Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema gerne vertiefen, indem du über die Fragen unter der Rubrik „Jetzt wird‘s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Lea Köster: Liebe Freundin, hier ist Lea von Belebe unsere Herzen.
Bevor das heutige Programm beginnt, möchte ich euch allen von Herzen danken für eure Gebete für die Familie Wolgemuth in den vergangenen Tagen und Wochen, seitdem Robert, Nancys Ehemann, ins Krankenhaus eingeliefert wurde.
Mit schwerem Herzen teilen wir euch mit, dass er nun beim Herrn ist. Robert verließ am 10. Januar 2026 nach einem kurzen, aber heftigen Kampf mit den Komplikationen einer Lungenentzündung seinen irdischen Körper und trat in die Gegenwart Christi ein, worauf er sich sehr gefreut hat!
Nancy ist so dankbar für die zehn Ehejahre an Roberts Seite. Er war ein Ehemann, der Christi Licht für sie reflektiert und sie bedingungslos geliebt hat. Aber …
Weiterführendes Material zu dieser Folge
Du kannst dieses Thema gerne vertiefen, indem du über die Fragen unter der Rubrik „Jetzt wird‘s persönlich“ ganz unten im Text nachdenkst.
Lea Köster: Liebe Freundin, hier ist Lea von Belebe unsere Herzen.
Bevor das heutige Programm beginnt, möchte ich euch allen von Herzen danken für eure Gebete für die Familie Wolgemuth in den vergangenen Tagen und Wochen, seitdem Robert, Nancys Ehemann, ins Krankenhaus eingeliefert wurde.
Mit schwerem Herzen teilen wir euch mit, dass er nun beim Herrn ist. Robert verließ am 10. Januar 2026 nach einem kurzen, aber heftigen Kampf mit den Komplikationen einer Lungenentzündung seinen irdischen Körper und trat in die Gegenwart Christi ein, worauf er sich sehr gefreut hat!
Nancy ist so dankbar für die zehn Ehejahre an Roberts Seite. Er war ein Ehemann, der Christi Licht für sie reflektiert und sie bedingungslos geliebt hat. Aber er wird ihr, seiner Familie und Freunden wirklich fehlen. Würdest du heute bitte für Nancy beten, dass der Herr sie in den kommenden Tagen tröstet und ihr nahe ist?
Danke, meine Liebe. Danke für dein Gebet.
Marie Falk: Wenn wir Christus lieben, dann wird seine Schönheit in uns sichtbar. Hier ist Nancy DeMoss Wolgemuth, gesprochen von Annette Schorre.
Nancy DeMoss Wolgemuth: Jegliche Schönheit, die wir besitzen, ist reflektierte Schönheit. Jegliches Licht, das wir ausstrahlen, ist reflektiertes Licht. So wie der Mond kein eigenes Licht hat, sondern das Licht der Sonne widerspiegelt, so haben auch wir kein eigenes Licht – wir leuchten nur dann, wenn wir das Licht des Herrn Jesus widerspiegeln.
Marie: Herzlich willkommen zu Folge 17 unserer Podcast-Reihe „Der Geliebte meiner Seele – Jesus im Hohelied“, hier bei Belebe unsere Herzen.
In dieser Sendereihe veranschaulicht Nancy uns das Bild von Christi und seiner Gemeinde mithilfe der Liebesgeschichte eines Bräutigams und seiner Braut. Hören wir also rein, wie es weitergeht:
Nancy: Wenn du die letzten Folgen angehört hast, dann weißt du, dass die Liebe der Braut zu ihrem Geliebten ins Schwanken geraten ist. Wir haben die Liebe dieses Paares in verschiedenen Phasen betrachtet. Zuletzt sahen wir die Phase der schwankenden Liebe der Braut; wir lasen in Hohelied 5, dass der Bräutigam eines Nachts unerwartet nach Hause kommt und seine Braut überrascht.
