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.
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Jetzt wird’s persönlich!
Tag 16 – Schwankende Liebe 2: Genährt von der Schönheit Christi (Hohelied 5,9-6,3)
- „Was ist dein Geliebter vor anderen Geliebten?“ (Hohelied 5,9). Wie würdest du antworten, wenn dich jemand fragt: „Was ist für dich so besonders an Jesus?“ Mach dir eine Liste der Dinge, die du am meisten an ihm liebst und bewunderst.
- Wie hat es deinen Glauben gestärkt, mit anderen Gläubigen über Jesus zu sprechen?
- „Wohin ist dein Geliebter gegangen … Wir wollen ihn mit dir suchen!“ (Hohelied 6,1). Wann hast du zuletzt mit einem Ungläubigen über deinen Geliebten (den Herrn) gesprochen? Wie hast du ihn beschrieben? Wie könnte in den Herzen von Menschen, die Jesus nicht kennen, eine Sehnsucht geweckt werden, wenn wir freier und treuer von ihm sprechen würden?
- Was sind mögliche Vorteile von „Dürrezeiten“ in deiner Beziehung zu Christus? Wie kannst du im Glauben leben, auch wenn du seine Gegenwart nicht deutlich spüren kannst?
- Was wird anders, wenn wir uns entscheiden, unseren Blick auf Christus zu richten anstatt auf uns selbst?