Sie ist schlaftrunken; und wie du dich vielleicht erinnerst, will sie nicht gestört werden. Sie will nicht aufstehen und ihm die Tür aufmachen. Durch ihre Unaufmerksamkeit und Abwehr geht die Gemeinschaft, die sie zuvor genossen hatten, eine Zeit lang verloren.
Bevor wir im Text weitergehen, möchte ich noch einen Gedanken weitergeben, der mich in diesem Zusammenhang in den letzten Tagen beschäftigt hat.
Mein Pastor predigt gerade durch das Lukasevangelium. Und in Kapitel 12 gibt es einen Abschnitt, der mich sehr an die Stelle erinnert, die wir gerade in Hohelied 5 betrachten. Lasst uns diesen Abschnitt aus Lukas 12 einmal zusammen lesen.
„Eure Lenden sollen umgürtet sein und eure Lichter brennend; und seid Menschen gleich, die ihren Herrn erwarten, wenn er von der Hochzeit aufbrechen wird, damit, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich auftun. Glückselig sind jene Knechte, welche der Herr, wenn er kommt, wachend finden wird! (…)
Und wenn er in der zweiten Nachtwache kommt oder in der dritten Nachtwache kommt und sie so findet, glückselig sind jene Knechte!“ (Verse 35-38).
Das erinnert mich an Hohelied 5, doch ist der Ausgang hier anders. Unser Herr, von dem in Lukas 12 die Rede ist, und der Bräutigam im Hohelied sind ein und derselbe.
Im gesamten Neuen Testament finden wir viele wunderbare Verheißungen, dass unser Bräutigam, unser Herr, wiederkommt. Er kommt zurück. Wir wissen nicht, wann; und deshalb sind wir aufgerufen, wach zu bleiben. Unsere Lenden sollen umgürtet sein und unsere Lichter brennend, so wie es Jesus in Lukas 12 sagt, damit wir bereit sind, ihm die Tür aufzutun, wenn er kommt und anklopft.
Und dann, du erinnerst dich, macht Jesus in Lukas 12 eine praktische Anwendung für seine Zuhörer. Er sagt: „Darum seid auch ihr bereit [wie diese Männer, diese Diener des Herrn]! Denn der Sohn des Menschen kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht meint“ (Vers 40).
Ist das nicht genau das, was im Hohelied passiert ist? Ihr Bräutigam ist zu einer Zeit gekommen, als sie nicht damit gerechnet hat. Sie war nicht bereit, ihren Plan und ihre Vorstellungen aufzugeben. Und so machte sie die Tür nicht auf.
Nun, Jesus sagt, dass die Diener, die wachsam und bereit sind, die warten und dann die Tür auftun, glückselig sind. Deshalb sollten wir uns fragen: Sind wir geistlich wach? Sind wir bereit? Sind wir wachsam und warten wir auf die Rückkehr unseres Geliebten? Oder sind wir abgelenkt? Sind wir benommen? Mit anderen Dingen beschäftigt?
Die Braut im Hohelied, die wir in den letzten Folgen vor Augen hatten, war nicht einverstanden, dass ihr Geliebter ihren gewohnten Zeitplan auf den Kopf stellte. Wir merken: Ihre Prioritäten sind durcheinander geraten. Und ist das nicht auch bei uns oft so? Sie schätzte den Schlaf. Sie schätzte ihre übliche Routine in diesem Moment mehr als die Gemeinschaft mit ihrem Geliebten.
Nun, sie kannte wunderbare Zeiten, in denen sie das Zusammensein mit ihrem Geliebten genossen hatte. Aber dann kam dieser Moment, wo sie sagte: „Ich kann nicht aufstehen und die Tür öffnen“. Ihre Prioritäten sind durcheinander geraten. Sie war nicht bereit, ihren Geliebten zu empfangen, als er an der Tür stand und anklopfte. Und dadurch ging die Gemeinschaft verloren, die sie vorher genossen hatten.
Und diese Beziehung mit ihrem Geliebten, wie wir sie in der letzten Folge gesehen haben, wurde erst wiederhergestellt, als sie bereit war, ihre Prioritäten neu zu ordnen und ihre Aufmerksamkeit erneut auf ihren Geliebten zu richten. Sie musste aktiv werden, aufstehen, rausgehen und den suchen, den sie vernachlässigt hatte. Die Tatsache, dass sie bereit war, etwas zu ändern – von ihrem Bett aufzustehen, rauszugehen und ihn zu suchen – ist ein Zeichen dafür, dass sie ihn wirklich liebte, dass sie wirklich zu ihm gehörte.
Alle von uns, die schon länger als einen Tag, eine Woche oder einen Monat gläubig sind, kennen wahrscheinlich Zeiten, in denen wir zurückgewichen oder abtrünnig geworden sind, wie die Bibel es nennt; Zeiten, in denen unsere Liebe zu Christus nicht so frisch und innig war. Wir sind nicht darauf eingegangen, als er uns rief; wir sind zurückgewichen. Wir haben dieses klare Bewusstsein der Gemeinschaft mit ihm verloren.
Doch woran zeigt sich, dass wir zu ihm gehören und dass er wirklich unser Geliebter ist? Wenn wir merken, dass seine Nähe uns fehlt und wir bereit sind, unsere Prioritäten zu ändern. So lässt sich auch das Wort Buße beschreiben: Wir sind bereit, aufzustehen und den Herrn zu suchen. Das ist ein Kennzeichen davon, dass man wirklich ein Kind Gottes ist.
Ich glaube, dass auch während dieser Serie Zuhörerinnen ganz neu auf Jesus aufmerksam werden, dass sie sich zurückbesinnen, sich neu ausrichten und auf eine Weise auf Jesus schauen werden, wie sie es vielleicht schon lange nicht mehr gemacht haben.
Nun, heute kommen wir zum letzten Teil des Buches Hohelied. Ich möchte kurz wiederholen, was wir bisher gesehen haben. Wir haben diese Braut und den Bräutigam zu Beginn im Stadium ihrer anfänglichen Liebe erlebt. Dann folgte eine Zeit der unbeachteten oder vernachlässigten Liebe. Als Nächstes – in der Mitte des Buches – sahen wir eine Phase wachsender Liebe. In dem Teil, über den wir zuletzt sprachen, folgte eine Zeit der schwankenden Liebe. Und jetzt kommen wir schließlich zu dieser schönen, kostbaren Phase der reifen Liebe. Das ist der Teil ab Hohelied 6,4, der dann bis zum Ende des Buches geht.
In Vers 4 spricht der Bräutigam. Das ist das erste Mal seit Kapitel 5,1 – das erste Mal, seitdem etwas zwischen die beiden getreten war. Und man ist gespannt: Was wird er wohl sagen? Wird er seine Braut für ihr Versagen zurechtweisen? Wird er auf Distanz bleiben? Oder wird er sie genauso leidenschaftlich lieben wie zuvor – bevor sie seine Liebe unbeachtet lies? Nun, lasst es uns lesen und herausfinden.
Hohelied 6, ab Vers 4:
„Du bist schön, meine Freundin, wie Tirza, lieblich wie Jerusalem, furchtgebietend wie Heerscharen mit Kriegsbannern! Wende deine Augen ab von mir, denn sie überwältigen mich!“
Und dann fährt er in den nächsten Versen fort – Verse 5, 6 und 7. Er drückt seine Freude über sie in Worten aus, die fast identisch sind mit einem Abschnitt aus Kapitel 4, den wir vor einiger Zeit angeschaut haben. Er sagt:
„Dein Haar gleicht der Ziegenherde, die vom Bergland Gilead herabwallt. Deine Zähne gleichen einer Herde Mutterschafe, die von der Schwemme kommen, die allesamt Zwillinge tragen, und von denen keines unfruchtbar ist. Wie Granatapfelhälften sind deine Schläfen hinter deinem Schleier.
Sechzig Königinnen sind es, und achtzig Nebenfrauen, dazu Jungfrauen ohne Zahl; [doch] diese eine ist meine Taube, meine Makellose; sie ist die Einzige ihrer Mutter, sie ist die Auserwählte derer, die sie geboren hat. Die Töchter sahen sie und priesen sie glücklich, die Königinnen und Nebenfrauen rühmten sie: Wer ist sie, die hervorglänzt wie das Morgenrot, schön wie der Mond, klar wie die Sonne, furchtgebietend wie Heerscharen mit Kriegsbannern?“ (Verse 5-10).
Bis hierher erstmal. Wenn wir diesen Abschnitt lesen, können wir uns förmlich vorstellen, wie sie sich gefreut haben muss, als sie ihn reden hört. Sie hatten eine Zeit der Trennung erlebt, und während dieser Zeit hatte er geschwiegen. Nun ist die Gemeinschaft wiederhergestellt. Seine ersten Worte nach ihrem Versagen und ihrem Schwanken sind Worte voller Gnade und Annahme. Er versichert ihr erneut seine Liebe und macht ihr deutlich, dass er noch genauso für sie empfindet wie vor ihrem Versagen. Siehst du, ihre Liebe kommt und geht, aber seine Liebe bleibt.
Auch unsere Liebe zu Christus gleicht einem Auf und Ab, nicht wahr? Ich weiß das von mir. Und ich bin sicher, bei dir ist es auch so. Aber bist du nicht dankbar dafür, dass seine Liebe zu uns gestern, heute und in Ewigkeit dieselbe ist, unabhängig davon, wie sehr wir ihn gerade lieben?
Das erinnert mich daran, dass Jesus zu Petrus kam. Er hatte den Herrn verleugnet, und Jesus sprach ihn persönlich an. Er schenkte Petrus besondere Aufmerksamkeit und Liebe – Petrus, der zurückgekehrt war, der wiederhergestellt war und nun in der Lage sein würde, auch andere zurück in die Gemeinschaft mit Christus zu führen. Beide Geschichten, die hier im Hohelied, wie auch die von Petrus, zeigen Jesu Herzenshaltung gegenüber seiner Braut, zu uns, wenn wir versagen und dann Buße tun.
So sagt der Bräutigam in Vers 4 zu ihr: „Du bist schön, meine Freundin, wie Tirza, lieblich wie Jerusalem, furchtgebietend wie Heerscharen mit Kriegsbannern!“ Tirza und Jerusalem waren zwei der schönsten Städte in Israel. „Tirza“ bedeutet eigentlich „schön“ oder „entzückend“. Es war eine königliche Stadt im Nordreich von Israel. Und Jerusalem ist natürlich die Hauptstadt Israels. Es wurde zur Hauptstadt des Südreichs, als das Königreich geteilt wurde.
Psalm 48 spricht von Jerusalem. Dort heißt es: „[Es ist die] Stadt unseres Gottes (...) Schön erhebt sich, die Freude der ganzen Erde“ (Verse 2-3).
Er sagt, dass sie schön ist wie Tirza. Sie ist lieblich wie Jerusalem. Er sieht also seine Braut als schön und lieblich an. Für ihn ist sie aber auch majestätisch und ehrfurchtgebietend. Er sagt: „[Du bist] furchtgebietend wie Heerscharen mit Kriegsbannern!“ Und er wiederholt diesen Satz am Ende von Vers 10 noch einmal: „(…) furchtgebietend wie Heerscharen mit Kriegsbannern“.
Ich sehe in diesem Satz ein Bild eines siegreichen Königs, und die Braut ist Teil seines Siegeszugs. Für mich ist das ein Bild für die triumphierende Gemeinde, die unter dem Banner ihres auferstandenen Erlösers marschiert – ein Bild für die geistliche Kraft, die Christus seiner Gemeinde verleiht.
Wir sehen hier eine Braut, ein Königtum von Gläubigen, ein Königreich von Heiligen, ein Heer von Nachfolgern Christi, die zuversichtlich und furchtlos sind. Nicht, weil sie aus sich selbst heraus sicher wären, sondern weil sie dem Banner Christi folgen; und er hat alle Macht, er hat die Schlüssel des Himmels und der Hölle, des Todes und des Lebens. Alles gehört ihm, und sie folgen ihm in seinem Siegeszug. Und dieses mächtige, furchtgebietende Heer versetzt die Feinde des Königs in Angst.
Das erinnert mich an die Stelle in Josua 2, als Rahab zu den jüdischen Kundschaftern sagte, die das Land auskundschaften wollten: „Denn wir haben gehört, wie der HERR das Wasser des Schilfmeeres vor euch ausgetrocknet hat, als ihr aus Ägypten gezogen seid, und was ihr den beiden Königen der Amoriter (...) getan habt (…). Und als wir dies hörten, da wurde unser Herz verzagt“ (Verse 10-11).
Der Anblick von Christus, der seine triumphierende Gemeinde im Kampf gegen die Mächte der Hölle anführt, versetzt die Gegner des Herrn in Angst.
Heute sehen wir oftmals ein anderes Bild, nicht wahr? Hast du nicht auch oft den Eindruck, dass die Gemeinde heute mehr in der Defensive ist? Wenn du die Nachrichten liest und von den Angriffen des Bösen hörst, sieht es dann nicht auch für dich so aus, dass die Gemeinde von diesem Ansturm, dieser Flutwelle des Bösen, zurückgedrängt wird? Und das betrifft nicht nur die Gemeinde im Allgemeinen als Ganzes, sondern auch uns als Einzelne – viele von uns fühlen sich oft von den Mächten dieser Welt überwältigt.
Ich sprach kürzlich mit einer Person, die in einem furchtbaren, Gott feindlichen Umfeld arbeitet. Es ist ein gottloses Umfeld, voller Hass gegen Gott. Hast du nicht auch oft den Eindruck, dass wir uns eher wegducken, anstatt als siegreiche Überwinder unserem auferstandenen König zu folgen?
Denk einmal daran: Als Jesus hier auf der Erde war – überall wo er hinkam – , musste die Hölle zu seinen Füßen zerschmettern. Das erinnert daran, dass unser Leben als Nachfolger Christi eine Bedrohung für das Reich der Finsternis sein sollte und in Wirklichkeit auch ist. Und genau deshalb gibt es einen Kampf.
Unser Leben ist eine Bedrohung für den König der Finsternis, nicht wegen uns, sondern wegen Christus in uns. Das bedeutet, dass überall auf dieser Erde – selbst an dunklen, fernen, Gott feindlichen Orten – überall dort, wo jemand an Christus glaubt, zumindest ein Lichtschimmer zu sehen sein sollte. Dieser Lichtschimmer ist ein Vorgeschmack, ein Hinweis auf den Sieg, den Christus vollenden wird, wenn er eines Tages ohne einen Gegner hier auf Erden regieren wird – an dem Tag wird sich jedes Knie beugen und jede Zunge bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist.
Wir wissen, dass wir, unserer Stellung gemäß, mit Christus in die himmlischen Regionen versetzt worden sind. Aber solange wir noch im Fleisch auf dieser Erde leben, stehen wir in einem geistlichen Kampf, weil die Mächte der Hölle sich gegen Christus und sein Reich gestellt haben. Aber die gute Nachricht ist, dass der Eine in uns lebt, der siegreich ist und überwindet. So sieht er die triumphierende Gemeinde, – die Gemeinde, die sich auf ihren König stützt –, als furchtgebietend, wie Heerscharen mit Kriegsbannern.
Da frage ich mich: Fürchten sich die Mächte der Finsternis vor uns? Oder denken sie, sie könnten uns in Ruhe lassen, weil wir keine Bedrohung sind? – Wenn wir im Namen und in der Kraft Christi in diese Welt hinausgehen, ziehen wir als ein Furcht gebietendes Heer unter dem Banner Christi aus.
Und dann sagt er in Vers 5: „Wende deine Augen ab von mir, denn sie überwältigen mich!“ Das ist ein Bräutigam, der von seiner Braut hingerissen ist! Er ist fasziniert von ihr. Er hat ihr ihr Versagen vergeben. Seine Liebe zu ihr hat kein bisschen nachgelassen.
In Vers 8 sagt er: „Sechzig Königinnen sind es, und achtzig Nebenfrauen, dazu Jungfrauen ohne Zahl; [doch] diese eine ist meine Taube, meine Makellose; sie ist die Einzige ihrer Mutter, sie ist die Auserwählte derer, die sie geboren hat.“ Er blickt umher, sieht die Vielzahl von Frauen – viele schöne, angesehene Frauen, Frauen von Rang und Namen. Aber für ihn kommt keine dieser Frauen auch nur annähernd an seine Braut heran.
Der Bräutigam sieht seine Geliebte, seine Schöne, als absolut einzigartig an. Nicht nur eine unter Tausenden – sondern: Es gibt niemanden wie sie. Sie ist unvergleichlich. Sie ist seine Taube. Wir haben darüber gesprochen, dass sie innerlich nur auf ihn fokussiert ist – so wie eine Taube, die jeweils nur eins im Blick hat. Sie ist, wie er sagt, seine „Vollkommene“. Und das ist dieselbe Braut, die ihn vorhin noch an der Tür abgewiesen hat! Aber nun ist sie bußfertig. Ihre Gemeinschaft ist wiederhergestellt. Und er sagt zu ihr: „Ich sehe dich immer noch mit Augen der Liebe. Du bist meine Vollkommene.“
Was für ein Bild ist das davon, wie Christus seine Gemeinde sieht – mit welchem Wohlgefallen er seine Braut betrachtet. Sein Herz ist beim Anblick seiner Braut zutiefst berührt und bewegt. Er hat sie geliebt. Er hat sein Leben für sie hingegeben. Was könnte ihm kostbarer sein?
Es ist nicht so, dass Christus der einzige ist, der sie so sieht; auch andere bezeugen ihre Schönheit, ihren Wert, ihre Würde. Es heißt: „Die Töchter sahen sie und priesen sie glücklich, die Königinnen und Nebenfrauen rühmten sie.“ Alle, die sie beobachten, erkennen: Sie hebt sich von anderen Frauen ab. Sie ist eine gesegnete Frau. Und warum ist sie gesegnet? Wegen ihrer Beziehung zu ihm.
Meine Lieben, in uns selbst ist nichts lobenswertes. Ich muss es euch nicht sagen. Wir wissen das tief in unseren Herzen. Unsere Kultur versucht großteils nun schon seit Generationen, unser Selbstwertgefühl aufzubauen. Aber wir wissen: In unserem Fleisch wohnt nichts Gutes. Doch wenn unser Leben anfängt, die Schönheit und den Charakter, die Tugenden Christi widerzuspiegeln, wird die Welt innehalten und es bemerken. Und was sie dann sehen, ist seine Schönheit.
Er sagt: „Wer ist sie, die hervorglänzt wie das Morgenrot, schön wie der Mond, klar wie die Sonne, furchtgebietend wie Heerscharen mit Kriegsbannern?“ Die Dunkelheit ist verschwunden. Die Schatten, von denen früher in diesem Buch die Rede war, fliehen dahin. Sie lebt in seinem Licht, wandelt in seinem Licht und spiegelt seine Herrlichkeit wider.
Und denk daran – jegliche Schönheit, die wir besitzen, ist eine reflektierte Schönheit. Jegliches Licht, das wir ausstrahlen, ist ein reflektiertes Licht. So wie der Mond kein eigenes Licht hat, sondern das Licht der Sonne widerspiegelt, so haben auch wir kein eigenes Licht – wir leuchten nur dann, wenn wir das Licht des Herrn Jesus widerspiegeln.
Ich denke, das ist ein Bild für Gläubige, die sich auf den hellen Mittag zu bewegen, von dem zum Beispiel in Sprüche 4,18 die Rede ist: „Aber der Pfad des Gerechten ist wie der Glanz des Morgenlichts, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag“. Vielleicht hast du heute das erste Licht des Morgens gesehen, es war nur ein kleiner Glanz am Horizont. Aber dann steigt die Sonne höher; die Dunkelheit weicht zurück, und das Licht wird heller und heller, bis zum vollen Tag, dem hellen Mittag, wo es keine Schatten mehr gibt.
Das ist ein Bild der Lebensbahn eines Menschen, der in Christus ist. Als Braut Christi sind wir auf dem Weg zum hellen Mittag, wo es keine Schatten mehr gibt. „(...) schön wie der Mond, klar wie die Sonne.“
In Richter 5,31 heißt es: „Die aber Ihn lieben, sollen sein wie die Sonne, wenn sie aufgeht in ihrer Macht!“
Vielleicht fühlst du dich im Moment der Morgendämmerung näher als dem hellen Mittag. Das ist in Ordnung. Der Mittag ist das Ziel – dort wirst du eines Tages ankommen. Uns ist verheißen: Die ihn lieben, werden sein wie die Sonne, die aufgeht in ihrer Macht.
In Daniel 12,3 lesen wir: „Und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsausdehnung, und die, welche die Vielen zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.“ Es gibt einen Glanz – eine Schönheit, eine Herrlichkeit – die in unserem Leben widergespiegelt wird – wenn unsere Liebe zu Christus wächst.
Und so sehen wir in diesem Abschnitt, was Christus für seine Braut fühlt, wie er über sie denkt. Er ist fasziniert. Er ist – wie wir schon sagten – ergriffen von ihr. Er findet Freude an ihr. Er sehnt sie innig herbei. Und wenn du diesen Abschnitt liest, wirst du sicher zustimmen, dass dies keine verstandesmäßige, gefühllose Liebe ist. Es ist eine leidenschaftliche, lebendige, aufrichtige, brennende, glühende Liebe. Er ist eingenommen von ihr. Er ist völlig verliebt in sie – wenn ich das so sagen darf. Er ist überwältigt von ihrer Schönheit.
So denkt Christus nicht nur allgemein über seine Braut, über die Gemeinde als Ganzes. So denkt er auch über dich. Nimm dir einen Moment Zeit, um einfach darüber nachzudenken, wie sehr Christus dich liebt.
Wie wir schon gesagt haben: Wir wissen, dass an uns selbst nichts Schönes oder Liebeswertes ist. Wir denken manchmal an seine Liebe und wir wundern uns. Wir fragen uns, was er bloß in uns sieht. Aber es geht nicht um das, was er in uns sieht, sondern wer er ist. Und er sieht sich selbst in uns, denn er hat uns in seine Gerechtigkeit gekleidet und seiner Liebe würdig gemacht.
Ich weiß, dass auch alleinstehende Frauen diesen Podcast hören. Vielleicht bist du gerade jetzt eine von ihnen und du kennst die Enttäuschung, nie wirklich begehrt oder geschätzt worden zu sein. Niemand hat je zu dir gesagt: „Ich bin hingerissen von dir.“ Und du fragst dich vielleicht: Bin ich überhaupt attraktiv? Wünscht sich irgendjemand je meine Nähe?
Und dann sind da verheiratete Frauen, die ähnliche Fragen stellen und einen ähnlichen Schmerz erlebt haben. Ja, sie haben einen Ehepartner, aber dieser hat sich als untreu erwiesen. Oder er zeigt seine Liebe nicht auf die Weise, wie wir es in diesem Abschnitt gesehen haben. Oder vielleicht hat er jemand anderen als attraktiver empfunden oder er benutzt Pornografie. Und die verheiratete Frau fragt sich: „Was stimmt nicht mit mir? Bin ich nicht begehrenswert? Bin ich nicht schön?“
Die Schrift zeigt uns, dass wir als Braut Christi das Ziel einer erstaunlichen Liebe sind. Christus ist überwältigt vom Anblick deiner Schönheit. Hör ihn heute zu dir sagen: „Du bist schön, meine Freundin, wie Tirza, lieblich wie Jerusalem, furchtgebietend wie Heerscharen mit Kriegsbannern! Wende deine Augen ab von mir, denn sie überwältigen mich! (…) diese eine ist meine Taube, meine Makellose; sie ist die Einzige“.
Danke, Herr, für diese süße Erinnerung an Deine Liebe. Gib, dass wir daran glauben, dass wir sie annehmen, in ihr ruhen – und auf sie antworten, indem wir Dich zurücklieben. Ich bete in dem heiligen Namen Jesu, Amen.
Marie: Nancy hat uns die Quelle wahrer Schönheit erklärt. Wir werden niemals attraktiver sein, als dann, wenn wir die Schönheit Christi widerspiegeln.
Die Serie trägt ja den Titel „Der Geliebte meiner Seele – Jesus im Hohelied“. Falls du eine Folge verpasst hast, kannst du sie auf unserer Website nachhören und dort im Downloadbereich findest du eine PDF mit gleichnamigem Titel. Da lohnt es sich auf jeden Fall mal reinzuschauen!
Warum wird eine reife Frau im Hohelied mit einer Palme verglichen? Für eine Antwort wirst du wohl nächstes Mal wieder einschalten müssen, wenn Nancy uns hier Einblicke in die Besonderheiten von Palmen und deren Wachstum gibt.
Nancy: Der Grund, warum Palmen Frucht bringen, ist, dass ihre Wurzeln tief hinab reichen – zu einer Wasserquelle. Sie gehen so tief, wie sie müssen, um Wasser zu finden. Wenn wir unsere Wurzeln mit ihm verbunden halten, wenn wir in ihm bleiben und zulassen, dass er in uns bleibt, dann werden wir viel Frucht bringen – zu seiner Ehre.
Marie: Ich freu mich, dich beim nächsten Mal wieder begrüßen zu dürfen, hier bei Belebe unsere Herzen.
Belebe unsere Herzen ist Teil von Revive Our Hearts Ministries.
Wenn nichts anderes erwähnt wird, sind die Bibeltexte der Schlachter Übersetzung © 2000 Genfer Bibelgesellschaft entnommen.
[su_spacer size="50"]
Jetzt wird’s persönlich!
Tag 17 – Reife Liebe 1: Seine Schönheit widerspiegeln (Hohelied 6,4-10)
- Bist du geistlich wachsam und bereit, wartest du auf die Wiederkehr Christi? Oder bist du abgelenkt und mit anderen Dingen beschäftigt?
- Gibt es irgendetwas, das du mehr schätzt als die Gemeinschaft mit Jesus, deinem Geliebten? Müssen in deinem Leben Prioritäten neu geordnet werden, damit du erneut die Gemeinschaft mit dem Herrn erleben kannst?
- Jeder Christ erlebt Phasen des Rückfalls. Aber der Beweis, dass wir wirklich zu ihm gehören, ist unsere Bereitschaft, unsere Prioritäten zu ändern (Buße zu tun), aufzustehen und den Herrn zu suchen. Wann hast du das letzte Mal Buße getan? Musst du jetzt Buße tun?
- Hast du manchmal das Gefühl, dass du Jesus nicht nahe sein kannst, nachdem du es „vermasselt“ hast? Die Braut hatte versagt (6,4). In welcher Hinsicht offenbart die Reaktion des Geliebten seiner Braut gegenüber etwas über die erstaunliche Gnade Christi?
- Denken die Mächte der Finsternis, dass sie dich in Ruhe lassen können, weil du keine Bedrohung bist? Oder zittern sie, weil die Kraft Christi durch dein Leben sichtbar wird?
- „Du bist schön, meine Freundin… meine Taube, meine Makellose; sie ist die Einzige…“ (6,4.9). Wie unterscheidet sich der Wert, den Christus uns gibt, und die Schönheit, die er in uns sieht, von den Versuchen der Welt, unser Selbstwertgefühl zu steigern?
- Wie steht Jesus zu seiner Braut? Wie würdest du deine Reaktion darauf beschreiben?